k^- '^- "V^^- 3^- »» ^^'S^^ ^'■*^3 ^'^^ wiLtil y ': -tliiiiit " ^' ii?TiLn z^ jiS^^ S^'ft ibjß?'''^3| ^- X M li.^llL '*« ■h ^ ^ ^«^-J^» >^.- ^ \t *Tt- ^■•^^ <4*^' ft:^. ■ti^ ^r^ FAUNA UND FLORA DES GOLFES VON NEAPEL UND DER ANGRENZENDEN MEERES-ABSCHNITTE. HERAUSGEGEBEN VON DER ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL. 24. MONOGRAPHIE: SEESTERNE Dr. Hubert Ludwig. MIT 12 FIGUREN IM TEXT UND 12 TAFELN. BERLIN VERLAG VON R. FRIEDLANDER & SOHN 1897. Subscriptionspreis jährlich 50 Mark. DIE SEESTERNE DES MITTELMEERES VON D« HUBERT LUDWIG, PKOFESSOE DER ZOOLOGIE USD VERGLEICHENDEN ANATOMIE AN DER UNIVERSITÄT BONN. MIT 12 FIGUREN IM TEXT UND 12 TAFELN. HERAUSGEGEBEN VON DER ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL. BERLIN VERLAG VON R. FRIEDLÄNDER & SOHN 1897. Ladenpreis 100 Mark. xi I L HERRN ANTON DOHEN DEM BEGRÜNDER UND LEITER DER ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL AM TAGE IHRES FÜNFUNDZWANZIGJÄHRIGEN BESTEHENS IN DANKBARER VEREHRUNG ZUGEEIGNET. VORWORT. Volle achtzehn Jahre sind vergangen, seitdem ich durch eine vorläufige Zu- sammenstellung der mediterranen Echinodermenfouna die Absicht kundgab, eine monographische Bearbeitung derselben zu versuchen. Nach dem anßinglichen Plane sollte das Gebiet nach allen Richtungen durchforscht werden. Die Nothwendigkeit einer engeren Begrenzung blieb aber nicht aus. Insbesondere musste auf die Em- bryologie und Histologie verzichtet werden, denn um hier zum Ziele zu gelangen, hätte ich viel öfter und anhaltender in Neapel verweilen müssen, als mir meine Amtspflichten und andere Verhältnisse ermöglichten. Die Aufgabe beschränkte sich demnach darauf, unter Berücksichtigung der ganzen Litteratur eine genaue Prüfung der im Mittelmcere lebenden Arten vom systematischen, morphologischen und bio- logischen Gesichtspunkte aus vorzunehmen. Dabei war ein besonderer Nachdruck auf die bisher nur wenig oder gar nicht bekannten postembryonalen Jugendzustände zu legen, deren man freilich bei fast allen Arten nur selten und zurälUg habhaft werden kann. Vierzehn Jahre hindurch setzte ich das Sammeln des nöthigen Materiales von jungen und alten Thieren fort und begann dann erst mit der eigentlichen Unter- suchungsarbeit — zunächst nur an den Seesternen, denen ich die Schlangensterne, Haarsterne, Seewalzen und Seeigel in den nächsten Jahren in ähnlicher Behandlvmg so rasch als möglich folgen lassen will. Sehr bald erwies sich eine in alle Einzel- heiten eindringende Durchforschung des Seestern- Skeletes und seiner Wachsthums- zustände für so wichtig, dass sie den grössten Theil der Zeit beanspruchte. Nur auf diesem manchmal höchst ermüdenden Wege Hess sich eine sichere Festlegung der im Mittelmeere vertretenen Arten erreichen und zugleich für spätere Unter- suchungen über die verwandtschaftlichen Beziehungen der Seesterne überhaupt eine brauchbare Grundlage gewinnen. Das Manuscript wurde im October des vorigen Jahres abgeschlossen, sodass später erschienene Arbeiten niu unvollständig, in Form nachträglicher Bemerkungen, l^erücksichtigt werden konnten. YIIj Vorwort. Durch die micli tief verpflichtende Unterstützung des könighchen l'nterrichts- niinisteriums und der königlichen Akademie der Wissenschaften zu BerHn war ich in der Lage, di-ei Frühlinge (1880, 1890, 1894) in der zoologischen Station zvi Neapel arbeiten zu können. Dennoch hätte ich das vorliegende Buch nicht zu vollenden vermocht, wemi mir nicht die zoologische Station und namentlich ihr vortrefi'licher Conservator, HeiT Dr. Lo Bianco, ununterbrochen Material gesammelt und in bester Erhaltung überschickt hätte. Auch die von Herrn Colombo bei seiner Durchforschung des neapolitanischen Golfes erbeuteten Echinodermen wurden mir von der Station übergeben. Ferner schulde ich für Averthvolle Notizen und Objecte verbindlichen Dank den Herren Prof. Camerano (Turin), Dr. Dkiesch (Neapel), Prof. v. Graff (Graz), Prof. Grenacher (Halle), Prof. Metschnikoff (Paris), Prof. Spengel (Giessen), der Wittwe voi;i Prof. Greeff (Marburg) und vor Allem Herrn Dr. a . Marenzeller (Wien), der mir die im Wiener Hofmuseum aufbewahi-ten Funde der österreichi- schen Mittelmeer-Expeditionen zur freiesten Benützung anvertraute. Für etwaige Nachuntersuchungen will ich bemerken, dass ich das ganze in meinen Händen befindliche Material dem hiesigen zoologischen Museum überwiesen habe, damit es in sorgfältiger Aufstellung an einem Orte vereinigt bleibt. Bei der Drucklegung hatte ich mich bei der Anordnung der Tafeln und bei der Correctvir des Textes der Mitwirkung der beiden hochverdienten Beamten der Station, meiner lieben Freunde, Prof. Mayer und Dr. Giesbrecht, zu erfreuen. Die von Herrn Merculiano's (Neapel) Meisterhand nach dem Leben gemalten Abbil- dungen Avurden von den Herren Werner & Winter (Frankfurt a/M.) in prächtig- ster Vollendung Aviedergegeben. Den grössten Dank aber glaube ich dem Manne schuldig zu sein, der in der zoologischen Station zu Neapel eine vorbildliche Anstalt grossen Stiles errichtet hat und sie mit zielbew^usstem, thatkräftigem, unermüdlichem Wirken leitet — dessen hoher Sinn mich ebenso wie sein nur auf die Sache gerichtetes Schaffen mit Be- wunderung erfüllt. Glücklich schätze ich mich, dass er mir gestattet hat, seinen Namen diesem Buche vorauszusetzen. Dass ich das gerade an dem Tage thun darf, an Avelchem sein LebensAverk auf das erste Vierteljahrhundert ruhmreich zurückblickt, betrachte ich als eine besondere Gunst des Geschickes. Bonn, 14. April 1897. Hubert Ludwig. INHALTS -VERZEICHNISS. Seite Erster Abschnitt. Beschreibung der Arten . l Bestimmungsschlüssel der im Mittelmeer vor- kommenden Gattungen 1 Fam. Astropeetinidae 2 1 . Gatt. Astropecten 2 Bestimmungsschlüssel der fünf Arten . 3 1 . Art. Astropecten aurantiacus .... 3 2. Alt. Astropecten bispinosus .... 16 3. Art. Astropecten spinulosus .... 31 4. Art. Astropecten pentacanthus . . 39 Astropecten pentacanthus var. ser- ratus 4 7 5. Art. Astropecten jonstoni .50 2. Gatt. Luidia 00 Bestimmungsschlüssel der beiden Arten 60 6. Art. Luidia ciliaris 61 7. Art. Luidia sarsi 85 Fam. Arehasteridae 104 3. Gatt. Flutonaster 104 Bestimmungsschlüssel der beiden Arten 1(14 8. Art. Flutonaster subinermis . . . . 105 9. Art. Flutonaster bifrons 118 4. Gatt. Odontaster 125 10. Art. Odontaster mediterraneus ... 125 Fam. Chaetasteridae 134 5. Gatt. Chaetastcr 134 11. Art. Chaetaster longipes 134 Fam. Pentagonasteridae 157 6. Gatt. Pentagonaster 157 Bestimmungsschlüssel der beiden Arten 157 12. Art. Fentagonaster placenta .... 157 13. Art. Fentagonaster hystricis .... 179 Fam. Poraniidae 189 7. Gatt. Marginaster 189 1 1. Art. Marginaster capreensis .... 1S9 Seite Fam. Asterinidae 2(i7 8. Gatt. Asterina 2(17 15. Art. Asterina gibbosa 2(17 9. Gatt. Palmipes 243 16. Art. Falmipes membranaceus . . . 243 16 a. Palmipes lobianci = Palmipes membranaceus X Asterina gib- bosa 267 Fam. Lineküdae 271 m. Gatt. Hacelia 271 17. Art. Hacelia attenuata 272" 11. Gatt. Ophidiaster 299 18. Art. üphidiaster ophidianus .... 3(t0 Fam. Eehinasteridae 313 12. Gatt. Echinaster 313 1 9. Art. Echinaster sepositus . ... 313 Fam. Asteriidae 344 13. Gatt. Asterias 3 14 Bestimmungsschlüssel der vier Arten . 344 20. Art. Asterias tenuispina 344 21. Art. Asterias glacialis 364 22. Art. Asterias edmundi 395 23. Art. Asterias richardi 4(13 P"am. Brisingidae 4 1 S 14. Gatt. Brisinga 418 24. Art. Brisinga coronata 418 Zweiter Absclinitt. Brutzeiten und Jugend- stadien 439 Dritter Abschnitt. CJeographische Verbrei- tung 411 1. Horizontale Verbreitung 441 2. Verticale Verbreitung 4 46 3. Bodenbeschaffenheit 448 Vierter Abschnitt. Systematische Ergebnisse 45 1 Inhalts -Vcrzeichniss Seite Fünfter Abschnitt. Morphologische Ergeb- nisse 453 1. Allgemeine Wachstliumsverhältnisse . . 455 2. Das Dorsalskelet der Scteibe 456 3. Die Terminalplatteu 459 4. Das Dorsalskelet der Arme 461 5. Die oberen und unteren Randplatten . . 464 6. Die Zwischenrandplatten 466 7. Die Madreporenplatte 467 8. Die Bewaffnung der Mundeckplatten . . 467 Seite 9. Die adambulacrale Bewaffnung 468 lü. Die Adambulacralplatten 469 11. Die Ventrolateralplatten 47(1 12. Die Superambulacralplatten 473 13. Die äusseren Skeletauhänge sammt den Pedicellarien \T.^ 14. Die Papulae 47(i Litteraturverzeichniss 179 Alphabetisches Register zu der Beschreibung der Arten ISS Erster Abschnitt. Beschreibung der Arten. Bestimmungsschlüssel der im Mittelmeer vorkommenden Gattungen'). obere Randplatten anseheinend fehlend, weil zu Paxillen umgebildet; Rücken mit Paxillen besetzt; Scheibe verhältuisemässig klein; Arme lang, ziemlich schmal, erst im distalen Theile zugespitzt; Papulae viellappig; Füsschen ohne deutliche Saugscheibe ; ventrale luterradialfelder sehr klein ; Ventrolateralpiatten in einer langen Längsreihe; After felüt 2. Luidia. Arme lang, (-ventrale luterradialfelder klein; Ventrolateral- Aime und Scheibe mehr oder weniger in dorsoven- traler Rich- tung nieder- gedrückt bis abgeflacht und mit wohl- ausgeprägtem Rande; Füss- chen zwei- reihig; Papu- lae nur auf der Dorsalseite; Rand nicht zugeschiirft; die unteren Randplatten und meist auch die obe- ren durch ihre Grösse sofort unterscheid- bar; obere Rand- platten den unteren ähn- lich; Scheibe verhältniss- mässig gross bissehrgross: Papulae ein- facli ; von der Basis an zugespitzt; Füsschen ohne deut- liche Saug- scheibe ; Rücken mit Paxillen be- setzt ; Arme kurz, das ganze Thier dadurch pentagoual mit mehr oder platten in ein bis zwei kurzen Längsreihen; After fehlt 1. Astropecten. Rand zuge- schärft, nur von den hori- zontal gestell- ten unteren Randplatten gebildet und mit feinem Stachelchen- saume ; Pa- pulae einfach; Füsschen mit deutlicher Saugscheibe; ventrale luterradialfelder gross; Ventrolateral- piatten in zahlreichen, zum Theil langen Längs- reihen; After vorhanden Skeletplatten mit kurzen, zahlreichen Staehelchen, die des Rückens stellen Paxillen dar; im Arm- winkel eine unpaare obere und untere Rand- platte; Mundecken mit je einem grossen, un- paaren, beiden Mundeckplatten gemeinsamen, weniger aus- ■'aboral gerichteten, dornförmigen Stachel gezogenen Ecken; Füss- chenmitdeut- Skeletplatten mit Granula besetzt; im Armwinkel lieber Saug- keine unpaare Randplatte; Mundecken ohne un- scheibe; paaren Stachel untere Randplatten verhältnissmässig gross; Körper pentagonal, oben gewölbt, unten abgeflacht; Rückenplatten, obere Randplatten und Ventrolateralpiatten sammt ihren kurzen, sparsamen Stacheln in der Haut versteckt; Pedicel- larien fehlen 3, Plntonaster. Randplatten klein und des- halb nicht so- fort auffal- lend; Körper kurzarmig-sternförmig bis pentagoual, oben gewölbt, unten flach, oben und unten mit Gruppen kleiner Stachelchen besetzt; Pedicellarien vorhanden Körper fünflappig umrandet und bis ziu- Dünnheit eines Karton- stückes abgeplattet, oben mit bürstenförmigen, unten mit kämm- chenförmigen Gruppen kleiner Stachelchen ; Pedicellarien fehlen 4. Odontaster. 6. Fentagonaster. Marginaster. s. Asterina. 9. Palmipes. 1) Diese Bestimmungstabelle bezieht sich in erster Linie nur auf die Mittelmeerformen und ist aus praktischen Gründen so ausgefallen, dass die Gattungen nicht ganz genau in der durch die römischen Nummern angegebenen systematischen Reihen- folge stehen. Zool. Station z. Neapel, Fanna und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. f Erster Abschnitt. Beschreibung der Arten. Arme mehr oder weniger drehrund bis fünflcantig ; Arme und Scheibe ohne ausgeprägten Band ; Füss- chen mit deutlicher Saugscheibe : keine ge- kreuzten Pe- dicellarien ; Füsschen zweireihig; mit gekreuz- ten Pedieel- larien ; Papulae auf die Rücken- seite be- schränkt ; keinerlei Pe- dicellarien; Skeletplatten paxillenförmig und dicht mit Glasstachelchen be- setzt; Papulae einfach Haut weicli. drüsenreich, verliüllt im Leben die Skeletplatten und auch die kleineu, diesen aufsitzenden Stacheln; Papulae in kleinen Büscheln in den unregelmässig angeordneten dorsalen Skeletmaschen Arme cylindrisch. am Ende stumpf abgerundet; Porenfelder der Arme in acht Längsreihen ; keine Pedicellarien Papulae auch zwischen den Randplatten und an der ^'entralseite , in grossen büschelförmigen Gruppen auf regelmässig angeord- nete Längsreihen von sog. Porenfeldern vertheilt: gra- Arme von der Basis an zugespitzt; Porenfelder der nulirte Haut verhüllt die Arme in zehn Längsreihen; bei älteren Exemplaren Skeletplatten; vereinzelte, salzfassförmige Pedicellarien Scheibe nicht scharf von den langen Armen abgesetzt; Papulae auf dem Rücken sowie zwischen den oberen und unteren Randplatten, oft auch zwischen letz- teren und den Adambulacralplatten, einzeln oder in Gruppen; Randstacheln der Arme massig grosM oder klein; Füsschen vierreihig Scheibe klein, scharf abgesetzt von den \uigewöhnlich langen, in der Nähe der Basis angeschwollenen, sehr dünn auslaufenden Armen; Papulae fehlen; Randstacheln der Arme sehr lang; Füsschen zweireihig 5. Chaetaster. 12. Echinaster. 10. Ophidiaster. 11. Hacelia. \'.i. Asterias. 14. Brisinga. Farn. Astropectinidae. 1. Gattung. Astropecten Linck, Gray. Körper niedergedrückt, am Rande bestachelt, mit grossen oberen und unteren Randplatten; Scheibe verhältnissmässig gross; Arme lang, von der Basis an allmählich zugespitzt; Rücken der Scheibe und der Arme mit Paxillen besetzt; ventrale Interradialfelder klein; Ventrolateralplatten in 1 — 2 kurzen Längsreihen; keine Pedicellarien; Papulae einfach; Füsschen ohne deutliche Saugscheibe: After fehlt 1). Die Gattung ist im Mittelmeere durch fünf Arten und zwei Varietäten vertreten: A. aurantiaais (L.), A. hispmosus (Otto), A. bispinosus var. platyacanthis (Phil.), A. spinulosus (Phil.), A. pentacanthus (C'hiaje), A. pentacanthus var. serratus (M. Tr.), A. jonstoni (Chiaje). 1) Diese und alle anderen Gattungsdiagnosen dieses Werkes sind mit besonderer Beziehimg auf die Mittel- meerfauna abgefasst. Obere Randstacheln Astropecten aurantiacus. Bestimmungsschlüssel der fünf Arten: in zwei sich ablösenden Reihen; obere Randplatten dicht granulirt; untere Randplatten mit je einem grossen, meist drehrunden Randstachel; Adambulaeralplatten mit je 3 inneren und 2 äusseren Furchenstaclieln und mit zahlreichen subambulacralen Stacheln; am suturalen Rande der Mundeckplatten eine doppelte Stachelreihe; Madreporenplatte mit gelapptem Um- riss und centralem Körnehenbesatz gut entwickelt, Obere Randstacheln klein, verkümmert oder fehlend; Furchenstacheln . 1733 1823 1825 1831 1834 1835 1837 T. 8, Astropecten echinatus minor Linck p. 29 No. 12. Asterias bispinosa Otto p. 2S5 — 288, T. 39. Asterias bispinosa Delle Chiaje Vol. 2, p. 355- 356. Asterias bispinosa Gravenhorst p. 96 — 103. Stellaria bispinosa Nardo p. 716. Asterias bispinosa L. Agassiz p. 191 (1837, p. 284 Asterias bispinosa Philippi p. 194. 1837 Asterias platyacantha Philippi p. 193. 184(1 Astropecten echinatus Gray p. 181. 1840 Asterias bispinosa Grube p. 24 — 25. 1840 Asterias platyacantha Grube p. 25. 1S40 Asterias bispinosa Deshayes in Lamarck Vol. 3, p. 259. 1841 Asterias bispinosa Delle Chiaje Vol. 4, p. 57; Vol. 5, p. 123; T. 132, f. 11; T. 172, f. 2. 1842 Astropecten bispinosus Müller & Troschel p. 69. lose MiJLLEK'sche bei Triest und Spezia, während er die gefärbte nur von Spezia angibt. Das deutet vielleicht auf eine Art hin, die bei Triest fehlt, aber im westlichen Mittelmeere vorkommt. Eine solche kennen wir aber aus der Gattung Astropecten nur in dem A. jonstoni (s. S. 59). Indessen fehlt aber auch der Plutonaster suhinermis der nördlichen Adria, während er im westliehen Mittelmeere vorkommt. Bei der grossen Aehnlichkeit dieser, früher ja damit vereinigten Art mit der Gattung Astropecten und bei der verhältnissmässigen Grösse der gefärbten Metschni- Koir'schen Bipinnaria könnte man also auch die Larve des Plutonaster subinermis in ihr vermuthen. Weitere Be- obachtungen werden aber erst im Stande sein, hier die erwünschte Aufklärung zu bringen. — Dass Müllek's Bipinnaria wirklich zu A. aurantiacus gehört, ist mir nachträglich zur Gewissheit geworden durch den Vergleich seiner Abbildungen mit einigen Skizzen, die Dbiesch von den von ihm zu Neapel im December aus den Eiern gezüchteten Bipinnarien angefertigt hat. Astropecten bispinosus. 1842 Astropecten platyacanthus Müller & Troschel p. 70. 1846 Asterias bispinosa Verany p. 5. 1852 Astropecten bispinosus Job. Müller p. SO. 1857 Astropecten bispinosus M. Sars p. 102. 1857 Astropecten platyacantbus M. Sars p. 102 — 103. 1860 Astropecten platyacantbus var. flanaticus Lorenz p. 680. 1861 Astropecten bispinosus Grube p. 131. 1862 Astropecten bispinosus Giebel p. 325. 1862 Astropecten platyacantbus Giebel p. 326. 1862 Astropecten bispinosus Dujardin & Hupe p. 4 16 — 417. 1862 Astropecten platyacantbus Dujardin & Hupe p. 417. 1863 Astropecten bispinosus Heller p. 444. 1863 Astropecten platyacantbus Heller p. 444. 1864 Astropecten bispinosus Grube p. 105. 1868 Astropecten bispinosus Heller p. 55 — 56. 1868 Astropecten platyacantbus Heller p. 56. 1869 Astropecten myosurus Perrier p. 29S. 1875 Astrojjecten bispinosus v. Marenzeller p. 362 — 367. 1875 Astropecten platyacantbus v. Marenzeller p. 362 — 367. 1875 Astropecten bispinosus Perrier p. 352 — 354'). 1876 Astropecten 1876 Astropecten 1879 Astropecten 1879 Astropecten 1881 Astropecten 1881 Astropecten 1883 Astropecten 1883 Astropecten 1885 Astropecten 1885 Astropecten 1885 Astropecten 1885 Astropecten 1886 Astropecten 1886 Astropecten 1888 Astropecten 1888 Astropecten 1888 Astropecten 1888 Astropecten 82, 83. 1894 Astropecten 1896 Astropecten 1896 Astropecten bispinosus Stossich p. 351. platyacantbus Stossich p. 35 1. bispinosus Ludwig p. 54 2. platyacantbus Ludwig p. 543. bispinosus GraefFe p. 33 1, 340. platyacantbus Graeffe p. 340. bispinosus Stossich p. 188. platyacantbus Stossich p. 1^8. platyacantbus Braun p. 309. bispinosus Carus p. 89. platyacantbus Carus p. 90. platyacantbus Hamann p. 1 0. bispinosus Preyer p. 29. platyacantbus Preyer p. 29. platyacantbus Tb. Barrois p. 7 1 . bispinosus Lo Bianeo p. 395. bispinosus Cuenot p. 134. platyacantbus Cuenot p. 17, 34, 35, 107, 115, 132; T. 3, f. 8. bispinosus Koehler p. 409. bispinosus Marohiaio p. 3. platyacantbus Marehisio p. 3. Diagnose. Grösse bis 190 mm. r : ß = I : 3 — S. 2 — 3 Querreihen von Paxillen auf je 1 obere Randplatte. Paxillenkronen mit 9 — 14 peripherischen und 1 — 6 centralen Stachelchen. Zahl der oberen Randplatten 37 — 77 (bei y&y. platj/acanthtis nur 24 — 48). Obere Randplatten aus ihrer schmalen dorsalen Fläche fast kantig in die laterale übergehend, mit' nacktem oder (bei var. plati/acanthus) beschupptem Mittelfeld und mit kleinen Cylinderchen auf den Randzonen, mit je I grossen Stachel (= Randstachel). Untere Randplatten a^i mit 1 grossen, abgeplatteten Randstachel, b) mit nacktem oder seltener) bestacheltem Mittelfeld und c) mit einer Reihe von Stacheln am aboralen und ebensolchen, aber kleineren am adora- len Rande. Adambulacralplatten mit 3 inneren (der mittlere am grössten) und 2 grossen äusseren Stacheln und meistens mit nur 2 kleineren subambulacralen Stachelchen. Mund- eckplatten auf ihrer ventralen Fläche nur der Sutur entlang bestachelt; jede mit 2 — 3 Mund- eckstacheln. Madreporenplatte mit kreisförmigem Umriss, ohne centralen Körnchenbesatz. Färbung olivengTün bis olivenbräunlich mit blauen Fleckchen. Zwar beginnt die Kenntniss dieser Art schon mit Linck (1733), doch hat erst Otto (1823) sie scharf von A. atirantiacus als besondere Art unterschieden und ihr den Speciesnamen beigelegt. Delle Chiaje (1825) und Gkavenhorst (1831; bestätigten seine Auffassung und acceptirten den von ihm vorgeschlagenen Namen, der seitdem fast ununterbrochen in Gebrauch geblieben ist; nur Gray (1840) versuchte auf die LiNCK'sche Benennung echinatus zurück- 1) Die Exemplare, welche Perkier ebendort p. 354 — 355 unter pldtyacatitfms erwähnt, gehören nicht hier- her, sondern zu A. jonstoni. Zool. Station -L. Neapel, Fauna nud Flora, ijülf vou Neapel. Seesterue. 3 1 § Astropectinidae. zugreifen, was mit Recht ohne Nachahmung blieb, und Perrier (1869) nannte sie vorüber- gehend, in der von ihm selbst später als Irrthum erkannten Meinung eine noch unbekannte Art vor sich zu haben, mit einem niemals publicirten und deshalb ungültigen Valen- ciennes'schen Museumsnamen myosurus. Etwas verwickelter wurde die Geschichte der vor- liegenden Art nur dadurch, dass Philippi (1837) von ihr eine zweite Art unter dem Namen platyacanthus glaubte abtrennen zu können — eine Ansicht, die zwar sehr bald von Delle Chiaje (1841) bekämpft wurde, aber trotzdem zu allgemeiner Geltung gelangte, weil Müller & Troschel (1842) in ihrem bahnbrechenden System der Asteriden sich derselben anschlössen. Seitdem gehen bispinostis und platyacantims nebeneinander durch die Litteratur; insbesondere hat V. Marenzeller (1875) sich bemüht ihre Unterschiede schärfer als vordem zu erfassen und darzulegen. Da ich selbst durch wiederholtes Studium der Frage zu einem anderen Er- gebnisse als V. Marenzeller gelangt bin, so werde ich im Folgenden ausführlicher auf die von mir im Anschlüsse an Delle Chiaje behauptete Zusammengehörigkeit des platifacanthus mit bispinosus eingehen müssen. Zur Vollständigkeit der Artgeschichte ist hier nur noch zu bemerken, dass Lorenz (1860) eine besondere Varietät des platyacanthus unter dem Namen flana- ticus aufgestellt hat, deren Berechtigung ich ebenfalls nicht zugestehen kann. In ihrer Gattungszugehörigkeit hat die vorliegende Art keine anderen Wand- lungen durchgemacht als der ihr nahestehende A. aurantiacus (s. p. 5). In ihrem Habitus (Taf. 2, Fig. 6) zeichnet sie sich vor allem durch die kräftige Ausbildung der in einer einzigen Reihe geordneten, aufrecht stehenden oberen Randstacheln aus. Dazu kommt die steile Stellung der oberen Randplatten, die namentlich in der Nähe der Armwinkel am schärfsten ausgeprägt ist; in Folge dessen werden die oberen Randplatten in der Dorsalansicht des Thieres nur mit einem viel schmäleren Stücke sichtbar als es z. B. bei A. aurantiacus der Fall ist. Rücken und Bauch sind abgeflacht. Das Paxillenfeld des Rückens ist im Leben leicht gewölbt und in seinem Bereiche ist die Haut von zarter, etwas durchscheinender Be- schaffenheit. Bei kleinen Exemplaren, z. B. Nr. 1, 8, 9 der Tabelle, erhebt sich die Rücken- haut der Scheibe dort, wo sie in der Nähe des Scheibencentrums durch kleinere Paxillen ausgezeichnet ist, zu einer deutlichen, wenn auch niedrigen Protuberanz, die sich bei grösseren Thieren nicht mehr wahrnehmen lässt und dem bei manchen anderen Seesternen besser ent- wickelten Rückenfortsatz (Perrier's appendice epiproctal) entspricht. Nach v. Marenzeller soll die Höhe der Scheibe und der Arme bei typischen Exemplaren von hispinosiis kleiner sein als bei platyacantkus. Ich habe mich aber an den in Neapel lebend beobachteten Thieren ver- geblich bemüht, mich von der Richtigkeit dieser Angabe zu überzeugen. Aber darin kann ich V. Marenzeller bestätigen, dass im allgemeinen, von Uebergangsformen und Ausnahmen abgesehen, die Varietät platyacantkus einen kräftigeren, derberen Eindruck macht als hispinosvs. Die Seitenränder der Arme biegen in den Armwinkeln durch eine kvirze BogenHnie von kleinem oder etwas grösserem Radius in einander um ; in jenem Falle erscheinen die Arme an ihrer Basis breiter als in diesem. Nach der Armsiiitze hin verlaufen die Armränder bald ganz gradlinig, bald nehmen sie (Taf. 2, Fig. 6) im distalen Abschnitte des Armes eine Astropecten biBpinosue. 19 flachconvexe Richtung an, in letzterem Falle sehen die Arme weniger zugespitzt aus als in ersterem und nähern sich einem lanzettförmigen Umriss. Die Armspitze selbst ist, namentlich soweit sie von der Terminalplatte gebildet wird, in der Regel aufwärts gebogen. Neben den regulären fünfarmigen Individuen kommen mitunter vierarmige vor. Giebel (1862) erwähnt deren zwei aus der Sammlung in Halle und mir liegt ein solches von Neapel vor. Die grösste Länge des ganzen Thieres beträgt bei den mir zu Gesicht gekommenen Exemplaren 182 mm. Noch etwas grössere, bis 190 mm lange Thiere hat v. Marenzeller in der Adria beobachtet. lieber die Grössenverhältnisse von 20 von mir gemessenen Exemplaren giebt die Tabelle nähere Auskunft. Nr. L R r Z AB mm mm mm mm 1 Ö4 30 8 24 9 2 85 47 11 36 12 3 107 61 14 37 15 4 130 70 14 44 16,5 5 165 90 15 59 16,5 6 34 19 7 16 7 7 47 27 9 19 10 8 49 27 9 17 9,75 9 53 29 9 19 10,5 10 79 48 13 25 16 11 S3 48 12 27 14 12 87 47 12 29 14 13 89 45 12 25 16,5 14 90 48 14 24 15,5 15 95 55 15 30 16 16 105 57 13 30 16 17 1-28 70 13,5 35 15,5 18 137 74 15 37 17 19 139 74 13 42 15 20 182 ino 17 48 19 Nr. 1 — 5 sind typische bisj}inosus-Exem.ipla.Te, Nr. 6 — 20 gehören zu der Varietät platyacanthus. Das Verhältniss des Scheibenradius zum Armradius beträgt bei den 20 ge- messenen Exemplaren im Durchschnitt 1 : 4, 2, schwankt aber in ungewöhnlich weiten Grenzen zwischen einem Minimum von 1 : 2,71 und einem Maximum von 1 : 6. Nach Müller & Troschel (1842) und nach v. Marenzeller (1875) kann sich das Maximum steigern bis zu 1 : 8, und Perrier (1875) erwähnt sogar ein Exemplar aus dem Pariser Museum, bei dem 3* 20 Astropectinidae. r : R sich verhielt wie 1:9. Legt man der Berechnung nur die grösseren Exemplare von mehr als 100 mm Länge zu Grunde, so erhält man für diese das Verhältniss (Durchschnitt von acht Exemplaren) von r : R = 1 : 5,18 (Minimum 1 : 4,36; Maximum 1 : 6). Für die sieben mittelgrossen Thiere von 70 — 100 mm Länge ergiebt sich dagegen das durchschnittliche Ver- hältniss von r : R = 1 . 3,82 (Minimum 1 : 3,43 ; Maximum 1 : 4,27) und für die fünf kleinen Thiere von weniger als 70 mm Länge das Durchschnittsverhältniss r : R = 1 : 3,13 (Minimum ! : 2,71; Maximum 1 : 3,75). Daraus folgt, dass, wie bei A. aiirantiacus, so auch bei der vor- liegenden Art der Arm im Verhältniss zur Scheibe beim jungen Thiere kürzer ist als beim erwachsenen. Das Wachsthum des Armes ist aber bei den älteren Thieren von A. hispinosus im Verhältniss zur Grössenzunahme der Scheibe sehr viel stärker als bei A. aurantiacus. Die durchschnittliche Breite des Armes an seiner Basis beträgt bei den 20 in die Tabelle aufgenommenen Exemplaren 13,5 mm und verhält sich zur Durchschnittsgrösse von R wie 1 : 3,95. Indessen unterliegt die Armbreite, wie bereits Grävenhorst (1831) zum Theil an der Hand der OxTo'schen Originalexemplare, Müller & Troschel (1842), M. Sars (1857), Heller (1868) und Perrier !l875) hervorgehoben haben, beträchtlichen Schwankungen, die sich im Verhältniss zu R ausgedrückt an den Exemplaren unserer Tabelle zwischen 1 : 2,7 und 1 : 5,26 bewegen. Die Tabelle zeigt, dass die Armbreite bei einem älteren Thiere geringer als bei einem jüngeren und bei annähernd gieichgrossen Thieren ungieichgross sein kann. Die Paxillen sind zierlicher als bei A. aurantiacus. Nach der Armspitze hin, sowie namentlich auf dem centralen Bezirke der Scheibe nimmt ihre Grösse sehr ab, während ihre Grössenabnahme dem Rande der oberen Randplatten entlang fast unmerklich ist. Auf den Armen unterscheidet sich das Mittelfeld von den Seitenfeldern weniger durch die Grösse als durch die Anordnung der Paxillen und fällt deshalb weniger auf als bei A. aurantiacus; der Unterschied der Anordnung prägt sich auch hier darin aus, dass erst in den Seitenfeldern deutliche Querreihen der Paxillen auftreten, von denen man bald fünf auf je zwei, bald drei auf je eine obere Randplatte zählt. Im basalen Theile der Arme und im peripherischen Be- zirke des Scheibeurückens sind die Paxillenkronen gewöhnlich aus 9 — 12 stumpfen, cylinder- förmigen Stachelchen gebildet, welche den Rand des Paxillengipfels umkränzen und ein manchmal etwas kräftigeres centrales Stachelchen, das den Mittelpunkt des Gipfels einnimmt, umstellen. Bei der Varietät platyacanthus sind die Stachelchen der Paxillenkrone mitunter, aber durchaus nicht immer, etwas gedrungener und zahlreicher als bei typischen bispinosus-^xein- plaren; der peripherische Kranz der Krone besteht dann meist aus 12 — 14 Stachelchen und das Mittelfeld des Paxillengipfels trägt dann oft nicht ein, sondern mehrere, bis 6 Stachelchen, von denen sich zuweilen eines durch grössere Dicke vor den anderen auszeichnet. Auf dem centralen, bei jungen Thieren emporgewölbten Bezirke des Scheibenrückens werden die Paxillen auffallend klein, stehen hier viel dichter zusammengedrängt und ihre Krone ist aus einer viel geringeren Anzahl von Stachelchen gebildet. Hier wie bei den übrigen Astropecten- Arten lässt sich feststellen, dass dieser mit kleineren Paxillen besetzte „centrale" Bezirk des Scheibenrückens genau genommen ein klein wenig aus dem Centrum in interradiärer Richtung Astropecten bispinosus. 91 heraus gerückt ist. Delle Chiaje (1841) giebt sogar bei der vorliegenden Art an dieser Stelle eine Afteröffnung an, die aber von keinem späteren Autor erwähnt wird und, wie ich mich überzeugt habe, ganz sicher nicht vorhanden ist. Die Basalplatteu der Paxillenschäfte zeigen keinerlei bemerkenswerthe Unterschiede von dem Verhalten bei A. aitrantiacus. Auch bei der vorliegenden Art bleiben die Basalplatten überall von einander getrennt und haben die Form von an den Winkeln abgerundeten Sechsecken, die namentlich in den Seitenfeldern der Arme sich parallel mit der Längsaxe des Armes in die Länge ziehen. Die Papulae stimmen in Yovm und Anordnung mit denjenigen des A. aurantiacus überein. Auf dem Scheibenrücken findet man sie auch hier nur in den interradialen Regionen, nach der Scheibenmitte hin reichen sie nicht weiter, als der innere freie Rand der inter- brachialen Septen. Von der Scheibe aus setzen sie sich in die Seitenfelder der Arme fort und sind hier fast ausnahmslos so regelmässig vertheilt, dass immer sechs im Umkreis einer Paxillen-Basalplatte stehen. Die oberen Randplatten sind namentlich im proximalen Armbezirke so geformt und gestellt, dass nur ein kleiner Theil ihrer freien Oberfläche dorsal liegt und unter scharfer, fast kantiger Krümmung in die viel ausgedehntere, senkrecht gestellte laterale Fläche übergeht. Schon Otto hat diesen Gegensatz in Gestalt und Stellung der oberen Randplatten zu A. auran- tiacus betont. Nach der Armspitze hin wird an den hier natürlich allmählich kleineren oberen Randplatten die dorsale Fläche derselben im Verhältniss zur lateralen nach und nach etwas grösser und geht gewölbter in dieselbe über, sodass sich hier eine gewisse Annäherung an A. aurantiacus zu erkennen giebt. In ihrer Zahl und in der Form ihrer Bedeckung haben die oberen Randplatten eine hervorragende Bedeutung für die Entscheidung der Frage, ob man von Otto's hispinosus nach dem Vorgange Philippi's (1837) eine besondere Art: platyacanthus abtrennen könne oder nicht. v. Marenzeller (1875), der ebenso wie Müller & Troschel (1842), M. Saus (1857), Heller (1863, 1868) und Graeffe (1881) diese Frage bejaht, hat, um die Beziehungen des A. bisjnnosus zu A. platyacanthus genauer festzustellen, von jeder dieser beiden Formen je 20 Exemplare näher untersucht und miteinander verglichen. Seine Ergebnisse hat er in einigen Hauptsätzen zusammengefasst, die sich auch auf das Verhältniss von r : R, die Maximalgrösse des Thieres und die Breite der Arme beziehen und eine eingehende Erörterung nöthig machen. Dabei muss man natürlich von gleichgrossen Exemplaren ausgehen und sich zugleich auf seinen Standpunkt stellen, dass alle Exemplare, deren obere Randplatten in der Mitte ganz nackt sind, als hispinosus, dagegen alle, deren obere Randplatten in der Mitte mehr oder weniger mit schüppchenförmigen Granulationen bedeckt sind, als platyacanthus bezeichnet werden. V. Marenzeller's erster Satz besagt, dass das Verhältniss von r : R sich für hispinosus (Exemplare von 90 — 190 mm Grösse) nicht unter 1 : 5,9 und nicht über 1:8, dagegen für platyacanthus (Exemplare von 90 — 170 mm) nicht unter 1 : 4 und nicht über 1 : 6,5 stellt. Dem widerspricht aber, was hispinosus angeht, dass erstens v. Marenzeller selbst bei einem 90 mm grossen Thiere das Verhältniss r : R als 1:5 angiebt und dass zweitens mir ein 22 Astropectinidae. Exemplar von Neapel von 107 mm Grösse vorliegt, bei dem r : K. = 1 : 4,36 beträgt, sowie ein zweites Exemplar von 130 mm Grösse, bei dem sich r : E. verhält wie 1 : 5. Daraus folgt, dass r : R bei hispinosiis erheblich unter das von v. Marenzeller behauptete Minimum sinken kann. In Betreff des platyacanthus steht der Zulässigkeit seines ersten Satzes entgegen, dass ein 95 mm grosses, mir von Neapel vorliegendes Exemplar das Verhältniss r : R ^ 1 : 3,67 besitzt, also noch hinter dem von ihm angegebenen Minimum zurückbleibt; ähnlich verhält sich ein anderes, 90 mm grosses Exemplar, bei dem r : R = 1 : 3,43, also noch weniger beträgt. Dem zweiten Satze von v. Marenzeller, dass die Bestimmung des Verhältnisses von r : R zur Unterscheidung von hispinosus und platyacanthus nicht brauchbar ist, weil es bei gleichlangen Armen bei beiden Formen annähernd gleich sein kann, pflichte ich nach meinen Erfahrungen vollständig bei. Anders liegt die Sache wieder mit seinem dritten Satze, in dem er behauptet, dass platyacanthns nie die volle Grösse von bispinosns erreiche. Er habe nie ein 190 mm grosses Exemplar von platyacanthus gesehen ; sein grösstes Exemplar hatte eine Länge von 170 mm, während sein grösster hispinosus 190 mm maass. Dagegen muss ich hervorheben, dass sich in der Bonner Sammlung ein trockenes Exemplar »aus dem Mittelmeer« befindet, das unzweifelhaft platyacanthus ist und doch die Länge von 182 mm besitzt. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass Müller »& Troschel für hispinosus und platyacanthus die gleiche Maximal- grösse von 7" = 183 mm angeben. Daraus folgt, dass platyacanthus dieselbe Grösse erreichen kann wie hispinosus. V. Marenzeller's vierter Satz bezeichnet es als unrichtig, dass hispinosus durch schlankere, platyacanthus durch breitere Arme gekennzeichnet sei; denn bei gleicher Arm- länge kann irgend ein Individuum von hispinosus breitere oder mindestens ebenso breite Arme besitzen wie platyacanthus. Hier kann ich wieder beistimmen; wenn auch in der Mehrzahl der von mir beobachteten Fälle die echten und unzweifelhaften platyacanthus breitere Arme hatten als die ebenso grossen Exemplare von hispinosus, so liegen mir doch auch Beispiele des Gegentheils vor, z. B. ein hispinosus von 130 mm Grösse mit 16,5 mm breiten Armen und daneben ein platyacanthus von 139 mm Grösse mit nur 15 mm breiten Armen. Nach seinem fünften Satze fand v. Marenzeller die Zahl der oberen Randplatten verschieden von den Angaben früherer Autoren. Er fand bei hispinosus (von 90 — 190 mm Grösse) 41 — 77 und bei platyacanthus (von 90 — 170 mm Grösse) 29 — 42 obere Randplatten und erklärt die von Müller & Troschel für platyacanthus gemachte Angabe von 20 — 24 Platten bei 183 mm Grösse für entschieden zu niedrig. Dazu möchte ich das Folgende be- merken. Bei hispinosus fand ich bei erwachsenen, 90 mm und darüber grossen Thieren die Zahl der Platten den v. MARENZELLER'schen Angaben ziemlich entsprechend, z. B. bei 165 mm Grösse 59, bei 107 mm Grösse 37 Stück. Jüngere Thiere unter 90 mm Grösse hat v. Marenzeller überhaupt nicht in Händen gehabt; ich fand bei einem solchen, 54 mm grossen Exemplare 24 obere Randplatten, und Perrier giebt für seinen mit hispinosus identischen myosurus bei 60 mm Grösse Astropecten bispinosus. oq 28 Platten an. Mlller & Troschel's Angabe von 50 — 60 Platten bei einer Grösse von 183 mm kann nicht ganz zutreffen. Sie scheint mir nämlich nicht auf eigenen Zäh- lungen von Müller & Troschel zu beruhen, sondern lediglich aus den älteren Mittheilungen von Otto, der 50, und Philippi, der 60 angiebt, zusammengetragen zu sein, jedoch ohne Rücksicht darauf, dass Otto's Exemplar nur 170 und das PHiLiPPi'sche 176 mm maass. Bei der von Müller & Troschel angegebenen Grösse von 183 mm müsste die Zahl der oberen Randplatten schon die Ziffer 60 überschritten haben. Ottos Angabe stimmt zu meinen und zu V. Marenzeller's Exemplaren. Dagegen würde Philippi's Angabe von etwa 50 Platten bei 176 mm Grösse besser auf platyacanthus passen, da bispinosus bei dieser Grösse schon an 60 Randplatten hat, z. B. bei einem mir vorliegenden Exemplare von 165 mm 59, während ich bei einem 182 mm grossen platyacanthus nur 48 finde. Ich glaube daraus die Vermuthung ableiten zu dürfen, dass Philippi überhaupt keinen typischen bispinosus vor sich gehabt hat, sondern dass das, was er unter diesem Namen beschreibt, ein platyacanthus mit verhältniss- mässig recht langen Armen war; denn dass platyacanthus von dieser Grösse das von Philippi für bispinosus angegebene Verhältniss von r : R = 1 : 6,2 erreichen kann, hat bereits v. Maren- zeller gezeigt und auch ich kann das bestätigen. Aus meinen oben angeführten Beispielen geht hervor, dass die Zahl der Randplatten bei mehr als 90 mm grossen Thieren von bispinosus auch noch etwas niedriger als v. Marenzeller's Minimum sein kann, nämlich statt 41 nur 37; man muss also für bispinosus von 90 — 190 mm Grösse die Ziffer der oberen Randplatten auf 37 — 77 statt auf 41 — 77 angeben. Wenden wir uns jetzt zu typischen platyacanthus-^xeTHT^hirQn, so muss ich zunächst be- stätigen, dass die Müller & TROscHEL'sche Angabe von 20 — 24 Randplatten bei 183 mm Grösse entschieden zu niedrig ist. Auch hier scheinen die beiden Verfasser des Systems der Asteriden nicht selbst gezählt, sondern die Ziffern einfach aus Philippi herübergenommen zu haben. Philippi's Thiere waren nun aber viel kleiner als das MüLLER-TROscHEL'sche. Letz- teres muss nach v. Marenzeller's Beobachtungen mehr als 40 und nach meiner Zählung von 48 Randplatten bei einem 182 mm grossen Exemplare ebenfalls etwa 48 Platten besessen haben. Bei Thieren von 90 — 170 mm kann ich v. Marenzeller's Notiz, dass 29 — 42 Platten vorhanden sind, im allgemeinen bestätigen; doch kommen auch, aber selten, Fälle von noch geringerer Plattenzahl vor, z. B. nur 24 bei 90 mm Grösse. Die Zahl der oberen Rand- platten beträgt demnach bei 90 — 182 mm grossen platyacanthus 24 — 48. Philippi's Angabe von 20 — 24 Platten ist schon für die von ihm angegebene Grösse von 98 mm zu niedrig, denn ich finde bei 79 und 89 mm grossen Thieren 25 Randplatten, bei einem 83 mm gi'ossen deren 27 und bei einem 87 mm grossen 29. Dagegen entspricht die Bemerkung Grube's, dass bei R = 21 — 30 mm 18 — 24 Platten vorhanden sind, einigermaassen den Be- obachtungen v. Marenzeller's, der bei 44 und 58 mm Grösse 15 und 21 Platten zählte, sowie auch meinen eigenen Beobachtungen, indem ich bei 34 mm Grösse 16, bei 47 mm 19, bei 49 mm 1 7 und bei 53 mm wieder 1 9 Platten zählte. V. Marenzeller's sechster Satz lautet: Immer ist die Zahl der Randplatten bei gleicher 24 Astropectinidae. Grösse des Thieres bei hispinosus grösser als bei platyacantims. Das kann ich nur bestätigen und hinzufügen, dass es auch für jüngere Thiere, die kleiner als 90 mm sind, zutrifft. Vergleicht man in derselben Weise wie bei A. aurantiacus die Zahl der oberen Rand- platten = Z mit der in Millimetern ausgedrückten Länge von R, so finde ich für hispinosus, wenn ich nur Exemplare von 90 — 183 mm berücksichtige, im Durchschnitt R : Z = 1 : 1,44, im Minimum 1 : 1,15, im Maximum 1 : 1,65, dagegen für platyacanthiis von 90 — 182 mm durchschnittlich R : Z ^ 1 : 9,1, im Minimum 1 : 1,62, im Maximum 1 : 2,14. Kleinere Thiere als 90 mm ergaben bei hispinosus das Verhältniss R : Z := 1 : 1,25 — 1,30. dagegen bei lüatyacanthus R : Z = 1 : 1,6 (Minimum 1 : 1,19, Maximum 1 : 1,92). Daraus ergiebt sich, dass man an der relativ zur Länge des Armradius grösseren Zahl der oberen Rand- platten in den meisten Fällen hispinosus und platyacaiithus von einander unterscheiden kann; freilich nicht in jedem Falle, denn das Maximum jenes Verhältnisses liegt bei hispinosus etwas höher (1.65) als das Minimum hei j)latj/acanthus [\,{)2). Mit anderen Worten, es giebt einzelne Exemplare, die sich auch mit diesem Hilfsmittel nicht sicher als hispinosus oder platyacanthiis bestimmen lassen. V. Marenzeller hat ein anderes Verhältniss in den Vordergrund geschoben, nämlich das Verhältniss des Scheibenradius r zu Z, und giebt an, dass dasselbe für hispinosus im Minimum 1 : 4,5, im Maximum 1 : 5,3, im Durchschnitt 1 : 5 und {üv platyacanthus im Minimum 1 : 2,5, im Maximum 1 : 3,4, im Durchschnitt 1 : 3 betrage. Berechnet man aber aus seinen Maassen die Grösse von r und dann das Verhältniss r : Z, so findet man es bei den sechs von ihm mitgetheilten Beispielen von hispinosus nur in einem Falle seiner Behauptung ent- sprechend als 1 : 4,7, hingegen bleibt es in den fünf anderen Fällen hinter dem von ihm an- gegebenen Minimum zurück, indem es in diesen fünf Fällen beträgt 1 : 4,37; 1 : 4,36; 1 : 4,17 ; 1 : 4,15; 1 : 4,8. Bei fünf mir vorliegenden Exemplaren ist das Verhältniss r : Z noch erheblich kleiner, nämlich 1 : 3,93; 1 : 3,27; 1 : 3,14; 1:3; 1 : 2,64. Die beiden letzten Exemplare zeigen also ein Verhältniss von r : Z, das nach v. Marenzeller nur bei platya- canthiis, nicht aber bei hispinosus vorkommt, und lehren demnach, dass man auch mit der Be- rechnung des Verhältnisses von r : Z ebensowenig in allen und jedem Falle zu einer sicheren Unterscheidung der beiden Formen gelangt, wie das mit dem vorhin erörterten Verhältniss R : Z möglich ist. Auch bei platyacanthus stimmen die von v. Marenzeller mitgetheilten sechs Beispiele nicht ganz zu seiner Angabe, dass bei dieser Form das Verhältniss r : Z von 1 ••2,5 bis 1 : 3,4 schwanke; denn bei zweien derselben erhält man aus einer Berechnung von r : Z ein niedrigeres Verhältniss als das v. MARENZELLER'sche Minimum, nämlich 1 : 2,47 und 1 : 2,37. Ferner finde ich bei fünfzehn von mir gemessenen Exemplaren von platyacanthus das Verhältniss von r : Z zwölfmal unter dem v. MARENZELLER'schen Minimum; es beträgt nämlich bei diesen 15 Exemplaren r : Z = l : 1,71; 1 : 1,89; 1 : 1,92; 1:2; 1 : 2,S; 1 : 2,1; 1 : 2,1; 1 : 2,25; 1 : 2,28; 1 : 2,3; 1 : 2,42; 1 : 2,47; 1 : 2,59; 1 : 2,82; 1 : 3,23. Bei zweien dieser Beispiele ist r : Z sogar bei platyacanthus grösser, nämlich 1 : 2,82 und 1 : 3,28, als bei einem hispinosus, bei dem r : Z = 1 : 2,64 beträgt. Ich kann also wohl zugeben, dass man Astropecten bispinosus. .-je in vielen Phallen durch die Feststellung von r : Z ebenso wie auch durch die Berechnung von E- : Z die bispinosus-Yorm von der platyacanthus-¥ oxm. trennen kann, aber für alle Fälle reicht das, wie ich im Gegensatze zu v. Marenzeller finde und im Vorstehenden glaube nach- gewiesen zu haben, nicht aus. Wir müssen also am Ende dieser zwar umständlichen, aber leider nothwendio-en Aus- einandersetzung gestehen, dass wir weder in dem Verhältnisse r : Z noch in dem von R : Z ein sicheres, zur Artunterscheidung ausreichendes Merkmal gewonnen haben. Vielmehr werden wir dazu gedrängt, die bisher als bispinosus und plalyacanthus unterschiedenen Formen zu einer und derselben Art zu ziehen. Diese Art besitzt eben die Eigenthümlichkeit, dass sie beim Wachsthum ihrer Arme bald die Zahl der Eandplatten rasch vermehrt, wobei natürlich die einzelnen Randplatten verhältnissmässig kurz bleiben, bald die Zahl der Randjilatten nur langsam steigert und dann ein stärkeres Längenwachsthum der einzelnen Platten erfahrt. Als Typus der Art muss nach den geltenden Nomenclatur- Regeln die plattenreichere Form bispinosus angesehen werden, wozu dann die plattenärmere Form plalyacanthus als Varietät zu stellen wäre. Zu dem gleichen Ergebnisse, dass bispinosus und platyacanthus specifisch nicht ausein- andergehalten werden können, kommt man bei der Untersuchung der Skeletbedeckung der oberen Randplatten. Im Vorhergehenden sind wir von v. Marenzeller's Ansicht aus- gegangen, dass gerade die Bedeckung der -oberen Randplatten ein sicheres Unterscheidungs- mittel der beiden Formen sei. In dem einen Falle, der für typische Exemplare von bispinosus charakteristisch ist, bleibt das von der Basis des oberen Randstachels bis zum unteren Rande der oberen Randplatte reichende JNIittelfeld der freien lateralen Oberfläche der Platte ganz nackt. Adoral und aboral ist dies nackte Mittelfeld von einer Zone dichtgestellter, kleiner, cylinderförmiger Stachelchen begrenzt, die sich bis an den adoralen und aboralen Rand der Platte ausbreitet und häufig in der Mitte der Plattenhöhe etwas verbreitert, so dass hier das nackte Mittelfeld leicht eingeschnürt erscheint. In dem anderen Falle, der für platyacanthus kennzeichnend sein soll, ist das Mittelfeld der Platten von kleinen, breiten, platten Schüppchen (= abgeplatteten, stumpfen Stachelchen) besetzt, während die Randzonen der Platten auch hier aus kleinen Cylinderchen bestehen. Im Grossen und Ganzen hat v. Marenzeller mit der Betonung dieses Gegensatzes in der Bedeckung der oberen Randplatten ganz Recht. Von den 20 Exemplaren meiner Tabelle zeigen die 5 ersten das für bispinosus, die 15 letzten mehr oder weniger das für platyacantlms angegebene Verhalten. Eine genauere Prüfung lehrt aber, dass dennoch alle Uebergänge des einen Verhaltens zu dem anderen vorliegen. Man findet bei nacktem Miiielfeld mitunter, dass die Cylinderchen der Randzone, wie sie es in der Nähe der Armspitze überhaupt thun, sich verkürzen und mehr die Form von Granula annehmen, oder auch, dass einzelne von ihnen sich schuppenförmig abplatten. Bei anderen, vorhin schon zu platyacanthus gerechneten Exemplaren rücken dann erst nur einige wenige Schüppchen auf das sonst noch kahl bleibende Mittelfeld; bei derartigen Exemplaren sind gewöhnlich die ersten und die letzten oberen Randplatten reicher an solchen Schüiipchen des IMittelfeldes als Zool. Station z. Neapel, Fauua und Flora, Golf von Neapel, Seesterrie. A 2R Astropectinidae. die Platten des mittleren Armabschnittes, wie sich denn auch bei typischen Exemplaren von hispinosus das Mittelfeld stets am breitesten auf den Platten des mittleren Armabschnittes aus- dehnt. Man kann eine vollständige Reihe von Exemplaren zusammenstellen, die alle Zwischen- formen zwischen dem nackten und dem immer dichter beschuppten Mittelfelde darbieten. Demnach lässt sich auch auf dieses Merkmal hin platyacanthis nicht sicher von hinpinosiis trennen. Die oberen Randstacheln sind kräftig ausgebildet und stehen aufrecht ganz nahe am oberen, mit winzigen Stachelchen besetzten Rande der Platten; im Armwinkel haben sie eine Höhe von 3,5 — 4 mm und reichen, je einer auf jeder Platte, eine ununterbrochene Reihe bildend unter allmählicher Grössenabnahme bis zur Terminalplatte. An ihrem freien Ende sind sie einfach zugespitzt, nur im Armwinkel manchmal stumpf-zweispitzig. Auf dem Quer- schnitte sind sie, namentlich im proximalen Armabschnitte, nicht genau kreisrund, sondern bald mehr bald weniger comprimirt und zwar immer in dem Sinne, dass die eine Fläche nach der Medianebene des Antimers hinsieht, die entgegengesetzte davon abgewendet ist. Nach Müller & Troschel und nach v. Marenzeller soll diese Compression der oberen Randstacheln bei platyacanthus immer stärker sein als bei bispinosiis ; indessen auch das trifft wohl häufig, aber durchaus nicht ausnahmslos zu; der Querschnitt der oberen Randstacheln kann sich bei ein- zelnen Exemplaren von platyacantkiis nicht weniger der Kreisform nähern als bei hispinosus und sich bei letzterer Form ebenso weit davon entfernen wie bei jener. Grube (1840) glaubte an den oberen Randstacheln einen anderen Unterschied zwischen platyacanthus und hispinosus gefunden zu haben: sie seien bei platyacanthus kürzer als die unteren Randstacheln und hörten (was auch Giebel [1 862^ angiebt^ gegen die Armspitze hin in der Regel ganz auf. was beides bei hispinosus nicht der Fall sei. Zugleich wirft er die Frage auf, ob nicht platyacanthus eine Jugendform von hispinosus sei. Beiden Ansichten muss ich widersprechen. Es giebt platyacanthus, deren obere Randstacheln ebenso lang sind wie die unteren, und nicht ,,in der Regel", sondern nur ganz ausnahmsweise schwinden die oberen Randstacheln im distalen Armabschnitte. Grube hat allerdings nur halbwüchsige Exemplare von platyacanthus vor sich gehabt — aber wir haben schon weiter oben gesehen, dass platyacanthus die gleiche Grösse wie hispinosus erreichen kann, also sicher nicht die Jugendform des letzteren ist. Die Terminalplatte ist stets von feinen Granula bedeckt und trägt jederseits vom Ende der Ambulacralfurche eine Längsreihe von drei (seltener vier kurzen Stachelchen. Bei den grösseren Exemplaren hat sie eine Breite von 2,5 und eine Länge von 2 mm. Auf ihrer Dorsalseite besitzt sie manchmal eine seichte, aber deutliche Längsrinne. Ihr Seitenrand grenzt an die letzte oder auch theilweise an die vorletzte obere Randplatte. Die unteren Randplatten entsprechen in Zahl und Anordnung den oberen bis auf den einen Punkt, dass auch bei dieser Art an der Armspitze, unterhalb der Terminal- platte, die Reihe der unteren Randplatten um eine ''seltener um zwei) länger ist als die der oberen. Bei typischen hispinosus sind die unteren Randplatten, wenn wir zunächst den an ihrem äusseren Rande stehenden grossen Randstachel ausser Acht lassen, durchweg schwächer bewaffnet, als bei den meisten platyacanthus. Es bleibt nämlich bei ihnen ein Astropecten bispinosus. 27 über die ganze Breite der Platte sich ausdehnendes Mittelfeld völlig nackt und nur die Ränder der Platte sind mit kleinen Stacheln besetzt, die am aboralen Rande der Platte grösser sind als am adoralen. Nur auf den beiden ersten unteren Randplatten werden die kleinen Stacheln des adoralen Randes fast ebenso gross wie die des aboralen Randes und es füllt sich*) auf denselben Platten auch das hier sehr schmal gewordene Mittelfeld mit einigen ähnlichen Stachelchen. Auf den übrigen Platten treten die grösseren Stachelchen des aboralen Randes in einer Reihe auf, die dem Plattenrande entlang zieht und im proximalen Armabschnitte anfangs aus 7 , dann aus 6 und weiter gegen die Armspitze hin nur noch aus 5 oder 4 Stachelchen besteht. Von diesen Stachelchen ist das äusserste erheblich grösser als die übrigen; es steht dem unteren Randstachel am nächsten und hat offenbar die Veranlassung dazu ge- geben, dass Perrier (1869) an seinem mit bispinosus identischen myosurus an jeder unteren Randplatte nicht einen, sondern zwei untere Randstacheln angiebt. Bei den meisten platy- acanthus füllt sich das sonst nackte Mittelfeld an sämmtlichen unteren Randplatten mit einigen Stachelchen aus, während man dann am aboralen Plattenrande oft nur 4 etn-as gi-össere Stachelchen zählt. Es geht demnach in der Regel bei platyacanthus die stärkere Bewaffnung der unteren Randplatten Hand in Hand mit der reicheren Bewehrung der oberen. Am äusseren Rande einer jeden unteren Randplatte sitzt ein horizontal und ein wenig nach der Armspitze hingerichteter unterer Randstachel, der im proximalen Armabschnitte bis 4 mm I^änge erreicht und nach der Armspitze hin allmählich an Grösse abnimmt. In dorsoventraler Richtung sind die unteren Randstacheln abgeplattet und zwar nicht nm-, wie es nach Heller (1868) scheinen könnte, bei platyacanthus, sondern, wie schon Müller & Troschel und noch früher Otto angeben, auch bei bisjnnosus. Bis zu ihrer Spitze sind sie entweder ziemlich gleich breit, wie es v. Marenzeller namentlich an adriatischen platj/acanthus-Exem- plaren beobachtete, oder sie sind an ihrer Basis etwas verschmälert und gleichen dann im Ganzen einer Lanzette oder einem zweischneidigen Schwerte. Ihre sonst einfache Spitze ist im proximalen Theile des Armes sehr häufig breit abgerundet und durch eine Einkerbung doppelspitzig (wie ausgeschnitten oder ausgebissen\ Das von den Ventrolateralplatten eingenommene Feld ist verhältnissmässig noch kleiner als bei A. aurantiacus. Dasselbe reicht von der interradialen Hauptebene aus nur bis zur dritten unteren Randplatte und umschliesst nur eine einzige Reihe von kleinen Platten, die von der interradialen Hauptebene aus rasch an Grösse abnehmen ; die bei A. aurantiacus wenigstens angedeutete zweite Reihe von Ventrolateralplatten fehlt hier vollständig. Jederseits von der interradialen Hauptebene zähle ich bei dem 1 30 mm grossen Exemplare 7 und bei dem 107 mm grossen Exemplare 6 deutliche und dann noch zwei sehr kleine undeutliche, also im Ganzen 8 Ventrolateralplatten. Bei dem 107 mm grossen Exemplare liegt die letzte d. h. der Armspitze nächste Ventrolateralplatte zwischen der dritten unteren Randplatte und der l) wie LüTKEN bereits bei Gelegenheit seiner Sehilderunc; des Axtrnpc.cUn aster ^= jonsiom richtig be- merkt hat, .s. Li'TKEN ISti4, p. 130. 