i^ö;^WW-C w^, '^^^yuwvvi^wwWw^^':^''^ |wvywww^^|'§^^^ i^vv^^^ V^'^^ÄAu^^» ^wrw'w^w^^^- ; \^\V ^ •_■ - ^t-'^'-^^KJ i/^K^w^yvyvs^^p:U 4 '- *^;'v'^V:v .:-•: VC'WU V^^'-/^^^' W^^^^M>ym m\-'.--^:--'- ,^\^--,, JW'V v'JJVw^ fe,--;W^b'^ M/^W ■^;«\' ,'V i'^^ShLA', ^Wij^yWWi ^jysi^Wyvy'* 'Wvj^VU ^^^.'l^^ ^A flgia9iMRi^iSKS^i§ai - W ' W; ^"^^'^^^ . LO o: m LH LH □ 2—; — r^ a m o □ Ni* Beiträge zur Kenntnis der Meeresfauna Westafrikas. Herausgegeben von W. Michaelsen (Hamburg). Band IL Mit 7 Tafeln und lUS Abbildungcni im Text. HAMBURG L. FRIEDERICHSEN & CO. 1916—1918. Alle Rechte vorbehalten. Druck von .1. J. Augnstin in (ilütkstadt and Hamburg;. Inhaltsverzeichnis des II. Bandoj^. Herausgegob en 1916: Seite O, Pesta (Wien), C r ii s t a o e a I : ( ' o p <• p o d a (mit 4 Abbildungen im Text) 1 — 10 H. B ALSs (München) , Cr u s t a e e a II : D e c a p o d a M a c r u r a und Anomura (außer Fam. Paguridaei (mit 16 Ab- bildungen im Text) 11 — 46 H. Balss (München). (Jrustacea III: IStomatopoda 47 — 02 C. Zimmer (München). C r u s t a e e a IV : C u m a c e a u n d 8 c hi z o - p o d a (mit Tafel I und 8 Abbildungen im Text - .... 53 — 66 Herausgegeben 1918: H. AuGENER (Hamburg), Polychacta miit Tafel II — \'lf und 1 iO Abbildungen im Text 67 — 625 ^3'7jö Criistacea I: Copepoda von Otto Pesta (Wten). Mit 4 Abbilduueen im Text. l Micha eisen, Westafrika. Bd. II. Das Material, welche.s diesem Berichte zugTunde liegt, wurde mir von Prot". W. Michaelsex (Hamburg) zur Bearbeitung übergeben. Es stammt vor- nehmlich aus den Sammlimgen der Hamburger deutsch-südweslafrikanischen Studienreise, die Prof. Michaelsen selbst im Jahre 1911 geleitet hat. Ferner sind mehrere Proben einer Kollektion von Garcke, des Kapitäns C. Hupfer und des Rektors Boehler, sowie von Prof. R. G-reeff mit inbegi'iffen. Es handelt sich durchweg um Fundorte aus Westafrika, deren Lage aus der Kartenskizze zu entnehmen ist, welche sich im I. Bande der „Beiträge zur Kenntnis der Meeresfauna Westafrikas", herausgegeben von W. Michaelsex, befindet. Wenn auch durch Th. Scott die Copepoden dieses Meeres (Golf von Guinea, in: Trans. Linn. Soc. London, sor. 2, vol. 6, 1893/-±) schon bekannt gCAvorden sind, so erscheint diese Veröffentlichung deshalb nicht ungerechtfertigt, weil die Fundorte ein ^iel weiter nach Süden reichendes Gebiet umfassen , und weiter auch zwei Formen gefunden wurden , die bisher nicht beschriebenen Harparticiden angehören. Den bekannten Arten sind außer der Notiz über das lokale Vorkommen teils kurze systema- tische Bemerkungen, teils Angaben über die allgemeine geographische Verbreitung beigefügt. Calanoida. Calaniis minor (Claus). Fundangabe: Sü d-Xigi'ria , Lagos: Garcke (K.-Nr. 1713bj. Der Fang enthielt 2 W(>ibchen dieser Art, die nur den kälteren Meeren fehlt. Ccdunoicles brevicornis (Lubbock). Fundangabe: Deutsch-Südwestafrika, Lüd^ritzbucht, pelagisch; W. MiClIAELSEX, 5.— 13. VII. 1911. Zahlreiche Exemplare: die Spezies, durch die in der Seiten- wie Rückenansicht deutlich wahrnehmbare mediane Crista der Stirne leicht er- kennbar, ist aus dem Atlantischen und Indischen Ozean bekannt. 1* 4 f^n-o Pksta. Megacalamis robustfor ((jiiesbrechtj. Fundangabe: Süd-Kigoria, Lagos; (tarcke (K.-Nr. 1713b). 3 W oibflu'ii; von dorn nahe vcrwandton M. r/racüis durch die starko \'erdickuug des ])asalt('ilos der Vordorantennon und dio größere Wölbung der Ventralseite des Genitalsegmentes versehieden. Vndintila vulffaris (Dana). Fundangabe: Süd-Nigeria, Lagos; Garcke (K.-Nr. 1713bj. 3 Männchen und 8 AVeibchen; das 9 ist besonders durch die nach abwärts gebogenen, hackenförmig<'n Fortsätze des letzten Thoraxsegmentes, das cf durch das auffallend geformte 5. Fußpaar charakterisiert. In allen wärmeren Meeren verljreitet. Paraealanus rrassfrosfrfs (Dahl). Fundangabe: Deut.sch-Südwcstafi-i k;» . Lii derirzljucht. pelagisch: W. Micn.vELSEx, .5.-13. VIL 1911. Zahlreiche Fxemj)lare: ausgezeichnet durch das starke, zweizinkige Rostrum, welches bei den anderen Arten der Gattung nur als schlafte Fäden entwickelt ist. 1 )urch I'uompsox und Scott ni^03) auch aus dem Indischen Ozean bekannt. Muchacta nifw/uff (Prestaiidrea). Fundangabe: Süd-Xigeria. Lagos. (Jakcke iK.-Xr. 1713bi. 3 \\ Cibclien und 1 ^lännchen. ScoleeffJirf.r danae (Lubhock.) Fundangabe: S ü d - X igeria , Lagos: G.vrcke iK.-X'r. 17I3bi. Der Fang enthielt nur 15; es ist durch das ..sehaufelfVirmig" zu- laufende Hinterende des (i enitalsegmentes leicht erkeuiibai-. In alh'U wär- meren Meeren vei'breitet. Centrojtatjes ht'ftchiafHS (Dana). Fundangabe: Deutsch-Süd westafrika. Liiderirzl)uc hi . pelagisch: W. MUÜAEESEN, 5. — 13. \'I1. l'Jll. Mehrere cf -\- Q : viu'wandt mit < '. c/iierc/iiae und ti/picxs!, vor allem durch die Asymmetrie der Seitenhacken des letzten Thoraxsegiuentes ge- kennzeichnet. Das X'orkomuieii tlieser An im (iolf \'on (iuinea (Tu. Scott Crustaeea 1: Copepoda. ■ 5 1894) ist in der Gie8]}uecht-Sch.mkil seilen Bearbcitunii der Copepoda Gym- noplea des „Tierreiehes" (1898) nieht aniictuhrr . wolil ab(M- das zitierte Syuonvm mit i'iinMn Fraiii'zciehen versehen. (andaviu vuvta Daua. Fundangabe: Sü d -X iseria, Lagos; Gakcke iK.-Xr. 1713 b). Es liegen nur '1 Weibchen vor: die asymmetrischen Auswüchse auf der Venti'alseite des Genital^egmeutes und die Zacken am Endgliede des 5. Thoraxbeines sind charakteristisch. Die Art ist aus dem Atlantischen Ozean, dem Roten Meer, dem Indischen und Pazilischen Ozean bekannt. Lahidocet'd acntifrons (Dana). Fundangabe: Süd-Nigeria. Lagos: Garcke K.-Xr. 1713b). 5 Männchen imd 4 Weibchen: Stirne mit helmartig vorspringender hoher Crista. ohne gebogene Hacken Avie bei L. acuta. Acciftia africana Steuer. Fundangabe: D eu tscli-Südwestafrika . Lüd. IV.— 2. VII. 1911. Vier Weibchen; Gestalt des 5. Ful-h'S und der Furca siud b<>sonders charakteristisch für diese Art. Crnstacea I : C'opepoda. 7 AnipliUiscus augrapequeiisis u. sp. (Textfig. 2 u. 3«— //.i Fundangabe: Deutsch-Südwestafrika. Lüderitzbuc h t, — 10 iii; W. Michaelsen, :). — 24. VII. 1911. Fig. 2. Ariiphimcus angrapequenais n. sp. Ganzes Tier von der .Seite. Der Fang enthielt 3 Männcheu und 3 A\'eibcheu. Diese Form ist liabituell durch ilu-eu robusten, fast IV2 tum langen, zylindrischen Körper ausgezeichnet [Fig. 2]. Rostrum kräftig entwickelt. Furcaläste länger als breit, etwa im Verhältnis von 2:1:5 [Fig. 3a], Vordei'- autennen normal gebaut, Sgliedrig. Die Hinterantennen tragen am keulen- förmig verbreiterten Ende des letzten Gliedes 3 längere und 2 kurze kräftige Dorne und 4 lange Hackeaborsten. deren Mittelpartie gerippt, bei einer Borste sogar mit deutlichen Zähnen besetzt ist [Fig. 3//]; außerdem befinden sich ö kurze Stacheln am konvexen Seitenraud. Außenast der Hinterantenne 3gliedrig, mit deiulicli ausgeprägtem Mittelglied, Endglied mit einer Seiten- und 3 Apikaiborsten [Fig. oc]. Erster Thoraxfuß des 2 mit 3ghedrigem Außen- und Innenast: MittelgKed des Außenastes nur Avenig länger als die beiden anderen Glieder: Basalglied des Innenastes mit langer Fiederborste nahe dem Ende des Innem*andes [Fig. od\. Erster Thoraxfuß des c/ mit auffallend stark entwickeltem, in der distalen Hälfte leicht sförmig gebogenem Basalfortsatz (ähnlich wie bei A. cincius)\ von den Endklauen des letzten Innenastgliedes die eine halb so lang Avie die andere [Fig. 2>e\. Innenast des 2. Thoraxfußes des cf sehr charakteristisch für die Art [Fig. 3/J. 5. Fuß des Q [Fig. 3. Fuß des Q , c = Furca, d = .'). Fuß de.s Q a n. b nach dem Material von Ilha das Rola.s, c u. d nach Sars. 10 Otto Pesta. Merkmale seiner Exemplare nur individueller Xarnr sind, oder ob sie ciniu" nordischen A'arietät dieser Art cntspredien. Noiodelphyoida. Von dieser Grup})e liefen nur wenige,. verschied(Mien Aseidien ent- nommene Exemplare vor. Da einerseits eine Bestimmung der Spezies in den seltensten Fällen ohne Präparation möglii-h ist. und es andererseits an Vergleichsmaterial vollständig mangelt, können hier nur die Oattungen an- gegeben werden. Es sind drei: yotofielphffs Allinan. Fundangabe: Senegal, Goree, 1 5 -f- 1 (/ aus Microcomnis sene- yalensis Muh.: ('. Hupfer. JJovopililus Thorell s. str. Fundaijgaben: Senegal, Goree, 24 m, 4 9 + 2 cf aus Folymvi>a goreends Mich., 1 iuvcuis ausVi: C. Hupfer. 1 ) e II t s c h - S ü d A^' e s t a f r i k a , S w a k o p m u n d : W. Michaelsex , 1911. Es dürfte sich wahrscheinlich um Jj. pule.v Thorele handeln. Deutsch-Südwestafrika, Lud eritzb u cht — 10 m, 2 S aus Pyura siolonifera iHeller-: AV. Mk uaelsex, liJll. Xotoptei'op/iorK s Costa. Fundaiigaben: Angola, Kiusejnljo, 1 iu^"('^is aus Jfarror/iniiiii cni- golcmum Mich.: C. HupfePv, 189]. Angola. ^lussera. 1 V Notoitfcrophorus aus Sti/cia Ilnpfcrl Mich.: G. HrpFEi;. Crustacea II: Decapoda Macrura und Anomura (außer Farn. Paguridae) von Heinrich Balss (München). Mit 16 Abbildungen im Text. Hicnnit übcrü'cbc ich den (M-steu Teil iiiciniT Jjcarbcituno' clor Dcca- podcn der AVostküsto Afrikas. di(» Xatanfia, Macrura und Anomura mit Ausnahmi' der Faoi. Pagurklae uiiitassciid. drr Ött'entlichkoit. Entspreeliond dem ProsTammc des ^^"('rk^'s und dorn uair vorliogendon reichen Materiah' des Hamburger Museums wurde mir die Litoraltauna des Gebietes zwischen den Kap A'erdeschen Insehi uud der Mündung des ( )ranje-Flusses berück- sichtigt, während die Ticfscc'bcwcdun'r nicht in den JU'rcich der rntersuchung gezogen wurden: ihre N'crbi'eitung folgt ja auch ganz an(h:'ren Uesetzen. Diejenigen marinen Litoralfornien . von denen mir kein Material vorliegt, wurden Avenigstens mit Namen erwähnt. \\'cnig Ijckannt ist noch die ]>rack- wasserfauna unseres (Gebietes, da oft die Etikettierung der Gläsiu- miserer Sammlungen nicht die wünschenswerte Genauigkeit zeigt. h\ di(\ser Be- ziehimg weisen tms(n*e faunistischen Kenntnisse die meisten Lücken atif. Eine Ztisamnnmfassung der tiergeographischen Ergebnisse werde ich erst am Schluss(^ der ganzen Bearbeitung der Di'capoden gebcMi. .M ü u c h e n , Dezember D)14. Natantia Sectio Penaeidea Sp. Bäte Farn. Penaeidae Sp. Bäte Subfam. Penaeinae Alcock Gen. Solenocera Lucas. BdUviKR, 1908, 1). Ni;. De Max, llUl. p. 7 u. -45. Die Gattung umfallt außer einer atlantischen Art noch etwa 8 im Iudo})azihschen Ozean vorkommende Formen. 14 Hkinhkh Bai. SS. Solenocera siithonocet'a Philippi. Solenocera membranacea Buivjeu, 1908, p. b7 (das. Literatur). Solenocera siphonocera Kemi«, 1910, p. 20 Tafel II, Fig. 1 — 8. Fundaiigabe: Si>u(\oal, Gorreo. 23 m; C. Hupfer (1 rf). Weitere geographische Verbreitung: Diese Art wurde zuerst aus dem Mittelmeer bekannt; im Atlantischen Ozean geht sie nördlich bis Irland; südlich Avar sie bis Marokko und den Azoren bekannt. Die ,, Valdivia" hat sie überraschender A\'eise von der Agulhasbank nach- gewiesen. Obiger neuer Fundort am Goree bildet da das erwünschte Zwischenglied. Aucii aus dem t r op i s c h e n A m e r i k a (Golf von Paria, V e n e z u e 1 a) wird die Art erwähnt. Gen. Penaeus Fabr. Alcock, 1906, p. 7. De Man, 1911, p. 90. Von den 4 Arten dieser Gattung, die Fräulein Ratubun (1900, p. 310; von der AVestküste Afrikas aufzählt, sind nur 2 aufrechtzuerhalten, nämlich P. brasiliensis Latk. und P. (■arcunote Risso. Der P. canaticulatus Oliv., der von OsoRio von Benguela erwähnt wird, dürfte niclit auf richtiger Bestim- mung beruhen, da diese Art rein indopazihsch ist; es war wahrscheinlich ein P. caramote Risso. Der Penaeus velufinus Dana, den Miers erwähnt, gehört zur (iattung Penaeopsü M. E. Penaeus brasiliensis Latr. l.EFEBKE, 1908, p 267. A. MiLNE Ei>wARi>s und Bouviek, 1909, p. 235, Tafel G, Fig. 11 u. 12 (das. Literatur). Fut^dangabetK Liberia, (^onalbry; Scherer (Museum München). T o g o ^ Aue c ho; H. Schmidt. Togo, K e t a (Mus. Bremen). Kamerun, D u a 1 a ; v. EnzEX. Ilha de Säo Thome. Sp anis c h - (4 u in ea, Eloby: C Hui'fer. Angola, Säo Paolo de Loando, 7 m. C. Hupfer. Geographische Verbreitung: Penaem hraslUends Latr. ist zuerst aus Amerika bi'kaimt g(;worden , wo er das Gebiet zwischen Newyork und Rio Grande do Sul (Brasilien) bewohnt. In Afrika war er längs der AVostküste bekannt von: Rufisquo (Senegal), Elmina (Goldküste), W'hydah (Dahomey). Er geht jedoch, wie aus obigen Fundorten erhellt, Cnistaeea II : Decapoila. Maunira und Aiiümiira. 15 noch viel weiter nach Süchni. Interessant sind die Mitteilungen von Lefkbre, nach denen er sich an Brack- und Süßwasser anpassen kann und so auch im Innern von Dahomey, im Ahemesco vorkommt. Penaeus carattiote (ßisso). Heller, 1863, p. 2;)-t, Tafel 10, Fig. 7—10. 8ensa, 1903, p. 2.32, Tafel 5, Fig. 1 -4. BouviEK, 190Ga, p. 185. De Max, 1912, p. 248. Fundangaben: Liberia, Kap Mouut, Lagune: (J. Hipfer (1 c/ juv.). Angola, Säo Paolo de Loanda (1 Ex.). 7 m, Salzwasser; C. Hupfer. Geographische Verbreitung: F. car,i/itote Avurde zuerst vom Mittel- meer bekannt; später fand mau ihn auch an der Westküste Afrikas in Mauritanien (Bouviek), Banana (Kongomündung) (De Max), und Benguella i Angola) (Osorio). Gen. Penaeopsis A. Milne Edwards. Metapenaeus Alcock, 1906, p. Iß. Penaeopsis De Max, 1911, p. 8. Die meisten Arten dieser Gattung sind im Indopacitisehen Uzean ver- breitet; im Atlantischen Ozean linden sich nur 3 Species , von denen die eine, we.stafrikanische, mit der ostamerikanischen Küste oemeinsam ist. Penaeopsis puhescens Stimpson. Penaeus piihescens Stimi'Sox, 1S71, p, 133. Penaeus velutinus JVIiek.s, 1881, p. 367. Penaeus velutinus Eathbux, 1900, p. 311. Metapenaeus velutinus Hhlmeb, 1905*. p. 982. Fundat^gaberi: Senegal, Go- re e, 24 m: C Hupfer (1 ?;. Französisch- Kongo, Ga- bun, 19 m, Schlamm: C. Hupfer (1 d). Wegen der Pubescenz des Cephalothorax hake ich diese Fig. 1. Thelyciim von Penaeopsis Stimpsox (aus Afrika). Verg. pubescens 15. IG I1i;im;uii 1{ai> Formen für identisch mit der amerikaniselien Form, die allerdintis noch nicht o(.nüpend beschrieben wurde. Geographische Verbreitung: P. pubesrcjis: ist zuerst von St. Thomas (Wostindieni bekannt geworden: I)Oi mich hat ihn dann von den Kap Verde sehen Inseln erwähnt. Dazu konunen dann die (»bipen Fundorte, sowie OsoKios Angabe: Säo Thome. Gen. Parapenaeopsis Wood-Mason. Ai.i ..( K. i!iO(;. p. ;!4. Die Hau])tverbreirunpischen In(b»pazifischen Ozeans: eini- einzige Art konnnt im .\thuitischen ( )zeaii \nv. Parapenaeopsis affaiitiea IJalss. Hai.ss. 11)14//. ].. :)'.i;i. Fundangaben: (ioldküste, Saltpend, !J m: (\ Hiitku (T •cf"). Fr a n z ö si s c li - K (» u g () , Sett('' ('ama. 13 m. steiniger üoden: Fine vorläufige Beschrei- bung dieser i\rt habe ich (1. c.j gegeb(Mi, eine aus- führliche, mit Abbildungen versehene Mitteilung wird in den Frgebnissen der di'iitschenTiefs(M"-Fxpedition „N'aldivia" erscheinen. Ich l)ihle hier nur das Petasnui ab. das diu-ch seinen sym- meti'ischeii r>au dem 'lypus der Gattung sich anpalir. Geographische Verbreitung : ].)ie .\rt \vui-(li' zuerst in \'iktoria (Kameruni iiiif- gefunden, scheint aljer nach obigen Fundorten längs der ganzem Westküst(Hl(\s tropi- schen Afrikas vorzukeuuuen Vk rctasiiia von /'iirti/><')iaeoj>sis atluntica Bai.s.s: N'cr'rr. (i. Crustacea II : Decapoda, Macrura und Anoinura. 17 Gen. Parapenaeus Smith. Alcock, 190Ö, p. 52. Die Gattung enthält meist das tiefere Wasser bevorzugende Arten. Von Westafrika ist bekannt: Parapenaeus africanus Balss (1913, p. 105) von Swakopmund (D eutseh-Süd westafrika). Gen. Trachypenaeus Alcock. Alcock, 1906, p. 43 n. p. 53. De Man, 1911, p. 87. Diese Gattung enthält außer 4 indopazifischen Arten eine im Atlan- tischen Ozean, die bisher nm* von der amerikanischen Seite gemeldet war und nun — wenn auch in einer Varietät — auch von der afrikanischen Küste her bekannt wird. Fienaeus constrictus Stimpsoii yar. africana iioy. rar. Fundangaben über erwachsene Exemplare : Goldküste, Kap C'oast Castle. 13 m: C. HUPFER. Goldküste.Ad- dah, 11 m, SandgTund: C. Hupfer. Goldküste, Ac- cra. 9 m; C. Hupfer. Togo, Lome, 13 m; C Hupfer. D a h m e y , W h y- da, blauer Lehmgrund; C. Hl'PFER. Gab in da, Lan- dana, 7 m, weicher Sclilammgrund : C. Hi p- FER. Französisch- Kongo, Nyanga- Fluß, 13 m, Sand- gTund; C. Hupfer. 2 Micliaelsen, Westafrika. Bd. IL Fig. 4. Thelycnm von Trachypenaeus constrictus St. var. africana; Vergr. 2 Vi- lg Heinrich Balss, Französisch -Kongo, Loango, 10 m, Sandgrund; C. Hupfer. Angola, Anibriz, 13 m, Sandgrund; C. Hupfek. „ Kinsombo, 13 m; C. Hi pfer. Die afrikanische Varietät unterscheidet sich von der amerikanischen Form nur durch ein etwas anders gebogenes Eostrum und ein anderes Thelycum (Fig. 3 u. 4). Bemerkungen: Die amerikanische Form (Literatur siehe bei Milne Edwards und Bouvier, 1909, p. 232) hndet sich von der Chesapeake Bay und Bermuda bis Portorico und Sombrero und lebt im Litorale. Subfam. Sicyoninae Ortmann. A. MiLNE EDWAiu>r< und B/naJpheus pauhoni senegam- hieiisiK Cout') von den Kap Verde sehen Inseln, eine Lokalform einer sonst im Indopazifischen Ozean verbreiteten Art, Sijnalpheus Parfaiti Coutiere, Synalpheus laevimanus parfaiti Coutiere, 1898, p. 191, Fig. o. Rathhun, 1902, p. HO. „ parfaiti Coi tiere, 1909, p. (M, Fig. 37. Balss, H. 1914a, p. 101. Fundangaben : Goldküste, Prampram; C. Hupfer. Annobön; A. Schultze, T.Oktober 1911. Weitere geographische Verbreitung: Westindien: Portorico, St. Th o m a s. Gen. Ogyris Stimpson. De Max, 1911, p. KVj. Die Gattung enthält 4 Arten, die alle nur selten gefunden werden. •>* ') 1909, p. 92. 20 Heinrich Balss. Ogt/ris oecidentalis Ortmaiiii. Ortmanx, 1893, p. 46, Tafel 3, Fio-. 4. Bai-ss H., 1913, p. 107. Fundangaben: Goldküstc, Acc-ra, 7'/2 in, Schlammgrund: C. Hupfeü. Kamerun, Viktoria, 11 m, Schlammgrund; C. Hupfer. C ab in da, Cabinda, ly^^^ Schlammgrund: C Hupfek. Angola, M u c u 1 a , 7 '/o i^ ? ^- Hupfer log. ,, K i n s o m b o , 13m: C. Hupfeu leg. Geographische Verbreitung: Diese Art wurde von Oim.maxx zuerst von der To cantins-Mün düng beschrieben; später fand sie L. Schultze an der Lüderitzbucht. Wie man aus unseren Fundorten ersieht, ist sie längs der ganzen Westküste Afrikas verbreitet; sie bevorzugt wärmere Wassertemperatur und lebt, wie es scheint, im Schlamm. Gen. Alpheus Fabr. EATiiiiu.N, 1900, p. 312. Rathp.ux hat 1. c. nur einen kleinen Teil der l)isher von W^estafrika be- kannten Arten aus dieser Gattung aufgeführt; es sind im ganzen bekannt: A IpJieus ascetisionis Ortmakn ') . A s c e n s i o n. „ houvierl A. M. E. (s. u.j. „ dentlpes Guerin '-) . M i 1 1 e 1 m e e r , A z o r e n , K n p Verde s c h e Inseln, Ann oben, Porto rico, Ouba. Kalifor- nische Küste. „ intrinsecus Sp. Bate''). Bahia, Säo Thomc. „ macrochelefi Haiusioxe •*). M i 1 1 e 1 m e e r , S e n e g a m b i e n und Westin dien. „ malleator var. edentatus Zimmer (s. u.). „ paracrinitus Miers '') . G o r e e , Senegal: DJ i b o u r i (G olf von Aden). „ jilaiijihniiihis (Joutikue •>). Kap Verde sehe Inseln. ') Ortmanx, 1893. p. 4.5. ^) — cri.'itidigitus \^^■^v. \\^\. ('uitiki!k, iS'.tT, p. l'.M). Katiiiun. VMYl. p. 10r>. Rathbln. 1904, p. 108. 3) Si-. Bäte, 1888. p. .557, Tafel 100, Figf. 1. ^) Ratubun, 1900, p. 312. Katiiiun 1902. p. 10.".. Zim.mkk, '_:)13, p. 38(i. 5) MiKUS, 1883, p. 3r).5, Tafel Dl, Fi^-. (i. Coitikri;, IDO.j, p. 901. «) CorxiEUK, 1897, j). 30(1. C'riiJstacea II : Decapoda, Macrura und Anonmra. 21 Alpheus tuberculüsnn Osorio'). Säo T h o m e. „ streptochirus Stimpson-). Kap Verdesche Inseln. „ l^alismanl Coitiere^). Kap Vordosche Inseln. Dazu kommt eine westafrikanische Lokaliorm des sonst von Westindien her bekannten .1. floridanus Kixgsley. Edwardsi-Gruppe. Alpheus Boui'ieri A. 3Iilne Edwards. Eathbl-.n, 1900, p. 312. rncTiEüE, 1905, p. 907, Tafel 85, Fig. 44. Fundangaben: Kamerun, Victoria: C MANCiEu. F r a n z ö s i s c h - K o n g o , G a b o n : Soyaux. Geographische Verbreitung : Westafrika. Az oren , Kap Verdesche Inseln, Kam(n-un (Bibundi), Gabon. Fernando Xoronha. Malediven. . Brevirostris-Gruppe. Alpheus Jlorklanus Khiffsley var. africana iiov. var. Alpheus floridanus Kixg8ley. KAXHBrx, 1902, p. 107. Zimmer, 1913, p. 398, Fig. C— J'. Fundangabe: Elfenb ein- Küste , Wappu. 