4* 2§ Astropectinidae. achten Adambulacralplatte. Oberflächlich sind diese Platten mit je einer kurzen Doppelreihe kleiner Stachelchen besetzt, die in ihrer Gesammtheit auf jeder Platte ein anscheinend zusammen- klappbares Büschel darstellen und in ihrer Form mit den nachher zu erwähnenden Stachel- chen auf der ersten Adambulacralplatte übereinstimmen. Die Adambulacralplatten sind im mittleren Armabschnitte etwa anderthalbmal so zahlreich wie die Randplatten. Ihre Bewaffnung (s. Figur auf p. 3) ähnelt, soweit es sich um die eigentlichen Adambulacralstacheln handelt, derjenigen A^on A. aurantiacus. Man kann auch hier eine innere und eine äussere Stachelreihe unterscheiden. Die innere ist auf jeder Platte, wie schon Grube (1840) beschrieben hat, aus einer fächerartigen Gruppe von drei Stacheln gebildet, von denen der mittlere wie bei aurantiacus grösser, comprimirt, leicht säbelförmig ist und mit seiner Basis Aveiter in die Armfurche vortritt als die beiden anderen. Nach Müller & Troschel soll es bei plati/acantkus auch vorkommen, dass die innere Reihe auf einer Platte aus mehr als drei Stachelchen besteht, während Heller (1868) drei oder auch nur zwei angiebt; ich selbst habe mich aber an meinen Exemplaren vergeblich nach solchen Fällen von mehr oder weniger als drei Stacheln umgesehen. Die äussere Reihe der Adambulacralstacheln besteht nach denselben Autoren bei })latyacanthis auf jeder Platte aus zwei platten ,, Papillen", die viel grösser sind als die Stacheln der inneren Reihe, während sie bei hisinnosus die Zahl der grösseren ,, Papillen" der äusseren Reihe nicht genau angeben. Doch hat schon Grube (1840) von hispvnosus ganz zutreffend bemerkt, dass die äussere Reihe (die er die mittlere nennt) aus meist spateiförmigen, längeren, paarweise vereinigten Stacheln gebildet wird. Nach v. Marenzeller sollen die Stacheln der äusseren Reihe bei bispinosus spitz und mehr conisch, hingegen bei platyacantims abgestutzt und platter sein. Einen sol- chen Unterschied kann ich aber nach meinen Beobachtungen nicht als durchgreifend gelten lassen. Ich finde in der äusseren Reihe durchweg auf jeder Platte zwei verhältnissmässig gi-osse Stacheln, die quer zur Armfurche abgeplattet sind und meistens abgestutzt (abgerundet) endigen; ihre Basen stehen dicht aneinander auf einer Linie, die nicht genau der Medianebene des Antimers parallel läuft, sondern adoral sich etwas weiter davon entfernt als aboral. Der adorale von diesen beiden Stacheln ist gewöhnlich etwas grösser, oft aber auch nur ebenso gross wie der aborale. Meistens, jedoch nicht immer, findet man, dass sich an die beiden eben beschriebenen Stacheln der äusseren Reihe, adoralwärts davon, noch ein dritter klei- nerer Stachel anschliesst, der in der Litteratur nirgends erwähnt wird. Nach aussen von der äusseren Reihe der eigentlichen Adambulacralstacheln trägt jede Platte nun noch in der Regel zwei kleinere, schon von Grube richtig angegebene, subambulacrale Stachelchen, die bei jüngeren Thieren, z. B. bei Nr. 8 der Tabelle, noch ganz fehlen können. Auf der ersten Adambulacralplatte (Taf. 6, Fig. 6) nimmt die ganze Bewaffnung eine andere Form an; die Stacheln werden hier zahlreicher und feiner und ordnen sich zu einer Doppelreihe, die parallel mit dem distalen Rande der Mundeckplatte verläuft. Jede Mundeckplatte (Taf. 6, Fig. G) trägt ihrem suturalen Rande entlang eine Reihe von 9 oder 10 ziemlich kräftigen Stachelchen. Die beiden zur selben Mundecke gehörigen Reihen Astropecten bispinosus. 29 sind einander genähert und neigen ihre Stacheln manchmal gegeneinander. An der Mund- ecke selbst ist der ambulacrale Rand jeder Mundeckplatte mit zwei grösseren nebeneinander- stehenden Mundeckstacheln (Taf. 6, Fig. 6 1,2) besetzt; an die sich dann weiterhin dem ambula- cralen Rande entlang noch eine kurze Reihe (Taf. 6, Fig. 6 b) allmählich an Grösse abnehmender Stachelchen anschliesst, von denen wieder der erste (Taf. 6, Fig. 6 3) grösser ist als die folgenden und sich nach Form und Stellung als kleinerer dritter Mundeckstachel auffassen lässt. Blickt man also von der Dorsalseite auf eine Mundecke, so sieht man sie jederseits von der inter- radialen Hauptebene mit drei Stacheln besetzt, von denen die beiden ersten, jener Ebene zunächst gelegenen erheblich grösser sind als der dritte. Im Ganzen ist demnach die Be- waffnung der Muudeckplatten bei bispinosus sparsamer als bei auravtiacus . AVie schon Otto (1823) richtig hervorgehoben hat, unterscheidet sich die Madre- porenplatte durch ihren kreisförmigen, der Einkerbungen entbehrenden Rand von derjenigen des A. aiirantiacus ; sie ist auch kleiner als jene und trägt auf ihrem Gipfel niemals die dort erwähnten körnchenförmigen Kalkpapillen, sondern die wellenförmig gewundenen Furchen ihrer Oberfläche liegen überall frei zu Tage. Bei Exemplaren von 107 bis 137 mm Länge hat sie einen Durchmesser von 2 bis 2,5 mm. Zwischen ihr und den oberen Randplatten zählt man in der Regel drei Paxillen. Zu der OTTo'schen, auch von Delle Chiaje (1825) wieder- holten Angabe , dass die Madreporenplatte bei bispinosus dem Rande der Scheibe ein wenig näher stehe als bei aurantiacus, habe ich zu bemerken, dass das nur zutrifft, wenn man in beiden Fällen die Entfernung der Madreporenplatte vom Scheibenmittelpunkte und von den ersten Randplatten so misst, dass man vom Mittelpunkte der Madreporenplatte und nicht von ihrem Rande ausgeht; dann erhält man z. B. bei A. aurantiacus (R = 160 mm) als Abstand vom Scheibenmittelpunkte 23 und als Abstand von der ersten oberen Randplatte 10 mm, da- gegen bei bispinosus (R = 74 mm) als Abstand vom Scheibenmittelpunkt 10 und als Abstand von der ersten oberen Randplatte 4 mm; die erstere Entfernung ist also bei aurantiacus 2V3 und bei bispinosus 2'/2 mal so gross wie die zweite. Misst man aber jene Abstände vom oberen und vom unteren Rande der Madreporenplatte aus, so ergiebt sich bei aurantiacus für den Abstand des oberen Randes der Platte vom Scheibencentrum 17,5 und für den Abstand des unteren Randes der Platte von der ersten oberen Randplatte 4,5 mm, dagegen bei bispinosus für jenen Abstand 9 und für diesen 3 mm; der erstere Abstand ist dann bei aurantiacus fast viermal, dagegen bei bispinosus nur di'eimal so gross wie der zweite. Man sieht daraus, dass Otto's Angabe nur bei der einen Art zu messen richtig ist, bei der anderen aber nicht. Weil indessen die Madreporenplatte bei bispinosus überhaupt relativ viel kleiner ist als bei aurantiacus — bei gleicher Körpergi'össe ist sie nur halb so gross — so macht es doch auf den ersten Blick den Eindruck, dass sie erheblich weiter vom Scheibencentrum abgerückt sei, als es bei aurantiacus der Fall ist. Bei aurantiacus ist sie um etwas mehr als das Anderthalbfache der eigenen Grösse vom Scheibencentrum entfernt, bei bispinosus jedoch um rund das Vierfache. Bei jener Art beträgt ihr Abstand von der ersten oberen Randplatte weniger als die Hälfte ihrer eigenen Grösse und bei bispinosus rund das Anderthalbfache. Giebel (1862) behauptet, dass bei bispinosus 3(j Astropectinidae. die Madreporenijlatte „unmittelbar" am llande der Scheibe liege, bei platyacanthus aber „ziemlich um ihren Durchmesser" davon entfernt sei. Ein solcher Unterschied zwischen beiden Formen ist nach allen mir vorliegenden Exemplaren gar nicht vorhanden, namentlich kenne ich kein einziges Exemplar, dessen Madreporenplatte unmittelbar an den Rand gerückt ist. Die Grundfarbe des Rückens (Taf. 2, Fig. 6) ist olivengrün, seltener zieht sie ins Olivenbräunliche; doch kann ich nicht finden, dass die brauneren Exemplare, wie von Marenzeller behauptet, immer typische hispinosus und die grünlichen immer plaU/acanthas sind; auch M. Sars giebt die F'arbe des Rückens bei hispinosus als »grünlich braungelb« an. Auf der Grundfarbe nimmt man, namentlich an frischen Thieren, blassblaue (cobaltblaue) Fleckchen wahr, die dadurch zu Stande kommen, dass die Gipfel der Paxillenstiele sammt dem Centralstachel der Paxillenkrone blau gefärbt sind ; die blauen Fleckchen sind deshalb am besten zu sehen, wenn der peripherische Stachelkranz der Paxillenkrone sich horizontal ausgebreitet hat. Lorenz (1860) scheint der Einzige zu sein, der diese blauen Fleckchen (bei seinem platyacanthus var. flanaticiis) beachtet hat, doch lässt er sie nur neben den oberen Rand- platten statt auf der ganzen Dorsalseite stehen und den »häutigen Papillen?«, das heisst also doch wohl den Kiemenbläschen, entsprechen. Auf der Mitte ist der Scheibenrücken, meist mit Ausnahme des Centrums selbst, gewöhnlich etwas dunkler; in der Regel setzt sich dieser dunklere Ton in fünf Bänder fort, von denen ein jedes das dorsale Mittelfeld eines Armes einnimmt. Bei guter Ausbildung der blauen Fleckchen scheinen fast sämmtliche Paxillen damit ausgestattet zu sein ; doch habe ich in Neapel auch Thiere vor mir gehabt, welche die blauen Fleckchen nur undeutlich oder gar nicht zeigten. Die Madreporenplatte ist meistens durch die Farbe nicht besonders ausgezeichnet ; bald ist sie etwas dunkler, bald etwas heller als ihre nächste Umgebung, doch kommt es auch vor, dass sie dasselbe Hellblau besitzt wie die Paxillen- köpfe. Die dorsalen und ventralen Randstacheln sind weisslich und meistens an ihrer Basis etwas bläulich. Otto fand die oberen Randstacheln sogar «blendend weiss«, was ich ebenso wenig gesehen habe, als ich v. Marenzeller's Angabe bestätigen kann, dass bei der Varietät platyacanthus die Randstacheln sich regelmässig durch gelbliche Farbe und oft auch noch durch eine grünliche Spitze auszeichnen. Der Bauch ist gewöhnlich hell olivenbräunlich, seltener gelb- weiss. Unter den schlankeren Exemplaren finden sich einzelne, bei denen der Rücken heller als oben beschrieben, von blassbläulichgrünlicher Färbung, ist; solche Individuen lassen die blauen Fleckchen des Rückens fast noch deutlicher erkennen als die dunkler gefärbten Exemplare. Die horizontale Verbreitung des A. hispinosus scheint nach dem dermaligen Stande unseres Wissens auf die Adria und den westlichen Theil des Mittelmeeres sowie auf die Azoren beschränkt zu sein. Aus der Adria ist sie bekannt von Triest und Muggia (Gravenhorst, M. Sars, Grube, Joh. Müller, v. Marenzeller, Stossich, Graeffe), von Fiume (Stossich), aus dem Quarnero (IjOrenz, von Lussin durch Grube), von Lesina und der ganzen adriatischen Ostküste (Heller). Im westlichen Mittelmeer werden ausser Sicilien (Philippi, von Messina in der Bonner Sammlung durch Troschel), Neapel (Otto, Delle Chiaje, Savigny, Grube, Astropeeten bispinosiis. o •! M. Sabs, Lo Bianco, ich), Genua und Nizza (Verany), Rapallo (Marchisio;, nur noch Bone an der Küste von Algier (Pariser Museum), La Ciotat (Koehler), Banyuls (Cuenot) und Menorca (Braun) als Fundort erwähnt; doch ist nicht zu bezweifeln, dass sie auch an zahlreichen anderen Orten der Mittelmeerküsten sich wird nachweisen lassen. Ausserhalb des Mittelmeeres ist sie bis jetzt einzig und allein von den Azoren durch Th. Barrois bekannt geworden'). Was die YsLYvetöX platyacanthus angeht, so findet sie sich an denselben Orten wie der typische bispinosus; wenigstens kennen wir im Mittelmeere keinen Fundort, an dem nur die eine oder nur die andere Form auftritt. Daraus folgt, dass man platyacanthis nicht als eine Localvarietät ansehen kann. Die verticale Verbreitung reicht in der Adria von 3,7 bis 64 m (M. Sars, Lorenz, Grube, Heller) ; bei Neapel lebt sie, soweit bestimmte Angaben darüber vorliegen (M. Sars , in Tiefen von 9 bis 55 m ; im Golf von La Ciotat fand Koehler sie nur in der geringen Tiefe von 3 bis 4 m; an den Azoren wurde sie aus 15 bis 20 m heraufgeholt. Sie scheint also im Ganzen der Oberfläche näher zu leben als A. aurantiacus. An den Orten ihres Vorkommens wird sie durchweg als ziemlich häufig oder gemein bezeichnet. Sie lebt vorzugsweise auf reinem Schlammgrund oder schlammigem Sande oder auf mit SeegTas bestandenem Schlammboden und ernährt sich, wie schon M. Sars durch Untersuchung des Mageninhaltes fand und ich bestätigen kann, vorzugsweise Aon Muscheln und Schnecken; einmal begegnete ich in dem Mageninhalte auch einem kleinen Exemplar von EcJdnocyamus pusillus. Ihre Fortpflanzungszeit fällt bei Triest nach Graeffe (1881) in die Monate April und Mai, während Joh. Mijller (1852) sie ebendort im Frühling und Herbst unreif fand. Bei Neapel sah Lo Bianco (1888) ihre Eier im April bereits hoch entwickelt, aber noch nicht ganz herangereift. Ueber ihre Entwicklung, namentlich auch über die zugehörige Larvenform, ist noch nichts Sicheres bekannt. Ueber ihre Anatomie macht Cuenot (1888) einige Angaben. 3. Art. Astropeeten spiimlosus (Philippi). Taf. 2, Fig. 4; Taf. U, Fig. 7. 1837 Asterias spinulosa Philippi p. 193. 1 842 Astropeeten spinulosus Müller & Troschel p.72 — 73. 1842 Astropeeten jonstoni Müller & Troschel p. 72 2). 1S57 Astropeeten spinulosus M. Sars p. 1U3 — 104, T. 1, f. 16, 17. 1862 Astropeeten spinulosus Dujardin & Hupe p. 423. 1) Die Notiz von Studer (1SS2, p. 334), dass A. platyacanthus auch bei den Capverden in 4 7 Faden Tiefe vorkomme, ist mir deshalb etwas zweifelhaft, weil Derselbe in seiner späteren ausführlichen Publication (1884) über die Ausbeute der »Gazelle« jenen Fund gar nicht mehr erwähnt. 2) Die Beschreibung, welche Müllek & Tkoschel von jonstoni geben, passt nicht auf diese Art, sondern auf spinulosus; dagegen gehört die von denselben Autoren bei jonstoni angeführte Litteratur zu der echten jonslotu (s. p. 501. 32 Astropectinidae. 1863 Aatropecten jonstoni ') Heller p. 444. 1868 Astropecten spinulosus Heller 2) p. 56. 1875 Astropecten spinulosus v. Marenzeller p. 367 — 368 3). 1875 Astropecten spinulosus Perrier p. 361 — 362. 1879 Astropecten spinulosus Ludwig p. 543 3). 1881 Astropecten spinulosus Graeffe p. 334, 340. 1883 Astropecten spinulosus Stossich p. 187 — 188. 1883 1885 1885 1888 1894 Astropecten spinulosus Marion (Nr. 1) p. 57, 59, 60. Astropecten spinulosus Carus p. 90 (partim). Astropecten spinulosus Braun p. 309. Astropecten spinulosus Cuenot p. 34, 35, 55, 64, 67, 82, 83, 91, 107, 115; T. 7, f. 11; T. 8, f. 1, 4; T. 9, f. 4. Astropecten spinulosus Koehler p. 410. Diagnose. Grösse bis 100 mm. r : R =: 1 : 3,5 — 4. 2 Queireihen von Paxillen auf je eine obere Randplatte. Paxillenkronen mit 8 — 13 peripherischen und 1 (seltener 0, 2 oder 3) centralen Stachelchen. Zahl der oberen Randplatten durchschnittlich 26 (23 — 31). Obere Randplatten gewölbt, dicht bedeckt mit körnchenförmigen Stachelchen und mit einem etwas grösseren Stachel (= verkümmerter Randstachel). Untere Randplatten a) mit einem grossen, abgeflachten Randstachel, b) mit stumpfen Stachelchen, worunter einige grössere, auf dem Mittelfeld und c) mit kleinen Cylinderchen an den Rändern. Adambulacralplatten mit nur einem grossen inneren, zwei grossen äusseren und zwei etwas kleineren subambulacralen Stacheln. Mundeckplatten auf ihrer ventralen Fläche nur der Sutur entlang bestachelt; jede mit 6 oder 7 Mundeckstacheln. Madreporenplatte mit einer Einbuchtung des oberen Randes. Färbung schmutzig rostfarben. Seitdem Philipp: (1837) diese Art unterschieden und Müller «& Troschel (1842) sie in die Gattung Astropecten gestellt haben, ist sie ununterbrochen unter derselben Bezeichnung in der Litteratur fortgeführt worden. Nur ist zu bemerken, dass auch die von Müller & Troschel (1842) als A. Jonstoni beschriebene Form hierher gehört. Auf die Widersprüche der Müller- TnoscHEL'schen Beschreibung ihres Jonstoni mit der PniLiPPi'schen Diagnose des echten jonstoni hat schon v. Marenzeller (1875) aufmerksam gemacht. Diese Widersprüche sind nur dann zu lösen, wenn man annimmt, dass Müller & Troschel in Wirklichkeit gar keinen echten jonstoni vor sich gehabt haben, sondern unter diesem Namen dieselbe Art beschreiben, die sie auf derselben Seite ihres Werkes als spinulosus schildern. Eine solche Annahme wird erleichtert durch die Erwägung, dass beide Verfasser des Systems der Asteriden zum Theil an verschiedenen Orten (in diesem Falle Joh. Müller in Berlin und Troschel in Paris) und ohne unmittelbare Vergleichung aller ihnen vorliegenden Exemplare ihre Artbeschreibungen angefertigt haben. Endlich wird diese Annahme bestätigt durch die Mittheilung v. Marenzeller's, dass sich im 1) Heller schreibt fälschlich johnstoni. Da er offenbar nach Müller & Troschel bestimmt hat, so ist unter seinem jonstoni spinulosus zu verstehen , vergl. die vorige Anmerkung. Daraus erklärt sich auch, dass er in seiner späteren Publica tion (ISCSj von Lesina den A. jonstoni gar nicht mehr nennt, wohl aber den in der ersten Publication (IS03, nicht erwähnten A. spinulosus. 2) Der von Heller unter den Synonymen angeführte A. platyacanthus var. flanaticus Lorenz gehört nicht hierher, sondern zu bispinosus (s. p. 18). 3) Von der dort angeführten Litteratur bezieht sich das Citat Asterias ionstoni Delle Chiaje nicht auf spinu- losus. sondern auf den davon verschiedenen echten Astropecten jonstoni. Astropecten spinulosus. 33 Wiener Hofmiiseum zwei von Müllers eigener Hand als jonstoni etiquettixte Exemplare von spimüosus befinden'). Der Habitus (Taf. 2, Fig. 4) dieser im Vergleich zu A. aurantiacus und Uspiv.osus ziemlich kleinen Art ist kräftig und wird bedingt durch die im Vergleich zu ihrer I.>änge ziemlich breiten, am Ende stumpf abgerundeten Arme und die verhältnissmässig grossen Paxillen. Auffallend ist die schwache Ausbildung der oberen Randstacheln, die wie verkümmert aussehen und hinter den unteren Randstacheln merklich an Grösse zurückbleiben. Der Seitenrand der Arme ver- läuft anfänglich gradlinig, wird aber vom Beginne des letzten Drittels oder Viertels an convex und führt so in die abgerundete Armspitze über. In den Armwinkeln biegen die Seitenränder durch einen kurzen, scharfen Bogen ineinander um. Die Zahl der Arme ist bei allen mir bekannt gewordeneu und bei allen in der Lite- ratur erwähnten Exemplaren ausnahmslos fünf. Die grösste Länge der mir vorliegenden Thiere beträgt, wie aus der unten stehenden Tabelle hervorgeht, ÜB mm. Philippi's Exemplar hatte eine Grösse von rund 100 mm. Maasse erwach.sener Exemplare: Nr. L R r Z AB mm mm mm mm 1 70 41 12,5 23 14,5 2 71 39 11 24 13 a 73 41 12 27 13 4 75 41 11,5 26 12,5 5 9ti 55 15 31 16 Maasse halbwüchsiger Exemplare: 4ü 60 22 34 S,5 12 17 20 9 13,5 Müller & Troschel geben die Grösse zu 5 Zoll an; das sind 104 mm oder, wenn man nach pariser Fuss umrechnet, wie Dujärdin & Hupe gethan haben, 108 mm. v. Marenzeller gibt die Grösse seiner 6 Exemplare auf 43 — 48 mm an; doch muss hier wohl in der zweiten Ziffer ein Druckfehler vorliegen, da sonst die von ihm angegebene Maximalzahl der oberen Rand- platten (27) nicht stimmt. Nach den Exemplaren No. 3 und 4 meiner Tabelle zu schliesscn. soll es wohl bei v. Marenzeller statt 4S heissen 78. Man wird also die Maximalgrösse der vorliegenden Art mit rund 100 mm richtig bezeichnen können. 1; Dass MüiLEK & Tkoschel die Originalexemplare Philippi's von jonstoni und spinulosus nebeneinander vorgelegen haben, will mir trotz der allgemeinen, von v. Maeenzeller angerufenen Bemerkung ihrer Vorrede nicht recht glaubhaft erscheinen. Es macht mir vielmehr den Eindruck, als sei die Beschreibung von spinulosus im System der Asteriden nach demselben Exemplare des Pariser Museums angefertigt worden, welches Perriek als von Palermo stammend erwähnt. Zool. Station 2. Ne.ipel, Fauna und Flora. Golf von Neapel. Seesterne. 5 34 Astropectinidae. Das Verhältniss des Scheibenradius zum Armradius berechnet sich bei den fünf erwachsenen Exemplaren meiner Tabelle, deren Länge 70 mm und darüber misst, zu durch- schnittlich 1:3,5 (Minimum 1:3,28; Maximum 1:3,67). Bei den zwei kleineren Thieren von 40 und 60 mm Länge erhält man das Durchschnittsverhältniss r ; R ^ 1 : 2,73 (Minimum 1:2,59; Maximum 1:2,83). Wie bei A. mirantiacus und hispinosiis wächst also auch bei sjmiulostis der Arm verhältnissmässig rascher als die Scheibe und ist bei jüngeren Thieren im Verhältniss zur Scheibe kürzer als bei erwachsenen. Philippi gibt das Verhältniss von 2 r : B, = 1 : 1,32, d. h. r : R ^ 1 : 2,64 an, was nach meinen Beobachtungen zwar für jüngere Thiere zutrifft, jedoch für die von ihm angegebene Grösse von rund 100 mm ent- schieden zu niedrig ist. Dagegen ist das von Müller & Troschel angegebene Verhältniss r : R := 1 : 4,5 auch für die von ihnen erwähnte Grösse von 104 mm zu hoch gegriffen; es stimmt zu keinem einzigen der mir vorliegenden Thiere und wird selbst bei meinem 96 mm grossen Exemplare noch lange nicht erreicht, indem es hier statt 1 : 4,5 nur 1 : 3,67 beträgt. Genau aber passt die Angabe derselben Autoren bei ihrem 3 Zoll = 78 mm grossen, irrthümlich als joiistoni beschriebenen Exemplare, nämlich r : R = 1 : 3,5. Ganz dasselbe Verhältniss er- wähnt auch M. Sars (1857) für ein 65 mm grosses Exemplar, und wenn man erwägt, dass das eine der mir vorliegenden Thiere ein Verhältniss von r : R =:; 1 : 3,67 besitzt, so wird man es nicht für unmöglich halten, dass dieses Verhältniss hier und da bis 1 : 4 steigen kann, wie V. Marenzeller andeutet, wenn er bei seinen Exemplaren r : R ^ 1 : 3,5 — 4 angiebt. Die Breite des Armes an seiner Basis misst bei den 5 grösseren Exemplaren meiner Tabelle durchschnittlich 13,8 mm und verhält sich zur durchschnittlichen Grösse von R (^ 43,4 mm) wie 1 : 3,14; bei dem einen jüngeren, 60 mm grossen Exemplare ergiebt sich AB {^= Armbreite) : R = 1 : 2,52, bei dem noch jüngeren, nur 40 mm grossen = 1 : 2,44. Wie bei A. mirantiacus nimmt also auch hier dieses Verhältniss um so mehr ab, je jünger das Thier ist. Die 5 gTÖsseren Exemplare geben nach der Grösse dieses Verhältnisses geordnet genau dieselbe Reihenfolge wie nach ihrer Gesammtgrösse ; es ist nämlich bei No. l AB : R = 1 : 2,83; bei No. 2 = 1:3; bei No. 3 = 1: 3,15; bei No. 4=1: 3,28; bei No. 5 = 1 : 3,44. Die Paxillen sind kräftig entwickelt. Ln proximalen Armabschnitte zählt man quer über den ganzen Rücken des Armes 15 — 17 derselben. Hier und im jieripherischen Bezirke des Scheibenrückens sind sie auch am grössten. Den oberen Randplatten entlang und be- sonders nach der Armspitze hin werden sie allmählich kleiner, ebenso im centralen Bezirk des Scheibenrückens; indessen ist dieser centrale Bezirk relativ kleiner und weniger auffallend als bei anderen Arten, da er nur aus einigen wenigen, schwächer als die übrigen ausgebildeten Paxillen besteht. Von diesem centralen Bezirke strahlen auch bei dieser Art die Mittelfelder der Armrücken ab, die am lebenden Thiere durch ihre hellere Farbe auffallen und nur halb so breit sind wie die Seitenfelder; ihre Paxillen stehen noch nicht in deutlichen Querreihen und sind mit ihren Basalplatten näher aneinander gerückt als in den Seitenfeldern; in der Regel hat das Mittelfeld nur die Breite von drei Paxillen. In den Seitenfeldern stehen die Astropecten spimilosiis. Qg Paxillen in deutlichen Querreihen, von denen fast immer genau zwei auf je eine obere Rand- platte kommen; nur selten schiebt sich eine überzählige Querreihe dazwischen; im proximalen Armabschnitt ist jede Querreihe (vom Mittelfeld bis zur oberen Randplatte) gewöhnlich aus ß — 7 Paxillen zusammengesetzt. Die Kronen der Paxillen bestehen in der proximalen Arm- hälfte in der Regel aus einem peripherischen Kranze von 8 — 10 stumpfen Stachelchen und einem (seltener zwei) ebensolchen centralen, der aber mitunter auch fehlen kann. Auf der Scheibe kommen auch Paxillen vor mit bis 13 Rand- und manchmal 3 Centralstachelchen, während die vorhin erwähnten kleineren Paxillen der Scheibe und der Arme eine entsprechend geringere Zahl von Stachelchen besitzen. Die Basalplatten der Paxillen bleiben auch bei dieser Art überall von einander getrennt; im Mittelfeld der Arme, wo sie dichter zusammen- rücken, sind sie stärker abgerundet und weniger gestreckt, nähern sich also mehr der Kreis- form als in den Seitenfeldern. In Form und Anordnung stimmen sie demnach mit den- jenigen von A. aurantiacus überein. Auch die Papulae sind nach demselben Schema angeordnet und ebenso geformt wie bei den übrigen Arten der Gattung. Auch hier fehlen sie auf dem centralen Bezirke der Scheibe und auf den Mittelfeldern der Arme. Die Zahl der oberen Randplatten beläuft sich bei meinen 5 grösseren Exemplaren auf durchschnittlich 26,2, also rund 2() und beträgt im Einzelnen je nach der Grösse des Thieres 23 — 31. Bei den beiden jüngeren Exemplaren sind nur 17 — 20 Platten vorhanden. Philippi giebt 25 Platten an, was für die Grösse seines Exemplares gewiss zu wenig ist. Ebenso ist die Ziffer 24 bei Müller & Troschel für eine Grösse von 104 mm zu niedrig. Dagegen stimmt v. Marenzeller's Angabe von 19 — 27 Platten unter der Voraussetzung, dass der oben (p. 33) erwähnte Druckfehler in seiner Grössenangabe in Wirklichkeit stattgefunden hat, ganz gut zu meinen Beobachtungen. Auch bei dieser Art trifft die Regel zu, dass die Zahl der oberen Randplatten im all- gemeinen mit dem Wachsen von R zunimmt. Vergleicht man diese Zahl mit der in mm ausgedrückten Länge von R, so erhält man bei den 6 grösseren Exemplaren (No. ] — 5 und No. 7 meiner Tabelle) der Reihe nach das Verhältniss Z : R = 1 : 1,78; 1 : 1,62; 1 : 1,52; 1 : 1,58; 1 : 1,77; 1 : 1,7 oder im Dm-chschnitt Z : R :== 1 : 1,66. Für das kleinere, nur 40 mm gTOsse Exemplar (No. 6) aber ergiebt sich Z : R = 1 : 1,29. Die Schnelligkeit, mit welcher sich die oberen Randplatten vermehren, bleibt also hier niemals so sehr wie bei A. aurantiacus hinter der Schnelligkeit zurück, mit der die Armlänge wächst: in derselben Zeit, in der R um das Zweiundeinhalbfache (von 22 auf 55) wächst, hat die Zahl der oberen Randplatten eine Vermehrung um fast das Doppelte erfahren (von 17 auf 31). Die einzelne Randplatte erfährt demzufolge hier eine relativ geringere Längenzunahme als bei aurantiacus. Aehnlich wie bei A. aurantiacus- sind die oberen Rand platten so gewölbt, dass ihre dorsale und laterale Oberfläche allmählich ineinander übergehen; nur im Armwinkel sind die Platten etwas steiler gestellt, während sie nach der Armspitze hin flacher werden. Wie auch bei anderen Arten der Gattung sind die 2 oder 3 ersten Platten kürzer, aber etwas höher als die Oß Astropectinidae. nächstfolgenden. Die fünfte besitzt eine Länge von 1,5 und eine Breite von 2 mm. An den folgenden wird dieses Verhältniss der Länge ziu* Breite unter allmählicher Grössenabnahme der ganzen Platte festgehalten. Es stimmt also, wenn M. Sars (1857) und Heller (1868) von den Platten sagen, dass sie etwas höher als breit seien; denn es gebrauchen diese Autoren die Ausdrücke »hoch« und »breit« im selben Sinne wie ich »breit« und "lang«. Die Bedeckung der oberen Randplatten besteht aus dicht gestellten, kurzen Stachelchen, die am adoralen und aboralen Rande der Platte feiner sind und hier die Form von kurzen Cylinderchen oder Granula haben, auf dem Mittelfeld der Platte aber grösser werden und dann bald mehr die Form kleiner, gedrungener Stachelchen (wenn ihr Ende zugespitzt ist) , bald von Granula haben (wenn sie abgerundet endigen). Diu-chweg bleiben aber diese Stachelchen in ihrer Grösse hinter denjenigen der unteren Randplatten zurück. Am oberen Rande der Platten gleichen die Stachelchen mehr oder Aveniger in Grösse und Form den Randstachelchen der Paxillen- kronen und veranlassen so das schon von Müller & Troschel und Heller erwähnte Verhalten, dass die dorsalen Randplatten sich bei dieser Art weniger scharf als bei anderen vom Paxillen- felde abheben. Aus der eben geschilderten allgemeinen Bedeckung der oberen Randplatten ragt in der Regel ein etwas grösserer, zugespitzt kegelförmiger Stachel hervor, der offenbar als verkümmerter oberer Randstachel aufzufassen ist. Er steht meistens annähernd auf der Quermitte der Platte, auf dem Gipfel ihrer Wölbung ; nur auf den 2 oder 3 ersten Platten rückt er dem oberen Rande der Platten näher. Meistens ist der Stachel 0,5 — 1 mm lang; seltener, und dann namentlich im distalen Armabschnitte, wird er bis 2 mm lang; häufig ist er im Armwinkel kleiner als im mittleren und distalen Theile des Armes oder fehlt hier wohl auch ganz. Unterhalb (im Armwinkel) oder oberhalb (im mittleren Armabschnitte) dieses Stachels tritt manchmal noch ein zweiter, aber noch kleinerer hervor, sodass man alsdann sehr an die Anordnung der beiden Reihen von oberen Randstacheln bei A. aurantiacus erinnert wird. Bei jungen Thieren, z. B. meinem Exemplare No. 6, fehlen die oberen Randstacheln auf den drei ersten Platten noch gänzlich und mangeln auch einzelnen der übrigen Platten, während sie sonst deutlich, Avenn auch schwach, entwickelt sind. Müller & Troschel (1842) beschreiben die oberen Randstacheln unserer Art als »sehr kleine Spitzen« und stellen die Art in ihre dritte Gruppe der Astropecten- Arten, deren »dorsale Randplatten statt der Stacheln kleine Tuberkeln tragen«. M. Sars (1857) ist ganz im Rechte, wenn er dieser Stellung der Art widerspricht, denn dafür sind die Stacheln doch in der Regel zu gut ausgebildet, als dass man sie als »Tuberkeln« bezeichnen könnte; doch kann ich ihm darin nicht folgen, dass er sie nunmehr in der zweiten MüLLER-TROscHEL'schen Gruppe: »Arten mit einem Stachel auf den dorsalen Randplatten« unterbringen will. Hält man überhaupt an den MüLLER-TEoscHEL'schen Gruppen für diesen Fall fest, so muss man, wie mir scheint, den A. spinulosus wegen der vorhin erwähnten Aehnlichkeit der Stachelanordnung mit A. aurantiacus in die erste Gruppe : »Arten mit zwei oder mehr Stacheln auf den dorsalen Randplatten« ein- reihen, jedoch mit dem Zusatz, dass die Stacheln schwach ausgebildet, in Rückbildung begriffen sind und theilweise fehlen können. Damit steht die PniLippi'sche Originaldiagnose des A. spimi- Astropecten spinulosus. Q'? losus keineswegs in Widerspruch; denn wenn er darin in Bezug auf die oberen Randplatten sagt: »Spina distincta nulla«, so liegt der Nachdruck auf »distincta« und nicht auf »nulla". Die Terminalplatte hat eine Breite von 2 mm bei einer Länge von 1,5 mm. Ober- flächlich ist sie mit Granula bedeckt, die denen der oberen Randplatten gleichen und zwischen denen sich jederseits vom Ende der Armfurche gewöhnlich drei in einer Längsreihe stehende, etwas grössere, stumpfe Stachelchen unterscheiden lassen. Seitlich grenzt die Terminalplatte an die letzte obere und die letzte untere Randplatte. Die Reihe der unteren Rand platten ist auch bei .sj«m. 3), die im mittleren Arm- abschnitt anderthalbmal so zahlreich sind wie die Randplatten, besteht aus einer inneren, mitt- leren und äusseren Reihe, von denen die innere und mittlere die eigentlichen, die äussere die subambulacralen Adambulacralstacheln darstellen. Die innere ist auf jeder Platte nur aus einem einzigen, comprimirten, zugesjiitzten , leicht säbelförmig gebogenen Stachel gebildet, der dem mittleren der drei inneren Furchen.stacheln bei A. auraiitiacus und hispinosus in Form und Stellung entsinicht. Die mittlere und die äussere Reihe bestehen auf jeder Platte aus je zwei Stacheln, welche die Form von ziemlich gleich breiten , in der Querrichtung des Armes ab- geplatteten, am Ende abgestutzten (gerade abgeschnittenen) Stäben haben, von denen die beiden 'JC Astropectinjdae. der mittleren Reihe ebenso lang sind wie der innere Stachel, während die beiden äusseren ein wenig kürzer sind. Die beiden Stacheln der mittleren Reihe stehen mit ihren Basen dicht zusammen. Mitunter legen sich alle fünf Stacheln einer Platte zu einem keilförmigen Haufen zusammen, wie das Müller & Troschel von ihrem inthümlich für jonstoni gehaltenen Exem- plare erwähnen. Von den Beschreibungen, die frühere Autoren von der Adambulacral- bewaffnung gegeben haben, finde ich nur die M. SARs'sche (1857) genau mit meinen Exem- plaren übereinstimmend. Dagegen muss ich gegen Müller & Troschel und Heller betonen, dass in der mittleren and äusseren Reihe höchstens ganz ausnahmsweise einmal drei statt zwei Stacheln stehen. — Auf der zweiten Adambiilacralplatte vermehren sich bereits die mittleren und äusseren Stacheln und ordnen sich auf der ersten ähnlich wie bei A. hispinosus in zwei parallel miteinander verlaufende Querreihen von je sieben oder acht Stachelchen (Taf. 6, Fig. 7). Jede Mundeckplatte Taf. 6, Fig. 7) trägt ihrem suturalen Rande entlang eine Reihe von etwa neun Stacheln und ist an ihrem ambulacralen Rande mit sechs oder sieben Mund- stacheln besetzt, die verhältnissmässig kurz sind und von der interradialen Hauptebene aus an Grösse abnehmen. Die Madreporenplatte ist etwas mehr in die Breite gezogen als bei hispinosus und trägt auf ihrer stark gewölbten Oberfläche, wie bei jener Art, ganz frei liegende, wellenförmig verlaufende Furchen. Während sie sonst keinerlei Einkerbungen ihres Umrisses zeigt, besitzt sie in der Regel eine solche in der Mitte ihres oberen Randes, die zur Aufnahme eines Paxillus dient und dadurch an die zahlreicheren Einkerbungen bei aurantiacus erinnert; durch die obere Einbuchtung bekommt die ganze Platte eine herzförmige Gestalt. Vom unteren Rande der Platte bis zu den oberen Randplatten zählt man 3 — 5 (meist 4) Paxillen. Die Platte selbst hat eine Länge von 3 mm und ist mit ihrem oberen Rande 8,5 mm vom Mittel- pxmkt der Scheibe, mit ihrem unteren Rande 3,5 mm von den oberen Randplatten entfernt. Der Rücken (Taf. 2 , Fig. 4) hat die Färb e von schmutzigem dunklem Rost, mitunter mit grünlichem Anfluge. Die Mitte des Scheibenrückens und ein davon ausgehendes dorsales Längsband auf jedem Arme sind heller, nämlich mit weisslicher Färbung der Rückenhaut, die zwischen den Paxillen sichtbar wird. Manchmal ist der Gipfel der Paxillen ähnlich blau ge- färbt wie bei A. hispinosus. Die Madreporenplatte zeichnet sich fast immer durch weissliche Färbung aus, doch kommt es auch vor, dass sie hellblau oder schwärzlichblau ist. Die oberen Randplatten sind ebenso wie die unteren olivengrün mit etwas rostbrauner Beimischung oder sie stimmen ganz mit der Färbung der übrigen Rückenseite überein. In der Adria scheinen die Thiere etwas heller gefärbt zu sein, da M. Sars (1857) sie als grünlich braungelb, Heller (18ö8) als grünlich oder bräunlichgi-au bezeichnet. Die Angabe von Dujardin & Hupe 1862): »Färbung gelblich orange« kann sich nur auf verblichene Sammlungsexemplare beziehen. Die Bauchseite ist heller als der Rücken, gewöhnlich hellbräunlich mit weisslichen Stacheln. Die hellgelblichen Füsschen haben eine weisse Spitze. Die horizontale Verbreitung des A. spinulosus erstreckt sich nur auf das adria- tische Meer und das westliche Mittelmeer. In der Adria sind als Fundorte bekannt: Triest (M. Astropecten pentacantluis 39 Sars, V. Marenzeller, Graeffe), der Quarnero (Stossich) und Lesina (Heller; ; im westlichen Mittelmeer: Neapel (ich), Sicilien (PHiLrppi, v. Marenzeller, von Palermo im Pariser Museum) , La Ciotat (Koehler), Marseille (Marion), Banyuls (Cuenot) und Menorca (Braun). Die Art gehört zu den weniger häufigen Formen und lebt, soweit genauere Angaben darüber vorliegen, auf sandigem Boden in einer Tiefe von 4 — 55 m. Bei Triest fand Graeffe (1881) sie zwischen Seegras und Algen. Im Golf von La Ciotat lebt sie nach Koehler (1894) auf den Posidonienwiesen, ebenso nach Marion (1883j im Golf von Marseille. Ueber Nahrung, Fortpflanzungszeit und Larvenform des A. spinulosus ist nichts Näheres bekannt. Graeffe (18S1) nennt sie die beweglichste aller bei Triest vorkommenden Astropi'cten-Axien. Mir fiel bei Beobachtung der lebenden Thiere auf, dass man sich an ihnen besonders leicht davon überzeugen kann, dass bei ausgestreckten Papulae die Paxillen ihre Kronen zusammenschlagen und bei zurückgezogenen Papulae ausbreiten. Nach Cüengt (1888) hat diese Art die Gewohnheit, sich ähnlich wie A. jonstoni in sandigem Boden soweit ein- zuwühlen, dass ausser den Armspitzen nur die Rückenmitte in Form einer fast 1 cm hohen kegelförmigen Erhebung herausragt, die aber bei Berührung sofort verstreicht und sich dann ebenfalls unter dem Sande versteckt. Zur Anatomie der Art vergl. ebenfalls Cuenot (1888). 4. Art. Astropecten peiitacaiitlms (Delle Cliiaje). Taf. 2, Fig. 5; Taf. ü, Fig. S. 1825 1837 1S40 1840 1841 1842 1846 1852 1857 1860 1861 1862 1862 Asterias pentacantha Delle Chiaje Vol. 2, p. 356, T. 18, f. 3 1). Asterias pentacantha Philippi p. 194. Asterias pentacantha Deshayes bei Lamarek Vol. 3, p. 252. Asterias pentacantha Grube p. 25 — 26. Asterias pentacantha Delle Chiaje Vol. 4, p. 58; Vol. 5, p. 124; T. 125, f. 3; T. 129, f. 9. Astropecten pentacanthus Müller & Troschel p. 74. Asterias pentacantha Verany p. 5. Astropecten pentacanthus Joh. Müller p. 30. Astropecten pentacanthus M. Sars p. 104. Astropecten pentacanthus var. brevior Lorenz p. 680. Asterias pentacantha Grube p. 131. Astropecten pentacanthus Giebel p. 325. Astropecten pentacanthus Dujardin & Hupe p. 425. 1S63 1864 1868 1875 1876 1870 1881 1883 1SS4 1885 1886 1S8S 1888 1889 1893 1895 1896 Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Astropecten Asti'opecten pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus pentacanthus Heller p. 441. Grube p. 105. Heller p. 56 — 57. Perrier p. 370. Stossich p. 354. Ludwig p. 543 2). Graeffe p. 340. Stossich p. 187. Studer p. 44. Carus p. 90. Frey er p. 29. Simroth p. 231. Cuenot p. 134. Sladen p. 195, 736. V. Marenzeller p. 3. V. Marenzeller p. 23. Marchisio p. 3. 1) Nicht f. l — 3. wie in meinem Prodromus 1879 p. 543 irrthümlich steht. 2) Das dort nach dem Vorgange von Müller & Troschei, angeführte Citat : Asterias aranciaca Johnston 1836, p. 298, Fig. 43 ist zu streichen, da es sich auf eine nicht mit A. pentacanthus. sondern mit irregularis iden- tische Form bezieht. 4(1 Astropectinidae. Diagnose. Grösse bis 180 mm. r : K. ^ 1 : 4 — 5. 3 Querreihen von Paxillen auf je 1 obere Randplatte. Paxillenkronen mit 9 — 13 peripherischen und 4 — 8 centralen Stachelchen. Zahl der oberen Randplatten durchschnittlich 35 (29 — 40). Obere Randplatten gewölbt, dicht granulirt, ohne Stacheln oder (selten, var. serratus) mit 1 — 3 verkümmerten Stachelchen. Untere Randplatten mit kleinen schuppenförmigen Stachelchen bedeckt und am aboralen und äusseren Rande mit einer Gruppe von 4 — 6, meistens 5 (bei var. serratus nur 3 oder 4) grösseren, ver- hältnissmässig feinen Randstacheln. Adambulacralplatten mit 3 inneren, dünneren (der mittlere am grössten) und 3 (selten nur 2) äusseren, dickeren, abgeplatteten (der mittlere am grösstenj Stacheln und mit 2 (selten 3) kleineren subambulacralen Stachelchen. Mundeckplatten auf ihrer ventralen Fläche nur der Sutur entlang bestachelt; jede mit etwa 8 Mundeckstacheln. Madreporenplatte mit einer Einbuchtung des oberen Randes. Färbung zart gelblichbraun. Diese leicht kenntliche, mittelgrosse Art ist. nachdem Delle Chiaje (1825) sie zuerst unterschieden und Müller & Troschel (1842) sie in die Gattung Astropecten eingereiht hatten, niemals der Gegenstand von Meinv^ngsverschiedenheiten über ihre Nomenclatur oder syste- matische Stellung gewesen'). In ihrem Habitus (Taf. 2, Fig. 5) kennzeichnet sie sich durch ziemlich lange Arme, den völligen Mangel oberer Randstacheln, Feinheit und (in der Rückenansicht des Thieres) büschel- förmige Gruppirung der unteren Randstacheln und durch die zarte, etwas durchscheinende Be- schaffenheit der Rückenhaut, die auf der Scheibenmitte manchmal etwas vorgewölbt ist. Die Seitenränder gehen erst nahe der Armspitze aus dem gradlinigen Verlaufe in einen leichtconvexen über und biegen in den Armwinkeln durch einen kurzen Bogen von kleinem Radius in- einander um. Mitunter sind die Arme in der nächsten Nähe der Armwinkel wie eingeschnürt und sehen dann im ganzen schmäler aus als bei anderen Exemplaren, denen diese Ein- schnürung fehlt. Bei kleinen und mittelgrossen Thieren erhebt sich die durch kleinere Paxillen ausgezeichnete Scheibenmitte oft zu einer Protuberanz, die am conservirten Thiere manchmal noch schärfer hervortritt als am lebenden. Schon Grube (1840) hat auf diese Erscheinung aufmerk- sam gemacht und die Protuberanz als eine flache, rundliche Erhöhung beschrieben; ebenso hebt Simroth (1888) dasselbe Verhalten bei jungen Thieren hervor. Wenn aber Grube des Weiteren be- richtet, dass die Erhöhung bei einem seiner Exemplare wirklich durchbohrt war, so muss ich dem nach meinen eigens darauf gerichteten Untersuchungen junger Thiere widersprechen; ich habe niemals eine Oeffnung an dieser Stelle finden können und kann mir Grube's Be- obachtung nicht anders als durch die Annahme erklären, dass es sich in seinem Falle um eine künstlich entstandene Durchlöcherung gehandelt habe. Vielleicht bezieht es sich auf die Rückenprotuberanz, wenn Delle Chuje (1841) in seiner Diagnose der Art sagt: »disco elevatoi'. An meinem Exemplar Nr. 14 (s. die Tabelle auf jj. 41) hatte die hier erst post mortem deut- 1) Nur Deshayes hat in der zweiten Auflage des LAMARCK'schen Werkes (lS4l() ohne jede Begründung die ungerechtfertigte Vermuthung geäussert, dass pentacanthtis lediglich eine schlecht beobachtete Varietät von auran- tiacus sei. Astropecten pentacanthds. 41 lieh gewordene Protuberanz eine Höhe von 3 mm; dagegen war sie an dem Exemplar Nr. 1 nur noch 1,5 mm hoch. Die Zahl der Arme beträgt fünf. Exemplare mit abnormer Armzahl sind bis jetzt nicht bekannt geworden. Das grösste der von mir beobachteten Thiere hatte einen Armradius von 100 mm und einen Scheibenradius von 1 mm ; leider habe ich das Thier weder conservirt noch die übrigen Maasse von ihm genommen; doch lässt sich aus der Grösse von E. schliessen, dass die ganze Länge des Thieres rund 180 mm betragen haben wird. Von den übrigen mir vorgelegenen Exem- plaren hat das grösste eine Länge von 132 mm. Das von Philippi (1837) gemessene Exemplar war rimd 140 mm lang; Müller Sc Troschel (1842) geben die Länge der Art zu 130 mm (oder, wenn man wie Dujardin & Hupe nach pariser Fuss umrechnet, 135 mm) an. Der Scheibenradius verhält sich zum Armradius bei den fünf erwachsenen (70 mm und darüber grossen) Thieren meiner Tabelle diu'chschnittlich wie 1 : 4, 6 und steigt bei Maasse erwachsener Exemplare: Nr. L R r z AB mm mm mm mm 1 71 42 10,5 3(1 11,5 2 95 51 12 31 14 3 112 55 12,5 35 14,5 4 125 70 13,5 40 15 5 132 73 15 37 17 9 10 II 12 13 14 Maasse halbwüchsiger Exemplare: 28 31 35 35 3ö 38 40 45 51 15 18 18,5 19 20 22 21 24 28 4 18 5 18 7 IG 5,5 21 5,5 20 5,5 22 5,5 21 6 23 9 25 4,5 5 7,5 6 6 6,5 7 6,5 10') diesen fünf Exemplaren ziemlich regelmässig mit der Länge des Thieres von I : 4 [bei No. 1) zu 1 : 4,25 (No. 2), 1 : 4,4 (No. 3), 1 : 4,87 (Nr. 5), 1 : 5,18 (No. 4). Das Verhältniss erreicht also sein Maximum nicht gerade bei dem grössten, sondern bei dem zweitgrössten der vor- I; Nachträglich kommen mir zwei noch kleinere Exemplare in die Hände, auf deren Maasse oben im Texte keine Rücksicht mehr genommen werden konnte. Die Maasse sind die folgenden : Nr. L R r Z AB 15 19 10,5 3,75 12 4 ; r : R = 1 : 2,S 16 23 13 5 13 5,5; r : R = I : 2,(j. Zool Stiitioii t. Noiiiicl, Faiiuii uml Flora, Uulf vou Ne.apel. Seesterne. 6 49 Astropectinidae. liegenden Exemplare. Bei dem grössten der mir überhaupt bekannt gewordenen Thiere, dessen Länge rund 180 mm betrug, verhält sich r : R wie 1 : 5. Bei jüngeren Thieren ist wie ge- wöhnlich der Arm im Vergleich zur Scheibe um so kürzer, je jünger das Thier ist. Bei den drei Exemplaren (No. 12 — 14) meiner Tabelle, deren Länge zwischen 40 und 70 mm beträgt, ergiebt sich das Durchschnittsverhältniss r : R = 1 : 3,6 (Minimum 1 : 3,11; Maximum 1:4); bei den sechs noch weniger als 40 mm grossen Thieren (No. 6 — 11) ist das Durchschnitts- verhältniss r : R = 1 : 3,5 (Minimum 1 : 2,64; Maximum 1 : 4). Vergleichen wir damit die von früheren Forschern gemachten Angaben, so zeigt sich, dass diejenige Philippi's (1S37) : 2 r : R = 1 : 2,3, also r : R = 1 : 4,6 für sein rund 140 mm grosses Exemplar vollständig mit dem von mir für erwachsene Thiere gefundenen Durchschnitt übereinstimmt. Grube (1840) gab für vier junge Exemplare, deren R ^ 14, 14, 20, 24 mm betrug, Maasse an, aus denen sich ein Diirchschnitt von r : R = 1 : 3,69 berechnet, was im Vergleich zu dem von mir für annähernd ebenso grosse jüngere Thiere gefundenen Werthe ziemlich genau stimmt. Das von Müller & Troschel (1 842) angegebene Verhältniss 1 : 5 stimmt ebenfalls zu zweien meiner grösseren Exemplare. Lorenz (1860) behauptet, dass im Quarnero die von sandigem oder grusigem Grunde heraufgeholten Exemplare das Verhältniss r : R = 1 : 3, dagegen die von mörtelig-schlammigem Grunde das Verhältniss r : R := I : 4 besitzen. Da er aber keine absoluten Maasse seiner Exemplare angibt, so lässt sich die Frage nicht beantworten, ob es nicht durchweg jugendliche Thiere waren, die ihm von dem einen Fundort in noch jüngeren Exemplaren vorlagen als von dem anderen. Je nachdem diese einstweilen offen bleibende Frage diu'ch weitere Untersuchungen beantwortet werden wird, wird sich zeigen, ob meine Vermuthung gerechtfertigt ist, dass es sich hier nicht um Localvarie- täten, sondern um verschiedene Alterszustände handelt. Die an der Basis gemessene Arm breite beträgt bei den fünf grossen Exemplaren durchschnittlich 14,4 mm (Minimum 11,5; Maximum 17), bei den drei jüngeren durch- schnittlich 7,83 (Minimum 6,5; Maximum 10) und bei den 6 jüngsten durchschnittlich 5,92 (Minimum 4,5; Maximum 7,5). Das Verhältniss der Armbreite zur durchschnittlichen Länge des Armradius berechnet sich bei den fünf grösseren Thieren auf 1 : 4,04 und bei den neun jüngeren auf 1 : 3,14. Dass die Paxillen durch besondere Feinheit und geringe Höhe ausgezeichnet seien, wie Grube (1840) hervorhebt, kann ich nicht finden. Seine Angabe erklärt sich aber daraus, dass er, wie aus seinen Maassen hervorgeht, nur jüngere Thiere vor sich gehabt hat. Bei erwachsenen Exemplaren sind die Paxillen im Verhältniss zur Grösse des ganzen Thieres recht kräftig entwickelt, sowohl was ihre Kj-one als was den Schaft anbelangt. Nach der Armspitze hin sowie den oberen Randplatten entlang und auf dem centralen Bezirke der Scheibe werden sie allmählich kleiner. Die Krone der grösseren Paxillen ist aus 9 — 1 1 , seltener 1 2 oder 1 3 peripherischen und 4 oder 5, seltener 6 — S centralen stumpfen Stachelchen zu- sammengesetzt ; an den kleineren Paxillen nimmt die Zahl der peripherischen und centralen Stachelchen der Krone immer mehr ab. Auf den Armen kann man wie bei den anderen Astropecten pentacanthus. AO Arten der Gattung ein Mittelfeld mit dichter und unregelmässiger gestellten und zwei Seiten- felder mit etwas weniger gedrängten und in deutlichen Querreihen geordneten Paxillen unterscheiden. Dass im Mittelfelde die Paxillen dichter stehen als in den Seitenfeldern, hat schon Delle Chiäje bemerkt. In der unteren Armhälfte zählte ich bei dem grössten Exemplare meiner Tabelle quer über den ganzen Armrücken etwa 20 Paxillen, von denen 4 auf dem Mittelfelde, die übrigen auf den Seitenfeldern stehen. Die Querreihen der Seitenfelder stehen so dicht, dass man von der 5. bis 14. oberen Randplatte 29 Quer- reihen zählt; es kommen also fast genau drei Querreihen auf je eine Randplatte. In Form und Anordnung der Fussplatten der Paxillen kehren dieselben Verhältnisse wieder, die wir bei den anderen Arten der Gattung angetroffen haben. Auch die Papulae unterscheiden sich weder in der Form und Grösse, noch in der Anordnung von denen der anderen Astropecteti- Arten. Die Zahl der oberen Randplatten beläuft sich bei den fünf grossen Exemplaren meiner Tabelle auf durchschnittlich 34,75, also rund 35, und beträgt bei denselben Exemplaren im Minimum 30 und im Maximum 40. Bei den drei jüngeren Thieren zähle ich durch- schnittlich 23 Platten (im Minimum 21, im Maximum 25) und bei den sechs jüngsten durch- schnittlich 19,17, also rund 19 (Minimum 16; Maximum 22). Die Angabe Philippi's (1837) von circa 40 oberen Randplatten bei einem 140 mm grossen Thiei'e stimmt zu meinen Be- funden; doch dürfte es zu hoch gegriffen sein, wenn Müller & Troschel (1842) bei kaum ebenso grossen Thieren die Zahl der Platten zwischen 40 und 50 schwanken lassen. Immer- hin ist es nicht unmöglich, dass bei noch grösseren (bis 180 mm langen) Thieren, als sie Müller & Troschel vorlagen, die Zahl der Platten sich der Ziffer 50 nähert oder sie selbst erreicht. Grube (1840) giebt 17 — 29 Platten bei Exemplaren an, deren R 14 — 24 betrug, was einigermaassen mit meinen Befunden vereinbar ist. Da Lorenz (1860) nur 20 — 30 Platten an- giebt, so wird dadurch meine schon oben ausgesprochene Vermuthung, dass ihm nur jüngere Exemplare vorlagen, erheblich verstärkt; denn diese geringe Plattenzahl habe ich nur bei Exemplaren angetroffen, die erst eine Grösse von 35 bis etwa 80 mm erlangt hatten. Seine Varietät brevior kann demnach nicht anerkannt werden, da sie aller Wahrscheinlichkeit nach lediglich ein jüngeres Altersstadium unserer Art darstellt. Giebel (1862) zählte bei einem circa 80 mm grossen Exemplare 35 Randplatten, eine Ziffer, die nach meinen Beobachtungen erst bei etwas grösseren Thieren erreicht wird. Vergleicht man die Zahl der oberen Randplatten = Z mit der in mm ausgedrückten Länge des Armradius =^ R, so erhält man bei den fünf grossen Exemplaren meiner Tabelle das Verhält- nissZ : R = 1 : 1,68, bei den drei jüngeren Thieren (No. 12 — 14) Z : R := 1 : 1,06 und bei den sechs jüngsten (No. 6 — 11) Z : R = 1 : 0,98. Bei dem grössten Exemplare ist Z : R = 1 : 1,97 und bei dem kleinsten Z : R =: 1 : 0,83. Die dorsale Fläche der oberen Randplatten geht ge- wölbt in die laterale Fläche über und ist annähernd ebenso gross wie diese; nur in den Armwinkeln stellen sich auch bei dieser Art die oberen Randplatten etwas steiler und sehen wie comprimirt aus; ihre dorsale Fläche ist hier erheblich kleiner als die laterale. Bei dem grössten Exemplare meiner AA Astropectinidae. Tabelle haben die ersten oberen Raudplatten (also die im Armwinkel) eine Länge von 2 mm (an ihrem oberen Rande gemessen) und eine Breite von 6 mm; in der Armmitte sind sie 1,75 mm lang und 3,5 mm breit. Bei dem zweitgrössten Exemplare der Tabelle fand ich geringere Maasse für die oberen Randplatten; die ersten sind hier 1,5 mm lang und 3,5 mm breit, die des mitt- leren Armabschnittes 1,5 mm lang und 2 mm breit. Bei dem kleinsten Exemplare der Tabelle haben die ersten oberen Randplatten eine Länge von 1,3 mm und eine Breite von 3 mm, die des mittleren Armabschnittes eine I^änge von 1,3 und eine Breite von 2 mm. In ihrer Be- deckung sind die oberen Randplatten durch den völligen Mangel von Stacheln ausgezeichnet. Dafür sind sie auf ihrer ganzen Oberfläche dicht mit kleinen Granula besetzt, die Grube (1840) als rundliche Pustelchen beschreibt, die aber bei näherer Untersuchung sich als kurze, abgerundet endigende Cylinderchen herausstellen, wie das Müller & Troschel (1842) schon ganz richtig erwähnen. Bei grossen Exemplaren zählt man im proximalen Armabschnitte vom aboralen zum adoralen Rande der Platte 9 oder 1 dieser Granula, von denen die drei oder vier mittleren einen Durchmesser von 0,25 mm haben und fast doppelt so dick sind wie die seit- lichen; dass aber die mittleren Granula zugleich sehr viel niedriger sind als die seitlichen, wie Müller & Troschel angeben, kann ich nicht bestätigen; sowohl an den gröberen mitt- leren als an den feineren seitlichen beträgt die Höhe 0,25 — 0,3 mm. Die bei dem grössten Exemplare der Tabelle 2,5 mm breite und 2 mm lange, kräftig gewölbte Terminalplatte ist mit denselben Granula bedeckt wie die oberen Randplatten; doch treten zwischen den Granula jederseits vom Ende der Ambulacralrinne 2 — 4 kleine, kegelförmige Stachelchen hervor. Die unteren Randplatten, deren Reihen auch bei dieser Art an den Arms^iitzen um eine Platte länger sind als die Reihen der oberen , sind ähnlich wie bei A. aurantiacus mit schupp enförmigen, aufgerichteten Stachelchen besetzt, die etwas abgeplattet sind und ab- gerundet endigen; sie stehen so dicht, dass man bei grossen Exemplaren vom adoralen zum aboralen Rande der Platte deren gewöhnlich fünf zählt. Ausser diesen kleineu Stachelchen er- heben sich nach dem Aussenrande der Platte hin vier bis sechs, am häufigsten fünf grössere Stacheln, die den äusseren Theil des aboralen Randes und den Aussenrand der Platte einnehmen. Auf die Fünfzahl dieser Stacheln bezieht sich der von Delle Chiaje (1825) geAvählte Namen der Art. Zwei von ihnen stehen auf dem Aussenrande der Platte, und von diesen beiden ist der aborale, den Grube (1840) den zweitobersten nennt, von allen der grösste, indem er eine Länge von 4 mm erreicht. Schon Grube hat richtig bemerkt, dass dieser Stachel immer der an- sehnlichste ist, und von ihm gilt es insbesondere, Avenn Müller & Troschel sagen, dass die unteren Randstacheln unserer Art in den Armwinkeln eine abgejjlattete Form annehmen. Die ganze Gruppe der unteren Randstacheln einer jeden unteren Randplatte wird von Grube und von Müller & Troschel mit einem Kamme verglichen. Sieht man das Thier von der Rückenseite an, so bemerkt man nicht die sämmtlichen unteren Randstacheln, sondern es treten dann an jeder Platte nur 3 oder 4 über den Rand des Seesternes hervor, die zusammen ein bürsten- oder pinselförmiges Büschel darstellen; sieht man nur drei, so ist jener grösste der mittelste von ihnen. Astropecten peiitacanthus. Ar. Die Ventrolateralplatten sind nur in einer einzigen Reihe ausgebildet, die an dem 132 mm langen Exemplare jederseits von der interradialen Hauptebene aus sechs an Grösse all- mählich abnehmenden, kleinen Platten besteht vind zwischen der dritten unteren Randplatte und der sechsten Adambulacralplatte ihr Ende findet. Auf ihrer freien Oberfläche trägt jede Platte eine Gruppe von schüppchenförmigen, aufgerichteten Stachelchen, die mit denjenigen auf den unteren Randplatten ziemlich übereinstimmen. Wie sonst ist auch hier die Zahl dieser Stachelchen auf den grösseren ersten ^"entrolateralplatten beträchtlicher als auf den letzten kleineren. Die Adambulacralplatten sind im mittleren Armabschnitte anderthalbmal so zahlreich wie die Randplatten. Von der Adambulacralbewaffnung (s. Figur auf p. 3) geben sämmtliche fi-ühere Forscher, die sich darüber äussern: Grube, Müller & Troschel, M. Sars, Heller, an, dass sie aus zwei Reihen von Stacheln bestehe. Das ist aber nur richtig, wenn man darunter nicht die ganze Bewaffnung der Platten, sondern nur die eigentlichen, d. h. die auf dem freien Rande angebrachten Adambulacralstacheln versteht. Betrachten wir diese echten Adambulacral- stacheln zunächst, so sind sie allerdings in ganz unverkennbarer Weise in zwei Reihen, eine innere und eine äussere, geordnet, von denen, wie Grube (1840) zuerst bemerkte, eine jede aus drei Stacheln besteht. Aus diesem Grunde nannte Grube die Stacheln »dreifingerig«, eine Be- zeichnung, die für die inneren Stacheln in höherem Maasse zutrifft als für die äusseren, weil ihre Basen noch enger zusammengerückt sind als bei jenen. Wie Müller & Troschel (1842; erwähnen, sind ferner die inneren Stacheln dünner als die äusseren. Ihre Form ist mehr stabförmig mit verjüngtem Ende; der mittlere ist etwas länger als die beiden anderen und ähnlich wie bei anderen Arten in der Längsrichtung der Arme, jedoch nur wenig, comprimirt. Die drei (selten nur zwei) Stacheln der äusseren Reihe stehen auf einer Linie, die sich adoral etwas weiter von der Armfurche entfernt als aboral. Der mittelste von ihnen ist der längste und zugleich etwas breiter und platter als die zwei anderen; er ist von seiner Ba.sis bis zur Spitze gleichbreit und endigt abgerundet. Die Abplattung der äusseren Stacheln erfolgt auch bei dieser Art in der Querrichtung des Armes. Müller & Troschel geben in der äusseren Reihe nur zwei Stacheln an; doch hat schon M. Sars (1857) diese nur ausnahms- weise zutreffende Angabe berichtigt. Nun folgen weiter nach aussen auf jeder Platte noch zwei (selten drei), von den früheren Forschern übersehene subambulacrale Stacheln, die sich in Form und Grösse den Stachelchen nähern, welche die unteren Randplatten bedecken, und eben deshalb unbeachtet bleiben konnten. Bei jungen und selbst noch bei mittelgrossen Thieren können diese beiden Stacheln übrigens auch noch ganz fehlen. Auf der zweiten Adambulacralplatte tritt schon eine Vermehrung der äusseren adambulacralen und der sub- ambulacralen Stacheln ein, und auf der ersten Adambulacralplatte findet man sie ersetzt durch zwei parallel mit einander und quer zur Armfurche verlaufende Reihen (Taf. 6, Fig. S) von je 9 oder 10 kleinen, cylindrischen Stachelchen, die in ihrer Form zu den Stachelchen der Ventrolateralplatten überleiten. Vergleicht man die ganze Adambulacralbewaffnung des A. pentacanthus mit derjenigen der vorher geschilderten Arten, so stellt sich eine grosse Aehn- 4(5 Astropectinidae. lichkeit mit derjenigen des A. hispinosus für alle jene Fälle heraus, in denen die äussere Reihe der echten Adambulacralstacheln auch bei dieser Art sich aus drei Stacheln zusammensetzt. Die Mundeckplatten (Taf. 6, Fig. 8) sind in ähnlicher Weise bewehrt wie bei hispinosus und spinulosus. Jede Platte trägt ihrem suturalen Rande entlang eine Reihe von 10 — 12 kurzen, stumpfspitzigen Stachelchen; die beiden zu einer Mundecke gehörigen Reihen weichen in der Mitte ihres Verlaufes weiter auseinander als an ihren Enden und fassen den weichen Hautbezirk ein, welcher den zwischen je zwei zusammengehörigen Mundeckplatten befindlichen Quermuskel bedeckt. Diese Haut ist es offenbar, welche Grube (1840) meint, wenn er in seiner Schilderung der »Mundlappen« von einem »weichhäutigen, ovallancettförmigen Felde» spricht. Ferner besitzt jede Mundeckplatte an ihrem ambulacralen Rande eine Reihe von etwa 8 Mundstacheln, von denen die beiden der interradialen Hauptebene zunächst stehenden die grössten sind und die eigentlichen Mundeckstacheln darstellen. Grube spricht von einer äusseren Einfassung der »Mundlappen« von jederseits etwa 18 Stacheln, was ich mir nur so erklären kann, dass er einen Theil der auf der ersten Adambulacralplatte stehenden Stachel- chen mitgezählt hat. Die Madrepo renplatte ist bei dem 132 mm langen Exemplare 3 mm lang und 3,5 mm breit. Auf ihrer stark gewölbten Oberfläche liegen die wellig und meist der Länge nach verlaufenden Furchen frei zu Tage. Ihr Umriss ist leicht gewellt und zeigt nur in der Mitte des oberen Randes eine fast 1 mm tiefe Einbuchtung, in die sich eine Gruppe von 4 oder 5 kleinen, dichtstehenden Paxillen (bei anderen Exemplaren wohl auch nur ein, dann aber viel grösserer Paxillus) eingedrängt hat. Die Entfernung des unteren Randes der Platte von den oberen Randplatten beträgt 2 mm, die des oberen Randes vom Scheibencentrum etwa 7 mm. Vom unteren Rande der Platte bis zu den oberen Randplatten zählt man 4 Paxillen. Der Rücken (Taf. 2, Fig. 5) ist zart gelblichbraun mit einer dunkleren bräunlichen Längsbinde auf dem Mittelfelde der Arme; »graurothe» oder »graulich ins Gelbliche« gefärbte oder gar »ziegelrothe« Exemplare, von denen Grube, Müller & Troschel und Heller sprechen, sind mir nie zu Gesicht gekommen. Delle Chiaje bezeichnet die Farbe das eine Mal (1825) als dunkelfleischfarbig, das andere Mal (1841) als ockergelb. In den Interradien schimmert häufig die Ansatzlinie des Interbrachialseptums als eine etwas dunklere Linie durch. Die oberen Randplatten sind im distalen Abschnitt des Armes durch einen zarten hellen violetten oder lilafarbenen oder himmelblauen, seltener (bei jungen Thieren) rosafarbenen Anflug aus- gezeichnet, der gegen die Armspitze hin an Intensität zunimmt und auf der Terminalplatte am stärksten ist. Die Madreporenplatte ist zart hellviolett oder blau oder lila oder (bei Jungen) rosa gefärbt. Die Bauchseite ist gelblich mit einem Hauch von rosa; die Füsschen gelblichweiss (selten dunkler), an der Spitze weiss. Junge Thiere sind oft auf der ganzen Oberseite blass fleischfarbig, auf der LTnterseite rosa, an den Armenden weiss. In horizontaler Richtung erstreckt sich die Verbreitung der Art durch das Mittelmeer und den zunächst gelegenen Theil des atlantischen Oceans. Im östlichen Theile des Mittelmeeres ist sie namentlich aus dem adriatischen Meere bekannt: von Triest (Joh. Astropecten pentacanthus var. serratus. 47 Müller, M. Sars, Stossich, Graeffe), von Fiume (Stossich), aus dem Quarnero (Lorenz, von Lussin und Cherso durch Grube), von Lissa und Lesina (Heller), bei Lagosta, Pelagosa, Pianosa und den Tremiti-Inseln (v. Marenzeller) und aus der Strasse von Otranto (v. Maren- zeller). Weiter östlich als in der Adria ist sie erst unlängst durch v. Marenzeller im ägäischen Meere bei der Insel Anti-Milos festgestellt worden. Im westlichen Mittelmeer sind als Fund- orte bekannt: Sicilien (Philippi), der Golf von Neapel [Nea^jel, Castellamare , Umgegend von Capri] (Delle Chiaje, Grube, M. Sars, ich), Genua und Nizza (Verany), Rapallo (Marchisio), Banyuls (Cuenot) und Oran (Pariser Museum). Ausserhalb des Mittelmeeres fand Studer sie an den Capverden, Simroth an den Azoren; sie scheint sich also etwas weiter in den atlan- tischen Gcean zu erstrecken als A. aurantiacus. ^'ertical reicht ihr Verbreitungsbezirk von 9 bis 932 m. Während sie bis dahin nur bis zu Tiefen von 64 m beobachtet war, fand v. Marenzeller (1893) sie bei Anti-Milos in der beträchtlichen Tiefe von 629 m und neuerdings (1895) in der südlichen Adria in 70 — 179, in der Strasse von Otranto sogar in 932 m und Studer bei den Capverden in 210 m. Bemerkens- werth ist, dass aus diesen grösseren Tiefen vorzugsweise junge Exemplare heraufgeholt worden sind. Ebenso sind es nur jvmge Thiere, die ich in Colombo's Ausbeute aus der Um- gegend von Capri (südlich, nordwestlich und nordöstlich von der Insel) aus Tiefen von 66 bis 110m vorfand. An den Orten ihres Vorkommens pflegt die Art nicht selten oder gar gemein zu sein. Sie bevorzugt weichen, schlammigen Boden ; so fand Graeffe (1881) sie bei Triest »auf Schlamm- grund«, V. Marenzeller (1893) bei Anti-Milos »auf lockerem gelben Schlamm«, in der süd- lichen Adria meist auf Schlamm. Nach Lorenz (1860) kommt sie im Quarnero aber auch auf sandigem, grusigem Grunde vor, und auch v. Marenzeller ilS95) giebt an zwei Fundstellen der südlichen Adria feinen Sand als Bodenbeschaffenheit an. Die jungen Exemplare, die mir von Castellamare und Capri vorlagen, stammten theils von schlammigem (Castellamare), theils von sandigem, mit Corallineen und Melobesien bestandenem Boden (Capri). Ueber ihre Nahrung ist nichts Näheres bekannt. In Betreff ihrer Fortpflanzungs- zeit giebt zwar Jon. Müller (1852) an, dass er sie bei Triest im Frühling und Herbst noch unreif angetroffen habe. Metschnikoff (1885, p. 660 — 663) aber fand sie ebendort im Mai geschlechtsreif und züchtete aus ihren Eiern eine farblose Bipinnaria-Iiarve, die sich von der des Astropecten aurantiacus fast nur durch die etwas geringere Grösse unterschied. Die Entwicklung der Spermatozoon hat Field (1895) näher untersucht. la. Astropecten pentacanthus (Delle Chiaje) var. serratus (M. T.). 1842 Astropecten serratus Müller & Troschel p. 72. 1862 Astropecten serratus Dujardin & Hupe p. 423. 1875 Astropecten serratus Perrier p. 280 — 281. 1879 Astropecten serratus Ludwig p. 545. 1883 Astropecten müUeri Marion (Nr. 2) p. 24 — 25. 1885 Astropecten serratus Carus p. 90. 1889 Astropecten serratus Sladen p. 195, 212. ^g Astropectinidae. Ueber diese bisher für eine besondere Art gehaltene Varietät finden sich nähere An- gaben nur bei Mijller & Troschel (1842) und bei Perrier (1875). Dujardin & Hupe (1862) geben ebenso wie Carus (1885) nichts als Uebersetzungen der MüLLER-TRoscHEL'schen Be- schreibung, und Sladen (1889) wiederholt nur die PERRiER'schen Mittheilungen über das Vor- kommen. Die einzigen bis jetzt bekannten Exemplare befinden sich im Pariser Museum und stammen nach Perrier, der bezüglich ihrer Merkmale sich fast ganz auf den Hinweis auf Müller & Troschel's Beschreibung beschränkt, theils aus dem Mittelmeer (2 Exemplare ohne genaviere Fundortsangabe, 1 von Toulon), theils von La Rochelle und aus der Bucht von Ar- cachon. Mit dem einzigen Zusätze, dass Perrier nur 3 oder 4 untere Eandstacheln, statt wie Müller & Troschel 4 oder 5, angiebt, ist alles, was wir über die Merkmale dieser Form wissen, in der von Troschel verfassten Diagnose im »System der Asteriden« enthalten. Bei dieser Sachlage war es mir von besonderem Interesse, in der Bonner Sammlung ein von Messina stammendes, altes und etwas misshandeltes, fälschlich als A. jonstoni bestimmtes Spiritus-Exemplar vorzufinden, das ich für nichts anderes als serratus halten kann, das mir aber zugleich zu beweisen scheint, dass es sich dabei nur um eine Varietät von A. pentacanthus handelt. Das Thier hat eine Länge von 112 mm; der Armradius misst 62, der Scheibenradius 15 mm; die Zahl der oberen Randplatten beträgt 29 und die basale Breite des Armes ist 16,5 mm. Das Verhältniss r : R = 1 : 4,13; das Verhältniss der Armbreite zu R =: 1 : 3,76, und die Zahl der Rand^ilatten verhält sich zu R wie 1 : 2,14. Die Zahl der oberen Randplatten ist also etwas kleiner als bei gleichgrossen typischen pentacanthus. Andere Unterschiede von pentacanthus sind nur in Betreff der Be- waffnung der oberen und unteren Randplatten vorhanden, während Paxillen, Madreporen- platte. Terminalplatte, Adambulacralbewaffnung, Mundbewaffnung und Ventrolateralplatten ganz übereinstimmen. Zu Müller »& Troschel's Beschreibung passt das vorliegende Exemplar eben- falls bis auf einige unbedeutende Punkte, die sich gleichfalls auf die Bewehrung der Rand- platten beziehen und sogleich erläutert werden sollen. Auf den oberen Randplatten, die im übrigen ganz ebenso granulirt sind wie bei echten pentacanthus, erhebt sich, namentlich in den Armwinkeln und in den äusseren zwei Dritteln des Armes, meistens, aber nicht immer, ein in der Nähe des oberen Plattenrandes oder doch nicht weit davon entfernt stehendes , gröberes Granulum zu einem kurzen , bis 1 mm hohen, kegelförmigen Stachelchen. Mitunter geschieht das nicht nur mit einem, sondern mit zwei oder drei Granula, die dann eine kurze Querreihe bilden; doch bleibt auch dann das oberste Stachelchen grösser, während das zweite oder auch dritte den Uebergang zu den gewöhnlichen Granula der oberen Randplatten macht. Der ganze Unterschied zu der MüLLER-TRoscHEL'schen Beschreibung liegt hier nur darin, dass diese Autoren 2, 3 oder mehr Stachelchen angeben, ich dagegen an meinem Exemplare meist nur eines und nur ausnahmsweise 2 oder 3 finde. Untere Randstacheln stehen im proximalen Armabschnitt, so wie Perrier angiebt, nur drei oder vier auf je einer Platte, während bei typischen pentacanthus vier bis sechs Astropecten pentacanthus var. senatiis. 49 vorhanden sind. Von diesen Stacheln soll nach Müller & Troschel «der dritte vom Rande aus«, also, da damit der äussere Rand der Platte gemeint ist, der drittoberste der längste sein, während bei typischen pentacanthus der zweitoberste der grösste ist. Bei dem vorliegenden Exemplare finde ich nun, dass der drittoberste allerdings verhältnissmässig länger ist. als er bei typischen Individuen zu sein pflegt, dass er auch die Länge des zweitobersten erreichen kann, aber sie doch nie übertrifft und in der Regel etwas dahinter zurückbleibt. Beide Stacheln, der zweitoberste und der drittoberste, zeichnen sich durch ihre Schlankheit aus und werden bis 4,5 mm lang; im Armwinkel nehmen sie wie bei typischen Vertretern der Ait eine abgeplattete Form an. Nach dem Gesagten wird wohl kein Zweifel sein, dass man auf solch unbedeutende, der Variabilität stark unterworfene Unterschiede hin keine besondere Art von pentacanthus abtrennen kann. Aber als Varietät kann man serratus gelten lassen und als ihre Merkmale angeben, dass 1. die Zahl der oberen Randplatten etwas kleiner ist; 2. einzelne Granula der oberen Randplatten sich zu winzigen Stachelchen erheben; 3. die unteren Randstacheln etwas sparsamer an Zahl, dafür aber länger werden. Zu dieser Varietät gehört auch der von Marion (1883 Nr. 2) unvollständig beschriebene und als Astropecten mülleri M. Tr. bezeichnete Seestern, den er südlich von Marseille aus 108 m Tiefe fischte'). Im Anschlüsse an die Besprechung des A. serratus mögen einige Bemerkungen über eine andere angebliche Art folgen. Astropecten hispidus M. T. = A. pentacanthus var. serratus. In Müller & Troschel's System der Asteriden wird p. 73 nach einem im Leydener Museum befindlichen Exemplare unbekannter Herkunft eine neue Art unter dem Namen A. hispidus beschrieben. Mehr ist in der Litteratui- über diese Form nicht vorhanden, als dass Giebel (1862, p. 325) zwei Exemplare aus dem Museum zu Halle erwähnt, die gleichfalls einer Fundortsangabe ent- behren und sich nur dadurch von Müller & Troschel's Beschreibung unterscheiden, dass der äusserste Randstachel nicht kürzer ist als die beiden vorhergehenden. Vergleicht man nun jene von Troschel herrührende Original-Diagnose mit dem mir vorliegenden se?7-a^«s-Exemplare, so stimmt sie ganz gut dazu, wenn man dabei die verschiedene Grösse und die dadurch be- dingte Verschiedenheit in dem Verhältnisse r : R und in der Zahl der oberen Randplatten be- rücksichtigt. Auch im Pariser Museum waren nach Perrier's Mittheilung einzelne serratus- Exemplare als hispidus bestimmt. Ferner konnte ich durch die Güte des Herrn Prof. Gre- NACHER die beiden von Giebel erwähnten Exemplare in Augenschein nehmen und fand meine Vermuthung, dass es sich um eine mit serratus übereinstimmende Form handle, bestätigt. Ich trage deshalb kein Bedenken, der seit Müller & Troschel von Niemandem wiedergefundenen Art A. hispidns dadurch ein Ende ihres zweifelhaften Daseins zu bereiten, dass ich sie als identisch mit der Varietät serratus ebenfalls zu pentacanthus ziehe. 1 ) Durch Makion's iri-thümliche Meinung, dass er den echten A. mülleri = irregularis bei Marseille aufgefunden habe, erklärt sich, dass Sladen (1889, p. 1(15 u. 7:^4) den A. irregularis Linck als Bewohner des Mittelmeeres aufführt. Zoul. Station 2. Neapel, Fauna und Flora, Golf tod Neapel. Seesterne. 7 50 Astropectinidae. 5. Art. Astropecteii jonstoiii (Delle Chiaje). Taf. 2, Fig. 3; Taf. (i, Fig. 0- 1825 Asterias jonstoni Delle Chiaje Vol. 2, p. 356; T. IS, f. 4. 1837 Asterias jonstoni Fhilippi p. 193. 1840 Asterias aranciaca var. aculeis marginalibus mini- mis Deshayes bei Lamarck Vol. 3, p. 251. 1841 Asterias jonstoni Delle Chiaje Vol. 4, p. 58; Vol. 5, p. 123—124; T. 125, f. 4; T. 130, f. 23'). 1844 Astropecten squamatus Müller & Troschel p. 1S2. 1859 Astropecten aster De Filippi p. 64 — 65. 1862 Astropecten jonstoni -j Dujardin & Hupe p. 422 (partim). 1862 Astropecten squamatus Dujardin & Hupe p. 427. 1864 Astropecten aster Lütken p. 129 — 132. 1875 Astropecten platyaeanthus Perrier p. 354 — 355. 1875 Astropecten jonstoni Perrier p. 359 — 360 (partim). 187S Astropecten aster Perrier p. 33, 89. 1878 Astropecten squamatus Perrier p. 90. 1879 Astropecten squamatus Ludwig p. 543. 1879 Astropecten jonstoni Ludwig ^j p. 544 (partim). 1879 Astropecten aster Marion p. 39. 1880 Astropecten squamatus Ludwig p. 57 — 61. 1883 Astropecten squamatus Marion (Nr. 1) p. 54. 1885 Astropecten squamatus Carus p. 90. 1888 Astropecten squamatus Cuenot p. 33 — 35, 55, 82, 83, 107, 115; T. 3, f. 5, 7; T. 8, f. 2, 5, 10. 1889 Astropecten jonstoni Sladen p. 195, 737. 1893 Astropecten squamatvis Marchisio p. 4 — 6. 1894 Astropecten squamatus Koehler p. 411). 1896 Astropecten squamatus Marchisio p. 3. Diagnose. Grösse bis TU mm. r : R r= 1 : 3. 2 — 3 Querreihen von Paxillen auf je 1 obere ßandplatte. Paxillenki-onen mit einem äusseren, aus 11 — 13, und einem inneren, aus 6 — 8 Stachelchen gebildeten Kranze und 1 centralen Stachelchen. Zahl der oberen Randplatten durchschnittlich 26 (19 — 30). Obere Randplatten gewölbt, dicht granulirt, mit einem kleinen Stachel, der namentlich im proximalen und distalen Armabschnitt häufig fehlt. Untere Rand- platten mit nacktem, von zierlichen Schuppen eingefassten Mittelfeld, das auf der 1. und auf den letzten Platten ebenfalls beschuppt sein kann, und mit (im mittleren Armabschnitt) 2 gleich- oder ungleichgrossen Randstachelu. Adambulacralplatten mit 3 inneren (der mittlere grösser) und 3 äusseren (der mittlere besonders gross) Stacheln und mit 2 — 4 kleineren sub- ambulacralen Stachelchen. Mundeckplatten auf ihrer ganzen ventralen Fläche (ähnlich wie bei A. aurantiacus) dicht bestachelt; jede mit 3 oder 4 Mundeckstacheln. Madreporenplatte mit einer Einbuchtung des oberen Randes. Färbung grünlich oder bräunlich olivenfarbig mit blauen oberen Randplatten. Nicht weniger als dreimal ist die vorliegende Form, die in ihrer Gattungszugehörig- keit dieselbe einfache Geschichte wie die beiden vorhergehenden Arten hat, als neue Art beschrieben worden, zuerst von Dellb Chiaje (1825) unter dem Namen jonstoni, dann von Müller & Troschel (1844) als squamatus und endlich von De Filippi (1859) als aster. Dass De Filippi's A. aster mit Müller & Troschel's squamatus identisch sei, wurde schon von Lüt- 1) Nicht f. 25, wie es in meinem Prodromus 1S79, p. 543 durch Wiederholung eines im Delle Chiaje- sohen Text stehenden Druckfehlers heisst. 2) DuJAKDiN & Httpe schreiben johnstoni statt Jonstoni. Delle Chiaje hat die Art zu Ehren des Johannes JoNSTONTJS (1603 — 1675) genannt, der zwar eigentlich John Johnstone hiess, sich aber in seinen wissenschaftliehen Publicationen stets Jonstonus sehrieb. 3) Von den dort aufgeführten Citaten gehören Astropecten jonstoni Müller & Troschel und A. jonstoni Heller nicht hierher, sondern zu A. spinulosus. Astropecten jonstoni. ^J KEN (1864) vermuthet, aber erst von mir (1880) sicher nachgewiesen und neuerdings von Marchisio (1893) bestätigt. Dass aber auch squamatus unter die SjTionyme gehört, weil iden- tisch mit Delle Chiaje's jonstoni, wurde erst von Sladen (1889) mit Bestimmtheit ausgesprochen, nachdem ich (1879) nur eine dahin zielende Vermuthung geäussert hatte. Bei meinem letzten Aufenthalte in Neapel konnte ich mich von der Richtigkeit meiner früheren Vermuthung durch Vergleichung zahlreicher lebender Exemplare mit Delle Chiaje's Abbildungen und Be- schreibungen überzeugen'). Demnach sehe ich mich gezwungen, den Namen dieser Art, die ich in meinem Prodromus squamatus genannt habe, in jonstoni abzuändern. Sie ist die kleinste unter den mittelmeerischen Astropecten-A\ie\). und zeichnet sich durch einen zarten, zierlichen Habitus (Taf. 2, Fig. 3) aus. Ihre Arme sind verhältnissmässig kürzer und an der Basis breiter als bei den anderen Arten; die Seitenränder verlaufen bis zu dem ziemlich spitzen Ende der Arme in gerader Richtung und biegen in den Armwinkeln in flacherem Bogen in einander um, als es bei den anderen Arten der Fall ist. Die dünne Rückenhaut ist im Leben leicht gewölbt, mit fünf den Interradien entsjjrechenden, seichten Einsenkungen. die in den Armwinkeln an den oberen Randplatten beginnen und etwa halb so lang sind wie der Radius der Scheibe; unterhalb dieser Einsenkungen befestigen sich die interbrachialen Septen an die innere Fläche der Rückenhaut. Die mittlere Partie des Scheibenrückens erhebt sich zu einer niedrigen, flach gewölbten bis kegelförmigen Protuberanz, die im lieben nicht immer deutlich ist, an den Spiritus-Exemplaren aber, deren Rückenhaut im übrigen einsinkt und flacher wird, in der Regel deutlich hervortritt. Bei jungen Thieren ist die Protuberanz durch- Aveg höher als bei älteren. Bei jungen und alten Exemplaren fallen an der stark abgeflachten Bauchseite die von einem zierlichen Schuppensaume eingefassten nackten Mittelfelder der unteren Randplatten sofort ins Auge. Die Zahl der Arme beträgt an allen in der Litteratur erwähnten Exemplaren fünf, ebenso an allen, die mir vor Augen gekommen sind, mit alleiniger Ausnahme eines viex- armigen Thieres, das sich in der Sammlung der zoologischen Station zu Neapel befindet. Das grösste der mir vorliegenden Exemplare hat eine Länge von ßS mm. Lütken hatte, wie sich aus den von ihm mitgetheilten Maassen des Armradius ableiten lässt, Exemplare vor sich, deren grösstes etwa 65 mm lang war. De Filippi's Thiere überschritten die Länge von 60 mm nicht. Man wird also nicht fehl gehen, wenn man rund 70 mm als die normale Maximalgrösse der A^t ansieht. Das schliesst nicht aus, dass in seltenen Ausnahmefällen eine noch bedeutendere Grösse erreicht werden kann; Philippi giebt nämlich für sein Exemplar die Länge von 3 Zoll = annähernd SO mm an. Der Scheibenradius verhält sich zum Armradius bei den 22 Exemplaren der Tabelle im Durchschnitt wie 1:2,93, also rund wie 1:3 Minimum 1:2,5; Maximum 1 : 3,22) . Bei den 1 1 grösseren Exemplaren der Tabelle erhält man das Duichschnittsverhältniss 1) Ich kanti deshalb Koehler 1894) nicht zustimmen, wenn er in seiner vor Kurzem erschienenen Schrift über die Echinodermen des Golfes von La Ciotat Asterias jonstoni Delle Chiaje als Synonym zu Astropecten spmu- losiis stellt. 52 Astropectinidae. Nr. L R r Z AB mm mm mm mm 1 6S 37 11,5 30 14 2 65 33 11 27 12 3 65 36 12 30 14 4 64 34 12 27 13 5 63 37 12 30 13,5 6 60 33 11 27 12,5 7 59 33 11 28 11,5 8 59 33 10,5 28 12,5 9 58 33 U 26 12,5 10 58 31 10 28 11 11 58 32 11 27 12,5 12 55 33 12 26 12 13 52 30 12 26 13 14 51 •29 9,5 28 10,5 15 50 28 9,5 24 10,5 16 49 27 9 25 10 17 47 27 10 25 10 18 44 25 9 25 9,5 19 40 23 8 24 8,5 20 40 22 7 24 9 21 36 21 8 20 8,5 22 33 18 6,5 19 7 1 : 3,03, bei den 11 kleineren 1 : 2,82. Vergleicht man nur die fünf grössten mit den fünf kleinsten, so ergiebt sich für jene r : R ^ l ; 3,03 (Minimum 1 : 2,83; Maximum 1 : 3,22), für- diese r : R =: 1 : 2,83 (Minimum 1 : 2,62; Maximum 1 : 3,14). Diese Ziffern lehren, dass der Arm bei älteren Thieren im Vergleich zur Scheibe nur wenig grösser ist als bei jungen. Unter den übrigen mittelmeerischen Astropecten-Arten ist keine, bei der das spätere Wachsthum des Armes im Verhältniss zum Wachsthum der Scheibe eine so geringe Steigerung erfährt wie bei der vorliegenden. Um das noch näher zu erweisen, habe ich von jeder der fünf Arten: aurantiacus, bispinosus, spinulosus, pentacanthus und jo7istom je zwei Exemplare gewählt, von denen das eine möglichst gross und das andere nur halb so gross war. Von beiden wurde das Verhältniss r : ß berechnet und alsdann die Ziffer, die angiebt, um wievielmal E. grösser ist als r, von dem jüngeren Exemplare zu derselben Ziffer des doppelt so grossen Exemplares in Vergleich gesetzt. Ein Beispiel wird nöthig sein. Bei aurantiacus von 360 mm Länge ist r : R = 1 : 4,44, und bei 182 mm Länge r : R ^ 1:4; also 4 : 4,44 = 1 : 1,1 1. Dieser Werth 1,11 giebt demnach an, iim wieviel bei aurantiacus der Arm- radius während einer Verdoppelung der Gesammtgrösse des Thieres rascher wächst als der Scheibenradius. Bei bispinosus ergab sich, in derselben Weise berechnet, der Werth zu 1,41 Astropecten jonstoni. KQ bei typischen Exemplaren von 165 und 85 mm Grösse, zu 1,71 bei Exemplaren der Varietät platyacantkus von 182 und 90 mm Grösse. Bei spimdosus von 96 und 40 mm Grösse beträgt er 1,42 und hei pentacanthtis von 180 und 95 mm Grösse 1,18. Dagegen fand ich hei jonstoni von 65 und 33 mm Grösse den betr. Werth nur zu 1,08. Ordnet man die fünf Arten nach diesem Gesichtspunkte in eine aufsteigende Reihe, so folgen aufeinander jonstoni, aurantiacus, pentacantkus, bispinosus, spinulosus und endlich hispinosus var. platyacantkus. Vergleicht man die von mir für das Verhältniss r : R bei der vorliegenden Art gefundenen Ziffern mit den Angaben früherer Autoren, so ist zunächst zu bemerken, dass Philippi's (1837) Bemerkung 2 r : R = 1 : 1,3, d. h. r : R = 1 : 2,6, bei einer Grösse des Thieres von rund 80 mm nicht recht stimmt, sodass man Zweifel daran bekommt, ob wirklich Philippi's Form, wie er annimmt, mit Delle Chiaje's jonstoni identisch ist. Doch muss man diesen Zweifel unterdrücken, wenn man seine einzig und allein auf die vorliegende Art passende Bemerkung, dass die un- teren Randplatten nackt seien, daneben hält. Müller & Troschel's (1844) Angabe 1 : 3 stimmt, wie ich mich an ihrem Originalexemplar überzeugen konnte, durchaus mit meinem Ergebniss überein. De Filippi (1859) drückt sich über das Verhältniss der Armlänge zur Grösse der Scheibe so aus, dass man auf den ersten Blick glaubt, es sei wesentlich von dem Werthe 1 : 3 verschieden. Er sagt nämlich »diametro disci ad longitudinem radiorum uti I : 1«. Doch erweist sich die vollständigste Uebereinstimmung mit Müller & Troschel's Behauptung, so- bald man überlegt, dass De Filippi unter Armlänge nicht die Länge des ganzen Antimers, sondern nur die Länge des freien Armes, von der Scheibe an gemessen, meint. Dass seine Worte so verstanden werden müssen, geht übrigens auch zweifellos aus den Maassen hervor, die neuerdings Marchisio (1893) von den ihm vorgelegenen 19 Originalexemjjlaren De Filippi's veröffentlicht hat. Aus denselben berechnet sich das Durchschnittsverhältniss r : R =: 1 : 2,9' ; es unterscheidet sich also nur unbedeutend von dem von mir beobachteten Durchschnitt. Die Diff"erenz erklärt sich daraus, dass De Filippi's Exemplare sich alle zwischen einer Länge von 46 — 60 mm bewegen, die meinigen dagegen von 33 — 68 mm schwanken; greife ich aus meiner Tabelle nur die 12 Exemplare von 47 — 60 mm Grösse heraus (Nr. 6 — ^17), so erhalte ich für diese das Verhältniss 1 : 2,92, also ganz übereinstimmend mit den De FiLiPpfschen Exemplaren. Ebenso trifft es im Ganzen zu, wenn Lütken (1864) mittheilt, dass bei Thieren, deren R zwischen 25 und 33 mm schwankt, r:R höchstens 1 : 3 beträgt; doch giebt es kleine Aus- nahmen davon; z. B. ist bei meinem Exemplar No. 8 r: R = 1 : 3,14, bei No. 10 =^ 1 : 3,1 und bei No. 14 = 1 : 3,05. Die Breite der an ihrer Basis gemessenen Arme beträgt bei den 22 Exemplaren der Tabelle durchschnittlich 11,25 mm, was sich zur durchschnittlichen Länge von R (= 29,77 mm; verhält wie 1 : 2,67. Bei den fünf grössten Exemplaren ergiebt sich dieses Verhältniss wie 1 : 2,66, bei den fünf kleinsten wie 1 ; 2,56. Die Armbreite ist demnach bei jüngeren Thieren 1) Makchisio (1S931 giebt zwar selbst das Verhältniss 1 : 2,.j an; aus seinen eigenen Ziffern geht aber hervor, dass das ein Irrthum ist. r^A AstTopectinidae. im Verhältniss zur Armlänge nur wenig grösser als bei erwachsenen. Schon De Filippi A'erglich die Armbreite mit der Armlänge, d. h. mit der Länge des freien Armes. Letztere beträgt fast das Doppelte von jener und es kann deshalb nur auf einem Versehen beruhen, wenn in De Filippi's Text gerade das Umgekehrte zu lesen steht: »Cinq bras, dont la largeur ä la base mesure deux fois la longueur«. Die kleinen, aber im Verhältniss zur Grösse des ganzen Thieres doch kräftig ent- wickelten, 0,5 mm hohen und bei ausgebreiteter Krone fast ebenso breiten Paxillen nehmen wie gewöhnlich nach der Armspitze hin, ferner am Rande der oberen Randplatten und in einem hier ziemlich grossen centralen Bezirke der Scheibe an Grösse ab. Im mittleren Ab- schnitte des Armes zählt man quer über den ganzen Armrücken 16 — 18 Paxillen, von denen 4 oder 5 dichter gestellte dem Mittelfelde, die übrigen den Seitenfeldern des Armrückens an- gehören; letztere sind in deutliche Querreihen geordnet, deren man auf die Länge von Randplatten 14 zählt, also 2 — 3 auf je eine Platte. Die PaxiUenkronen setzen sich im peripherischen Theile der Scheibe und im proximalen Armabschnitt aus etwa 20 cylindrischen Stachelchen zusammen, von denen 11 — 13 einen äusseren und 6 — 8 einen inneren con- centrischen Kreis um ein centrales Stachelchen bilden; am häufigsten stehen im äusseren Kranze genau 12 und im inneren genau 6. In der Nähe der Armspitze fällt der innere Kranz allmählich aus und der äussere besteht aus immer weniger Stachelchen. Der Schaft der Paxillen ist am oberen Ende deutlich angeschwollen ; das innere Ende des Schaftes springt etwas über die untere Fläche der Basalplatte vor, sodass man bei der Innenansicht der Rücken- haut an einem getrockneten Exemplare auf der Mitte einer jeden Basalplatte eine niedrige warzenförmige Vorwölbung antrifft. Die Basalplatten selbst sind, wie bei den übrigen Arten, stets ohne unmittelbare Verbindung miteinander und haben bei 0,5 mm Querdurchmesser auch hier eine hexagonale Grundform, die sich im Mittelfelde der Arme fast kreisförmig abrundet, in den Seitenfeldern aber weniger als bei den anderen Arten in die Länge streckt, dafür aber ihre abgerundeten Ecken häufiger als kurze Fortsätze hervortreten lässt und dadurch eine sechs- oder auch nur fünf- oder vierarmige Sternform annimmt. Die Papulae stimmen in Form und Anordnung mit denen der anderen mittel- meerischen Astropecteti-Arten überein. Die Zahl der oberen Randplatten beträgt bei den 22 Exemplaren der Tabelle 19 — 30, im Durchschnitt 26; bei den fünf jüngsten Exemplaren zählt man 19 — 25, im Durch- schnitt 22,4, bei den fünf ältesten 27 — 30, im Durchschnitt 28,8. Philippi (1837) giebt für ein grosses Exemplar etwa 30 an; Müller & Troschel (1844) ebenfalls 30, was aber für die Grösse ihres Exemplares wohl ein wenig zu hoch gegriffen ist. De Filippi (1859) spricht von nur 22 Platten, was indessen nach Marchisio (1893) in 25 — 28 zu berichtigen ist und dann auch nach meinen Beobachtungen für 46 — 60 mm grosse Thiere zutrifft mit der alleinigen unbedeutenden Ausnahme, dass mein Exemplar No. 15 erst 24 obere Randplatten aufweist. LüTKEN (1864) zählte bei vier Exemplaren, deren R 25 — 33 mm maass, 26 — 28 Platten, während ich bei ebenso grossen 24 — 28 antraf. Astropecten jonstoni. 55 Bei meinen fünf jüngsten Thieren verhält sich die Randplattenzahl zu der in mm ausgedrückten Länge von R diuxhschnittlich wie 1 : 0,97, dagegen bei den fünf grössten wie 1 ; 1,23; bei dem kleinsten wie 1 : 0,95, bei dem grössten wie 1 : 1,23. Die Zahl der oberen Randplatten nimmt also auch bei dieser Art langsamer zu als die Armlänge. Anfänglich misst die Armlänge noch etwas weniger mm, als man Randplatten zählt, und schliesslich etwa V/i mal so viele. Während R sich an Länge verdoppelt hat (von 18 auf 37 mm), hat die Zahl der oberen Randplatten nur um rund die Hälfte ihrer anfänglichen Ziffer zugenommen (von 19 auf 30). Die dorsale Fläche der oberen Randplatten geht durch eine im Armwinkel schärfere Wölbung in die laterale Fläche über. Bei erwachsenen Exemplaren hat die erste obere Rand- platte an ihrem oberen Rande eine Länge von 1 mm; in der Armmitte beträgt die Länge der Platten ebensoviel, sinkt dagegen an der Armspitze auf 0,75 mm. Die Breite der ersten Platte misst 3 — 4 mm, während sie im mittleren Armabschnitt 2,5 — 2,25 und an der Armspitze nur noch 1,25 — 1 mm beträgt. Oberflächlich sind die Platten ganz dicht mit Granula bedeckt, die an den Rändern der Platte an Dicke abnehmen; vom adoralen zum aboralen Plattenrande zählt man der Granula (im mittleren Armabschnitt) 6 oder 7. Nach Müller & Troschel (1844) sollen die oberen Randplatten der Stacheln vollständig entbehren. Aber schon an ihrem Originalexemplare konnte ich (1880) vereinzelte kurze Stacheln nachweisen. Nach Lütken's (1864) und meinen übereinstimmenden Beobachtungen ist das völlige Fehlen dorsaler Randstacheln der seltenere Fall ; viel häufiger sind sie vorhanden und zwar nicht nur bei alten, sondern auch bei jungen Thieren, sodass man ihr Auftreten keineswegs etwa als eine Alterserscheinung auffassen kann. Das Unbeständige in ihrem Vorkommen und Fehlen, auf das übrigens schon De Filippi (1859) hingewiesen hat, scheint ganz individueller Art zu sein. Bei sieben Exemplaren von 40 — 68 mm Grösse fand ich z. B. bei einem (68 mm grossen) alle dorsalen Randplatten mit Ausnahme der beiden ersten, bei vier anderen (40^ — 58 mm grossen) alle mit Ausnahme der (drei oder) vier ersten bestachelt*); bei dem sechsten Exemplare (von 51 mm Ijänge) ist an einem Arme eine einzige Platte, die zehnte, bestachelt, alle übrigen sind ohne >Stacheln; bei dem siebenten Exemplare endlich (von 59 mm Länge) sind alle dorsalen Randplatten ausnahmslos unbestachelt. Ferner zeigte Marchisio (1893) an den De FiLiPPi'schen Originalexemplaren, dass selbst die rechte und linke Seite desselben Armes sich in Zahl und Anordnung der Stacheln recht ver- schieden verhalten kann. Ueberblickt man eine grössere Anzahl von Exemplaren, so stellt sich heraus, dass die Stacheln mit besonderer Vorliebe, wie schon De Filippi bemerkt hat, im proximalen Abschnitt und dann zunächst, worauf auch Lütken hinweist, im distalen Arm- abschnitt in Wegfall kommen, am längsten aber erhalten bleiben auf dem mittleren Theile des Armes. Stets kommt auf eine Platte nicht mehr als ein Stachel und dieser ist auf der 1) In meiner kleinen Abhandlung aus dem Jahre ISSO, p. 59, Zeile 12 von unten heisst es durch ein Ver- sehen bei der Correctur »stachellos« statt »bestaehelt«. — Neuerdings erwähnt Kokhlek (1804), dass seine Exem- plare aus dem Golf von La Ciotat durchweg nur auf den ersten oberen Randplatten der Stacheln entbehren. 56 Astiopectinidae. dorsalen Fläche derselben in der Nähe ihrer Umbiegung in die laterale Fläche so augebracht, dass er auf der Längsmitte der Platte steht und von ihrem oberen Rande um 4 — 6 Granula ent- fernt bleibt. Immer haben die Stacheln die Form eines kleinen, stumpfspitzigen Kegels von etwa 0,5 mm Höhe. Die Terminalplatte besitzt meistens eine Länge von 1,5 und eine Breite von 2 mm und ist mit ähnlichen Granula bedeckt wie die oberen Randplatten. Li der Nähe des Endes der Ambulacralfurche strecken sich die Granula zu ganz kurzen, stumpfen, kegelförmigen Stachelchen, die jederseits von der Furche eine Längsreihe bilden können. Die unteren Randplatten, deren Reihen auch bei dieser Art an der Armspitze um eine Platte länger sind als die der oberen, sind durch ein nacktes, von einem Kranze zierlicher Schüppchen umrandetes Mittelfeld ausgezeichnet, Avie das schon Müller & Troschel (1844) und De Filippi (1859) hervorgehoben haben. Die Schüppchen stehen leicht aufgerichtet, also nicht ganz angepresst, und sind mit ihrem freien Rande stets dem Aussenrande der Platte zugekehrt. Sie sind platt, abgerundet, fast so breit wie lang und am adoralen wie am aboralen Platten- rande in einer einfachen, geschlossenen Reihe geordnet, in der man auf der vierten und fünften Platte erwachsener Exemplare in der Regel je 12 Stück zählt. Am inneren Rande aller mit nacktem Mittelfelde ausgestatteter Platten vermehren sich die Schüppchen, sodass sie hier jenem Rande entlang meistens drei Reihen bilden, deren jede aber nur 3 oder 4 Schüppchen zählt. Auch in der Nähe des Aussenrandes der Platte werden sie zahlreicher, indem sie sich dem Rande parallel gewöhnlich in zwei Reihen zu je drei Stück ordnen, von denen die der äusseren Reihe sich etwas mehr in die Länge strecken und dadurch zu den unmittelbar am Aussenrande der Platte angebrachten unteren Randstacheln überleiten. Durch das Einrücken einzelner Schüppchen vom äusseren und vom inneren Rande der Platte in das Mittelfeld kann dieses sich ebenfalls mit Schüppchen füllen. Doch findet das niemals an den Platten des mittleren Armabschnittes statt. Hier bleibt also immer das nackte Mittelfeld deutlich erhalten, während die erste und eine verschiedene Anzahl der letzten Platten eine vollständige Be- schuppung erhalten können und in der grossen Mehrzahl der Fälle auch wirklich erhalten. Bei vollständiger Beschuppung ist dann die ganze Platte mit 3 oder 4 quer zur Ambulacralfurche verlaufenden Reihen von Schüppchen bedeckt. An der ersten Platte fand Marchisio (1893) unter 19 Exemplaren zehnmal ein ganz nacktes, sechsmal ein theilweise und dreimal ein voll- ständig beschupptes Mittelfeld. Ebenso liegen auch mir Exemplare mit und ohne nacktes Mittelfeld auf der ersten Platte vor. Viel seltener, richtiger nur ganz ausnahmsweise, besitzen die sämmtlichen distalen Platten das nackte Mittelfeld ; aber es beginnt bei den einen Exem- plaren die Bedeckung des Mittelfeldes in viel weiterem Abstände von der Armspitze als bei anderen, so z. B. bei den einen schon auf der 11. oder 14., bei anderen erst auf der 18. oder 24. Platte; immer sind alsdann auch alle übrigen bis zur Armspitze folgenden Platten voll- ständig beschuppt. Ueber die Zahl der am Aussenrande der unteren Randplatten stehenden unteren Randstacheln lauten die Angaben der Autoren nicht ganz übereinstimmend; doch lässt sich Astropecten jonstoni. R'r der Widerspruch leicht durch Vergleichung einer grösseren Anzahl von Exemplaren heben. Philippi (1837) giebt nur einen Randstachel auf jeder unteren Randplatte an, Delle Chiaje (1825, 1841) und Lütken (1864) einen oder zwei, Müller & Troschel (1844) und De Filippi (1859) zwei und Marchisio (1893) zwei oder mehr. Alle diese Beobachtungen treffen zu je nach dem Exemplare, das man gerade vor sich hat, und je nachdem, ob man den proximalen oder den mittleren Armabschnitt untersucht. Bei grossen Exemplaren linde ich in der Regel die folgenden Verhältnisse, mit denen Lütken's Angaben am besten übereinstimmen: die erste Platte besitzt nur einen Randstachel, ebenso die zweite; bei der dritten und vierten tritt zu diesem Randstachel noch ein kleinerer hinzu, der aber auf der vierten schon ebenso gross werden kann wie der andere; von der fünften Platte an sind zwei gleichgrosse Randstacheln vorhanden, neben denen aber von der sechsten Platte an manchmal noch ein dritter kleinerer stehen kann. Häufig kommt es indessen vor, dass die beiden grossen Randstacheln von un- gleicher Grösse sind; dann ist immer der aborale derjenige, der den anderen erheblich an Länge und Breite übertrifft. Diese, namentlich im proximalen Theile des Armes häufige Un- gleichheit der beiden Stacheln haben sowohl Delle Chiaje („spina unica, compressa, sub- spatulata, saepius inaequaliter geminata") als auch De Filippi und Marchisio beobachtet und ich selbst habe sie an einem der Müller & TroscHEL'schen Original - Exemplare wieder- gefunden. Die Stacheln stehen nebeneinander, d. h. in der Längsrichtung der Arme hinter- einander, sind horizontal gerichtet, in dorsoventraler Richtung abgeplattet, ziemlich breit, an ihrem freien Ende gewöhnlich kurz zugespitzt oder lanzettförmig und werden 2 — 2,5 mm lang. Ventrolateralplatten fand ich bei einem 64 mm grossen Exemplare jederseits von der interradialen Hauptebene nur sechs , die sich in einer einzigen Reihe bis zur sechsten Adambulacralplatte erstreckten. Die vier ersten sind etwas grösser und nehmen den Raum zwischen der ersten unteren Randplatte und den vier ersten Adambulacralplatten ein ; die beiden letzten sind kleiner, nur halb so gross wie jene und liegen zwischen der zweiten unteren Randplatte und der fünften und sechsten Adambulacralplatte. Oberflächlich sind die Ventrolateralplatten mit aufgerichteten, etwas abgeplatteten, stumpf endigenden, kleinen Stachelchen bedeckt, die den Uebergang von den Schüppchen der unteren Randplatten zu den Stacheln der Adambulacralplatten machen. Die Adambulacralplatten sind im mittleren Armabschnitte anderthalbmal so zahl- reich wie die Randplatten. Die eigentlichen Adambulacralstacheln sind so angeordnet, dass sie, wie schon De Filippi (1859) und Müller & Troschel (1844) angeben, auf jeder Platte eine innere und eine äussere Längsreihe bilden, von denen eine jede aus drei Stacheln zusammengesetzt ist (s. Figur auf p. 3). Unter den drei Stacheln der inneren Reihe ist der mitt- lere leicht säbelförmig comprimirt und gebogen, erheblich länger und auch ein wenig dicker als die beiden anderen, die unter sich gleichgross sind und die Form eines nur wenig gebogenen, cylin- drischen Stäbchens haben. Auch unter den drei Stacheln der äusseren Reihe ist der mittlere durch seine Grösse ausgezeichnet; er ist nicht nur länger (bis 1,5 mmlang^ breiter, dicker und da- bei verhältnissmässig doch platter als seine beiden mehr cylindrischen Nachbarn, sondern über- Znol. Station z. Noiipel, Fauna nnd Flora, Golf von Neapel. Seeeterne. i^ 53 Astropectinidae. trifft überhaupt durch seine Stärke alle anderen Stacheln der Adambulacralplatte. Seine Spitze hat eine kurz abgestumpfte Gestalt. Die besondere Grösse dieses Stachels hat schon De Filippi bemerkt; aber es ist nicht ganz zutreffend, wenn er ihn conisch nennt, da er in der Quer- richtung des Armes deutlich abgeplattet erscheint. Weiter nach aussen von den eben be- schriebenen Stacheln trägt jede Adambulacralplatte noch 2 — 4 kleinere Stacheln, die von allen früheren Autoren mit alleiniger Ausnahme von Lütken (1864) unbeachtet gelassen worden sind. Indessen fasste Lütken sie nicht als eine besondere Gruppe auf, sondern warf sie mit den drei Stacheln der äusseren E-eihe zusammen; so erklärt es sich, dass er im Gegensatze zu De Filippi und Müller & Tkoschel, statt von drei von fünf bis sechs äusseren Adambulacral- stacheln spricht. — Auf der dritten und zweiten Adambulacralplatte vermehrt sich die Zahl der äusseren Adambulacralstacheln und der subambulacralen Stacheln; zugleich wird der sonst durch seine Stärke ausgezeichnete mittlere unter den äusseren kleiner und den anderen ähn- licher. Noch reichlicher ist die Bewaffnung der ersten Adambulacralplatte; ausser den drei Stacheln der inneren Reihe trägt sie eine quer zur Armfurche verlaufende Doppelreihe von je 8 oder 9 kleinen, gleichgrossen, cylindrischen Stachelchen. Die Mund eckplatten (Taf. 6, Fig. 9) sind auf ihrer ventralen Oberfläche ziemlich dicht mit stumpf endigenden Stachelchen bedeckt, von denen eine Reihe dem suturalen Rande entlang läuft und aus sieben bis neun Stachelchen besteht ; auf diese Reihe folgen, fast parallel damit verlaufend, noch zwei allmählich kürzere und dementsprechend weniger stachelreiche Reihen; ferner sind auch der distale und ambulacrale Rand der Platte mit ähnlichen geformten Stacheln besetzt, die am ambulacralen Rande um so mehr- an Grösse (bis zum Doppelten) zu- nehmen, je näher sie der interradialen Hauptebene stehen. Blickt man von der Dorsalseite auf eine Mundecke, so sieht man sie jederseits von der interradialen Hauptebene mit drei grösseren, etwas gebogenen, stumpf endigenden Muudstacheln besetzt, die an Länge und Dicke abnehmen und an die sich manchmal noch ein kleinerer vierter anschliesst. Bis jetzt ist die Mundbewaffnung nur von Lütken (1864) ganz kurz beschrieben worden. An seinen Exemplaren fand er jederseits von der interradialen Hauptebene zwei längere und zwei kürzere Mundeck- stacheln, was nach meinen Beobachtungen zwar mitunter, aber durchaus nicht immer der Fall ist, da der vierte Stachel so klein und so gestellt sein kann, dass er sich von den Stachelchen der ventralen Überfläche der Platte nicht unterscheiden lässt. Die Madreporenplatte hat eine Länge von 2 — 2,75 mm (bei erwachsenen Thieren) und eine Breite von 2 — 2,25 mm; meistens ist sie etwas länger als breit, doch kann auch das Umgekehrte der Fall sein. Ihr sonst annähernd kreisförmiger ümriss besitzt in der Mitte des oberen Randes eine Einbuchtung, in welche sich ein Paxillus eindrängt, der bald durch seine Grösse, bald durch seine Kleinheit sich von den nächststehenden Paxillen des Scheibenrückens unterscheidet, aber auch gleichgross mit diesen sein kann. Die frei zu Tage liegenden Furchen der gewölbten Oberfläche convergiren in ihrem wellenförmigen, hier und da zusammenfliessenden Verlaufe nach der Einbuchtung des oberen Randes. Wie schon De Filippi (1859) angegeben hat, zählt man zwischen dem unteren Rande der Platte und den oberen Randplatten drei bis vier Paxillen. Astropecten jonstoiii. gQ Dieser Abstand hat eine l.änge von 1,5 — 2 mm, beträgt also, entsprechend den Angaben von MCller & Troschel (1844) und Marchisio (1893), ungefähr ebensoviel wie die eigene l>änge der Platte. Vom Mittelpunkte der Scheibe ist der obere Rand der Platte etwa 7 mm, also das 3 — 3'/2 fache der Plattenlänge entfernt. In der Rückenansicht (Taf 2. Fig. 3) des Thieres fällt stets auf, dass die oberen Rand- platten einschliesslich der Terminalplatten eine blaue bis blaugraue Farbe haben, von der sich die Färbung der am Rande hervorstehenden unteren Randstacheln scharf absetzt ; letztere sind nämlich gelblichweiss, an ihrer Basis orangegelb und haben kurz über ihrer Basis einen bräun- lichen Fleck. Das Blau der oberen Randplatten ist bald dunkel, bald (an anderen Exemplaren heller, ebenso das Orange der unteren Randstacheln. Im Uebrigen ist der Rücken grünlich oder bräunlich olivenfarbig, auf der Längsmitte der Arme dunkel. Manchmal hat der ganze Rücken eine blaugrüne, helle Färbung; aber auch dann sind die oberen Randplatten ent- schiedener blau als der übrige Rücken. Die Madreporennlatte zeichnet sich meistens durch etwas hellere Färbung vor ihrer Umgebung aus und hat mitunter einen fahl röthlichen Anflug. An der Unterseite sind die nackten Stellen der unteren Randplatten blass zinnoberroth, sonst ist die ganze Bauchseite gelblich- weisslich. Die Füsschen sind farblos. In horizontaler Richtung ist die Verbreitung der Art beim dermaligen Stande unserer Kenntnisse beschränkter als die irgend einer anderen mittelmeerischen Astropectcii- Art, da alle bis jetzt bekannten sicheren Fundorte ausschliesslich dem westlichen Mittelmeere') angehören. Sie ist bis jetzt gefunden worden: an der sicilianischen Küste (Philippi, bei Messina durch Troschel [nach Exemplaren in der Bonner Sammlung]), bei Neapel (Delle Chiaje, Savignt [Pariser Museum], Lütken, ich), bei Livorno (De Filippi), im Golf von La Ciotat (Koehler) , im Golf von Marseille (Marion) , bei Banyuls (Cuenot) und endlich an der Küste von Algier bei Oran und Bone (Pariser Museum). Ausserhalb des Mittelmeeres ist sie bislang noch nirgends festgestellt worden; der von Müller & Troschel (1844) angegebene Fundort: »an der Insel Föhr« muss, wie auch schon Lütken vermuthete, auf irgend einem Versehen beruhen, da sich, wenn dieser Fundort richtig wäre, doch seitdem sicherlich noch weitere Exemplare dort oder sonst in der Nordsee gefunden haben müssten. Die Art als eine nordische zu bezeichnen, wie das Marion (1883) thut, liegt demnach gar keine ausreichende Veranlassung vor. Ueber die verticale Verbreitung bemerkt Koehler (1894), dass die Species im Golf von La Ciotat nur in der geringen Tiefe von 3 — 4 m angetroffen wird und sich auf Sandboden aufhält. Marion (1883) fand sie im Golf von Marseille in 3 — 10 m im Sand, und Marchisio (1896) giebt an, dass sie bei Rapallo wenige Centimeter unter dem Wasserspiegel zwischen Ij Pekkier (1S78) führt zwar in seiner Arbeit über die geographische Verbreitung der Seesterne p. 89 die Art auch aus dem adriatischen Meere an, und auch Stossich (1883, p. 189) nennt sie von Lesina; doch scheinen mir diese beiden Angaben nur aiif Hellek's Mittheilung (1863) zu beruhen, von der ich oben (p. 32) schon ange- merkt habe, dass sie sich nicht auf die vorliegende Art, sondern auf A. spinulosui bezieht. 8* CA Astropectinidae. Steinen anzutreffen ist. Ueber ihre Nahrung, Fortiiflanzungszeit und Larvenform') fehlen bestimmte Angaben. In ihrer Lebensweise zeichnet sie sich nach Cuenot (1888) durch die- selbe Gewohnheit wie A. spinulosus aus, sich bis auf die Armspitzen und die Rückenprotuberanz in den Sand einzuwühlen. Bei Berührung wird die Protuberanz sofort zurückgezogen; der Rücken flacht sich dann ab und der Seestern sucht sich noch tiefer in den Sand zu ver- stecken. Einige anatomische Beobachtungen hat ebenfalls Cuenot (1S88) mitgetheilt. Anmerkung zur Gattung Astropecten. Im Jahre 1862 hat Giebel eine angeblich neue Astropecten- Axt aus dem »Mittelmeer« unter dem Namen A. gracilis beschrieben. Angenommen, sie wäre wirklich neu, so müsste sie umgetauft werden, denn schon 1840 (p. "2&2) hat Gkay einen Astropecten grudlis von allerdings unbekanntem Fundorte aufgestellt. Da die GiEBEL'sche Beschreibung auf keinen mir aus dem Mittelmeer bekannten Seestern passt, so wandte ich mich an den Director der zoologischen Sammlung in Halle, Herrn Prof. Geenachee, der mir mit freundlicher Bereitwilligkeit das GiEBEL'sche Originalexemplar zur Ansicht schickte. Durch genaue Untersuchxmg desselben konnte ich bald feststellen, dass das Exemplar zwar eine Astropectinide ist, aber nicht mehr in die Gattung Astropecten in ihrem heutigen Sinne gehört, sondern identisch ist mit dem von Sladen (1889) ausführlich beschriebenen Craspidaster hesperus [M.. Tr.j. Was den Fundort angeht, so muss die Angabe, dass das Exemplar der Halle'schen Sammhmg aus dem Mittelmeer herrühre, auf einem Irrthum beruhen, denn der Craspidaster hesperus ist bis jetzt nur von China, Japan, den Phi- lippinen, aus der Banka-Strasse und von SLngapore bekannt. 2. Gattung. Luidia Forbes. Körper niedergedrückt, am Rande bestachelt; untere Randplatten deut- lich, obere zu Paxillen umgewandelt; Scheibe verhältnissmässig klein; Arme lang, schmal, erst im distalen Theile zugespitzt; Rücken der Scheibe und der Arme mit Paxillen besetzt; Ventrale Interradialfelder sehr klein; Ventro- lateralplatten in einer langen Längsreihe; Pedicellarien vorhanden, sitzend, Zangen- bis büschelförmig, aus 2 oder 3 Zaugenstücken gebildet; Papulae viel- lappig; Füs sehen ohne deutliche Saugscheibe; After fehlt. Zwei Arten im Mittelmeere: L. ciliaris (Phil.) und L. sarsi (D. K.). Bestimmungsschlüssel der beiden Arten: Sieben Arme. Seitenpaxillen in 3 Längsreihen. 3 Querreihen von Seitenpaxillen auf je 2 Rand- paxillen. Untere Randplatten mit 4 oder 5 Stacheln ciliaris. Fünf Arme. Seitenpaxillen in 2 Längsreihen. 4 Querreihen von Seitenpaxillen auf je 2 Rand- paxillen. Untere Randplatten mit 3 (selten 4) Stacheln sarsi. l) Ueber eine möglicherweise hierher gehörige Bipinnaria s. die Anmerkung auf p. Ki. Luidia ciliaris. 61 6. Art. Luidia ciliaris (Philippi). Taf. 4. Fig. 1 ,2: Taf. ti, Fig. 25—3(5. 1826 1S36 1837 1839 1840 1840 1840 1841 1841 1842 1S46 1857 1857 1861 1862 1863 1865 1S66 186S Asterias tenuissima Risso') p. 269. Asterias rubens Johnston p. 144 — 146, f. 20 (auf p. 145,. Asterias ciliaris Philippi p. 194. Luidia fragilissima Forbes p. 123 (partim). Asterias pectinata Couch p. 34. Asterias ciliaris Lamarck Vol. 3, p. 258. Luidia ciliaris Gray p. 183. Asterias imperati Delle Chiaje Vol. 4, p. 57 — 58; Vol. 5, p. 123; T. 135, f. 1, 3, 4; T. 171, f. 25; T. 172, f. 8. Luidia fragilissima Forbes p. 135 — 140 (partimi, Abbildung p. 135. Luidia savignyi Müller & Troschel p. 7 7 ^y. Luydia savignyi Düben & Koren p. 254 (partim). Luidia savignyi M. Sars p. 100 — 102. Luidia savignyi Lütken p. 7 1 . Luidia savignyi M. Sars p. 26. Luidia ciliaris Dujardin & Hupe p. 433 (partim). Luidia savignyi Heller p. 444. Luidia savignii Norman p. 117 — HS. Luidia ciliaris Gray p. 4. Luidia savignyi Heller p. 55. 1869 1869 1872 1875 1875 1878 1879 1882 1883 1883 1883 1884 1885 1885 1886 1886 1886 1886 1888 188S Luidia fragilissima Robertson p. 36 — 37. Luidia savignyi Perrier p. 300 — 301; T.18, f 17. Luidia ciliaris Fischer p. 363. Luidia savignyi Möbius & Bütschli p. 146. Luidia ciliaris Perrier p. 340 — 342. Luidia ciliaris Perrier p. 32, 33, 91, 94. Luidia ciliaris Ludwig p. 544. Luidia savignyi Barrois p. 39 — 40. Luidia ciliaris Sladen (»Triton«) p. 155. Luidia ciliaris Stossich p. 187. Luidia ciliaris Marion (Nr. 1) p. 94, 105. Luidia ciliaris Studer p. 43. Luidia savignyi Braun p. 309. Luidia ciliaris Carus p. 91. Luidia ciliaris Preyer p. 30. Luidia savignii Haddon p. 618. Luidia savignii Herdman p. 136. Luidia fragilissima Koehler p. 56 S). Luidia ciliaris Cuenot p. 16 — 18, 28, 31, 35, 42, 65, 77, 82, 83, 92, 93, 95, 108, 115, 132; T. 1, f. 22; T. 2, f. 1; T. 3, f. 3, 15; T. 5, f. 19, 20; T. 6, f. 21—25; T. 9, f 2. Luidia ciliaris Lo Bianco p. 396. 1) Risso verweist zwar selbst bei seiner tenuissima auf Lamakck's tenuispina, sodass man glauben muss, »tenuissima^ sei bei Risse nur ein Druckfehler für y> tenuispina^. Seine Beschreibung der tenuissima passt aber nicht auf tenuispina, mit der vielmehr seine Asterias ruhens identisch ist. Dass Risso's tenuissima sich nicht auf Asterias tenuispina, sondena nur auf Luidia ciliaris beziehen kann, geht schon aus der Schilderung der Färbung, besonders aber daraus hervor, dass er die Arme des siebenarmigen Thieres abgeplattet nennt und nur an den Seiten bestachelt sein lässt, und dass er von den Stacheln hervorhebt, sie seien »sans mamelons«, worxinter er, wie aus seiner Be- schreibung der Asterias glacialis zu ersehen ist, die Pedicellariengruppen rings um die Basen der Stacheln versteht. Wenn nun aber Risso's Asterias tenuissima mit Luidia ciliaris identisch ist, so ist sein Artname der ältere, dem der elf Jahre jüngere Name ciliaris weichen müsste ; wir hätten dann den wunderlichen Fall, dass ein Name die Prio- rität bekommen soll, der nur durch einen Druckfehler entstanden ist und von seinem unabsichtlichen Urheber gar nicht in dem Bewusstsein, dass es sieh um eine damals noch nicht unterschiedene Art handle, gebraucht worden ist. Ich denke, in einem solchen Falle wird man denn doch von einer starren Anwendung des Prioritätsgesetzes Abstand nehmen müssen und dem Thiere den Namen lassen, den ihm derjenige Forscher gegeben, der zuerst eine neue Art in ihm erkannte, 2 Das McLLEK & TKoscHEL'Sche Citat von Audouin's Asterias saiignyi gehört nicht hierher ; alle übrigen Angaben von Müller & Troschel beziehen sieh aber auf die echte L. ciliaris. 3; Aus Koehxer's Notiz geht nicht sicher hervor, ob er unter L. frai)ilissima die L. ciliaris oder die von Forbes damit vermengte L. sarsi nennt. Ich kann also seine Angabe nur mit einigem Zweifel auf L. ciliaris beziehen. 62 Astropectinidae. 1888 Luidia ciliaris Colombo p. 38, 61, 62, 94, 100>). 1888 Luidia savignyi Heape p. 168. 1888 Luidia savignii Henderson p. 332. ISS9 Luidia ciliaris P. Fischer p. 253. 1889 Luidia fragilissima Herdman p. 36. 