40 m: C. Hupfer. Mehrere Exemplare.) Auf diese Tiere paßt wörtlich (mit Ausnahme der unten erwähnten kleinen Abweichungen) die Be- schreibung Zimmers ; dagegen ist die große Schere, die Zimmer nicht vorgelegen hat, anders gebaut, als es Eathbux angiebt : ich halte daher die mir vor- liegenden Exemplare für eine afrikanische Lokalform der amerikanischen Art. An dem gToßen Scherenfuß (Fig. 5) ist der Propodus seitlich abgeplattet und seine Außenflächen sind gerundet und sflatt: seine untere und obere ') Bal«s, 19 Ua, p. 98 (partim) 2) Stimpsox, 1860, p. 30. •') COLTIEUE, 1898, p. 31. Fig. 5. Großer Scherenfaß von Alpheus floridanus KixGSLEY var. africana ; Yergr. G. 22 l{i;:NiacH Bai.ss. Kante sind scharf und tragen eine Roiho dünner, langer Haare. Der Dactylus ist nur Va so lang Avie die l'alma, seine halbkreisförmige Außen- kante hat (»inen scharfen Kand und ist dünn behaart, seine Innenkante schließt sich an den Pollex scharf an, ohne zu klaffen. Der Merus ist dreikantig und ti'ägt keinerlei Dornen am distalen Ende. Der kleine Scherenfuß und die zweiten Pereiopoden stimmen mit denen von Zimmers Tiercm übereiu. An dem dritten, vierten und fünften Pereiopoden fehlen Dornen, wie sie Zimmer beschreibt, vollkommen: dagegen hat der Dactylus Avieder die- selbe Form. Telson und Uropoden stimmen mit Zimmers Beschreibung überein. Weitere geographische Verbreitung: Die typische Form stammt aus West- indien und Florida. Macrochirus-Gruppe. Alphens nialleator Dana yar. edentatus Zimmer. Alpheus malleator (Dana) Eathblx, 1910, p. (".07. Alpheus malleator var. edentatus Zimmer, 1913, p. 387, Fio-. G — M. Alpheus tuberculosus Balss, 1914a, p. 98, Fig. 1 — 5. Fundangaben: Togo, Lome, an Brückenpfeilern: Bueheer, Januar 1914. (Mehrere juv.). Säo Thome, Jogo: A. 8eiii etzi;. Ich habe bei einer Nachbestimmung gesehen, daß die von mir 1. c. als A. tuberculosus Osorio bestimmten Exemplare zu di(»s(n" Art zu rechnen sind; der echte A. tuberculosus Osorio ist seit seiner ersten Beschreibung noch nicht wieder gefunden worden. Unsere Exemplare unterscheiden sich von der l>eschreibung Zimmers durch den Mangel eines Dornes am Oberrande des Dactylus des kleinen ersten Pereiopoden. Die Art scheint in mehrere Lokalvarietäten zu zerfallen, deren genauere Fixierung einem größeren Vergleichsmateriale vorbehalten bleibt. Weitere geographische Verbreitung: A. mallealor ist ans dem Indo- pazifi seilen Ozi'an bekannt \on Ecuador und den (lalapagos- Inseln, aus dem Atlantischen Ozean \t»n 1» i o de Janeiro, Barbados, ('uba, den Kaji \' erdeschen Inseln und Aunobön. Crnstaceall: Decapoda, Macruni und Anomiira. 23 Farn. Hippolytidae Ortmann. Gen. Mimocaris Nobili. XoBiLi. 1903 fXr. 447;, p. '). Von dieser Gattung war bisher niu- eine einzige Art gemeldet, Mimo- caris heterocarpoides Nobili von Pido Biirong: nun wird auch aus dem Atlantischen Ozean eine Art bekannt. Minioearis JiaMatoides Balss. Balss, 1914ft. p. 596. Fundangaben: B e Igisch -K o ngo , Borna am Kongo, »SüßAvasscr: ( '. HrPFER. Angola, Kinsembo, 12 m, Sand- und Schlammboden : ('. Hupfeu. Ich habe 1. c. eine kurze Diagnose dieser Art gegeben : eine mit Ab- bildungen versehene ausfülu-liche Besclrreibung wird in den Ergebnissen der Valdivia-Expedition folgen. Hier möchte ich nur erwähnen, daß ein Teil der Exemplare in Gläsern mit Leander liastatus Aur. enthalten, also auch Avohl zugleich mit dieser Art gefangen Avorden ist. Da beide Arten in ilirem Aussehen recht ähneln, so liegt hier ein Fall von Mimicry vor; er ist deshalb von besonderem Interesse, weil auch die indopazifische Form einer anderen Gattung — H^terocarpus — ähnelt. Geographische Verbreitung: Außer den obigen Fundorten ist die Art bisher nur aus A i et o ria , Kamerun, durch die Dmitsche Tiefsee-Expe- dition bekannt. Gen. Hippolysmata Stimpson. Stimpsox, 1860, p. 26. Die Gattung ist bisher außer aus dem Avärmeren Indopazific nur nocli von der Ostküste Mittel- und Südamerikas bekannt: einzelne Arten leben an Mangrovesümpfen. Hippolffsmata Moorei Rathhuii. Rathbun, 1902. Fundangabe: Französisch-Kongo, SettcCania: C. Hupfer (2 5 mit Eiern). Ich identifiziere unsere Tiere mit der von IUtheux beschriebenen 24 Heinrich Balss. Fig-. 6. Umriß des Carapax von Hippolys- mata Moorei Rathbun, Exemplar von Sette Cama; Verg:r. 4. Form, gebe jedoch ein neues Bild ihres Rostrums; ein Branchiostegal- stachel fehlt an den afrikanischen Exemplaren. Die Länge des Oarapax (-]- Rostrum) beträgt 14 mm. Weitere geographische Verbreitung: Die Form war bisher nur von Porto- rie o bekannt. Gen. Leander Desm. Eine meist maritime Arten enthaltende Gattung, von der einzelne Formen jedoch auch im Süßwasser leben können. Außer den hier be- schriebenen Arten wird aus unserem Gebiete noch der Leander macidatus TuALLwrrz') erwähnt. Die Arten der Gattung Palaemon Fabr. sind im allgemeinen Öüßwasser- formen, doch kommen viele auch im Brackwasser vor. Von den afri- kanischen Süßwasserformen ist dies mit Sicherheit noch für keine bestimmte Art angegeben, doch vermute ich, daß Palaemon. jamaicends vollenhovenii Hercl. und P. olfersii Wiegmann auch im Brackwasser gefunden werden. Leander squilla (L.). Ortmann, 1891, p. 522, Tafel 37, Fig. 15. 1893, p. 47. KOELBEL, 1892, p. 109. Kemp, 1910, p. 132, Tafel 20, Fig. 3a— c. Stebbing, 1910, p. 386. Balss, 1913, p. 107. Fundangaben : Kanarische In s e 1 n , T e n e r i ff a , Puerto O r (» t a w a . Reuss (Mus. München). Bezahnung: 7_|_1 8 + 1 8 + 1 9 + 1 Portugies. Guinea, Bis sage; Ehrhaudt. 8 + 1 Bezahnung: 2 ') Thaliavitz, 1892, p. 19. Crustacea II : Decapoda, Macriira und Anomura. 25 Kamerun, JJibundi; Max Andreas. O+l 10 + 1 9 + 1 10 + 1 Bezalinunff: 3 F r a n z ö .s i s c h - K n g o , (t a b o n ; S* jyalx. 8+1 9+1 9+1 9+1 Bezahnimff : 3 3 3 3 D eutsch - Südwestatrika, Swakopmiind, Ebbestrand; W. Michaelsen, KSommer 1911. Jjezalinuug : — ^r — , — ^ — ■ Deut s c li - 8 ü d w e s t a fr i k a , L ü d e r i t z b u e h t , Ebbostrand : W. Ml('HAEL8EN, luli 1911. Bezahnuno- : 4 Wie aus den Angaben hervorgeht, existierc^n in der Bezahnung des Rostrums starke individuelle Unterschiede, die aber kaum zur Aufstellung geographischer Varietäten berechtigen. In der Tropenzone scheint aller- dings die Neigung vorhanden zu sein, die Zahl der Zähne zu vermehi-eu. Geographische Verbreitung: Die Form ist bekannt von West- und Süd- Norwegen, Schwedc^u, Dänemark, den Küsten Frankreichs, dem M i 1 1 e 1 m e e r und der A d r i a , den Azoren, Madeira, den Kana- rischen- und den Kap Yer doschen Ins ein (St. Vincent); dann folgen die vorliegenden Fundorte längs der Westküste Afrikas, die sämtlich neu sind. Vom Kap wird sie dann Aviedor von Stebbing erwähnt. Leaiuler Jiasfatus Aurivilliiis. AuKiviLLiu8, 1898, p. 27, Tafel 4, Fig. 3 — 6. Fundangaben: Liberia, Monrovia, 14m, auf grobem Sand; C.Huffer. Liberia, Grand Bassa, 14 m, Salzwasser; 0. Hupfek. Ooldküste Saltpond, 10 m, Sandgrund; C. Hlpfer. „ Accra. 7 m; (J. Hupfer. Addah, 10 m; (J. Hupfer. D a h o m e y , (1 r o ß - P o p o , 14 m; C. Hupfer. Kamerun, Duala; v. Eitzex. Französisch- Kongo, L o a n g o , Sandgrund und Muscheln ; 0. Hupfer. Gab in da, C ab in da, 7 m; C. Hupfer. 26 HEixpacn Balss. B elgis c h-K on go , Borna am Kongo, Süßwasser; C. Hupfer. Angola, Kinsombo, 14 n\, ziisauiinen mit Afimocaris hastatoides Balss ; C. Hüpfer. Bei den jüngeren Exemplaren ist das Bostrnm bei weitem nicht so lang ausgezogen wie bei den älteren. Geographische Verbreitung: Die Form ist bisher nur durch Aurivillius bekannt geworden, der sie von Kamerun (im Meere bei Beticka ba Malle) besehrieb. Unsere Fundorte zeigen di(^ weite Verbreitung längs der ganzen Küste. Sämtliche Funde sind aus dem Meere, nur der aus Borna beweist, daß die Form auch ins Brackwasser geht. Leander H^dwardsii Heller. Palaemon edwardsii Hellek, 1863, p. 265. Leander edwardsii Ortmann, 1891, p. 515. Palaemon edwardsii Eathbün, 1900, p. 314. Leander edwardsii Lenz, 1910, p. 8. Fundangabe : S ü d - K i g e r i a , O 1 d C a 1 a b a r : ( \ Manger f3 Weibchen mit Eiern). Diese Art ist zwar schon öfters in der Literatur erwähnt worden, doch vermisse ich eine charakteristische Abbildung, die ich hier nachhole. Fig. 7. Leander Edwardsii Hellej! von der Seite; Vergr. : 2'/:i Crustacea II: Decapoda, Macrura und Anoiiniva. 27 Zu der Beschreibung Hellkks, die bisher die eingehendste ist, er- gänze ich folgende Details als be- sonders charakteristisch. Das Basalglied der ersten Antenne ist stark verbreitert und verlängert, sodaß es an den Seiten bis zur Mitte des zweiten Stiel- gliedes reicht. Es trägt am Außen- rande außer dem kleinen proximalen Styloceriten am distalen Endo eben- falls einen kleinen Stachel (Fig. S). Das dritte Pereiopodenpaar ist bedeutend kürzer als das vierte und fünfte, indem besonders Merus und Propodus reduziert -sind. Der Propodus des fünftenBeines trägt an seiner Hinrerseite am distalen Ende eine Reihe kleiner Stacheln. Geographische Verbreitung: Golf von Biscaya, Mittelmeer, West- küste Afrikas: Liberia, Süd-Nigeria, Landana (Ts ehilo ango - Mündung), Angola (G r o ß e F i s c h b a i) [Deutsche Tiefsee-Expedition] . Fig. 8. Frontalregion von Leander Edwardsü Heller ; Vergr. o. Gen. Palaemonetes Heller. Die Gattung (>nthält meist das Süßwasser bewohnende Arten; einige aus Höhlen haben auch reduzierte Augen. Von der Ostküste Amerikas sind einige Formen aus dem Brackwasser beschrieben worden, denen sich unsere neue Form anreiht. Der aus dem Süßwasser Kameruns beschriebene F. trispinosus Auri- viLLius wird von Sollaud zum Typus einer neuen Gattung Desmocaris Sollaud erhoben. Palemonetes afrlcanus dov. sp. Fundangabe : X i g e r i a . 1 d C a 1 a b a r ; C. Makger (mehrere Weibchen mit Eiern. Diese neue Art ist besonders charakterisiert durch ihr Rostrum: dasselbe trägt dorsal eine hohe gezähnte Leiste, die mit [) Zähnen bewehrt ist: zwischen ihrem vorderen Ende und der Spitze befindet sich ein freier 28 Heixkkh Bals?*. Kaum, und kurz vor der Endspitzo steht ein weiterer kleiner Zahn. \ entral trägt das Rosti-uni nur '1 kleinere Zähne. Fig. 9. Pnlaemonet.es africanus n. sp. von fler f^eite ; Verg-r. : 3"j. In den übrigen Verhältnissen hat die Art die eliarakteristischen Merk- male der Gattung, vor allem mangelt der Palpus an der Mandibcl. Die Scherenfüße erreichen beide nicht das Ende der Antennenschuppe, dagegen reichen die dritten Pereiopoden soweit nach vorne. Diese, sowie die vierten und fünften Pereiopoden sind stark verlängert und dünn. Die Abdomensegmente und das Telson bieten nichts besonders bemerkensAvertes dar: letzteres endet, wie normal, mit 4 seitlichen Starlieln. Farn. Pontoniidae Bäte. Die Familie enthält teils freilebende, teils in Musehehi und Schwämmen als Kommensalen vorkommende Formen. Gen. Typion Costa. Die im Mittelmeer häufige Art 'iypton i^poricjicolK Costa wird von Lknz und Strunk (1914, p. 322) von d(Mi Kap \' erd esch eii Inseln (Porto (irande, Säo Vincent ej erwähnt. C'rustacea II: Decapoda, Macrura und Anoniura. 29 Gen. Urocaris Stimpson. SriMr'Sux, liSGÜ, p. oU. SOLLAO), 1910, p. 1158. SoLLAui) hat fostgestellt, daß diese Gattung, die man früher zu den Palaemoniden posteHt hatte, in Wirklichkeit zu den Pontoniidi^n gehört. Urocaris de Maui n. sp.') Fundangabe: Franz ö si^^e h-K on. so . kSette ("ania, Salzwasser: C. HiPiER ('2 Exemplare). Das Kostrum ist im allgeuieinen gerade gestreckt, nur an des (1881, p. 41), den Pkkffer in einer späteren Arbeit zu P. regius stellt (1897, p. 2().j). BouA'iKR zitiert übrigens Pfeffer's Fundortsangabe St. Tbonn', West- afrika, irrtünilicb und iiTeführend als „ile Saint-Thomas". Anmerkung des Herausgebers. Cnistacea II: Decapoda, Macrnra und Anomura. 33 Farn. Scyllaridae. Gen. Scyllarides Gill. Aus der Gattung" Scyllarides wird der große ßärenkrebs des Mittel- meeres, Scyllarides latus, von den Kanarischen Inseln, von Boutry (Guinea)') und von St. Helena erwähnt. Gen. Scyllarus Fabr. = Arctus autorum. Der kleine Bärenkrebs des Mittelmeeres, Scyllarus arctus, geht bis zu den Kanarischen Inseln und Azoren, wird aber in S e n e g a m b i e n durch die Varietät paradoxus Miers^) (von Goree) vertreten. Eine Reihe vom Challenger an den Inseln gefundener Arten dieser Gattung stellen vielleicht nur Jugendstadien vor. Sectio Anomura Borradaile. Tribus Thalassinidea Dana. Gen. Callianassa Leach. Borradaile, 190o, p. .344. Aus unserem Gebiete sind von dieser im feinen Cfersande lebenden Gattung 2 Arten bekannt, von denen die eine, C. turnerana Wh., vielleicht nur im Süßwasser von Kamerun vorkommt, während die andere, C. pachydactyla , A. M. E. (1870, p. 86. Tafel 2. Fig. 1). von den Kap V" erdeschen Inseln bekannt ist. Callianassa turnerana. White. Callianassa turnerana A. Milne Edw.vrds, 1870, p. 89. Eäthbun, 1900, p. 308. „ NoBiLi, 1900, p. 3. C. diademata Ortjiasx, 1891, p. 56, Taf. 1. Fig. 11. C. turnerana Vashöffex, 1911, p. 10.5 Lesz, 1911, p. 316. Es liegen mir die von Umlaufs in Kamerun gesammelten Exemplare vor, die schon von Lexz i'l. c. i untersucht worden sind. Über die merk- ^) Unter den Namen Scyllarus Dehaani und Herclotsi Pel. von Herclots, 1851, p. 14. =') MiERs, 1881, p. 364. 3 Michaeläen, Westafrika. Bd. II. 34 Heinrich Balss. würdigen Wandorungon dieistn- Form, die wahrscheinlich im Zusammeniiang mit der Fortpflanzung stehen , vergleiche raan die hübsche Zusammen- stellung Vanhöffens. Es scheint darnach, daß diese Art im Süß- und Brack- wasser vorkommt, während die übrigen Glieder der Gattung ausschließlich marin sind. Geographische Verbreitung: C. iurnenma ist bisher nur aus dem Kamerun- Gebif^te bekannt. Gen. Upogebia Leach, UüHRADAILE, 190o, p. Ö42. Die Gattung zerfällt nach JJdrkadaile in die beiden Untergattungen (rehiopsis A. M. E. und li^pogebia Leach (s. r.). Aus unserem Gebiete sind bekannt: Gebiopsis nitida A.M.E. ') (1868, p. fi3), von den Kap V erdesehen Ins ein und 8ä o Thom e, Upogehia furcata Avriviiä.ivh (1898, p. 13), von Bibundi (\Notiz des Sammlers: im Pluss(» in morschen Holzstückchen) sowie die folsende Art: Upogehht rapensis (Kraiiss). Vpor Andamanensee in Tiefen von 330 — 450 m gefundim hatte: (\s verdient daher großes Interesse, daß an der Westküste Afrikas im Guineagolf eine zweite Art zum Vorschein kam, die mit jeuer ganz nahe verwandt ist und, wie mir seheint, auch eine mehr in tieferen Zonen des Meeres vorkommende Form ist, die nur durch das an den West- küsten der großen Kontinente an die Oberfläche strömende kalte Anftrieb- wasser an seichtere Stellen getrieben wurde. Ich benenne diese neue Art zu Ehren ihn^s Sammlers Gebicula Hiipferi. (rebicula HiipfeH uov. sp. Fundangaben: Fernando Foo, 11 m; G. Hlpfer. 8 p anis ch -Guin (^a . Bata, lim; V. Hupfer. Die Form d(\s (^arapax ist dieselbe wie bei Gebicula e.rigua Alc. Das Rostrum ist von oben gesehen eine dreieckige Platte, die an beiden Seiten gezähnt ist und auf der Obertläehe mehrere Längsreihen von Körnern trägt. Auf der Unterseite ist es mit 4 nach vorne gerichteten spitzen Stacheln bewehrt. Der \^)rderseitenrand trägt mehrere kleine Dörnchen in der zwischen dem Rostrum und der Linea thalassinica gelegenen Hälfte. Fi<^-. 11. Gebicula Ifujjferi n. sp., ganzfs Tier in Seitenansicht; Vergr. 3. Die Abdominalsomiten sind ganz ähnlich denen von Gebicula erigua Alc. ; auch hier ist das zweite das längste, während das erste sehr kurz und schmal ist. 36 Heinrich Balss. Das Pigment der Augen ist hellbraun, wie es als Anpassung an größerf? Tiefen häufig ist. Der Stiel der ersten Antennen ist etwas kürzer als der der zweiten; dieser trägt auf der Unterseite eine Reihe kleiner Körnchen. Die äußeren Maxillarfüße reichen bis (>twa zum Ende des Stieles der zweiten Antenne und tragen am Innenrande dicke, in Längsreihen ange- ordnete Haare. Fig. 12. Rostruni von Gebicida Ilupferi n. sp., von oben gesellen: Vergr. 6. Fig. i;5. Pereiopod (Innen- seite) von Gebk'ula Ilupferi n. sp. ; Vergr. .'). Die ersten Pereiopoden, die beiderseits symmetrisch gebaut sind, sind länger als der Carapax. Der Merus ist auf beiden Seiten abgeplattet und an seinen Längskanten mit kleinen J)örnchen bewehrt, der kurze (Jarpus trägt auf der oberen Kante einige längere Stacheln, auf der gerundeten und ge- wölbten Außenfläche scharfe Kanten, während die untere Kante nur am distalen Ende einen Stachel besitzt. Der Propodus ist fast so lang wie der Merus; seine Außenseite ist gcAvülbt und völlig glatt, der Oberrand ist mit mehreren Längsreihen von Stacheln besetzt, die Innenseite trägt einige kleine Dornen, und den Unterrand schützen besonders am distalen Ende mehrere größere, nach vorne gerichtete Stacheln. Der Dactylus ist stjlctt- förmig dünn und sonst unbewehrt. Sämtliche Ulieder tragen einen Besatz Crnstacea II: Decapoda, Macrura und Anomiira. 37 von dünnen langen Haaren. Die Bewehrung der folgenden Fnßglieder zeigt die Figur; der Merus des zweiten und dritten Beines tragen am oberen distalen Ende einen Dorn, der Carpus des zweiten hat am Oberrande, der Merus des dritten am Unterrande einige kleinere Dörnehen. Das vierte Beinpaar gibt zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß, am fünften Paar entsteht durch einen Fortsatz des Propodus eine falsche Schere. Länge des Carapax und IJostrum: 7 mm, Abdomens 10 mm. Tribus Hippidea De Haan. Gen. Albunea Fabricius. OuTMAXN, 189(i, p. 222. Von dieser Gattung haben A. Milxe Edwards und Bouvier eine Art, A. elegans, von den Kap Verde'schen Inseln beschrieben (1900, p. 273, Tafel 28 Fig. 22 — 25), die wahrscheinlich mit der Mittelmeerform identisch ist, eine Annahme, die auch die Autoren selbst betonen. Qo AJbunea earcibus L. Ortmann, 1896, p. i-IL Fundangaben: Liberia, Nanna Kroo, an Felsen; C. Hupfer (IQ). (jroldküste, Munford beiAppam, 10 m; C. Hupfer (3 r/, 2 Q). Die Vereinigung der westindischen Albunea oxyophthalma G. mit dieser Art Avürde an der geographischen Verbreitung des Remipes cuhensis S. eine Stütze finden. Weitere geographische Verbreitung: Die Art war bisher nur aus dem Mittelmeer bekannt (Algier 30-40 m Tiefe). Albunea interniedia uov. sp. Fundangabe: Liberia, Kap Palmas; C. Hupfer (1 9). Der Cephalothorax ist ungefähr so breit wie lang. Der runde Stirn- ausschnitt ist nur klein und die Vertiefung im Verhältnis zu den anderen Arten der Gattung nur gering; ein rostrales Zähnchen in der Mitte fehlt. Seitliche Frontalzähne sind 5 vorhanden; im übrigen ist der Frontalrand mit längeren Haaren bewehrt. Die Oberfläche ist außer den in der Figur angedeuteten Querfurchen vollkommen glatt. Die Augenstielo sind blattförmig und erinnern etwas an diejenigen der Gattung Lepidopa; sie sind nicht ganz doppelt so lang wie breit, haben 38 Heinrich Bals; einen konvex geschwungenen Außenrand und cntlx'lircn einer Cornen voll- ständig. Die Zahl der Geißelglieder der zweiten Antenne beträgt G. Der Fortsatz des Carpus der dritten Maxillarflüsse reicht ungefähr bis zur Mitte des Propodus, sodaß eine eigentliche Schere wie hei TA'j>i(lopa noch nii'ht ge- bildet ist. Fig. 14. Alliimea intermedia ii. sp,. ganzes Tier in Kückeiiansicht; Vergr. ?>. Fig. 15. Albunea intermedia n. ;■ a = 2., b = 3. Pereiopod ; ^ergr. Die ei'sten Pereio]»od('n sind typisch gestaltet, von denise]b(m Habitus und mit derselben Bewehrung mit Härchen, wie bei J. /■af<(I)tis. Der Dactylus der zw^eiten Pereiopoden ist kurz sichelförmig, mit einem ganz kleinen inneren Fortsatz. Noch schmäler, dagegen etwas länger ist der siclu^förmige Fortsatz des Dactylus des dritten Fußes; er entbehrt einen vorspring(^nden Lappen vollständig. Länge des Rückenschildes in der Mediane : 11 mm. Die Art vermittelt durch ihre blattförmigen , breiten Augenstiele imd die Gestalt ihres (Jarapax zwischen Alhwuea und Lepidopa, weswegen der Speziesname intermedia gewählt wnrd<'. Cnistacea 11 : Decapoda. Macmra und Anomnru. 39 Gen. Remipes Lätr. Enthält im Ufersaud der wärmeren Meere lebende Arten. Aus un- serem Gebiete ist bekannt: Be^nipes cubensis Saussure. Oetmaxx, 1896, p. 230 (das. Literatur). Verkill, 1908. p. 436, Fig-. 53 n. 54. Sippa cubensis Kathrin 1900. p. 300. Fundangaben: Kamerun; Petersen (1 Ex.). Auuobun, imUfersande; A. S( HULTZE, 9. Oktober 1911 (1 Q. mit Eiern). Weitere geographische Verbreitung: Kap Verde' sehe Inseln, Da- homey, ScioThome'), Ilha das Kolas, Annobon, Quinehoxo, Insel Ascension. Außerdem: jJstküste Amerikas von Florida bis Brasilien, ferner Bermudas und Westindien. Tribus Galatheidea Henderson. Gen. Galathea Fabr. Außer der unten erwähnten Galathea intermedia oeheu in unsere Region: 1. G. ne.ra Embl. ('= dispersa Bäte). Diese Art ist (außer von den w e s t e u r o p ä i s e h e n K ü s t e n und dem 3Ii 1 1 e 1 m e e r) von den Azoren, Canaren und der Kap-Reeion bekannt, und dürfte auch an dazwischen gelegenen Punkten noch aufgefunden werden. 2. G. squamifera Leach. Auch diese Art. die hauptsächlich an den westeuropäischen Küsten tmd im Mittelmeere vorkommt, geht bis zu den Azoren und den Kap Verde 'sehen Inseln. 3. G. ritßpes, A. Milxe-Edwaeds und Bouvier^) geht vom Meerbusen von Biscaya bis zu den Kap Verde'schen Inseln. (Tiefe von 75 bis 320 m). 4. G. Agassizii A. Milne Edwards und Bouvier^) ist eine die gTößeren Tiefen von 150 — 1000 m bevorzugend«' Form, die beiden Küsten des ') Das BAxss'sclie Manuskript führte an dieser Stelle die Angabe „St. Thomas", die zweifellos von Eathbcx ,1900, p. 300) übernommen worden ist. Die RATHBtx'sche Notiz,- die unter „Westafrican localities" auch „St. Thomas" fOsorio)" aufführt, beruht auf einer Ungenauigkeit. OsoRio schreibt in sein^ in französischer Sprache abgefaßten Arbeiten „Saint Thome" oder „S. Thome", in seinen in portugiesischer Sprache abgefaßten „Ilha de S. Thome." Es kann kein Zweifel sein, daß es sich hier um die Guinea-Insel .,Ilha de Sao Thome" handelt. Anmerkting des Herausgebers. 2) A. MiLXE Edwards und Bor vier 1900 (Talisman p. 280. ') - . „ p. 282. 