1889 Luidia savignii Chadwick p. 179. 1889 Luidia ciliaris Sladen p. 245, 246, 248, 254, 681, 698, 740. 1891 Luidia ciliaris Sladen p. 688. 1892 Luidia savignyi Scott p. 82. 1892 1892 1892 1894 1895 1895 1895 1896 1896 Luidia ciliaris Bell (Catalogue) p. 70 — 72. Luidia ciliaris Bell (»Fingal« and >Harlequin«) p. o2o. 324. Luidia ciliaris Bell (»Research«) p. Lxiidia ciliaris Koehler p. 410. Luidia ciliaris Herdman p. 34. Luidia ciliaris Ludwig p. 18 — 21. Luidia ciliaris Koehler p. 318—322; T. 9, f. 5. Luidia ciliaris Koehler p. 448. Luidia ciliaris Koehler p. 50 — -51. Diagnose s. S. 103. Nachdem Forbes die Gattung Luidia aufgestellt hatte, ist über die Zugehörigkeit der vorliegenden von Philippi (1837) aufgestellten Art zu dieser Gattung von keiner Seite irgend ein Zweifel erhoben worden. Um so schwankender ist die Bezeichnung der Art als solcher. Dass der Risso'sche (1826) Namen tenuissima nicht angenommen werden kann, habe ich schon in der dem Litteraturverzeichniss beigefügten Anmerkung auseinandergesetzt. Johnston's (1836) Ai'tnamen ruhens beruht auf einer Verwechslung") mit der echten Asterias rubens L. und kann deshalb ebenfalls keinen Anspruch auf Berücksichtigung erheben. Die Species- namen pectinata von Couch (1840) und imperati von Delle Chiaje (1841) sind ungültig, weil sie jüngeren Datums als der Name ciliaris sind. Forbes (1839) vermengte unter der Be- zeichnung Jragilissima. unsere Art mit Düben & Koren's allerdings nahe verwandter Luidia. sarsi; anderseits haben Müller & Troschel (1842) die L. ciliaris für identisch mit Audouin's Ästerias (Luidia) savigni/i gehalten. Im Folgenden wird Gelegenheit sein, die Unterschiede der L. ciliaris von sarsi näher auseinanderzusetzen. Die späteren Autoren bedienen sich meistens der richtigen Benennung ciliaris, doch gebrauchen auch nicht wenige; in ungerecht- fertigter Weiterschleppung des Müller & TRoscHEL'schen Irrthums, den Namen savignyi. Dass die echte L. savignyi eine ganz andere Art ist, geht aus Perrier's (1S75j und de Loriol's (1885) Untersuchungen zweifellos hervor; es genügt hier darauf zu verweisen. In ihrem Habitus (Taf. 4, Fig. 1) fällt die Art sofort durch die Siebenzahl ihrer Arme auf, die sich bei mittelmeerischen Seesternen regelmässig nur noch hei Asterias tenuispina Lam. vorfindet. Von dieser Art aber unterscheidet sich die Luidia ciliaris ohne Weiteres schon durch die ab- geplattete, mit Paxillen gleichmässig besetzte Rückenseite, durch die reiche Bestachelung der Ai'mränder und durch die Zweireihigkeit der Füsschen. Scheibe und Arme sind auf dem Rücken flach gewölbt. Die ebenfalls abgeflachte Unterseite, die an den Armrändern ver- mittelst der aufwärts gebogenen unteren Randplatten in die Rückenhaut übergeht, trägt ver- hältnissmässig grosse, schlanke, abstehende Stacheln. Trotz der Paxillen ist die Rückenhaut 1) Ob nicht diese von Colombo angeführten Funde von L. dliaris sich alle oder /Aini Theil auf Lntdia xarsi beziehen, ist fraglich. Vergl. darüber die Anmerkung bei Luidia sarsi p. 85. 2) JoHNSTox bezweifelt übrigens schon selbst die Zugehörigkeit der ihm vorliegenden Thiere zu .'Uterias rubens L. Luidia ciliaris. 63 wenigstens bei kleineren und mittelgrossen Exemplaren zart und sehr biegsam. Die Ränder der langen, schmalen, zugespitzten Arme stossen an der verhältnissmässig kleinen Scheibe unter spitzen, scharfen Winkeln zusammen. Alle mir- bekannt gewordenen Exemplare besitzen ausnahmslos sieben Arme. Schon die jüngsten, noch an der Bipinnaria befestigten Individuen sind bereits mit sieben Armanlagen versehen, die unter sich gleichgestaltet sind und dadurch den Gedanken an einen nachti'äg- lichen Einschub zweier Arme an einem ursprünglich fünfarmigen Stern abweisen. Es ist eben die Siebenzahl der Arme bei dieser Art von Anfang an angelegt und zu einem so beharr- lichen Merkmal geworden, dass sie nur ganz ausnahmsweise eine Abänderung erfährt. In der Litteratur finden sich in dieser Hinsicht nur zwei Angaben. M. Sars erwähnt (1857) ein sechsarmiges Exemplar von Messina und Bell (Catalogue, 1892) giebt an, dass auch acht- armige Exemplare vorkommen '). Bei den jüngsten, eben erst an der Bipinnaria entstandenen Thieren sowie bei jugend- lichen Exemplaren, deren II erst 5,5 mm misst (z. B. No. 8 meiner Tabelle^)), stimmen die Nr. L R r Z AB mm mm mm mm 1 — 91 13 70 1 1 2 — 92 182) 75 10,5 3 — 104 13 81 11,5 4 117 16 83 13 5 — 150 20 87 17 6 — 215 23 ?3) 18 7 — 258 28 125 22 8 11 5,5 2,5 12 2^) 9 — 15 4 24 3,5 Arme desselben Individuums unter sich an Länge vollständig überein. Aber schon bei etwas grösseren Exemplaren (z. B. No. 9 der Tabelle) werden sie an Länge ungleich, und bei mittelgrossen und ganz grossen Individuen sind sie das stets mehr oder weniger; so misst z. B. bei dem Exemplar No. 4 der Tabelle der Armradius der sieben Arme: 117, 73, 80. 82, 85, 47 und 90 mm. Die Folge der ungleichen Ai-mlänge ist, dass man für die Länge des 1 ) Einen näheren Nachweis für die Angabe Bell's kann ich in der mir zugänglichen Litteratur nicht finden. 2) Aus der auffallenden Grös.se von r scheint mir hervorzugehen, dass auch der längste Arm dieses Exem- plares, dessen R 92 mm beträgt, eine Regeneration durchgemacht und seine l'rühere Länge noch nicht wieder erreicht hat. Aus diesem Grunde habe ich das Exemplar bei Berechnung der Verhältnisse r : R und AB : R ausser Acht gelassen. ü) Für eine genaue Zählung der Randplatten war dieses Exemplar zu defect. 4) Bei diesem Exemplare allein sind alle sieben Arme gleichlang. g4 Astropectinidae. ganzen Thieres einen verschiedenen Werth erhält, je nach dem Arme, von dem man bei der Messung ausgeht. Aus diesem Grunde habe ich in der Tabelle den Werth für die Länge des ganzen Thieres nur bei dem einen jungen Exemplare eingetragen, dessen Arme gleichlang sind, bei den übrigen aber vv^eggelassen. Zum Verständniss der Tabelle ist ferner zu bemerken, dass ich unter R immer die Länge des grössten der sieben Armradien angegeben habe. Die ungleiche Länge der Arme kann dadurch entstehen, dass bald dieser, bald jener Arm näher oder entfernter von seiner Spitze abbricht und nunmehr der Armstumpf durch Regeneration wieder zu einem ganzen Arme auswächst, der in seiner Länge hinter den unversehrt gebliebenen oder schon früher regenerirten Armen zurückbleibt. Lidessen scheint es mir doch ausser Frage zu sein, dass bei unserer Art auch ohne Verletzung und nachfolgende Regeneration eine ungleiche Länge der Arme lediglich dadurch veranlasst werden kann und veranlasst wird, dass die anfangs gleichgrossen Arme nachher eine ungleichgrosse Geschwindigkeit des Längen-Wachsthumes erfahren. Wenigstens konnte ich an einem kleinen Thiere (No. 9 der Tabelle), bei dem fünf Arme den gleichen Armradius von 1 5 mm besassen, die zwei übrigen aber kürzer sind, an den letzteren keine Spur einer Regenerationsstelle wahrnehmen. Auch bei grösseren Thieren liess sich an den kürzeren Armen häufig trotz alles Suchens keine Regenerationsstelle auffinden. Ebenso bemerkt Bell (Catalogue, 1892), dass auch bei ganz unversehrt gebliebenen Thieren die .ii-me stets von ungleicher Länge sind. Wenn aber Regenerationsstellen deutlich zu sehen sind, so liegen sie bald nahe an der Armbasis, bald weiter davon entfernt. Dass sämmtliche Arme abbrechen und regenerirt werden können, zeigt sehr schön ein in Neapel von mir gesammeltes Exemplar, dessen Scheibenradius 15 mm beträgt. An demselben stellt jeder Arm nur einen kurzen Stumpf von 7, bez. 18, 19, 12, 15, 23, 16 mm Länge dar, der an seinem Ende eine eben in Bildung begriffene, 2 — 3 mm lange Arm- spitze trägt. An dem grössten der mir von Neapel vorliegenden Thiere hat R an dem grössten Arme gemessen eine Länge von 258 mm; wären alle anderen Arme ebenso lang, so würde das ganze Thier eine Länge von rund einem halben Meter besitzen, also fast die Maximalgrösse des Astropecten aurantiacus erreichen. Ein noch grösseres Exemplar, dessen Armradius 350 mm misst, woraus sich eine Gesammtgrösse von rund G30 mm berechnet, erwähnt neuerdings KoEHLER (1895) von La Ciotat; die M. SARs'schen (1857) Exemplare von Messina hatten nur bis 433 mm Durchmesser; doch stammt möglicherweise eines der Müller Sc TßoscHEL'schen (1842) Exemplare, deren Maximalgrösse rund 630 mm betrug, ebenfalls aus dem Mittelmeere. An den englischen Küsten sind nach Angaben bei Forbes (1841) Exemplare mit einem Arm- radius von rund 230 mm keine Seltenheit; ja es lag ihm selbst ein Exemplar mit einem Durch- messer von etwa 600 mm vor. Johnston (1836) giebt 20 engl. Zoll = 508 mm als Maximal- grösse an; Bell's (Cat. 1892) grösstes Exemplar von der englischen Küste hatte einen Armradius von 220 mm. Die Art kann demnach eine Grösse erreichen, welche die Aon Astropecten aurantiacus noch übertrifft. Die sicilianischen Exemplare, nach denen Philippi (1837) die Art aufgestellt hat, hatten dagegen nur einen Armradius von rund 125 mm und bei den meisten Luidia ciliaris. 65 der von mir bei Neapel beobachteten Thiere schwankte die Länge von K zwischen lOO und 200 mm. Das Verhältniss von r : R beträgt bei sechs mittelgrossen und grossen Thieren Nr. 1 , 3 — 7 der Tabelle) im Durchschnitt 1 : 8 (im Minimum 1 : 7 ; im Maximum 1 : 9,35). Damit stimmen auch die Pmuppi'schen Originalexemplare überein, bei denen sich nach seinen Angaben r : R wie 1 : 7,5 berechnet. Bell (1892) bezeichnet mit R = 5 — 7r das Verhältniss etwas zu niedrig; aus den von ihm selbst mitgetheilten Maassen von 5 mittelgrossen und grossen Thieren berechnet sich r : R im Minimum zu 1 : 5,54, im Maximum zu 1 : 8,37, im Durchschnitt zu 1 : 6,(j. Bei meinen beiden grössten Exemplaren beträgt das Verhältni.ss r : R = 1 : 9,35 (bei Nr. 6 der Tabelle) und 1 : 9,21 (bei Nr. 7 der Tabelle). Es trifft also ziemlich genau zu, wenn Müller & Troschel (1842) bei ihren grossen Exemplaren r : R wie 1 : 9 angeben. Bei den vier anderen meiner sechs hier in Betracht gezogenen Exemplare schwankt r : R zwischen 1 : 7 und 1:8. Wie bei den Astropecten-Arten erfahren demgemäss auch hier noch bei den älteren Thieren die Arme im Verhältniss zur Scheibe eine Zunahme ihrer Länge. Bei ganz iugend- liehen Thieren sind die Arme im Verhältniss zur Scheibe sehr viel kürzer, denn bei dem Exemplar Nr. 9 beträgt r : R nur 1 : 3,75 und bei dem Exemplar Nr. S sogar nur 1 : 2,2. Trotz der ungleichen Länge der sieben Arme ist deren Breite an der Basis bei allen mir vorliegenden Exemplaren unter sich gleich. Auch dieser Umstand deutet darauf hin, dass die Siebenzahl der Arme von Haus aus angelegt ist, und zeigt zugleich, dass die Arme, wenn sie ab- brechen, niemals hart an der Scheibe, sondern immer mehr oder weniger davon entfernt ihre Bruch- und Regenerationsstelle haben. Wie die Tabelle des Näheren lehrt, steigt die Armbreite bei Thieren, deren R 91 — 258 mm misst, von 10,5 bis auf 22 mm. Zu der Länge von R verhält sich die Armbreite bei sechs mittelgrossen und grossen Exemplaren Nr. 1, 3 — 7 der Tabelle) durchschnittlich wie 1 : 9,53 (im Minimum 1 : 8,27; im Maximum wie 1 : 11,9). Bei den beiden ganz jungen Thieren (Nr. 8 und 9) berechnet sich das Verhältniss AB : R = 1 : 2,75 (bei Nr. 8) und 1 : 4.28 (bei Nr. 9). Die kräftig ausgebildeten Paxillen, die ich an dem grössten der mir vorliegenden Thiere näher untersuchte, lassen sich in drei Gruppen th eilen: 1) solche, die an den oberen Rand der unteren Randjilatten anstossen ; wir wollen sie die admarginalen oder Rand- paxillen nennen; 2) diesen zunächst gelegene, die sich durch ihre Anordnung in deutliche Querreihen auszeichnen; sie mögen laterale oder Seiten paxillen heissen, weil sie in ihrer Gesammtheit im Verein mit den Randpaxillen die Seitenfelder des Armrückens bilden; 3) die Paxillen des Mittelfeldes der Arme und des Rückens der Scheibe, die keine Anordnung in Querreihen erkennen lassen und mediale oder Mittelpaxillen heissen mögen. Die Randpaxillen bilden eine einfache Längsreihe , die dem oberen Rande der vmteren Randplatten folgt, und sind so vertheilt, dass jeder unteren Randplatte ein einziger admarginaler Paxillus entspricht. Die dann folgenden Seitenpaxillen sind erheblich kleiner und so gestellt, dass sie drei Längsreihen, eine äussere, mittlere und innere, und gleichzeitig Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flora Golf von Neapel. Seesterne. y gß Astropectinidae. Querreiheii bilden, von denen eine jede demgemäss aus drei Stück besteht. Auf 10 untere Randplatten kommen im proximalen Armabschnitte 1 6 Queneihen der Seitenpaxillen ; es kommen also ziemlich genau drei Querreihen auf je zwei untere Randplatten. Das breite Mittel- feld der Arme und die Scheibe, letztere nach Abzug der von den Rand- und Seitenpaxillen besetzten Peripherie, sind von den etwas kleineren, unregelmässig und dicht zusammen- gedrängten Mittelpaxillen eingenommen, deren man quer über den Armrücken im proxi- malen Armabschnitte etwa 10 Stück zählt. Die Paxillenkrone besteht bei den Randpaxillen aus einem Kranze von 18—20 peripherischen, abgerundeten Stachelchen und einer aus 4 — 6 kräftigeren Stachelchen gebildeten centralen Gruppe, in der sich meistens ein Stachelchen durch bedeutendere Stärke von den übrigen unterscheidet. Auf diese Sorte von Paxillen passt am besten die Schilderung Delle Chiäje's (1841): »calicetti (so heissen bei ihm die Paxillen) con l'apice corredato di due ine- guali serie di raggetti muricati, oltre il centrale«. Die Kronen der übrigen Paxillen sind aus einer geringeren Anzahl von Stachelchen gebildet. An den Kronen der Seitenpaxillen (Taf. (i, Fig. 30) zählt man 10—12 peripherische und 1- — 3 dickere, centrale Stachelchen. Die Mittelpaxillen be- sitzen auf den Armen in ihrer Krone meistens 10 peripherische und nur ein dickeres centrales Stachelchen; auf der Scheibe verhalten sie sich ähnlich, doch beträgt hier die Zahl der peri- pherischen Stachelchen in der Regel 12. Bei jüngeren Thieren ist die Zahl der Stachelchen in den Kronen aller Paxillen geringer. So besitzen z. B. bei dem Exemplare Nr. 1 der Tabelle die Seitenpaxillen gewöhnlich nur 8 peripherische und nur 1 (selten 2) viel dickeres, centrales Stachelchen. Die Mittelpaxillen haben bei demselben Exemplare nur 7, 6 oder 5 peripherische Stachelchen und ein centrales, das schwächer ist als das der Seitenpaxillen; nach der Armspitze hin sinkt die Zahl der peripherischen Stachelchen auf 5 oder 4, und das cen- trale fehlt meistens ganz. Auf dem Scheibenrücken dieses Exemplares haben die Paxillen in der Regel 8 peripherische und 1 dickeres centrales Stachelchen. Der Gipfel des Paxillenschaftes hat bei den admarginalen und lateralen Paxillen a on oben gesehen einen deutlich ovalen Umriss, dessen längerer Durchmesser quer zur Längsachse des Armes liegt Delle C'hiaje (1841) hat diese längliche Form des Paxillengipfels bereits bemerkt und in seine Diagnose der Art aufgenommen. Ebenso war ihm auch schon die vierstrahlige Gestalt der Paxillenbasis aufgefallen. Es findet sich diese Vierstrahligkeit in guter Ausbildung aber nur an den Seiteniiaxillen. Wie die schematische Figur (Taf. 6, Fig. 31) erläutert, ist die Basis von der Form eines lateinischen Kreuzes. "S'on den vier an ihren Enden abgerundeten Armen, die wir als den medialen, lateralen, ado- ralen und aboralen unterscheiden können, ist der laterale stets länger als die drei anderen und von diesen wieder der mediale ein klein wenig länger als der adorale und der aborale. Die Arme benachbarter Paxillen übergreifen einander in ähnlicher Weise, wie es die sechs Fort- sätze der Paxillenbasen bei Plutonaster siihinermis thun, nämlich so, dass der laterale und der aborale Arm in der Ansicht von aussen tiefer liegen, als der mediale und der adorale. Die lleberlagerung der Fortsätze erfolgt also einerseits in der Richtung nach der Medianlinie des Liiidia ciliaris. g-? Armes, anderseits in der Richtung nach der Armbasis, wie das bereits von Viguier') für die westatlantische L. clathmta (ßa.y) gezeigt worden ist. Die längere Achse der Paxillenbasis misstbei den Seitenpaxillen des proximalen Armabschnittes bei grossen Thieren 2,5 mm. Der bis 1,75 mm hohe Schaft der Seitenpaxillen (Taf. 6, Fig. 30) steht nicht senkrecht auf der Basis, sondern schräg, sodass er sich etwas nach der Medianebene des Armes hinneigt. Die Mittelpaxillen haben nicht mehr die gestreckte vierarmige Form der Basis; ihre Basalplatte ist vielmehr von fast gleichem Längs- und Querdurchmesser und meistens von unregelmässig sternförmigem Umriss, indem der Rand sich in kurze, gewöhnlich in der Zahl 4, 5 oder 6 auftretende, abgerundete Fortsätze auszieht, die, von kräftigem Baue, ebenso wie die Arme der Seitenpaxillen aus meh- reren übereinanderliegenden Schichten des maschigen Kalkgewebes aufgebaut sind. In der Nähe der Armspitze übergreifen die Basen der Mittelpaxillen einander noch nicht und haben hier einen unregelmässig polygonalen ümriss (Taf. fi, Fig. 25). Weiter nach der proximalen Armhälfte hin gehen sie allmählich in die mehr sternförmige Gestalt über und legen sich mit den Enden ihrer Fortsätze dachziegelig übereinander. Dieselbe Form, welche die Paxillen in der Nähe der Armspitze besitzen, zeigen sie bei jungen Thieren in der ganzen Ausdehnung des Paxillenfeldes, was sich einfach daraus erklärt, dass mit dem Wachsthum des Armes im distalen Abschnitt desselben eine beständige Neubildung von Paxillen erfolgt. Ausser- dem schieben sich aber aiich im Mittelfelde des ganzen Armes nachträglich noch hier und da, in regelloser Weise, neue Paxillen zwischen die bereits vorhandenen, sodass man jüngere Stadien der Paxillen nicht nur an der Armspitze, sondern in geringerer Anzahl auch in dem ganzen Mittelfelde antrifft. Die zahlreichen Entwicklungsstadien der Paxillen, die man sonach bei jungen und älteren Thieren zu beobachten Gelegenheit hat, lehren, dass sich zuerst die Basis des Paxillus anlegt. In ihrem frühesten Stadium wird die Basis durch ein kleines, dreiarmiges Kalkkörperchen dargestellt, dessen Arme in einem Winkel von 120" auseinanderweichen, parallel der Hautoberfläche in einer Ebene liegen und sich an den Enden wiederum unter einem Winkel von 120" gabeln. So entsteht als zweites Stadium (Taf. 6, Fig. 27) ein sechsarmiges Körperchen, dessen Arme an ihren Enden sich aufs Neue zu vergabein beginnen. Zugleich bemerkt man jetzt schon, dass sich auf dem Mittelpunkte des Körperchens ein nach der Haut- obei-fläche gerichteter kleiner Za])fen erhebt, der die Bildung des späteren Paxillenschaftes ein- leitet. Das ganze Körperchen hat jetzt einen Querdurchmesser von 0,042 mm. Nun fangen erst einige (Fig. 4) und schliesslich alle Gabeläste, sobald sie mit ihren Enden aufeinander treffen, an, an diesen Berührungsstellen miteinander zu verwachsen und so die ersten sechs um den Mittelpunkt des Körperchens angeordneten Skeletmaschen zu schliessen. Es ergiebt sich daraus, dass die Bildung der Maschen nach derselben Regel erfolgt wie bei den Kalk- körperchen der Holothurien '') und wohl allen Echinodermen überhaupt, jedoch in diesem be- 1) Anatomie comparee du squelette des Stellciides. Avcli. zool, exper. et gen. Tome 7, 1S79, p. 229. 2) Vergl. meine »Albatross«-Holoth\iTien, Mem. Mus. Harvard (.'oll., Vol. 17, No. 3, 1894, p. 90 — 93, sowie meine Bearbeitung der Holothurien in Bruxx's Klassen und Ordnungen, 1892, p. .'iS u. 242. 9* gg Astropectinidac. sonderen Falle in der Weise, dass das Primärstäbchen nur an einem Ende gegabelt, also nicht I förmig, sondern \ förmig ist. Schematisch sind die weiteren Stadien dann die folgenden: Y ^ ^ c a> I, I, 1 die drei Maschen erster, II, II, II die drei Masclien zweiter Ordnung. Da sich aber die Maschen in ihren Winkeln sofort abrunden, so erhalten sie statt der hexa- gonalen Grundform einen rundlichen Umriss. Werden ausserdem die Seiten der hexagonalen Maschen ungleichlang, so schieben sich die drei secundären Maschen so tief nach dem Centrum hin zwischen die di'ei primären, dass alle sechs fast in gleichen Abstand vom Centrum kommen. So findet man denn auch thatsächlich , dass in unserem Falle, wenn alle sechs Maschen der jungen, jetzt 0,063 mm breiten Paxillenbasis sich geschlossen haben (Taf. 6, Fig. 29), davon drei dem Mittelpunkte etwas näher liegen als die drei anderen, mit ihnen ab- wechselnden. Unterdessen hat auch die Entwicklung des Paxillenschaftes weitere Fortschritte gemacht. Der kleine centrale Zapfen ist höher geworden und hat drei schräg aufsteigende, gleichweit voneinander entfernte Aeste getrieben, die sich wiederholt gabeln (Taf. (>, Fig. 29). Die Gabeläste schliessen sich dann später wieder zu Maschen, sowohl unter sich als auch mit anderen von dem Basalplättchen ausgehenden Erhebungen. Durch Wiederholung dieses Vorganges baut sich schliesslich ein immer kräftiger und höher werdender Paxillenschaft (Taf. 6, Fig. 26) auf, der sich an seinem nunmehr 0,08 mm dicken Gipfel abrundet, während er an seiner Wurzel verbreitert in die Basalplatte übergeht, die unterdessen durch immer neue peripherische Maschenbildung einen Querdurchmesser von 0,32 bis 0,34 mm erreicht hat. Ueber der einheitlichen Anlage der Paxillenbasis und des Paxillenschaftes entwickeln sich aus besonderen Anlagen die Stacheln der späteren Paxillenkrone. Schon im Stadium der Fig. 28 (Taf. 6), wenn sich die ersten sechs Maschen der Paxillenbasis noch nicht alle geschlossen haben, bemerkt man über ihr ein nur 0,015 mm grosses sechsstrahliges Sternchen. Aus dem Sternchen wird sehr bald ein sechsspeichiges Rädchen, dass die Basis des jungen Stachels darstellt. Auf seiner Aussenseite erheben sich vier senkrecht zu ihm gestellte Kalkstäbe: ein centraler und drei peripherische, die zugespitzt endigen und in ihrem Verlaufe durch quere Kalkbrücken Maschen miteinander bilden. Die Reihenfolge, in der diese Maschen zur Aus- bildung gelangen, zeigt, dass das Wachsthum des jungen Stachels im Sinne einer aufsteigenden rechtsdrehenden Spirale erfolgt. Bald nach dem Auftreten der ersten Stachelanlage bemerkt Luidia ciliaris. 69 man in ihrer Nähe eine zweite, dritte u. s. w. über dem sich entwickelnden Paxillenschafte. Mit zunehmendem Wachsthum des Schaftes werden die Stachelanlagen in die Höhe srehoben, sodass sie endlich die äusseren Hautlagen nach aussen drängen und vorstülpen; die jungen Stacheln ragen alsdann, von einer häutigen Scheide umkleidet, als kleine Höckerchen über die Oberfläche des Thieres hervor. Stets beschränken sich die Stachelanlagen auf den Gipfel des Paxillenschaftes und ordnen sich hier so, dass ein Stachelchen eine centrale, die übrigen eine peripherische Stellung einnehmen (Taf. (>, Fig. 25). Die I^änge des jungen Stachels beträgt in dem in Fig. 26 (Taf. 6) gezeichneten Präparate, das aus der Rückenhaut der Scheibe eines jungen Thieres herrührt, 0,165 mm. Entsprechend seiner Entstehungsweise ist der junge Stachel seiner Länge nach dreikantig. Meistens bietet er sich in solcher xlnsicht dar, dass die eine Längskante dem Be- obachter genau zugekehrt oder abgekehrt liegt. Die Folge davon ist, dass man erst einen platten, nur aus zwei Längsreihen von Maschen gebildeten und am Ende dreispitzigen Stachel zu sehen glaubt. Sobald man aber die Einstellung des Mikroskopes entsprechend ändert, überzeugt man sich bald von dem wirklichen Sachverhalt. Später verliert sich durch Zwischentreten neuer Kalkmaschen die dreikantige Grundform des jungen Stachelschaftes und geht allmählich in eine drehrunde über; ebenso kommen zu den vier ursprünglichen Endspitzen bald zahlreiche andere Dornen hinzu, wie das Fig. 25 (Taf. 6) zeigt, die einem Präparate aus der Armspitze eines erwachsenen Exemplares entnommen ist. In derselben Weise wie sich die Stachelchen der Paxillenkrone anlegen und weiter- bilden, entwickeln sich auch alle andern Stacheln unseres Thieres. Ich habe mich davon sowohl an den Stacheln der Mund- und AdambulacralbewafFnung als auch der Terminalplatte, der unteren Randplatten und der Ventrolateralplatten überzeugt. Bemerkenswerth erscheint mir schliesslich der Umstand, dass Anlage und Entwicklung der Stacheln genau denselben Regeln folgt, die ich vor Jahren (1882) von den Stacheln der Asterina gihhosa in meiner Ent- Avicklungsgeschichte dieser Art näher beschrieben habe'). Die Papulae sind bei erwachsenen Exemplaren über das ganze Paxillenfeld der Arme und der Scheibe vertheilt. '\^öllig vermisst man sie nur zwischen den admarginalen Paxillen und den unteren Randplatten sowie an der äussersten Spitze der Arme. Am kräftigsten sind sie zwischen den lateralen Paxillen entwickelt, während sie zwischen den Mittelpaxillen um so kleiner werden, je mehr man sich der Mittellinie der Arme und dem Mittelpunkte der Scheibe nähert. Von den einfach schlauchförmigen Papulae der Astropecten-Axien unter- scheiden sie sich, wie schon Cuenot 1888) bemerkt hat, dadurch, dass ihre Wandung sich zu zahlreichen, kleinen, kegelförmigen Läppchen ausbuchtet; in zurückgezogenem Zustande sehen .sie infolgedessen von aussen wie ein Häufchen kleiner Papillen aus, die dicht neben- einander auf einer gemeinschaftlichen weichhäutigen Basis stehen ; von innen gesehen erkennt 1 I Ohne zu wissen, dass die ihm vorliegende Bipinnaria die Larve von L. ciliaris war, hat übrigens schon vor fast 10 Jahren Semox (1887; diese Uebereinstimmung in der Stachelentwicklung mit der von mir bei Asterina gefundenen Kegel nachgewiesen und durch Abbildungen vortrefflich erläutert s. auch die Anmerkung bei L. sarsi p. !1 1 i. "JQ Astropectinidae. mau aber sofort, dass jedes Häufchen uur durch secundäre Ausbuchtungen emer an ihrer Basis einfachen Hautausstülpung zu stände kommt; jede Papula öffnet sich in die Leibeshöhle mit einer einfachen kreisrunden Oeffnung. In den Maschen, die zwischen den sich übergreifenden Basalfortsätzen der Paxillen übrig bleiben, liegt in der Eegel nur je eine Papula; nur in der äussersten Längsreihe der Papulae, die sich zwischen den admarginalen und der ersten Längs- reihe der lateralen Paxillen befindet, trifft man häufig ZAvei oder drei Papulae in derselben Masche. Zwischen den lateralen Paxillen zählt man an jeder Papula 25 — 30 Läppchen; zwischen den Mittelpaxillen nimmt die Zahl der secundären Läppchen mit der Grösse der Papulae selbst rasch ab, sodass man in der Nähe der Armmittellinie und des Scheibencentrums nur 5 — 6 Läppchen zählt. Bei mittelgrossen Thieren sind die Papulae zwischen den Mittelpaxillen des distalen Armabschnittes erst ganz vereinzelt zur Ausbildung gelangt, Avährend sie zwischen den Seiten- paxillen nirgends fehlen. Ein Vergleich mit noch jüngeren Exemplaren lehrt, dass überhaupt die zwischen den Seitenpaxillen stehenden Papulae früher auftreten als die zwischen den Mittel- paxillen befindlichen, und von jenen wieder die proximalen, also dem Armwinkel zunächst ge- legenen früher als die distalen. Auch die Zahl der I<äi3i3chen, in die das freie Ende der Papula sich theilt, ist um so grösser, je älter die Papula ist; anfänglich hat jede Papula die einfache Schlauchform, die sie bei der Gattung Astropecten dauernd festhält. Obere Rand platten sind zwar nach der herkömmlichen Auffassung bei der Gattung Luidia nicht vorhanden. Wenn man aber überlegt, dass die admarginalen Paxillen in Zahl und Stellung sich zu den unteren Randplatten genau so verhalten, wie die oberen Randplatten der Astropecten-Arten zu deren unteren Randplatten, imd dass ferner zwischen den admarginalen Paxillen und den unteren Randplatten der Luidia-Axten nirgends Papulae vorkommen, so liegt der ganze Unterschied der Randpaxillen von oberen Randplatten lediglich in der Form. Aber auch in dieser Hinsicht braucht man sich nur eine Randplatte verkleinert und ihre Leiste auf die Gestalt eines Paxülenschaftes beschränkt zu denken, um einen Paxillvis zu erhalten. Es steht demnach meines Erachtens nichts im Wege, in den Randpaxillen der Gattung Luidia obere Randplatten zu sehen. Die gleiche Ansicht hat übrigens auch schon Sladen (1889) in seinen Beschreibungen der L. aspera, Umhata und africana zum Ausdrucke gebracht. Die Gattung Luidia entbehrt also der oberen Randplatten keinesAvegs; das Eigen- thümliche liegt nur darin, dass sie die Gestalt von Paxillen angenommen haben. Die Terminalplatte gleicht, wenn man sie am unversehrten Thiere betrachtet, in ihrem Umrisse derjenigen anderer Luidia-Axten (vergl. z. B. die A. AGASsiz'schen Abbildungen der Terminalplatte von Luidia dathrata (Say)'). Sie ist mit kleinen Granula dicht bedeckt und .trägt an ihrem aboralen Rande eine gut abgegi'enzte Gruppe von 8 — 10 (jederseits 4 oder 5i zusammengeneigten, gestreckt kegelförmigen, bis 1,5 mm langen Stachelchen. Bei grossen Exemplaren hat sie eine anscheinende Länge von 3 mm und ist fast ebenso breit, bei mittel- I) A. Agassiz, North American Starfishes, Cambridge, Mass. IST", T. 20, f. !) — 11. Luid la cuiaris. 71 grossen misst man 2,5 mm Länge und 2 mm Breite. Isolirt man sie aber, so stellt sich heraus, dass ihre Länge noch etwas beträchtlicher ist, indem der Körper der Platte jederseits in adoraler Eichtung einen flügeiförmigen, stumpf zugespitzten Fortsatz entsendet, der vorher nicht deutlich zu sehen war, weil sein Ende von der Rückenhaut bedeckt ist ; die isolirte Platte alter Thiere ist 3,5 mm lang. Bei einem kleineren Exemplare maass ich die Länge der isolirten Platte (Taf. (i, Fig. 32, 33, 34) zu 2,16 mm, ihre Breite zu 1,6 mm, ihre Höhe (Dicke) an ihrem distalen Ende zu 1 mm. Oberflächlich (Taf. 6, Fig. 34) ist sie mit zahlreichen, ganz flach gewölbten, kreisrunden, im Querdurchmesser 0,2 mm grossen Buckelchen besetzt, auf denen die vorhin erwähnten Granula und Stachelchen aufsitzen. Die Granula unterscheiden sich von den Stachelchen nur durch ihre kurze, gedrungene Form, indem sie nur etwa 1,5 — 2 mal so lang wie dick sind. Durch die flügeiförmigen Fortsätze kommt es, dass die isolirte Platte in ihrem Mittelstück nur halb so lang ist wie in ihren Seitentheilen. Betrachtet man sie von der Dorsalseite (Taf. 6, Fig. 32), so erkennt man, dass sie ausser der tiefen adoralen Einbuchtung, welche die beiden Flügel trennt, auch an ihrem aboralen Ende eine seichtere Einbuchtung besitzt. Von der Ventralseite ge- sehen (Taf. 6, Fig. 33), zeigt sie in Fortsetzung jener aboralen Einbuchtung eine tiefe Längsrinne, die von hohen, gebuchteten, adoralwärts verstreichenden Rändern begrenzt ist ; in dieser Rinne, deren Breite etwas mehr als ein Drittel der Breite der ganzen Platte beträgt, liegen ausser dem Fühler und dem Auge die jüngsten Wirbelanlagen. Bis an den adoralen Eingang in diese Rinne lassen sich die Adambulacraljjlatten und unteren Randplatten verfolgen, während die Rand})axillen schon etwas früher zwischen den flügeiförmigen Fortsätzen aufhören. Da demnach die Randpaxillen immerhin sich eine Strecke weit unter dem ventralen Rande der flügeiförmigen Fortsätze verfolgen lassen, während das hinsichtlich aller übrigen Paxillen der Armrückenhaut nicht der Fall ist, so spricht auch dieses "S'erhalten für die Auffassung der Randpaxillen als niodificirter oberer Randplatten. Denn wo sonst, z. B. bei der Gattung Astropecten, die oberen Randplatten in lul^■erkennbarer Weise ausgebildet sind, reichen sie stets mit den unteren bis unter den ventralen Rand der Terminalplatte, um hier früher zu endigen als die unteren. Es verhalten sich sonach die Randpaxillen von Luidia zur Terminalplatte genau so, wie es zweifellose obere Randplatten thun. Die Seitenansicht der Terminalplatte (Taf. 6, Fig. 34) endlich zeigt, dass die Platte im Bereiche ihrer Flügelfortsätze auch an Höhe rasch abnimmt. — Bei noch jüngeren Thieren, z. B. bei dem Exemplar Nr. 9 der Tabelle, ist die Länge der Platten im Verhältniss zu ihrer Breite geringer als später, indem sowohl Länge als Breite derselben J,l mm messen. Die unteren Randplatten nehmen durch die kräftige Wölbung ihrer Aussenseite nicht nur an der ventralen, sondern auch an der lateralen Begrenzung der Arme und der Scheibe Antheil. Der Körper einer jeden Randplatte erhebt sich zu einer hohen Querleiste, deren flache Aussenseite die freie Oberfläche der Randplatte darstellt. Die Leisten der aufeinander- folgenden Platten sind durch tiefe Rinnen voneinander getrennt ; die Seitenflächen der Leisten sind also zugleich die Seitenwände der Rinnen. — Die Zahl der unteren Randplatten beträgt bei sechs mittelgrossen und grossen Exemplaren (No. 1 — 5, 7 der Tabelle^ im Durch- 'J2 Astropeetinidae. schnitt S7, im Minimum 70, im Maximum 125. Müller & Troschei> geben bei ihren noch grösseren Thieren 140 Randplatten an. Zu der in mm ausgedrückten Länge von R verhält sich die Zahl der unteren Randplatten (bei den Exemplaren No. 1, 3, 4, 5, 7 der Tabelle) durchschnittlich wie 1 : 1,55 (im Minimum 1 : 1,28; im Maximum 1 : 2,06). Bei jugendlichen Exemplaren (No. 8 und 9 der Tabelle) sinkt das Verhältniss von Z : R auf 1 : 0,625 (bei No. 9) und auf nur 1 : 0,46 (bei No. 8). Der Armradius, der also bei den kleinsten dieser Exemplare noch nicht halb so viel mm misst wie die Zahl der Randjilatten beträgt, misst schliesslich (bei meinem grössten Exemplare) stark zweimal so viel mm wie Randplatten da sind. Die einzelnen Randplatten müssen demnach beträchtlich länger geworden sein. Während der Armradius von 5,5 auf 258 mm gestiegen ist, sich also um das 47 fache verlängert hat, hat die Zahl der unteren Randplatten nur eine Vermehrung auf rund das 10 fache (von 12 auf 125) erreicht. Das Mittelfeld der freien Oberfläche der unteren Randplatten ist mit einer Quer- reihe von 4 oder 5 (Müller & Troschel geben 4 an) grossen Stacheln besetzt, die von innen nach aussen an Grösse zunehmen, sodass der äusserste, den man als Randstachel im eigentlichen Sinne bezeichnen kann, der grösste ist. Bei dem grössten meiner Exemplare maass ich im proximalen Armabschnitt die Länge dieser Stacheln von innen nach aussen zu 3,5 — 6,5 — 7 — 8,5 — 9 mm. Dazu ist zu bemerken, dass nicht selten der äusserste (= Randstachel) nur ebenso lang oder selbst etwas kürzer ist als der vorhergehende. Bei mittelgrossen Thieren (No. 1, 3, 4) trägt jede Platte nur 3 oder 4 dieser grossen Stacheln, von denen der Rand- stachel 4 — 4,5 mm lang ist, während der kleinste innerste) nur 2,5 — 3 mm Länge hat. Die Stacheln haben eine langgestreckte, zugespitzte Form, sind meist in der Querrichtung des Armes leicht comprimirt (also nicht ganz drehrund, wie Pnnjppi angiebt) und mit ihrer Spitze oft leicht nach der Armspitze hin gebogen. Nicht selten ist die Spitze des Stachels durch einen ganz kurzen Einschnitt gegabelt. An unversehrten mittelgrossen lebenden Thieren (z. B. Nr. 4 der Tabelle) erkennt man, dass die Stacheln, wie in der Jugend (Taf. 6, Fig. 36), so auch am erwachse- nen Thiere von einer durchsichtigen weichen Scheide überkleidet sind, die auch dann, wenn die Stachelspitze leicht gegabelt ist, abgerundet über die ganze Stachelspitze hinweggeht und hier umsoviel dicker als an der Stachelbasis ist, dass dadurch der ganze Stachel mit sammt seiner Hülle am freien Ende etwas verdickt erscheint, also fast kolbenförmig aussieht. Bei alten Thieren dagegen (z. B. Nr. 6 der Tabelle) war jene transparente Hülle der Armstacheln nicht mehr wahrzunehmen; sie scheint also später durch Abscheuerung verloren zu gehen. Die gleichnummerigen Stacheln der aufeinanderfolgenden Randplatten sind nicht alle auf gleicher Höhe eingelenkt, sondern alterniren in unregelmässiger Weise, sodass z. B. der dritte Stachel der einen Platte bald höher bald etwas tiefer inserirt als der dritte der vorhergehenden oder folgenden Platte. Wie schon Müller & Troschel (1842) hervorgehoben haben, besitzen die unteren Randplatten ausser jenen grossen Stacheln auch noch zahlreiche kleine Stachelchen. Zunächst trägt der untere (=^ innere) Rand der Platten einige kleine, bei dem grössten Exem- plare 1 — 2 mm lange Stachelchen, an die .sich noch kleinere, nur 0,5 mm grosse anschliessen, die dem adoralen und dem aboralen Rande entlang einen dichten Kamm bilden und unter Lnidia ciliaris. 73 weiterer Grössenabnahme die einander zugekehrten Flächen der Querleisten der Randplatten, also die Wände der zwischen den Randplatten befindlichen Querrinnen, dicht besetzen. Sie sind von C'uenot (1888) als Wimperstachelchen (»radioles vibratiles«) beschrieben worden. In ihrer Gesammtheit stellen sie das von mir schon \or längerer Zeit bei Ctenodiscus krausei beschriebene Homologon der cribriformen Organe der Porcellanasteriden dar'). Endlich kommen auf den unteren Randplatten auch Pedicellarien vor, die zusammen mit den übrigen bei unserer Art auftretenden ■ Pedicellarien eine besondere Betrachtung nöthig machen (s. S. 77). Zwischen den unteren Randplatten und den Adambulacralplatten bleibt ein schmaler Zwischenraum übrig, der nur im Armwinkel etwas grösser wird. Er ist von einer ziemlich dünnen Haut verschlossen, in welche sich kleine Skeletplatten so einlagern, dass je eine zwischen jede untere Randplatte und die entsprechende Adambulacralplatte zu liegen kommt und von ihren Nachbarn durch ein unverkalkt bleibendes Hautfeld geschieden ist. Nur die erste untere Randplatte macht insofern eine Ausnahme, als ihr nicht eine, sondern zwei von jenen kleinen Platten angelagert sind, von denen die eine zur zweiten, die andere zur dritten Adam- bulacralplatte hinüberreicht. Ferner liegt eine unpaare kleine Platte genau in der inter- radialen Hauptebene in der INIitte der sonst nackten Haut, die sich von den Mundeckplatten und den ersten Adambulacralplatten zu den ersten unteren Randplatten hinüberspannt. Dagegen schliesst sich an die ersten Adambulacralplatten keine derartige kleine Platte an. Alle diese kleinen Platten stellen die Ventrolateralplatten unserer Art vor, auf deren Auftreten bei der Gattung lAiidia zuerst Norman (1865) aufmerksam gemacht hat, der sie als »rippenförmige Kalkstücke« beschreibt, aber die dazwischen befindlichen unverkalkten Haut- felder irrthümlich für »Poren« ansieht. Später scheint auch Viguier (1878) sie nicht ganz unbeachtet gelassen zu haben. Doch hat erst Sladen (1889) — ohne Bezugnahme auf die NoRMAN'schen Angaben — ihr regelmässiges Vorkommen bei der Gattung Luidia betont und sie als »intermediäre Platten« bezeichnet. Perrier, der sie früher (1884) übersehen hatte, hat sich neuerdings 1894) von ihrem Dasein überzeugt, will sie aber nicht ohne Weiteres für Ventrolateralplatten gelten lassen, sondern meint, dass man in ihnen bei dem Mangel oberer Randplatten auch verkümmerte Randplatten vermuthen könne ; sie würden dann als rudimentäre untere Randplatten aufzufassen sein und die sonst sogenannten unteren Randplatten wären dann eigentlich als die oberen anzusehen. Dieser Vermuthung vermag ich meinerseits nicht beizustimmen, da ich, wie weiter oben dargelegt, die Randpaxillen für die wirklichen oberen Randplatten halte. Die älteste unter allen Ventrolateralplatten unserer Art ist die unpaare, genau inter- radial gelegene, die schon bei jungen Exemplaren von nur 5,5 mm Armradius (No. 8 der Tabelle) vorhanden ist und hier ein Plättchen von 0,1 S mm Länge und 0,16 mm Breite darstellt (Taf. 6, Fig. 35). Bei demselben jimgen Thiere ist auch schon die erste paarige Ventrolateral- platte zwischen der zweiten Adambulacralplatte und der ersten unteren Randplatte angelegt, 1) Vergl. meine Bearbeitimg der Seesterne in Beomn's Klassen und Ordnimgeu, 1S94, p. 5 IS u. ."ilO. Zool. Station z. Xe.apel, Fauna nntt Flora, Golf von Neapel. Seesterne. 1(1 74 A.stropectinidae. aber erst halb so gross wie die unpaare. Andere Ventrolateralplatten sind jetzt noch niclit vorhanden. Wohl aber ist das bei Exemplaren von 15 mm Armradius (No. 9 der Tabelle) der Fall, bei denen sowohl die zweite paarige, zwischen der dritten Adambulacralplatte und der ersten unteren Randplatte befindliche, als aixch einige der nächstfolgenden Ventrolateral- platten in abnehmender Grösse zu sehen sind. Wie bei den ambulacralen, adambulacralen und Rand- Platten ist auch unter den Ventrolateralplatten stets diejenige die jüngste, die der Armspitze zunächst liegt, und zugleich ist jede Ventrolateralplatte stets jünger als die ihr ent- sprechende Adambulacralplatte und untere Randplatte. Nur ausnahmsweise kommt es vor, dass einmal in einem oder dem anderen Interradius bei alten wie bei jungen Thieren statt der einen unpaaren Ventrolateralplatte deren zwei oder gar drei an derselben Stelle zur Ausbildung gelangen. Bei dem gTÖssten Exemplare (No. 7 der Tabelle) trägt jede Ventrolateralplatte eine Gruppe von 4 — 7 Stachelchen, die 1 — 2 mm lang sind und den subambulacralen Stachelchen der nachher zu besprechenden Adambulacralplatten gleichen. Bei mittelgrossen Thieren (No. 1, 2, 3 der Tabelle) sind die Stachelchen entsprechend kleiner und in der Regel in der Zahl 3, 4, 5 oder 6 vorhanden; sie sind in jeder büschelförmigen Gruppe meist so gestellt, dass sie bald mit ihren Spitzen divergiren, bald sich zusammenneigen, lieber die auf den Ventrolateralplatten vorkommenden Pedicellarien s. p. 77. Bei dem Exemplare No. 9 (R ^ 15 mm) besitzt die unpaare Ventrolateralplatte bereits eine Gruppe von drei Stachelchen; die erste und zweite paarige tragen deren ebenfalls drei, dagegen sitzt auf der dritten paarigen Ventrolateralplatte erst ein Stachelchen. Bei dem Exemplar No. 8 (R r= 5,5 mm) steht auf der unpaaren Platte entweder nur ein Stachelchen (Taf. 6, Fig. 35) oder auch noch die winzige Anlage eines zweiten, und auf der ersten paarigen Platte befindet sich nur eine Stachelanlage. Unmittelbar unter den Ventrolateralplatten liegen die Superambulacralia, die sich in Form von quer zur Längsachse des Armes gestellten kleinen Spangen darbieten (Taf 6, Fig. 35). Mit ihrem lateralen Ende stützen sie sich ^on innen her auf die unteren Randplatten, mit ihrem medialen Ende in gleicher Weise auf das laterale Ende der Ambulacralstücke. Sie treten früher auf als die sie von aussen überdeckenden Ventrolateralplatten; so besitzt z. B. das kleine Exemplar No. 8 zwischen dem dritten Ambulacralstück und der ersten unteren Randplatte ein Superambulacrale (Taf. 6, Fig. 35), während an derselben Stelle die Ventrolateral- platte jetzt noch fehlt; ebenso verhält es sich zwischen den nächstfolgenden Randplatten und Ambulacralplatten. Gleichwie die paarigen Ventrolateralplatten, so fehlen auch die Superam- bulacralstücke in der Gegend des ersten Wirbels; auch kommt unter der unpaaren Ventro- lateralplatte kein superambulacrales Skeletstück zur Ausbildung. Es liegt also das erste und zugleich älteste Superambulacrale unter der ersten paarigen Ventrolateralplatte und reicht vom zAveiten Ambulacralstück zur ersten unteren Randplatte. Die Adambulacralbewaffnung besteht auf jeder Adambulacralplatte aus einem inneren und einem äusseren Stachel, stellt also im ganzen zwei Eängsreihen von Stacheln dar. Der Luidia ciliaris. 75 innere Adambuiacralstachel ist in der Längsriclitung des Armes etwas comprimirt und in der Querrichtung leicht nach auswärts gebogen, sodass er eine säbelförmige Gestalt zeigt. Bei dem grössten meiner Exemplare (Nr. 7 der Tabelle) hat er im proximalen Armabschnitt eine Lauge von 3,5 — 4 mm. Bei kleineren Exemplaren fNo. 1, 3, 4 der Tabelle) ist er nur 1,5 — 2 mm lang. Der äussere Adambuiacralstachel ist viel länger und kräftiger als der innere, gerade, cylindrisch, an seiner Basis etwas dicker, im ganzen säulenförmig. Seine Länge be- trägt im proximalen Armabschnitt meines grössten Exemplares (5 mm; der Abstand seiner S])itze von der Spitze des inneren Stachels misst 3 mm. Bei mittelgrossen Individuen (No. 1. 3, 4) misst seine Länge 3 — 4 mm und der Abstand seiner Spitze von der Spitze des inneren Stachels 1,5 — 2 mm. M. Sars (1857) giebt also das relative Grössenverhältniss des inneren zum äusseren Stachel richtig an, wenn er sagt, dass dieser fast doppelt so lang sei wie jener. Nach aussen von dem äusseren Adambuiacralstachel folgen in der Regel noch 2 (manchmal 3, selten nur 1) viel kleinere Stacheln (= subambulacrale Stachelchen), die von den früheren Forschern nur wenig beachtet worden sind. Nur Sladen (1889) bemerkt, dass der äussere Adambuiacralstachel mitunter einen kleinen Gefährten hat, und neuerdings hat auch Koehler (1894, 1895) auf diese subambulacralen Stachelchen aufmerksam gemacht. Der eine von ihnen ist dem adoralen, der andere dem aboralen Rande der Adambulacralplatte genähert; sieht man also von der Seite des Armes her auf die Adambulacralplatte, so stehen diese beiden kleinen Stachelchen rechts und links von dem grossen äusseren Adambuiacralstachel. Bei dem grössten Exemplare haben sie eine l^änge von 2, bei den mittelgrossen nur eine Länge von 1 mm. In der Nähe des Mundes ändert sich die Adambulacralbewatfnung in der Weise, dass die Zahl der kleinen Stacheln (= subambulacralen Stachelchen) zunimmt. Bei dem grössten meiner Exemplare beginnt diese Zunahme schon an der siebenten Adambulacralplatte und steigert sich, je mehr man sich dem Munde nähert, sodass man auf der zweiten Adambulacralplatte deren etwa 1 0, auf der ersten etwa 1 2 zählt. Dazu kommt, dass von der siebenten bis zur zweiten Adambulacralplatte eines dieser Stachelchen merklich grösser wird als die übrigen; hierauf scheint es sich des Näheren zu beziehen, wenn Sladen (1889), wie schon erwähnt, in seiner Differentialdiagnosc der Art angiebt, dass der äussere Adambuiacralstachel manchmal einen kleineren Genossen habe. Indessen konnte ich dieses Verhalten bei mittelgrossen Thieren, bei denen überhaupt die Vermehrung der kleinen Stachelchen weit geringer ist. nicht wahrnehmen. Bei dem jungen Exemjjlare, dessen R erst 5,5 beträgt (No. 8 der 'l'abelle , ist (üe Adam- bulacralbewaffnung (Taf. 6, Fig. 35) im proximalen und im mittleren Abschnitte des Armes bereits vollständig ausgebildet. Sowohl der innere und der viel kräftigere und längere äussere Stachel als auch die beiden kleinen subambulacralen Stachelchen sind vorhanden; letztere zeigen aber noch keine Vermehrung in der Nähe des Mundes, wie das bei älteren Exemplaren der Fall ist. Die Bewaffnung der Mundeckplatten des grössten Exemplares ist die folgende. Dem suturalen Rande entlang, aber in einigem Abstände davon, steht eine Reihe von 8 oder 9 10* "Tg Astropectiiiidac. Stacheln, die vom Munde aus gerechnet an Grösse nach und nach abnehmen; die vier innersten sind 4 — 4,5 mm lang, die übrigen erheblich kleiner; der innerste ist der eigentliche Mundeck- stachel. Am distalen Rande findet man etwa 12 ganz kleine Stachelchen, die den sub- ambulacralen Stachelchen der zweiten Adambulacralplatte gleichen ; ausserdem befindet sich am inneren Theile der distalen Berandung noch eine Gruppe von 3 oder 4 ganz kleinen Stäbchen. Endlich sind am ambulacralen Rande noch 3 oder 4 je 2 mm lange Stacheln eingefügt, die ebenso wie der innerste Stachel der suturalen Reihe gegen die Mundöffnung gerichtet sind. — Bei mittelgrossen Thieren, z. B. No. 3 der Tabelle, sind die Stacheln der Mundeckplatten weniger zahlreich und erheblich kleiner. Der Sutur entlang findet man zwar auch hier etwa 9, von denen die 4 oder 5 innersten die grössten sind; der innerste ist 2,y mm lang. Aber am distalen Rande sind erst einige wenige kleine Stachelchen vorhanden, und am ambulacralen Rande stehen nur 2 oder 3. — Noch ärmer an Stacheln ist die Mundeckplatte bei jungen Thieren. Ich untersuchte darauf zunächst das Exemplar No. 8 meiner Tabelle und fand hier auf jeder Mundeckj^latte (Taf. (j, Fig. 35) der Sutur entlang nur zwei hintereinander stehende Stacheln am adoralen Ende der Sutur. Von diesen beiden Stacheln ist der erste (innerste) durch seine Länge (=:: 0,5 mm) und Dicke vor allen anderen Stacheln der Mundeckplatte aus- gezeichnet und stellt den Mundeckstachel dar. Der zweite ist nur halb so lang. Die anderen Stacheln des suturalen Randes fehlen noch. Auf dem distalen Bezirke der Platte steht eine Gruppe von drei winzigen Stachelchen, von denen der mittlere etwas grösser als die beiden anderen ist. Ferner trägt der ambulacrale Rand der Platte noch ausser dem schon erwähnten Mundeckstachel zwei kleinere nebeneinander stehende Stachelchen, von denen der dem Eckstachel nächste in der Regel noch etwas kleiner ist als der andere; doch können sich beide in ihrer Grösse auch umgekehil verhalten. — Bei dem Exemplar No. 9 der Tabelle hat die Be- stachelung der Mundeckplatten schon einige Fortschritte gemacht. Es sind der Sutur ent- laug bereits (bei Stacheln auf dem adoralen Ende der Platte vorhanden; von diesen ist der äusserste der kleinste und jüngste. Auf dem distalen Theile der Platte stehen jetzt schon vier Stachelchen. Dagegen ist die Zahl der Stachelchen des ambulacralen Randes dieselbe wie an dem vorhin beschriebenen Exemplare. Die Madreporenplatte liegt, unter Paxillen verborgen, so versteckt in einem Arm- winkel, dass man einige Mühe hat sie zu finden. Bei dem grössten der mir ^ orliegeirden Exemplare ist sie von den unteren Randplatten nur durch die Reihe der Randpaxillen und die erste Reihe der Seitenpaxillen getrennt. Ihre Länge misst bei diesem Exemplare 4 mm, ihre Breite 3 mm. Sie ist unregelmässig länglich umrandet und trägt auf ihrer schwach ge- wölbten, überall von gewundenen Furchen bedeckten Oberfläche, näher an ihrem oberen als an ihrem unteren Rande, einen Paxillus oder, genauer gesagt, einen mit seiner Krone ausge- statteten Paxillenschaft. Die Pedicellarien finden sich bei unserer Art in zwei verschiedenen Formen, die auch nach dem Orte ihres Vorkommens verschieden sind, bei jüngeren Thieren vollständig fehlen und bei älteren sich gegenseitig auszuschliessen scheinen. Die eine Sorte besteht aus drei, Luidia ciliaris. 77 die andere aus zwei Zangenstücken; jene findet sich auf den A'entrolateialplatten , diese auf den unteren Randplatten. Beide gehören zu der Gruppe der sitzenden zangenförmigen Pedi- cellarien, in welcher die aus zwei Zangenstücken gebildeten zu den »zangenförmigen« (im engeren Sinne , dagegen die aus drei Zangenstücken gebildeten zu den »büschelförmigen« zu rechnen sind' . Die zangenförmigen Pedicellarien wurden bei unserer Art erst durch Cuenot (1888) an Exemplaren aus dem Mittelmeere (Banyuls"; entdeckt, während er sie an Exemplaren von RoscofF vermisste. Er fand sie nur an den Rändern der unteren Randplatten in der Nachbarschaft seiner »"Wimperstachelcheu" (s. p. 73) und beschreibt sie unter Beifügimg einer Abbildung als V4 mm lange, gedrungene Organe, die aus zwei fein gezähnelten, ihrer ganzen Länge nach aneinander schliessenden Zangenstücken bestehen. An den mir vorliegenden Exemplaren mittelmeerischer Thiere treffe ich ganz dieselben Pedicellarien nur bei dem grössteu Individuum (Nr. 7 meiner Tabelle), während die übrigen derselben völlig entbehren. Sie haben eine Länge von 0,8 — 0,9 mm und eine Breite von 0,(i mm. Ihre Form ist die eines an der Spitze stark abgerundeten, plumpen Kegels. Die beiden kräftigen Zangenstücke berühren sich ihrer ganzen Länge nach mit einem fein, aber unregelmässig gezähnelten Rande. An seiner Innenseite besitzt jedes Zangenstück in seiner unteren Hälfte eine grosse, fast kreisrund um- grenzte Grube für den Ansatz des Schliessmuskels. Es finden sich diese Pedicellarien auch an meinem Exemplare ausschliesslich auf den unteren Randplatten und stehen hier meistens, aber nicht immer, an dem adoralen oder aboralen Rande der freien Oberfläche der Platte. Ge- wöhnlich liegen sie zwischen dem zweiten und dritten und zwischen dem dritten und vierten Stachel der Randplatte oder, falls die Randplatte fünf Stacheln besitzt, auch zwischen dem vierten und fünften. Ihre Zahl schwankt auf jeder Randplatte zwischen 1 und 4, ist also im ganzen grösser, als Cuenot sie angiebt, was sich vermuthlich auf das ungleiche Alter der von uns untersuchten Thiere zurückführen lässt. Die büschelförmigen (dreiarmigen) P e d i c e 1 1 a r i e n der vorliegenden Art hat N orman (18G5) zuerst") näher geschildert. Er beschreibt ihre Form und constante Lagerung in folgender Weise. Nach aussen aou den Adambulacralplatten, zwischen diesen und den unteren Rand- platten, liegt eine Längsreihe von »Poren«, die durch rippenförmige Skeletstücke von einander getrennt werden. Jedes derartige Kalkstück trägt eine »einzige, aufrechte, dreikantige, zangen- förmige Pedicellarie«. Die »Poren« hält er für respiratorische Einrichtungen. Seine Be- .schreibung ist in verkürzter und dadurch weniger klarer Form neuerdings von Bell (1892, Cat.) wiederholt worden. Dazu habe ich nun zunächst zu bemerken, dass die angeblichen respiratorischen Poren gar nicht vorhanden sind. "Was Norman und Bell als solche bezeichnen, sind lediglich unverkalkt gebliebene Hautbezirke, die wohl an trockenen Stücken durch Ein- 1) Ueber diese Eintheilung und Benennung der Pedicellarien vergl. meine Bearbeitung der Seesteme in Bronn's Klassen imd Ordnungen 1894, p. 514 u. 517. 