40 Heiniuch Balss. Atlantischen Ozeans gemeinsam ist. Zuerst von Westindien be- kannt, wurde sie vom Travailleur auch bei den Kap Verde'schen Inseln imd in den Tiefen längs der Sahara -Küste nördlich des Wende- kreises gefunden. (ialathea intermtdia Lilljeborg-. A. MiLNE Eewauds und Bouviek, 1900, p. 277. Haxsen, 1908, p. 30. Fundangabe: Senegal, Goree, 22 m; 0. Hupfer. (Mehrere (f und Q mit Eiern.) A. M. Edwards und Bouvier meinen (1. c), daß die tropischen Exem- plare kleiner seien als die nordischen. In dem vorliegenden Materiale ist jedoch ein c/, dessen Schere 22 mm und dessen Carapax 9 mm lang ist, das also sicher dieselbe Größe hat, wie sie auch die nordischen Formen erreichen. Geographische Verbreitung: Lofoten, Shetlands Inseln, Groß- britannien und Irland, Norwegische Küsten, Skagerrak und Kattegat, Französische und Portugiesische Küste, Mittel- ni e er und Adria, Az or en, Canaren und Kap Verd e'sch e Inseln. Unser Fundort ist der bisher südlichste. Die Art ist meist litoral , geht aber bis zu 318 m herab. Gen. Munida Leach. [Die Munida hamfpca Fennant des Mittelmeeres und der Nordsee geht bis nach Madeira (wo sie in 400 ra Tiefe vom Travailleur erbeutet wurde), erreicht aber die Canarischen Inseln nicht.] [M. CM /'üiwana A. MiLNE Edwards und IJouvier') kommt bei M ade ira und den nördlich vom Wendekreise gelegenen Küstenteilen vor.] 1. Mwiida ins A. Milne Edwards-) ist eine beiden Küsten des Atlantischen Ozi^ans gemeinsame Form. Sie wurde zuerst von Bar- bados und der Ostküste der Vereinigten Staaten beschrieben (aus 120 — 500 m Tiefe) und dann durch den Travailleur von der west- afrikanischen Küste bekannt (aus La Praja, Kap Verde'sche Inseln, 150 — 275 m Tiefe und von weiter nördlich an der Küste des Festlandes gelegenen Punktcm). ') A. MiLXE Edwards und Boi viku, 1900 (^Talisman i p. 2S.'>. ') A. „ „ p. 287. Crustacea II: Decapoda, Macrura und Anomnra. 41 2. M. speciosa v. Marxens, die der Mutrida bam/ßco P. nahe verwandt ist, wurde von der Gazelle bei den Bij oga- Inseln flO" 7' n.Br., 17*^' 16' w. Lg.) in 210 m Tiefe oefaneen. Gen. Peirolisthes Siimpson. Man kennt 2 westafrikanisehe Arten: Petrolisthes (irfnatus Oibbes. P. leporinus Heli-ek. Fundangabe: Franz ö si seh -K o ngo, Gab on; Frettmann (6 c/, 1 $). Geographische Verbreitung: Südl. Kalifornien, Golf von Panama, Peru, Ecuador, Brasilien, Westindien, Florida, Ascension, Kap ►San Juan (Span. Guinea). Petrolisthes Cessaei A. 3Iilne Edwardsj. A. MiLNE Edwards und Bouviek, IIJOO, p. 346 ; Balss 191-la, p. 101. Fundangabe: Annobc'm, aus Korallinen; A. Schultze, 10. Oktober 1911 (viele Ex.). Weitere geographische Verbreitung: Kap Verde sehe Inseln. Gen. Pachycheles Stimpson. Ortmanx, 1897, p. 290. Es sind 2 Arten aus dem Gebiete bekannt, die sich sehr nahe stehen: Pachycheles ornatus Bouvier. ßouviER, 190Gb, p. 494. Balss, 1914a, p. 101. Fundangaben: Goldküste, Prampram, 10m; Hupfer; Annobön; A. Schultze, Oktober 1911 (viele Ex.). Französisch -Kongo, Sette Cama, Salzwasser, steiniger Boden C. Hupfer. Die Art unterscheidet sich von dem P. barbatus M. E. nur durch die 2 Reihen von Tuberkeln auf dem Carpus der Scherenfüße. Weitere geographische Verbreitung: Bisher nur von Säo Thome und Annobon bekannt. 42 Heinrich Bai.ss. Pachifcheles fmrbatus A. M. Edwards. A. Mii.xK Edwahds lind IJoivikk, 1900, p. 348. Fundangabe: T o ü o . Loim'. an Brückoupfoilpi-n : Böiiler, 1914. Weitere geographische Verbreitung: A\'ar bislipr nur von don Kap Verdö- se- he n lns(>ln bekannt. Gen. Polyonyx Stimpson. Aus dem (Icbict ist nui- eine Art bekannt: I*olf/(PHf/.r lionrieii Saint Joseph. Saint Joseph. 1901. ]>. l^'H. Tafel 1. Fii-em (lebiete 2 Arten beschrioiben: l\ Mattosi und P. hella (1887, p. 220), beide von Loanda; leider warcu mii- die Beschrei- bungen nicht zugänglich. Wn' Poirellana plnti/rheks Vbü^. des Mittelmeeres und der Nordsee geht nur bis zu den Canaren. dagegen reicht die P. Jongi- rortiis Penxakt in unser (ie])iet herein. Porcellana lonf/lcornis Peiiiiant. Hi-.LLKii, i8(;a, p. i8(;. Ai'j'i:i..-.!K. 190(;. p. 149. I)ie kSchere des 's (Jarpus. während junge Exemplare hier 2 — 3 kurze Dornen tragen. Fundangabe : W es tal'ri ka. Weitere geographische Verbreitung: /'. loiKilrornis war bisher vom Mittel- m e e r, der N o r d s e e und der Nor- wegischen K ti s t e bekannt. Fig. l(i. Porcellana longicornis l'ciniaiit. Schere des erwacliseneu Tieres : Vergr. Crustacea II: Decai)Ocla. Mat-nua und Aiiomuia. 43 Literaturverzeichnis. Alcock. A., 1901. A doscriptive Cataloguo of tlio mdia^i Deap Soa Deca- poda fMacTura and Anomala) in the Indian Museum, Calcutta. — 1906, Cataloguo of the Indian Decapod Crustacea in the Collection of the Indian Museum. Part 3. ^ilacrura. Fasel 1. The Prawns of thf Penaeus Group. Caleutta. AppELLÖr. A.. 190(;. Die Decapoden Crustaeeen in: P>ergens Museum. Meeres- fauna von B(>r2,en Heft 3. IJergen. AuRiviLnus. C, 18V*9. Krustaeeen aus dem Kameningcbierc in: Bihang- tili Kongl. Svenska \'('r<^nskaps Akademiens Handlingar PkI. •24. Afd. 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Aus dem westafrikanischen Gebiete zwischen den Kap Verde'schen Inseln und der Mündung des Oranj eflusses waren bisher vier Arten von Stomatopoden bekannt; das Material des Hamburger Museums hat noch eine fünfte hinzugefügt. Es ist das eine außerordentlich geringe Zahl, wenn wir bedenken, daß aus dem Mittelmeere etwa acht und aus der west- indischen Region über 15 Arten bekannt sind. Es mag diese Armut ja allerdings mit unseren mangelnden Kenntnissen von diesem wenig durch- forschten Gebiete znsammenhängen, sodaß möglicherweise noch die eine oder andere Art neu hinzukommen wird. Aber groß kann die Zahl der unbekannten Formen kaum sein. Das Material des Hamburger Museums umfaßte immerhin über ein Dutzend Gläser von den verschiedensten Punkten der Küste ; trotzdem enthielt es nur eine für das Gebiet bisher unbekannte Art. Ich glaube also, daß tatsächlich diese Artenarmut besteht. Den Grund suche ich im Fehlen der biologischen Bedingungen, die zum Ge- deihen der Stomatopoden notwendig sind'). Diese Tiere bevorzugen nämlich felsige Stellen, Korallriffe usw., in denen sie ihre Höhlen bauen und sich verkriechen können. In dieser Beziehung kann ihnen die Westküste Afrikas, die zum großen Teile versandet und schlammig ist, nicht viel bieten, sodaß sie, obwohl das warme Klima den Tieren sonst günstig ist , doch zu ihrer EntAvicklung und Entfaltung wenig beitragen kann. Unter den fünf bekannten Arten sind nur zwei endemisch, nur aus diesem Gebiete bekannt, Gonodactylus Folini Milxe Edwards und die nur einmal beschriebene Lysiosquilla septemspinosa Miers; beide linden sich im Guinea-Gebiete. Die übrigen drei Arten hat Afrika mit Amerika gemeinsam, eine Tatsache, die bei der leichten Verschleppbarkeit der pelagisch lebenden Larven auf den ersten Blick leicht begreiflich erscheinen könnte. Immerhin setzt diese Annahme eine gewisse Dauer des Larvenlebens voraus, worüber wir bis jetzt noch wenig orientiert sind. Giesbrecht gibt für die Lysiosquilla eusehia des Mittelmeeres eine larvale Periode von "'/t Monaten an, — eine ') Vergleiche die Erörterung- über die biologisfli-taiinistisehen Verliältnisse der Ascidien des tropisch-westafrikanischea Litorals in : W. Michaelsex, Tunicata ; I3eitr. Kenntn. Meeres- fauna VVestaft'., I, p. 325 u. f. — Anmerkung- des Heransgebers. 4 Miehaelsen, Westafrika. Bd. \l. 50 Heinrich Bai.ss. Zeit, dio für oincn direkten Transport von der Küste des einen Kontinentes zu der des anderen nicht ausreichen würde. Eher wäre eine Wanderung über die Inseln hin denkbar; doch ist über die Fauna dieser niu' weniges bi'kannt, und dieses spricht nicht für diese Annahme. Von den drei der Ostküste A m e r i k a s und der Westküste Afrikas gemeinsamen Arten sind 2 wärmeliebend und dementsprechend in dem tropischen imd subtropischen Teile zu Hause (Squilla empusa und Li/sio- squilla scabricauda)'^ sie gehen auf der amerikanischen Seite dem Laufe des Golfstromes folgend bis N o rdcarolina, während sie in Afrika nur in der Guinea -R egiou selbst vorkommen. Die dritte Form, Lt/sios(piilla armata Lam., ist eine der wenigen die Kälte liebenden Stomatopodeu; sie jst antarktisch circumpolar verbreitet und in der vorliegenden Sammlung in einem Exemplar aus der Lüder itzb u cht enthalten, die — was auch aus anderen Gruppen (Pennatuliden, Decapoden) hervorgeht — eine reine Kaltwasserfauna besitzt. Aus dem Mittelmeere dringen keine Stomatopodeu in unser Gebiet vor. Squilla mantis L. , die mit *S. emjnisa am nächsten verwandte Art, geht nur bis zu den Kanarischen Inseln. (Koelhel 1892.) Gen. Squilla Fabr. Kkmp 191;], p. IS. Squilla empusa Say. Faxon 189B, p. 165. OsoRio 1898. p. 194. JuRicH 1904, p. 36t;. Kemi» 191 ö. p. 200 (Das. ältere Literatur). Fundangaben: Liberia, Monrovia; i\ Hupfek (l juv.). Süd-Nigeria, Bugoma, in Flußwasser; C. Htpfer; (1 9). Kamerun, Duala; v. Eitzen (1 Q). Spanisch-Guinea, Insel Eloby; C Hipeei'. (1 Q). Franz T» s i s c h - K o n g o , Gabun: S.\lmin (Museum München) ( 1 c/). Franz (i.si seh -Kongo , L o ango , 9 m, Sandgrund; C. Hupfer (1 Q juv.). Bei dem jungen 9- von Loango beträgt die Zahl der Zähne der Scherenfüße nur 5. bei dem von Monrovia erst 4. Geographische Verbreitung: Westküste Afrikas: Von Gambia bis zur K o n go uiün d ung (vorh<'r Ix'kaunt von Gambia, Dahomey, Säo T h m e , K o n g o - B u c h t) . Ostküste Nordamerikas (bis B eaufort N. C, 35"n. B.); West- indische Ins <'l u. Crustacea III: Stoniatojjoda. 51 Squitla armata H. Milue Edwards. Kemp 191o, p. 41, Tafel 2, Fig. 28 u. 29. (Das. Literatur.) Stebbing 1914, p. 300. Fundangabe: Doiitsch-Südwestafrika , LiidGritzbucht; C. Manger, 1911 (1 Ex.). Geographische Verbreitung: Antarktisch circumpolar. Kap-Region, (Insel Dassen, Cap o Point Ligthous e, 82 m), Neu-Süd-Wales, Neu-Seeland. Pazifische Küste von Patagonien und Chile (zwischen 90 und 2-20 m Tiefe), Kap Hoorn, St. Georg-Golf (Patagonien). Squilla armata ist, wie aus ihrer Verbreitung hervorgeht, eine der wenigen das kalte Wasser bevorzugenden Stomatopoden; der Fund an der Lüderitzbucht, wohin sie wohl mit d<^m Benguellastrom gelangt ist, ist daher von hohem Interesse. Gen. Lysiosquilla Dana. Kemi' 1913, p. 109. Lysiosquilla scahricauda Lam. Kemp 1913, p. 204. (Das. Literatur.) Squilla Hoeveni Herclots 1851, p. 17, Tat'. 1, Fig. 11. Fundangabe: Togo, Lome, Rektor Boehlek, 1914 (1 cf). Geographische Verbreitung: Westküste Afrikas: B outry (Guinea) ') (Herklots), Säo Thome (Osorio); ferner Texas, Florida, S.Carolina, W estindien , Brasilien , C ay enn e. Lysiosquilla septenispinosa (Miers). Lysiosquilla acanthocarpus septenispinosa Miers 1881, p. 368. Lysiosquilla septenispinosa Kemp 1913, p. 13, 122. Diese Art ist nur einmal bei Goree (Senegal) gefunden worden; die ihr nächstverwandte Form Li/siosquilla acanthocarpus ist bekannt von der i n d i s c h e n Küste, den Andamanen. Penang, Trine omali und Port Essington (N. Australien). Gen. Gonodaciylus Laireille. Kemp 1913, p. 145. (Frotosquilla Brooks.^ ') Ich habe die.seii Ort auf keiner Karte tiiiflen Ivoiinen. 4* 52 Heinrich Balss. GonofUictylus Folini Miliie Edwards. Kemi- 1913, ]). 189. I5ALSS 1914. p. 106. (Daselbst Literatur.) Fundangaben: Gr oldkii sto, Prampram, i) m, .steiniger Boden: C. Hupfer (1 d"). Franz ü.si seli-K ongo , Settc- Cama, 12 m; C. Hupfer fl Ex.). Illia das Kolas bei Ilha de Säo Thome; E. Greeff (1 $). Geographische Verbreitung: St. A'ineent fKap Y er de 'sehe In.seln), Säo Tlionit', Ann ob (111. Literaturver/eicliiiis. Balss, Heinrich. 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Crustacea IV: Cumacea und Schizopoda von C. Zimmer (München). 3Iit 1 Tafel und 8 Abbildungen im Text. Cumacea. Wenn man die Kap-Gogond (deren Sehizopoden- Fauna ich in den Berichten der Deutschen Öüdpolar- Expedition besprochen habe) nicht be- rücksichtigt, sind Cumaceen der afrikanischen Westküste bisher nur bekannt von der Sklavenküste (3 Arten Iphinoe, beschrieben von H. J. Hansen in den Berichten der Deutschen Plankton -Expedition) und von der großen Fisch -Bai (1 Art Iphinoe von der Deutschen Tiefsee-Expedition). Auch durch das vorliegende Material wird dii' Zahl der westafrikanischeE Cuma- ceen-Arten nur um eine frhcihr. Es enthält zwar G Arten, von denen aber nur die beiden unten behandelten beschreibbar sind. Eine Art Nanimstacus aus der Lüderitzbucht (Koll. Michaelsen) war zu jugendlich, als daß sie einer Neubeschreibung zu Grunde gelegt werden kount(\ Eine Art Cyclaspis und eine Art Jphins Männchen ist, daß jede Identihzierung auf völlig unsicherem Grunde steht, solange man nicht vom Originalfundort erwachsene Exemplare der Art be- kommen hat. Stebbing') id(^ntifiziert woit(n-hin Ipliuwe africana mit hrevipes und mit einer Form aus der Kap -Gegend. Auch hierin kann ich mich ihm, wie ich weiter unten anführen werde, nicht anschließen. - Alles in allem ist also unsere Kenntnis von der westafrikanischen Cumaceen -Fauna i-eclit gering und nicht ausreichend zu faunistischen Er- wäoiinsjeu. Gen. Iphinoe Iphinoe hi'evijws H. J. Hansen (Tafel I, Fig. 1 u. 2.) ISiJö Iphinoe brci'ipes H. J. Hansen, Erg. Plankton-Exp. v. 2 Gc p. 54 — 55, tl). (> Fig-, 5 — 5 h. ])(n- Beschreibung Hansens füge ich noch einiges zu und gebe auch eine Abbildung des erwachsenen Weibchens und Männchens. W e i b c h e n mit B r u t ta sehe: (Taf. 1 , Fig. 1 ). Das Pseudorostrum ist nicht besonders lang, gerad(> nach vorn gerichtet. Ein deutlicher Subrostralausschnitt ist vorhanden und der Subrostralzahn zugespitzt. Hinter ihm ist der Carapaxrand auf eine kurze Strecke gezähnelt. Auf dem Carapax steht in etwa -/j seiner Länge ein etwas undeutlich ausgebildetes medianes Zälmchi^n. Bei jüngeren Exemplaren sind ein oder zwei deutliche Zähnchen an dieser Stelle vorhanden (auch bei den Stücken der Plankton -Expedition,, die ich nachprüfen und vergleichen konnte). Das erste freie Thoracalsegment ist schmal. Seine untere Seitenpartie erstreckt sich unterhalb des Carapax in Form eines langen, schmalen, spitzen Zi})fels ziemlich weit nach vorn. Das lange zweite freie Thoracalsegment ist an seinem N'orderrande gezähnelt und trägt hier (»inen nach vorn ge- ricliteten Besatz ziemlich langer Fiederborsten. Das nächste Segment ist am Vorderrande ebenfalls gezähnelt, die Zähnelung ist an den Seiten])artien, wo auch einige Fiederborsten stehen, stärker als in der Mitte. An den Seiten des Hinterrandes ist es lappenförmig ausgezogen, und die Lappen legen siel» über das nächste ') Cnmacoa; in: , .Tierreich", llllo. Crustacea IV: Cumacea und Scliizopoda. 57 Segmcut. das zu ihror Aufnahme eine muldenförmigo \'ortiotiiiig zeigt. Dieses Segment, das vierte, trägt im unteren Teile des Vorderrandes einige Zähnchen und Fiederborsten. Hinten ist es wie das vorangehende Segment an den Seiten lappig ausgezogen; der Unterrand des Lappens ist schwach gezähnelt. Auch beim letzten Thoracalsegment ist der Vorderrand an der unteren Seitenecke gezähnelt. Auf der Unterseite der beiden letzten Thoracalsegmente steht zwischen den Füßen ein kräftiger nach vorn gebogener medianer Dorn. Am letzten Thoracalsegment und an den ersten 4 Abdominalscgmenten sind in der Mitte des Hinterrandes Gelenkhöckerchen ausgebildet, die sich in Pfannen des nächsten Gliedes einlegen. Beim 3. und 4. Abdominal- segment ist der Hinterrand unterhalb dieser Hockerchen schwach gezähnelt. Das Abdomen trägt einen im ersten Segment noch undmitlichcn, nach hinten deutliclier werdendi'n Mittelkiel, der auf dem letzten Abdominal- segment in einem Zahn endet. Bei jungen Exemplaren ist der Zahn etwas undeutlicher. Am Hinterrande des letzten Abdominalsegmentes stehen in der Mitte dicht nebeneinander 2 Zähnchen. Die Analklappen tragen je eine Endborste. Die Länge beträgt etwa 1 cm. Geschlechtsreifes Männchen: (Tafel 1 Fig. •_?). Das Pseudo- rostrum ist nicht besonders lang, geradeaus gerichtet. Der Subrostralaus- schnitt ist nur angedeutet. Die Subrostralecke ist zwar scharfwinkelig, aber nicht in einen Subrostralzahn ausgezogen. Hintc^r ihr ist der Carapaxrand auf eine kurze Strecke gezähnelt. Ein medianer Zahn auf dem Carapax ist nicht vorhanden. Das erste freie Thoracalsegment ist viel schmaler als beim \A eibchen und in seinen Seitenteilen vom nächsten Segment völlig überdeckt. Dieses hat an seinem Vorderrand einen dichten Besatz von Fiederborsten, wie das Weibchen, ist aber nur in seinen Seitenpartien deutlicher gezähnelt. Auch das dritte Segment zeigt eine deutlichere Zähnelung des Vorder- randes nur in den Seitenteilen, wo auch einige Fiederborsten stehen. Das vierte Segment ist in seinen Seitenteilen nach vorn weit lappig ausgezogen, der Lappen ist gezähnelt, und über ihm ist ein Ausschnitt im Rande des Segmentes vorhanden. (Diese Ausbildung des vierten Segmentes dürfte wohl den Männchen der Gattung allgemein zukommen.) Der Zahn auf der Unterseite der beiden letzten Thoracalsegmente ist auch hier vorhanden, aber mehr höckerig ausgebildet. Die Gelenkhöcker an den Abdominalsesrmenten fehlen auch dem 58 C. ZiMMEi;. Männchen nicht, nur sind sie \ou d«'u als Epimeren ausgebildeten Seiten- teilen der Segmente überdeckt. Der Zahn auf dem letzten Abdominal- segment findet sich nicht; an seiner Stelle ist nur ein stufenförmiger Absatz vorhanden. D'io Läng«' beträgt etwa 8 mm. Fundangaben: (ieldküste, Accra, 12 m: i\ Hupfer. Dahomey, Whyda, 10 m, LehmbodfMi; C. Hüpfer. Kamerun, Sül-iwassin-, grober Sand: C. Hupfek. F r a n z ö si s e h - K o n g ü , N yaug o -Fl u i-i , 1'2 m. wcüclifr ( Jrund, Salzwasser: V. Hupfer. Bemerkenswert ist das Vorkommen im Sül^wassor bei Kamerun. Sollte aber hier nicht ein Schreibfehler vorli<\genV (Auf den Hri'FEUscheu Eti- kett(Mi steht immer die Angal)e, ob im Süßwass(n' oder im Salzwasser gefunden). Bemerkung: Stebiung (1. c. 1910, p. 411) identifiziert meine Iphinoe africana von der Uroßen Fisch-liai mit der vorliegenden Form. Eine Nachprüfung der (^riginalexemplare beider Arten hat mir wieder bestätigt, daß es sieh um zwei gut unterschiedene S])ecies handelt. Nc^ben andei africana sind die Enden der Pseudorostral- lappen in S))itzen ausgezogen, die in i\.OY Ansicht von oben wie zwei Zähnchen erscheinen, bei hi-cvipes ist eine ähnliche Ausbildung wohl angedentet, von oben gesehen sind die Zälmchen aber lange nicht so ausgesprochen. Bei africana ist der Vorderrand der b(Mden letzten Thoracalsegmente unten sehr deutlich zahnartig nach vorn ausgezogen, l)ei i/rt'vijics nicht. Bei afrlca)ia ist der Hinterrand des letzten Abdominalsegmentes deutlich gezähnelt. die beiden mittleren Zähnchen sind etwas größer als die Seitenzähnchen, bei brevipes sind nur die beiden Mittelzälmchen vorhanden , und daneben ist höchstens eine sehr undeutliche Zähnehmg erkennbar. STEi'.iiiNO identifiziert weiterhin eine in dei- Kap -(legend gefundene Form mit hrevipes und africana. Da er keine Jieschreibung gibt, läßt sich nicht feststellen, ob sie in der Tat mit einer der beiden Arten identisch ist. Es scheint mir aber fast, als handel(> es sich um (>ine dritte Art. Sie besitzt wedei- im männlichen noch im weiblichen Geschlecht eine gezähnelto Mittel- crista. Da mich das Studium nordischer Iphiiioe- Arten zu der Überzeugung geführt hat, daß das Vorhandensein od(>r Fehlen der medianem Zähnchen- reihe doch nicht so unwichtig ist , wie man wohl annahm , glaube ich nicht, daß die südafrikanische F(»rm mit Iphinoe africnna identisch ist. Crustacea IV: Camacea und Scliizopoda. 59 Eher wäre möglich, daß das einzelne undeutliche Zähnchen bei der ge- schlechtsreifen weiblichen breripes gelegentlich verschwindet. (Bei der drei- zähnigen , der Art nach von der nordischen Iphinoe tnspinosa Goodsir zu unterscheidenden Mittelmeerform gehen die Zähne bei dem geschlechtsreifen Weibehen verloren, und dieses erscheint dann als Iphinoe inermis G. O. Sars.) Dann könnte hrcripet und die Kap-Form identisch sein, aber zu Bedenken gibt doch die sehr verschiedene Größe A'eranlassung {hrccipes 8V2 — 1*^ vt\xn. Kap-Form 15 — 18 mm). Iphinoe Hupfer l n. sp. (Tafel I. Fig. ;}, T(>xttig. 1.) Fundangabe: Senegal, Goree, 20 m: (\Hi"rFER (ein geschlechtsreifes Wfubchen und ein zweites jüngeres Exemplar). Beschreibung: \\'(>i beben mit gefüllter P)ruttasche: Der Thorax ist annähernd so laug wie das Abdomen. Der Carapax erreicht fast die Länge des freien Tluu-acalteiles. Das Pseudorostrum ist ziemlicii kurz und gerade nach vorn gerichtet. Der Subrostralausschnitt ist deutlich, der kSubrostralzalm zugespitzt. Hinter dem Subrostralzahn ist d(U- Carapax auf eine kurze Strecke gezähuelt. Die Subrostrallappcn sind neben der vorderen Partie des Frontallobus etwas h(ickerig vorgewölbt. Der < )cellarlobus trägt 3 Linsen, eine mediane vorn und 2 seitliche hinten. Hinter dem < )cellarlobus beginnt eine sich über den vorderen Teil des Carapax erstrc^ckende, nicht besonders deutlich aus- gebildete mediane ( 'rista. Sie trägt eine Reihe von 8 nach hinten zu kleiner werdenden Zähnchi'U. Das erste freie T h o r a c a 1 s e gm e n t ist verhältnismäßig lang und liegt auch in seinen Seitenpartien völlig frei. Das zweite Thoracalsegment ist in seiner vorderen Seitenecke durchaus nicht vorgezogen. Vorderrand und Seitenrand stoßcm vielmehr annähernd rechtwinkelig aufeinander, und die Ecke ist schwach abgerundet. Das nächste Segment ist hinten an den Seiten lappig ausgezogen. Das vierte freie Thoracalsegment trägt an seiner vorderen Seitenecke einen ziemlich spitzen Vorsprvmg. Ein ähnliche«' Vorsprung ist auch beim nächsten Segment angedeutet. Ein Dorn auf der Ventralseite der beiden letzten Thoracalsegmente ist nicht vorhanden. Die Subanalkla]) p (^y-Gruj)])e haben das })roximale Glied längcu- als das distale, bei den meisten ander(>n Arten ist es bedeutend kürzer als das distale. Nur bei /.pJniioe rohusta H. J. Hansen und der vorliegcMiden neuen Art ist das proxi- male Glied unbeträchtlich kürzer als das distale. Eine Verwechslung der beiden Arten ist aber ausgeschlossen, da die etwas abweichende rohmta sich von allen übrigen Arten, also auch von der vorliegenden, durch den Jie.sitz von Leisten und Furchen auf ( *ara])ax und Abdomen unterscheidet. Yig. 1. Iphinoe llupferi n. .sji Uropod ; Vergr. 