2) MüLLEK & Troschkjj ( 1842) geben zwar schon »zangenförmigc Pedicellarien an den Furehenc an, sagen aber nichts weiter über ihren Bau und über ihre Anordnung;. ■yc Astropectinidae. Schrumpfung den Anschein von Poren erwecken können, aber au Spiritus -Exemplaren und lebenden Thieren ihre wahre Natur sofort erkennen lassen. Ferner sind die » rippenförmigen Kalkstücke" zwischen den »Poren«, von denen Norman spricht, nichts anderes als die Ventro- lateralplatten. In jetziger Ausdrucksweise zeigen also die NoRMAN'schen Beobachtungen, dass die büschelförmigen Pedicellarien unserer Ai't auf die Ventrolateralplatten beschränkt sind, und zwar so, dass auf jeder dieser Platten nur eine Pedicellarie steht. Das ist genau dieselbe An- ordnung, wie ich sie z. B. auch bei den ähnlichen Pedicellarien der Luidia alternata (Say) sehe, bei der diese regelmässige Stellung bis jetzt noch von keiner Seite hervorgehoben worden ist. Perrier (1869), Cuenot (1888) und Koehler (1894), die später ebenfalls die büschelförmigen Pedicellarien unserer Art aufgefunden und untersucht haben, sagen über ihre Stellung im Gegensatze zu Norman, dessen Angaben sie übrigens gar nicht beachtet zu haben scheinen, nur die nicht hinreichend bestimmten Worte »in der Nähe der Ambulacralfurche« oder »an den Rändern der Adambulacralfurche « oder »nach aussen von den Adambulacral- stacheln«\!. Ihre Form hat Perrier (1869) am genauesten in Wort und Bild geschildert. Nach ihm stellt die Pedicellarie einen Kegel mit abgerundeter Spitze dar, der der Länge nach in drei, dicht aneinander schliessende Arme getheilt ist; jeder Zangenarm besitzt an seiner Innenseite in der Nähe der Basis eine halbkreisförmige Aushöhlung für die Insertion des Schliessmuskels; die ganze Pedicellarie ruht auf einer höckerförmigen Erhebung des darunter befindlichen Skeletstückes, also der Ventrolateralplatte. Schon CuENOT (1888) hebt die bemerkenswerthe Thatsache hervor, dass er an all' seinen von Banyuls stammenden Exemplaren diese büschelförmigen Pedicellarien vermisste. Das Gleiche kann ich für alle mir aus dem Mittelmeere vorliegenden Thiere bestätigen. Demnach glaubte ich (1895) annehmen zu dürfen, dass es sich bei diesem Mangel der büschelförmigen Pedicellarien bei der L. ciliaris des Mittelmeeres nicht nur, wie Cuenot meint, um eine individuelle Besonderheit handele, sondern um ein für die Mittelmeer-Individuen überhaupt constant gewordenes Merkmal, auf Grund dessen man sie als eine dem Mittelmeere eigen- thümliche Varietät betrachten dürfte, umsomehr, wenn man das Vorkommen der weiter oben beschriebenen zweitheiligen Pedicellarien dazu nimmt. Ich unterschied deshalb (1895) hin- sichtlich der Pedicellarien zwei Varietäten der L. ciliaris: erstens die mittelmeerische mit zangenförmigen, aber ohne büschelförmige, und zweitens die nördlichere mit büschelförmigen, aber ohne zangenförmige Pedicellarien. Da die Art von Philippi auf mittelmeerische Exem- plare gegründet worden ist, müssten diese als die typischen Vertreter der Art angesehen werden. Der nördlichen Varietät aber gab ich den Namen var. normani, weil wir Norman die ersten genauen Angaben über ihre Pedicellarien verdanken. Die büschelförmigen Pedicellarien der nördlichen Exemplare sind offenbar Umbildungen der bei der typischen Mittelmeerform auf den Ventrolateralplatten angebrachten Gruppen von kleinen Stachelchen. Bei der Mittelmeer- 1) Erst in seiner neuesten, dureh meine vorläufige Notiz flS95) veranlassten Mittheilung bezeichnet auch KoüHiER genauer die Ventrolateralplatten als die Träger der büschelförmigen Pedicellarien. Liiidia ciliaris. 79 fonu ist diese Umwandlung in der Regel unterblieben und gewissermaassen als Ersatz dafür haben die unteren Randplatten ihre zweitheiligen Zangenpedicellarien entwickelt. An den Stellen, wo sich bei den nördlichen Exemplaren die büschelförmigen Pedicellarien befinden, also auf den Ventrolateralplatten , bemerkt man übrigens häufig bei mittelgrossen Exemplaren Aon Neapel ein von drei kleinen Stacheln gebildetes Büschel, das unter der Lupe fast wie eine geöff"nete ckeitheilige Pedicellarie aussieht. Bei näherer Untersuchung aber stellt sich heraus, dass die drei Stacheln noch nicht zu Pedicellarien-Armen umgeformt sind, sondern ihre Säulenform noch bewahrt haben. Durch die neuesten Mittheilungen von Koehler (1895. 1 896) hat sich nun aber dennoch herausgestellt, dass auch bei mittelmeerischen Indi\iduen der L. ciliaris dieselben büschelförmigen Pedicellarien auf den Ventrolateralplatten vorkommen können, die ich nach meinem Material für ein ausschliessliches Merkmal der var. normmii halten musste ; dieselben, an der Küste der Provence gesammelten Exemplare besassen ausserdem die zangenförmigen Pedicellarien der unteren Randplatten. Ferner traf er (1896) bei einem Exem- plare aus dem Golf von Biscaya ausser den büschelförmigen Pedicellarien der A^entrolateral- platten auch die zangenförmigen der unteren Randplatten in bester Ausbildung. Daraus geht mit Bestimmtheit hervor, dass sich die var. normani nicht länger halten lässt. Wenn es auch in vielen Fällen zutrifft, dass mittelmeerische Exemplare nur die zangenförmigen und nörd- liche Exemplare nur die büschelförmigen Pedicellarien besitzen, so ist darin doch kein con- stantes Unterscheidungsmerkmal gegeben. Freilich haben wir bis jetzt noch kein nördliches Exemplar kennen gelernt, welches nur zaugenförmige , auf den unteren Randplatten sitzende Pedicellarien aufweist, und auch noch kein mittelmeerisches, das ausschliesslich die büschel- förmigen Pedicellarien der Ventrolateraljilatten besitzt — aber bei der jetzt schon nach- gewiesenen grossen individuellen Schwankung im Auftreten der Pedicellarien werden sich im Tjaufe der Jahre wohl auch noch solche Individuen finden. Nur einmal begegnete ich einer ai;ffallenden Abweichung ^ on dem sonstigen Verhalten der Pedicellarien bei unserer Art. Nämlich bei einem grossen, mir erst vor kurzem von Neapel zugegangenen Exemplare fand ich ausser den oben beschriebenen zweitheiligen Zangen- pedicellarien der unteren Randplatten auch noch auf dem proximalen Armbezirke eines ein- zigen Armes und auch nur in der einen Seitenhälfte des Armes im Bereiche einer kurzen Strecke , die erst in einigem Abstände vom Munde begann, auf jeder Ventrolateralplatte eine Pedicellarie von gestreckt kegelförmiger Gestalt, 0,S mm T-änge und 0,4 mm basaler Breite, die aber im Gegensatze zu den sonst auf den Ventrolateralplatten auftretenden büschelförmigen Pedicellarien nur aus zwei Zangenstücken besteht, die auch nicht ihrer ganzen Länge nach aneinander schliessen, sondern in ihrem basalen Abschnitte einen länglichen Spalt zwischen sich lassen. In ähnlicher Weise fand unlängst Koehler (1896) bei einem Exemplare aus dem Golf von Biscaya zwischen den büschelförmigen (dreiarmigen) Pedicellarien der Ventrolateraliilatten einzelne, die nur aus zwei Zangenstücken gebildet waren. Schliesslich möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Fehlen aller Pedicellarien bei noch nicht ganz erwachsenen Thieren nicht ohne Beispiel bei anderen Luidia-Axten ist. So OQ Astropectinidae. habe ich schon vor Jahren') auf das gleiche, seitdem durch Sladen 1889, p. 251) bestätigte Verhalten der L. alternata (Say) hingewiesen und daraufhin Perriers L. variegata mit L. alter- nuta vereinigt. Die Farbe der Rückenseite (Taf. 4, Fig. 1) ist ein prächtiges, nach Orange ziehendes oder reines Ziegelroth. Dem entspricht einigermaassen die Angabe Philippi's, der die Art in einer brieflichen Mittheilung an Müller & Troschel orangefarbig nannte. Johnston beschreibt sie als bräunlich oder röthlich orangefarben. Noch zutreffender aber ist es, wenn Forbes von einer ziegelrothen Färbung von wechselnder Intensität spricht, woraus Müller & Troschel durch ungenaue Uebersetzung » dunkelroth « gemacht haben. Auch M. Särs bezeichnet die Ober- seite als rothgelb oder orange, selten gelbbraun. Risso nennt sie blutroth, was nur dann stimmt, wenn man sich darunter ein sehr helles Blutroth vorstellt. Rosenfarbig aber, wie Delle Chtaje sagt, kann man die Farbe doch kaum nennen. An der Basis der Stachelchen der Paxillenkronen lagert sich ein braunrothes Pigment in um so grösserer Verbreitung ab, je älter die Thiere sind. Bei mittelgrossen Exemplaren tritt dieser braunrothe bis braune, dunkle Ton besonders in der Nähe der Armspitzen und den Randplatten entlang auf; bei alten Thieren aber (Taf. 4, Fig. 2) breitet er sich über den ganzen Rücken aus. Ausserdem bemerkt man bei alten Thieren, dass die Spitzen der Paxillenstachelchen weiss gefärbt erscheinen, während ihre Basen dunkelbraunroth aussehen. Auch die Spitzen der Papulae sind weiss. Weiss sind auch die Armspitzen bei mittelgrossen wie bei alten Thieren sowohl auf der Oberseite als auf der Unterseite. Die Madreporenplatte zeichnet sich durch die Farbe nicht vor ihrer Um- gebung aus. Die Randstacheln sind röthlichgelb , an ihrer Basis dunkler und mehr röthlich. Die Bauchseite ist am lebenden Thiere gelblich; Forbes nennt sie strohgelb. Delle Chiaje weiss- lich, M. Sars weiss. Die Füsschen haben im ausgestreckten Zustande eine gelblichweisse Fär- bung und lassen unter der Lupe eine ganz feine, rothbraune Querringelung erkennen. In horizontaler Richtung bewohnt die L. ciliaris ein zwar ziemlich grosses, aber doch auch eigenartig beschränktes Gebiet, das vom Mittelmeere aus südlich bis zu den Kap- verden, nördlich bis zu den Färöer reicht. Während im westlichen Mittelmeere Sicilien (Philippi; Messina, M. Sars, Bonner Sammlung), der Golf von Neapel (Delle Chlaje, Lg BiANCo, CoLOMBo, ich), die Ponza-Inseln (Zoologische Station zu Neapel), Nizza (Risso), der Golf von Marseille (Marion), der Golf von La C'iotat (Koehler), Banyuls (Cuenot) und Men- orca (Braun) als Fundorte bekannt sind, beruht unsere ganze Kenntniss des Vorkommens im östlichen Mittelmeere einzig und allein aiif der Mittheilung Heller's, dass Steindachner einmal ein Exemplar bei Spalato gefunden habe. Da nun aber weder Grube, Lorenz, Graeffe, Stossich, noch auch Heller selbst die Art in der Adria angetroffen haben und auch von Marenzeller sie im östlichen Mittelmeere nicht gefunden hat, so wäre es sehr erwünscht, über den SxEiNDACHNER'schen Fimd sicherere Auskunft zu haben ; bei der HELLER'schen 1) Verzeichniss der von Ed. van Beneden an der Küste von Brasilien gesammelten Echinodermen. Mem. conronn. et des savants etr. de l'Acad. de Belgique, Tome 44, 1882, p. 10. Luidia ciliaris 81 darauf bezüglichen Angabe komme ich über den Zweifel nicht hinweg, dass es sich bei Stein dachner's Exemplar möglicherweise nicht um L. ciliaris, sondern um die damals noch nicht aus dem Mittelmeere bekannte L. sarsi gehandelt habe. Ausserhalb des Mittelmeeres sind südwärts nur allein die Kapverden (durch Studer) als Fundort bekannt geworden. Nordwärts erstreckt sich das Wohngebiet der französischen Küste entlang bis in den Kanal, dann weiter rings iim England, Schottland und Irland, an den Shetland- Inseln (Bell', Norman^) und den Färöer (Sladen) und dehnt sich durch die Nordsee bis an das Skager Rak aus. Dagegen fehlt die Art bemerkenswertherweise an der Westküste Norwegens; wenigstens vermisste sie Grieg im Hardangerfjord, Appellöf im Ber- gensfjord und Nordgäaru im Beitstadfjord. Als Fundorte an der französischen Küste sind ins- besondere bekannt: Arcachon (P. Fischer), Concarneau (Th. Barrois), RoscofF (Cuenot); an den Küsten von Grossbritanien : die Hebriden (Norman^), Südwest-Irland (Forbes', Haddon, Sladen, Bell'), die englische Kanalküste (Plymouth, Polperro, Falmouth) (Heape, Bell', Norman^), die Westküste Englands (Bell'), die Insel Man (Forbes'') und die irische See (Herdman, Chadwick), die Westküste Schottlands (Robertson, Bell', Norman'-^, Henderson), die Ostküste Englands (Forbes'\ Möbius & Bütschli), die Ostküste von Schottland (Bell', Möbius & Bütschli). In der Nordsee wurde sie westlich von Jütland (Möbius & Bütschli^) und im Skager Rak (LovEN nach Angabe von Düben & Koren) gefunden. In verticaler Richtung findet sich imsere Art nach den in der Litteratur vorliegenden Angaben und den mir vorliegenden Funden in Tiefen von 4 bis 159 m. Die tiefste Fundstelle (159 m) wurde bei den Färöer festgestellt. Im Mittelmeere lebt sie vorzugsweise in Tiefen von 20 — 100 m; so fand sie z. B. Colombo nordöstlich von Capri in 19 — 71 m, an der Secca di Benda Palummo in 68 — 83 m, am Cap Misenum in 35 — 75 m; bei den Ponza-Inseln wurde sie in 40 — 60 m, bei Pozzuoli in 60 m erbeutet. Doch geht sie auch im Mittelmeere in grössere Tiefen, da Koehler sie im Golf von La Ciotat nur aus 120 — 150 m erhielt. Im Golfe von Neajjel gehört sie zu den häufigen Seestern -Arten. Auch an den übrigen Orten ihi-es Vorkommens scheint sie nicht selten zu sein. Hinsichtlich der Bodenbeschaffen- heit bevorzugt sie sandigen Boden, namentlich solchen, der mit kleinen Steinen, Conchylien, Corallineen und allerlei Detritus untermischt ist; seltener kommt sie 'z. B. im Golf von Mar- l) Näheres über die von JJeu. zusammengestellten Fundorte s. in seinem Catalogue ot' the British Echinoderms 1&92, p. 71—72. 2] Näheres über die von Norman angeführten Fundorte s. Nokman , Ann. & Mag. Nat. Hist. Vol. I.""), 1S65, p. 118. '■Vj Näheres über die von F'okbes erwähnten Fundorte s. in seiner History of British Starfishes, 1S4I, p. 139 — 140. 1) Zu diesen und den vorhergehenden Angaben von Möbius & ßiJTSCHLi ist zu bemerken, dass man nicht mit aller Sicherheit aus ihnen entnehmen kann, ob die siebenarmige ciliaris oder die fünfarmige sarsi gemeint ist. Bei den 1889 und 1890 von der Biologischen Station auf Helgoland in der südöstlichen und östlichen Nordsee aus- geführten Untersuchungsfahrten wurde nur die L. sarsi (vor dem Eingange des Skager Raks) gefunden, nicht aber die echte L. ciliaris (vergl. Meissner & Collin, 1894, p. 336). Zool. Station z. Neapel, Fiiuua und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. | J CO Astropeetinidae. seille und im Golf von La Ciotat) auf Schlammgrund vor. Was ihre Nahrung anbetrifft, so fand Ball (nach einer Angabe bei Forbes) ihren Magen erfüllt von einer Natica-Art und Couch (ebenfalls bei Forbes erwähnt) traf einmal in ihrem Magen einen Spatangus an ; Cuenot beob- achtete bei Roscoff, dass sie Köderfische an den Angelleinen angreift. Ich selbst entnahm dem Magen meines grössten Exemjilares eine vollständige, halb verdaute Ophioglypha sowie dem Magen eines kleinen Thieres (R = 44 mm) vier halbwüchsige Edünocyamus jmsiUus. Auf die ungemein grosse Häufigkeit, in der man bei der vorliegenden Art regenerirte Arme antriflft, habe ich schon Aveiter oben (p. 64) hingewiesen. Forbes (1841) ist wohl der Erste gewesen, der aiif die Leichtigkeit hingewiesen hat, mit der die Arme bald nahe ihrer Basis, bald an einer beliebigen anderen Stelle quer durchbrechen; eben deshalb wählte er ja den Species- namen fragilissima. Unter den neueren Forschern hat Cuenot (1888) diese Beobachtungen wiederholt'). Er sieht in dieser Autotomie ein Vertheidigungsmittel des Thieres, da sich, wie ich gleichfalls öfters feststellen konnte, stets der mit der Hand oder der Pincette ergriffene Arm ablöst, und alsdann das Thier sich durch schleunige Flucht weiteren Angriffen zu entziehen sucht, üeber die Schnelligkeit, mit welcher der verloren gegangene Arm nachAvächst, liegen keine Beobachtungen vor. Der abgelöste Arm geht in allen Fällen zu Grunde. Ueber die Fortjjflanzungszeit besitzen wir nur die Angabe Lo Bianco's, dass bei Neapel reife Männchen und Weibchen von November bis Januar einschliesslich auftreten. Die ebendort nach demselben Beobachter im Februar und März vorkommende Larve ist eine grosse Bipinnaria, die der Bipinnaria asterigera sehr ähnlich ist, ohne damit identisch zu sein. Metschnikoff (1884, p. 65) erwähnt dieselbe Bipinnaria ohne Zeitangabe von Messina und theilt zugleich mit, dass er die Entstehung eines siebenstrahligen Sternes an ihr beobachtet habe. Schon einige Jahre früher (1880) hatte derselbe Forscher mir mündlich mitgetheilt, dass diese Larve zur Gattung Luiclia gehöre, und mir zwei junge, eben von der Larve ab- gelöste^) siebenarmige Seesterne übergeben, die ganz sicher zu unserer Ai't gehören. Höchst wahrscheinlich scheint mir ferner auch die unlängst von Garstang (1894) beschriebene und ab- gebildete Bipinnaria, die er im August 1893 bei Plymouth beobachtet hat, hierher gestellt werden zu müssen. Wie er selbst hervorhebt, ist sie der echten Bipinnaria asterigera am nächsten verwandt. Da nun die letztere die Larve von L. sarsi ist, die bis jetzt aus dem Kanal noch nicht nachgewiesen wurde, während L. ciliaris bei Plymouth nicht selten vorkommt, so liegt die Vermvithung nahe, dass Garstang's Bipinnaria die Larve von L. ciliaris ist — freilich kann diese Vermuthung erst dann zur sicheren Behauptung werden, wenn es gelingt, an späteren Stadien, als sie Garstang vorlagen, die Anlage des jungen Seesternes anzutreffen und dessen Uebereinstimmung mit den nunmehr zu beschreibenden, eben von der Larve ab- gelösten jüngsten Exemplaren der L. ciliaris nachzuweisen. 1) Einige Notizen darüber finden sich auch bei D. Robertson, Proc. Nat. Hist. Soc. Glasgow, Vol. 1, 1858—69, p. 36— ?.7. 2) Wahrscheinlicli war diese Ablösung nicht von dem jungen Sterne selbst , sondern von Metschnikoff künstlich bewerkstelligt worden. Luidia ciliaris. ßo Diese jüngsten Exemplare (Taf. 6, Fig. 36) sind wie gesagt bereits siebenarmig und haben eine Grösse von 1 mm. R beträgt 0,52, r 0,34 mm; das Verhältniss r : R = I : 1,53. Die Arme sind also noch sehr kurz; an ihrem Ende sehen sie quer abgestutzt aus und sind hier fast eben so breit wie an ihrer Basis. In der Rückenhaut liegen auseinander gerückte Paxillen- Anlagen, die ganz mit denen übereinstimmen, die man später noch im distalen Bezirke des Armrückens antrifft. Die Terminalplatte hat eine quere Form, ist in der Mitte kürzer als in ihren seitlichen Bezirken und entsendet jederseits einen adoral gerichteten, jetzt erst kurzen, flügeiförmigen Fortsatz ; sie ist viel breiter als lang, während sie später, wie wir oben gesehen haben, länger als breit wii'd. Jederseits trägt sie vier oder fünf, oberflächlich von einer weichen Hautscheide umhüllte Stachelanlagen, die ebenso wie diejenigen auf den Adambulacralplatten vierspitzig endigen ; doch sind die vier Spitzen verhältnissmässig länger vmd divergiren stärker als an den Adambulacralstacheln ; insbesondere überragt die axiale Spitze sehr erheblich die drei anderen Spitzen. Es sind also schon in diesem frühen Stadium alle die Stachelchen an- gelegt, die wir später (s. oben p. 70) auf dem aboralen Rande der Platte antrefl'en. Distal von den Mundeckplatten sind bereits die ersten und zweiten Adambulacralplatten angelegt. Jede dieser beiden Adambulacralplatten trägt einen einzigen jungen Stachel, der sich später zum inneren Adambulacralstachel des erwachsenen Thieres entwickelt. Die übrige Adambulacralbewaff"nung der Erwachsenen ist noch nicht angelegt. Auch die Mundbewaffnung ist noch viel einfacher als später. Sie besteht auf jeder Mundeckplatte nur aus zwei jungen Stacheln, von denen der eine am adoralen, der andere auf dem aboralen Ende der Platte angebracht ist; jener ist die Anlage des innersten Stachels der suturalen Stachelreihe, also des eigentlichen Mund- eckstachels des Erwachsenen, dieser aber wird zu einem der Stachelchen, die auf dem distalen Bezirke der ausgebildeten Mundeckplatte stehen. Auch diese Stacheln endigen mit vier Spitzen, die aber alle vier ganz kurz bleiben. Im übrigen stimmen diese Stacheln mit denen der Adambulacralplatten und der Terminalplatte in ihrem Aufbaue vollständig überein. Bei tiefer Einstellung des Mikroskopes bemerkt man, dass nach innen von der Sutur einer jeden Mund- ecke ein unpaares Skeletstück liegt, Avelches die Anlage des inneren intermediären Stückes (^ Viguier's Odontophor) ist, für das ich den Namen Zwischenmundplatte oder Interoral- platte vorschlagen möchte. In der Mitte der Mundhaut ist eine kleine Mundöffnung schon zum Durchbruche gelangt. Jeder der sieben Arme besitzt in seiner Adambulacralfurche drei Paare von jungen Füsschen und die endständige Fühleranlage. Von Wirbeln sind angelegt: der sog. erste, der sich aus dem Ambulacralfortsatz des Mundeckstückes und dem ersten eigentlichen Ambulacral- stück zusammensetzt, ferner der zweite und dritte, der letztere aber erst in ganz winziger Gestalt : im Ganzen sind also die Anlagen der drei ersten Paare der Ambulacralstücke vorhanden. An- lagen \on Ventrolateralplatten und Superambulacraljilatten sind noch nicht [wahrzunehmen. Dorsalwärts grenzen die Adambulacralplatten an junge Skeletstücke, die genau wie die Paxillen- anlagen älterer Thiere aussehen und deshalb auch vorhin als solche bezeichnet wurden. AA' ahr- scheinlich sind diese zunächst an die Adambulacralplatten grenzenden Anlagen aber dazu be- stimmt, in ihrer weiteren Entwicklung zu den unteren Randplatten des erwachsenen Thieres n* Cj Astropectiiiidae. ZU werden. Wenn dem so ist, so würde man einen Grund mehr dafür haben, dass die Randpaxillen des erwachsenen Thieres nur eine besondere Form von Randplatten darstellen. Denn wenn die unteren Randplatten in ihrer ersten Anlage mit jungen Paxillen übereinstimmen, so wird man sich nicht darüber wundern können, dass die oberen Randplatten der Luidien dauernd die Gestalt von Paxillen festhalten. Unter den Paxillenanlagen, die sich in der Rückenhaut der Scheibe vorfinden, fallt eine interradial über einem Armwinkel gelegene durch ihre ansehnlichere Grösse auf. Es Hess sich mit aller Bestimmtheit feststellen, dass sie dem Interradius des Steinkanals angehört; indessen konnte ich nicht mit Sicherheit sehen, ob der in den Steinkanal führende Porus diese Platte durchsetzt oder an ihrem Rande liegt. Immer- hin zweifle ich nicht daran, dass diese durch ihre Grösse gekennzeichnete interradiale Paxillen- Anlage später zur Madreporenplatte des erwachsenen Thieres wird. Radiale Blinddärme des Magens sind noch nicht angelegt. Von unten oder oben gesehen hat der Magen einen sieben- lajjpigen Umriss, indem er in die Basis eines jeden Armes eine ganz kurze, breite, abgerundete Aussackung entsendet*). Anatomische Notizen. In der Mundhaut konamen bei alten wie bei ganz jungen Thieren (z. B. bei No. ?> und 9 der Tabelle) zahlreiche, kleine Kalkkörperchen vor, die eine Grösse von 0,05 — 0,0S mm haben und zum Theile die Form einfacher, gedrungener Stäbchen, zum grösseren Theile aber eine verästelte Gestalt aufvpeisen; auch können sich die Aeste zu Maschen schliessen, sodass das ganze Kalkkörperchen ein unregelmässiges, durchlöchertes Plättchen darstellt. Bei einem mittelgrossen Exemplare (No. i] habe ich die Länge der radialen Blinddärme gemessen. Ihr äusseres Ende ist nur 2S mm vom Mittelpunkte der Scheibe entfernt. Da an diesem Exemplare r= 16 mm misst, so reichen die Blinddärme nur 1 2 mm weit in den freien Arm hinein, und da R ^ 117 mm beträgt, so bleibt an den Armen das mittlere und äussere, zusammen 117 — 28 :=; 89 mm lange Stück ganz frei von den Blinddärmen; es nehmen also die radialen Blinddärme nur das erste Achtel des freien Armes ein. Bei einem Exemplare vonR = 44, T = 8,5 mm eiTeicht das äussere Ende der Blinddärme die Gegend des 12. Wirbels, ist 14 mm vom Mittelpunkte der Scheibe entfernt und erstreckt sich nur 5,5 mm weit in den freien Arm; die Blinddärme nehmen demnach hier das erste Siebentel des freien Armes ein. Bei noch kleineren Thieren, z. B. dem Exemplare No. 9 der Tabelle, gehen die Blinddärme erst bis zum dritten Wirbel, erstrecken sich also noch gar nicht bis in die freien Arme, sondern liegen noch ganz in der Scheibe. Schon bei diesen kleinen Thieren bemerkt man übrigens , dass vom dorsalen Bezirke des Magens über jedem Paare der Radialblinddärme sich eine unpaare Magenbucht aussackt. Dagegen fehlen, wie schon MüLLEK & Tkoschel (1842) gefunden haben, die interradialen Blinddärme bei dieser wie bei anderen Lindia-ATten. Das interessanteste Verhalten bieten unter den inneren Organen die Geschlechtsdrüsen. Wie bereits Müller & Troschel (1S42) in ihrer Diagnose der Gattung hervorheben, reichen die Genitalorgane bis in das Ende der Arme. »In jedem Arm befinden sich zwei Reihen an der Rückseite aufgehängter, verästelter Schläuche und in jeder Reihe beträgt die Zahl gegen einige Himdert« (vergl. die Abbildung auf Taf. 11, Fig. 4 des Müllek-Teoschel- schen Werkes). An dem grössten meiner Exemplare fand ich, dass die einzelnen Büschel der Genitalschläuche der jederseitigen Reihe an ihrer Basis durch einen Strang verbunden sind, der der Rückenwand der Arme dicht anliegt und genau unter den Schäften der zweiten (von den admarginalen Paxillen aus gezählt) Längsreihe der Seitenpaxillen verläuft. Von diesem Strange geht unterhalb eines jeden zweiten Seitenpaxillus ein ganz kurzer Ast rechtwinkelig in medianer Richtung ab, der an die Basis eines Genitalbüschels herantritt. Diese Basis liegt unterhalb der Stelle, 1) Nachträglich erhielt ich durch die gütige Vermittlung des Herrn Th. Moetensen aus dem Kopenhagcuer Museum eine angebliche Bipinnaria asterigera mit anhängendem, siebenarmigen, leider entkalkten Seesteme zur Ansicht übersandt, welche von der dänischen »Ingolf< -Expedition (1895 — 96) zwischen Norwegen und den Färöer (01° 2 N. Br. ; 0° 40' O. L.) erbeutet worden war. Dieser junge Seestern hat eine Länge von 2,45 mm und besitzt in jedem Arme schon fünf Füsschenpaare. Luidia sarsi. 85 wo der mediale Fortsatz eines zweiten mit dem lateralen eines dritten Seitenpaxillus ziisammentrifi't. Von diesem Punkte hängt ein Büschel von Genitalschläuchen frei in die Höhle des Armes. Die Zahl der Genitalbüschel ent- spricht demzufolge der Zahl der Querreihen der Seitenpaxillen. Ihre äusseren Oeffnun^en, die Müller & Teoschel mit Unrecht geleugnet hatten, hat Cuenox (1888) nachgewiesen. 7. Art. Luidia sarsi (Dübeii k Koren). Taf. 4, Fig. 3; Taf. 7, Fig. 1 — 12. 1835 Asterias sp. n. M. Sars p. 39. 1 839 Luidia fragilissima Forbcs p. 1 23 (partim); T. 3, f. S. 1841 Luidia fragilissima Forbes p. 135 — 140 (partim). 1845 Luydia sarsii Düben & Koren p. 113. 184(i Luydia savignyi Düben & Koren p. 254; T. S, f. 23. 24. 1857 Luidia sarsii M. Sars p. 102. 1857 Luidia sarsii Lütken p. 7 1. 1861 Luidia sarsii M. Sars p. 25. 1865 Luidia sarsii Norman p. 1 IS — 1 10. 1871 Luidia sarsii Hodge p. 131. 1875 Luidia sarsii Perrier p. 342. 1878 Luidia sarsii Perrier p. 32, 91. 1882 Luidia sarsi Greeff p. 118—110. 1882 Astrella simplex Perrier (Rapport etc. p. 21. 1883 Luidia sarsii Sladen (»Triton«) p. 155. 1884 Luidia sarsii Danielssen & Koren p. 04 — 05. 1884 Luidia sarsii Studer p. 13. 1885 Astrella simplex Carus p. Ol. 1886 Luidia sarsii Kükenthal & Weissenborn p. 779. 1886 Luidia sarsii Haddon p. (ilS. 1888 Luidia sarsii Storni p. 63. 1888 Luidia ciliaris Colombo p. 4S, Dragata 56'). 1 SSO Luidia sar.sii Grieg p. 3. 1880 Luidia sarsii Sladen p. 246, 257, 25S, 742. 1891 Luidia sarsii Sladen p. 688. 1891 Luidia paucispina v. Marenzeller in Steindachner's Bericht p. 445 (vorläufige Notiz). 1891 Luidia sarsii Herdman p. 201. 1891 Luidia sarsi Brunchorst p. 3i rippenförmige Kalkstücke« beschrieben worden, zwischen denen er auch hier »Poren« angiebt, die ebensowenig vorhanden sind wie bei L. ciliaris (s. p. 73 u. 77). Bei jüngeren Thieren, z. B. bei meinem Exemplare Nr. 2, sind die Ventrolateralplatten erst im jjroximalen Abschnitte des Armes zur Ausbildung gelangt. Doch besitzt dieses Exemplar in dem im Uebrigen nackten, von dünner Haut verschlossenen Felde, das den Raum zwischen den Mundeckplatten, ersten Adambulacralplatten und ersten unteren Randplatten einnimmt, schon eine kleine, in der Mitte des Feldes isolirt gelegene, impaare Ventrolateralplatte und lässt ferner am Aussenrande jeder ersten Adambulacralplatte die ganz kleine Anlage einer 1) Bei dem grossen p. S7, Anmerkung 2) erwähnten Exemplare zeichnen sich die Stacheln im Vergleich zu den grössten neapolitanischen Exemplaren durch ihre auffallende Länge aus, die im proximalen .\rmabschnitt Ö, ja mitunter 7 mm erreicht. q^ Astropectinidae. der später hier befindlichen Ventrolateralplatten erkennen, v. Marenzeller (1893) scheint von diesen Platten der interbrachialen Felder, die bei kleinen und mittelgrossen Thieren wegen der Kleinheit und geringen Zahl der Platten fast ganz nackt aussehen, Einiges gesehen zu haben, denn nur darauf kann sich seine Bemerkung beziehen, dass jene Felder zwar nicht mit Kalkplättchen ausgefüllt seien, dass aber doch zwei von ihnen die ersten Anlagen solcher Plättchen enthielten. Auch die Ventrolateralplatten des proximalen Armabschnittes hat V. Marenzeller an seinem Exemplare gesehen, denn nur sie können gemeint sein, wenn er nach innen von den beiden ersten Randplatten «kleine, eingeschobene Plättchen« angiebt. Bei dem grössten Exemplare (R = 115 mm) sind die Ventrolateralplatten in folgender Weise ausgerüstet. Die an die zweite Adambulacralplatte anstossende Platte trägt dieser zunächst eine Querreihe von drei winzigen Stacheln und Aveiter nach aussen in der Richtung derselben Querreihe eine zweiarmige Pedicellarie (über den Bau der Pedicellarien s. p. 96). Bei der an die dritte Adambulacralplatte stossenden Ventrolateralplatte ist jene Stachelchenreihe nur von zwei Stachelchen gebildet, auf welche wie dort eine Pedicellarie folgt. Ebenso verhält sich die nächstfolgende Ventrolateralplatte. Von der 5. bis zur 32. Adambulacralplatte tragen die entsprechenden Ventrolateralplatten nur ein winziges Stachelchen und nach aussen davon eine Pedicellarie. Von da ab haben sie nur noch die Pedicellarie, während das Stachelchen fehlt, und endlich, in der Nähe der Armspitze, kommt auch die Pedicellarie in Wegfall. Bei jüngeren Exemplaren, z. B. Nr. 2 der Tabelle, ist die Bewaffnung der ersten paarigen Ventrolateralplatte schon dieselbe wie an dem alten Thiere; nur ist die Pedicellarie, die nach aussen von den drei Stachelchen steht, erst in der Anlage vorhanden. Die folgende Ventrolateralplatte trägt bei diesem Exemplare auch schon eine Pedicellarien-Anlage, aber nach innen davon erst ein Stachelchen. Auf den übrigen Ventrolateralplatten sind noch keine Pedi- cellarien angelegt. Das Exemplar entspricht also, trotzdem es kleiner ist. in Zahl und Stellung seiner Pedicellarien ganz dem von v. Marenzeller als L. paudspina beschriebenen Thiere. Wie zuerst M. Sars (1857) bemerkt und seitdem Norman (1865) und Koehler (1894) bestätigt haben, unterscheidet sich die Adambulacralbewaffnung der jL. ^ar«? dadurch von derjenigen der L. cüiaris, dass sie aus drei Längsreihen von Stacheln gebildet wird. Jede Adambulacralplatte trägt nämlich einen inneren, mittleren und äusseren Adambulacralstachel. Der innere ist, wie ebenfalls bereits M. Sars hervorgehoben hat, stärker nach auswärts gebogen als der entsprechende Stachel der Ij. dliaris, mit dem er im Uebrigen in seiner comprimirten, säbelförmigen Gestalt übereinstimmt. Bei mittelgrossen Exemplaren (No. 8 u. 9 der Tabelle) hat er in der proximalen Armhälfte eine T^änge von 1,5 mm. Der mittlere Stachel entspricht dem äusseren der L. ciliaris. Wie bei jener Art ist er fast doppelt so lang wie der innere, indem er z. B. bei den ebenerwähnten mittelgrossen Exemplaren eine Länge von 2,5 mm besitzt. Er ist kräftig, an der Spitze etwas abgestumpft und fast ganz gerade. Dann folgt der äussere Adambulacralstachel, der beinahe oder genau ebenso lang und kräftig ist wie der mittlere; er ist gerade gestreckt und hat bei den Exemplaren No. S u. 9 im proximalen Arm- bezirke eine Länge von 2 — 2,5 mm. An seiner adoralen Seite ist er stets von einem erheblich Luidia sarsi. 95 kleineren geraden Stachel begleitet, der meistens eine Länge von 1 — 1,5 mm erreicht. Dieser kleinere äussere Stachel ist von den früheren Beobachtern, insbesondere von M. Sars, übersehen worden, obschon er, wie ich mich überzeugen konnte, auch an Exemplaren der norwegischen Küste wohl ausgebildet ist. Nur v. Marenzeller (1893) hat ihn bei seiner L. paucispina be- achtet. Die äussere Längsreihe der Adambulacralstacheln besteht also eigentlich auf jeder Adambulacralplatte aus zwei Stacheln, einem grösseren aboralen und einem kleineren adoralen. Beide entsprechen offenbar den beiden kleinen subambulacralen Stacheln, die sich bei der Ij. clliaris nach aussen von den äusseren Adambulacralstacheln befinden (s. p. 75). In den Arm- winkeln findet man nach aussen von den ebenerwähnten beiden äusseren Adambulacralstacheln der L. sarsi, sowohl bei mittelmeerischen als auch bei norwegischen Exemplaren, häufig noch einen weiteren ganz kleinen Stachel, sodass sich alsdann genau diejenige Anordnungsweise der Stacheln ergiebt, die v. Marenzeller von seiner L. paucispina abbildet (s. seine Taf. 1. Fig. IB). Die Mundbewaffnung ist derjenigen der L. ciliaris sehr ähnlich, jedoch auf dem distalen Bezirke der Mundeckplatten weniger reichlich. Dem suturalen Rande entlang steht eine Reihe von neun (oder auch nur acht) Stacheln, die von innen nach aussen rasch an Grösse ab- nehmen. Der äusserste ist manchmal so klein, dass er leicht übersehen werden kann. Der innerste ist der grösste und besitzt bei kleinen Exemplaren eine Länge von 1 ,5, bei gTösseren eine solche von 2 mm: er stellt den eigentlichen Eckstachel dar. Neben ihm stehen am ani- bulacralen Rande einer jeden Mundeckplatte noch zwei selten drei) kleinere, die v. Maren- zeller (1893) mit Unrecht für eine »nicht sehr gut ausgebildete lange Zangenpedicellarie « erklärt. Ferner trägt der distale Rand der Platte noch zwei bis vier hintereinanderstehende kleine Stachelchen, von denen das zweitinnerste das grösste zu sein pflegt, v. Marenzeller giebt bei seinem als L. paucispina beschriebenen Exemplare nur einen Stachel am distalen Rande der Mundeckplatte an, womit er offenbar das grösste der eben erwähnten Stachelchen meint. Dass er nur fünf Stacheln am suturalen Plattenrande fand, erklärt sich daraus, dass über- haupt die Zahl der Stacheln auf den Mundeckplatten bei jüngeren Thieren kleiner ist als bei erwachsenen. — üeber das gelegentliche Vorkommen einer Pedicellarie auf den IVEundeck- platten s. p. 96. Die Madrepo reuplatte ist meistens etwas leichter zu sehen als bei Ij. ciliaris. Bei dem grössten Exemplare (R == 115 mm) befindet sie sich unmittelbar über der Reihe der Randpaxillen und drängt sich hier in den Verlauf der beiden Reihen der Seitenpaxillen ein, durch deren Kronen sie zum Theil verdeckt wird. Einer der oberen Seitenpaxillen keilt sich in einen Einschnitt des oberen Randes der Madreporenplatte ein. Die Länge der Platte beträgt bei diesem Exemplare nicht viel mehr als 1 mm; die Breite misst 1,5 mm. Nachdem noch im Jahre 18()1 M. Sars das Vorkommen von Pedicellarien bei der vorliegenden Art ganz in Abrede gestellt hatte, wurden sie einige Jahre später von Norman (1865) entdeckt. Er hebt ihre Verschiedenheit von den büschelförmigen Pedicellarien der L,. ciliaris (s. p. 77) hervor und giebt richtig an, dass sie auf den von ihm als »rippenförmige 9g Astropectinidae. Kalkstücke« benannten Ventrolateralplatten angebracht sind. Auch Sladen (1889) kennt sie und bemerkt ganz zutrefiFend, dass sie klein, papillenförmig und aus zwei Zangenstücken zu- sammengesetzt sind. Während Beli. (Catalogue 1892) nur kurz die NoRMAN'schen Angaben wiederholte, theilte v. Marenzeller (1893) mit, dass die Pedicellarien bei dem ihm vorliegenden mittelgrossen Thiere nur auf den beiden ersten Ventrolateralplatten (seinen «eingeschobenen Plättchen«) zur Ausbildung gelangt waren; auch er fand sie aus zwei Zangenstücken gebildet. Zuletzt hat Koehler (1894, 1895) sie untersucht und gleichfalls beobachtet, dass sie in der Regel zweiarmig, nur ausnahmsweise dreiarmig sind, nach aussen von den Adambulacralstücken stehen ') und in ihrer Grösse hinter denjenigen, die sich an denselben Stellen bei L. ciliaris finden können, um ein Drittel zurückbleiben. Bei meinem Exemplare No. 12 steht auf jeder Tentrolateralplatte des proximalen Arm- abschnittes eine zweitheilige Pedicellarie. Diese Pedicellarien lassen sich bis zum Bereiche der 28. unteren Randplatte verfolgen. Eine jede besteht aus zwei länglichen, allmählich ver- jüngten, an ihrer Spitze abgerundeten Zangenstücken, die sich mit etwas welligen, fein- gezähnelten, in der Nähe der Basis glatten Rändern aneinanderlegen und auf ihrer Aussenseite von dicker Haut überzogen sind. Sie haben eine Länge von 0,5 mm und erinnern in ihrer Form am meisten an diejenigen, die Perrier (1869, Taf. 2, Fig. 16) von L. savignyi abgebildet hat. Bei den kleineren Exem2)laren (Nr. 1 — 5 der Tabelle) hören die Pedicellarien, die auch hier auf der ersten Ventrolateralplatte beginnen, schon viel früher in aboraler Richtung auf. Auch bei meinen beiden norwegischen Exemplaren sind die Pedicellarien im proximalen Armab- schnitte vorhanden. Nur ganz ausnahmsweise kommt es vor, dass man eine Pedicellarie in der Bewaffnung des Mundes antrifft. Mir ist nur ein derartiger Fall vor Augen gekommen. Bei dem aller- grössten meiner Exemplare (R = 115 mm) fand ich nämlich auf einer, aber auch nur auf dieser einen Mundeckplatte, dass sich in die Reihe der suturalen Stacheln eine kleine, zwei- armige Zangenpedicellarie einschiebt, die in Grösse und Form ganz mit den Pedicellarien der Ventrolateraljilatten übereinstimmt. Die Farbe der lebenden Thiere bezeichnet M. Sars (1861) in Uebereinstimmung mit den älteren Angaben von Düben & Koren (1846) bei den nordischen Exemplaren auf der Rückenseite als braungelb, rothgelb oder orangefarben mit einer Reihe von dunkler braunen Punkten, die dem Rande der Arme folgen und in Zahl und Stellung den Randplatten ent- sjjrechen. Ausserdem hoben Düren & Koren hervor, dass jeder Arm einen dunkleren mitt- leren Längsstreifen besitzt. Diesen dunkleren mittleren Längsstreifen sehe ich an einigen meiner conservirten Neapeler Exemplare, während er an anderen, ebenso wie an dem von Mer- culiano abgebildeten Thiere (Taf. 4, Fig. 3), fehlt. Die Unterseite fand Sars schneeweiss ; die Mundöffnung und der ausgestülpte Magen zeichneten sich an seinen Exemplaren durch eine 1) Wenn Kokhlee (1895) in seiner Gegenüberstellung der Unterscheidungsmerkmale der L. sars't von der L. ciliaris die Pedicellarien der L. sarsi am Rande der Arme zwischen den Randstaehein stehen lässt, so setzt er sich damit in Widerspruch mit seiner eigenen unmittelbar vorhergehenden Beschreibung. Luidia sarsi. 07 hübsch Zinnober- oder rosenrothe Färbung aus. Die noch mit der Bipinnaria (s. p. 99) ver- bundenen ganz jungen Thiere sind nach Koren & Danielssen (1847) zinnoberroth. Ueber die Färbung der mittelmeerischen Exemplare kann ich aus eigener Anschauung nicht berichten, da mir keine lebenden Thiere vorgelegen haben. Greeff giebt in einer hinterlassenen Farbenskizze eines von ihm bei Neapel beobachteten Thieres einen hellen, bräunlichrothen Ton an. Das alte von Merculiano (Taf. 4, Fig. 3) abgebildete Exemplar hat eine bräunlichgelbe helle Grundfarbe, auf der zahlreiche, den Paxillen entsprechende, dunkel- braune Punkte liegen, die nach den Randplatten hin grösser werden und sich hier in kurze Querreihen ordnen; auch die Randstacheln sind dunkelbraun. Das horizontale Verbreitungsgebiet der L. sarsi fällt annähernd, aber doch nicht ganz mit dem der L. dliaris zusammen, indem es sich etwas weiter nördlich bis zum Thrond- hjemfjord an der norwegischen Küste ausdehnt und im Mittelmeere weiter östlich bis nach Kreta reicht. Im westlichen Mittelmeere kennt man die Art von der Küste Maroccos (Perrier), aus dem Golf von La Ciotat (Koehi.er) und aus dem Golf von Neapel (Zoologische Station zu Neapel). Von Neapel (und damit überhaupt aus dem Mittelmeere) ist ihr Vorkommen zuerst durch Greeff (1882) angezeigt worden; aber schon vor seiner Veröffentlichung*) waren mir im Jahre 1880) Exemplare von dort bekannt. Seitdem ist daselbst eine ganze Anzahl von Exemplaren gefunden worden. In der irrthümlichen Meinimg, dass die Form überhaupt noch niemals vorher im Mittelmeere angetroffen worden sei, hat dann unlängst Koehler ihr Vor- kommen im Golf von La Ciotat angegeben. Im östlichen Becken des Mittelmeeres ist sie bis jetzt nur von drei Fundorten bekannt, nämlich nördlich") und westlich von Kreta und südöstlich \on Ca]) Malia (v. Marenzeller). Ausserhalb des Mittelmeeres liegt der südlichste Punkt ihres Vorkommens an den Kap- verden. Von da zieht sich ihr Wohngebiet nordwärts an der afrikanischen (Perrier) und an der portugiesischen Küste (Greeff : bei Cezimbra) hin. Westlich von Frankreich hat Koehler sie neuerdings im Golf von Biscaya gefunden. Im Kanal ist sie bis jetzt noch nicht angetroffen worden. Weiter nordwärts kennen wir sie von Südwestirland .Bell, Haddon, Sladen), West- irland (Herdman), Nordwestirland (Bell), zwischen Schottland und der Färöer-Bank (Bell), östlich von den Shetland Inseln (Bell) und an den Orkney- Inseln (Forbes, Bell). An der Ostküste Schottlands (Forbes, Scott) und Englands (Forbes, Norman) geht sie nicht weiter südlich als bis zum 55." nördlicher Breite. Von dort erstreckt sich ihr Verbreitungsbezirk an der norwegischen Küste nördlich bis Kristiansund (Düben & Koren^ und dem Thrond- hjemfjord (Storm). Während die L. ciUaris (s. p. 81) an der norwegischen Küste fehlt, ist die 1) Seine Beobachtung stammt, wie ich aus seinem Nachlasse sehe, bereits aus dem .Jahre 1874; in seinem Manuscript gab er damals der Art den vorläufigen Namen Luidia dubia. 2) Diesen Fvmdort, den ich nach brieflicher Mittheilung v. Marenzeller's anführe, liegt unter 24" 2' ö. L. und 'AP,° 25 25' n. Er. ; an ihm wurde 1S9;^ das iu der Anmerkung 2, p. 87 erwiihnte, grosse, langstachelige Exemplar erbeutet; Tergl. auch v. Marenzejller (1895). Zool. Station ■/.. Neapel, Fanna und Flora, üolf von Neapel. Seestern.'. J3 QO Astropectinidae. L. sarsi daselbst ausser an den eben genannten Fundorten auch aus dem Sognefjord (Danielssen & Koren, Grieg) und anderen benachbarten Fjorden (Grieg), von Bergen (M. Sars, Kükenthal & Weissenborn, Brünchorst) und von Moster (Grieg) nachgewiesen und geht von hier südlich bis in das Skager Rak (Düren & Koren, Meissner & Collin) und den Eingang des Kattegat (M. Sars). In verticaler Richtung steigt die L. sarsi, wie das schon Forbes richtig hervor- gehoben hat, in grössere Tiefen hinab als die L. ciliaris. In geringerer Tiefe als 9 m ist sie überhaupt noch nie gefunden worden; die grösste Tiefe, aus der man sie bis jetzt herauf- geholt hat, beträgt 1292 m (südöstlich von Cap Malia). An ihren west- und nordeuropäischen Fundorten wird sie meistens in Tiefen von 50 — 180 m angetroffen, kommt aber auch schon in Tiefen von 9 — 50 m vor. Bis vor Kurzem war nur ein erheblich tieferer Fundort aus dem nördlichen Theile ihres Wohngebietes, nämlich zwischen Schottland und der Färöer-Bank, bekannt, der 684 m beträgt; doch giebt neuerdings Grieg an, dass die Art auch im Sognefjord bis zu 366 m hinabsteigt. Im Mittelmeere lebt sie im Golfe von Neapel in Tiefen von 35 — 300 m (z. B. am Posilip in 35 m, auf der Secca di Benda Palummo in 80 m, bei Capri in 80 — 150 m, in der Bocca piccola in 50 m). Bei La Ciotat fand Koehler sie in 120 — 150 m; an der Küste von Marocco kommt sie nach Perrier in 322 m') vor, und im östlichen Mittelmeere hat v. Maren- zeller sie aus Tiefen von 755, 808 und 1292 m erbeutet. Im Ganzen kann man demnach sagen, dass sie im Mittelmeere die Neigung zeigt, in noch bedeutendere Tiefen zu gehen, als das in den nord europäischen Meeren der Fall ist. Westlich von Afrika ist sie aus 86 und 235 m bekannt. An manchen Orten ihres Vorkommens ist sie durchaus nicht sehr selten, so z. B. an der norwegischen Küste und im Golf von Neapel; an letzterem Orte ist sie an manchen Stellen fast ebenso häufig wie L. ciliaris. Bezüglich der Bodenbeschaffenheit hält sie sich anscheinend mit Vorliebe auf schlammigem oder sandigem Boden auf, findet sich aber auch auf Detritus und Corallineen. Ueber ihre Nahrung liegen keine bestimmten Beobachtungen vor. Schon Forbes fl841) giebt an, dass die Arme in ähnlicher Weise, nur nicht ganz so leicht abbrechen wie bei L. ciliaris. Das scheint auch für die mittelmeerischen Exemplare zuzutreffen, denn man findet unter ihnen sehr viel häufiger als bei der siebenarmigen Art Thiere mit annähernd gleich grossen Armen, die nirgends eine Regenerationsstelle aufweisen. Unter zehn beliebig herausgegriffenen mittelgrossen und grossen Exemplaren zählte ich z. B. fünf, die keine Spur einer Regeneration erkennen Hessen ; von den fünf übrigen besassen zwei je einen, zwei andere je zwei und eines drei regenerirte Arme. Ueber die Fortpflanzungszeit besitzen wir ebenfalls keine bestimmte Angabe. Die Larve ist zwar schon seit 60 Jahren bekannt, jedoch war ihre Zugehörigkeit zur vorliegenden Z/.-Art bis jetzt noch nicht ermittelt. Die am längsten bekannte Seestern- und überhaupt 1) In seiner vorläufigen Mittheilxmg (1S82) giebt Pekriek 332 m an. Luidia sarsi. C)y ]']chinodermen-I>arve, mit der unser ganzes heutiges Wissen von der Metamorphose der Echi- nodermen eingeleitet worden ist, ist die im Jahre 1835 von M. Sars beschriebene Bipinnaria asterigera. Ihr Entdecker hatte sie an der norwegischen Küste an der Insel Florö (nördlich vom Sognefjord) im Mai beobachtet. Zwölf Jahre später (1847) wurde sie genauer von Koren & Danielssen nach Exemplaren beschrieben, die sie im October bei Bergen angetroffen hatten. Zwei Exemplare dieses Fundes sind dann auch von Jon. Müller (1849) untersucht worden. Derselbe Forscher kam bald darauf (1850) noch einmal auf sie zurück und theilte bei dieser Gelegenheit zum ersten Male mit, dass die gleiche Larve auch im Mittelmeere zu Hause ist, da er von Kkohn Exemplare von der sicilianischen Küste erhalten hatte. Damit war eigeiitlich schon der später von Danielssen & Koren (Fauna litt. Norv. II, 1856) ge- äusserten Meinung, die Bipinnaria asterigera sei die Larve von Lophaster ßircifer, der Boden entzogen, da diese Art im Mittelmeere nicht vorkommt. Die einzige spätere Beobachtung über die Bipinnaria asterigera rührt von Metschnikoff her, der im Jahre 1884 ihr Vorkommen bei Messina feststellte'). Dieselbe mit der von M. Sars beobachteten Form zweifellos identische l^arve liegt mir in drei Exemplaren von Neapel vor, die im Jahre 1880 von Spengel gesammelt Avorden sind. Leider fehlt bei ihnen, wie auch bei den von Metschnikoff und Jon. Müller aus dem Mittelmeere angegebenen Exemi^laren, eine nähere Notiz über die Zeit ihres Vorkommens. Wie sich nunmehr zeigen lässt, ist diese Bipinnaria asterigera thatsächlich die Larve der Ij. sarsi, von der wir also, ohne es zu wissen, die Larve schon zehn Jahre länger kennen, als die erst im Jahre 1845 aufgestellte Art. Dass sie nicht die Larve von Lophaster jmcifer sein kann, habe ich bereits erwähnt. Da die andere grosse Bijjinnaria des Mittelmeeres, die am nächsten mit ihr verwandt ist, sich als die Larve der L,. ciliaris herausgestellt hat (s. p.- 82), so lässt sich schon daraus schliessen, dass auch che Bipinnaria asterigera zu einer Luidia- Axt ge- höre. Nun aber giebt es nur die einzige Art L. sarsi, die ebenso wie die Bijiinnaria asterigera sowohl im Mittelmeere als auch an der norwegischen Küste lebt. Ferner ist der junge, sich an der Bipinnaria asterigera entwickelnde Seestern fünfarmig, was ebenfalls zu L. sarsi im Gegensatze zu L. ciliaris passt. Der junge Seestern, den die mir von Neapel vorliegenden Bipinnariae asterigerae tragen, stimmt in allen Punkten, abgesehen von der geringeren Armzahl, so sehr mit den eben von der Larve gelösten jungen L. c«/?ar«s-Exemplaren überein, dass man ihn in deren allernächste Verwandtschaft stellen muss ; leider waren die mir vorliegenden Larven in Rück- sicht auf andere Untersuchungen entkalkt, sodass ich nicht in der Lage bin, über den Aufbau des Skeletes des noch mit der I^arve verbundenen Seesternes Näheres zu berichten, obschon das für den Vergleich mit L. sarsi höchst erwünscht wäre. Da aber die Stachelanlagen auch nach der Ent- kalkung als kleine kegel- oder wärzchenförmige Höckerchen zu sehen sind, so Hess sich doch wenigstens das Folgende über den Bau des noch an der Larve hängenden Sternes feststellen. 1) Erst nachdem obiger Text bereits niedergescbrieben war, erschien die Abhandlung von Bükt, The Metamorphosis of Echinoderms, in: Quart. Joum. Micr. Science Vol. 38, 1895, in der er p. 65 — 71, T. 5, f. IS, T. fi dieselbe Larve bespricht und abbildet. Seine Exemplare stammten von Neapel (Frühling) und Messina. Er ver- muthet ganz richtig, dass sie zu Luidia gehören. 13* [QO Astropectinidae. Der Rücken ist mit zahlreichen derartigen Höckerchen bedeckt, die nichts Anderes sein können als entkalkte Paxillenanlagen , über deren Bau ich schon weiter oben (p. 90) berichtet habe. Auf jeder Adambulacralplatte stehen zwei Stachelanlagen. Jede Mundeck- platte trägt zwei junge Stacheln: einen mundwärts gerichteten auf der Ecke, an der der suturale Plattenrand mit dem ambulacralen zusammenstösst, das ist der eigentliche Mund- eckstachel, und einen aufrecht stehenden auf dem distalen Bezirke der Platte. Schon Koren & Danielssen (1847) haben diese Bewaffnung der Mundeckplatten gesehen, denn sie sagen, dass jede »lamelle angulaire de la bouche«, worunter sie den ganzen aus zwei Mundeckplatten gebildeten Skeletabschnitt verstehen, mit zwei Paar Stacheln ausgerüstet sei. Es stimmt also die MundbewafFnung mit derjenigen der jungen Exemplare von L. cilians überein, während die Adambulacralbewaffnung bei den jüngsten L. cilians (s. p. 83) auf jeder Platte erst aus einem einzigen jungen Stachel besteht, bei L. sarsi aber aus zwei. Möglicherweise beruht aber diese Differenz in der Zahl der jungen Adambulacralstacheln nur darauf, dass jene jüngsten Exemplare von L. ciliaris noch jünger waren als die mir vorliegenden jüngsten Stadien der L. sarsi. Ferner ist über den Bau der jungen noch mit der Larve verbundenen L. sarsi zu bemerken, dass ihr Mund noch geschlossen ist und in jedem Radius, ausser dem Fühler, schon sechs bis acht Paare von Füsschen angelegt sind. Die Länge des ganzen kleinen Sternes beträgt bei der einen Larve 1,64 mm, der Scheibenradius 0,52 mm, der Armradius 0,89 mm, das Verhältniss r:R = 1 : 1,7, und es sind sechs Füsschenpaare vorhanden. Bei einem anderen Exemplare misst die Länge des Sternes 3 mm, der Scheibenradius 0,74 mm, der Armradius 1,46 mm, das Verhältniss r : R = 1 : 1,97; acht Paar Füsschen. Nach der Ablösung von der Larve entwickelt sich unser Seestern zu einer Jugend- form, die neuerdings den Anlass zur Aufstellung einer besonderen neuen Gattung und Art gegeben hat. Es beschrieb nämlich Perrier erst in einer vorläufigen Mittheilung (1882, Rap- port etc.) und dann ausführlicher (1894) unter dem Namen AstrcUa simjilex einen kleinen Seestern von der maroccanischen Mittelmeerküste , den er ganz richtig in die Familie der Astropectiniden stellt, hier aber als n. g. n. sp. ansieht, obgleich ihm schon der Verdacht aufsteigt, dass es sich dabei um eine Jugendform der L. sarsi handle. An seinen vier Exemplaren maass der Armradius 8, der Scheibenradius 2 mm. Mir ist dieselbe Jugendform seit dem Jahre 1S80 bekannt, wo ich sie bei Neapel in einem Exemplare fand, an dem R =: 6,5 mm und r = 2 mm misst, das also noch etwas kleiner als die PERRiER'schen ist. Ein noch kleineres Exemplar, dessen R nur 1 mm, r nur 0,54 mm misst (r : R =^ 1 : 1,75), erhielt ich im Winter 1894/95 gleichfalls von Neapel. Dieses kleinste, im Ganzen nur 1,8 mm lange Exemplar kann sich, wie aus diesen Maassen im Vergleich zu denen des noch an der Bipinnaria haftenden Jungen hervorgeht, erst vor Kurzem von der Larve abgelöst haben. Das wird auch dadurch bestätigt, dass erst ein Füsschenpaar mehr vorhanden ist (nämlich 7), als bei dem einen oben erwähnten, noch mit der Larve verbundenen Sternchen. Der Rücken ist mit Paxillen-Anlagen (s. p. 90) bedeckt und jede Adambulacralplatte mit zwei jungen Stacheln ausgerüstet, von denen der eine zum inneren, der andere zum mittleren Adambvilacral- Luidia sarsi. 