22. Crustacea IV: Camacea und Scliizopoda. Q\ Schizopoda. Auch das Schizopoden-Material ist nicht umfangreich. Es haud(dt sich einmal um je einige Stücke der Arten Sir (('IIa Thompsoni Milne Edwards, Eiqyhauaia americana Haxsex und Eupliausia tenera Haxsen, die Garcke bei Lagos gefischt hat. Das Michaelsen sehe Material ferner besteht aus etlicheu Stücken von Macfopsis; ISlahberi v.Bexedex aus der Lüderitzbucht (5. — 13. All. 191L pelagisch; 5.-24. VII. 1911, 0— 10 m). Bereits an anderer Stelle habe ich das Vorkommen A'on Maci'opsis Slahherl v. Bp:nedex an der südwestafrikanischen Küste, in der Kadford- bucht, festgestellt (L. Schultze, Forschungsreise in Südafrika, v. 5. 1912j. Wieder habe ich die Exemplare genau mit nordischen verglichen und keinen wesentlichen Unterschied gefunden. Da diesmal erwachsene Männchen beim Material waren, konnte ich auch den Bau der verlängerten Pleopoden, der ja von besonderer systematischer Bedeutung ist, prüfen und fand auch hier keine Abweichungen. Im Schizopodenmaterial des Berliner Museums, das mir vorliegt, war eine Form von der afrikanischen Westküste vorhanden , die ich hier mit behandele, die unten beschriebene Afromysis Hcnuoni n. g., n. sp. Die Schizopoden-Fauna des in Frage kommenden Gebietes habe ich bereits in den Berichten über die Schultze sehe Forschungsreise (1. c.) be- .sprochen. Zu der dort aufgestellten Liste kommen nur die oben erwähnten, von Garcke gesammelten Arten, alles weit verbreitete pelagische Formen, hinzu, sowie die Afromysis Hansoni n. g., n. sp. Da diese Funde keine neuen faunistischen Aufschlüsse geben, habe ich meinen a. a. 0. gemachten Ausfüh- rungen, die darin gipfeln, daß unsere Kenntnis der Avestafrikanischen Schizopoden-Fauna für tiergeographische Schlüsse noch viel zu mangelhaft ist, nichts zuzufügen. Gen. Siriella Siriella Thompsoni Milne Edwards Fundangabe: Süd-Nigeria, Lagos: Garcke. Gen. Euphausia I^uphaiisia americana Hansen Fundangabe: Süd-Nigeria, Lagos; Garcke. Euphausia tenera Hansen Fundangabe: Süd- Nigeria, Lagos; Garcke. 62 C. ZiMMEK. Gen. Macropsis Macroi)sis Slabheri v. Ben. Fundangabe: Doiitsch-Südwcstafrika, Lüdoritzlnuhr, pelagiscli und 0— 10 m: W. Mk hael^en. 5.-24. Juli 1911. Gen. Afromysis, ii. g*. Die Gattung" gehört zur Trlbus Lejytorw/sini Hansen. Di(> Augen sind wohl entwickelt. Der lobus masculinus der ersten Antenne ist kräftig und von fingerförmiger Gestalt. Die Antennenschuppe (Textfig. '2b) hat lanzettliehe Form und ist ringsum mit Borsten besetzt. Das zweite Glied ist kurz und iiielit so deutlich abgegliedert wie bei Leptornnsia. Die linke Maudibel ^Textfig, 3'v u. b) besitzt lacinia mobilis, Kamm- borsten und pars molaris. Die Maxillula (Textfig. 4a) hat am \orderrande einen liöckerigen N'orsprung, ähnlieh wie bei Parerythrop^ G. 0. Saks. An der Maxilla (Textfig. 45) ist das Endglied des Palpus eigenartig ausgebildet: Es ist sehr stark verlängert vmd im basalen Teil in einen nach innen gerichteten Lobus ausgezogen. Während der proximale Rand dieses Lobus Fiederborsten trägt, ist der distale Rand und der Inuenrand des Gliedes, in den er über- geht, mit einer (lichten Reihe von kräftisen Dornen besetzt. Afroni>ii>is Han.'^oni n, sp. a ^=- Vordcrkürpor von oben; Vergr. 10; b ^^ zweite Antenne: Vergr. l(i. Fig. 3. ÄfromyaU Hansoni n. sp. a ■= linke Mandibel; A'ergr. 16; b = Kaurjind der linken Mandibel, c = Kaurarid der retlitcn Mandiliel; Vergr. 42. Crustacea IV: Cuniatea uiul Sehizopoda. 63 Der erste Cormopod (Textfig. 5a) ist 7 oliederig , iiiehr übermäßig kräftig und uiclir besonders stark beborstet. Ein freier Lobus ist am Basi- poditen vorhanden. Der zweite Cormopod iToxttig. 5 6) ist 7 gliederig, ver- hältnismäßig schlank und schwach beborstet. Die hinteren Cormopoden i'Textfig. 6a u. b) be.sitzen einen aus zwei Gliedern bestehenden Propoditen. der Dactvlopodit ist klein und die Endklauo nur ganz zart. Die Pleopoden des Männchens sind denen von Leptomysis ähnlich. Nur hat das vierte Paar einen ganz besonders verlängerten Außenast. Das Marsupium des Weibchens besteht aus einem Paar etwas reduziert«»r und zAvei Paaren wohlentwickelter Platten. Der Innenast der Uropoden iTextfig. 8i trägt auf der Unterseite des Innenrandes eine dichte Reihe von Dornen. Das Telson iTextfig. 8) ist lang und breit, zungenförmig, und zeigt hinten in der Mitte einen schmalen aber tiefen, mit kleinen Dornen besetzten Ausschnitt. Unmittelbar vor dem (Grunde des Ausschnittes stehen auf der Unterseite zwei lange Fiederborsten. Bemerkung: Am nächsten steht diese neue (Tattung dm- ßatht/nii/siv Holt und T.viTEusALL. Sie hat mit ihr Ähnlichkeit im Bau der Antennenschuppe und des Telsons, soAvie in der Ausbildung der beiden ersten Cormopoden- paare. Auch zeigt dies (xenus am zweiten (lliede des Mandibularpalpus einen Besatz von kräftigen Dornen. Unterschieden von Bathi/i/u/sis ist die neue Gattung durch den Besitz wohlentwickelter Augen, durch die eigen- tümliche Ausbildung des Mandibularpalpus, die Zweigliederigkeit des Tarsus der hinteren Cormopoden und den etwas abweichenden Bau des vierten männlichen Pleopoden. Afvottiffsis Hansoni ii. sp. Texttig. -J— 8.) Fundangabe: W alfis c h -Bai. im Magen von Trü/Ia capeuxls ('. V.: Dr. Hansox, '2'1. No^'cmber 1902 ('zwei Männchen, ein Weibchen und zwei Bruchstücke). Dem für gute Konservierung wenig geeigneten Fundorte entsprechend ist der Erhaltungszustand nicht besonders . und die Tiere sind stark an- mazeriert. Da jedoch alle systematisch wichtigen Extremitäten in dem Chitinskelett völlig (U-halti^n Avaren. sich auch durch Sektion der Bruchstücke der Bau der Mundwerkzeuge gut feststellen ließ, trage ich kein Bedenken, nach den Stücken die neue Art zu beschreiben. Nur bei Textfig. '2 a und den entsprechenden Teilen der Beschreibung möchte ich die Möglichkeit 64 C ZlMSlKli. ottcn lassen, daß dci- ^'()l■d('^rand des (Jarapax otAvas anders oostaltct und die Carapaxbrcitc etwas geringer ist. Beschreibung: Der C^arapax (Fig. 2a) ist vorn in eine gleichmäßig ge- rundete, nicht besonders weit nach vorn ausgedehnte Stirnplatte ausgezogen, di(^ die Augenstiele nur in ihrer Anwachsstelle überdeckt. Unterhalb der Stii-nplatte, zwisehen den Augen, trägt der Körp(n- eine senkrechte mediane Lamelle, die in dov An.sicht von oben die Gestalt eines Stachels hat. Die Augen (Textiig. 2 a) sind wohlentwickelt, fast rein zylindrisch und nach dem Ende zu nur schwach erw(ntert. Der lazettierte Teil ist verhältnismäßig umfangreich. Das Basalglied des ersten Antennenstammes (Textiig. 2 a) ist etwa so lang Avie die beiden anderen zusammen. Die Schuppe der zweiten Antenne (Texttig. 46) ist 7 — 8 mal so lang wie breit. Sie ragt beim Männchen noch etwas ül)er das Ende des Lobus masculinus heraus, beim A^^eibchen entsprechend weit. Der Geißel- stamm der zweiton Antenne ragt etAvas über die halbe Länge der Antennen- schuppe heraus. Fig. 4. Afromysis Ilansoni n. sp. a = MaxilUila, h ■=-- Maxiila; Veror. Ki. Fio-. .j. y\fromysis Ilansoni n. sp. « = erster, b = zweiter C'ormopod des (Y Yero-r. ICi. Die pars molaris der Maudibelu ('^rexttig. 3 i ist mit regelmäßig gestellten Tuberkeln . die teilw(Mse last den ( 'harakter von Zähnchen an- nehuK 11. liedeckt. l)er ('arpo}M>dit (b'r (iangt'ül-je (Texttig. Grti ist, mit Ausnahme des letzten Paares (Texttig. (')/>i, etwas verbreitert. Crustacea IV : Cumaeea und Scliizopoda. Qö i/ Der vierte Pleopod (Textiig. 7) des Männchens be- sitzt einen 8-giiederigen Endo- poditen und einen 9-gliederigen Exopoditen. Der erstere er- streckt sieh etwa bis zum Ende des vierten Gliedes des Exopo- diten. Dieser ist sehr stark verlängert und reicht mit dem Ende seiner Borsten bis über die lialbe Länge des Telsons hinaus. Am Innenrande des ersten Gliedes der beiden Äste ist je eine Aussparung und ein Vorsprung vorhanden, die wechselseitig ineinander passen. Die ersten vier Glieder des Außenastes tragen die üblichen ^Fiederb ersten. Die nächsten 3 Glieder haben nur eine schwache kurze unbefiederte Afromysis Hansoni n. sp. Borste jederseits. Das 7. Glied a = Ende des fünften |-j.i|g(. g^^g starke Borste, die so lang ist, wie die ersten 5 Glieder zusammen; sie ist in ihrem Afromt/sis Hansoni n. sip. distalen Teil spiralig geringek Vierter Pleopod des cf; und einseitig gefiedert. Das " * 8. Glied ist sehr stark verlängert und übertriflft die Länge der 3 voran- gehenden zusammen. Es trägt eine lange zweiseitig schwach befiederte Endborste. Das 9. Glied ist klein und nur und(Hitlich gegen seine End- borste abgegliedert, die den gleichen Bau hat, wie die des 8. Gliedes. Die Endborsten der 3 letzten Glieder reichen annähernd bis zur gleichen Höhe. Der Innenast der Uropoden (Textfig. 8) ragt etwas über das Ende des Telsons heraus, der viel längere Außenast aber überragt es um etwa 2/g von dessen Länge. Am Innenast stehen auf der Unterseite des Innenrandes dichtsjedrängt sehr zahlreiche Dornen. Sie haben untereinander nicht ganz gleiche Größe. Die Reihe beginnt in der Höhe des Hinter- randes des Statolithen und erstreckt sich fast bis zum Ende des Astes. Der letzte Dorn steht etwas von den anderen entfernt. Fig. 6. Cormopoden des Q., h ^= Endopodit des letzten Cormopoden des rf ; Vergr. 16. Fiff. 7. Michaelseu, Westafrika. Ud. U. QQ ('. Zimmer. Das Telsou iTcxttig. S) übortrifft an Länge etwas das letzte Abdominalsegment. Seine größte Breite nahe der Basis beträgt etwas mehr als die Hälfte der Länge. Nach hinten zu verschmälert es sich nur allmählich und ist so hint(Mi verhältnismäßig breit abgerundet. Der schmale Ausschnitt am Ende erreicht etwa '/4 der Telsonlänge. Wie schon erwähnt, .stehen in der Tiefe auf der Unterseite zwei Fiederborsten, und der Band des Ausschnittes ist mit kleinen Dornen besetzt. Die kleinen Dornen erstrecken sich noch etwas auf die Seitenlobi. dann aber beginnt hier eine Beihe von p. g kräftigeren und längeren Dornen, die sich an den Afromvsis Hansoni n. sp. Telsonseiten bis fast nach der Basis hin erstreckt, hier Telson und Uropod: aber etwas Von der Kante ab und auf die Dorsalseite Vergr. 10. desTelsons rückt. Nach der Basis zu werden die Dornen kürzer und stehen etwas Aveiter von einander entfernt. Die Länge beträgt etwa 1-5 mm. Die Typen der Art l)etinden sieh im Berliner Zoologischen Museum. Fi g II re iie rk 1 ä r u ng. Tafel I. Fig. 1. Ii>Iiiiioe /-»/v'rty^c^- Han.skx. Q. ganzes Tier V(»n (bn' Seite»; Vergr.: 27. Fig. 2. „ „ „ cf, „ ., „ ., „ unter Weg- lassung der Extremitäten; Vergr.: 27. Fig. 3. Iphinoe Hupferl n. sp. $, ganzes Tier von der Seite; Vergr.: 42. Midiaclscn, Meeresfauna Westafrikas, Bd. II: Zimmer, Ciiniacea u. Scliizopoda. Taf. I. Polychaeta von H. Allgen er (Hamburg). Mit 6 Tafeln und 111 Abbildungen im Text. Ct Jlicha eisen, Westafiika, Band II. Die vorliegendp Arbeit beruht auf Untersuchung der im Hamburger Zoologischen Museum behndhchen reichen Bestände an Polychäten von der Küste Westafrikas zwischen Kap Verde und der Mündung des Oranje- Fhisses, einschließHch der Guinea-Inseln. Das sehr umfangreiche Unter- suchungsmaterial läßt sich nach den zwei in ihm vertretenen Faunen- gebieten natürlicherweise in einen südwestafrikanischen und einen tropisch- Avestafrikanischen Anteil zerlegen. Die kleinere südwestafrikanische Sammlung besteht der Hauptsache nach aus dem im Jaln-e 1911 von Prof. W. Mk haelsex auf der Hamburger deutsch-südwestafrikanischen Studienreise erbeuteten Material, dem sich noch einige Einzelfunde von anderen Sammlern hinzugesellen. Die süd- . * . . . westafrikanischen Polychäten wurden am Ebbestrande oder in geringer Tiefe, auch an Bojen, gesammelt, also im Bereich des engeren Litoral- bezirks. Die große tropisch-westafrikanische Sammlung, die zu den bedeutendsten Sammlungen westafrikanischer Meerestiere gehört, wird zum weitaus größten Teile von der gewaltigen Ausbeute Kapitän Hupfer's gebildet. Diese Samm- lung, deren Wert im Gegensatz zu ihrem Umfange durch eine minder gute Erhaltung beeinträchtigt ist, wurde größtenteils so gewonnen, daß von dem genannten Sammler geeignete Gegenstände wie mit Algen, Brjozoen und Muscheln bewachsene Steine , Muschelklumpen und dgl. heimgebracht und im Museum von Prof. Michaelsex auf die an und in ihnen sitzenden Polychäten und anderen Tiere durchsucht wurden. Dieser Sammelmethode ist es zu verdanken, daß auch eine große Anzahl von den meist ver- nachlässigten Klein-Polychäten, wie Syllideen, in der HuPFER*schen Samm- lung enthalten sind. Die Polychäten Hupfer's wurden im Litoralbezirk fast ausschließlich mit dem Schleppnetz aus Meerestiefen bis zu 30 m heraufgebracht. Der Tatsache, daß bis zu einer solchen Tiefe gesammelt Avurde, ist es zuzuschreiben, daß auch Formen, die mehr in tieferem Wasser zu Hause sind, sich in dies(»r Sammlung A^ertreten linden, so die Polyo- dontiden, die Sthenelais- Äxten und die verschiedenen Ampharetiden. An die große HiPFER'sche Sammlung schließen sich ZAvei kleinere, durch gute Erhaltung ausgezeichnete Kollektionen von den Guinea-Inseln an, erbeutet 70 H. Augeneu. von Prof. R. Greeff und Dr. Arnold Schultze. Nebst einer Anzahl von noch hinzukommenden Einzelfunden bilden diese beiden letztgenannten Sammlungen eine wichtige Ergänzung der Sammlung von Kapitän Hupfer. Die Gesamtzahl der von mir untersuchten westafrikanischen Arten beträgt 20(5. Von diesen entfallen 154 auf das tropische Westafrika, 60 auf Südwestafrika, während 9 Arten beiden Faunengebieten gemeinsam sind. Ich habe hierbei für jedes der beiden Gebiete eine der nicht weiter dehnierbaren Spirorbis- Arten angenommen und die in meinem Material nicht vertretene Eupanthalis tuhife.v mitgezählt. Fauiiistischer Teil. Wie schon eingangs bemerkt wurde, verteilt sich das von mir unter- suchte Poljchäten-Material natürlicherweise auf zwei geographisch vmd faunistisch verschiedene Gebiete, das südwestafrikanische und das tropisch- westafrikanische. Ich bezeichne im folgenden das südwestafrikauische Ge- biet als Namaqua-Gebiet, im Gegensatz zu dem sich südlich anschließenden südafrikanischen oder Kap-Gebiet. Betrachten wir zunächst das südwestafrikanische oder Namaqua-Gebiet. Gesammelt wurde in diesem Gebiet von Lüdcritzbucht im Süden bi> SAvakopmund im Norden auf einer Strecke ungefähr zwischen 27 ^ s. Br. und 23" s. Br. Der nächste weiter nördlich gelegene Punkt, von dem ieh Polychäten gesehen habe, liegt schon im Tropengebiet etwa auf 7^ s. Br. Die Kenntnis der Polychätenfauna des Namaqua-Gebietes war bisher nur recht gering. Erst in neuerer Zeit, seitdem Südwestafrika eine deutsche Kolonie wurde, sind aus di(\s(»m Bezirk Polychäten bekannt geworden, und zwar durch zwei kleinere Arbeiten von Marenzeller (1887) und Ehlers i 1905j über Tiere von Lüdcritzbucht. Gegenüber dem von wissen- schaftlichen Expeditionen oft besuchten und anderweitig erforschten Kap- Gebiet stand Südwestafrika in der Erforschung seiner Polychätenfauna weit zurück. Der bedeutende Fortschritt, der in der Kenntnis dieser Fauna durch meine Untersuchungen erzielt wurde , ergibt sich aus folgendem. Ehlers und Marenzeller haben zusammen 25 verschiedene Polychäten- Arten bekannt gegeben: Eaphrosijne capensis Kbo., Lepidonotns semitectiis Stimps., Heinilepidia^mimjtliro'lftfll^f^ Schm.. Kulalia capensis Schm., Neanthes latipalpa Schm., Nereis vallatu Gr., Glycera alba Rathke, Nephthijs Hombergi AuD. etEüw., Eriplif/le capensis Kbg., Marphysa san.f/uineaM.O'ST., Syllis clostero- hranchia Schm., Antolytus afer Ehl., Diopatra cuprea Bosc, Arenicola Polvchueta. marina L., Flabelligera luctator Stimps., Fl. .ranthotricha Schji., Cirratulus capensis Schji., C. tentaculatus var. meridionalis Marenz., Axiothea h/rocephala 8cHM., Nicomache Macintoshi Marexz., Sahellaria capensis Schm., Leprea pterochaeta Schm., Xicolea vetiustula Mont., Dasychone violacea Schji.. Jas- mineira analis Ehl. Von diesen 25 Arten waren 7 nicht in meinem Material enthalten. Ihnen gegenüber .stehen aber 42 Arten, die für das Gebiet neu von mir festgestellt wurden. Die Zahl der bekannten namaf[uanisch(m Arten hat .4ch demnach mehr als verdoppelt und beträgt jetzt 67. Was den Charakter der namaquanischen Polychätenfauna angeht, so ergab sich schon aus den Funden von Marenzeller und Ehlers, daß diese Fauna große L'bereinstimmung mit der des Kap-Gebietes zeigt. Diese Tatsache liat sich nach meinen Erfahrungen be^^tätigt und in ihrer Be- wertung naeh meinem Material noch erheblich erweitert. Die Polychäten- fauna des Kamaqua-Gebietes kann demnach als südafrikanisch oder kapensisch bezeichnet werden. Die faunistische Zusammensetzung der namaquanischen Polychäten- fauna ist nun so beschaifen, daß in ihr erstlich lusitanische Formen oder solchen sehr nahestehende Arten vertreten sind und zweitens solche, die der südlichen Halbkugel angehören, bzw. kapensisch in engerem Sinne sind. Als lusitanisch orientierte Vertreter seien genannt die PholoP. der Lepidonotus, die Xephthys, die Glycera, Phyllodoce rubiginosa. und Marphysa sanguinea. Als mehr oder minder der Südhalbkugel angehörig mögen erwähnt sein verschiedene Nereis-ATtf^n wie A^. Agnesiae, N. polyodonta N. vallata, Odontosyllis polycera nebst mehreren anderen Syllideen. die Aricia, Scoloplos hexaphyllum, die Dodecaceria, der Hyhoscole.v und Nicole.a macrobranchia. Solche südhemi-sphärischen Arten sind zum Teil auf der Südhalbkugel Aveiter verbreitet, auch notial und bis in die Antarktis. Einzelne südwestafrikanische Arten gehen um das Kap-Gebiet herum an der ostafrikanischen Küste nordwärts. Für die Masse der namaquanisch- kapensischen Formen aber bildet das Kap der guten Hoffnung eine Scheide, die einerseits die südatlantische westafrikanische Kap-Fauna, andererseits die ostafrikanische Fauna des Indischen Ozeans begrenzt. Was nun die im Xamaqua-Gebiet vertretenen Polychätenfamilien be- trifft, so wurden eine Reihe von Familien, auch solche, die in Tropiseh- Westafrika Vertreter haben, von mir nicht festgestellt. Es sind dies die Ampliinomiden, Aphroditiden, Polyodontiden, Eulepiden, Goniadidcm, Sphärodoriden , Opheliiden, Chätopteriden und Amphicteniden. Eine Amphinomiden-Art wurde früher von Südwestafrika bekannt, von den übrigen Familien haben einige ihre Vertreter im Kap-Gebiet, so die y2 H. Ai c.ENEu. Chätoptcriclcu und Amphie-tonidou. Eine Anzahl von Formen, dir bisliei- im Namaqua-Gebiet nicht beobachtet wurden, kommen im Kap-Gebiet vor, so Scalisetosus pellncldus, Sthenelaia boa, Euthaleuessa insignis, Nereis glan- Jidosii, Sijllis se.voculata, Potamilla reniforiuis und Ilydroides dipoma, die andererseits wieder in Tropisch-Westafrika aufti-eten. Man wird daher mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß in Zukunft die Zahl der namaquanischen Polye-häteu-Arten sich noch vergrößere. Im großen und ganzen aber muß das Bild der namaquanischen Polychätenfauna nach Qualität und Umfang als festgestellt betrachtet werden. Wir müssen sie danach als arm bezeichnen. Nach der Zahl der Arten stehen an der Spitze die Syllideen, Euniciden imd Terebelliden. Die übrigen hier vertretenen Familien Aveis(>n vielfach nur einen oder zwei Yerti-eter auf. Es mögen an dieser Stelle noch einige bemerkenswerte Erscheinungen heraus gegriffen sein. Eine geradezu kümmerliche ^"'ertretung zeigen einige sonst in den Subtropen reich ent- wickelte Familien, so besonders die Serpuliden. Von dieser Familie wurde außer einer Spiroi'his bisher keine einzige Art festgestellt. Kicht viel besser steht es mit den Sabelliden; doch haben diese wenigstens in Zkisi/chone violarea unter ihren Arten einen durch Größe hervorragenden Vertreter. Die Euniciden stehen gleichfalls in ihrer Entfaltung hinter denen anderer Subtro})eu-Gebiete weit zurück, was noch besonders für die Gattung Eanice zu betonen ist. Ich habe unter meinem Material nicht ein einziges Exemplar einer Eunice erhalten. Daß diese Gattung in Südwestafrika nicht ganz fehlt, wurde durch Marenzeller und Ehlers erwiesen, die die riesenwüchsige Eunice macrohranclna aus diesem Gebiet untersuchen konnten, eine Art, die ihrer Lebensweise wegen mit den gewöhnlichen Mitteln des Sammeins nicht zu erlangen ist. Unter den namaquanischen Arten liuden sich einige von ganz ansehn- licher (iröße, Formen wie Euplirosijne capensü, J^epidonotus semitectm, Nereis Agnesiae, N. vallata. Morplnjsa sanguinea, Eunice viacrohranchia, Owenüi fusiformU, S(d)eUarin capeiiaU, Leprea pterochneta und Dasydione violacea> von denen die Marph//.sa uud die Eunice sogar Riesenformen sind. Die Grüßenentwicklung der einzelnen Formen stellt sich somit keineswegs so dürftig dar, wie man nach dem geringen I'mfang der Fauna vielleicht zu schließen geneigt wäre. Sucht man nach den (i runden für die negati\'en Momente in der Entfaltung der Polychäteiifauna des Xama(iua-(Tebiets, so sind diese in den meist ungünstigen Lebensb(^dingungen dieses (T(»bietes zu finden. Michaelsen hat in seiner Arbeit über die westafrikanischen Tunicaten'j W. Mkiiaelsen, 'J'nnicata. In: Beitr. Kenntn. Meerest'auiia WcstatVikas, I, p. ."MO. Polychaeta. 