101 Stachel des erwachsenen Thieres wird. Die Mundbewaffnung hat sich insofern weiter entwickelt, als jetzt nach aussen von dem jungen Mundeckstachel noch ein zweiter juno-er Stachel am suturalen Rande der Mimdeckplatte steht, während der distale Bezirk der Platte wie vorher nur eine einzige Stachelanlage trägt. Die Terminalplatte zeigt dieselbe quere Form mit kui-zen Flügelanlagen wie bei der eben von der Larve abgelösten L. ciliaris. Die Superambulacralia und Ventrolateralia sind noch nicht angelegt. Der Mund ist geöifnet und der Magen fünflappi«- umrandet, indem er in der Richtung eines jeden Armes eine Ausbuchtung bildet. Wenden wir uns nunmehr ziu- Beti-achtung des grösseren jugendlichen Exemplares :R =r 6,5 mm) und vergleichen wir dasselbe zugleich mit Perrier's Beschreibung seiner Astrella simplex, so ist zunächst zu bemerken, dass entsprechend der etwas geringeren Grösse meines Exemplares das Verhältniss r : R ein wenig kleiner ist, als bei Perrier's Exemplaren; es beträgt l : 3,25, dagegen bei den PERRiER'schen Exemplaren 1:4. Das Dorsalskelet be- schreibt Perrier als eine Menge kleiner, isolirter Platten, die sehr zarte, divergii-ende Stacheln tragen. An meinem Exemplare lässt sich sofort erkennen, dass alle diese bestachelteu Platten Paxilleuanlagen von der weiter oben (s. p. 90 beschriebenen Form sind, zwischen denen noch keine Spur von Papulae zu bemerken ist. Die Terminalplatte, die nach Pekrier verhältnissmässig wenig entwickelt sein soll, hat an meinem Exemplare schon eine Länge von 0,6 mm und eine grösste Breite von 0,5 mm. Dir Köi-per ist freilich nur 0,22 mm lang, aber ihre beiden flügelförmigeu, divergirenden Fort- sätze haben eine Länge von 0,38 mm. An seiner Unterseite trägt der Körper der Platte eine stark U,l mm breite Längsrinne; das abgerundet zugespitzte Ende der Flügel fällt in dieselbe Quer- schnittsebene, in dem das fünftletzte Wirbelpaar liegt. Seitlich und am aboralen Rande ist der Körper der Terminalplatte dicht mit Stachelanlagen besetzt, die auf dem aboralen Rande an Länge zunehmen und so die beiden Stachelbüschel büden, mit denen nach Perrier die Arme der Astrella endigen. — Untere Randplatten, die in Zahl und Lage wie beim alten Thiere den Adambulacralplatten entsijrechen, lassen sich mit aller Deutlichkeit unterscheiden. Sie tragen nach Perrier"s erster Angabe je einen, nach seiner späteren Angabe aber 1 — 3, dann in eine Querreihe geordnete Stacheln, die an ihrer Basis von viel kleinereu Stachelchen um- stellt seien. An meinem Exemplare finde ich fast immer nur einen oder zwei grössere Stacheln auf jeder unteren Randplatte; nur hier und da steht ihrem unteren Rande zunächst noch ein dritter, erheblich kleinerer. Auch die winzigen Stachelchen, von denen Perrier berichtet, sind vorhanden; doch stehen sie nicht rings um die Basen der grösseren, sondern folgen wie au dem erwachsenen Thiere dem adoralen und aboralen Rande der Platte. — Nach Perrier ver- bindet sich jede untere Randplatte mit der entsiirechenden Adambulacralplatte diu'ch ein kleines Transversalstück. Auch bei meinem Exemplare sind diese Transversalstücke vorhanden, ver- binden sich aber an ihrem medialen Ende nicht mit den Adambulacralplatten, sondern mit den Ambulacralplatteu. Diese Stücke sind demnach noch nicht die späteren Yentrolateral- platten, sondern die Anlagen der Superambulacralstücke, und entsprechen in ihrer Anordnung durchaus denjenigen der jungen L. ciliaris (s. p. 74); es verbinden sich also auch hier die JQ2 Astropectinidae. beiden ersten, vom zweiten und dritten Wirbel herkommenden Superambulacralplatten an ihren lateralen Enden mit der ersten unteren Randplatte. Dagegen ist von den späteren Ventrolateralplatten, von denen bei L. ciliaris (s. p. 73) zu dieser Zeit wenigstens die unpaare und die erste paarige angelegt sind, bei unserer jungen L. sarsi jetzt noch keine Spur vor- handen. Beide Arten unterscheiden sich demnach auch in dem Punkte voneinander, dass bei L. sarsi die Ventrolateralplatten später auftreten als bei L. ciliaris. Ihr Fehlen in dem inter- brachialen Felde des von ihm als Astrella bezeichneten Jugendstadiums hat auch Perrier bemerkt. — !Mit den Ventrolateralplatten fehlen in diesem Stadium auch noch die später auf diesen Platten befindlichen Pedicellarien. — Die AdambulacralbewafFnung gleicht bereits völlig derjenigen der Erwachsenen. Wie auch schon Perrier bemerkte, steht auf jeder Adambulacralplatte ein innerer, ein mittlerer und ein äusserer Stachel, von denen der mittlere der stärkste und grösste ist (seine Länge misst 0,4 mm). Ausserdem liegt adoral von dem äusseren Stachel die winzige, von Perrier nicht erwähnte Anlage für das kleine, beim Envachsenen an dieser Stelle befindliche Stachelchen. — Die Ambulacralstücke schimmern durch die Rückenhaut als eine doppelte Reihe von Stücken dui'ch, die Perrier in seiner vorläufigen Beschreibung (1882) irr- thümlich als der Rückenwand angehörig beschrieben hatte ■ — ein Fehler, der auch in die CARUs'sche Diagnose (1885) der Astrella simplex übergegangen ist. Später hat Perrier (1894) diese Angabe aber selbst berichtigt und die betreffenden Stücke als Ambulacralstücke be- zeichnet. Da er sie aber als längliche, schmale, sich mit den Enden berührende Stücke be- schreibt, die er mit den distalen Wirbelstücken der meisten Brisingiden vergleicht, so ist zu be- merken, dass das, was Perrier hier als die ganzen Ambulacralstücke ansieht, nur auf deren Körper passt. — In Betreff der Mundbewaffnung habe ich der PsRRiER'schen Schilderung hinzuzufügen, dass ausser den von ihm auf jeder Mundeckplatte angegebenen vier Stacheln noch zwei von ihm übersehene kleinere Stacheln vorhanden sind. Es trägt also jede Mundeckplatte (Taf. 7, Fig. 12) im Ganzen sechs Stacheln, von denen drei schon in dem vorhin beschriebenen, viel jüngeren Stadium angelegt Avaren. Zwei von diesen drei Stacheln stehen wie dort am proxi- malen Theile des suturalen Randes: einer ist der eigentliche Mundeckstachel (Perrier's piquant angulaire und fast 0,3 mm lang; der andere ihm fast gleiche steht nach aussen von ihm und stellt den PERRiER'schen piquant surdentaire vor. Auf den Eckstachel folgen am ambulacralen Rande der Platte noch zwei kleinere Stacheln (^ Perrier's »piquants adambulacraires«) , die dem vorhin beschriebenen jüngeren Stadium noch fehlten. Endlich befinden sich auf dem distalen Bezirke der Platte noch zwei Stacheln von sehr- ungleicher Grösse: erstens ein 0,3 mm langer, der schon in dem vorhin beschriebenen Stadium vorhanden war. und zweitens nach innen von diesem ein noch nicht halb so grosser; beide haben also schon jetzt dasselbe Grössenverhältniss zu einander, wie wir es beim erwachsenen Thiere angetroffen haben. — Eine Madi-eporenplatte konnte Perrier noch nicht unterscheiden. Ich konnte wenigstens den in seiner Wand bereits verkalkten, gleichdicken, cylindrischeu Steinkanal wahrnehmen. — Der Magen hat auch jetzt noch keine radialen Blinddärme getrieben. Luidia sarsi. 103 Schliesslich, gebe ich eine Gegenüberstellung der unterscheidenden Merkmale der L. sarsi und der L. ciliar is, welche sich zunächst auf mittelgrosse und grosse Exemplare bezieht und, wie mir scheint, mehr als ausreichend beweist, dass es sich bei sarsi nicht um eine Varietät der L. ciliaris, sondern um eine besondere Art handelt. Ijuiiha ciliaris. Sieben Arme. Maximalgrösse 50 — (53 cm. r : R im Durchschnitt = 1 : 7 — 9. Gipfel der Randpaxillen queroval. Seitenpaxillen in drei Längsreihen. 3 Querreihen von Seitenjjaxillen auf je 2 Randpaxillen. Basis der Seitenpaxillen ein lateinisches Kreuz. Quer über den Armrücken etwa 10 Mittel- paxillen. Basalplatte der Mittelpaxillen aus mehreren Schichten von Maschen gebildet. Die jungen Stachelchen der Paxillenkronen endigen vierspitzig. Papulae bis 30 lappig, fehlen nur an der äussersten Spitze des Armes. Untere Randplatten mit 4 oder 5 Stacheln. Adambulacralplatten mit 1 inneren und 1 äusseren Stachel (nach aussen davon noch 2 ganz kleine Stacheln]. Distaler Bezirk der Mundeckplatten mit etwa 1 2 Stachelchen. Madreporenplatte von den Randpaxillen durch die erste Reihe der Seitenpaxillen ge- trennt. Mit zweiarmigen Pedicellarien auf den un- Luidia sarsi. Fünf Arme. Maximalgrösse 31 cm. r:R im Durchschnitt = 1 : 6— 9(— lO^: aber bei gleicher Körpergrösse ist R immer relativ grösser als bei ciliaris ; die Arme wachsen im Verhältniss zur Scheibe rascher als bei ciliaris. Gipfel der Randpaxillen längsoval. Seitenpaxillen in zwei Längsreihen. 4 Querreihen von Seitenpaxillen auf je 2 Randpaxillen. Basis der Seitenpaxillen ein griechisches Kreuz. Quer über den Arnirücken 15 — 20 Mittel- paxillen. Basalplatte der Mittelpaxillen nur aus einer Schicht von Maschen gebildet. Die jungen Stachelchen der Paxillenkronen endigen dreispitzig. Papulae weniger reich gelappt, fehlen auch im Mittelstreifen der Arme und im Mittelfelde der Scheibe. Untere Randplatten mit 3 (selten 4; Stacheln. Adambulacraljjlatten mit 1 inneren, 1 mitt- leren und 2 äusseren Stacheln; von den beiden äusseren der adorale viel kleiner als der aborale. Distaler Bezirk der Mundeckplatten mit 2 — 4 Stachelchen. Madreporenplatte unmittelbar über den Randpaxillen. Pedicellarien nur auf den Ventrolateral- 104 Archasteridae. teren Randplatten oder mit dreiarmigen auf den Ventrolateralplatten ; selten mit beiden Sorten von Pedicellarien. Färbung ziegelroth mit Braunroth. platten und in der Regel zweiarmig, selten dreiarmig. Färbung bräunlich gelb bis bräunlich roth. Anatomische Notizen. In der Mundhaut kommen ähnlich wie bei L. ciliaris zerstreut liegende kleine Kalk- körperchen vor. Die radialen Blinddärme reichen bei dem Exemplare Nr. 2 bis zum elften Wirbel: ihr distales Ende ist 11mm vom Mittelpunkte der Scheibe entfernt; sie erstrecken sich demnach bis zum Ende des ersten Fünftels der freien Arme. Später wachsen sie langsamer als die Arme, denn bei dem Exemplar No. 12 endigen sie am dreizehnten Wirbel in einer Entfernung von 20 mm vom Scheibenmittelpunkt, nehmen also hier nur das erste Achtel der freien Arme ein. Die Genitalorgane stimmen in Form und Anordnung im Ganzen mit den ent- sprechenden Verhältnissen bei L. ciliaris überein; doch ist zu bemerken, dass die Basen der einzelnen Genitalbüschel um die Breite eines Seitenpaxillus dem Rande der Arme näher gerückt sind. Es verläuft nämlich der die Büschel abgebende Genitalstrang nicht wie bei L. ciliaris unter den Schäften der zweiten, sondern der ersten Längsreihe der Seitenpaxillen. Demzufolge befindet sich die Basis eines jeden Genitalbüschels genau unterhalb der Stelle, an der sich der mediale Basalfortsatz eines ersten mit dem lateralen Basalfortsatz eines zweiten Seitenpaxillus verbindet. Farn. Archasteridae. 3. Gattung. Plutonaster Sladen. Körper niedergedrückt, am Rande schwach oder deutlich bestachelt, mit ffrossen oberen und unteren Randplatten; Scheibe verhältnissmässig gross: Arme lang, von der Basis an zugespitzt; Rücken der Scheibe und der Arme mit Paxillen besetzt; ventrale Interradialfelder gross; Ventrolateralplatten in zahlreichen, zum Theil langen Längsreihen; keine Pedicellarien; Papulae ein- fach; Füsschen ohne deutliche Saugscheibe; After vorhanden. ZAvei Arten im Mittelmeere : PI. subinermis (Phil.) und PL bifrons (Wyv. Th.). Bestimmungsschlüssel der beiden Arten: Keine oberen Randstacheln: untere Randplatten mit einer Querreihe grösserer Stacheln; Ventro- lateralplatten gleichförmig kurz bestachelt; Adambulacralplatten mit :i inneren und 2 äusseren Furchenstacheln; kein grösserer Stachel zwischen den kleinen subambulacralen Stachelchen . subiyiermis. Obere und untere Randplatten mit je einem massig grossen Randstaehel; Ventrolateralplatten mit einem grösseren Stachel (beim erwachsenen Thier) zwischen den kleinen; Adambulacral- platten mit 6 — 10 Furchenstacheln; zwischen den subambulacralen Stachelchen ein grösserer Stachel bifrons. Plutonaster «ubiiiermis. 105 8. Art. Plutonaster subiuermis (Philippi). Taf. 1, Fig. 1. 2; Taf. (i, Fig. lU— 24. 1837 Asterias subinermis Philippi p. 193. 1840 Asterias subinermis Lamarck Vol. 3, p. 25S. 1842 Astropeeten subinermis Müller & Troschel p. 74 — 75. 1S57 Astropeeten subinermis M. Sars p. 104 — 105. 1862 Astropeeten subinermis Dujardin & Hupe p. 425. 1875 Astropeeten subinermis Perrier p. 369. 1878 Archaster subinermis Perrier p. 33, 57, 88. 1884 Astropeeten subinermis Studer p. 46. 1885 Goniopeeten subinermis Perrier p. 71. 1885 1886 1S88 1888 1889 1894 1895 1896 1896 Astropeeten subinermis Carus p. '.)0 — 91. Astropeeten subinermis Preyer p. 32. Astropeeten subinermis Cuenot p. 134. Astropeeten subinermis Colombo p. 47 66. Plutonaster (subg. Tethyaster) subinermis Slade p. S2, 83, 101, 102'), 722. Tethyaster subinermis Perrier p. 323. Astropeeten subinermis v. Marenzeller p. 23. Tethyaster subinei-mis Koehler p. 450 — 451. Tethyaster subinermis Koehler p. 56 — 57. Diagnose. Grösse bis 44(J mm. r : R = 1 : 3,5 — 4. 2 Querreiheu von Paxillen auf je 1 obere Randijlatte. Paxillen auf der Mitte der Scheibe nicht verkleinert; Paxillenki-onen hexagonal umrandet, fast flach, mit 15 — 25 peripherischen und 8 — 12 centralen, kurzen Stachelchen (Granula) besetzt; Basalplatten der Paxillen sechsarmig und gegenseiti»- über- greifend. Zahl der oberen Randplatten durchschnittlich 76 (68 — 85). Obere Randplatten ge- wölbt, dicht granuliat, ohne Randstacheln. Untere Randplatten eine mehr- als obere, gewölbt, bedeckt mit kurzen, fast schuppenförmigen Stachelchen, unter denen sich etwa 4 in einer Querreihe stehende durch ihre Grösse auszeichnen. Ventrale Interradialfelder gross, mit zahl- reichen, in regelmässigen Bogen angeordneten Ventrolateralplatten, die mit kurzen Stachelchen besetzt sind. Adambulacralplatten mit drei inneren (der mittlere am grössten) und zwei sich eng an diese anschliessenden, äusseren Stacheln, auf welche noch 4 — 6 etwas kleinere sub- ambulacrale, sowie noch kleinere Stachelchen am adoralen und aboralen Plattenrande folo-en Mundeckplatten auf ihi-er ganzen, stark gewölbten, ventralen Überfläche mit km-zen, in etwa drei unregelmässigen Längsreihen stehenden Stachelchen bedeckt; dem ambulacralen Rande entlang stehen 6 oder 7 grössere Stacheln, von denen der erste (der Mundeckstachel) am gi-össten ist. Madreporenplatte mit gelapptem ümriss. Färbung hellscharlachroth mit Weiss und Gelb. Da diese seltene Art nur in Tiefen von mehr als 50 m lebt, so konnte sie trotz ihi-er Grösse und auffallenden Färbung selbst noch Delle Chi a je unbekannt bleiben. Wir begegnen ihr erst bei Philippi (1837)^), der ihr den Speciesnamen gab, und wenn sie auch neuerdings öfter gefunden worden ist, so haben doch nur M. Sars (1857) und vorher Müller & Troschel (1842) Einiges zu ihrer Kenntniss beigetragen. So gehört sie auch jetzt noch zu den am wenigsten bekannten Formen der mediterranen Fauna. 1) Nicht p. 89, wie Perriek 1894 eitirt. 2) Es ist nicht ausgeschlossen, dass schon Risso (1826) die Art gekannt hat. Er erwähnt nämlich p. 272 unter der Bezeichnung Asterias spinosa einen grossen Seestem aus beträchtlicher Tiefe, der möglicherweise hierher gehört. Doch stimmt seine Besehreibung des Farbenkleides nicht recht zu dieser Vermuthung. Ebensowenig ver- mag ich unter den von Kondelet beschriebenen Seestemen, auf welche Risse verweist, die vorliegende Art wiederzuerkennen. Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. J4 106 Archasteridae. Nachdem Müller & Troschel (1S42) sie der Gattung Astropecteti einverleibt hatten, be- hielt sie daselbst unbeanstandet ihre Stellung bis zum Jahre 1878, um von da an ein IiTleben in anderen, /um Theil neuen Gattungen anzutreten, ohne dass bei dieser Wanderung die Kennt- niss ihres Baues irgend eine Förderung erfahren hätte. Perrier stellte sie in jenem Jahre zur Gattung Archaster und im Jahre 1885 zur Gattung Goniopecten. Alsdann brachte Sladen sie 1889 in der Gattung Plutonaster unter, in welcher er sie zusammen mit Astropecten pareln Düb. & Kor. die Untergattung Tethyaster bilden lässt, die dann unlängst (1894) von Perrieu zum Range einer besonderen Gattung erhoben wurde. Wir werden erst später, wenn wir uns die Art genauer vorgeführt haben, auf eine Beurtheilung ihrer systematischen Stellung näher eingehen können. In ihrem Habitus (Taf. 1, Fig. 1 u. 2) schliesst sie sich zunächst an Astropecten an, unterscheidet sich aber sofort von allen mittelmeerischen Arten dieser Gattung diuch ihre grossen actinalen Interradialfelder. Obere Randstacheln fehlen. Die unteren sind klein imd mehr oder weniger angedrückt. Die Scheibe ist verhältnissmässig recht gross und die Arme sind zugespitzt. Die Seitenränder der Arme biegen in den Armwinkeln durch einen grossen Bogen ineinander um, der einen grösseren Krümmungsradius als bei irgend einer mittelmeerischen Astropecten-Art hat. Die Zahl der Arme beträgt bei allen bis jetzt bekannt gewordenen Exemplaren aus- nahmslos fünf. Die Art erreicht eine bedeutende Grösse, Avelche sich derjenigen des Astropecten aurantiacus nähert, aber doch immer noch rund 10 cm hinter dem grössten bekannten Exem- plare jener Art zurückbleibt. M. Sars (1857) giebt 10, Müller & Troschel (1842) 12, Phi- Lippi (1837) 14 Zoll an; das sind unter der Annahme, dass preussisches Maass gemeint ist, 261, 314, 366 mm und, wenn man nach pariser Maass umrechnet, 270, 325, 379 mm. Mir liegt aber ein noch viel ansehnlicheres Exemplar vor, dessen Länge 440 mm beträgt. Der Scheibenradius verhält sich zum Armradius bei dem grössten Exemplare (Nr. 4 der untenstehenden Tabelle) wie 1 : 3,57; dasselbe Verhältniss ergiebt sich bei einem 225 mm M a a s s e erwachsener Exemplare: Nr. L R r Z AB ram mm mm mm 1 139 77 19 62 21 •2 225 125 35 68 38 3 275 150 38 76 44 4 440 250 70 bb 75 Maasse junger Exemplare: 33 34 n 31 27 Phitonaster subinermis. 1()7 grossen Thiere, während es bei einem 275 mm grossen 1 : 3,95 beträgt. Daraus ergiebt sich als Durchschnitt für diese drei erwachsenen Thiere r : R := 1 : 3,68. Bei einem nur mittel- grossen Exemplare von 139 mm Länge (Nr. I der Tabelle) steigt r : R sogar auf 1 : 4,05. Bei jugendlichen Thieren aber von nur 33 und 34 mm Länge (Nr. 5 und 6 der Tabelle) sinkt das Verhältniss r : R auf 1 : 3 und 1 : 2,71 herunter. Es ist also bei jungen Thieren der Arm im Verhältniss zur Scheibe erheblich kürzer als bei den erwachsenen. Philippi (1837) giebt das Verhältniss von 2 r : K, = 1 : 1,78 an, also r : E. = 1 : 3,56, was zu meinen beiden Exem- plaren Nr. 2 und 4 stimmt. Nach Müller & Troschel (1842) beträgt r : R = 1:4, was ebenfalls ZAitriift, wie meine Exemplare Nr. 1 und 3 lehren. Die Breite des Armes (an der Armbasis gemessen) verhält sich bei den vier grösseren Exemplaren meiner Tabelle zu R wie 1 ; 3,67; 1 : 3,29; 1 : 3,41; 1 : 3,33; im Durchschnitt 1 : 3,42. Bei den beiden jungen Thieren dagegen beträgt dieses Verhältniss 1 : 2,37 und I : 2,57, im Durchschnitt 1 : 2,47. Die Paxillen sind bei erwachsenen Thieren recht kräftig entwickelt und stehen so (licht, dass ihre Kronen, namentlich auf der Scheibe, durch gegenseitigen Druck meist einen hexagonalen Umriss (Taf. (>. Fig. 11) darbieten, sodass man an ein regelmässiges Pflasterwerk erinnert wird. Die Schäfte der Paxillen (Taf. 6, Fig. 17) sind aber trotzdem drehrund; die anscheinend sechseckige Umrandung der Paxillengipfel wird nur durch die Stellung der Rand- stachelchen der Kronen hervorgerufen. Am grössten sind die Paxillen auf der Scheibe und auf dem proximalen Abschnitte der Arme. Nach der Armspitze hin sowie den oberen Rand- platten entlang nehmen sie an Grösse ab. Ebenso begegnet man in dem hier wie bei den Astropccten -Arten unterscheidbaren Mittelfelde der Arme etwas kleineren, aber dafür desto dichter stehenden Paxillen. Dagegen fehlt das bei unseren sämmtlichen Astropecten-Arten deut- lich ausgeprägte Feld kleinerer Paxillen auf der Mitte des Scheibenrückens. Hier finden wir vielmehr bei der vorliegenden Art die Paxillen von derselben Grösse wie auf der Peripherie des Scheibenrückens. Auf den Armen sind die Paxillen der Seitenfelder ganz regelmässig in schiefe Querreihen geordnet, deren ich an dem 225 mm grossen Exemplare von der fünften bis zur vierzehnten oberen Randplatte, also (auf die Länge von 10 Platten, 19 zählte; es kommen demnach fast genau zwei Reihen auf je eine Platte. An der achten oberen Randplatte desselben Exemplares zählte ich quer über den ganzen Armrückeu 25 Paxillen, von denen 5 dem Mittelfelde und je 10 den beiden Seitenfeldern angehören. Betrachtet man das Mittel- feld genauer, so kann man oft devitlich sehen, dass eine mediane Längsreihe von Paxillen ^ or- handen ist, in der die einzelnen Paxillen ein klein wenig grösser sind, als die übrigen, rechts und links davon stehenden Mittelfeld-Paxillen und sich in ihrer Grösse zwischen diese und die noch etwas grösseren der Seiteufelder stellen. Die grossen Paxillen sind bis 2 mm hoch. Ihr Schaft verbreitert sich etwas nach oben und endigt mit einer Gipfelfläche, die fast hori- zontal abgeflacht und jedenfalls viel schwächer gewölbt ist, als es für die Paxillen der Astropecten- Alten Regel ist. Die Breite der Gipfelfläche beträgt an grossen Paxillen 1 mm. Der ganze Gipfel (Taf. 6, Fig. 11) ist mit 0,5 mm langen, abgerundet endigenden, cylinder- 14* •1 QQ Archasteridae. förmigen Stachelchen besetzt, von denen 15 — 25 den Rand der Krone und 8- — 12 manchmal etwas dickere die Mitte der Krone bilden. An kleineren Paxillen ist die Zahl dieser Stachel- chen entsprechend kleiner. Die 1,5 mm breite Basalfläche der Paxillen fällt dadurch auf, dass die Ecken ihrer hexagonalen Grundform in Gestalt von 0,3 — 0,4 mm langen, ab- gerundeten Fortsätzen hervortreten und so der Basalplatte den Umriss eines sechsarmigeu Sternchens (Taf. 6, Fig. 17) in viel deutlicherer Weise geben, als das bei irgend einer mittel- meerischen Astropecten-Axt vorkommt. Im Bereich der Arme sind die Basaljilatten stets so orientirt, dass ein Fortsatz aboral, der gegenüberliegende adoral gerichtet ist; die vier anderen Fortsätze lassen sich als zwei laterale und zwei mediale unterscheiden (Taf. 6, Fig. 18). Noch mehr treten die Basalplatten zu denen der Astmpecten- Axtexv dadurch in Gegensatz, dass sie nicht räumlich voneinander getrennt bleiben, sondern mit den Enden ihrer armförmigen Fortsätze gegenseitig übergreifen. Das geschieht in einer, wie es die schematische Figur (Taf. 6, Fig. 18) erläutert, ganz regelmässigen AVeise, nämlich so, dass alle Fortsätze einer jeden Basalplatte sich an dieser Ueberlagerung betheiligen und sich dabei so verhalten, dass in den Seitenfeldern der Arme stets der adorale und die beiden medialen Fortsätze der einen Platte den aboralen einer benachbarten Platte und von zwei anderen benachbarten Platten je einen lateralen Fortsatz bedecken. Von innen gesehen sind also umgekehrt der aborale und die beiden lateralen Fortsätze einer jeden Platte die höher liegenden, während der adorale und die medialen Fortsätze in dieser Ansicht verdeckte Enden haben. Die Papulae haben die gewöhnliche, einfache Schlauchform mit abgerundetem freiem Ende. Zwischen den Paxillen sind sie so vertheilt, dass, wie bei den Astropecten- Axien, im Umkreis eines Paxillus immer sechs Stück stehen (Taf. 6, Fig. 18). Aus der Anordnung der Paxillen und der Verbindungsweise ihrer Basalfortsätze ergiebt sich, dass die zum Durchtritt einer Papula bestimmte Skeletlücke stets von 3X2 Fortsätzen umrandet wird, die zu drei benachbarten Basalplatten gehören (vergl. Fig. 18). Im Gegensatze zu den Astropecten-Axten sind die Papulae über das ganze Paxillenfeld verbreitet, fehlen also weder im Mittelfelde der Arme noch im centralen Bezirke des Scheibenrückens. Indessen ist das nur eine Eigenthüm- lichkeit der erwachsenen Exemplare. Bei jungen, erst 33 — 34 mm grossen Thieren fand ich den centralen Theil des Scheibenrückens und eine schmale Längszone auf der Mitte der Arme ebenso frei von Papulae wie bei den Astropecten-Axien ; jene Längszone hat nur die Breite der medianen und der jederseits daran angrenzenden Paxillenreihe. Später gelangen auch zwischen diesen Paxillenreihen der Arme sowie zwischen den centralen Paxillen des Scheibenrückens Papulae zur Ausbildung. Demnach wird die Papulae-Anordnung der Gattung Astropecten von unserer Art nur als ein Jugendstadium durchlaufen. Die Zahl der oberen Rand platten schwankt bei den drei grossen Exemjilaren meiner Tabelle von 68 — 85 und beträgt im Durchschnitt rund 76. Bei dem mittelgrossen Thiere von 139 mm Länge sind 62 obere Randplatten vorhanden, und bei den zwei jugend- lichen Exemplaren (Nr. 5 und 6 meiner Tabelle) sinkt ihre Zahl auf 31 und 27 herab. Phu.tppi's (1837) Bemerkung, dass bei einem 366 mm grossen Thiere 70 — 78 Platten vorhanden Plutonaster siibiiiermis. 109 seien, stimmt mit meinen Beobachtungen überein; dagegen ist die Müller & TROscHEL'sche (1842) Angabe von 70 — 80 Platten für die von ihnen erwähnte Maximalgrösse von rund 320 mm etwas zu hoch gegriffen. Vergleicht man die Zahl der Randplatten mit der in Millimetern ausgedrückten Tiänge von E., so erhält man für die drei grössten Exemplare der Tabelle, deren R durch- schnittlich 175 mm lang ist, das Verhältniss Z : R := I : 2,29; bei dem Exemplar Nr. 2 ist Z : R = 1 : 1,84; bei Nr. 3 = 1 : 1,97; bei Nr. 4=1: 2,94. Bei dem mittelgrossen Exemplare Nr. 1 beträgt Z : R = 1 : 1,24. Bei den beiden jungen Thieren sinkt dies Verhältniss ganz bedeutend, sodass es bei Nr. 6 nur noch 1 : 0,7 und bei Nr. 5 nur noch 1 : 0,58 beträgt. Daraus ergiebt sich, dass die Zahl der oberen Randplatten viel langsamer zunimmt als die Länge des Armes. Der Armradius, der bei den jungen Thieren nur etwa ^/'■i soviel Millimeter misst, wie die Zahl der Platten beträgt, misst schliesslich fast dreimal so- viele Millimeter. Während R von 18 auf 77 steigt, sich also mehr als vervierfacht, hat sich die Zahl der oberen Randplatten erst verdoppelt (von 31 auf 62), und während dann R weiter bis 250 zunimmt, also rund das Vierzehnfache der anfänglichen Grösse erreicht, hat die Zahl der Platten sich erst auf 85, also kaum das Dreifache ihres anfänglichen Betrages gesteigert. Die Oberfläche der dorsalen Randplatten ist so gewölbt, dass ihr dorsaler Bezirk ganz allmählich in den lateralen übergeht; nach der Armspitze hin wird diese Wölbung flacher, während sie in den Armwinkeln, unter Zunahme der Höhe und Breite der Platte, schärfer wird. Bei dem 225 mm grossen Exemplare (Nr. 2 der Tabelle) habe ich die Platten gemessen. Die erste ist an ihrem oberen Rande 1,5 mm lang; ihre Breite beträgt 6,5, ihre Höhe 5,5 mm; in der Armmitte messen die Platten an ihrem oberen wie unteren Rande 2 mm an Länge und haben eine Breite von 4,5 und eine Höhe von 3,5 mm. Oberflächlich sind die Platten dicht bedeckt mit Granula (;= abgestutzte, kurze Cylinderchen) , die durch gegenseitigen Druck abgerundet sechseckig erscheinen und kaum höher als breit sind; vom adoralen zum aboralen Plattenrande zählt man in der unteren Armhälfte 7, 8 oder 9 Granula ; in der Nähe des imteren Plattenrandes werden die Granula oft ein wenig grösser, und es kann vorkommen, dass sich hier ein in der Längsmitte der Platte stehendes Granulum zu einem stumpfen, vorragenden Stachelchen streckt. Auf den Platten des distalen Armabschnittes werden die Granula immer feiner und fallen hier an conservirten Thieren leicht ab. Räumt man die am adoralen und ab- oralen Plattenrande sitzenden Granula hinweg, so bemerkt man, dass die Aussenflächen der Platten wie in der Gattung Astropecten durch tiefe, im mittleren Armabschnitte fast 1 mm breite Rinnen von einander getrennt sind. Jedem der beiden Rinnenränder entlang zieht eine dichte, hinter den Granula versteckte Reihe sehr feiner, erst mit der I,upe deutlich erkennbarer Stachelchen (r:r CuENOTs Wimporst ach elc h cu), deren Anwesenheit M. Sars (1857) bei seinem Vergleiche \inserer Art mit Psilaster [Astropecten) andromeda (M. Tr.) irrthümlich in Abrede gestellt hat. Obere Rand stacheln sind nicht vorhanden. Die Terminaljjlatte (Taf. 6, Fig. 15) nimmt fast die ganze Breite der Armspitze ein. Bei dem 275 mm grossen Exemplare hat sie eine Länge und Breite von 2,5 mm. In der 110 Archasteridac. Nähe ihres kräftig eingebuchteten distalen Eandes ist sie stärker aufgetrieben (Taf. 6, Fig. 16) als in ihrem proximalen Bezirke, der eine leichte mediane Einsenkung erkennen lässt. Ober- flächlich ist sie von ebensolchen hinfälligen Granula bedeckt wie die oberen Randplatten des distalen Armbezirkes. Seitlich grenzt sie an die fünf (oder, z. B. an dem 225 mm grossen Exemplare, nur an die vier) letzten oberen Randplatten, die sich in der Ansicht von oben ganz oder theilweise unter sie verstecken (Taf. 0, Fig. 15). Da die Reihe der unteren Rand- platten um eine Platte länger ist, als die der oberen, so stösst die Terminalplatte mit ihrem distalen Theile auch noch an die letzte untere Randplatte an (Taf. 6, Fig. 16). Die unteren Randplatten, deren Reihen an den Armspitzen um eine Platte länger sind als die der oberen, sind in ihrem äusseren Abschnitte so nach oben gebogen, dass sich ihre Krümmungslinie unmittelbar in die Wölbung der oberen Randplatten fortsetzt; infolge- dessen haben die Arme regelmässig abgerundete Seiten, die utu- durch eine feine Längslinie unterbrochen werden, welche der Berührungsstelle der oberen und tmteren Randplatten ent- spricht. An ihrem adoralen, aboralen und inneren Rande sind die unteren Randplatten mit einer ziemlich dichten Reihe feiner, cylinderförmiger Stachelchen (Wimperstachelchen) besetzt, die ein wenig grösser sind als die an den Rinnen der oberen Randplatten beschriebenen. Auf ihrer freien Fläche tragen die unteren Randplatten eine vollständige Bedeckung von (in der unteren Armhälfte etwa fünf) unregelmässigen, quer zur Armfurche verlaufenden Reihen kurzer, plumper, fast schuppenförmiger Stachelchen, unter denen sich, dem aboralen Plattenrande etwas näher als dem adoralen, einige grössere, abgeplattete, stumpfspitzige bis lanzettförmige, angedrückte oder schräg abstehende Stacheln erheben, die in einer Querreihe stehen \ind bei grossen Exemplaren 2 — 4 mm lang werden. Nach der Armspitze hin nimmt die Zahl dieser Stacheln immer mehr ab, und auf den letzten Platten können sie sogar ganz fehlen. Bei grossen Exemplaren zählt man dieser Stacheln auf den Platten des proximalen Arm- abschnittes 4 oder 5 (bei mittelgrossen nur 3), im mittleren Armabschnitte 4 oder 3 imd im distalen Armabschnitte nur noch 2, 1 oder endlich 0. Da diese Stacheln niemals so deutlich wie bei den mittelmeerischen Astropecteu- Arten in horizontaler Richtung über den Rand des Armes hervortreten, so kann man es verständlich finden, dass Müller »Sc Troschel (1842) in ihr er Diagnose bemerken: »Die grossen Randstacheln der Bauchplatten fehlen ganz«. Philippi (1837) dagegen schreibt unserer Art auf jeder unteren Randplatte je einen kleinen Randstachel zu, während doch mehrere, unter sich gleichwerthige Stacheln vorhanden sind, wie das auch schon M. Sars (1857) richtig bemerkt hat. Da aber Philippi auch bei Astropecten aurmitiacus nur von einer „spina simplex" der unteren Randplatten spricht, wo auch deren mehrere da sind, so, denke ich, beziehen sich seine Worte eigentlich nur auf den äusseren Stachel der unteren Armplatte; der Gegensatz zu der „spina simplex" bei Philippi ist die „spina quina" des Astropecten pentacanthtis (s. p. 44). — Bei den beiden jungen, 33 und 34 mm grossen Exemplaren sind die unteren Randplatten noch ohne alle besonderen Stacheln ; ihre Oberfläche ist vielmehr mit ebensolchen Granula dicht bedeckt wie die oberen Randplatten. Dass die unteren Rand- l)latten ihre grösseren Stacheln erst später entwickeln, kommt auch sonst vor. So bemerkt Plutoiiaster subinermis. 111 z. B. Bell'; in einer ^or Kurzem erschienenen Abhandlung über die Echinodermen der Macclesfield Bank, dass junge Archaster typiais M. Tr. sich durch den Mangel der unteren Randstacheln von den alten unterscheiden. Die Ventrolateralplatten (Taf. 6, Fig. 12 sind reich entwickelt, da sich unsere Art durch grosse Interradialfelder auszeichnet. Da die unteren Randplatten, von unten gesehen, nur eine Breite von 7 mm haben, so bleibt für die Ventrolateralplatten ein Raum übrig, der in der in ter radialen Hauptebene, von der ersten unteren Randplatte bis zu den Mundeck- stücken, bei dem grössten der mir vorliegenden Thiere einen Durchmesser von 40 mm (bei dem 225 mm grossen Exemplare einen Durchmesser von 19 mm) hat. An den Armen reicht das Feld der Ventrolateralplatten soweit, dass es beispielsweise bei dem 225 mm grossen Thiere erst zwischen der 23. unteren Randplatte und der ebenso vielsten Adambulacralplatte sein distales Ende findet. Die Platten selbst haben eine abgerundet viereckige Form, die aber in der Nähe der interradialen Hauptebene immer mehr einer länglichen, quer zur Längsrichtung des Armes comprimirten Platz macht. Sie sind obei-flächlich mit je 8 — 14 (meistens 8 — 10) kurzen, stumpfen, etwas abgeplatteten, aufgerichteten Stachelchen besetzt, welche den äusseren Stacheln der Adambulacralplatten ähnlich sehen und zu den kleinen Stachelchen der unteren Randjjlatten überleiten. Nach den Randplatten sowie nach der Armspitze hin nimmt die Zahl dieser Stachelchen zugleich mit der Grösse der Platten ab. Ueberdies tragen die Platten rings um den Rand ihrer freien Fläche zahlreiche, feine, cylinderförmige Stachelchen (Wimper- stachelchen). Die Anordnung der Ventrolateralplatten (Taf. 6, Fig. 12) ist insofern regel- mässig, als sie deutliche, von den unteren Randplatten zu den Adambulacralplatten ziehende ventrale Bogen (im Sinne Perrier's) und zugleich den Adambulacrali^latten entlang laufende Längsreihen bilden. Die erste aus den Initialplatten der Bogen zusammengesetzte Längsreihe lässt sich, wie gesagt, bis zur 23. unteren Randplatte und der dieser gegenüberliegenden ebensovielten Adambulacralplatte verfolgen. Von da an bis zur Armspitze stossen die Rand- l)latten mit den xldambulacraljjlatten unmittelbar zusammen. Die zweite Längsreihe der Ventro- lateralplatten reicht (diese Angaben beziehen sich zunächst nur auf das 225 mm grosse Exemplar") bis in den Zwischenraum zwischen der 12. Randplatte und der 15. Adambulacralplatte. Die dritte Reihe endigt zwischen der 8. Randplatte und der 11. Adambulacralplatte oder schon zwischen der 7. Randplatte und der 10. Adambulacralplatte ; die vierte hört schon an der 5.. die fünfte an der 3., die sechste an der 2. Randplatte auf; Andeutungen einer nur aus je einer winzigen Platte bestehenden siebenten bis zehnten Reihe finden sich nur an der Innenseite der ersten unteren Randplattc. Die von den Ventrolateralien gebildeten queren Bogen be- stehen also im Armwinkel aus anfänglich acht bis zehn, dann sechs, fünf, an der 4. und 5. Randplatte aus ^ier, an der 6., 7. oder auch S. Randplatte aus drei und weiterhin bis zur 12. Randplatte aus zwei Platten. Im proximalen Abschnitte des Antimers schiebt sich in 1) Proc. Zool. Soc. London, lSil4, p. 402. 2) Bei grösseren Thieren ist die Zahl der ventrolateralen Längsreihen noch grösser, bei kleineren Exem- plaren kleiner als bei dem vorliegenden. J 1 2 Aichasteiidae. unserem Beispiele, lateral von der Mundecke und lateral von der dritten und vierten Adam- bulacralplatte , noch je ein unvollständiger, d. h. die unteren Randplatten nicht erreichender Bogen von Ventrolateralplatten zwischen die vollständigen Bogen ein. Weiter distal kommen ebenfalls einige imvoUständige Bogen vor, die aber, umgekehrt Avie jene, von den unteren B,andplatten ausgehen und dafür die Adambulacralplatten nicht erreichen. In ihrer Stellung zeigen alle diese reducirten Bogen ein je nach den Individuen und auch an demselben Indi- viduum in den einzelnen Antimeren schwankendes Verhalten, was aber doch immer zu AVege bringt, dass etwa von der 23. Randplatte an die Ziffern der Randplatten mit denjenigen der gegenüberliegenden Adambulacralplatten eine Strecke weit übereinstimmen. Hier kann man also von gut avisgebildeten Skeletsegmenten des Armes reden, deren jedes jederseits der Medianebene aus einem Ambulacralstück, einem Adambulacralstück, einer unteren und einer oberen Randplatte und zwei Reihen von Paxillen zusammengesetzt ist. Durch die Reduction einzelner Ventrolateralbogen ist bis zur 23. Rand^ilatte eine völlige Ausgleichung in der im proximalen Theile des Antimers hinter der Zahl der Adambulacralplatten zurückstehenden Ziffer der unteren Randplatten erfolgt; noch an der neunten Randplatte beträgt der Unterschied beider Ziffern drei, denn die ihr gegenüberliegende Adambulacralplatte ist die zwölfte. Verfolgt man das Lageverhältniss der Randplatten zu den Adambulacralplatten aber noch weiter nach der Armspitze hin, so zeigt sich, dass die Zahl der Randplatten in dieser Gegend allmählich grösser wird als die der an sie grenzenden Adambulacralplatten. Die vorhin erwähnte Ueber- einstimmung in der Ziffer der Randplatten und Adambulacralplatten gilt demnach nur für die mittlere Armstrecke, und es ist im Ganzen genommen die Zahl der Adambulacralplatten (und der Ambulacralplatten) eines ganzen Antimers geringer als die Zahl der Randplatten. — Um aber auf die Ventrolateralplatten zurückzukommen, sei schliesslich noch bemerkt, dass sich zwischen den Bogen der Ventrolateralplatten die queren Rinnen der Randplatten bis zur Ambulacralfurche fortsetzen. Die Bewaffnung der Adambulacralplatten (Taf. 6, Fig. 13) ist eine reichliche. Jede Platte trägt auf ihrem in die Ambulacralfurche einspringenden Winkel eine Gruppe von drei in der Längsrichtung des Armes comprimirten, kräftigen, breiten, am Ende stumpf abgerimdeten Stacheln (Taf. 6, Fig. 13a), von denen der mittlere, auf der Spitze des Winkels stehende etwas länger ist als die beiden seitlichen. Auf der Fläche der Platte stehen sechs bis acht kleinere, ähn- liche Stacheln, die aber nicht in der Längs-, sondern in der Querrichtung des Armes comprimirt sind; von diesen Stacheln schliessen sich die beiden grössten, der Ambulacralfurche zunächst stehenden (Taf. 6, Fig. 13 b) unmittelbar an die seitlichen Stacheln der inneren Stachelgruppe an, sodass man sie auch dieser zurechnen könnte, die dann statt aus drei aus fünf Stacheln bestehen würde. Ausserdem ist jede Platte noch an ihrem adoralen und aboralen Rande mit je vier oder fünf ganz kleinen Stachelchen besetzt, die dem Rande entlang eine Reihe bilden. Auf der ersten Adambulacralplatte vermehren sich die Stacheln ihrer ventralen Fläche (Taf. 6, Fig. 12, 14) nur wenig und bleiben in Form und Anordnung denjenigen der übrigen Adam- bulacralplatten viel ähnlicher, als das bei Astropecten Regel ist. Plutonaster subinermis. 113 Die Mundeckstücke (Taf. 0, Fig. 12, 14) sind auf ihrer stark gewölbten ventralen Ober- fläche ziemlich gleichmässig mit kurzen, plumpen, abgerundeten, fast granulaförmigen Stachelchen bedeckt, in deren Anordnung sich auf jedem Mundeckstücke etwa drei (also auf einer ganzen Mundecke sechs) unregelmässige Längsreihen von je 6 — 10 Stück unterscheiden lassen. Nur in der Nähe der Mundöffnung werden diese Oberflächenstacheln etwas länger und bilden so den üebergang zu den eigentlichen Mundstacheln des ambulacralen Randes der Mundeckstücke. Auch diese sind, obschon länger, von gedrungener, am freien Ende stumpf ""abgerundeter Gestalt. An jeder Mundeckplatte stehen in der Regel sechs oder sieben, von denen der eigentliche^ Eckstachel der grösste ist. während die übrigen allmählich an Grösse abnehmen. Endlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass der distale Rand einer jeden Mundeckplatte mit einer Reihe ebensolcher feiner, cylinderförmiger Stachelchen besetzt ist, wie wir sie an den einander zu- gekehrten Rändern der Adambulacralplatten kennen gelernt haben. Die Madreporenplatte hat bei dem grössten meiner Exemplare eine Länge von Kl und eine Breite von 9 mm. Bei dem 225 mm grossen Thiere misst sie an liänge 6,5 und an Breite 7 mm. um sie in ihrer wirklichen Grösse messen zu können, muss man erst die an sie angrenzenden, ihren Rand überdeckenden Paxillen wegräumen. Hat man das gethan, so erkennt man auch, dass ihre L^mrandung eine Anzahl leichter Einbuchtungen (ich zählte deren an dem 225 mm grossen Thiere 14) zeigt, denen je einer der die Platte dicht umstellenden Paxillen entspricht; so tief wie bei Astropecten auratitiacus werden indessen diese Einbuchtungen niemals. Im Ganzen ist die Platte von ansehnlicher Dicke; während sie nach ihrem Rande hin stärker abfällt, ist sie auf ihrer Mitte ziemlich platt; die Furchen der Oberfläche liegen frei zu Tage und strahlen unter Vergabelung vom Mittelpunkte der Platte aus. Vom unteren Rande der Platte bis zu den oberen Randplatten zählte ich bei dem 225 mm grossen Exem- plare 10 Paxillen. Derselbe Abstand beträgt in mm ausgedrückt 10, die Entfernung des oberen Plattenrandes vom Scheibenmitteljjunkte 16 mm. Bei demselben Exemplare ist abnormerweise eine überzählige zweite Madreporenplatte vorhanden, die, durch einen Radius von der normalen getrennt, im vorderen (= analen) Interradius ihre Lage hat. Sie ist kleiner als jene, misst an Länge 4.5, an Breite 4 mm; ihre Entfernung von den oberen Randplatten beträgt 13 Paxillen oder 13 mm, ihr Abstand vom Scheibencentrum 15 mm. Das gelegentliche Torkommen einer überzähligen Madreporenplatte war bisher bei dieser Art noch nicht bekannt. Die prächtige Färbung der Rückenseite (Taf. 1, Fig. 1) setzt sich aus Hellscharlachroth. Weiss und Gelb zusammen. Der ganze von den Paxillen eingenommene Bezirk zeigt ein herrliches, helles Scharlachroth, von dem die weissen Köpfe der Paxillen sich scharf abheben. Die oberen Randplatten und die Madreporenplatte sind gelb bis orangegelb, mit feiner, scharlachfarbener Beimischung, die auf den Randplatten als eine feine Punktirang auftritt. Die Terminalplatten sind fast reingelb. Die Bauchseite (Taf. 1 , Fig. 21 ist im Ganzen erheblich heller als die Oberseite. Ihre Randstacheln sind lichtgelb ; die unteren Randplatten haben ebenfalls einen Aveisslichgelben Ton, der aber ins Blassbräunliche zieht. Die übrige Unterseite hat eine blassscharlachfarbene Grundfarbe, während ihre Stachelgruppen gelblich aussehen. Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flura, Golf von Neapel. Seeaterne. J5 114 Archasteridae. Auf jeder Mundecke fällt eine lichte, weisslichgelbe Stelle ins Auge. Die Füsscheu sehen im zurückgezogenen Zustande schmutziggelb aus. Im Mittelmeere kannte man die Art bis vor Kurzem nur aus dem westlichen Theile desselben: von Sicilien (Philippi, Berliner Museum, von Messina durch M. Sars), aus dem Golfe von Neapel (ich, Colombo), von Nizza (Pariser Museum), Banyuls (Cuenot), Algier (Pariser Museum). Erst unlängst ist sie aber auch in der Adria durch v. Marenzeller (1895; östlich von Pelagosa nachgewiesen worden. Ausserhalb des Mittelmeeres erstreckt sich ihr Wohngebiet vom Golf von Biscaya bis fast zum Aequator. Perrier constatirte sie hier im Golfe von Cadix, an der Westküste von Marocco und am C'ap Bojador (Spanisch -Westafrika) ; Studer traf sie an der Küste von Liberia an, und Koehler fand sie im Golf von Biscaya. In verticaler Richtung lebt sie vorzugsweise in Tiefen von 59—300 m. Aus einer geringeren Tiefe ist sie überhaupt bis jetzt noch nicht erbeutet worden, wohl aber, nach Perrier's Angabe, einmal in viel grösserer Tiefe, 1283 — 1425 m, an der Westküste Maroccos. Im Golfe von Neapel fand Colombo sie nordöstlich von Capri in der sog. Bocca piccola in Tiefen von 59 — 80 m, und nach mündlicher Mittheilung Lo Bianco's lebt sie an der Secca di Benda Palummo in annähernd 100 m. Die einzige adriatische Fundstelle (östlich von Pelagosa) hat nach v. Marenzeller eine Tiefe von 131 m. Soweit die wenigen sicheren Angaben über die Beschaffenheit des Bodens, von dem die Exemplare heraufgeholt wurden, einen Schluss gestatten, bevorzugt die Art sandigen und schlammigen, mit Corallen, Corallineen, Melobesien und Conchylien untermischten Boden, wo sie ziemlich vereinzelt zu leben scheint. Ueber die Nahrung kann ich nur mittheilen, dass ich im Magen eines grossen Exem- plares einen garneelenförmigen Decapoden und eine dendrochirote Holothurie in halbverdautem Zustande vorfand. Ueber die Fortpflanzungszeit und die Larvenform') wissen wir einstweilen nichts. Doch bin ich in der Lage, ein ganz junges Exemplar (Taf. ü, Fig. 22, 23, 24) beschreiben zu können, das mancherlei Bemerkenswerthes darbietet. Dasselbe wurde im Golf von Neapel am 30. August 1889 an der Secca di Benda Palummo aus einer Tiefe von lOü m heraufgeholt. Seine Länge beträgt nur 6,5 mm, sein grosser Radius 3,5 mm und sein kleiner Radius 2,5 mm; seine Länge ist also nur 'es iind sein grosser Radius nur V71 der Grösse, welche diese Maasse bei dem grössten erwachsenen Thiere (Nr. 4 der Tabelle) erreichen. In seinem Habitus erinnert es so- fort an die Gattung Pentagonaster, insbesondere an Sladen's (1889, p. 275) P. lepidus, von dem dieser Forscher schon den Verdacht äussert, dass es sich dabei um eine Jugendform einer anderen Gattung handeln könne. Indessen unterscheidet sich das vorliegende Exemplar dennoch von Pen- tagonaster lepidus, da es in den Armwinkeln keine unpaare obere und untere Randplatte besitzt. Die Körperform ist abgeplattet pentagonal, mit abgerundeten Ecken und con- caven Seiten. Das Paxillenfeld des Rückens (Taf. 6, Fig. 22, 23) ist dicht besetzt mit kleinen Paxillen, die auf dem distalen Bezii-ke der Arme in drei ziemlich regelmässigen Längs- 1) Eine Vermuthung über die Larvenform habe ich p. 10 bei der Bipinnaria von Astrojiecten aurantiaciis in einer Anmerkung geäussert. Phitonaeter siibinermis. 115 reihen stehen und auf ihrem Gipfel in der Regel 6 — 8 — 10 peripherische vmd 1 oder 2 centrale Stachelchen tragen. Diese Stachelchen sind an ihren Enden mit einigen (in der Abbildung nicht angegebenen) feinen Dörnchen besetzt. Obere Randplatten sind jederseits an jedem Antimer drei vorhanden; dazu kommt an drei Armen noch die Anlage einer vierten oberen ßandplatte. Alle oberen Randplatten sind erheblich breiter als lang; Breite und Länge betragen bei der ersten 0,7 mm und 0,54 mm, bei der zweiten 0,62 mm und 0,37 mm, bei der dritten 0,54 mm und 0,3 mm, bei der vierten 0,42 mm und 0,12 mm. Oberflächlich sind die Platten mit zahlreichen, winzigen, ganz kurzen Stachelchen besetzt, aus denen später die Granula werden, die aber jetzt sich gegenseitig noch nicht berühren. Mit denselben Gebilden ist auch die Terminalplatte bedeckt, die, an Länge 0,96 mm und an Breite 1,3 mm messend, die ganze Armspitze einnimmt, an ihrem distalen Rande die spätere Einbuchtung noch nicht aufweist, dafür aber an ihrem proximalen Rande eine Ein- buchtung besitzt. Auch die Unterseite der Platte (Taf. 6, Fig. 24) ist ebenfalls mit jungen Granula bedeckt. Die ganze Platte erscheint in der Ansicht von unten kürzer, nur 0,62 mm lang, weil ihre proximalen seitlichen Bezirke in dieser Ansicht von der jüngsten unteren Rand- platte verdeckt werden. Die Zahl der unteren Randplatten (Taf. 6, Fig. 24) ist schon jetzt wie bei den alten Thieren um 1 (oder gar 2) höher als die der oberen; denn es sind an jedem Antimer jederseits fünf vorhanden, die gleich den oberen breiter als lang sind, an Ivänge imd Breite nach der Armspitze hin abnehmen und wie bei den jungen Thieren (Nr. 5 und 6) dieselbe Bedeckimg zeigen wie die oberen Randplatten. Ventrolateralplatten (Taf. 6, Fig. 24) sind in jedem Interradialfeld erst sieben vor- handen. Zwei davon grenzen an den Aussenrand der Mundeckplatten und der ersten Adam- bulacralplatten ; die dritte ist unpaar und liegt zwischen jenen beiden ersten und den ersten unteren Randplatten. Von den vier anderen liegen jederseits zwei so in der Längsrichtung des Armes hintereinander, dass sie mit der ersten paarigen eine Läng.sreihe bilden; die erste von ihnen befindet sich zwischen der zweiten Adambulacralplatte und der ersten unteren Rand- j)latte, die zweite zwischen der dritten Adambulacralplatte und der ersten unteren Randplattc. Oberflächlich trägt jede Ventrolateralplatte auf ihrer Mitte eine Gruppe von 6 — 14 Stachelchen. Die Zahl der Ad ambulacral platten (Taf. 6, Fig. 24) beträgt sieben; wenigstens Hessen sich so viele mit aller Deutlichkeit erkennen; wahrscheinlich ist aber auch schon die achte angelegt. Die drei ersten sind durch die Ventrolateralplatten von der ersten unteren Randplatte getrennt. Die vierte stösst an die zweite, die fünfte an die dritte, die sechste an die vierte und die siebente an die fünfte untere Randplatte. Auf ihrem ambulacralen = inneren) Rande ist jede Adambulacralplatte mit fünf Stacheln bewehrt, von denen der adorale und der aborale etwas weiter nach aussen stehen als die drei mittleren. Ausserdem trägt jede Platte auf ihrer ventralen Oberfläche eine Anzahl (6 — 9) schwächere und kürzere Stacheln, die zu den Stacheln der Ventrolateralplatten überleiten. 15* 116 Archasteridae. Auch die Bewaffnung der Mundeckstücke (Taf. ü, Fig. 24) nähert sich bereits den Verhältnissen, die wir an den erwachsenen Thieren kennen gelernt haben. Es lassen sich schon die drei unregelmässigen Tiängsreihen auf der gewölbten ventralen Oberfläche unter- scheiden. Am kräftigsten ausgebildet, an Länge und Breite alle anderen übertreffend, ist der eigentliche Eckstachel, an den sich dem ambulacralen Rande entlang fünf erheblich kleinere Stacheln in einer Reihe anschliessen. Anatomische Notizen. Auffallend ist der Besitz von wohlent wickelten Superanibulacralplatten, da doch als Regel für die Aichasteriden gilt, dass sie dieser Skeletstücke im Gegensatze zu den Astropectiniden ent- behren. Durch die ganze Länge des Armes lassen sich die Superambulacralia mit Leichtigkeit verfolgen. In Form und Lage stimmen sie mit denjenigen der Gattung Astropecten überein. Soweit die Ventrolateralplatten an den Armen hinaufreichen, setzt sich das laterale Ende der Superambulacralia an deren erste Reihe fest, weiter nach der Arm- spitze hin aber inseriren sie an die unteren Randplatten. Die Füsschen waren bei dem grössten der mir vorliegenden Exemplare im ausgestreckten Zustande bis 30 mm lang und an ihrer Basis bis ,") mm dick. Sie endigen ebensowenig wie die der Astropectiniden mit einer Saugscheibe, sondern kegelförmig verjüngt mit einer (im contrahirten Zustande) sehr kleinen, wärzchenförmigen Spitze. In ihrer Wandung liegen sehr zerstreut glatte, gerade oder unregelmässig gekrümmte, an den Enden abge- rundete Kalkstäbchen !Taf. (i, Fig. 20j von 0,122 — 0,235 — 0,209 mm Länge. Ganz ähnliche Kalkkörperchen finden sich vereinzelt auch in den interbrachialen Septen, denen die grösseren Kalkstücke mancher anderer Arcbaste- riden fehlen, sowie in geringerer Grösse (nur 0,04 — 0,117 mm lang, in der Wand der Füsschenampullen (Taf. (i, Fig. 2 1 j, während ich in der AVand einer Polischen Blase vergeblich danach gesucht habe. Sehr zahlreich aber trifft man ebensolche, durchschnittlich 0,109 mm lange, mitunter dreiarmige " Kalkstäbchen (Taf. 0, Fig. 19) in der Wand des Magens an. An dem Magen (Taf. 0, Fig. 10) hängen auffallend kurze radiäre Blinddärme, die mit ihrem distalen Ende nicht über den Radius der Scheibe hillausreichen; bei dem Exemplare Nr. 3 meiner Tabelle, dessen R 150 mm beträgt, misst die Entfernimg des Scheibencentrums vom Ende der Blinddärme nur 35 — 38 mm, während r eben- falls 38 mm lang ist. Die beiden Blinddärme eines jeden Armes entspringen wie gewöhnlich gesondert voneinander aus der Unterseite einer radialen Bucht des Magens, an dessen Rückenseite ich keine iaterradiären Blinddärme wahr- nahm, wohl aber einen ganz kurzen, interradial gelegenen, zum After gerade aufsteigenden Enddarm. Der After ist bei unserer Art zwar nicht sofort von aussen zu sehen, aber doch leicht aufzufinden, wenn man im vorderen Interradius des Scbeibcnrückens in der Nähe des Centrums die Paxillen abknipst oder wenn man die abgelöste Rückenwand der Scheibe von innen betrachtet. Bei dem in Rede stehenden Exemplare Nr. 3 ist der After 3,5 mm vom Mittelpunkte des Scheibenrückens entfernt und stellt eine kleine, kaum 1 mm grosse, rimde OefTnung dar, deren Rand von einem Skeletringe gebildet wird, der dadurch entsteht, dass sich die Basalplatten von sechs Paxillen zu einem Kranze aneinander schliessen. Schon bei jungen, erst 33 und 34 mm grossen Thieren ist der After in derselben Weise von einem aus sechs Paxillenbasen zusammengesetzten Ringe umgeben. Von Polischen Blasen fand ich bei dem Exemplar Nr. 3 ia vier Interradien je eine, die, von der Haupt- achse des Seestemes gesehen, immer unmittelbar links von dem interbrachialen Septum lag; im fünften Interradius aber, nämlich in dem des Steinkanales, fehlte die Polisehe Blase gänzlich. Auch die beiden einem jeden Inter- radius zukommenden Tiedemannschen Körperchen sind im Interradius des Steinkanales zwar vorhanden, aber viel kleiner als in den vier anderen Interradien. Von besonderem Interesse ist die Anordnung der Genitalorgane. Die seitlichen Bezirke des inneren Hohl- raumes der Arme werden im proximalen imd mittleren Armabschnitte durch membranöse Scheidewände, die in Zahl und Anordnung den Querreihen der seitlichen Rückenpasillen entsprechen und die wir die brachialen Septen nennen wollen, in kleine Nischen getheilt. Die Septen sehen wie Wiederholungen des Interbraehialseptums aus, sind aber kürzer und reichen dorsal bis an den Genitalstrang. Letzterem sitzt einer jeden Nische entsprechend ein sofort in zwei oder drei, oft nochmals gegabelte Aeste getheilter Genitalschlauch an, dessen Aeste sich zum Theil in die Nische lagern. Dadurch ergiebt sich jederseits im Arme eine lange Reihe von distalwärts allmählich an Grösse ab- nehmenden Genitalbüscheln, die ia ihrer Zahl mit der Zahl der Nischen übereinstimmen. Bei dem Exemplare von R = 150 mm reichen die deutlich entwickelten Genitalbüschel bis zu einer Entfernung von 76 mm vom Mittelpunkte Phitonaster subinermis. 11- der Scheibe: darüber hinaus, nach der Armspitze hin, Hessen sich noch eine Strecke weit junge immer kleinere in Bildung begriffene Anlagen solcher Büschel verfolgen. Sonach besitzt die vorliegende Art eine ähnliche Auf- lösung der Genitalorgane in einzelne, weit in die Arme reichende Büschel, wie sie Müllek & Tkoschel (1842) von ihrem Archaster typicus erwähnt haben und wie sie sich bekanntlich auch bei Luidia und Chaetaster vorfindet. Die systematische Stellung der uns nunmehr besser als bisher bekannten Art bedarf noch einer näheren Beleuchtung. Dass sie weder in der Gattung Astropecten noch überhaupt in der Familie der Astropectiniden verbleiben kann, folgt aus dem Umstände, dass sie eine AfteröfFnung besitzt. Aus demselben Grunde muss man also auch, ganz abgesehen von anderen Differenzen, den von M. Sars geäusserten Gedanken einer näheren Verwandtschaft mit dem zu den Astropectiniden gehörigen Psilaster anclromeda (M. Tr.) fallen lassen. Die Merkmale der Archasteriden, so wie Sladen und Perrier übereinstimmend diese Familie auf- fassen, treffen dagegen bis auf den einen Punkt zu, dass Sladen, v^nter dem Einflüsse der ViGUiER'schen Ansichten, den Archasteriden den Besitz von sujserambulacralen Skeletstücken durchaus abspricht, während unsere Art in ganz ausgeprägter Weise damit ausgestattet ist. Nun hat aber schon Perrier (1894, p. 263) an seinem Pararchaster folini gezeigt, dass es auch Archasteriden mit Superambulacralstücken giebt. Wenn wir also mit ihm in der Diagnose der xlrchasteriden den Mangel jener Skeletstücke streichen, so hindert uns nichts mehr daran, unsere Art in diese Familie einzuordnen. Im Innern derselben haben die beiden genannten Autoren sie zu den Plutonasterinen und zwar in die nächste Nähe der Gattung Plutonaster gestellt. Auch dem muss ich einstweilen beipflichten. Nun aber gehen die Ansichten auseinander. Sladen und Perrier vertreten Beide die Auffassung, dass keine andere Art näher mit der unseren verwandt sei als die nordische, früher zu Astropecten gerechnete parelii Düb. «fe Kor. Beide fassen deshalb diese zwei Arten unter dem Namen Tethyaster zu einer Gruppe zu- sammen, von der es hier gleichgültig sein kann, ob man sie mit ihrem Begründer Sladen nur als ein Subgenus von Plutona.ster oder mit Perrier als ein besonderes Genus neben Plutonaster ansehen will. INIii- aber scheint, dass parelii keineswegs als eine zu subinermis näher verwandte Form gelten kann. Denn erstens hat parelii, wie schon Viguier angegeben hat und ich auf Grund eigener Untersuchungen bestätigen kann, keine Superambulacralia, während subinermis sie besitzt; zweitens sind bei parelii die Rinnen zwischen den Randplatten fast verschwunden, dagegen bei subinermis gut ausgebildet; drittens endigen die Füsschen von parelii mit einer grossen Saugscheibe, bei subinermis aber haben sie die für die echten Plutonaster- Äxten charak- teristische conische Gestalt. Sonach kann doch wohl im Ernste von einer näheren Verwandt- schaft beider Arten nicht länger die Rede sein. Sladen hat seine Untergattung Tethyaster offenbar zunächst auf parelii gegründet. Ob man nun für diese Art die Untergattung oder (nach Perrier) Gattung festhalten soll, oder ob nicht etwa Tethyaster ganz zu streichen und parelii anderswo einzuordnen wäre, hat hier kein unmittelbares Interesse. Was aber unsere vorliegende Art subinermis angeht, so kann sie jedenfalls nicht länger mit parelii vereinigt bleiben, sondern muss aus dieser unnatürlichen Verbindung unter allen Umständen heraus- gelöst werden. Das Einfachste wäre nun, sie ohne Weiteres in die Gattung Plutonaster zu stellen. Doch geht auch das nur unter einem ganz bestimmten Vorbehalte. Sollte es sich 118 Archasteridae. nämlich durch Untersuchung anderer Plutonaster-Aiten zeigen, dass diesen die Superambulacral- platten wirklich fehlen , und dass die eigenartige Anordnung der Genitalorgane , die wir bei suhinermis gefunden, bei keiner derselben vorkommt, so würde man doch wohl Veranlassung genug haben, in suhinermis den Vertreter einer besonderen Gattung zu sehen, zu deren Charak- teristik man dann vielleicht auch noch die bei suhinermis von den übrigen Plutonaster-Aiten etwas abweichende AdambulacralbewaiFnung benutzen könnte. Da mir selbst ausser PL hifrons keine Plutonaster-Arien zur Verfügung stehen, bin ich nicht in der Lage, diese Frage definitiv zu erledigen, will aber doch erwähnen, dass ich auch bei PI. hifrons Superambulacralplatten finde, die in der Armmitte von den Ambulacralstücken zu den unteren Randplatten gehen. Der einstweiligen Zurechnung des suhinermis zu Plutonaster könnte man allenfalls entgegen- halten, dass die Madreporenplatte, wie schon Sladen und Perrier betonen, anders beschaffen sei. Nach beiden Forschern ist sie bei den echten Plutonaste)--Avten unter den Paxillen ver- steckt, liegt dagegen bei suhinermis frei. Wir haben aber oben gesehen, dass sie wenigstens an ihrem Rande auch bei suhinermis von Paxillen verdeckt wird. Ob nun diese Bedeckung total oder partiell ist, scheint mir doch ein so untergeordnetes Merkmal zu sein, dass man daraufhin keine generische Trennung vornehmen kann. Sladen behaviptet aber weiter, dass die Madreporenplatte bei Plutonaster im Gegensatze zu suhinermis nicht einfach, sondern zu- sammengesetzt sei; liest man aber seine Beschreibungen der Plutonaster- Arien durch, so findet man, dass er auch nicht von einer einzigen Art einen bestimmten, sicheren Nachweis für jene Behauptung beibringt. 9. Art. Plutonaster bifrons (Wyv. Thomson). 1S73 IS77 1S7S 1882 1882 1883 1883 1885 1885 1886 f. 17 132. Archaster bifrons Wyville Thomson') p. 122 und 74. Archaster bifrons Wyville Thomson Vol. 1 , j Archaster bifrons Perrier p. 32, 88. Archaster bifrons Sladen p. 099 — 701. Arohaster bifrons Perrier in Milne-Edwards p. 20. Archaster bifrons Marion (Nr. 2) p. 40. Archaster bifrons Sladen p. 154. Goniopecten bifrons Perrier (Ann. sc. nat.) p Arohaster bifrons Carus p. S9. Goniopecten bifrons Perrier p. 264, f. ISO 2). 71. I SS6 Archaster bifrons Norman p. (i. 1889 Plutonaster bifrons Sladen p. 82, 83, 84—88, 720; T. 11, f. 1—4; T. 13, f. 9—10. 1891 Plutonaster bifrons Sladen p. 687. 1891 Plutonaster bifrons v. Marenzeller in Steindachner's Bericht p. 445. 1893 Plutonaster bifrons v. Marenzeller p. 3. 1894 Plutonaster bifrons Perrier p. 313, 314—316. 1896 Plutonaster bifrons Koehler p. 450. 1896 Plutonaster bifrons Koehler p. 56. Diagnose. Grösse bis 165 mm. r : ß = 1 : 3,5 — 4,3. 2 oder 3 Paxillen auf die Länge je einer oberen Randplatte. Paxillen unregelmässig geordnet, auf der Scheibenmitte kleiner; ihre Kronen mit 18 — 25 kurzen Stachelchen (Granula), von denen 5 oder 6 die Mitte einnehmen. Zahl der oberen Randplatten durchschnittlich 28. Obere Randplatten gewölbt, mit Granula (kurzen Stachelchen) bedeckt und mit je einem nach aussen gerichteten, massig grossen Randstachel, der bei jungen Thieren fehlt. Untere Randplatten eine mehr als obere, 1) In der französischen Ausgabe Paris 1S75 p. 103, f. 17 u. f. 74. 2) Copie der W. TnoMSON'schen Figur 17. Pliitonaster bifrons. 119 t? ebenfalls mit Granula (kurzen Stachelchen) besetzt und mit je einem horizontalen, mässi»- grossen Randstachel. Ventrale Interradialfelder gross, mit zahlreichen, in reo-elmässio-en Bogen angeordneten \'entrolateralplatten , die ausser einem kurzen Stachelbesatz beim er- wachsenen Thiere je einen grösseren, spitzen Stachel tragen. Adambulacralplatten mit einer Längsreihe von 6 — 10 Furchenstacheln und mit zahlreichen kleinen subambulacralen Stachel- chen, zwischen denen ein grösserer spitzer Stachel steht. Mundeckplatten mit einer Reihe von 8 — 12 Mundstacheln dem ambulacralen Rande entlang und mit einem Besatz von kurzen Stacheln auf der gewölbten ventralen Oberfläche. Madreporenplatte unter einer Anzahl grösserer, sie umstellender Paxillen versteckt. Färbung cremefarbig mit Rosa. Erst durch die Tiefseeforschungen der Neuzeit sind wir mit dieser zweiten Plutonastcr- Art des Mittelmeeres und des östlichen atlantischen Oceans bekannt geworden, da sie in viel grösseren Tiefen zu leben pflegt als PL subinermis. Sie Avurde von Wyville Thomson auf den Fahrten des Schiff'es, „Porcupine" westlich von den Shetland-Inseln in einer Tiefe von etwa 1000—1100 m entdeckt und unter Beilegung ihres Artnamens in sicher erkennbarer Weise durch zwei Abbildungen veröftentlicht (1873), die das ganze Thier in Rücken- und Bauch- ansicht darstellen. Sladen fand sie in demselben Theile des nördlichen atlantischen Oceans wieder und gab die erste Beschreibung (1882). Gleichzeitig war sie auf den Fahrten des ,,Travailleur" durch Perrier (1882) auch im westlichen Mittelmeere angetroff"en worden. Der- selbe Forscher machte uns dann später (1885, 1894) mit ihrer weiteren Verbreitung im at- lantischen Meere bekannt, während wir durch v. Marenzeli.er den Nachweis ihres Vor- kommens im östlichen Mittelmeere erhielten (1891). Dazu kamen neuerdings (1896) noch die Funde Koehler's im Golf von Biscaya. Alle diese Forscher haben den TnoMsoN^schen Art- namen festgehalten, aber nur Sladen hat das Thier ausführlich nach erwachsenen und jugend- lichen Exemplaren in Wort und Bild geschildert (1889), sodass ich im Folgenden fast nur auf seine Beschreibung Bezug zu nehmen habe. Mir selbst liegt nur ein einziges, etwas defectes Exemplar vor, dass ich der Güte v. Marenzeller's verdanke. Dasselbe gestattet wenigstens, die Angaben Sladen's zu prüfen und in einigen Punkten zu ergänzen. Hinsichtlich der Gattungszugehörigkeit wurde die Art von ihrem Entdecker zu Aixhaster gestellt, dann von Perrier in der Familie der Archasteriden anfänglich (1885) zu seiner Gattung Goniopecten und später (1894), nach engerer Begrenzung dieser Gattung, in Uebereinstimmung mit Sladen (1889) zu dessen Gattang Plutonaster gerechnet; auch v. Maren- zeller (1891, 1893) und KoEHLER (1S96) haben sich der SLADEN'schen Auffassung angeschlossen. Der Habitus der erwachsenen Individuen (s. Sladen, T. II, f. 1, 2) erinnert in der grossen Scheibe und den zugespitzten Armen an Pliitonaster subinermis und unterscheidet sich wie bei diesem von dem der Astroj)ecten-A.xien, abgesehen von dem Besitze einer AfteröfFnung, durch die Ausbildung ansehnlicher ventraler Interradialfelder. Die Arme sind aber verhältnissmässig schlanker als bei subinermis, und vor Allem sind nicht nur die unteren, sondern auch die oberen Randplatten mit einem wohlentwickelten Randstachel versehen. Die Seitenränder der Arme gehen wie bei jener grösseren Art in den Armwinkeln in einem grossen, ziemlich flachen 120 Archasteridae. Bogen ineinander über. Junge Thiere (s. Sladen, T. U, f. 3, 4) nähern sich durch die Kürze ihrer Arme, je jünger sie sind um so mehr, einer pentagonalen Gestalt. Exemplare mit mehr oder weniger als fünf Armen sind bis jetzt nicht gefunden worden. Ueber die Grösse der zahlreichen von Perrier und Koehler erbeuteten Individuen liegen leider keine Angaben vor. Aus den Mittheilungen Thomson's und Sladen's geht aber zur Genüge hervor, dass die Art in ihrer Maximalgrösse niemals die Maasse des Plutonaster suhinermis erreicht, sondern ganz erheblich dahinter zurückbleibt. Das grösste in der Litteratur erwähnte Exemplar hat Sladen vor sich gehabt; bei einem Armradius von 90 mm berechnet sich die Länge desselben auf 163 mm. Stellt man alle jungen und alten Exemj)lare, von denen Maassangaben vorliegen oder sich an den vorhandenen Abbildungen gewinnen lassen, zusammen, so erhält man die fol- gende Tabelle : Nr. L R r r:R Z mm mm mm mm 1 (Siaden) 8,14 4,5 2,5 1,8 6 2 (Siaden) 13,6 7,5 3 2,5 9 3 (Sladen) 20 11 4 2,75 14 4 (Sladen) 23 12,5 4,25 2,94 15 5 (Sladen) 33 18 5,25 3,43 '? 6 (Sladen) 67 37 10,5 3,52 25 7 (Sladen) 74 41 10 4,1 25 8 (ich) 76 42 12 3,5 32 9 (Sladen's Abbildung) 109 60 15,5 1 : 3,87 27 10 (Sladen) 163 90 21 4,3 33 Bei dem grössten Exemplare ist demnach R 4'/:jmal so lang wie r. Als Durchschnitts- werth des Verhältnisses r : R ergiebt sich für die fünf erwachsenen Exemplare der Tabelle (Nr. 6 — 10) := 1 : 3,9 (im Minimum 1 : 3,5; im Maximum 1 : 4,3), für die fünf jungen Exem- plare (Nr. 1 — 5) = 1 : 2,8 (im Minimum 1 : 1,8; im Maximum 1 : 3,43). Die Breite des Armes misst bei Nr. 8 13 mm, bei Nr. 9 19 mm, bei Nr. 10 25 mm. Daraus berechnet sich für das Verhältniss AB : R = 1 : 3,23 ; 1 : 3,16; 1 : 3,6 ; im Durchschnitt 1 : 3,37. In einem Abstände von 21 mm vom Mittelpunkt der Scheibe haben die an ihrer Basis 13 mm breiten Arme des mir vorliegenden Stückes nur noch eine Breite von 5 mm und verschmälern sich von hier an langsamer bis zu der 2 mm breiten Armspitze. Die ziemlich kleinen Paxillen sind gut entwickelt. Nach Sladen stehen sie dicht gedrängt; an meinem Exemplare finde ich sie aber weniger eng beisammen als in der SLADEN'schen Abbildung (s. seine T. 13, f. 10). Aut der Scheibenmitte sind sie kleiner als nach dem Scheibenrande hin; auch nach der Armspitze hin nehmen sie an Grösse sehr ab. Phitonaster bifrons. 1 O 1 Auf dem Scheibenrücken zählte ich in einem interradialen Bezirke an meinem Exemplare meist 8 bis 10, auf der Längsmitte der Arme aber 14 oder 15 Paxillen auf die Länge von 5 mm. Im Uebrigen sind sie unregelmässig angeordnet, sodass man weder Längsreihen noch schiefe Querreihen deutlich unterscheiden kann, noch auch das bei PI. subinemm und den Astropecten- Arten vorhandene Mittelfeld des Armrückens wahrnimmt. Im Armwinkel kommen an meinem Exemplare gewöhnlich annähernd zwei, dagegen in iSl.\den's Abbildung (T. 11, f. 1) drei Paxillen auf die Länge des oberen Randes einer oberen Randplatte. Unter den Paxillen des Scheibenrückens zeichnen sich an meinem Exemplare sechs durch ihre Grösse aus ; sie stehen im Umkreis der Madreporenplatte und haben einen Kronendurchmesser von 1 — 1,2 mm. während die übrigen Paxillen des Scheibenrückens nur einen Kronendurchmesser von 0,5 bis 0,7 mm besitzen. Die Krone der gewöhnlichen Paxillen besteht aus 18 — 25 kurzen Stachelchen, von denen 5 oder 6 nur wenig dickere die Mitte einnehmen, die übrigen den Randbesatz der Krone darstellen. Sladen nennt die Stachelchen papillenförmig; ich möchte sie lieber als kurze Stäbchen oder abgerundete Cylinderchen bezeichnen; auch stehen sie an dem mir vor- liegenden Stücke lange nicht so dicht beisammen wie in der SLAOEN'schen Figur. Ueber Form und Anordnung der Papulae hat Sladen in seiner Schilderung keine Angaben gemacht. Auch ich konnte an dem sehr schonungsbedürftigen Exemplare darüber nichts ermitteln. Die Zahl der oberen Randplatten schwankt bei den fünf grösseren Exemplaren der Tabelle von 25 — 33 ; ausserdem erwähnt Sladen noch ein weiteres Exemplar von 63 mm Arm- radius mit 28 oberen Randplatten. Daraus ergiebt sich für diese sechs Exemplare ein Durch- schnitt von 28 oberen Randplatten. Das Verhältniss dieser Durchschnittszahl zu der in mm ausgedrückten durchschnittlichen Länge von R ist 1 : 1,96. Bei dem grössten Exemplare der Tabelle berechnet sich dieses Verhältniss Z : R = 1 : 2,7, bei dem zweitgrössten auf 1 : 2,2, bei dem drittgrössten auf 1 : 1,31 und bei dem viertgrössten auf 1 : 1,6. Bei jungen Thieren sinkt dasselbe Verhältniss auf 1 : 0,78 (bei Nr. 3), 1 : 0,83 (bei Nr. 2) und 1 : 0,75 (bei Nr. 1). Die Zahl der oberen Randplatten nimmt also auch bei dieser Art viel langsamer zu als die Länge des Armradius. Vergleichen wir- z. B. das kleinste und das gi'össte Exemplar, so hat sich die ursprüngliche Zahl der oberen Randplatten auf das S'/jfache vermehrt, während der Armradius das 20 fache der anfänglichen Länge erreicht hat. Die oberen Randplatten, die sonst ähnlich geformt sind wie bei PI. .fubinermis , haben im Armwinkel an meinem Exemplare eine Länge von 1,25 mm und eine Breite von 2 mm; im distalen Armabschnitte sind sie ebensolang wie breit. Bei jungen l'hieren von 4,5 mm Armradius fand Sladen sämmtliche obere Randplatten breiter als lang, wie ich das auch bei jungen PL suhinermis beobachtete. Die queren Rinnen zwischen den aufeinanderfolgenden oberen Randplatten sind wohl entwickelt. Oberflächlich sind die Platten mit Granula bedeckt, die auf der lateralen Hälfte der Platte sowie am adoralen und aboralen Plattenrande, also den queren Rinnen entlang, gestreckter imd dadurch mehr stachelartig werden als auf der übrigen Oberfläche der Platte. Aus dieser Granulation, bez. feiner, kurzer Bestachelung, erhebt sich Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. 16 122 Archasteridac. mitten auf der gewölbten Kante der Platte, diu'ch welche ihre dorsale Oberfläche in die laterale übergeht, ein kegelförmiger, zugespitzter, schräg nach aussen gerichteter oberer Randstachel, dessen Länge ich an meinem Exemplare in der Längsmitte des Armes zu 1,5^1,75 mm maass. Nach der Armspitze und in geringerem Maasse auch nach dem Armwinkel hin nimmt die Tjänge der oberen Randstacheln ab. Nach Sladen kommt es mitunter vor, dass sich der obere Randstachel auf zwei oder drei Platten in der Nähe der Armmitte verdoppelt. Bemerkens- wertherweise treten die oberen Randstacheln (nach Sladen) erst bei Individuen von 7,5 mm Armradius auf und zwar zunächst in Form einer niedrigen, kegelförmigen Papille, die sich erst später zu einem Stachel vergrössert. Mit dieser Anlage des oberen Randstachels kann man das stumpfe Stachelchen vergleichen, das ich mitunter an den oberen Randplatten des PI. suhinermis angetroffen habe (s. p. 109). Die Terminalplatte, von der Slapen nur bemerkt, dass sie klein sei, war au dem mir vorliegenden Exemplare nur an der Spitze eines einzigen Armes erhalten. Sie nimmt für sich allein fast die ganze Breite der Armspitze ein und hat eine Länge und Breite von 1,75 mm, ist also verhältnissmässig nicht kleiner als bei PI. suhinermis. Ihr distaler Rand ist convex gerundet ; ihr proximaler dorsaler Rand in der Mitte concav eingebuchtet ; in dieser Einbuchtung liegen die jüngsten Paxillen der Rückenhaut. Oberflächlich ist die Platte mit kleinen Granula bedeckt, die mit den Granula der letzten oberen Randplatten übereinstimmen. Die drei spitzen Stachelchen (ein medianes und jederseits ein laterales), die Sladen bei einem jungen Thiere auf dem distalen Rande der Platte bemerkte, Avaren an meinem Exemplare abgescheuert. Die Reihe der unteren Randplatten ist nach Sladen bei jungen und alten Thieren (z. B. bei Nr. 1 und 2 der Tabelle und bei dem seinen Abbildungen zu Grunde liegenden Thiere) um eine Platte länger als die Reihe der oberen, was mit dem Verhalten von PL suhinermis übereinstimmt. Im Uebrigen liegen die unteren Randi)latten, von kleinen, un- bedeutenden Verschiebungen abgesehen, genau unter den der Ziffer nach entsjirechenden oberen und stossen mit diesen in einer Linie zusammen, die sich äusserlich als eine seichte, nackte Längsrinne zu erkennen giebt. In Grösse und Bedeckung verhalten sich die unteren Randplatten ganz ähnlich wie die oberen (s. Sladen, T. 13, f. 9). Jede untere Randplatte trägt auf ihrem lateralen Bezirke einen horizontal gestellten unteren Randstachel von gleicher Form und ungefähr gleicher Grösse wie der Randstachel der oberen Randplatten. In der Längsmitte des Armes, wo auch die unteren Randstacheln länger sind als im Armwinkel und an der Armspitze, maass ich ihre Länge zu 2 — 2,5 mm. Bei jungen Thieren von 4,5 mm Arm- radius, denen die oberen Randstacheln noch völlig fehlen, sind die unteren (nach Sladen i schon wohl ausgebildet. Die grossen Interradialfelder , die sich an dem mir vorliegenden Exemplare bis zur siebenten oder achten, an dem von Sladen abgebildeten bis zur neunten oder zehnten unteren Randplatte erstrecken, haben in der Interradiallinie von der ersten unteren Randplatte bis zu den Mundeckstücken einen Durchmesser von 6 mm (an meinem Exemplar) bis 8 mm (an dem Plutonaster bifrons. 123 von Sladen abgebildeten). Die Ven trolateralplatten, aus denen sich die Interradialfelder zusammensetzen, sind höchstens halb so gross wie die unteren Randplatten und von quadratischem oder polygonalem Umriss. Ihre Oberfläche, die über den Verbindungsnähten der einzelnen Platten zu seichten, nackten Furchen einsinkt, ist mit dicht stehenden, kurzen Stachelchen besetzt, die denen der unteren Eandplatten gleichen. Auf den grösseren Platten zählte ich dieser Stachelchen 20 — 22. Zwischen den kleinen Stachelchen erhebt sich im Bereiche der Scheibe auf der Mitte der meisten Ventrolateralplatten ein einzelner, grösserer, kegelförmiger, zugespitzter Stachel, der 1 — -1,5 mm lang wird und sich mit seiner Spitze nach dem Scheiben- rande hinneigt. Dieser grössere Stachel der Ventrolateralplatten tritt aber nach Sladen's Be- obachtungen erst sehr spät auf: er vermisste ihn noch gänzlich bei jungen Thieren von 4,5, 7,5 und 11 mm Armradius; ebenso fehlt er nach Perrier (1894) bei 15 mm Armradius. Bei 37 mm Armradius fand Sladen den grösseren Stachel der Ventrolateralplatten deutlich ent- wickelt, und auch bei dem mir vorliegenden Exemplare von 42 mm Armradius ist er vorhanden, während Sladen ihn bei einem fast gleich grossen Thiere von 41 mm Armradius nicht antraf. Es scheinen also individuelle Verschiedenheiten in dieser Hinsicht vorzukommen. Bei noch älteren Thieren ist er aber stets vorhanden. Die Zahl der Ventrolateralplatten nimmt mit dem Alter zu. Bei R = 4,5 mm zählte Sladen in einem halben Interradialfeld 4, bei E, = 7,5 mm () oder 7, bei E. = 11 mindestens 12 ; bei meinem Exemplare von R = 42 mm sind 22 vorhanden. Die Platten ordnen sich in regelmässige Längs- und Querreihen. Die erste Längsreihe reicht an meinem Exemplare bis zur siebenten oder achten, die zweite bis zur vierten, die dritte bis zur zweiten unteren Randplatte. Von den Querreihen (=; quere Bögen) besteht die erste aus 5, die zweite aus 4, die dritte aus 3, die vierte aus 2 oder 3, die fünfte und sechste aus 2 Platten; von da an sind die Querreihen nur noch durch je eine Platte repräsentirt, die dann von der achten unteren Randplatte an ebenfalls in Wegfall kommt. Die langen, schmalen Adambulacralplatten tragen als Bewaffnung ihres ambulacralen Randes nach Sladen (s. seine T. 13, f. 9) eine geschlossene Längsreihe von 9 oder 10 ziemlich gestreckten, leicht comprimirten, am Ende abgerundeten, stäbchenförmigen Stacheln, von denen der mittlere am längsten ist, die übrigen aber an Grösse langsam abnehmen, sodass der adorale imd aborale nur noch klein und borstenförmig sind. Bei jungen Thieren ist die Zahl dieser eigentlichen Furchenstacheln geringer und beträgt in der Nähe des Mundes erst etwa 5 und in der Nähe der Armspitze nur 3. Auch an dem mir vorliegenden Exemplare kann ich nur G Stacheln am Furchenrande finden. Die ventrale Oberfläche der Adambulacralplatten ist mit ähnlichen, unregelmässig angeordneten, kleinen Stachelchen besetzt wie die Ventrolateraljjlatten. Aber zwischen diesen kleinen subambulacralen Stachelchen steht bei erwachsenen Thieren ein grösserer, kegelförmiger, zugespitzter Stachel, der bei alten Thieren fast die Länge der Rand- stacheln erreichen kann. Er wird erst bei Thieren von 7,5 mm Armradius und hier auch zu- nächst nur auf den 2 oder 3 ersten Adambulacralplatten bemerklich. An den durch die Convexität ihrer ventralen Oberfläche deutlich hervortretenden Mundeckstücken sitzt dem ambulacralen Rande entlang eine geschlossene Reihe von Mund- 16* 124 Archastclidae. stacheln, die an Länge mit den Fuichenstacheln der Adanibulacraljjlatten übereinstimmen. Nach Sladen besitzen die alten Thiere 10 — 12 solcher Mundstacheln an jedem Mundeckstück; an dem mir vorliegenden Exemplare finde ich nur 8 oder 9. Die ganze ventrale Oberfläche der Mundeckstücke ist mit zahlreichen, kurzen, j^apillenförmigen Stachelchen besetzt, die in adoraler Richtung an Grösse zunehmen. Die Madreporenplatte liegt versteckt unter den oben (s. p. 121) erwähnten grösseren Paxillen, die auch schon durch ihre weniger dichte Stellung die Gegend der Platte verrathen. Bei meinem Exemplare von 12 mm Scheibenradius ist ihr Mittelpunkt 5 mm vom Scheiben- rande und 7 mm vom Scheibencentrum entfernt; bei dem von Sladen abgebildeten grossen Thiere von 15,5 mm Scheibenradius betragen diese Entfernungen 6,5 und *.) mm. Von einer Zusammensetzung der Platte aus mehi'eren Stücken, wie sie Sladen überhaupt für seine Gattung Pintonaster angiebt, vermag ich mich nicht zu überzeugen. Färbung. Im Leben ist die Art nach der einzigen darüber vorliegenden Notiz von W. Thomson schön cremefarbig oder mit einem Anfluge von zartem Rosa. Das horizontale Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das östliche und westliche Mittelmeerbecken und über den östlichen atlantischen Oceau von 19" bis G5" nördlicher Breite. Der mittelmeerischen Fundorte sind bis jetzt nur zwei; der eine liegt südlich von Marseille (Perrier), der andere westlich von Candia (v. Marenzeller) . Im Golfe von Neapel und seiner näheren Umgebung ist die Art bis jetzt noch nicht gefunden worden. Ausserhalb des Mittelmeeres kennt man sie von einer Reihe von Orten, die sich vom Färöe-Kanal und den Shetland -Inseln südlich bis zu 19" nördlicher Breite hinziehen; insbesondere wurde sie erbeutet im Färöe-Kanal (Sladen), westlich von den Shetland- Inseln und nördlich von den Hebriden (W. Thomson, Sladen), an der Westseite Irlands (Sladen), im Golf von Bis- caya (Perrier, Koehler), an der portugiesischen (Sladen, Perrier) und der westafrikanischen Küste (Perrier). Für die Notiz von Sladen, dass sie nach Norman auch noch in der Barents-See lebe, kann ich keinen näheren Nachweis finden ; wahrscheinlich beruht die Angabe auf mündlicher Mittheilung. Die andere Angabe Sladen's, dass sie auch an der Ostküste Nordamerikas vorkomme, ist von ihm selbst nur unter Vorbehalt für ein junges Exemplar gemacht worden und bezieht sich nach Verrill') nicht auf die vorliegende, sondern auf eine nahe verwandte Art: P/. agassizn Verrill {■= PI. rigklus Sladen). In verticaler Richtung hat die Art ebenfalls eine weitere Verbreitung als PI. subinermis, denn sie wurde aus Tiefen heraufgeholt, die sich zwischen 105 und 2525 m bewegen. Ihre meisten Fundorte liegen in annähernd 1000 m und darüber. Von den mittelmeerischen Fund- orten hat der eine eine Tiefe von 2020, der andere von 2525 m. Wo sie vorkommt, scheint sie nach den Befunden von Perrier und Koehler häufig in grösserer Zahl beisammen zu leben. 1) Proc. Unit. Stat. National Museum Vol. 17, 1894, p. 24S und Americ. .Jouvn. Sc. Vol. lil, 1895, p. 1 :! 1 Odontaster mediterraneus. 125 Als Unterlage liebt sie Schlammboden oder Schlamm , der mit feinem Sand oder irinen vermengt ist. Ueber ihre Nahrung, Fortpflanzung und Larvenform wissen wir noch nichts. 4. Gattung. Odontaster Yerrill, Bell. Körper niedergedrückt, pentagonal mit mehr oder weniger ausgezogenen Ecken, auf all seinen dorsalen und ventralen Ske letplatten mit kurzen Stachel- chen besetzt; die Rückenplatten insbesondere paxillenförmig; Rand dick, von kräftigen, grossen, oberen und unteren Randplatten gebildet, in den Arm- winkeln mit einer unpaaren oberen und einer unpaaren unteren Randj^latte; Mundecken mit je einem grossen, unpaaren, beiden Mundeckplatten gemein- samen, aboral gerichteten, dornförmigen Stachel; Pedicellarien büschel- förmig, vereinzelt; Papulae einfach; Füsschen mit deutlicher Saugscheibe. Im Mittelmeere nur eine Art: O. mediterraneus Marenz. 10. Art. Odontaster mediterraneus (v. Marenzeller). 1 S'J 1 Gnathaster mediterraneus v. Marenzeller in Stein- dachner's Berieht p. 443, 44.5. 1S9I5 Gnathaster mediterraneus v. Marenzeller p. (iS. lS9;i Gnathaster mediterraneus v. Marenzeller p. (i; T. 2, f. 4, 4A; T. .3, f. 4B, 40. 1S9.5 Odontaster mediterraneus v. Marenzeller p. 7 — 10; T. 1, f. 1, la. Ib. Diagnose. Grösse bis 68mm. r:R=l:2 — 2,17. Arme rasch verjüngt, mit abge- rundeter Spitze. Rückenplatten, Randijlatten und Ventrolateralplatten mit zahlreichen, kurzen, feinbedornten Stachelchen besetzt, die an der Ventralseite etwas länger sind als an der Dor- salseite. Die Rückenplatten stellen niedergedrückte Paxillen dar, die sich auf den Armen in Längsreihen und schiefe Querreihen ordnen und im medianen Bezirke der proximalen Armhälfte am grössten sind; auch diejenigen Rückenpaxillen zeichnen sich durch ihre Grösse aus, welche die primären Interradialplatten darstellen. Papulae auf fünf radiale Bezirke der Armrücken beschränkt. Zahl der oberen Randplatten (ohne die unpaare) 11 — 18, von denen die 6 ( — 4) letzten dorsal mit ihrem Gegner zusammenstossen ; auch die ersten sind breiter als lang. Zahl der unteren Randplatten bis 15 (ohne die un- paare), breiter als lang. Terminalplatte gewölbt, keilförmig, länger als breit, ebenso be- stachelt wie die oberen Randplatten. Ventrolateralplatten vier- bis sechseckig. Adambulacral- platten mit je einer Längsreihe von 3 in der Längsrichtung des Armes comprimirten Furchen- 126 Archasteridae. stacheln; an jeden dieser Stacheln schliesst sich eine aus 4 (oder 5) subambulacralen Stacheln ge- bildete Querreihe an ; alle diese Stacheln sind grösser und stärker als die der Ventrolateralplatten. Der unpaare, 1 mm breite und 2,5 mm lange Dorn einer jeden Mundecke ist gestreckt kegel- förmig und an seiner Spitze glasig durchscheinend. Ausserdem trägt jede Mundeckplatte am am- bulacralen Rande eine Reihe von 7 Stacheln, von denen die innersten am grössten sind, und auf dem distalen Bezirke 3 grössere und 1 kleineren Stachel. Madreporenplatte rundlich, vom Scheibenrande etwa anderthalbmal soweit entfernt wie vom Scheibencentrum. Pedicellarien büschelförmig, vereinzelt auf den Rückenpaxillen. Färbung? Diese in thiergeographischer Hinsicht') sehr bemerkenswerthe, ausgezeichnete Art wurde 1S91 von der österreichischen Expedition zur Erforschung des östlichen Mittelmeeres in einem einzigen jugendlichen Exemplare entdeckt, dessen Beschreibung v. Marenzeller 1893 unter der schon 1891 von ihm gegebenen Benennung Gnathaster tnediteiraneus veröffentlichte. In demselben und in dem folgenden Jahre (1893, 1894) wurden bei den weiteren österreichischen Forschungsfahrten mehrere erwachsene Exemplare erbeutet, die v. Marenzeller 1895 zu einer neuen und ausführlicheren Darstellung veranlassten. Unterdessen hatte Bell (1893) darauf hingewiesen, dass die SLADEN'sche Gattung Gnathaster identisch ist mit der von Verrill 1880 besründeten Gattung Odontaster. Deshalb nannte v. Marenzeller seine Art nunmehr Odont- aster mediterraneus . Derselbe hatte die grosse Freundlichkeit, mir die beiden zu seinen Ab- bildungen benützten üriginalexemplare i^das grösste und das kleinste der von ihm beschrie- benen Stückej zur Ansicht zu übersenden. Die nachfolgende Beschreibung ist nach diesen Exemplaren verfasst und stimmt inhaltlich in allen wesentlichen Punkten mit der sorgfältigen Schilderung v. Marenzeller's überein; in einigen Einzelheiten konnte ich seine Angaben ver- vollständigen und ergänzen. Der fünfstrahlige, sternförmige Körper stellt ein Pentagon dar, dessen Seiten in etwas spitzem Bogen tief eingebuchtet sind (vergl. v. Marenzeller's Abbildungen). Die Rückenseite ist im Bereiche des Paxillenfeldes bei den erwachsenen Thieren leicht gewölbt, bei dem jugend- lichen Exemplare flach. Die Wölbung ist am stärksten auf den Armen, während die Scheiben- mitte leicht eingesenkt ist; auch sind die Interradien durch eine seichte, an den oberen Rand- platten beginnende und centralwärts bald verstreichende Furche markirt. Der Körperrand ist ziemlich dick und dorsal flacher abgerundet als ventral, sodass er, besonders in den Arm- winkeln, fast kantig in die Ventralseite umbiegt, dagegen in die Rückenseite ganz allmählich übergeht. Auch sieht es in der Dorsalansicht so aus, als wenn die unteren Randplatten etwas vorstünden, was aber nur dadurch kommt, dass sie längere Dornen tragen als die oberen Randplatten. Die Arme, die an dem grössten Exemplare leicht nach oben gebogen sind, ver- jüngen sich rasch und endigen mit abgerundeter Spitze. Die Länge des kleinsten Exemplares beträgt 13,5, die des grössten 08 mm. Die 1) sie ist neben dem an der Neu-England-Küste vorkommenden 0. hispidus Verrill die einzige nördlich vom Aequator lebende Vertreterin ihrer Gattiuig. Odoutaster mediterraneiiä. 12- Maasse von r und R sind bei dem kleinsten Exemplare 4 und Smm; bei drei Grösseren (darunter auch dem grössten) betragen sie für r 15, 15,5, 18, für R 31, 32, 39 mm. Daraus berechnet sich für alle vier Exemplare im Durchschnitt das Verhältniss r • R = 1 : 2,09, im Minimum (bei dem kleinsten Exemplare) 1 : 2 und im Maximum (bei dem gi-össten 1 : 2,17. Die Breite der Arme misst bei dem grössten Exemplare, zwischen der ersten und zweiten oberen Randplatte, 17.5 mm, bei den beiden kleineren 14, bez. 13 und bei dem kleinsten nicht ganz 4 mm. Alle Rückenplatten (vergl. v. Marenzeller 1893. Taf. 3, Fig. 4 B) haben die Form niedergedrückter Paxillen, deren Schaft nicht deutlich ausgebildet ist, sondern nur durch eine kräftige gewölbte Verdickung fast der ganzen äusseren Plattenoberfläche dargestellt wird, und deren Bestachelung gleichartig und insofern regellos ist, als man in der Paxillen- ki'one keine centrale Stachelgruppe von den den Rand besetzenden Stacheln sondern kann. V. Marenzeller hat deshalb Bedenken getragen, die Platten als Paxillen gelten zu lassen, und zieht dafür im Anschlüsse an Sladen die Bezeichnung Pseudopaxillen vor. Wo aber soll man die Grenze zwischen einem echten Paxillus und einem Pseudopaxillus ziehen? Von einer in der Mitte verdickten und nur hier bestachelten Platte führen alle Uebergänge so ganz all- mählich zu der typischen Gestalt eines Paxillus mit deutlichem hohem Schafte und regel- mässig geordneter Stachelkrone, dass man es offenbar hier nur mit gradweisen Verschieden- heiten desselben Gebildes zu thun hat. Ich meine, dass man den Dingen Gewalt anthut, wenn man durch die Aufstellvmg des Terminus Pseudopaxillus den Anschein erweckt, als handle es sich dabei um etwas wesentlich von einem Paxillus Verschiedenes. Verrill') geht sogar noch viel weiter und unterscheidet neben echten Paxillen Spino- paxillen, Parapaxillen, Protopaxillen und Pseudopaxillen'), die er näher zu definiren versucht. Mir erscheint das als eine terminologische Tiftelei, die sich bei dem Mangel einer scharfen Sonderung dieser fünf Sorten paxillärer Gebilde doch nicht durchführen lässt. Nennen wir also lieber auch bei der vorliegenden Art die Rückenplatten einfach Paxillen. Von aussen gesehen haben sie, d. h. eigentlich ihre niedrigen Schäfte, eine mehr oder weniger gewölbte Oberfläche und einen vorwiegend rundlichen oder abgerundet eckigen Umriss, und sie sind dui-ch Furchen getrennt, deren Boden wahrscheinlich zum Theil durch die Basis der Paxillen ge- bildet wird (sicher Hesse sich das nur durch Isolirung der Platten feststellen, die einstweilen bei der Kostbarkeit der Objecte unterbleiben musste). Am kräftigsten entwickelt sind die Paxillen in dem medianen Bezirke der proximalen Hälfte des Armrückens; kleiner sind sie im Mittelfelde der Scheibe, in den Interradien, den Randplatten entlang und im distalen Armbezh'ke. Bei näherer Betrachtung lassen sich die 1) Descriptions of new speoies of Starfishes, Proc. Unit. Stat. National Museum Vol. 17, 1894, p. 267. 2) Unter Pseudopaxillen versteht er aber eine andere Form der Abweichung von dem typischen Paxillus, als Sladen und v. Makenzeller mit Pseudopaxillus bezeichnen wollen. Die Paxillen der vorliegenden Art fallen unter das, was Vekkill Parapaxillen nennt. JOS Archasteridae. primären Interradial- und Radialplatten durch ihre Grösse und Stellung unter den übrigen Dorsalplatten herausfinden. Die primären Interradialplatten zeichnen sich durch ihren fast doppelt so grossen Durchmesser vor den benachbarten Platten aus und liegen bei dem grössten Exemj^lare 6 mm vom Centrum entfernt. Weniger leicht sind die primären Radialplatten zu erkennen. Folgt man aber der die Mittellinie des Armrückens einnehmenden Reihe von grösseren Platten, so bemerkt man, dass diese Reihe erst in einem Abstände von 8 mm vom Mittelpunkte beginnt. Die erste Platte dieser Reihe kann ^nicht wohl etwas Anderes sein als die gesuchte primäre Radial- platte, während die übrigen Platten der medianen Reihe die secundären Radialplatten (=: Perrier's Carinalia) darstellen. Diese sämmtlichen Radialplatten bilden bis zum Armende, genauer bis dahin, wo die oberen Randplatten medianwärts zusammenstossen, eine ziemlich regelmäs.sige Reihe, in deren proximalem Theile die Platten (d. h. die Paxillenschäfte) abge- rundet und auseinander gerückt sind, während sie im distalen Theile allmählich immer dichter gedrängt stehen und dann meistens eine quere sechsseitige Umrandung zeigen, wie das in V. Marenzeller's Abbildung (1895, Taf. 1, Fig. 1) ganz gut wiedergegeben ist. Von dieser Radialreihe aus nehmen die Paxillen sowohl nach dem Centrum als auch nach dem Rande und nach den interradialen Hauptlinien hin an Grösse ab. Jederseits von der Radialreihe ist diese Grössen- abnahme aber nicht so rasch wie im Mittelfelde der Scheibe; man kann jederseits von der Radial- reihe 1 oder 2 adradiale Längsreihen unterscheiden, in denen die Paxillen einen grösseren Durch - messer haben als im Centralfeide. Ferner sieht man , dass die dorsolateralen Paxillen in regelmässige oder doch annähernd regelmässige schiefe Querreihen geordnet sind, von denen gewöhnlich vier an die unpaare obere Randplatte und je drei an jede erste und zweite paarige obere Randplatte anstossen. Die Bestachelung der Paxillen besteht aus zahlreichen stäbchenförmigen Stachelchen, die ebenso Avie alle übrigen Stacheln unseres Thieres aus einem sehr engmaschigen, also verhältnissmässig dichten Kalkgewebe aufgebaut sind. Entweder sind sie ihrer ganzen, 0,5 — 0,6 mm betragenden Länge nach von gleicher Dicke oder an der Spitze sogar ein wenig verdickt oder, auf den grösseren Paxillen, an der Spitze leicht verjüngt; im letzteren Falle sind sie demnach weniger stabförmig als wirklich stachelförmig. Die stets abgerundete Spitze der Stachelchen ist durch zahlreiche, ganz kurze Dörnchen rauh. Auf den kleineren Paxillen zählt man 25 — 30, auf den grösseren 40 — 50 Stachelchen; die centralen unterscheiden sich nicht von den peripherischen ; alle sind regellos über die Oberfläche des Paxillenschaftes vertheilt. Bei dem kleinsten Exemplare unterscheiden sich die primären Interradial- und Radial- platten in ähnlicher Weise wie später durch ihre relative (i rosse ; die übrigen Dorsalplatten deuten bereits die späteren Quer- und Längsreihen an. Die Stachelchen sind erst 0,2 mm lang, endigen mit mehreren Dörnchen und sind hier und da auch seitlich mit solchen besetzt. Schon bei dem kleinsten Exemplare hat v. Marenzeller auf dem proximalen Armab- schnitte einzelne Papulae zwischen den Paxillen bemerkt. Bei den erwachsenen Thieren Odontaster niediterraneus. 129 sind sie zahlreicher, aber auch hier auf den proximalen Theil des Armrückens beschi'änkt. Sie fehlen am ganzen Rande des Paxillenfeldes, in den interradialen Bezirken, in dem Mittel- felde der Scheibe und im ganzen distalen Armabschnitte, kommen also nur zwischen den grösseren, den stärker gewölbten Armabschnitt einnehmenden Paxillen vor. Demnach sind die sämmtlichen Papulae in fünf radiale Gruppen, sog. Papularien (Sladen), geordnet. Jedes Papularium erstreckt sich in der Gegend seiner grössten Breite zu einer Ausdehnung von 1 mm, indem es die Lücken zwischen den Radialplatten und den Platten der 4 oder 5 nächsten adradialen Reihen einnimmt. Die einzelnen Papulae stehen isolirt von einander und sind einfach fingerförmig. Die oberen und unteren Randplatten sind kräftig entwickelt und so geordnet, dass eine unpaare den Armwinkel einnimmt. Schon durch dieses Merkmal unterscheidet sich die Art von allen anderen mittelmeerischen Seesternen mit alleiniger Ausnahme des Chaetaster lovgipes, bei dem jedoch die unpaaren Randplatten so wenig auffallen, dass sie bisher ganz un- beachtet blieben (s. p. 148). An dem grössten Exemplare zählt man von der luipaaren oberen Randplatte bis zur Terminalplatte IT Platten; nur an einem Arme ist auf einer Seite eine 18. in Bildung. Die kleineren Individuen besitzen zwischen der unpaaren oberen Randplatte und der Terminal- platte nur 12, 11 oder Vi Platten; bei dem kleinsten sind erst 5 oder 6 vorhanden. Durch deutliche Furchen sind die sämmtlichen oberen Randplatten gegeneinander und gegen die benachbarten Skeletstücke begrenzt. Die 6 (oder 4; letzten stossen bei erwachsenen Thieren mit ihren Gegnern in der Medianlinie des Armes zusammen. Durchweg sind die oberen Rand- platten breiter als lang. An dem grössten Exemplare ist die erste (paarige) 3 mm breit und stark 2mm lang; die achte ist noch immer 2,5mm breit und fast 2mm lang; die zwölfte 2,25 mm breit, aber nur noch 1,25 mm lang; dann werden die Platten rasch viel kürzer und avich schmäler. Die letzte oder auch schon die vorletzte stösst an die Terminalplatte und ist an ihrem oberen {= inneren) Ende zugespitzt, sodass sie im Ganzen keinen viereckigen, sondern einen dreieckigen Umriss hat; an ihrem unteren (= äusseren) Rande ist sie nur 0,5 mm lang, und ihre Breite misst 1 mm. Die unpaare Platte, die sich im Übrigen nicht von den paarigen unterscheidet, ist an ihrem oberen (= inneren) Rande kaum kürzer als die nächsten paarigen Platten; an ihrem äusseren Rande aber ist sie nur -/^ so lang. Bei dem jüngsten Exemplare ist die unpaare Platte deutlich trapezförmig; ihr innerer Rand ist 1,5, ihr äusserer 0,5 mm lang, und ihre Breite beträgt 1 mm. Die erste paarige ist fast quadratisch, 1 mm lang und breit; die zweite und dritte sind ebenso breit, aber et- was kürzer. Die Bewaffnung der oberen Randplatten besteht in einer gleichmässigen Bedeckung von sehr kurzen, feinen, mit freiem Auge kaum bemerkbaren Stäbchen, die sich in ihrer Form an die Stachelchen der nächsten Paxillen anschliessen. Sie stehen aufrecht, endigen abgestumpft und sind zwar durch kleine Zwischenräume getrennt, aber doch so zahlreich, dass man bei dem grössten Exemplare auf der Mitte der ersten paarigen Platte vom distalen bis zum Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flora, Golf Ton Neapel. Seesterne. 17 [Q(j Archagteridae. proximalen B-ancle etwa 1 2 zählt. Auch bei dem kleinsten Thiere sind sie schon so zahl- reich, dass man an derselben Stelle 7 — 9 antrifft. Die gewölbte Terminalplatte ist an dem gi'össten Exemplare 1,5 mm lang und , an ihrem breitesten (= distalen) Ende 1 mm breit. Dieses Ende ist abgerundet; das entgegen- gesetzte (proximale) Ende ist zugespitzt und zwischen die letzten oberen Randplatten eingekeilt. Bei dem kleinsten Individuum ist die Terminalplatte bereits ebenso breit wie später, aber erst 1 mm lang, fällt also hier durch ihre relativ zur Grösse des Thieres ansehnliche Entwicklung mehr ins Avige als bei den Erwachsenen. Oberflächlich ist sie mit derselben feinen Be- stachelung bedeckt wie die oberen Randplatten. Untere Randplatten sind bei dem grössten Exemjjlare von der unpaaren Platte bis zur Terminalplatte 15 vorhanden. Ein kleineres Exemplar besitzt 12, das kleinste G. Wie die oberen, so sind auch die unteren Randplatten breiter als lang; die erste (paarige) ist bei dem grössten Exemplare 3 mm breit und 2 mm lang, die achte 2,5 mm breit und 2 mm lang. Während die unpaare untere Platte sowie die erste paarige genau unter den entsprechenden oberen liegen, verschieben sich weiterhin die Grenzen der unteren so gegen die der oberen, dass man bis zum distalen Rande der elften unteren zwölf obere zählt; weiterhin treffen auf die vier letzten unteren die fünf letzten oberen. In der Nähe des Armwinkels sind die unteren Platten mit dem äusseren Drittel ihrer Oberfläche so in die Höhe gebogen, dass eine abgerundete Kante entsteht, durch welche die Bauchseite des Thieres in den Rand umbiegt; weiter nach der Ai'mspitze hin verstreicht diese Kante, sodass die Biegung der Platten-Oberfläche flacher wird. Dass die Furchen zwischen den unteren Randplatten nicht so deutlich erscheinen wie zwischen den oberen, kommt durch die längere Bestachelung der unteren, die sich bei aller sonstigen Aehnlichkeit mit der der oberen durch bedeutendere Länge und Stärke sowie durch die spitzere Form ihrer Stachelchen unterscheidet. Diese Stachelchen erreichen annähernd die Länge der Paxillenstachelchen , bleiben aber doch noch immer hinter der Länge der auf den Ventrolateralplatten befindlichen Stacheln zurück. Sie stehen auch etwas weiter auseinander gerückt als die der oberen Randjilatten, sodass man vom proximalen zum distalen Platten- rande meist nur 10 zählt. Die Ventrolateralplatten sind in regelmässige Längs- und schiefe Querreihen ge- ordnet, in denen, wie bei sehr vielen anderen Seesternen, die Grösse der Platten nach dem Rande und nach der Armspitze hin abnimmt. Die erste Längsreihe reicht bei dem grössten Exemplare noch etwas über die siebente untere Randplatte hinaus, die zweite reicht bis an die sechste, die dritte bis an die vierte und die vierte bis an die dritte Randplatte; die übrigen reichen nur bis an die zweite und erste (paarige) Randplatte. Die Querreihen zeigen die folgende Anordnung. Im adoralen Winkel des Interbrachialfeldes liegen vier Platten (= un- vollständige Querreihen), die den Zwischenraum zwischen den Aussenseiten der drei ersten Adambulacralplatten ausfüllen. Dann folgen jederseits zwei Querreihen, die an der 4. — 6. Adam- bulacralplatte beginnen und zur unpaaren Randplatte ziehen; aber nur drei von diesen vier Querreihen erreichen die Randplatte, die vierte wird vorher unterdrückt. An die erste paarige Odontaster raediterranciis I3J Randplatte stossen drei vollständige ventrolaterale Querreihen, die von der 7. — 1 I. oder 7. — 10. Adambulacralplatte kommen. Ebenso stossen an die zweite, dritte und vierte Randplatte je drei vollständige Querreihen, die an der 12. — 15, 16. — IS., 19. — 21. oder an der II. — 14.. 15. — 17., IS. — 20. Adambulacralplatte ihren Anfang nehmen. Weiterhin treffen auf die fünfte und sechste Randplatte je drei ganz kurze Querreihen, die zusammen von den sieben folgenden Adambulacralplatten kommen. Aus dieser Anordnung ergiebt sich zugleich, dass die queren Reihen der Ventro lateralplatten etwas weniger zahlreich sind als die angrenzenden Adam- bulacralplatten. In ihrer Form sind die einzelnen Ventrolateralplatten unregelmässig vier- bis sechseckig abgerundet mit leicht gewölbter Oberfläche ; sie schieben sich zum Theil über- einander. Besetzt sind sie mit locker, aber gleichmässig verth eilten Stacheln, die durchweg länger sind (bis 0,9 mm) als die der Paxillen und in der Regel nach dem Körperrande hin geneigt stehen. Auf den grösseren Ventrolateralplatten findet man durchschnittlich 20 — 25 Stacheln. An ihrer Spitze sind die Stacheln etwas verjüngt und haben hier sowohl als ihrer ganzen Länge nach durch zerstreut stehende winzige Dörnchen eine rauhe Oberfläche be- kommen. Bei dem kleinsten Exemplare (s. v. Marenzeller's Abbildung, 1893, Taf. 2, Fig. 4, A) sind die Ventrolateralplatten von unregelmässig rundlichem bis polygonalem Umriss. Das Feld, das sie einnehmen, erstreckt sich seitlich bis zum Ende der ersten (paarigen) Randplatte und der achten Adambulacralplatte. Im Ganzen sind in einem solchen Felde noch nicht mehr als K) oder 17 Platten entwickelt, deren erste Längsreihe bis zum Ende der achten Adambulacralplatte und der ersten Randplatte reicht und aus sechs Platten gebildet wird, von denen die erste un- paar ist und unmittelbar nach aussen von der Mundecke und den ersten Adambulacralplatten liegt. Die zweite Längsreihe beginnt mit einer zweiten unpaaren Platte, auf die nur noch zwei Platten folgen, von denen die letzte den Anfang der ersten Randplatte erreicht. Eine dritte Reihe ist nur durch eine einzige kleine dritte unpaare Platte an der Innenseite der un- paaren Randplatte angedeutet. Die Ambulacralfurchen, deren aller Kalkkörperchen entbehrende Füsschen mit einer gut abgesetzten Saugscheibe endigen, sind von Adambulacralplatten begTenzt, die im proxi- malen Armabschnitt fast doppelt so breit wie lang sind. Die Adambulacral-B ewaffnung (s. V. Marenzeller's Abbildung, 1895, Taf 1, Fig. Ib) beschreibt v. Marenzeller folgender- maassen: »Höchstens auf der ersten Adambulacralplatte zu innerst vier, auf den folgenden drei von vorn nach hinten comprimirte Furchenstacheln, die allmählich zu gleicher liänge heranwachsen. An jüngeren Thieren') ist der mittlere der längste und neigt sich oft allein gegen die Ambulacralfurche. Nach aussen folgen mehrere Reihen von Furchenstacheln, deren Zahl von dem Alter des '^Khieres abhängt. Bei einem Individvuim von R = 22 mm waren sehr deutlich vier zu unterscheiden, ebenso noch bei dem von R = 32 mm, wobei die innersten Furchenstacheln die stärksten und längsten, die äussersten sehr klein waren. .Jede Das Gleiche ist der Fall im distalen Armbezirke der erwachsenen Exemplare. 17* •IQO Archasteiidae. Reihe bestand aus drei Stacheln. Bei dem grössten war noch eine fünfte Reihe ausgebildet und die Stacheln waren bis auf die der äussersten Reihe untereinander mehr ausgeglichen. An den conservirten Stücken ist die Regelmässigkeit der Stachelanordnung nicht stets zu er- kennen, auch stört hie und da ein überzähliger«. Nach dem, was ich an dem grössten Exem- plare sehe, lässt sich die AmbulacralbewafFnung vielleicht besser beschreiben, wenn man die nach aussen von den eigentlichen Furchenstacheln stehenden subambulacralen Stacheln nicht als Längsreihen, sondern als Querreihen auffasst. Es geht von jedem der drei Furchenstacheln eine solche Querreihe aus; die eine Querreihe besetzt also den adoralen, die andere den aboralen Plattenrand und die dritte zieht dazwischen quer über die Mitte der Platte. Jede dieser Querreihen besteht in der Regel im proximalen Armabschnitte aus vier (selten fünf) Stacheln; weiter nach der Armspitze ist jede Querreihe nur noch aus drei Stacheln gebildet. Im Ganzen hebt sich die AdambulacralbewafFnung durch die Grösse und Stärke ihrer Stacheln vor der übrigen ventralen Bestachelung hervor. Die einzelnen Stacheln erreichen eine Länge von 1 mm, sind oft nicht drehrund, sondern leicht comprimirt und haben, da sie sowohl ihrer Länge nach als auch an der abgerundeten Spitze mit feinsten Dörnchen besetzt sind, eine rauhe Oberfläche. In der Mundbewaffnung fällt sofort der mächtige, aboralwärts gerichtete Dorn (^= »Zahn«) auf. Es sitzt mit seiner Basis quer auf der durch ihn verdeckten Sutur je zweier Mundeckstücke. In der Ansicht von aussen hat er eine gestreckt kegelförmige Gestalt und scheint an seiner Basis so mit den Mundeckplatten verbunden zu sein, dass er etwas auf- gerichtet und niedergelegt werden kann. Der Körper des Dornes ist opak, die ein wenig aus- gezogene Spitze aber von glasiger durchscheinender Beschaff"enheit. An der Basis hat er eine Breite von 1 mm; seine Länge beträgt 2,5 mm. Der ambulacrale Rand eines jeden Mundeck- stückes ist von einer aus sieben Stacheln gebildeten Stachelreihe eingenommen; die innersten dieser Stacheln sind am stärksten und etwas gekrümmt. Ausserdem stehen auf jedem Mund- eckstücke in der Nähe des distalen Randes noch vier Stacheln : drei grössere und ein kleinerer, von denen jene sich neben, dieser nach aussen und unter dem »Zahn« befindet. — Bei dem jüngsten Exemplare ist der Zahn entsprechend kleiner; am ambulacralen Rande der Mund- eckstücke stehen erst sechs und auf dem distalen Bezirke erst zwei bis drei Stachelchen. Die dicht am distalen Rande einer primären Interradialplatte gelegene Madreporen- platte des grössten Exemplares ist rundlich, mit einem Durchmesser von 2,25 mm, flach ge- wölbt. Ihre unregelmässig gekrümmten Furchen strahlen von der Mitte aus. Der Mittelpunkt der Platte liegt gleichweit vom Centrum und vom oberen Rande der unpaaren oberen Randplatte entfernt (je 7,5 mm); vom Rande des Körpers hat er einen Abstand von 11 mm. Die Platte liegt also im Ganzen dem Centrum näher als dem Rande. — Der After befindet sich nahezu central. Pedicellarien finden sich bei dem grössten Exemplare auf den grösseren radialen und adradialen Paxillen der Papularien, wo sie einzeln oder zu zweien zwischen den übrigen Paxillenstachelchen stehen oder von einer seitlichen Vertiefung des Paxillenschaftes ausgehen. Odontaster mediterraneuä. I "iS Bei einem kleinen Exemplare fand v. Marenzeller je eine Pedicellarie auf jeder primären Interradialplatte sowie auf anderen Platten in der Nähe und auf den Platten in der Um- gebung des Afters. Es scheint also, dass sie in regelloser Weise auf fast allen Paxillen des centralen Feldes und der Papularien vorkommen können. Bei dem jüngsten Exemplare fehlen sie noch völlig. Jede Pedicellarie stellt eine aus 2 — 6 gegeneinander geneigten Stachelchen ge- bildete, büschelförmige Gruppe dar; die 0,55 mm langen, an ihrer Basis 0,18 mm, an ihrer Spitze nur halb so breiten Stachelchen sind kräftig gebaut, an der Spitze leicht zu einander hin gebogen und an der einander zugekehrten Seite mit einer feinen unregelmässigen Bedornung ausgestattet. Wie die Thiere im Leben gefärbt sind, ist nicht bekannt. Conservirt haben sie eine trübe gelbliche Färbung. Die Ai-t ist bislang nur aus dem östlichen Theile des Mittelmeeres erbeutet worden. Ihre Fundorte liegen in der südlichen Adria und in der weiteren Umgegend der Insel Milo in Tiefen von 414 — 1196 m. Die Bodenbeschaffenheit aller Fundstellen war mit Sand gemischter Schlamm. Ueber ihre Xahrung, Fortpflanzungszeit und Larven formen ist nichts bekannt. Hinsichtlich der systematischen Stellung der Art hat v. Marenzeller (1895) ihre Unter- schiede von dem ihr unter allen anderen Odontaster- Arten nächst verwandten O. hispidus, den Verrill 1880*) in Kürze und später, 1894"), ausführlicher beschrieben hat, ganz zutreffend aus- einander gesetzt. Die Gattung wird von Verrill (1894) wie auch schon von Sladen (1889) zu den Pentagonasteriden gerechnet. Pekrier dagegen (1891, 1894) stellt sie aus guten Gründen zu den Archasteriden, indem er gleichzeitig die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen der Archaste- riden zu den Pentagonasteriden betont. Ebenso wie Bell (1893) und Letpoldt (1895) schliesse auch ich mich dieser Ansicht an, denn sowohl die Paxillenform der Rückenplatten, die z. B. bei Odontaster mirabilis noch \\e\ ausgeprägter ist als bei der mittelmeerischen Art, als auch das bisher nur bei einigen Archasteriden [Pararchaster) bekannte Vorkommen einer unpaaren oberen und unteren Randplatte verweisen sie dorthin. 1) Notice of the remarkable Marine Fauna occupying the outer banks off the southem coast of New Eng- land. Amer. Joum. Science (3) Vol. 20, 1880, p. 402. 2) Descriptions of new species of Starfishes, Proc. Unit. Stat. National Museum Vol. 17. 1894, p. 263 — 2(1 1. J34 Cluietasteridac. Farn. Chaetasteridae ). 5. Gattung. Cliaetaster Müller & Troschel. Arme lang, schmal, fast drehrund, ebenso wie die Scheibe mit Paxillen besetzt, ohne ausgeprägten Rand, aber mit deutlichen, aufgerichteten, zahlreichen, ebenfalls paxillenförmigen oberen und unteren ßandplatten; in den Armwinkeln eine unpaare obere und untere Randplatte; alle diese paxillenförmigen Platten mit Glasstachelchen dicht besetzt; Ventrolateralplatten ebenfalls paxillenförmig und mit Glasstachelchen, in Längs- und Querreihen geordnet; keine Pedicellarien; Papulae einfach, auf die Armrücken beschränkt; Füsschen zweireihig, mit deut- licher Saugscheibe. Im Mittelmeere nur eine Art: Ch. lonqipes (Retz.l. 11. Art. Cliaetaster loiiä^ipes (Retzius). Tat. 1, Fig. S, 4; Taf. 9, Fig. 15—31. 1805 Asterias longipes Ketzius p. 20. j 1840 Nepanthia tessellata Gray p. 2S7. 1816 Asterias subulata Lamarck Vol. 2, p. 5GS^). j 1841 Asterias subulata Delle Chiaje Vol. 4, p. 5S ; 1825 Asterias subulata Delle Chiaje Vol. 2, p. ;i5S ; i Vol. 5, p. 124; T. i:!0, f. 5, (j, 14, 22; T. 21, f. (;: Asterias disco aurantio, radiis quinque semiteretibus , apicibus submucronatis, supra verrucis minutis, aequalibus, seriatim dispositis obtecto; siibtus verrucis depressis in serie transversal! dispositis. « 5) Nicht »longipes«, wie in meinem Prodromus (1879, p. 539) irrthümlich steht. 6) MüLLEK & Teoschel haben selbst durch eine nachträgliche Notiz auf p. 127 ihres Werkes den von ihnen auf p. 27 gebrauchten Namen Chaetaster subulatus^ nachdem sie sich von der Identität mit der RETZius'schen Art überzeugt hatten, in Ch. lotu/ipes umgeändert. Da Dujaudijj & Hupe (1862), Pereiee (1875), Vicmtiee (1879) und Sladen (18S9) diese nachträgliche Bemerkung von Müller & Teoschel übersehen haben, führen sie fälschlieh statt MtJLLEE & Teosciucl M. Saes als den Autor des Namens Chaetaster longipes an. Neuerdings schreibt übrigens Peeriee (1894) richtig Ch. longipes M. Tr. Ohaetaster longipes. 135 1846 Asterias subulata Verany p. 5. 1851 Chaetaster subulatus Gaudry p. 'Mi', ;U)9; T. 13, f. tj, 12. 1857 Chaetaster longipes M. Sars p. 107'). 1862 Chaetaster longipes Dujardin & Hupe p. 35(i. 1864 Chaetaster longipes Lütken p. 169. 1866 Nepanthia tessellata Gray p. 15. 1875 Chaetaster longipes Perrier p. 329 — 330. 1878 Chaetaster longipes Perrier p. 33, 90. 1879 Chaetaster longipes Viguier p. 152 — 155; T. 10, f. S— 13. 1S79 Chaetaster longijjes Ludwig p. 539 — 540. 1884 Chaetaster longipes Studer p. 2S. 1885 Chaetaster longipes Carus p. 87. 1886 Chaetaster longipes Preyer p. 30. 1886 Chaetaster longipes Norman p. 0. 1888 Chaetaster longipes Lo Bianco p. 395. 188S Chaetaster longipes Colombo p. 53, 64, 65, 75, 78, SO. 1889 Chaetaster longipes Sladen p. 398, 399 — 400, 778. 