73 pliysiograpliische Faktoren als Grund für dio geringe Entfaltung der west- afrikanischen Ascidien angesehen. L-h sehließe mich im allgemeinen dieser Auffassung für die Polychäten an ; doch ist zu beachten, daß die physiographi- schen Faktoren auf die Polychätenfauna, die ja zum größeren Teil aus freileben- den, beweglichen Formen besteht, anders einwirkt als auf die Ascidienfauna, die fast durchweg von festsitzenden, keinenfalls frei beweglichen Formen gebildet wird, (ianz Südwestafrika steht unter dem Einfluß der Benguella-Strömung, einer Abzweigung der notial-antarktischen Westwind-Trift. Diese Strömung führt sein* kaltes, aber durchaus nicht nahrungsarmes Wasser mit sich. Der Reichtum an mitgeführter planktonischer Nalirung, dem die südwest- afrikanischen Meeresstrecken ihren bedeutenden Fisclireichtum und die großen Scharen von Fischfressern (Pinguin- und Robbenkolonien auf den vorgelagerten Guano-Inseln) verdanken, kommt auch in der Polychäten- fauna zum Ausdruck, und zwar nicht nur in der bedeutenden Größe mancher Formen (darunter Riesenformen: siehe oben!), sondern auch in der großen Individuenzahl, die manche Arten in gewissen, ihnen zusagenden Örtlichkeiten aufweisen. So sind nach Angabe Michaelses's — und ein von ihm mitgebrachter Block (siehe Textlig. LXXXI) erläutert dies — in weiten Küstenstrecken bei Lüderitzbucht die ganzen Felsen und Felsblöcke am Ebbestrande so dicht mit bewohnten Sabellarien-Röhren besetzt, daß sie wie gepanzert erscheinen. Auch die Individuenzahl mancher Arten, die hier in dem Schlamm zwischen Steinen und unter Felsblöeken Avolmeu und unmittelbar oder mittelbar von der angetriebenen sedimentierten Nahrung zehren, ist nach Michaelsen eine auffallend reiche, so die der Myxicola-, Arenicola-, (Mrratulus-, Nereis- und Marplnjsa- Arten. Diesem vorteilhaften Einfluß der Benguella-Strömung steht aber ein sehr nachteiliger gegenüber, das ist die große Temperaturschwankung, der ein ursprünglich kaltes Wasser im Gebiet der warmen Subtropen naturgemäß unterliegt. In den flachin-en Meeresteilen, aus dem das vorliegende Polychäteumaterial durchweg stammt, muß die intensive Sonnenstrahlung die Temperatur des AVassers schnell erhöhen. Bei der Unregelmäßigkeit des Zuströmens kalten Wassers ist diese steUenweise auftretende schnelle Temperaturerhöhung aber gleichbe- deutend mit einer großen Temperaturschwankung, und kein Temperatur- verhähnis ist für die Entwicklung des marinen Tierlebens ungünstiger als die Schwankung. Ähnlich wie die kalte Oberflächenströmung wirkt der an der Westküste Afrikas wie an den Westküsten der anderen von Xorden nach Süden streichenden Kontinente auftretende kalte Küstenauftrieb auf die Entwicklung der litoralen Tierwelt ein, ist er doch vom Ostpassatwinde abhängig und damit gewissen jahreszeitliclu^n Schwankungen unterworfen 'j^ H. AroEXER. also auch wieder Temperaturschwankungen hervorrufend. Der kalte Küstenauftrieb wirkt auch noch insofern schädlich, als er nahrungsarmes Wasser aus größeren Tiefen mit sich führt. Wir dürfen an der Westküste Afrikas im Bereich der Benguella-Strömung vmd des kalten Küstenauftriebes also nur eine nach den Temperaturbedingungen ganz einseitig befähigte Fauna erwarten, eine Fauna, die lediglich aus eurythermen Formen zu- sammengesetzt ist. Ein weiteres für die Faunenentwdcklung ungünstiges Moment bildet die geringe Küstengliederung. Die Küste Südwestafrikas stellt sich als eine fast vollkommen ausgearbeitete Ausgleichsküste dar, an der die gerade, durch Triebsand ausgezeichnete Küstenlinie bei weitem überwiegt. Felsig-steinige Vorsprünge, Avie sie für die Gesellschaft sedentärer Formen günstig sind, ebenso weit einspringende, ruhigere Buchten, in denen sich eine reichere Schlaramfauna entwickeln könnte, sind selten. Die bei weitem vorwiegenden, vom Triebsand beherrschten Küstenstrecken sind aber sehr tierarm. Sedentäre Polychäten fehlen an solchen Küsten- strecken ganz und errante Polychäten sind hier nur sehr spärlich vertreten. Es ist hiernach zu verstehen, daß die Polychätenfauna Südwestafrikas sehr arm an Arten ist und hierin hinter der des Kaplandes, aus disr sie im wesentlichen hervorgegangen zu sein scheint, weit zurücksteht. Die Küste des Kaplandes steDt sich durch ihre reichere Gliederung und die auch in Hinsicht auf die Strömungsverhältnisse bevorzugte Lage als ein Gebiet sehr vielseitiger Lebensbedingungen dar. Im Westen von der kalten, nahrungsreichen Benguella-Strömung, im Osten von der warmen und nahrungsreichen Agidhas - Str(imung bestrichen, bietet sie in ihrer mannigfaltigen Gliederung den verschiedenartigsten Faunenelementen reiche Gelegenheit zur Ansiedelung und Entwicklung. Nur ein geringer Bruch- teil dieser reichen Fauna, nur die verhältnismäßig wenigen eurythermen Formen, konnten um das Kap der guten Hoffnung hegum an der West- küste Afrikas nordwärts sich weiter verbreiten. Streng stenotherme Formen durften im Litoral des Namaqua-Gebietes nicht erwartet werden. Erklär- Hch ist des weiteren auch dir- besondere Spärhchkeit der sedentären Formen im Xamaqua-Gebiet, wirken doch Küstenstrecken mit Triebsand fast wie Verbrcntungsschranken für diese Formeln, denen an der Westküste Afrikas vom Kaplande bis in die Tropen nur verhältnismäßig sehr Avenige günstige Ansiedelungsörtlichkciten zu Gebote stehen. Vergleicht man die namaquanisehcn Polychäten mit denjenigen des tropischen Westafrikas, so ergibt .sich, was die Zahl der gefundenen Arten anbelangt, <'ine bedeutende Unterlegenlieit des Namacjua-Gebietes. Atich in qualitativer Hinsicht ist der Unterschied zwischen beiden Faunengebieten Polychaeta. 75 erheblieh, insofern als das Namaqua-Gebiet eine im ganzen durchaus von der des Tropen-Gebietes verschiedene Fauna hat. Die Zahl der beiden Gebieten gemeinsamen Arten ist nur sehr gering, habe ich doch nur deren 9 feststellen können. Von diesen sind fast alle weit verbreitete oder kosmopolitische Arten, wie Capitella capitata und Owenia fusiformis, wie Syllis gracilis, Syllidia arrnata und Dlopatra cMprea. Die Verbreitung von Nicolea quadrilohata mag sich später noch als ausgedehnter herausstellen. Das Vorkommen solcher weiter vei'breiteter Formen im Namaqua-Gebiet bietet nichts bemerkenswertes dar. Es mag sich aber in Zukunft die Zahl der mit Tropisch -Westafrika gemeinsamen Formen noch zugunsten des Namaqua-Gebietes erhöhen, insofern als tropische Arten, die zugleich dem Kap-Gebiet angehören, später noch aus dem Namaqua-Gebiet bekannt Averden könnten. Es sind dies Arten, die weiter vorn erwähnt Avurden, wie Scalisetosus pellucidus, Sthenelais hoa usw. Es mag sich dann heraus- stellen, ob das Fehlen dieser Formen in den Sammlungen vom Namaqua- Gebiet nur auf zufälligen Umständen beruht, oder ob ein tieferer Grund für tatsächliches Fehlen in diesem Gebiet vorliegt. Mit Bezug auf Südwestausti-alien mag noch bemerkt werden, daß dieses Subtropen-Gebiet erheblich Avärmer als das Namaqua-Gebiet und viel mehr als dieses dem eigentlichen Tropen-Gebiet angenähert ist. Dieser Charakter drückt sich auch in der sehr viel höheren Zahl der litoraleu Polychäten wie in der viel reicheren Entfaltung einer Anzahl von Familien, wie Syllideen, Euniciden, Sabelliden und Serpuliden aus. Der Anteil an zugleich ti'opischen Vertretern ist in Südwestaustralien bedeutend gi'ößer als im Namaqua-Gebiet. Ein übereinstimmender Zug beider Ge- biete ist der Besitz einer einzigen, aber interessanten Ampharetide. Wenden Avir uns nun zum tropisch-westafrikanischen Gebiet, so ist für dieses, Avie für das Namac|ua-Gebiet, zunächst festzustellen, daß seine Polycliätenfauna bisher in gTößerem Maßstabe nicht erforscht Avorden ist. Aus diesem Gebiet liegen mehrere kleine Arbeiten über Polychäten vor. Von Expeditionen Avurde Westafrika nur selten aufgesucht. Im Jahre 1877 beschrieb Grube einige Aon der Gazelle-Expedition heimgebrachte Polychäten von Westafrika und in neuerer Zeit wurden von der Deutschen Tiefsee- Expedition einige Würmer in diesem Gebiet gesammelt, die A^on Ehlers beschrieben worden sind. Im ganzen Avui'den bisher 60 Polychäten aus dem Bezirk, aus dem das von mir bearbeitete Material stammt, aufgeführt. Vereinzelte Arten finden sich schon A-on Quatrefages (Hist. des Anneies 1865) erwähnt: Polynoe Heiuleloti (Senegal; und Psammolyce albicans fßissao-Inseln). Grube 76 H. AtdE.NEU. hat von dor Oaz<'lle - Expedition (1877) folgende Arten bcsi-lirieben: Punthalis hkolor, Sthenelais incisa, Sf/llis hiichholziana, IJyalinoecia platy- hranchis (Kap Verdiselie Inseln), Goinada congomsü, Spiochaetopteriis tropicus (Kap A^erdisehe Inseln», Maldane decorata, Pifcnodei-ma congoense, Sahella torquata und Fista cristata O. F. M. var. ? Buchanan machte (1894) den Eupolyodontes Cornishi von der Congo-Mündung bekannt. Saint- Joseph führt (1897; einige Arten vom »Senegal an: Lycaatia senegalensis, Si/llis vuriegota Gk., Euhdia viridis O. F. M., Tlielepm setosus Qf. nnd Loimia mcdusa Sav. Pelagische Polychätcm von Illia das Rolas bei Saö Thome hat Ctreeff (1885) bekannt gemacht: Tomopieris rolasi, T. mariana, Alciope Cantrainii D. Ch., Vanadin nielanopthalmus, V. setosa, Ahiopa longirhyncha und Rliynclionerella fulgens. Aravid.ssox fand (1898) unter den Gljceriden und Goniadiden unseres Museums einige westafrikanische Formen: Glycera africajia, Goniada Hupferi, G. congoensis Gr. und Glycinde multidens. Fauvel untersuchte (1901) eine kleine Sammlung von Senegal -Poljchäten: Mar- pliysa sanguinea Mont., Diopatra neapolitana Clap., Nereis Gravieri, Nephthys lyrocliaeta, Glycera africana Arwidss., Cirr(duliis filiformis Kef., Nerine Perrieri, Äricia Chevalieri, Ärniandia intermedia, Clymene monilis, Loimia medusa Sav. und Potamilla cammancemii?. Malac^uin besehreibt (1901) gleichfalls hauptsächlich vom Senegal folgende Würmer: Acholoi' astericola d. Gh., Lepidonotm Wahlhergi Kbg., Chloeia ßava Fall., Hermodice carunculata Fall. (Azoren;, Eurythoe padpcaYi^G., Eunice to rresiensis Mc Ikt., Onuphis eremita, Aud. et Ki)\v. , Xer'cis Dnmerili Aud. et Edw. , E.vogone gemtnifera Pag., Autolytm macrophtlialmiia Makenz., Fallaci« pantherina Hisso, Heterocirrus ater Qf., Tlielepua cinrinnalus O. Fabr. und Easychone violacea Schm. SchließHeh linden sich noch in der Bearbeitung der Polychäten der Deutschen Tiefsee-Ex])edition von Ehlers (1908) einige westafrikanische Würmer: Eunice vittata t>. Gh.. Eiimbrico)iereis mucrouata, J^erebellidarum sp., Hy- droides sp., ferner Aephthy-s Hombergi Aud. et Euw., Ancistrosyllis robusta, Orthodromifs .'ipinosus , bereis lacipeta, Diopatra cuprea Bosc, Prionospio pinnata Ehe., P/iyllochaetopterus sp., Telepsaims vitrarius und Capitella capitata O. Fabr. Ungefähr '25 dieser Arten habe icli mit Sicherheit in dem mir vorliegenden Material \on 'rropisch-\\'estafrika wieder aufgefunden. Aon den übrigen läßt sich mindestens ein l'eil ohne direkte Vergleichung nicht sichin- beurteilen. Das westafi'ikanische Tropen-( Gebiet, aus dem mir Polychäten vor- liegen, erstreckt sich ungefähr von 15" n. Br. (Goree bei Kap Verde) bis 7" s. Br. Von hier bis zum •JS" s. Br., dem nördlichsten Punkt, von dem ich nama(iuanische Polychäten sali, ist in meinem Untersuchungsmaterial Polycliaeta. 7 7 eine Lücke vorliandeu. Aus diesem Absclinitt, den südlichen drei Vierteln der Küste von Angola und der nördlichen Hälfte der deutsch-südwest- afrikanischen Küste, habe ich keine Würmer erhalten; doch stammen gerade aus diesem Abschnitt, den man seiner geogTaphischen Lage nach mit zu Tropisch-Westafrika rechnen oder aber als Übergangsgebiet zum eigent- lichen Xamaqua-Gebiet bewerten kann, einige der von Ehlers aufgeführten Arten, und zwar alle oben an der betreffenden Stelle angegebenen Arten mit Ausnahme der 4 zuletzt genannten. Die Zahl der hier in Rede stehenden Arten, die in der Großen Fischbucht (etM'a 16° s. Br.) gesammelt wurden, ist zu gering, um beurteilen zu können, inAvieweit an der Polychätenfauna dieser Küstenstrecke tropische und namaquanisch-kapensische Arten Anteil haben. Von den betreffenden Arten ist Nephthys Homhergi namaquanisch- kapensisch, Andstrosyllis rohusta tropisch, Orthodroniiis spinosus tropisch. Nereis hicipeta sowie Diopatra cuprea tropisch und namaquanisch-kapensisch, Prionospio pinnata kapensisch, Capitella capitata tropisch bis kapensisch {Telepsavus vitrarius habe ich nicht selbst- untersuchen können). Es würde sich aus diesem geringen Material schließen lassen, daß der betreffende Küstenbezirk eine Mischung von tropischen und namaquanisch-kapensischeu Formen beherbergt und danach als ein Übergangsgebiet zmschen Tropen- und Namaqua-Gebiet anzusehen wäre. Was den Umfang der Polychätenfauna von Tropisch-Westafrika an- betrifft, so muß sie nach meinen Untersuchungen als reich bezeichnet werden, da eine große Zahl für dieses Gebiet neuer Formen v(»n mir festgestellt werden konnte. Da Tropisch-Westafrika unter dem gleichen Mangel einer ausreichenden Küstengliederung leidet, wie SüdAvestafrika, so wird man allerdings nicht erwarten dürfen, daß es in Zahl und Entfaltung seiner Arten mit bevorzugten Gebieten Avie Westindien oder gar das Lido- Malayisehe Gebiet konkurrieren könne. Zurzeit scheint mir eine mehr ins einzelne gehende Vergleichung mit anderen Tropen-Gebieten noch nicht angebracht. So A'iel läßt sich aber sagen, daß Tropisch-Westafrika hin- sichtlich der Größe seiner Polychäten luigünstig dasteht. Im allgemeinen AA'orden die tropisch-AA^estafrikanischen Arten nicht groß. Xur einzelne Formen erreichen auch hier ansehnliche Größen, so Syllis gracilis, Ninoe digitatatissima, Hermodice carunculata imd Eupolijodoutes CornisJti. Syllis gracilis kann in Westafrika sogar RiesenAvuchs erreichen. RiesenAAÜchsige Eunicen wurden andererseits für Tropisch-Westafrika bisher nicht fest- gestellt, AA'icAvohl solche im Namaqua-Gebiet, in Westindien und im Lusi- tanischen Bezirk vorhanden sind. Die soaa'oIiI im Namaqua-Gebiet aaIc im Lusitanischen Gebiet sehr groß AA'erdende Marphjsa sanguinea ist mir aus yg H. Alckxek. Tropiscli-WoPtafrika nicht vorgokommen. Von Fauvel (1901) gesehene Hinterenden dieser Art hatten bis 60 mm Länge und Avaren 5 bis 7 mm breit, es waren also Avohl keine Hiesenexemplare. Nach der faimistischen Zusammensetzung hat die tropisch - west- afrikanische Polychätenfaima einen komplexen (liarakter. Außer solchen Formen, deren etwaige weitere Verbreitung noch nicht festzustellen ist, sind solche des Lusitanischen IJezirks vorhanden, ferner namaquanisch- kapensische und westindische, bzw. solche aus dem amerikanischen Sub- tropen- und Tropen-(iebiet des Atlantik. Einzelne Arten sind kosmopolitisch oder circummundan, so JEuri/thoe co>npla?mta, Si/llis gracilis, S. variegata, Eunice siciliensis, ('apitella capitata und Owenia pUformis. Eine Anzahl Form(Mi gehören zugleich dem Lusitanischen Gebiet imd dem Kap-Gebiet an, so Sthenelais hoa, Nereis Ihiinerili, Syllidia armata, St/llis gracilis, S. sexoculaia, Marphysa sanguinea, Chaetopterus variopedatus u. a. mehr. Es wurden von mir 48 lusitanische Arten für Westafrika festgestellt. Von diesen gehen 6 nur bis Senegal südwärts, während 42 noch weiter südlich, zum Teil, nämlich 12, soweit südlich wie Deutsch-Südwestafrika, gehen. 4 lusitanische Arten sind anscheinend über die ganze Westküste von Senegal bis Südwestafrika, 9 über weitere Strecken von Senegal bis Tropisch-West- afrika oder gar bis Angola verbreitet. 29 lusitanische Arten fehlen im Senegal-Bezirk, während sie weiter südlich wieder auftreten. Bei 14 hisitanischen Arten umfaßt di(> Verbreitungslücke die Sti-ecke von Senegal über Tropisch-Westafrika. bei 7 sogar die Strecke von Senegal bis über Angola hinaus. Der Anteil an Avestindischen bzw. amerikanisch-atlantischen Formen wird sich in Zukunft vermutlich als größer h(>rausstellen, als er jetzt erscheint, w^enn er.st die vielfach ungenügend beschriebenen zahlreichim amerikanischen Arten besser bekannt sein werden. Die Ostküste Süd- amerikas, die jedenfalls eine rciclie Polychätenfauna hat, df^-en der Avarmen Zone angeliörenden Teile aber noch nicht ausreichend erforscht sind, kann nicht mit Westafrika in Vergleich gezogen werden. Was Südamerika etwa mit Westafrika gemeinsam hat. wird sidi ei-st nacli Durchforschung des ersteren Ix'url eilen lassen. Betrachten wir die im iropisch-westafrikanischen Gebiet vorkommenden Bolychäten nach ihrer Familienangehörigkeit, so sehen Avir fast alle Familien dort vertreten. Von einigen kleinen FamiHen , den Sphärodoriden , den Scalibregmiden und den Ampliicteiiiden . niii-(b' kein Vertretf^r gefunden. Der tropische Charakter dieses l)ezii'ks ist g(>genüber dem Namaqua-(Tebiet gut ausge])rägt, Avas seinen Ausdruck fin(b't in d(^r sehr Aveit überragenden Zahl der Arten wie in der Vertretung (l^'v einzelnen Familien, besonders Polychaeta. 79 derer, die sich in den warmen Meeren im allgemeinen einer guten Ver- tretung erfreuen, so der Polynoiden und Terebelliden, erheblich auch der SvUiden, in ganz auffallender Weise aber der Euniciden, Sabelliden und Ser- puliden. Unter den Euniciden findet sich vor allem eine Reihe von Arten der Gattung Eunice, ferner die Ninoe-, die Drilonereis-, Diopatra-, Epi- diopatra-, Onuphis- und Pammarphi/sa-Formen. Nur wenige tropisch-west- afrikanische Eunicidengattuugcn kommen zugleich im Namaqua-Gebiet vor, und diese sind hier durch eine geringere Zahl von Arten vertreten. Auch die Gattungen der Sabelliden sind fast nur solche, die dem Namaqua- Gebiet fehlen. Noch auffälliger als bei den Sabelliden zeigt sich die Über- legenheit des tropischen Westafrikas bei den Serpuliden in seinen tropischen Vertretern von Hydroides, Pomatostegiis, Spirohrnnchus usw. Die Phyllo- doceen treten im Bilde der tropisch-westafrikanischen Fauna nicht durch starke Entwicklung hervor, was in anbetracht ihrer guten Vertretung in anderen Gebieten, wie dem lusitanischen und dem arktisch-borealeu, nicht verwunderlich ist. Hervorzuheben ist die ziemlich gute Vertretung der Flabelligeriden in Tropisch-Westafrika. Die Gattung Flahelligera kommt hier zwar nicht vor. Die übrigen i^^ngehörigen dieser Familie zeigen aber, daß sie, soweit die Zahl der Arten in Frage kommt, auch in einem Tropen- Gebiet günstige Entwicklungsmögiichkeiten lindet. Eine besondere Er- wähnung verdienen die Ampharetiden des tropischen Westafrikas, wie im Anschluß daran auch die des Namaqua-Gebietes, weil ihre Kiemen vom gewöhnlichen Kiementyp der Familie durch gefiederte oder blattartige Bildung mehr oder minder stark abweichen. Das Vorkommen derartiger Kiemenformen zeigt sich hiernach bei den Ampharetiden viel weiter ver- breitet, als man bisher annehmen konnte. Die durch aberrante Kiemen charakterisierten Gattungen laufen parallel mit solchen, die die gewöhn- liche Kiementracht zeigen, so Pterampliarete mit Ampharete, Fhyllamphicteis mit Amphicteis, Pterolysippe mit Lysippje, Isoida mit Melinna. Als charakteristische Tropen-Gattungen mögen endlich noch Pontogenia und Eulepis erwähnt werden, von denen namenthch die letztere, Eulepis, streng an die Tropenmeere gebunden ist, während die erstere, Pontogenia, in Subtropenbezirke wie das Mittelmeer und Südjapan vordringt. Eulepis- Arten finden sich sonst nur noch im Indo-Malayischen Gebiet und in West- indien nebst den Bermudas. Eine etwaige weitere Einteilung des westafrikanischen Tropen-Gebietes in Unterbezirke läßt sich meiner Ansicht nach gegenwärtig noch nicht mit voller Sicherheit ausführen. Es sind immerhin Handhaben für eino solche Einteilung angedeutet, so z. B. in der Fauna der Guinea-Inseln. Ich habi' gO H- AUGENER. tur diese Inseln 42 Polychäten-Arten festgestellt, von denen der größere Teil auch an der westafrikaniselien Festlandsküste lebt. 17 Arten der (luinea-Inseln wurden nicht an der Festlandsküste gefunden. Es ist des- halb sehr wohl möglich, daß die inmitten des Tropenmeeres gelegeneu Inseln gewissen Formen Existenzmöglichkeiten bieten, die sie an der Fest- landsküste nicht vortinden. Da die an den Inseln gefundenen Arten noch nicht ein Drittel der Gesamtzahl der von mir gefundenen tropisch-west- afrikanischen Arten ausmachen, so sind sie noch nicht ausreichend für eine klare Abgrenzung des Bezirks der Guinea-Inseln. Die weiter nördlich dem .•ifrikanisehen Festlande vorgelagerten Inseln sind nicht in meine Unter- suchung mit einbezogen worden. Die dem lusitanischen Gebiet angehörenden Azoren liegen Aveit nörd- licli außerhalb der Tropen. Von den auf ghncher Breite mit dem Senegal- l'x'zirk, zwischen 15^ n. Br. vnid 18" n. Br. liegenden Kap Verde'schen Inseln sah ich nur sehr Avenige Formen. Von dieser Inselgruppe sind wiederholt Polychäten bekannt gegeben worden. Aus den vorliegenden Angaben ergibt sieh ein bedeutender Anteil lusitanischer Formen in der Fauna der Kaj) Verde'schen Inseln. Diese Inseln gehören hiernach faunistiscli vermutlich zum mauretanischen Gebiet, AV(^niger zum Tropen- (iebiet. Ckosslani), der die marine Fauna dieser Inselgruppe an Ort und Stelle untersucht hat (Oceology and Deposits of the Cape Verde Marine Fauna; Troc. zool. Soc. 1905, 12, p. 170), bemerkt u. a., daß sie trotz der geographi- schen Lage der Inselgruppe einen ansehnlichen subtropischen Anteil hat. Aber (\s möchte später erkennbar werden, daß dieser Anteil der Fauna ungebührlich hervortritt durch seine schon gut bekannten Arten, während der etAvaige tropische Anteil erst nach vollendeter Untersuchung der Sammlungcm bekannt sein Avird. Grossi.and erAvähnt verschiedene Korallen bcAVobnende Polychäten, meist ohne nähere Benennung, von denen ich Lysldlce inid /'Jimice siciliensis aus dem tropischen Westafrika erlialten habe, von denen mir dagegen die auch in Westindien vorkommende Nickiion nicht vor- gekommen ist; ebensowenig habe ich di(^ eiu-opäische Dodecaceria concharum erhalten, auch nicht von Senegal. Die unter 30" n. Br. liegenden Canarischen Inseln und Madeira gliedern sich nordwärts an das lusitanische Gebiet an und sind nicht mehr zum tropischen Westafrika zu rechnen. ITber beid(^ Inselgruppen liegen umfang- reiche Untersuchungen vor, besonders übfu" Madeira. Von den 170 bis 180 Polychäten-Arten, die Laxgrkhans bei Madeira aufgefunden hat, ge- hören ungefähr die Hälfte zugleich dem lusitanischen Gebiet (Mittelmeer — Atlantik) an. Von den ebenialls von Langeuhans (1881) zusammenge- Polychaeta. 8 1 brachten 57 canarisclien Arten gehören mehr als die Hälfte dem Lusitani- schen Gebiet an. Madeira und die Canaren sind in das nordwestafrikanisohe oder Mauretanische Grebiet einzubeziehen imd vom westafrikanischen Tropi'u- Gebiet zu trennen. Eine Abgi-enzung des den nördlichsten Teil meines Untersuchungs- gebietes bildenden Senegal-Bezirks halte ich noch nicht für spruchreif. Ich habe schon weiter vorn angemerkt, daß von den ghüchzeitig lusitani- schen Arten höchstens ein Neuntel, nämlich 5, nur im Senegal-Bezirk ge- funden wurden, während 12 noch weiter südhch vorkommen. Dieser geringe Bruchteil von Arten, die nur im Senegal-Bezirk gefunden Avurden, kann für Abtrennung dieses Bezirks nicht in Frage kommen; auch braucht eine südlichere Verbreitung dieser Arten nicht als ausgeschlossen betrachtet zu Averden. Von anderen Autoren wurden 10 bis 12 Arten für den Senegal- Bezirk bekannt gemacht, die mir weder von hier noch von dem südlicheren Westafrika unter die Hände gekommen sind. Eis sind dies die von QuATREFAGES, Saint-Joseph, Fauvel uud Malaquin Verzeichneten Formen, deren Verbreitung noch weiter südlich an der westafrikanischen Küste nicht ohne weiteres als ausgeschlossen anzusehen ist. Zum Teil bedürfen diese Formen noch einer näheren Prüfung, wenigstens die Arten Quatrefages' und Malaquin's. Eunice ton-esioisis, Malaquin, ist z. ß. eine indo-pazitische Art; daß Thelepiis cincinnatus, Malaquin, soAveit südwärts wie im Senegal- Bezirk vorkommen sollte, halte ich für unwahrsch(nnHch. Mehrere der Senegal-Arten von Fauvel, Avie Nerine Perrleri, Aricia Ckecalieri und Potarnilla casamaucensU, sind nieht lusitauisch und gehören wahrscheiuHcb zum eigentlichen Tropen-Gebiet. Ich habe diese Arten nicht gefundeü. Einige andere Formen, Avie Tlielepus setosus, Biojxitra neapolitana, Autoh/tns macropldlialmiis, Fallaela pantJie.rina und Cirratulus ßliformis, sind allerdings lusitanisehe Arten, die möglicherAveise im Senegal-Bezirk ihre südHchste Verbreitung haben. Vor der Hand aber ist die Zahl der vom Senegal- Bezirk bekannten lusitanischen Arten zu gering, um zu entscheiden, ob dieser Bezirk sich mehr dem Mauretanischen Gebiet anschließt oder aber eine Übergangszone zAA'ischen diesem und dem eigentlichen tropischen Kern- gebiet Westafrikas bildet. Die sich unmittelbar südlich an den Senegal-Bezirk anschließenden Bezu-ke von Gambia bis Sierra Leone, von denen ich kein Material erhalten habe, bedürfen noch einer nähcn-en Erforschung ihrer Polychätenfauna. Auch die Abgrenzung des Tropen-Gebietes auf dov südlichen Halb- kugel muß durch Aveitere Forschungen noch genauer festgelegt Averden. Mir war es leider nicht möghch. Ich habe nur feststellen können, daß 32 H- AUUENEU. die uanui(|uani.sfli(' Fauna am '23^ .s. Br. noch vorliaudon ist. Es läßt sich danach schou ji'tzt schließen, daß die Tro}>eufaima au der westafrikauischeu Küste weniger weit nach Süden hiuabreicht oder doch weniger weit südwärts vorherrscliend bleibt als in anderen Erdregionen. Die Ursache für diese Zurückdräuguug der Tropenfauna an der westafrikanischeu Küste von Süden her erklärt sich aus der Einwirkung der weit nach Norden streichenden kalten Benguella-Strömung. Zur Erläuterung der vorstehenden Ausführungen habe ich einige Tabellen zusammengestellt. Die erste Tabelle enthält eine Zusammen- stellung der Familien mit den Artenzahlen. Sie läßt den numerischen Gegensatz zwischen dem Tropen-Gebiet und dem Namaqua-Gebiet scharf hervortreten. Die zweite Tabelle enthält die geographische Verbreitung der aufgeführten Arten. In der dritten Tabelle sind alle Formen zusammen- gestellt, die dem Bezirk der Guinea-Inseln allein oder zugleich der Fest- landsküste angehören. In der vierten Tabelle finden sich die westafrikani- schen Arten verzeichnet, die zugleich im lusitanischen Gebiet vorkommen, nebst Angabe ihres nördlichsten und ihres südlichsten Vorkommens im untersuchten Gebiet. Zvuu Schluß möchte ich noch den Herreu, die mich durch Entleihung von Vergleichsmaterial unterstützten, meinen aufrichtigen Dank abstatten. Es war mir durch solche Unterstützung" möglich, die GRUBE'schen Typen von der Gazelle-Expedition wie auch eine Anzahl ScHMARDA'scher Typen vom Kaplando einer Nachuutersuclumg zu unterziehen.'; ') Zu j^roßem Danke, dem ich an dieser Stelle {gebührenden Ausdruck verleihen möchte, sind alle, denen au der guten Ausstattun<^- dieser Abhandlung gelegen ist, der hochgeschätzten Gemahlin des Autors, Frau Dr. M. Auoener, verpflichtet, die mit an- erkennenswertem Geschick und in unermüdlicher Tätigkeit die Vorlagen für die zahlreichen Tafel- und Te.xtfiguren hergestellt hat. Der Herausgeber. Polvcliaeta. 83 Tabelle I. Zahl der Arten der einzelnen Familien in den westafrikanischen Gebieten. Arten Amphinomidae . Chrysopetalidae . Aphroditidae . . Polyodontidae . Sigalionidat' . . Polynoidae . . . JEulepidae . . . . Nephthydidae . . Phyllodocidae . . Nereidae . . . . Hesionidae . . . Syllidae Eunicidae . . . . Stauronereidae ■ Glyceridae .... Goniadidae . . . Spionidae . . . . Ariciidae . . . . ^ 'S.« W O CO ö 2 1 2 5 10 1 4 6 14 5 29 27 3 4 2 6 4 oi E I Qi 05 5 — 1 1 2 1 4 1 8 2 1 — 3 1 4 2 10 7 5 1 20 10 24 4 2 1 3 1 2 — 4 2 2 2 Arten =1— — = Opheliidae . . . Scalibregm idae ArenicoUdae . . Flahelligeridae Chaetopteridae . CirratuUdae . . Capitellldae .. . Mcddanidae . . Oiveniidae . . . SaheUariidae . . A mpharetidae . Terehellidae . . Sabellidae . . . Serpulidae . . . Sferna.'^pidae . . Sit ^ » ^ ^ 2 1 1 8 2 7 2 6 1 4 5 15 11 10 1 2 4 2 4 1 2 4 10 8 9 1 Zusammen 206 155 60 Tabelle II. Verbreitung der Arten. Eurijthoe complanata Fall. . . . I 4~ — parvecarunculata Horst Hermodice cariinculata Fall . . i + Chloeia euglochis Ehl I! -f- Euphrosyne myrtosa SA^■ j, -j- Paleanotus chrysolepis S -\- Eupantlialis tubifex Ehl • -f- Lepidonotus semitectus Stuip.s . . i — clava Mont ;| -{- — Hupferi n. sp |i -j- Scalisetosus pelhicidt(s Ehl. . . . || -j- 7 M i c li a e 1 s e n . Westafiika. Bd. IL 4- + + + + + Rotes Meer; Ostafrika Südvvestaustralien ; öüdl. Nord- westamerika Bermudas Boreal ; Japan Boreal Kap Yerdesche Inseln Boreal-lusitanisch Rotes Meer Südostafrika : ? Indo-Malayiscli Japan '? Südostamerika Südwestaustralien ; snbboreal 84 H. AUGENER. Arten Marmothoe aequiseta Kbg. . . . — • africana n. sp — goreensis n. sp Malmgrenia micropoides ii. sp. . Hololepidella Greefß n. sp. . . . Acholoe astericola d. Ch Eulepis fimbriata Treadw. . . . Nephthys Hombergi Aud. et Edw. — squamosa Ehl — lyrochaeta Fäuv — ambrizettana n. sp. . . . Phyllodoce rubiginosa St.-Jo§. . — oculata Ehl — africana n. sp Steggoa microcephala Clap. . . . Eulalia viridis var. capensis Schm. Mystides angolaensis n. sp. . . . Nereis i'ictoriana n. sp — callaoana Gr — polyodonta Schm — Gravieri Fauv — glandulosa Ehl — Agnesiae n. sp — (CeratonereisJ dualaensis n. sp — — (?) rolasiensis n. sp. . — (Perinereis) vallata Gr. . — — varieaata Gr 5*- Qi l._ O Ol + + ■)l + + + 1 + + + + + 11 + — — melanocephala Mc Int. — (Platynereis) Dumerili Aud. et Edw Lycastis quadraticeps Gay .... — senegalensis St. -Jos Leocrates greeffianiis n. sp. . . . Ophiodromus spinosus Ehl. . . . Oxydromus sp Syllidia armata Qf Ancistrosyllis robusta Eni Syllis prolifera Krohx? — variegata Gr zonata Hasw. . . . hyalina Gk brachychaeta Schm. + + + + + + 1 + _J_ I + 1 melanopharyngea n. sp. . I -j- gracilis Gr [ -j- CEhlersiaJ sexoculata Ehl. I -j- — ferruginea L.ngh. . . . | -[- + + + + Weitere Verbreitung + + + + + + + + + + Südostafrika Kap Verdesche Inseln Boreal Canarische Inseln Südwestaustralien Südsee ; Südwestamerika Südlich. Atlantik Südlich - subtropisch bis notial circummundan Notial- bis tropisch-circum- mundan Bermudas ; ? Brasilien Boreal ; Notial Notial; Chile Subtropisch- u. tropisch-circum- mundan; Notial-Subantarktisch Südliches Australien ? Antarktisch ? Antarktisch ; Subantarktisch ; Rotes Meer; Ostafrika Circummundan Canarische Inseln ; Südwest- [australien ') Die beiden Vertikalstreifen an dem Trennungsstrich zwischen den Rubriken für Tropisch-Westafrika und Namaqua-Gebiet beziehen sich auf Funde aus der Großen Fisch- bucht, etwa Ki '^ s. Br., deren Zuordnung zu einem der beiden Gebiete fraglich erscheint. Polvchaeta. ■ C3 , _!_, «3 c .C J£ cd .£ .c .£ S'^ s.« !q O .4-» sc 2 ■o Arten •5_c5 rt ja 1. Qi rt '-' CS Q. Weitere Verbreitung *i^ s^ CO 3 -J *l HaplosylUs sponpicola Gr. . . . "t ! _1_ 1 BranchiomfUis oculata Ehl. . . . + + Opi'ithosyllis hriinnea Lxghs . . 1 Madeira Trypa n osy llis pra mpra mensis n. sp + — ciemmidifera n. sp + PionosiilUs ehlersiaeformis Aug. + Südwestaustralien Odontosyllis polycera Schm. . . . + + Australien; Neuseeland — ctenostoma Ci-ap + + — sn -^ "I' Ambly osyllis lineolata A. Costa + + ? Nordostanierika Sphaerosyllis oviaera Lxghs. . . 1 i ? Madeira: Canarische Inseln — perspicax Ehl + ■p Notial - antarktisch : Siidwest- australien Grubea Arminii Lxghs^ + Canarische Inseln — clavata Clap + + — rhopalophora Ehi + Antarktisch - notial ; Siidwest- australien Ea'ogone heterochaeta Mc. Ixt. . + + Südlich-circummundan. nördlich bis in die Subtropen — (lemmifera Pag + + Myrianida phyllocera n. sp. . . + Autolytus (Procerea) picta Ehl. + -j- Südwestaustralien Sacconerels sp + Eunice toi'quata Qf + + Kap Yerdesche Ins. ; ? Indo- Malayisch — antillensis Ehl f + — fucata Ehl + + — rubra Gr + + Südl. Nordostanierika — vittata Ehl + ? + 9 Japan; ? Indo-Malayisch. Arch. — concinna Verr. V Bermuda-Inseln: Kap Verdesche Inseln — filamentosa Gr + + — siciliensis Gk + + + ' Circummundan Marphysa sangicinea Moxr. . . . 4- + + + + Südl. Nordostamerika ; subboreal — Mangeri n. sp 4- — capensis Schm + + Paramarphysa longula Ehl. . . + + I Onuphis africana n. sp + 1 — landanaensis n. sp + 1 Diopatra monroviensis n. sp. . . f ! — musseraensis n. sp -r — cuprea Bosc + 11 + + + .^ Südl. Nordostamerika; ? Ost- afrika Epidiopatra hupferiana n. sp. . + — drewinensis n. sp +- Lysidice ninetta Avd. et Edw. . + + Lumbricotiereis impatiens Clap. + + — Latreillei Aud. et Edw. . + - ftoridana Ehl + + Bermuda-Inseln — africana n. sp + Ninoe digitatissima n. sp .... + — lagosiana n. sp + Aracoda multidentata Ehl. . . . + + Südwestaustralien Drilonereis longa Webst. . . . + Südl. Nordostamerika Stauronereis ruhrovittata Gk. . . + + Boreal : subarktisch SQ II. Al'Gkni;!!. . rt' ■ *■> Vi c J- JÄ es .2i .£ .2 t'B i-^ XI O .4-> 2 .— ■o Arten CO «►; S — QU CS 'c !ä c Weitere Verbreitung ^■^ E «> CS Oi £ S rt« n. CS *;cs Ol •-^ z Sä 3 ^ _l Stauronereis tgena Ehl 1 + — amiolana n. sp + Glycera africana AinviD««. . . . + Iiotos Meer — tridactyla Ehl + + + — guinensis n. sj) -t- tesselata Gk + + 1 Japan; Azoren; Madeira; 1 Verdesclie Inseln Kap Ooniada Hupferi Arwidss. . . . -L Glycinde kamerimensis n. sp. . . + ■ Prionospio africana n. sj). . . . + — sea'oculata n. sp + Microspio rolasiana n. sp + Polydora polybranchia Hasw. . + + Notial: Antipodiscli. ("i ninndan reuni- — goreem'is n. sji + — ^P ' + Aricia angrapequensis ii. sj». . . + 1 — liberiana n. sp 4- Scoloploti armiger O. F. Müll. + -f Nördl. n. siidlicli circuiiunmidau — (Xaidon.) hexaphyllum SCHM + 1 Polyophthalmus pictUK Di.j. . . -f -U Indo-Pazitiseh Armandia intermedia Fai v. . . -U Hyboscolex longiseta Schm. . . . j- + Arenicola astfimilis var. afßnis Notial lt. siidl. sul)tropisL h cir- ASHW + _i_ 1 c 11 ni niii n da n Stylarioides xanthotrichus Schm. 1 J- — sivakopianus n. sjt -X- + — tropicus n. sp ■ ! — kinsemboanus n. sp 1 1 ' + — incertus n. sp i + — scutigeroides n. sp + Pycnodernia fernandense u. sp. 1 1 Flabelligera luctator S'jimp.s. . . + + Chaetopterus variopedatu.i Kkn. + + + Boreal 1 'kylhirhaetopteriis sp + Cirratulus eapensis Sciim + + 1 ientaculatus var. nieri- dionaiis Maüknz + + — melanacantlius (in + + Siidostanierika — sp 4- r punctatus Gu + JJeterocirrus flanoviridis (^aint i .los i + Dodecaceria afra n. sp + L CapiteUa capitata O. Fauk. . . . + 1 1 + + + j Kosiii()])olitisi'li Leiochrides africanus ii. sp. . . 1 Maldane deeorata Gu _i_ i Asychis sp + + Euclymene lüderitziana n. sp. . Macroclymene monilis Fa\j\. . . + ! PetaJoch/mene notocera n. sp. . . + 1 I*etalo2>roctus Macintoshi Makf.ü'a. 1 i + + 6) identisch ist. Wie diese Arten zu der atlantischen Eorm stehen, entzieht sich durchaus meiner Beurteilung. Bemerkungen. Ich sah 3 Exemplare dieser Art, von denen eines voll- ständig, mit 114 Segmenten 170 mm lang war. Alle Tiere sind stark entfärbt; nur die Segmentgrenzen sind noch zum Teil dorsal linear schwarz gezeichnet, ein Überrest der sonst prächtigen Färbung. Die Kiemen beginnen am 3. Segment; die stark schräg quer gefältelte Karunkel reicht bis ans (>. Segment. Die Mundöffnung Avird hinten vom 6. Segment begrenzt; der ausgestülpte Pharynx ist aui3en mit Längsrippen versehen, auf denen niedrige kegelförmige Papillen (wohl Drüsenpapillen) stehen. Die alternierend höhere und tiefere Stellung der Dorsalparapode zeigt sich Avie sonst auch bei diesen Tieren. Chloeia cuglochis Ehl. Fundangabe: Senegal, Goree; A. Hli'fek. Weitere Verbreitung: Weit verbreitet im warmen Atlantik: West- indien, Westafrika (bei Dakar in Senegal). Vorkommen litoral, nicht über die 200 m-Linie hinaus. Vielleicht auch bei Funchal, doch ist es möglich, das die Funchal- Tiere sich der Chi. veiiusta Qf. des Mittelmeeres nähern , falls diese Art überhaupt \on Chi. ewjlochis geti'ennt zu halten ist. Im Indischen Ozean lebt die nahe stehende Chi. flava Pall. Erörterung : Das einzige vorhandene Exemplar ist ziemlich vollständig (vielleicht fehlen hinten ein paar Segmente) und mit 20 Segmenten 13 mm lang, also ein kleineres Tier. Die Färbung ist unten bräunlich -fleisch- farben, oben bunt, ähnhch der farbigen Abbildung von Ehlers in den Florida- Anneliden (1887) , aber Aveniger rein (lange Aufbewahrung). Die i^»orsten zeigen keine farbigen Binden; sie sind in der Basalhälfte zart gelblich, und zwar eigentlich nur die ventralen, sonst farblos. Cirren und Kiemen sind violettrötlich. Die Karunkel reicht über die 4 ersten Segmente hin- weg, ist hell grauviolett mit rotbrauner Längsmediaulinie. Das präorale Mundpolster wird seitlich vom 1. und 2. Segment, hinten median vom Munde, lateral vom 3. Segment begrenzt. Was die Borsten betriff't, so stehen im Dorsalast der mittleren Segmente (einzelne Dorsalborsten sehen unter dem Mikroskop gelb aus) einfache Borsten mit einseitig mehr oder minder deutlich gesägter Endstrecke. Im Polycliaeta. 95 A'entralast .stehen gewöhnliche glatte zweizinkige Borsten. Am 3. Segment finden sich dorsal glatte zweizinkige Borsten mit kui'zer, deutlicher sekun- därer Zinke. Die Borsten entsprechen demnach einigermaßen den Angaben, die Marenzeller (Polychaet. d. (irundcs 1873. p. 2) bei Betrachtung der Chi. vemista-hoY»Xen über Cid. euplochis macht. Noch besser würde mein Tier nach Marenzeller zn Chi. modesta Ehl. passen, bei der am 3. Ruder deutliche Gabelborsten auftreten, während bei Chi. euglochis nur einzelne Gabelborsten in den vordersten Rudern vorkommen sollen. Marenzeller will aus diesem Grunde Chi. euglochis und (Id. inode.'^ta voneinander getrennt halten, und ich müßte danach mein Tier Chi. modesta nennen. Ich bin aber mehr der von Ehlers geäußerten Ansicht, nach der Cid. modesta lediglich jüngere Tiere der Cid., euglochis darstellt, zumal mein Tier die bunte Färbung der Cid. euglochisStixc^e aufweist. Ferner ist auch das Moment der Abnutzung der sekundären Zinke an den fraglichen Borsten in Betracht zu ziehen. Die Chi. modesta von Ehlers hatten ungefähr dieselbe Größe wie mein Tier; Marexzeller's Chi. modestaStüij^e von Funchal Avaren größer als meines, standen aber hinter der Chi. euglochis Ehl. noch weit zurück. Ich betrachte einstvs^eilen Chi. modesta als eine jüngere Chi. euglochis. Die Chi. viridis Schm. (1861) aus Westindien ist vielleicht dasselbe wie Chi. euglochis-, es Aväre hier das (Ji-iginalexemplar Schmardas zu untersuchen. Malaquin gibt (1894) von Dakar Chi. /lava an, hat aber wohl die Chi. euglochis vor sich gehabt. Euplivosyne inyHosa Sav. Fundangabe: Kamerun: A. Hupeer. Weitere Verbreitung: Rotes Meer: Ostafrika. V) Indo-Malayischer Archipel. V Kapland. (?) Südwestafrika. Erörterung. Das einzige Exeinplar ist ein kleines vollständiges Tier von 4 mm Länge, mit 26 Segmenten und einer Maximalbreite von etwa 1,8 mm. Die Färbung ist dorsal violettbläulich, ventral graubläulich: die seitlichen Ventralpartien sind etwas lebhafter blau. Die Körperform ist etwas gestreckt oval; die mittleren Segmente sind ungefähr 7 mal so breit wie lang. Die Mundöffnung wh-d hinten vom 4. Segment begrenzt. Das präorale Mund- polster ist ohne Besonderheit; es entspricht den Mittelpartien des 2. und 3. Segments und wird wie der Bauch von einer medianen Längsfurche durchzogen. Die Segmente zeigen dorsal median ein großes fpieres lanzettlich- eiförmiges Mittelfeld. Die graugelblichen Borsten lassen in der Körpermitte etwa das mittlere Fünftel der Körperbreite frei. Am Analsegment stehen t)6 H, AUGEXER. wie bei anderen Arten kurze dicke bräunliche Analcirren von der Länge der letzten 2 Segmente. Die Karuukel reicht über die ersten 3'y^2 odi'r höclistens 4 Segmente nach hinten: sie ist glatt, oben rundlich abgeplattet, ohne irgendwelche Besonderheiten, von Farbe schwach rötlich grau. Der unpaare Fühler ist kurz, kegelförmig imd reicht nicht über das 2. Segment hinaus; die 2 dorsalen Augen stehen etwas hinter ihm, mehr gegen die Mediane aneinander gerückt. Die 2 ventralen Augen liegen rein ventral etwas vor der Mitte zwischen dem Vorderrand des Körpers und dem Vorderrande des Mund- polsters; sie stoßen fast zusammen. Die Form der Augen war bei der geringen Größe des Wurmes nicht erkennbar. Von Kiemen linden sich an den mittleren Segmenten jederseits 7; der aceessorische Rückencirrus steht, soweit erkennbar, zwischen der 2, und 3. Kieme von der Körpermitte an gerechnet. Die Kiemen sind wenig ver- ästelt, haben verkehrt -zitronen- oder eiförmige, knospenartige terminale Anschwellungen. Das Tier hat in der Kiemenbildung, den Borsten und der Färbung große Ähnlichkeit mit einer Euphr. myrtosd Sav. aus den Sammlungen Ehrenberg's vom Roten Meer, die ich vergleichen konnte. Dieser Wurm ist 7 mm lang mit 30 Segmenten. Die Kiemen und die Stellung des accessorischen Rückencirrus sind Avie bei meinem westafri- kanischen Tier. Die Kiemen sind wenig verästelt , haben eiförmige End- knospen und sind Avohl infolge stärkerer Dehnung schlanker als bei meinem Tier von Kamerun. Die Borsten stimmen bei beiden Tieren überein, allenfalls sind die längeren Zinken der ventralen (Tabelborsten bei dem westafrikanischen l'ier im Verhältnis zur kurzen Zinke noch ein bißchen länger als bei dem erythräischen Wurm. Da dieser Unterschied aber mir zu geringfügig erscheint, stelle ich mein sonst gut übereinstimmendes Tier zu Euph-. myrtosa. Zum Vergleich habe ich noch 2 Exemplare der Euphr. myrtosa von Sansibar herangezogen, die von Ehlers so benannt wurden. Der kleinere dieser Würmer ist 7 mm lang mit 29 oder 30, der größere 13 mm lang mit 36 Segmenten. Beide Tiere haben zitronenförmig ver- breiterte Kiemenendknospen, der kleinere Wurm 7, der größere 8 Kiemen jederseits an einem Segment. Die Kiemen sind reicher verästelt als bei dem Kameruner Wurm, was sich aber aus der bedeutenderen Größe erklären ließe. Leider fehlt es mir an reicherem Material von Tieren verschiedener Größe von den verschiedenen hier etwa in Betracht zu ziehenden Arten, um eine genauere, ausführliche Vergleichung vornehmen zu können. Ich möchte aber noch folgendes bemerken. In neuer Zeit beschrieb Gravier nach Material aus dem Roten Meer (lUOl, p. 254) als Euphr. myrtosa eine Polychaeta. 