1894 Chaetaster longipes Perrier (Talisman) p. 30, 329—330. lS9(i Chaetaster longipes Ludwig p. 52 — 55. Diagnose. Grösse bis 200 mm. r : R = 1 : 7 — 10. Paxillen der Armrücken in einer mittleren (radialen), bis zur Terminalplatte reichenden, und jederseits davon in 1 — 5 kürzeren (dorsolateralen) Längsreihen. Es kommt fast genau eine Paxillenquerreihe auf je eine obere Randplatte. Die Paxillen haben einen niedrigen, dicken Schaft, dessen flacher Gipfel dicht mit Glasstachelchen (= Stachel mit hyalinem, homogenem Aussentheil) besetzt ist. An der Innenseite des Armrückenskeletes werden die seitlichen Randlappen der hexagonalen Paxillen- basen durch transversale Connectivplättchen verbunden, dagegen sind keine longitudinalen Connectivplättchen vorhanden. Unter den anscheinend regellos geordneten Paxillen des Scheibenrückens lassen sich die primären Radial- und Interradialplatten und das primäre Centrale herausfinden. Papulae fehlen im Scheitelfeld, in fünf interradialen Streifen des Scheibenrückens und an den Armenden. Obere und untere Randplatten zahlreich (bei Er- wachsenen .tO — 70 und darüber), aufgerichtet, grösser als die Rücken- und Bauchplatten, meist etwas breiter als lang, paxillenförmig und mit Glasstachelchen. Terminali^latte ziemlich gross, in der Jugend mit Glasstachelchen. Ventrolateralplatten in 3 oder 4 Längsreihen, von denen die erste fast bis zur Armspitze geht; von den Querreihen kommen gewöhnlich drei auf je zwei untere Randplatten. Adanibulacralplatten fast do^Dpelt so zahlreich wie die unteren Randplatten, mit einer gebogenen Längsreihe von 5 oder 6 nicht glasigen Furchenstacheln und mit einer sub- ambulacralen Gruppe zahlreicher Glasstachelchen. Mundeckplatten mit vier nicht glasigen Mundstacheln und auf der ventralen Oberfläche mit zahlreichen Glasstacheln. Madreporen- platte in gleichem Abstand vom Centrum und vom Rande, unmittelbar nach aussen von einer primären Interradialplatte. Färbung orange. Dass die von Retziüs im Anfange imseres Jahrhunderts (1805) unter ihrem heute all- gemein gebräuchlichen Namen beschriebene Art identisch ist mit Lamarck's elf Jahre später aufgestellter Asterias subulata, wurde ^•on Müller & Troschel erst nachträglich erkannt, nachdem sie anfänglich, ebenso Avie vor ihnen Delle Chiaje (1825, 1841) und Grlbe (1840), an dem LAMARCK'schen Namen festgehalten hatten. Dagegen Hessen sie die Frage offen, ob auch Gray's (1840) Nepanthia tessellata mit der RExzius'schen Art identisch sei, woran indessen nach 1) DujAKDiN & HuPK (1S62) und Pekrier (1875) citiren (vielleicht nach einer Separatausgahe) »p. 136 Chaetasteridae. Sladen (1889) länger kein Zweifel sein kann. Zugleich übersahen sie, dass die Art noch unter einem vierten Namen in der Litteratur aufgetaucht war, indem Risso sie als Asterias verrucosa (1826) beschrieben hatte. Nach Müller & Troschel kehrt der LAJiARCK'sche Namen nur noch bei Verany (1846) und Gaudry (1851) wieder, um dann vor der allein richtigen Benennung longipes ganz zu verschwinden. Die von Sladen (1889) ausgesprochene Ver- muthung, dass auch noch Grat's Astropecten [Astropus) longipes auf unsere Art zu beziehen sei, wird wohl eine Vermuthung bleiben müssen, da einerseits der unter diesem Namen im British Museum aufbewahrte Seestern zwar sicher ein Chaetaster longipes ist, aber anderseits nicht darüber hinweg zu kommen ist, dass Gray's Diagnose auf unsere Art nicht passt. Bis Müller & Troschel (1840) die Gattung Chaetaster errichteten, wurde die Art zu der Gattung Asterias in deren altem, weiten Sinne gerechnet. Seitdem ist sie, da alle späteren Autoren, mit Ausnahme von Gray, die Gattung Chaetaster acceptirten, darin verblieben. Jedoch hat die systematische Stellung, die man der Gattvmg anwies, verschiedene Wandlungen durch- gemacht, die noch keinen befriedigenden Abschluss erfahren haben und auch nicht erfahren konnten, da man bisher ein so wesentliches Moment wie den Besitz einer unpaaren oberen und unteren Randplatte ganz übersehen hat. Müller & Troschel stellten die Gattung in die Nähe von Ophidiaster, und in ähnlicher Weise wollte Lütken (1S64) sie zur Gattung Scytaster ziehen. Perrier dagegen rückte sie (1875) weit ab von diesen, von ihm als Familie der Linckiadae zusammengefassten Gattungen und glaubte, sie wegen der Paxillenform ihrer dorsalen Skeletstücke zu den Astropectiniden, in ihrem damaligen auch die Archasteriden um- fassenden Sinne, rechnen zu müssen. Er vertrat diese Auffassung auch noch in den nächsten Jahren, bis Viguier (1879) zu der durch Müller & Troschel und Lütken angebahnten Auf- fassung zurückkehrte, dass die nächsten Verwandten von Chaetaster bei den Linckiiden zu suchen seien. Derselben Ansicht schlössen sich Studer (1884), Sladen (1889) und, unter Aufgabe seiner früheren Meinung, auch Perrier (1884, 1894) an. Sladen gab dieser Ansicht noch bestimmteren Ausdruck, indem er für die vorliegende Gattung in der Familie der Linckiidae eine besondere Unterfamilie der Chaetasterinae abgrenzte. Als besondere Merkmale der Unter- familie bezeichnete er den Besitz von inneren supplementären Plättchen im Dorsalskelet sowie die Paxillenform der Dorsalplatten. Meine eigene hiervon abweichende Meinung von der systematischen Stellung des Chaetaster möchte ich, um dem Leser verständlicher zu sein, erst am Schlüsse der ganzen Beschreibung darlegen. In ihrem Habitus (Taf. 1, Fig. 3, 4) kennzeichnet sich die vorliegende mittelgrosse Art durch die langen, schmalen, fast drehrunden, nur an der Ventralseite flacheren, pfriemenförmigen Arme, die unter allmählicher Verjüngung stumpf abgerundet, mit verhältnissmässig grosser Terminal- platte endigen und an der kleinen Scheibe in gerundetem Bogen in die Nachbararme übergehen. Ebenso wie die an der Rückenseite flachgewölbte Scheibe sind die Armrücken mit niedrigen, flachen, durch Furchen getrennten Paxillenschäften besetzt, die, wie fast alle anderen Skelet- platten, zahlreiche, dichtgestellte, feine Glasstachelchen tragen. Die Randplatten setzen sich nicht scharf ab, bilden keinen kantenförmigen Körperrand und leiten in ihrer Form zu den Chaetaster longipes. I 0"7 in Querreihen geordneten Ventrolateralplatten über. Im Ganzen erinnert die Art unter den Mittelmeer-Seesternen in ihrer Körperform zunächst an die Ophidiaster- Arten, von denen sie aber schon durch die feine Bestach elung und die helle, gelbliche Färbung sofort zu unter- scheiden ist. Junge Individuen haben noch nicht die annähernd drehrunde, dorsal stark ge- wölbte Form der Arme, wie sie die Erwachsenen darbieten; vielmehr sind die Arme des jungen Thieres dorsal und ventral abgeflacht ; die oberen und unteren Randplatten sind noch nicht so steil aufgerichtet wie später und bilden mit ihren Aussenrändern eine, wenn auch verhältniss- mässig dicke, so doch deutlich ausgeprägte Randkante. Die Zahl der Arme beträgt bei allen in der Litteratur erwähnten Exemplaren fünf. Ebenso verhalten sich alle mir vorliegenden Stücke. Doch sah ich einmal ein abnormes Exemplar unter den Vorräthen der Xeapler Station, an dem einer der fünf Arme sich ge- gabelt hatte. Die Länge des ganzen Thieres scheint bei rund 200 mm ihr Maximum zu erreichen. Das grösste bis jetzt beobachtete Exemplar hat Greeff vorgelegen; dasselbe hat, wie ich einer von ihm hinterlassenen Zeichnung entnehme, eine Länge von 203 mm besessen, entspricht also fast genau der 200 mm betragenden Grössenangabe Lamarck's. Die grössten Exemplare, die Müller & Troschel (1842) vor Augen hatten, maassen an Gesammtlänge etwas weniger, nämlich ,, gegen 7 Zoll", was nach rheinischem Maasse umgerechnet 183, nach pariser Maass 189 mm ausmacht. Das grösste von mir bei Neapel gesehene Stück hatte eine I^änge von 148 mm, das von Herrn Merculiano zu den Abbildungen benützte eine solche von 141 mm. Die Grösse anderer mir vorliegender erwachsener Thiere bewegte sich zwischen 105 — 128 mm; ebenso hatte das von Grube 1840) von Palermo erwähnte Exemplar eine I^änge von 115 mm. Man wird demnach die Grösse der erwachsenen Thiere auf lOO — 200 mm angeben können. Exemplare von nur 60 mm Länge, wie Risso (1826) sie erwähnt, kann man wohl noch nicht als erwachsen bezeichnen. Auf halbwüchsige Thiere, deren Länge nicht mehr als 50 und nicht weniger als 2 1 mm betrug, sowie auf noch kleinere, jugendliche werden wir im Folgenden öfter zurückkommen müssen. Sehr häufig, namentlich an älteren Thieren, findet man. wie bereits Risso und Delle Chiaje bemerkten, die Arme von verschiedener Länge und kann dann leicht feststellen, dass erlittene Verluste von grösseren oder kleineren Armstücken und darauf erfolgte Regene- rationsvorgänge jene Ungleichheit der Arme herbeigeführt haben. So betrugen z. B. an einem erwachsenen Exemplare die Maasse der fünf Armradien 72. 69. 67. 66, 65 mm und bei einem anderen dieselben Maasse 115, 108, 108, 104, 102 mm. Bei diesen Exemplaren hatte die Regeneration die früheren Verluste fast ganz eingeholt ; die ausgeheilten Bruchstellen der Arme Hessen sich nur noch an LTnregelmässigkeiten der Skeletanordnung erkennen. Bei jüngerem Datum der Verluste sind natürlich die regenerirten Armabschnitte schärfer abgesetzt und kürzer als später. In allen Fällen liegt die Bruch- und Regenerationsstelle bald näher an der Basis, bald näher an der Spitze des Armes. So liegt mir z. B. ein Exemplar vor, dessen r =: 7 mm misst, an dem alle fünf Arme regenerirt sind ; der eine Armradius ist 20 mm Zoul. Station z. Neapel. Fauna und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. 1 S 138 Chaetasteridae. (vom Scheibenmittelpunkt bis zur Regenerationsstelle) +5,5 mm (von der Regenerationsstelle bis zur Armspitze) lang, der zweite Armradius misst 26 -j- 4, der dritte 22 -|- 2, der vierte 9 + 7,5 und der fünfte 7 + 4,5 mm. Das Verhältniss r:R wird von Müller & Troschel (1842) wie 1 : 7 — 10 angegeben. Damit stimmen von den sechs erwachsenen Individuen, die ich in die untenstehende Tabelle aufgenommen habe, fünf (Nr. 2 — 6) überein, da sich bei ihnen das Verhältniss r:R auf 1 : 7,25 — 10,25 berechnet. Das sechste, grösste Exemplar (Nr. 1), dessen Maasse ich allerdings nicht am Thiere selbst, sondern nur an der von Greeff hinterlassenen Abbildung nehmen konnte (in der möglicherweise die Scheibe ein wenig zu klein ausgefallen ist), hat das Ver- hältniss r:R= 1 : 12,(i. Im Durchschnitt beträgt bei diesen sechs erwachsenen Thieren r : R = 1 : 9,24 und, wenn man das grösste Exemplar aus dem angedeuteten Grunde ausser Betracht lässt. 1 : 8,57. Bei den halbwüchsigen Exemplaren (Nr. 7 und 8) ist R verhältniss- mässig kürzer, im Durchschnitt nur 5,3 mal so gross wie r, und bei den jugendlichen Indi\dduen (Nr. 9—11) sinkt R in seiner relativen Grösse im Durchschnitt bis auf das 3,1 fache von r, im Minimum auf das 2,6fache herab. Während r von 1,75 mm (bei Exemplar Nr. 11) bis auf 9 mm (bei Exemplar Nr. 3) gestiegen ist, sich also nur um rund das Fünffache vergrössert hat, hat R statt der anfänglichen I^änge von 4,5 mm (bei Nr. 11) die Länge von 78 mm (bei Nr. 3) erreicht, also seine anfängliche Länge um rund das 17 fache gesteigert. Daraus geht Nr. L R r r:R mm mm mm mm 1 203 J07 8,5 1 : 12,6 2 148 82 8 1 : 10,25 3 141 78 9 1 : 8,67 4 128 72 8 1 : 9 5 127 69 9 1 : 7,67 6 105 58 8 1 : 7,25 7 43 24 4 1:6 8 27 15 3,25 1 : 4,6 9 17 9 2,75 1 : 3,3 10 15,5 8,5 2,5 1:3,4 11 8,5 4,5 1,75 1 : 2,6 hervor, dass die Wachsthvunsschnelligkeit des Armes bei der vorliegenden Art mehr als dreimal so gross ist wie die der Scheibe. Die Breite der Arme beträgt an ihrer Basis bei erwachsenen Exemplare 8 — 9 mm, verhält sich also v.n dem 77 mm betragenden durchschnittlichen Werthe von R (bei Exemplar Nr. 1 — 6) wie 1 : 9, wonach die Angabe bei Müller & Troschel, dass die Arme siebenmal so lang wie breit seien, zu berichtigen ist. Bei jüngeren Exemplaren ergiebt sich natürlich in dem Verhältniss von AB : R ein geringerer Werth für R. So z. B. beträgt bei dem Chaetaster lougipes. 1 3Q Exemplar Nr. 7 die basale Armbreite 4, bei Exemplar Nr. S nur 3 mm; bei jenem Exemplare ist also AB : R = 1:6 und bei diesem 1 : 5. Bei den jugendlichen Exemplaren (Nr. 9 — -11) nimmt die basale Breite der Arme von 3 bis auf 2 mm ab, und ihr Verhältniss zur Länge von R berechnet sich bei Exemplar Nr. 9 auf 1 : 3, bei Exemplar Nr. 10 auf 1 : 3,4 und bei Exemplar Nr. 1 1 auf 1:2,25. An ihrer Spitze haben die Arme der erv^achsenen Thierc eine Breite von 2,5 mm, indem hier die Spitzenbreite, ausser von der nach oben gedrängten Ter- minalplatte, auch noch von den beiderseitigen letzten Randplatten gebildet wird. Bei den jugendlichen Exemplaren dagegen, und selbst noch bei halbwüchsigen Thieren, deren R noch nicht mehr als 15 mm misst (Exemplar Nr. 8), wird die Armspitze lediglich von der Terminal- platte dargestellt, die, wie wir später sehen werden, schon recht frühzeitig sich ihrer defini- tiven Grösse nähert und mit einer Breite von 1,25 (bei Nr. 11) bis 1,5 mm (bei Nr. 8, 9, 10) die ganze Breite der Armspitze einnimmt. Die Rückenseite ist mit paxillenförmigen Platten besetzt, die auf den Armen so angeordnet sind, dass sie regelmässige Längsreihen und zugleich jederseits von der Mittellinie des Armes schiefe Querreihen bilden. Von den Längs reihen reicht nur die mittelste, die wir als die radiale bezeichnen können (Perrier's »Carinalia«), bis an die Terminalplatte des Armes'; die übrigen, die wir die dorsolateralen nennen, endigen früher. Je nach dem Alter des Thieres beträgt die Zahl der jederseits von der Radialreihe befindlichen dorsolateralen Reihen 1 — 5. Jugendliche Individuen (z. B. Nr. 9 — 11) haben erst eine jederseitige dorsolaterale Längsreihe, und auch diese ist bei dem jüngsten mii' vorliegenden Exemplare (Nr. 11) erst durch ein einziges, winziges, erstes Plättchen angedeutet (Taf. 9, Fig. 26, 31). Bei halbwüchsigen Thieren (z. B. Nr. 7 u. 8) besitzen die Arme jederseits zwei dorsolaterale liängsreihen (Taf. 9, Fig. 27). Bei älteren Thieren (z. B. Nr. 5) sind jederseits drei Längsreihen vorhanden, oder es ist auch schon eine vierte (z. B. bei Nr. 4) angedeutet. Bei noch älteren Exemplaren (z. B. Nr. 2 findet man die vierte Längsreihe gut entwickelt (Taf. 9, Fig. 28). Da Müller ^: Troschel im Maximum jederseits fünf Längsreihen angeben, mir aber so grosse Exemplare wie die grössten von ihnen beobachteten nicht zur Verfügung standen, so muss ich annehmen, dass die fünfte Längsreihe erst bei ganz alten Thieren auftritt, deren Armradius noch mehr als 82 mm misst. Von den dorsolateralen Reihen ist stets diejenige die jüngste und kürzeste, die am weitesten von der Radialreihe entfernt liegt. Wo man also z. B. im proximalen Armabschnittc jederseits vier Reihen zählt, findet man deren, wenn man allmählich zur Armspitzc fort- schreitet, bald nur noch drei, dann zwei, eine, und schliesslich fehlt auch diese. Die erste seitliche Längsreihe, die man auch die adradiale nennen könnte, tritt wie alle späteren zuerst im proximalen Bezirke des Armes auf; ihre spätere Länge erreicht sie erst nach und nach durch das Hinzukommen neuer Platten an ihrem distalen Ende. Sobald die Reihe eine ge- wisse (aber noch keineswegs ihre definitive) Länge erreicht hat, beginnt in ganz ähnlicher Weise die Ausbildung der zweiten Längsreihe u. s. w. Es findet also mit dem fortschreitenden Alter des Thieres sowohl eine Vermehrung als auch eine Verlängerung der Längsreihen statt. Da die jüngeren Platten kleiner sind als die älteren, so ergiebt sich von seihst, dass die 1^* J40 Chaetasteridae. Platten am grössten sind im proximalen Theile der Radialreihe und von hier aus sowohl nach der Armspitze, als auch nach den Randplatten hin an Grösse abnehmen. Bei dem jüngsten mir vorliegenden Exemplare (Nr. 11) besteht die Radialreihe erst aus sieben Platten, und die eben erst beginnende erste seitliche Reihe endigt schon an der ersten paarigen oberen Randplatte (Taf. 9, Fig. 26, 31). Bei doppelt so grossen jungen Thieren (Nr. 9 u. 10) zählt die radiale Längsreihe elf bis vierzehn Platten, und die erste dorsolaterale Reihe geht bis zur siebenten oder achten paarigen oberen Randplatte. Von erwachsenen Thieren habe ich beispielsweise ein Exemplar von 72 mm Armradius näher auf diese Verhältnisse geprüft und dabei gefunden, dass hier die Radialreihe aus 72 Platten besteht (bei (i9 oberen Randplatten), und dass ferner die erste dorsolaterale Längsreihe erst in einem Abstände von 3 mm von der Terminalplatte endigt, die zweite Längsreihe an der 44., die dritte an der 29. und die vierte an der 20. oberen Randplatte ihre Ende erreicht. Was die schiefen, von den Platten gebildeten Querreihen angeht, so schliesst sich (mit Ausnahme des distalen Armendes, wo die Querreihen natürlich ganz fehlen! jederseits an jede Radialplatte eine Querreihe an, die wie geAvöhnlich in der Weise schief läuft, dass ihr Aussenende der Armspitze näher liegt. Auf den ersten Blick scheint es, als Avenn die Quer- reihen genau den oberen Randplatten entsprächen, sieht man aber näher zu. so findet man. dass sie trotzdem in ihrer Zahl davon unabhängig sind; denn es kommen mitunter auf eine obere Randplatte statt einer Querreihe deren zwei; bei dem Exemplare Nr. 5 z. B. kommen im proximalen Armabschnitte auf eine Länge von 20 oberen Randplatten 23 Querreihen. Störungen in der regelmässigen Anordnung der Längsreihen und Querreihen sind namentlich bei erwachsenen Individvien häufig zu bemerken, lassen sich aber immer auf Vernarbungen erhaltener Wunden und Regenerationsstellen abgebrochener Armstücke zurückführen. Die einzelnen Rückenplatten stellen unverkennbare Paxillen dar, als welche sie schon Grübe (1840), Delle Chiäje (1841) und Müller & Troschel (1842) aufgefasst haben. Man kann demgemäss an ihnen eine Basis, einen Schaft und eine Krone unterscheiden. Die Krone wird von den später zu beschreibenden Stachelchen gebildet, während die Platte selbst die Basis und den Schaft des Paxillus darstellt. Der Schaft hat die Gestalt eines dicken, nieder- gedrückten Cylinders, der aber meistens nicht drehrund bleibt, sondern, genauer gesagt, die Form eines niedrigen, bald hexagonalen. bald pentagonalen, bald tetragonalen Prismas mit abgerundeten Kanten annimmt. In Folge dessen stellen die Paxillenschäfte von oben gesehen ein Pfiasterwerk dar, in welchem die einzelnen polygonalen Stücke des Pflasters also die oberen Flächen der Prismen) durch schmale Furchen von einander getrennt sind. Die obere Endfläche des Schaftes ist fast ganz flach abgestutzt und dicht mit zahl- reichen, feinsten Gelenkwärzchen für die Einlenkung der die Krone bildenden Stachelchen besetzt. Diese Wärzchen stehen sowohl in geschlossener Reihe ringsum am ganzen Rande der Endfläche als auch in gleicher Dichtigkeit und, annähernd in concentrische Reihen ge- ordnet, auf dem ganzen übrigen Räume der Endfläche. An seinem unteren Ende verbreitert Chaetaster longipes. -i i i sich der Schaft zu einer ziemlich dicken Basalplatte, deren untere (innere) Fläche leicht ge- wölbt gegen das Innere des Armes gerichtet ist. Die Basalplatte ist nur wenio- breiter als der Schaft. Bei einem erwachsenen Exemplare 'Nr. 5) z. B. hatte die Basis der grössten Paxillen des proximalen Armabschnittes einen Durchmesser von 1.3 mm, während der Schaft einen Querdurchmesser von 1 — 1,2 mm darbot; die Höhe des ganzen Paxillus maass ebenfalls 1,3 mm, und davon kam mehr als die Hälfte (0,75 mm) auf die Höhe des Schaftes. Der Umriss der Basis stellt ein abgerundetes Hexagon dar, dessen Ecken als ganz kurze Lappen vortreten. Mit Hülfe dieser Randlappen nähern sich die Basen der benachbarten Paxillen einander, während zwischen den liandlappen eine kleine Skeletlücke entsteht, die für die Aufnahme je einer Papula bestimmt ist. Von den sechs Randlappen einer jeden Paxillenbasis fallen zwei einander entgegengesetzte in die Richtung der Längsachse des Armes, die vier anderen sind paarweise quer zur Längsachse des Armes gerichtet. Betrachtet man ein Stück des dorsalen Armskeletes von innen her, so bemerkt man noch eine zweite Sorte von Skeletelementen, die in seinen Aufbau eintreten. Fast überall, wo sich zwei Randla])i)en der Basis zweier benachbarter Paxillen einander bis zur Berührung nähern, sitzt ein kleines Skeletplättchen, das etwa 0,3 — 0,4 mm breit ist und mit seinem längeren. 0.7 — 0,8 mm messenden Durchmesser in das Lmere des Armes vorspringt. Dieses Plättchen hat eine längliche, ungefähr birnförmige Gestalt und ist mit seinem einen dickeren Ende zwischen die beiden sich berührenden Randlapjjen der Paxillenbasen eingekeilt. Des Näheren ist die A'ertheilung dieser Plättchen eine solche, dass sie immer nur an den queren Randlapjjen der Paxillenbasen (Taf. 9, Fig. 25) auftreten, dagegen an den in die liängs- richtung des Armes fallenden Randlappen fehlen. Die Paxillen derselben Längsreihe ver- binden sich also ohne Vermittlung derartiger Plättchen unmittelbar miteinander; dagegen er- folgt die Verbindung eines jeden Paxillus mit den Paxillen der beiden angrenzenden Längs- reihen durch Vermittlung von jederseits zwei, im Ganzen also vier Plättchen; ebenso wird die Verbindung der jüngsten Paxillenreihe mit den oberen Randplatten durch solche Plättchen hergestellt. Gaudky (1851) hat zuerst auf diese »supplementären« Plättchen des Rücken- skeletes aufmerksam gemacht. Auch Viuuier (1879) hat ihnen Beachtung geschenkt und ihre Anordnung zutreffend geschildert: wenn er aber dabei A'eranlassung nimmt, die Abbildung, welche Gaudry von ihrer Anordnung gegeben hat, zu tadeln und als fehlerhaft zu bezeichnen, so kann das nur auf einer zu flüchtigen Betrachtung jener Abbildung l)eruhen. Die supple- mentären Plättchen gehören in die Gruppe der von Perkier (1893) als Reticularia, von mir*) auch als Connectiv plättchen bezeichneten Skeletelemente, die sowohl als transversale als auch als longitudinale auftreten können ; bei der vorliegenden Art sind nur transversale, aber keine longitudinalen vorhanden. In ganz ähnlicher Weise wie die Rückenseite der Arme ist auch der Scheibenrücken mit Paxillen besetzt, deren flacher Gipfel bei erwachsenen Thieren bis zu 80 Glasstachelchen 1) In meiner Bearbeitung der Echinodermen in Bkoxk's Klassen und Ordnungen p. .'i 40. JiJO . Chaetasteridae. trägt. ViGuiER behauptet, dass die Paxillen des Scheibenrückens kleiner seien als die des Armes ; doch trifft diese Angabe, M'ie aus einem Blick auf unsere Fig. 28 (Taf. 9) hervorgeht, kaum zu, da ein bemerkenswerther Grössenunterschied thatsächUch nicht vorhanden ist. Auch kann ich der anderen, schon von Müllek & Troschel herrührenden und von Viguier wiederholten Behauptung, dass die Anordnung der Paxillen des Scheibenrückens unregelmässig sei, nicht ganz zustimmen, denn man kann sowohl die primären Interradialplatten als auch die primären Ha dialplatten ohne besondere Schwierigkeiten iinter den übrigen Platten heraus- finden (Taf. 9, Fig. 28). Die primäre Eadialplatte kennzeichnet sich dadurch, dass die erste paarige Querreihe der Dorsolateralplatten an ihr endigt. Zwischen den beiden ersten paarigen dorsolateralen Querreihen eines jeden Armwinkels liegt nun aber noch eine unpaare Reihe von Dorsolateralplatten. die an der später zu besprechenden unpaaren oberen Randplatte be- ginnt und genau in die Richtung des Interradius fällt. Scheitelwärts gabelt sich diese Reihe (Taf. 9, Fig. 28) und umfasst hier mit den beiden Aesten der Gabelung die primäre Inter- radialplatte, und im Interradius des Steinkanales überdies die Madreporenplatte. Dass es sich in den soeben dafür angesprochenen Platten in Wirklichkeit um die primären Radial- und Interradialplatten handelt, geht aufs Sicherste aus der Untersuchung halbwüchsiger und jugend- licher Thiere hervor. Bei dem Exemplar Nr. 8 z. B. (Taf. 9, Fig. 27) zeichnen sich diese zehn primären Platten ausser durch ihre Stellung auch durch ihre verhältnissmässige Grösse vor allen anderen Platten des Scheibenrückens aus. Erst später bleiben sie im Wachsthum um soviel zurück, dass sie von den dann schneller wachsenden secundären Platten ihrer Umgebung in der Grösse eingeholt werden. Jetzt aber sind die secundären Platten entsprechend ihrem jüngeren Alter noch durchweg kleiner als die primären. Dadurch wird es auch möglich, die fast genau im Mittelpunkte gelegene primäre Centralplatte aufzufinden. Sie liegt un- mittelbar dem After an , der sich in nächster Nähe des Scheibenmittelpunktes befindet und noch von drei anderen, im Ganzen also von vier Platten umstellt ist (Taf 9, Fig. 27). Dieses Verhältniss, dass der ^Vfter von vier verhältnissmässig grossen Platten umgeben wird, bleibt sehr häufig im erwachsenen Thiere bestehen, sodass man auch dort meistens im unmittel- baren Umkreis des Afters einen Kranz von vier grossen Paxillen antrifft; indessen ist das dennoch für das erwachsene Thier kein constantes Merkmal, denn es kommt auch vor, dass der After des erwachsenen Thieres (Taf. 9, Fig. 28) von einer grösseren Paxillenzahl umgeben wird. Stellt man den halbwüchsigen Seestern so, dass der After bei der Rückenansicht nach vorn liegt, so befindet sich die Centralplatte etwas nach hinten und links vom genauen Mittelpunkte der Scheibe. Orientirt man den erwachsenen Seestern ebenso, so findet man gleichfalls nach hinten und ein wenig nach links vom After eine Platte, die sich zwar jetzt nicht mehr durch ihre Grösse auszeichnet, aber dennoch durch ihre Stellung sich als die vom jungen Thiere übernommene Centralplatte zu erkennen giebt (Taf. 9, Fig. 28). Zwischen der Centralplatte und den das Scheitelfeld begrenzenden primären Radial- und Interradialjilatten liegen bei dem halbwüchsigen Thiere sehr viel weniger und auch merklich kleinere Platten als beim erwachsenen. Nicht minder ist bemerkenswerth. dass im Armwinkel eine unpaare _Cliaetaster longipes. I J.^ dorsolaterale Queneihe jetzt noch nicht entwickelt ist. sondern sich zwischen jede primäre Interradialplatte und die unpaare obere Randplatte nur ein Paar von Platten einschiebt, das offenbar identisch ist mit den beiden Platten, die auch beim alten Thiere unmittelbar nach aussen von jeder primären Interradialplatte liegen und dort die obenerwähnten Gabeläste der unpaaren dorsolateralen Querreihe aufbauen helfen. Ganz zweifellos wird unsere Deutung der primären Skeletstücke des Scheibenrückens aber erst dann, wenn wir noch jüngere Thiere zu Rathe ziehen. Bei dem jüngsten der mir vorliegenden Exemplare (Nr. 1 Ti ist der Scheibenrücken f;ist lediglich von den pri- mären Platten gebildet. Die primären Radialia und Interradialia stellen in geschlossener An- einanderlagerung ein Pentagon dar, dessen Ecken von den Radiali cn und dessen Seitenmitten von den Interradialien eingenommen werden. Im Scheitelfelde selbst liegt eine unverkennbare grosse Centralplatte und in deren Umkreis in der Richtung der Radien fünf kleinere, unter sich un- gleich grosse, jüngere Platten, die Centroradialia, welche die von Perrier (1894) im Vergleiche mit dem Kelch der Crinoideen sogenannten Infrabasalia darstellen (Taf. 9, Fig. 26). Andere secun- däre Platten als diese fünf sind jetzt im Scheitelfeld überhaupt noch nicht vorhanden. Später, wenn die secundären Platten im Scheitelfelde immer zahlreicher geworden sind, fällt es schwer und ist schliesslich nicht mehr mit Sicherheit möglich, die fünf ersten unter den ganz ähn- lichen übrigen herauszufinden; doch gewinnt man z. B. noch bei Thieren von der Grösse unseres Exemplares Nr. 8 den Eindruck, als persistirten die fünf ersten secundären Platten des Scheitelfeldes in den in der Fig. 27 (Taf. 9) durch eine punktirte Linie miteinander ver- bundenen fünf Platten; es wäre aber auch möglich, dass sie in der Nähe des Afters verblieben und hier unter leichter Lageverschiebung zu den in derselben Figur durch eine ununterbrochene Linie miteinander verbundenen fünf Platten würden — eine Frage, die nur an einem noch reicheren Material von jungen Thieren, als es mir zu Gebote stand, entschieden werden kann. Die beiden bei dem halbwüchsigen T'hiere nach aussen von jeder primären Interradialplatte gelegenen Platten sind bei unserem jüngsten Exemplare auch schon angelegt, berühren sich aber in der Interradiallinie noch nicht, sodass jetzt noch die primäre Interradialplatte bis zur unpaaren oberen Randplatte reicht; nur in demjenigen Interradius, in dem sich später die Madreporenplatte, die ich jetzt noch nicht sicher sehen kann, entwickelt, ist die primäre Inter- radialplatte etwas kleiner geblieben und etwas weiter von der unpaaren oberen Randplatte ab- gedrängt. Aus einem Vergleiche des jüngsten Thieres mit dem halbwüchsigen und erwachsenen (Taf. 9, P'ig. 27, 28) geht endlich auch noch hervor, dass man in jenem nach aussen von der pri- mären Interradialplatte auftretenden Plattenpaare die ersten Platten der ersten dorsolateralen Paxillen-I>ängsreihe des Armes vor sich hat; beim erwachsenen Thiere biegt sich diese Längs- reihe (wie ich das in der Fig. 28 (Taf. 9( angedeutet habe) im Armwinkel bogenförmig nach der Interradiallinie hin. was mit der aucli an den Randplatten des Armwinkels auftretenden engen Zusammendrängung im Einklänge steht. Schliesslich ist in Betreff des Rückenskeletes der Scheibe noch zu bemerken, dass sich an dessen Innenseite ganz wie in den .Vrmen auch supplementäre Plättchen (= transversale \i\^ Chaetasteridae. Connectivplättchen) anlagern, jedoch nur rechts und links von der Reihe derjenigen Platten des Scheitelfeldes, die in gerader Verlängerung der radialen Mittelreihe des Armrückenskeletes liegen und bis zum After hin verlaufen. Ob auch schon bei jüngeren Thieren diese Hülfs- plättchen vorhanden sind und in welchem Alter des Thieres sie zuerst auftreten, habe ich bei dem immerhin geringen Material, das mir zur Verfügung stand, weder am Scheiben- noch am Armrücken zu ermitteln gesucht, da ich meine wenigen jungen Exemplare nicht zerstören wollte. Die Stachelchen der Paxillenkronen (Müller & Troschel bezeichnen sie als Borsten) haben einen sehr bemerkenswerthen, bei keinem anderen mittelmeerischen Seestern vorkommen- den Bau, der so auffallend ist, dass man daran allein ein winziges Armstück als sicher zu dieser Art gehörig mit Leichtigkeit erkennen könnte. Die Stachelchen haben beim erwachsenen Thiere eine Länge von 0,3 — 0,46 mm. Jeder Stachel (Taf. 9, Fig. 15, 1(5) besteht aus einem bei allen fast genau gleichlangen (0,15 — 0,16 mm) und halb so dicken (0,07--0,0S mm) Stiel, der das gewöhnliche, maschige Gefüge der Echinodermenskeletstücke zeigt. An seinem Aussenende setzt sich der Stiel in den eigentlichen Stachel fort, der 1 — 2 mal so lang ist wie der Stiel und sich dadurch auszeichnet, dass er aus durch und durch solider Kalksubstanz besteht, die nirgends von Maschen durchbrochen ist und ebendadurch glashell erscheint. Dieser glashelle Stachel hat die Form eines gestreckten Kegels mit etwas stumpfer Spitze, ^on der aus gewöhnlich einige feine, oberflächliche Längsrinnen nach der Stachelbasis ziehen, aber, noch bevor sie diese erreichen, zu verstreichen pflegen ; die Stachelspitze sieht in Folge dessen längsgekerbt aus. Der basale Theil des Stachels ist häufig, aber keineswegs immer mit einer grossen Menge kleinster Dörnchen besetzt, die seine sonst glatte Oberfläche rauh machen. Da der eigentliche Stachel sich leicht von seinem Stiel ablöst, und man deshalb oft Stiele zu sehen bekommt, die ihren Stachel verloren haben, so könnte man auf die Meinung kommen, der Stachel sei ein besonderes, aut den Stiel eingepflanztes Skeletstück. Dieser Ansicht ist denn auch Delle Chl4je (1841), der einzige Forscher, der den eigenthümlichen Bau der Stacheln bemerkt hat (s. auch Delle Chiaje's Abbildung Taf. 171, Fig. 22), thatsächlich gewesen, denn er lässt den unteren kürzeren Theil des Stachels (unseren Stiel) mit dem zugespitzten, hyalinen, leicht ab- fallenden Endabschnitt durch eine Art Gelenkkapsel verbunden sein. Bei näherer Untersuchung überzeugt man sich aber bald, dass dem nicht so ist, dass vielmehr Stiel und Stachel zusammen ein einheitliches Skeletstück bilden ; man sieht die Kalkstäbe, die den Stiel aufbauen , sich unmittelbar in die Substanz des glashellen eigentlichen Stachels fortsetzen. Wahrscheinlich besitzt auch der von Peerier (1875) beschriebene Ch. nodosus ähnlich oder ebenso ge- baute Stacheln, da Perrier sie als durchscheinend bezeichnet, und ebenso scheint sich der aus dem südchinesischen Meere von Bell erwähnte Ch. moorei^) zu verhalten, da Bell angiebt, dass seine Armplatten feine , glasige Stacheln tragen ; dagegen sind bei anderen Seestern- Gattungen, soweit ich mich erinnern kann, noch niemals solche Glasstacheln angetroff'en worden. 1) Bell, F. Jeffrey, On the Echinoderms collected etc. Macelesfield Bank, Proc. Zool. Soc. London 1S94, 104—405. Chaetaster longipes. 14^ Da die Bestachelung der oberen und unteren Randplatten, der Ventrolateralplatten und bei jungen Thieren aucb der Terminalplatten ebenfalls aus solchen Glasstacheln gebildet wird, wie wir sie soeben von den dorsalen Paxillen kennen gelernt haben, so wollen wir gleich an dieser Stelle noch einiges Nähere über die Bestachelung aller dieser Platten bemerken. Die auf den oberen Randplatten stehenden Glasstacheln sind bei den erwachsenen Thieren diu-chweg erheblich kürzer als die der dorsalen Paxillen, indem sie nur 0,17 — 0,19 mm an Länge messen, Avovon kaum mehr als die Hälfte (0,09 — 0,1 1 mm) auf den glasigen, eigent- lichen Stacheltheil kommt; doch kommen dazwischen auch bis 0,3 mm lange vor, deren Stachel- stück 0,18 mm an Länge misst. Das Stachelstück ist nur selten schlank zugespitzt, meistens von stumpf abgerundeter, gedrungener Form und oft auf dem basalen Theile mit Dornspitzchen besetzt (Taf. 9, Fig. 18, 20). Ganz ebenso verhalten sich in Grösse und Form die Glasstacheln die auf den unteren Randplatten sitzen (Taf. 9, Fig. 1 9j. Auf den ventrolateralen Platten finden sich dieselben Stacheln, nur nehmen sie hier gegen die Ambulacralfurchen hin an Länge wieder allmählich zu. Am grössten sind sie in der auf der Ventrallläche der Adambulacralplatten stehenden (subambulacralen) Stachelgruppe; hier erreichen sie (Taf. 9, Fig. 17 eine Länge von 0,64 mm, wovon 0,52 mm auf den Stacheltheil und 0,12 mm auf den Stiel kommen. Aus allen angegebenen Maassen erhellt, dass die verschiedene Länge sämmtlicher Glas- stacheln fast ganz oder doch vorwiegend auf Rechnung des eigentlichen Stacheltheiles kommt während der Stiel nur geringe Längenunterschiede zeigt. Bei den jungen Thieren sind die Glasstacheln (Taf. 9, Fig. 21 — 24) viel schlanker und zarter als bei den erwachsenen. Die stumpfen, plumpen Formen, die wir bei den alten Thieren nament- lich auf den Randplatten fanden, fehlen noch ganz, sodass man zu der Annahme gedrängt wird, dass jene plumpen Stacheln erst später dadurch entstehen, dass die erstgebildeten, schlanken Stachelspitzen abbrechen und durch plumpere, kürzere Spitzen ersetzt werden. Daraus erklärt sich auch, warum man diesen plumpen Stacheln vorwiegend auf den Randplatten des alten Thieres begegnet; denn hier sind die Stacheln in hohem Grade der Gefahr ausgesetzt, durch Be- rührung mit anderen Thieren und mit harten Gegenständen der Aussenwelt ihre feinen, ur- sprünglichen Spitzen zu verlieren. Auf der Terminalplatte, wo diese Gefahr am allergrössten ist, gehen die anfänglichen Stacheln sogar schliesslich ganz verloren. Beim jungen Thiere (z. B. Nr. 9 vmd 11) aber haben die Stacheln der Terminalplatte eine Länge von 0,18 bis 0,29 mm, wovon 0,7 mm auf den Stiel kommen; es sind hohe, sehr schlanke Kegel, die mit einfach abgerundeter Spitze entügen und oberflächlich völlig glatt erscheinen. Ebenso ver- halten sich bei jungen Thieren die Stacheln der Paxillenkronen , doch mit dem Unterschiede, dass sie bereits die Länge von 0,3 — 0,45 mm erreichen, also in der Länge den Paxillenstacheln der alten Thiere gleichkommen. Demnach muss bei Stacheln, die, ohne abzubrechen, vom jungen Thiere bis in das alte Thier fortbestehen, vorzugsweise ein Dickenwachsthum statt- finden, und erst mit diesem Dickenwachsthum treten dann auch die Längsriffelungen der Stachelspitze und die feinen Dörnchen der Stacheloberfiäche auf, die den jungen Stacheln durchweg fehlen. Zool. Station z. Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Seesterne. | y \ 46 Chaetasteridae. Zwischen den Stacheln der jungen Thiere trifft man auch hier und da auf jüngere Ent- wickeln ngsstadien der Stacheln, welche lehren, dass die erste Anlage des ganzen späteren Stachels, wie ich das zuerst hei Asterina gefunden, ein sechsspeichiges Rädchen von 0,04 mm Querdurchmesser darstellt (Taf. 9, Fig. 24), auf dem sich ein centraler und drei peripherische, senkrechte Kalkstäbe erheben. Der centrale Stab wächst viel rascher und bildet mit seinem Endabschnitt schliesslich den eigentlichen Glasstachel, während die drei peripherischen Stäbe sich durch quere Verbindungsstäbe unter Maschenbildung mit dem centralen in Zusammenhang setzen und so den jungen, anfänglich immer dreikantigen Stiel liefern, der sich erst später durch secundäre Kalkstäbe verdickt und rundet. Mitunter sieht man an jungen Stacheln die distalen Enden der drei peripherischen Stäbe als kurze, hakenförmige Spitzen aus dem oberen Stielende heraustreten (Taf. 9, Fig. 23). Die Papulae, die Grube (1840) zuerst bemerkt hat, sind auf dem Rücken der Arme so angeordnet, dass an jeder Seite der hexagonalen Basis eines Paxillus je eine isolirte Papula in der dort befindlichen Skeletlücke (s. p. 141) sich in Gestalt eines einfach fingerförmigen, dünn- wandigen Bläschens erhebt, das mit seinem kegelförmig abgerundeten Ende die Höhe der Paxillen erreicht oder ein Avenig überragt. In Folge dieser regelmässigen Anordnung der Papulae zählt man, wie schon Delle Chia.ie (1841) richtig angegeben hat und auch Müller & Troschel (1842) in ihrer betreffenden Abbildung dargestellt haben, im Umkreis eines Paxillus sechs in ziemlich gleichen Abständen stehende Papulae. Delle Chiaje schreibt den Papulae (seinen »Rückenfüsschen«), die oben auf dem Armrücken stehen, eine lanzettförmige, dagegen den mehr an den Seiten, also in der Nähe der oberen Randplatten befindlichen, eine keulen- förmige Gestalt zu. Indessen kann ich mich von einer solchen Differenz nicht überzeugen, denn, soweit ich sehe, haben alle Papulae dieselbe oben beschriebene Form. Bei näherer Untersuchung fand ich ferner, dass die Papulae, worauf bis jetzt noch von keiner Seite geachtet worden ist, keineswegs über die ganze Dorsalseite des Thieres verbreitet sind, sondern sich auf fünf voneinander getrennte radiäre Bezirke, sog. Papularien, beschränken. Jedes Papularium beginnt bei den jüngeren (Taf. 9, Fig. 27) wie bei den alten Thieren distal von einem durch die Verbindungslinien der fünf ersten Radial- und der fünf ersten Inter- radialplatten bestimmten Scheitelfelde, welches selbst durchaus der Papulae entbehrt. Von diesem papulafreien Scheitelfelde gehen in der Richtung der Interradien fünf ebenfalls papula- freie Streifen aus, die bis an die oberen Randplatten reichen und hier an der unjiaaren und an der dieser benachbarten ersten paarigen oberen Randplatte endigen. Jeder papulafreie Interradialstreifen hat also (bei den erwachsenen Thieren) die Breite der drei Paxillenreihen, die sich vom Scheitel zu den drei den Armwinkel einnehmenden oberen Randplatten hinziehen. Durch diese interradialen papulafreien Bezirke sind die proximalen Enden der fünf Papularien völlig voneinander getrennt. Nach der Armspitze hin endigt das Papularium in einem Ab- stände von der Terminalplatte, der genau dem distalen Ende der jederseitigen ersten dorso- lateralen Paxillen-I>ängsreihe entspricht. Von da an also, von wo ab die radiale Paxillenreihe rechts und links in unmittelbare Berührung mit den oberen Randplatten tritt, fehlen die Pa- Chaetaster longipes. 147 pulae. Ebenso fehlen sie in der ganzen übrigen Länge des Armes zwischen den oberen Rand- platten und der ihnen zunächst liegenden äussersten (= jüngsten) dorsolateralen Paxillen- Längsreihe. Schon bei jungen Thieren, deren Armradius erst 9 mm beträgt (Nr. 9), lässt sich die soeben dargelegte Vertheilung der Papulae wahrnehmen; in distaler Richtung endigt hier jedes Pnpularium an der 10. Radialplatte in einem Abstände von 2,5 mm von der Armspitze. Bei noch jüngeren Exemplaren (z. B. Nr. 10 und 11) konnte ich die Papulae überhaupt noch nicht mit Sicherheit erkennen, wie sie denn auch bei jenem nur wenig älteren Thiere (Nr. 9) ihre spätere Grösse noch nicht erlangt haben, sondern nur ganz niedrige dünne Hautausbuch- tungen darstellen. Bei halbwüchsigen Exemplaren (z. B. Nr. 8) sind sie aber schon recht deutlich ausgebildet und ordnen sich auch hier in der angegebenen Weise; mit seinem distalen Ende reicht hier jedes Papularium bis auf einen Abstand von 5,5 mm von der Armspitze. Auffallend ist, dass die interradialen papulafreien Streifen bei jungen und halbwüchsigen Thieren (Nr. 8 und 9) relativ schmäler sind, als bei den erwachsenen, indem die Papulae niu zwischen den von der ersten Interradialplatte zur unpaaren oberen Randplatte ziehenden Paxillen fehlen. Mir scheint das darauf hinzuweisen, dass an diesen Stellen später ein Einschub von Paxillen stattfindet, der die interradialen papulafreien Streifen verbreitert. Die schon von Grube (1840) und Müller & Troschel (1842) unterschiedenen, aber nur von Viguier (1879) etwas näher beschriebenen, abgerundet vierseitigen Randplatten nehmen als zAvei Längsreihen leichtgewölbter Platten die Seiten der Arme ein, indem sie die Paxillen des Rückens von den paxillenförmigen Ventrolateralplatten trennen. In der Rücken- ansicht sieht man nur die oberen, in der ventralen Ansicht nur die unteren Randplatten. Dass unser Seestern fast drehrunde Arme besitzt, also eine deutliche, die Rückenseite Von der Bauch- seite trennende Kante nicht vorhanden ist, kommt wesentlich dadurch zu Stande, dass sich die oberen und unteren Randplatten nicht mit ihren inneren Flächen aufeinanderlegen, sondern nur mit ihren Aussenrändern zusammenstossen. Obere und untere Randplatten stehen also aufgerichtet (und nur wenig gebogen) übereinander. Dabei greift sogar der Aussenrand der oberen Rand- platte ein wenig über den Aussenrand der unteren. Ferner greift jede obere und untere Rand- platte mit ihrem adoralen Rande über den aboralen der nächsten obei'en, bez. unteren Platte. Von den benachbarten Rücken- und Bauchplatten unterscheiden sich die Randplatten durch ihre Anordnung und durch ihre Grösse. Letztere misst im proximalen Armabschnitt er- wachsener Thiere bis 1,5 mm an Breite und bis 1,3 mm an Länge. Die Platten sind also etwas breiter als lang; doch wird daran nicht immer festgehalten, denn man findet auch solche, die ebenso lang wie breit sind. In der Nähe der Armspitze überwiegt an den oberen Rand- platten, wie schon Viguier hervorgehoben hat, stets die Breite über die Länge. Das Gleiche ist an beiden Reihen der Randplatten in noch stärkerem Maasse in den Armwinkeln der Fall. Auch legen sich in der Nähe der Armspitze die oberen Randplatten immer mehr horizontal, um so die Mittelreihe der dorsalen Paxillen zu erreichen. Die 3 oder 4 letzten oberen und unteren Randplatteu liegen an und unter den Seitenrändern der Terminalplatte. Obere und untere Randplatten sind durchweg von gleicher Grösse, nur in der Nähe der Armspitze sind die 19* J4§ Chaetasteridae- oberen grösser (breiter) als die unteren. Meistens liegen die oberen und unteren genau über- einander, doch kommen hier und da auch Verschiebungen dieser regelmässigen Anordnung vor, was sich schon daraus ergiebt, dass durchweg bei alten und jungen Thieren die Zahl der unteren Randplatten um 1 oder 2 grösser ist als die Zahl der oberen. An vernarbten Wunden und an Regenerationsstellen abgebrochener Arme ist die Anordnung der Randplatten stets mehr oder weniger unregelmässig. Oberflächlich trägt jede Randplatte eine fast ihre ganze Aussenseite einnehmende und nur den Rand freilassende niedrige, flache Erhebung (= Verdickung) von gewöhnlich ab- gerundet vierseitigem Umriss, die mit den uns schon bekannten kleinen Glasstacheln (s. p. 1 45) dicht besetzt ist. Auf diese Weise erhalten auch die Randplatten, in Aehnlichkeit mit den Ventrolateralplatten, eine paxillenförniige Gestalt. In der Nähe der Armspitze findet man bei alten Thieren, dass oft die ganze Bestachelung der Randplatten abgerieben und abgescheuert ist, während sie bei jüngeren Thieren nirgends fehlt. Die Zahlen, in denen die oberen und unteren Randplatten auftreten, sind ent- sprechend der geringen Grösse der Platten und der Länge der Arme verhältnissmässig hoch. So zählte ich bei einem Exem^ilare von 72 mm Armradius (Nr. 4) 60, bei einem anderen von 69 mm Armradius (Nr. 5) 58 und bei einem Exemplare von 58 mm Armradius (Nr. 6) 48 obere Randplatten und jedesmal I oder 2 untere mehr. Bei den halbwüchsigen Thieren (Nr. 7 u. S) sind 27 bez. 22 obere vmd 28 bez. 24 untere Randplatten vorhanden. Von den jungen Thieren hat Nr. 9 13 obere und 15 untere, Nr. 10 12 obere und 14 untere und Nr. 11 erst 6 obere und 7 untere Randplatten. Dabei habe ich in allen diesen Zählungen die impaare Platte, von der nachher die Rede sein wird, nicht mitgezählt. Zu der in Millimetern ausgedrückten Länge des Armradius verhält sich die Zahl der oberen Randplatten bei jungen Thieren z. B. Nr. 9 — 11; wie 1 : 0,7, bei erwachsenen (z. B. Nr. 4 — 6) wie 1 : 1,1^ — 1,2. Der Armradius misst also anfänglich kaum dreiviertelmal soviele Millimeter, wie obere Randplatten da sind, und schliesslich fast einundein viertelmal soviele. Oder mit anderen Worten : die Zahl der oberen Randplatten nimmt langsamer zu als die Länge des Armes. Während R von 4,5 bis 72 mm gewachsen ist, sich also auf das Sechzehnfache ver- grössert hat, hat die Zahl der oberen Randplatten eine Vermehrung von 6 auf 66, also nur auf das Elffache erfahren. Von besonderem Interesse, namentlich für die Feststellung der Verwandtschafts- beziehungen der vorliegenden Art, scheint mir der von allen bisherigen Forschern völlig über- sehene Umstand zu sein, dass in jedem Armwinkel genau in der Richtung des Interradius eine unpaare obere und darunter eine unpaare untere Randplatte vorhanden ist. Dass sie bisher so gänzlich übersehen werden konnte, erklärt sich wohl daraus, dass sie bei der engen Zusammenschiebung, welche die Randplatten überhaupt in den Armwinkeln der erwachsenen Thiere erfahren haben, nicht ohne Weiteres ins Auge fällt, und dass junge Thiere den früheren Forschern nicht vorgelegen haben. Bei jungen Thieren bemerkt man die unpaare (obere und untere) Platte sofort, und hat man sie dort einmal gesehen, so fällt es nicht schwer, sich auch Chaetaster longipes. 149 beim alten Thiere von ihrer Anwesenseit mit aller Bestimmtheit zu überzeugen. Durch ein auf- merksames Studium der den Armwinkel einnehmenden Skeletstücke ergiebt sich sowohl an der E-ücken- wie an der Bauchseite des erwachsenen Thieres, dass oben und unten eine Rand- platte so liegt, dass sie von der Interradialebene halbirt wird. Am Rücken zieht nach aussen von der primären Interradialplatte genau in interradialer Richtung eine unpaare Reihe von allmählich kleiner werdenden Paxillen zum Scheibenrande und endigt hier an der unpaaren oberen Randplatte (s. p. 142). Ebenso führt die unpaare interradiale Reihe der Ventrolateral- platten zur unpaaren unteren Randplatte (s. p. 151). Dorsal liegt zwischen der ersten Interradial- platte und dem Anfange der zur unpaaren oberen Randplatte führenden interradialen Paxillenreihe ein Paar von Paxillen, das älter ist als jene Reihe. Daher kommt es, dass bei halbwüchsigen Thieren (z. B. Nr. S), bei denen jene interradiale Paxillenreihe noch fehlt, nicht eine, sondern zwei Paxillen an die unpaare obere Randplatte anstossen und den ganzen Zwischenraum zwischen ihr und der ersten Interradialplatte einnehmen (s. p. 143). Bei dem jüngsten Exem- plare (Nr. 11) ist dieses Paxillenpaar eben erst angelegt und es berühren sich seine Anlagen noch nicht in der Interradiallinie , sodass hier noch die erste Interradialplatte unmittelbar an die unpaare obere Randplatte angrenzt (s. p. 143). Letztere ist bei den jungen Thieren auch noch nicht wie später breiter als lang, sondern umgekehrt länger als breit; ein Verhalten, das übrigens auch für cUe paarigen Randplatten des jungen Thieres zutrifft. Ferner ist bei den jungen Thieren an den sämmtlichen Randplatten die mit den Stachelchen besetzte Erhebung der äusseren Platten- obeiüäche noch ziemlich schmal, sodass sie wie eine Leiste aus der Platte hervortritt (s. p. 148). Die Terminalplatte, die Grube (1840) als eine gewölbte, steinige Warze an der Arm- sjiitze beschrieb, zeichnet sich durch ihre Grösse und ihre annähernd halbkugelige Gestalt aus. Bei jungen Thieren (Nr. S — 11) nimmt sie die ganze, 1,25 — 1,5 mm betragende Breite der Armspitze ein. Bei erwachsenen betheiligen sich avich die letzten Randplatten an der Bildung der Armspitze; die Terminalplatte wird zugleich von den jederseitigen drei letzten oberen Randplatten dorsahvärts in die Höhe gedrängt; sie tritt dadurch deutlich mit ihrer stark ge- wölbten, fast halbkugeligen, dorsalen Oberfläche über die beiderseitigen drei letzten oberen Randplatten hervor. Isolirt man sie bei einem erwachsenen Exemplare, so bietet sie in der Rückenansicht einen fast kreisrunden Umriss dar und misst an Länge 1,69, an Breite 1,77 mm. Ihre dorsale Oberfläche ist namentlich in der Nähe der oberen Randplatten mit dicht stehen- den, sehr kleinen und sehr flachen Höckerchen besetzt, die auf dem Gipfel der Platte mehr oder weniger abgescheuert sind. Es stellen diese mit der Granulation der Paxillengipfel ganz übereinstimmenden Höckerchen die Insertionswärzchen für die bei den alten Thieren verloren gegangene Bestachelung der Terminalplatte dar, die bei den jungen Thieren (Taf. 9, Fig. 31) wie ein feiner, langer iind dichter Pelz die ganze Oberfläche der Platte bekleidet und aus den uns schon bekannt gewordenen Glasstachelchen besteht. In der Seitenansicht hat die isoHrte Platte eine Höhe von 1,46 mm. Mit ihren nach innen schräg gestellten Seitenflächen ist sie von oben her zwischen die beiderseitigen letzten oberen Randplatten eingekeilt. Am unteren Rande ihrer distalen Seite besitzt sie eine kleine, nur 0,26 mm breite Einkerbung, die sich in eine 150 Chaetasteridae. an der Ventralseite der Platte adoralwärts ziehende und sich allmählich bis auf fast 1 mm verbreiternde Rinne für die Aufnahme des Fühlers, Auges und der jüngsten Füsschen fortsetzt. Die Ventrolateralplatten sind in deutliche Längsreihen und ebenso deutliche Quer- reihen geordnet. Müller Sc Troschel geben bei erwachsenen Thieren ganz richtig drei bis vier Längsreihen an. Wenn sie aber hinzufügen, dass zwei von diesen Längsreihen bis zur Spitze des Armes gehen, so stimmt das nicht ganz. Denn die Plattenreihen endigen in Wirklichkeit etwas früher, sodass genau genommen keine einzige die Armspitze erreicht. Es liegt vielmehr die letzte ventrolaterale Platte (= die letzte Platte der ersten ventrolateralen Längsreihe) z. B. bei meinem Exemplare Nr. 5 zwischen der drittletzten unteren Randplatte und der sechstletzten Adambulacralislatte. Auf die letzte Ventrolateralplatte folgt demnach ein kleiner (etwa 2,5 mm langer), terminaler Armabschnitt, der der Ventrolateralplatten völlig er- mangelt. Noch weniger, als das für die erste ventrolaterale Längsreihe der Fall ist, stimmt die Müller & TRoscHEL'sche Angabe für die zweite Längsreihe. Bei meinem Exemjalare Nr. 4 z. B. hört die zweite ventrolaterale Längsreihe an einem Arme schon in der Gegend der 14.— 16. unteren Randplatte auf, sodass von hier an bis zur 65. vinteren Randplatte nur eine einzige (die erste) ventrolaterale Plattenreihe den Raum zwischen den Adambulacralplatten und den unteren Randplatten einnimmt; an einem anderen Arme geht die zweite Längsreihe bis zur 22. unteren Randplatte. Bei dem Exemplare Nr. 2 lässt sich die zweite Längsreihe bis zur 41. unteren Randplatte verfolgen. Bei Exemplar Nr. 4 geht ferner die dritte ventrolaterale Längsreihe bis zur S. — 10. unteren Randplatte, und eine vierte Längsreihe, die nur in der Gegend des Armwinkels in einigen wenigen Platten angedeutet ist, reicht nur bis zur dritten unteren Randplatte. Bei anderen erwachsenen Exemplaren, z. B. Nr. 2, ist eine vierte Längsreihe überhaupt nicht vorhanden. Wenn man also von dieser ganz kurzen, inconstanten , vierten Längsreihe absieht, so kann man sagen, dass bei erwachsenen Thieren im proximalen Arm- abschnitt drei, im mittleren Armabschnitt zAvei und im distalen nur eine ventrolaterale Längs- reihe von Platten zur Ausbildung gelangt sind. Bei jüngeren Individuen ist die Zahl und die relative Länge der ventrolateralen Längs- reihen erheblich geringer als bei den Erwachsenen und nimmt bei ganz jungen Thieren immer mehr ab. So z. B. besitzen die Exemplare Nr. 7 und Nr. 8 erst zwei Längsreihen, von denen die erste bei Exemplar Nr. 7 bis zur zehnten und bei Exemplar Nr. 8 erst bis zur neunten unteren Randplatte geht, während die zweite Längsreihe bei Exemplar Nr. 7 an der vierten und bei Exemplar Nr. 8 schon an der zweiten unteren Randplatte ihr Ende erreicht. Die kleinen Exemplare Nr. 9 — 1 1 besitzen überhaupt erst eine einzige ventrolaterale Längsreihe, die bei Exemplar Nr. 9 nur aus drei und bei Exemplar Nr. 1 1 sogar nur aus einer einzigen Platte besteht. Diese unter allen Ventrolateralplatten älteste Platte, die später zur ersten Platte der ersten Längsreihe wird, füllt bei dem jungen Thiere mit ihrem Gegner das kleine Feld aus, das sich zwischen den Mundeckstücken, der unpaaren unteren Randplatte und den jederseitigen beiden ersten Adambulacralplatten befindet. Aus dem Gesagten geht hervor, dass die erste ventrolaterale Plattenreihe eines jeden Armes an der Interradiallinie mit einer Chaetaner longipes. j r^-l uur ihr augehörigen ersten Platte beginnt. Im Gegensatze dazu ist die erste Platte einer jeden der übrigen (also der zweiten, dritten und vierten) Längsreihe nicht