97 Euphrosyne mit reich verästelten Kiemen, deren Endspitzen nicht knospen- förmig verbreitert sind, sondern fadenförmig verjüngt auslaufen. Mein Exemplar hat u, a. auf dem Segmentrücken die beiden Formen von Gabel- borsten, die Gravier von seiner Art abgebildet hat. Ehlers führt Euphr. myrtosa (1913) aus dem Material der deutschen Südpolar-Expedition vom Kap an, läßt aber die Frage offen, ob seine Tiere mit der süd- und süd- westafrikanischen Euphr. capensis Kbg. zusammengehören. Von Horst wird (1912) Euphr. laureata Sav., die andere der beiden SAViGNv'schen Euphro- synen vom Roten Meer, aus dem Malayaischen Archipel beschrieben; er nennt die Kiemen seiner Tiere an der Spitze blätterartig erweitert, was gilt zu Savigny's Euphr. myrtosa, doch nicht zu derjenigen Gravier's, paiBt. Es können nun folgende Fragen erhoben werden, wobei ich wie Ehlers annehme, daß größere Exemplare mit mehr Segmenten auch mehr Kiemen und vermutlich auch reicher verästelte Kiemen haben als kleinere. Erstens: Ist die Form der Endspitzen der Kiemenendzweige (seien sie knospenartig oder einfach zugespitzt) belanglos für die Unterscheidung von Arten und in diesem Falle bedingt durch den jeweiligen Spannungszustand bzw. die Art der Konservierung der Kiemen? Wenn die Form der Kiemenendspitzen belanglos, ist dann Savigny's Euphr. myrtosa dasselbe wie Euphr. laureata Sav.? Ist endlich Horst's Euphr. laureata dasselbe wie Euphr. myrtosa Sav. und vne die Euphr. myrtosa von Gravier? Und weiter: Ist die Euphr. myrtosa Ehlers vom Kap dasselbe wie Euphr. myrtosa Sav. vom Roten Meer? Als wahrscheinlich ist, hiervon abgesehen, anzunehmen, daß Ehlers' Euphr. myrtosa zunächst dasselbe ist, wie die wiederholt vom Kap ange- gebene größere Euphr. capensis Kbg. Vergleicht man nun Savigxy's An- gaben über seine beiden Arten , so ergibt sich folgendes. Beide Arten stammen vom gleichen Fundort, Euphr. laureata ist die größere und segment- reichere von beiden und hat stärker entwickelte Kiemen als Euphr. myrton Längsleisten wird bei Webster ebenso stark quer gesägt gezeichnet wie die zu(u-st b(^schriebenen ; ich linde, daß das nicht der Pcilvcliaeta. 101 Fall ist , und daß die Sehuppon-Sägezähne erheblich dichter gestellt und kleiner sind als an der lateralen Längsleiste. In der Mitte der Palee gehen ca. 5 Zähne an der Mittelleiste auf das Intervall zweier Zähne an der lateralen Leiste. Außerdem seheinen die Zähne hauptsächlich die der lateralen Leiste zugekehrte Kante der Mittelleiste einzunehmen und nicht ganz über die Breite der Leiste hinüberzureichen. Di(^ dritte (medialwärts gelegene) Längsrippe zeigt au ihnn- der medialen Rippe zugewendeten Kante auch eine feine Querschuppung oder Krenulierung, noch schwächer und undeut- licher als an der Mittelrippe. Bei starker mikroskopischer Vergi-ößerung sehen die Längstreifen der Paleenoberfläche wie mit einer feinen Punktierung oder mit ganz feinen Körnchen besetzt aus; die dichte Querstreifung der Längstreifen sieht man. nur bei tiefer Einstellung (bei Betrachtung der Palee von der Oberseite). Horst betrachtet bei einer indo-malayischen Bh. sp. (Notes Leyden Museum. 1909, XXX, p. 219) diese Querstreifung als der Unterseite der Paleen angehörend, ebenso die 14 oder 15 feinen Längsrippen, während er die 3 starken Längsrippen der Oberseite zu- schreibt. Letzteres ist ohne Frage richtig ; auch die feinen Längsleisten sind bei hoher Einstellung (^Taf. II, Fig. 1) zu sehen, wenn auch nur schwach, treten da- gegen bei tiefer Einstellung (Taf. II, Fig. 2) nebst der dichten Querstreifung deutlich hervor. Wahrscheinlich sind die Paleen der Bhawania- Arten wegen ihrer feinen, schwer wieder zu gebenden ( )berllächenskiüptur in Abbil- dungen mehr oder minder schematisch gezeichnet worden, so besonders auch von Webster. Die feinen, bei tiefer Einstellung sichtbaren Querstreifen der Paleeulängssti'eifen sehe ich avich viel dichter und regelmäßiger als sie z. B. Horst abgebildet hat. In meiner Abbildung habe ich mich bemüht, den LTniriß einer Palee und die Oberflächen- skulptur (nur in der oberen Hälfte ausgeführt) einiger- maßen genau wiederzugeben. Die Ventralborsten (Textiig. la und h) sind komplex, haben eine heterogomphe Schaftendgabel und sind etwas verschieden gestaltet. Ein geringer Teil der Borsten hat einen zarten dünneren Schaft mit ziemlieh langer, haar- "^ förmiger Endgräte, während die Mehrzahl der Borsten einen kräftigen kurzen Schaft mit kurzen, scharfspitzigen, am Ende schwach gebogenen Endsicheln hat. Die Sicheln wie die langen Gräten sind an der konkaven Kante gewimpert. Was die dorsalen Paleen betrifft, so ist eine kleinere Zahl derselben S* f/ lO'J H- AlGENER. am unteren Rande des Paleenfächers schmäler als die mittleren , bis zur scharfspitzigen Lanzettform. Die von Webster abgebildete glatte, lanzett- lich zugespitzte Borstenform (vgl. Fig. 15), die er als Borsten des dor- salen Ruderastes bezeichnet hat , sind in dieser Form nicht vorhanden, wenigstens nicht genau so gestaltete. Es sind das lediglich modifizierte Paleen mit paleenälmlicher Oberflächenskulptur und von schmälerer Form als die typischen Paleen aus der Mitte des Fächers. Ob diese Borsten wenigstens zum Teil so zugespitzt endigen, wie in Webster's Figur, kann ich nicht entscheiden. Ich sehe in einem Präparat ganz zu unterst im Paleen- fächer neben dem Dorsalcirrus eine l^orste, die in der Gesamtumrißform Webster's Figur ziemlich gleicht, doch am Ende noch spitziger, etwas mehr abgesetzt ausgezogen ist. Meistens sind diese unteren Paleen an der Spitze zerfasert und nicht tadellos erhalten. Auch die eine erwähnte spitz- endigende Palee hat paleenartige Oberflächenskulptur; es liegt daher kein Grund vor. diese untersten modifizierten Paleen als eine besondere Borsten- form zu bezeichnen, ebensowenig wie bei Paleanotus, dem früher einfache dorsale P)orsten zugeschrieben wurden. Es mag zugegeben werden, daß solche untere Paleen in Kantenstelhmg einfache glatte Borsten vortäuschen können. Ich habe leider keine typischen Exemplare der Bli. Goodei vergleichen können. (Webster, Annelids from Bermuda, Bullet. Unit. States Nation. Mus. Nr. 25. 1884. p. 308, Tab. VII, Fig. 10—15), nehme aber einstweilen an, daß ich die Art von Webster vor mir habe. Webster's Abbildungen sind ziemlich schematisch gehalten und lassen keine g'enaue Vergleichung zu. Die feine Wimperung der Schneide der ventralen Borstenendglieder wurde von Webster nicht erwähnt und nicht gezeichnet; daß eine solche vorhanden war, darf man wohl aus Analogieschlüssen nach anderen Arten annehmen. Treadwell (]90()), der diese Art von Porto Rico angegeben hat , berichtigte u. a. die Angabe Webster's über die Beschaffenheit der sogenannten „dorsalen Borsten"; erfand seine Tiere also etwas abweichend von denen Webster's. Treadwell's Ansicht, daß die Gattung Heterojnile von H. P. Johnson zu Gunsten von BJtawania eingezog(Mi werden könne, teile ich nicht; ich habe mich hierüber schon gelegentlich der Besprechung von Faleanotus in meiner Arbeit über die erranten Anneliden Südwest- australiens geäußert. Die gleiche Art wie Webster mag Ehlers (I887j vorgelegen haben; sie wird ohne nähere Bestimmung als langgestreckte seg- mentreiche Palmyriden-Form aus dem FlacliAvasser Westindiens angeführt. Pdhnyrd efonr/ata Gr. fAnnulata Oerstediana 1856/58. p. 5!) von West- indien ist wohl auch eine Bhawania und könnte demgemäß mit Bh. Goodei Polyehaeta. 103 und der von Ehlers cro!, die angebhch keine Cirren an den Rudern haben soUte und möglicherweise eine Bhcacania ist. Eine Bhawania ist auch das Chrysopetalum R'tveli Grav, (1910) von Peru nach der Segmentzahl und der Gestalt der Paleen. Diese Art hat ein wenig anders geformte Paleen als meine Form und mag der Bh. myrialepis Schm. nahe stehen. Die typische Art von Schmarda, Bh. miiriaUpis, ist viel größer als meine Art und hat auch hellere Paleen; ich habe weder von ihr noch von einer anderen Bhawania Material vergleichen können. Die Gattung Bhawania ist in den Tropen und Subtropen in beiden Erdhälften weit verbreitet. Die einzelnen Arten scheinen, soweit ich das beurteilen kann, schwer zu unterscheiden zu sein, ebenso wie die Vertreter der anderen Chrysopetaliden-Gattungen. Farn. Aphrodiiidae. l*onto(/enia sericoma Ehl. Tafel II Fig. 26, Textfig. IL Pontoaenia sericoma Ehlers, Florida-Anneliden, 1887, p. 4t'i, Tab. VII Fig. 1 — 5. Fundangabe: 11ha d as K o las bei Ilha de Saö Thome; R. Greeff. Weitere Verbreitung: Westindien. Das Originalstück wurde oberhalb der 200 m-Liuie gefunden, was zu dem litoralen Fundort des Tieres von Ilha das Rolas paßt. Erörterung. Die beiden mir vorliegenden Exemplare dieser Art sind wolil- erhaltene vollständige AVürmer. Sie sind ventralwärts stark zusammenge- krümmt. Das größere ist mit ungefähr 32 Segmenten annähernd 25 mm lang und hat eine Maximalbreite mit Rudern von etwa 6,7 mm. Der kleinere Wurm, der schätzungsweise reichlieh halb so lanij wie der größere ist, hat ca. 30 Segmente. Ganz genau konnte ich die Segmentzahl wegen der Einkrümmung der Würmer nicht ermitteln. Die Färbung ist graugelb, am Bauche etwas lebhafter gelblich. Ich habe über diese nach einem einzelnen Exemplar aufgestellte Art einiges auszuführen. Der Kopf ist nahezu abgestumpft quadratisch; hinter ihm Hegt ein (pierer kürzerer, etwas erhabener Wulst, der vermutlieh dem Buccalsegment angehört, ähnlich Avie bei Laetmatonice. Fühler und Cirren, auch die Ventralcirren , haben ein dünnes , an der Spitze kevilenförmiges abgesetztes Endglied. Es sind am Kopf 2 Paar schwarze, rundliche, mit Linsen versehene (?) Augen vorhanden; die Augen jeder Kopfseite stoßen 104 H. ArdKNKK. zusammen und stohcn auf ('iucni kurzen dicken Augenstiel; die vorderen Augen sind erheblich großer als die hinteren. Von den Elytren sind die des 1. Paares (Taf. II Fig. 2(3) seitlich au- geheftet und nierenförmig. auf dem größeren Teil ihrer Oberfläche (mehr als die vorderen V3) etwas bräunlich gefärbt, im übrigen hell: in der Gegend des Anheftungspunktes vor dem konkaven Auß(Miraude findet sich braunes, in Form kleiner Körner zerstreutes Pigment. An einem großen Teil des Elytronrandes sind zerstreute kurze, Avinzige, zylindrische oder kegelförmige Papillen vorhanden ; am medialen konvexen Rande fehlen solche, oder sie sind sehr klein und spärlich. Am größten und am dichtesten verteilt sind die Papillen am seitlichen Hinterrande des Elytrons. Auf der Elytronfläche finden sich sehr zer.streut, namentlich auf der vorderen Hälfte, ganz winzige Papillchen, w^ährend solche auf der hinteren Hälfte zum großen Teil ganz fehlen. An den mittleren Elytren ist die vordojre Hälfte zart bräunhch. Auf der Fläche der Elytren linden sich, namentlich an der vorderen Hälfte, sehr kleine weitzerstreute Papillen, am Rande selbst fehlen Pa- pillen. Die Elytronpapillen sind nur bei recht starker Vergröße- rung gut zu erkennen. An Borsten stehen an den Mittelrudern in) Ventralast in der Regel 4 starke hell gelbbräunlich glänzende Borsten, deren Form der Abbildung von Ehlers ähnlich ist; nur finde ich bei meinem Tier, daß der Endzahn kräftiger, der sekundäre Zahn kürzer als dort ist. Im Dorsalast finden sich die starken, auch von Ehlers abgebildeten Borsten mit ca. "iO kleinen, kurzen, nach dem unteren Ende der Borste hin öfter undeutlichen Säge- zähnen; diese Borsten sind von verschiedener Stärke. Seitlich am Dorsalast outspringen feine haarartige, glatte Borsten, die bei meinen Tieren stark mit Fremdkörpern besetzt sind, wie auch der Rückenfilz, be- sonders bei dem größeren Wurm. An den starken gesägten Dorsalborsten sitzen ebenfalls allerlei Fremdkörper, dagegen an den V(^ntralborsten nicht. Der Rückenfilz ist gelblich; bei dem kleineren Wurm scheint der Rücken durch ihn hindurch. In der Beschreibung von Ehlers finden sich einige Abweichungen von m(üuen Befunden, die ich aber auf (>ine ungenügende Untersuchung des AVurms zurückführe. So sollen die Körpfu-anhänge , z. B. die Fühler, ungegliedert, die Elytren glatt sein. Von den Aug(»n sagt Ehlers, daß sie „non pedunculati" seien und auf gewölbten Polstern st(dien; bei meinen "^rieren sind deutliche Ausenstiele vorhanden in Cbereinstimmung mit den s •-C fj^ •2 £ "4) .2 Oi r* X ^ Q J2 Polythaeta. 105 anderen Fmitooenia-Arten. Der Rückenlilz hatte bei dem Exemplar von Ehlers keinen fremden Körperbelag, ein rein äußerliches und nebensäch- liches Moment. Der Rückenfilz ist namentlich bei meinem srößeren Tier ziemlich dicht, wenn auch nicht so stark wie bei Aphrodite. Von der Iri- sation, welche Ehlers auf der Kückenmitte seines Tieres bemerkt hat, und die wohl an den Rückenfilz gebunden war, sehe ich bei meinen Tieren nichts; es mag dies daran liegen, daß die von Greeff gesammelten Exem- plare viel länger in Alkohol gelegen haben, als seinerzeit das Original- exemplar. Farn. Sigalionidae, Stfienelais boa Johust. Fundangabe: Senegal, Goree; A. Hupfer. D a h o ni e y , W h y d a h : A. Hupfer. Weitere Verbreitung: B or eal-lusitan isc h. Großbritannien und Irland, norwegische, d ä n i s c h e , f r a n z ö s i s c h e K ü s t e n , Mittel- meer, Madeira. Mc Intosch und Ehlers geben die Art für das Kap an, IzuKA (1912) für Japan. Danach ist diese Form nordsüdlich im Gebiet des Atlantik wie in west-östlicher Richtung weit verbreitet. Bemerkungen. Die 3 von dieser Art vorhandenen Exemplare sind sämtlich hinten mehr oder weniger verstümmelt. Das am besten erhaltene Exemplar ist mit 88 »Segmenten 40 mm lang. Die Färbung ist dorsal graubraun, ventral trüb dunkelbraun mit bläulich glänzender Bauchfurche oder ganz ockergelb bis orangegelb, mit weißhchem Kopfe. Die Elytren sind weiß- lich oder graulich, die vorderen schwach oder stärker unregelmäßig bräunlich gewölkt, die hinteren einfarbig: die Oberflächenpapilleu , namentlich der Elytren des Vorderkörpers, können bräunlich sein. Die Elyti*en sind zum Teil mehr oder minder von einem feinen rostartigen Schlamm bedeckt. Ich kann keinen Grund finden, diese Tiere von europäischen, z. B. von britischen, die nach Mc Intosch (1900) bis 8 Zoll lang werden, zu trennen. Die oberen Augen erscheinen, wenigstens bei dem Whydah-Tier, kleiner als in McIntosh's Figur. Der Fühler ist ohne Basalglied 2 bis 3 mal so lang wie der Kopf. Die Form der vorderen Elytren (so die des 10.) entspricht der Abbildung von Mc Intosch (Monograph. 1900, Tab. 39, Fig. 6) mit den spitzen Raudläppchen und den kleinen zerstreuten zylindrischen oder kegel- förmigen Randpapillen. Im Winkel hinter und zwischen dem Kopf und dem 2. Ruder steht ein Nackenorgan wie bei Leanira incisa Gr. u. a. Das 1. Ruder hat dorsale Wimperläppchem Die Ellytrenstellung lautet: 2, 4, 5, 7, . . . 21, 23,/ 25, 27,/ 28, 29, 30 usw. Die hinteren Elytren 106 H. AUGEXER. sind schmäler und gestreckter, nieronförmig, und haben einen stärker ein- gebuchteten Hihis als die vorderen. Die Borsten der voll entwickelten Mittelruder sind wie bei Sth. hoa; im Dorsalast steht die foingesägte und quergerippte Haarborstenform ; im Ventralast stehen zu oberst geblätterte Lanzenborsten, unten und in der Mitte komplexe Borsten mit ihren ver- schiedenartigen, zum Teil gegliederten Endstücken. StJienelais litnicola Ehl. Fundangaben: Liberia, Monrovia, Grand Bassa und Sinoe; A. HUPFER. Elfenbeinküste, Wappu; A. Hupfer. Dahomey, Groß-Popo; A. Hupfer. Süd-Nigeria, Bugama, Braek^vasser; A. Hupfer. Franz ÖS. Kongo, Fernand Vaz, Sette Cama und Njanga- Fluß; A. Hupfer. ? Westafrika, olnie nähere Angabe; Mus. Berlin. Weitere Verbreitung: B or eal-lusi tanis eh. Großbritannien und Irland, Nord o s tarn (>rika von (^anada an südlich. Europa von Norwegen an südl. ; Mittelmeer. Nach Mo IxTOscH (Monograph, 1900) kommt die Art mehr in tieferem Wasser, niemals innerhalb der Gezeitenzone vor; die westafrikanischen Exemplare, denen eine speziellere Notiz hierüber nicht beigegeben Avar, sind ebenfalls unterhalb der Gezeitenzone gesammelt worden. Erörterung. Die Würmer dieser in Westafrika weit verbreiteten Art waren fast alle hinten mehr oder weniger unvollständig. Ein vollständiges Exemplar von Fernand Vaz, zugleieh eines der größten überhaupt, war vollständig und mit ca. 190 Segmenten etwa 85 mm lang. Einer von den Analcirren war erhalten, ein dünner, zarter Faden, etwa von der Länge der 14 letzten Segmente. Eins der stärksten verstümmelten Tiere, das von Wappu stammt, ist mit 105 Segmenten 50 mm lang und ventral ohne Ruder im Maximum 1,5 mm breit. Die Färbung der A\'ürmer ist gelblichgrau, mehr weißlich, mehr ockergelb oder vöUig weiß, vereinzelt auch mehr bräunlich; bei einem sonst hellen Wurm sind Fühler und Buccalcirren und die vordersten Segmente oben teilweise rostbraun. Die Elytren sind weißlich farblos oder, namentlich die vorderen, mit schwärzlicher oder bräunheher, zarter Pigmen- tierung im mittleren Teil; die Pigmentierung kann u. a. in einer ungefähr median verlaufenden Querbinde deutlicher ausg(^prägt sein. Über diese westafrikanischen Würmer, die ich von boreal-lusitanischen Exemplaren nicht unterscheiden kaiui , niüehte ieli noch folgendes be- PolycLaeta. 107 merken. Der Kopf ist verkehrt herzförmig, vorn nur wenig breiter als lang, mit Medianlängsfurche. Die Färbung des Kopfes ist auf beiden Seitenhälften bräunlich, in der Mitte rötlieh, oder an den Seiten oben in verschiedener Tönung braun oder oben ganz hell oder rötlich; in der Mitte des Kopfes ist die charakteristische X-förmige Zeichnung, die Ehlers zuerst beschrieben hat, verbanden: sie ist rotbraun, bald sehr deutlich ausgeprägt, bald scliAvach oder nicht recht erkennbar. Jede Hälfte der X-zeichnung steht, wenn man den Kopf von der Seite und von oben betrachtet, wie ein Augen- brauenstrich über den Augen jeder Kopfhähte. Die dunklen linsenhaltigen Augen sind groß, größer als bei Sth. boa, die vorderen größer als die hinteren, in der Regel von oben nicht sichtbar und durch den unpaaren Fühler verdeckt. Der Kopffühler ist ohne Basalglied "2 '2 bis 3mal so lang wie der Kopf. Die Elytr(m mit glatter Oberfläche und einer beselu-änkten Zalil kiu"zer Randläppchen sind ganz Avie bei europäischen Tieren. Die Elytren der hinteren Körperhälfte, denen die kleinen Randläppchen fehlen, sind durch einen großen Ausschnitt seitlich stark zweilappig. Die ElytrensteUung ist: 2, 4, 5, 7, ... . -21, 23, / 25, 27, / 28, 29, 30 usw. Das 1. Ruder mit dorsalem Wimperlappen wie bei Sth. boa, sonst sind die Ruder mit ihren Borsten wie bei Sth. Ihnicola. Soweit ich er- kennen kann, stehen am Yenti-alast die Borsten mit kurzen EndgHedern in der hinteren Reihe des Borstenfächers. Hinter dem Kopf lindet sich jederseits ein eiförmig-blattartig kompresses Xuchalorgan. Das Exemplar des BerUner Museums, das anaeblich von AA'estafrika stammt, ist ein ziemlich großes, liinten nicht voUständiges Tier mit sehr schwacher Zeichnung auf dem Kopf; im übrigen flnde ich keinen Grund, es von den anderen Würmern zu trennen. Das Tier steckte zum Teil in einer häutigen, teilweise mit Sand bedeckten Röhi'e, die vielleicht irgend einem anderen Anneliden an- gehört hatte. Leanira incisa (jr. Sthenelais incisa Gruhe, Annelidenansbeute der Gazelle. 1877, p. 519. — Simplex Ehlers. Florida-Anneliden, 1887. p. 50, Tab. 13 Fig. 2, 3, Tab. 14 Fig:. 1—6. — — Tkeadwell, Polychaet. Annelids of Porto Kico. 1900. p. 187. Ltanira simple:-', Aigenkk. Westind. Polychaet. 19UG, p. lOß, Tab. 1 Fig. IG 17. Verbreitung im Gebiet: Kongo. Weitere Verbreitung: Westindien. Erörterung. Die Untersuchung des GRUBE'schen Originalexemplars vom Kongo ergab, wie ich schon 1906 für Sth. sinwle.r anireführt habe, daß auch 108 H. AlGKNKIi. Gkube's Art oino Leunira, und ferner, daß sie mit Sth. irste dorsalo Körptn-streeko ist an dem farbig abgebildeten Tier gelblichweiß; eine Übereinstimmung mit meinen Tieren ist insofern vorhanden, als bei einzelnen der letzteren eine kurze »Strecke am Vorderende mehr weißlich ist. Ich habe kein Bedenken , meine Tiere mit der vom Kap beschrie- benen Eutli. iiidynis zu vereinigen und möchte über mein Material, namentlich g(\stützt auf das stärkere Munford-Tier mit ganz ausgestül])tem Pharvnx, noch folgendes bemerken. Die 3 Kopffühler sind kegelförmig, von gleicher Länge, der un- paare wenig oder nicht stärker als die paarigen; er steht genau in der Mitte hinter diesen. Die linsenhaltigen Augen nehmen ein queres Rechteck ein, das doppelt so breit wie lang ist. Die vorderen Augen sind doppelt so groß wie die hinteren, stark nierenförmig, mit ihrer Konkavität schräg nach vorn gerichtet; die hinteren Augen sind mehr rundlich, nur schwach nierenförmig , mit ihrer Konkavität nach hinten schauend. Jedenfalls hängt es mit der Ausstülpung des Pharynx bei den Munford-Tieren zu- sammen, daß die 3 Fühler bei diesen Tieren anscheinend nicht auf dem eigentlichen Kopflappen stehen, sondern vor demselbi'n auf der die Basen der Buccalparapode und der Palpen verbindenden medianen, vor dem Kopf liegenden Partie. Bei eingezogenem Pharynx rücken die Fühler an den Vorderrand des Kopfes, so wie sie Gravier für Thalenessa djibontierisis (1901, p. 231 1 abgebildet hat. Das Buccalparapod ist an seiner Basis mit der Palpenbasis ver- schmolzen und trägt am medialen Bande die weißliche, auch von Ehlers erwähnte» Hautleiste, die ich mit Gravier den ,,cuillerons ccphaliques" Clapa- REDES anderer Sigalioniden gleichsetze. Der ,,cuilleron" reicht bis an die Wurzel des ventralen Cirrus. Von den beiden Buccalcirren , die einfach fadenförmig und weißlich sind, ist der ventrale doppelt so lang Avie der dorsale. Medial neben dem dorsalen Cirrus steht noch ein dritter Cirrus von gleicher Länge (Taf. III Fig. 53); ich erkenne ihn nur am linken Buccalparapod des stärkeren Munford-Tiercs. Bei der Untersuchung der übrigen Exemplare fand ich einen solchen dritten Cirrus nur am rechten Buccalparapod des gi-ößeren der beiden Sesstown-Individuen, in allen übrigen Fällen ist dieser Cirrus offenbar abgefallen gewesen. Ich halte diesen dritten Cirrus für ein Analogen d<'s sogenannten dritten ,, inneren'' Cirrus des Buccalparapods, wie er bei Sthenelais u. a. vorkonunt. Ehlers erwähnt nichts von diesem inneren Cirius . der nicht etwa eine Verlängerung des ,,Cuilleron'' ist, sond(u"n obcn-lialb desselben entspringt, wie der dorsale Buccalcirrus. Auch Gravikr erwäiuit von dem dritten Buccaicirrus bei seiner Polychaeta. Hl Art nichts, obensowenig Mc Intosh, welcher aus dem Challenger Material 3 Thalenessa- Arten angegeben hat. Was Ehlers unter den an der Wurzel des Buccalparapods von ihm abgebildeten fingerförmigen Papillen versteht, ist mir nicht klar geworden; es sieht fast so aus, als wenn es die Fühler wären, falls sie überhaupt zum Buccalsegment gehören. Die langen, dünnen Palpen entsprechen Ehlers' Beschreibung. An den mittleren Rudern sind die Ventralcirren so lang wie der ven- trale Ruderast oder wenig länger. Am 2. Ruder steht distal etwas vor der Basis des Ventralcirrus am Ventralast ventral eine gestreckte, etwas schup- penartige flach aufliegende Papille , wohl ein Wimperpolster. An den folgenden vorderen Rudern findet sich ebenfalls ein solches Polsterchen, aber medial von der Basis des Ventralcirrus. Die normalen Mittelruder haben 3 Wimperpolster zwischen Dorsal- und Ventralast; das mittlere ist meist etwa doppelt so lang wie die beiden anderen; zuweilen sieht aber das mittlere am kürzesten aus. Die Elytren des Mittelkörpers haben am Hinterrande etwa 11 verzweigte Randläppchen. Die Elytrenstellung lautet: 2, 4, 5, 7, 9 21, 23,/ 25, 27,/ 28, 29, 30, 31, 32 usw. Am 3. Ruder steht eine fadenförmige, wohl als Kieme zu deutende, ganz gut entwickelte Papille an der Basis des dorsalen Parapodastes. Am 6. Ruder (elytrenloses Ruder) ist eine deutlich entwickelte Kieme vor- handen, am 2., 4. und 5. Ruder kann ich an entsprechender Stelle, wenigstens an den beiden letzten dieser 3 Elytrenruder, eine kurze Papille erkennen, die wohl die Kieme vorstellt; am 2. Ruder sind seitlich an der Elytron- basis sogar 2 oder 3 kurze Papillen sichtbar, von denen eine die Kieme sein mag. Die vollentwickelten Ruder (am Ende des vorderen Körper- drittels) haben am Ventralast 3 blattförmige Lippen, eine hintere breite, stumpf gerundete, schräg von oben nach unten ziehende und zwei vordere Lippen. Die untere vordere ist der hinteren Lippe in Form und Länge ähnlich, am Ende mehr rechteckig abgerundet, etwa so lang wie die Ruder- spitze ohne Terminal cirrus ; die hintere Lippe ist etwa so lang wie die Ruderastspitze samt Terminalcirrus. Die obere Vorderlippo ist eigentlich eine dorsale eiförmige Erweiterung der Ruderspitze (also eine Lingula), die mit der Aciculaspitze aufhört; die kegelförmige Ruderastspitze ist in einen Cirrus terminalis verlängert. Der dorsale Ruderast ist halb so hoch wie der ventrale und hat zwei vordere und eine hintere ungefähr gleich lange Lippen, an denen besonders die hintere an der Basis verbreitert und kompreß ist. Die Kieme (in dieser Körpergegend sind naturgemäß nur Elytrenruder vorhanden) reicht seitwärts ausgestreckt höchstens bis zum Austritt der Borsten oder bis zur Basis des dorsalen Ruderastes. 112 H. Algkser. Am '2. Ivudor boündot !a(rha/ene'iga Auct.j, so in der Kleinheit der Augen, Stellung der paa- rigen Fühler, dem Mangel zahbeicherer Papillen an den Rudern. Die Frage des dritten Buccalcirrus wäro an reicherem Material noch zu entscheiden. Willey bemerkt üher Th.sti/lolepi^, daß sieAvegen mehrerer Charaktere .eine neue Sektion der Gattung Thalenessa kennzeichne. Diese (Charaktere sind die gleichen Avie bei meiner Art, d. h. die 3 Fühler, die Stellung des unpaaren Fühlers Aveit hinten, das Fehlen der Kiemen an den A'ordereu elytronlosen Rudern und die Anheftung der Elytren an Stielen, Avährend diese bei Euthalene^sa Darb, dem Rücken direkt aufsitzen. Willey hat keine neue Gattung für seine Art aufgestellt, die nur 1 Paar 9* Fig. III. Eiisiaalion razensis n. sp. a ^= Dorsalborste ohne Endstrecke, der ter- minale Teil etwas A'on der Fläche gesehen ; ^-^ • b = obere Strecke einer wimperig gesägten dorsalen Haarborste, im Protil : lÄA . c ^= ventrale geblätterte Lauzen- 1 " börste • =-^- d -= komplexe obere ventrale Borste mit gegliedertem Anhang ; ^^ • e --= komplexe obere ventrale subaeiculare Borste mit nngegliedertem Endglied ; ^ — '- f = komplexe zarte untere Ventralborste mit glattem Schaftende (Endglied verstüm- melt): ^^'^-^ • 1 Augen haben soll und auch sonst 118 H. AUGENF.U. wohl von moiner Art verschieden ist. Am Buccalparai)od wurden von Willey nur 2 Buccaleirren gezeichnet. I*holoe min Uta var. inoriiata J(>hiist. Fundangaben: D eutsch- Südw e stafri ka, 8wakopmund, Ebbe- strand. W'alfisL'h-Bay , ca. 8 ni u. Lü deritz b u c li t , FLachwasser, bi.s 10m: W. Michaelsen, 1911. Weitere Verbreitung: ]>oreal-lusitanisch. Die biomata-Yorm oehört mehr dem lusitanischen Gebiet, auch dem Mittelmeer, an und reicht bis weit nach Süden. Da sie eine geographische Unterform zu sein scheint, so bh'ibt sie am besten gesondert und ist dann als bipolar im weiteren Sinne zu be- trachten. Pli. ^yiioplifhalmica Clap. vom Mittelmeer, die gleichfalls eine viel niedrigere Zahl von Elytronrandpapillen aufweist, mag mit var. inoniaia der Pli. minuta identisch sein. Das geringe Material gestattete mir nicht zu untersuchen, ob mit der (xröße der Ti(»re die Zahl der Elytrenrand- papillen zunimmt. Diese kleine in Südwestafrika weit verbreitete Art li<'gt mir in einem vollständigen Exemplar von Lüderitzbucht , im übrigen in einigen Frag- menten vor. Ein Vorderende aus Waltisch-Bay hat die Elytren zum Teil grauschwärzlich gewölkt. Das vollständig*» Tier ist gelblichweiß , ohne Zeichnung und mit 35 Segmenten 3,5 mm lang. Die wenigen erhaltenen Elytren dieses Wurmes sind hell. Die Elytren scheinen den Rücken ziemlich vollständig zu bedecken. Zwei unter dem Mikroskop untersuchte Elytren von der vorderen Körperstrecke hatten am seitlichen Kande etwa 9 lange Randpapillen. Zum mindesten an den vorderen Rudern stehen auf der Oberfläche der Elytren keine kegelförmigen Papillen. Am Kopf steht jederseits ein Auge, das wieder aus 2 einander stark genäherten Teil-Augen besteht. Komplexe Ventralborsten sind etwa 6 an einem Ruder vorhanden. Am Hinterende ist ein dünner Analcirrus von der Länge der 4 oder 5 letzten vSegmente erhalten. Neuerdings wurde Pli. minuta von Ehlers aus dem Material der deutschen Südpolar -Expedition fl913, p. 450) vom Kap angegeben; es handelte sich dabei wahrscheinlich um die gleiche Form, die ich aus Süd- west-Afrika gesehen habe. Meine Tiere entsprechen nach der geringeren Zahl der großen Elytrenrandpapillen am besten der Varietät hiornata, wie sie Mc Intosh in s(!iner Monographie der Britischen Anneliden beschreibt. Die ventralen Borstensicheln .sind allenfalls etwas schlanker als in Mc Intosh's Abbildung von inoniatu Die arktist-hc Stannnform hat mehr Elytrenrand- papillen als die lusitanische iiiornata-Yovm. Polychaeta. IH) Fam. Polyodontidae (Acoetidae). I^oJt/odonfes hlcolor (irr. Tafel II, Fig. 28, Tafel III, Fip. 47, Textlig. IV. Panthalis bicolor partim Grure, Annelicleaausbeute d. Gazelle, 1877, p. 517. — — Marenzeller, Polychaet. d. Grundes, 190:^, p. 5 (bei P. Oerstedi Kbg.). Fundangaben: Liberia, Sesstown; A. Hupfer. Britisch- (io Idkü st e , Accra; A. Hupfer. ►Spanisc-Ii- G uinea, Bata; A. Hupfer. Weitere Verbreitung; Belgisch-Kongo , K ougo -Mündung. Rotes M e (^ r. In AVestafrika weit V(»rbreitete Art. Wie sich diese atlantische Art zu den indo-pacitischen Arten verhält, wäre noch näher festzustellen. Kin- BERC4"'s Eupompe Grübet (18ö6j von Guayaquil ist dieser atlantischen Art sehr ähnlich-, ein Beispiel für eine indo-pacifisch- atlantische Verbreitung stellt unter anderem auch EnpolyoJontes ^Aof-Frontalspitzen die Augenstiele vom Polyo- dontes gesetzt denkt. Die langen Palpen sind dunkelbraun, weitläufig schwarz quer geringelt mit hellerer Eodstrecke, von Form lang kegel-fadenförmig, wohl 2 mal so lang wie der Kopf nebst Augenstielen. Die Palpen haben, ähnlich wie bei L. semitectus Stimps., mehrere Längsreihen kleiner Papillen, wenigstens 5, einp mittlere und je 2 seitliche, von denen die untere ventro -lateral verläuft. Vielleicht ist noch eine sechste, ventro-mediane Papilleoreihe vorhanden. Das Buccalsegment hat dorsal, wie die Elytren- Segmente, keinerlei Xuchalfortsatz und jederseits eine Acicula nebst einem Bündel ziemlich langer Haarborsten. Von den 2 Bucealcirren ist der obere etwa von der Länge der Fühler, der untere etwas kürzer oder länger, wenig verschieden von dem oberen. Die Girren sind wie die Fühler glatt, von dickfadenförmiger Gestalt mit feiner Endspitze. Die Färbung der Bucealcirren ist ähnlich wie die der Fühler. Die größte Körperbreite liegt etwa in der Gegend des 20. Segments; der Körper ist von hier nach vorn merklich eilanzettlich verschmälert, nach hinten zu allmählich an Breite abnehmend. Die mittleren Ruder in der Gegend des 20. Segments sind etwa halb so lang wie der Körper breit. Die Elytren (so die mittleren) greifen vorn bzw. hinten auf jeder Körperseite nur wenig aufeinander über, und die vorderen greifen nach Art der Acoi'tidae auf das vorhergehende nach voi'n , die mittleren auf das folgende Elytron nach hinton über. Ihre Stellung ist nach der Ord- nung: 2, 4, 5, 7, 9 . . . 21, 23, 2.3 .. . 31, 33, 35 usf. Von Farbe sind die Elytren rauchig braungrau und mit Ausnahme der vordersten schwärzlich umrandet (am Seitenrande nur schwach); die mittleren im übrigen heller Polychaeta. 121 graulich als die vordersten; die vordersten sind fein schwarz gesprenkelt. Die Oberfläche der Elytren (so der mittleren: Taf. II, Fig. 28) zeigt schon bei Lupenvergrößerung eine netzartige , areolierte Struktur. Es handelt sich bei den Areolen wohl um große Epithelzellen der oberen Elytrenepidermis (man erkennt öfter unter dem Mikroskop einen Kern in ihnen); Unter dem Mikroskop sieht man auf der Elytrenfläche feines verteiltes Pigment, das sich am Elytrem-ande zu dem duukel gefärbten Randstreifen verdichtet und im übrigen sich besonders auf die Umgrenzung der Flächenareolen konzentriert. Die Elytren sind am Rande glatt, ganz- randig und ungefranst und reichen seitwärts an dem gewölbten Rücken des Wurmes nur soweit herunter, daß sie die Borsten ganz frei lassen und nicht einmal die kurzen Dorsalcirren ganz bedecken. Grube bemerkt, daß der unbedeckte Teil der Elytren mit weißlichen Punkten, d. h. niedrigen subconischen Papillen, besetzt sei: ich habe mich von dem Vorhandensein solcher Papillen nicht überzeugen können. Die Elytren des 1. Paares, die den Kopf von oben bedecken, sind im Umriß rundlich, das 2. wie das 3. Elytron ist einigermaßen rundlich. Dann wird die Form der Elytren schnell nierenförmig und quer abgerundet rechteckig, so ungefähr am 20. Ruder, wo das Elytron 2 bis 3 mal so breit wie lang ist. Die mittleren Elytren sind quer oder schräg zur Körperlängsachse gestellt: der Insertions- punkt liegt (Gegend des 20. Segments) seitlich, auf der Grenze zwischen dem äußeren und mittleren Breitendrittel, an den vorderen Elytren mehr zentral. Die normalen mittleren Cirrenruder haben einen kurzen kegelförmigen, kurz fein und dünn auslaufenden Dorsalcirrus, der ungefähr das Ruderende erreicht oder auch überragt. Der Rücken der Ruder trägt je ca. 10 fingerförmige branchiale Fortsätze (Cii'renruder) , von denen die seitlich stehenden die längsten sind: am Vorder- und Hinterrande des Ruderrückens stehen mehr solcher Fortsätze als in der Mitte. An den Elytronrudern finden sich diese Fortsätze ebenfalls , so in der Gegend des 20. Ruders ca. 7, doch finden sich an der Stelle, wo das Elytron inseriert ist, keine Fortsätze auf dem Ruderrücken. Eine der Papillen ist besonders groß; sie steht seitlich ungefähr in gleicher Höhe mit den Dorsalcirren der Kachbarparapode. An den mehr nach hinten folgenden Rudern, also etwa in der Gegend des 30. Ruders und Aveiter hinten, verschwinden die Bran- chialfortsätze ganz oder fast ganz, soweit ich das erkennen kann. Leider ist mein Material nicht so gut erhalten , um diese an sich schwierig zu untersuchende Sache ganz sicher auszumachen. So\del ist aber sicher, daß an den mittleren Rudern immer eine große lauge fingerförmige Papille zu 122 H. ArGNRKE. ft 2 1^ • 1* t: - ET. P a erkcnnon ist, dio mclir am oberen Hinterrande der Ruder entspringt, und ZAvar an den ( 'irrenrudern etwas mediahvärts von der Basis des Dorsalcirrus, an den Elytronrudern etwas lateralwärts von der Insertionstell(^ des Elytrons. Ich bin in ZAveifel darüber, ob es sieh hierbei um einen Brancliialfortsatz im Sinne der betreffenden Fortsätze an den vorderen Kudern handelt. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein als DARBoux'sches Organ oder Eljtronhöcker zu bewertendes Gebilde; es könnte dann mög- liclierAveise ein entsprechendes Organ wie die Aveiter oben erwähnte große branchiale (?) Pa- pill(^ der vord(n'en Ruder sein, was durch histologische Untersuchung und Vergleichung dieser Organe von gut konserviertem Material festgestellt werden müßte. Die Ventralcirren an den Normalrudern sind einfache kurze schlank kegelige Fäden, etwa '/a ^^^ Ruder- länge lang, die das Ruderende bei weitem nicht erreicben. Der Ventralcirrus des 2. Ruders (Taf. III Fig. 47) ist wie bei den Polynoiden erheblich länger als der der Normalruder und erreicht ungefälir die Spitze des venti'alen Ruderastes. Die Ijorsten sind in folgender Weise verteilt. In den Normalrudern (so 20. Ruder) stellen dorsal zu oberst, oberhalb der dunkel- gelben Acicula in geringerer Zahl feine, bieg- same zum Teil ziemlich lange Pinselborsten nebst weniger starken Haken- oder Klingen- borsten. Unterhalb der Acicula ventral be- tinden sich wenige Hakenborsten und zahl- reichere Grannenborsten mit geblätterter ab- geknieter Endstrecke. Die Pinselborsten tragen einen subterminalen Haarquast, der di(>sen ]>orsten das pinselartige Aussehen ver- buht: die dünne Endstrecke derBorste erstreckt sicli als haarfeiner Faden erheblich über das Die Hakenborsten verdienen diese Bezeich- < Si •-s £ II 2.* 5 '' et Cß S- a o ?r •^ et X ffi et < et II PL, r^ 11 et w s §! 'S. N et et Ell e^ TT ^ >-• 03 ■1 et et 3 ^ rt 7^ ^ <*i* et ■^ 2- O TJ}' o 3; o' a >i ^ r^ et "^ ,_ H' Hl Ende des Haarcjuastes hlnaui- Polycluieta. 1 23 nung oder den Namen Klinaenborsten am ehesten, wenn ihre .superterminale Endgi-anne abgebrochen ist, wie das häutig vorkommt und wie solches auch von McIntosh bei Eupompe australiensis (1885) abgebildet wurde.. Bei guter Erhaltung entsprechen sie mit ihrem dünnen Fortsatz am Ende der von KiNBERG iüv Eup. Grabet (ISdü) gegebenen Figur dieser Borsten. Unterhalb der bei Fortfall der Endgranne allein vorhandenen, etwas konvex gebogenen starken Endspitze der Hakenborsten ist ein kleiner Vorsprung erkennbar, der in Kantenlage deutlicher sichtbar ist und mehr oder minder abgenutzt sein kann; der Vorsprung trägt einen spitzen Büschel feiner kurzer Borsten- haare. Neben den Pinselborsten oben im Ruder finden sich , wenigstens an den vorderen Mittelrudern, in einem kurzen Bündel sehr feine Haarborsten mit lanzettlicher Erweiterung unterhalb der feineu, mäßig langen Endstrecke; die Endstrecke ist mindestens auf einer Seite fein und dicht kurz wimper- liaarig. DioCZ feinen Börstchen sind das Äquivalent der kurzen fieder- zähnigen Borsten bei Eupanth'dis und haben eine viel kürzere End- strecke oberhalb der lanzettlichen Erweiterung als die entsprechenden Borsten am 2. Ruder von Foli/odontes. Das 2. Ruder (Taf. IH Fig. 47), das durch seine Beborstung von den Normalrudern abweicht, unterscheidet sich auch in der Form von diesen. Es tritt auch unten weiter hervor als die Normalruder und ist im Gegensatz zu diesen deutlich in 2 schlank kegelförmige Ruderäste gespalten, von denen jeder ein am Dorsalast besonders langes Bündel feiner Haarborsten trägt. Wie bei Fanthalis wird das 2. Ruder wohl auch hier eine Rolle als Spinnworkzeug spielen. Am Ventralast des 2. Ruders findet sich eine je nach den Verhältnissen mehr oder minder deutliche blattartige depresse Hinterlippe. Sie ist im Umriß ei- oder birnförmig, so lang wie der Ventralast oder kürzer, am freien Ende breit abgerundet, viel schmäler als die Höhe des Ventralastes (etwa V3 derselben) und entspringt dort, wo der ventrale Borstenfächer, unten aufhört. Die Lippe ist namentlich deutHch bei den weniger gut erhaltenen, etwas Aveicheren Exemplaren. An den mittleren Normalrudern findet sich eine solche Hinterlippe nicht in ganz gleicher Weise. Als ihr Aequivalent an diesen Rudern ist vielleicht eiue ventral unten am Ruder erkennbare^ Hautfalte anzusehen, die halbmanschettenartig von unten her das Ende des ventralen Ruderastes umfaßt. Die Borsten im Dorsalast des 2. Ruders sind sehr feine glatte, lange, einfache Haarborsten. Im Ventralast stehen zahlreichere etwas stärkere einfache Haarborsten mit einseitig ganz fein schief behaarter, lang fadendünn ausgezogener Endstrecke, die sich am Grunde in eine schwach lanzettliche 124 H. Algener. Erweiterung verbreitert. Teilweise sind auch die dorsalen Borsten ganz schwach lanzettlich erweitert, sehr ähnlich den Ventralborsten; es ist deshalb wahrscheinlich, daß die schmale lineare, nicht erweiterte Form der meisten Dorsalborsten auf eine Kantenlage derselben zurückzuführen ist. Segmentale Papillen sind etwa vom 7. oder 8. Segment an erkennbar. Es sind auch im Verhältnis zum Wurmkörper zarte , kurze , zylindrische Papillen, die vorn und unten an der Wurzel der Parapode entspringen. Etwa in gleicher Höhe mit den Pinselborsten mündet vorn an der \'orderseite der normalen Ruder die Spinndi-üse aus. Aus ihrer Mündung, hinter einer schräg nach oben und vorn gerichteten starken, etwa halbmond- förmigen Hautfalte gelegen, hängen vielfach sehr feine, lange Spinnfäden lieraus. Diese Falte kann man als vordere Lippe betrachten; sie reicht vom oberen Rande des Parapods bis etwa zur halben Höhe des Parapods lierunter. Hinter dem oberen Ende dieser Lippe steht ein fingerartiger oder kegelförmiger, abgeplatteter Fortsatz, den ich für das Ende des rudimentären dorsalen Ruderastes halte. Die Spinndrüsen beginnen mit dem 9. Ruder und lassen sich bei den entfärbten Individuen von außen in den Rudern als durchscheinende dunkle Stränge erkennen. Spinndrüsen finden sich auch bei der Avestindischen Panthalis oculea Treadw. (1900), die vielleicht mit P. bicolor zusammenfällt. Sie hat jedenfalls die gleiche Kopf- bildung und könnte auch ihrer Borstenform nach hierher gehören, wenn- gleich branchiale Papillen nicht erwähnt werden; vielleicht sind sie nicht beachtet worden. Treadwell beschreibt von dieser Art chitinöse rutenartige Organe in den Rudern, die unzweifelhaft die Spinndrüsen der Tiere sind. Der Pharynx war bei meinen Exemplaren nicht ausgestülpt. Grube hat an der Mündung desselben 26 weiche Papillen angegeben. Am aufge- schnittenen Pharynx eines Tieres erkenne ich an 2 oder 3 Viertelteilen des Rüsselumfangs je 7 kurze Papillen, nehme deshalb an, daß im ganzen wie bei £'Mpann Augen etwa in der Mitte des Kopfseitenrandes, von oben nur t(^ilweise sichtbar, da sie von di-r Kopffläche mehr nach seitwärts und nach unten gerückt sind als die vorderen. Bei Euarche sind die Augen in der Zeichnung kleiner als hol der Avestafrikanischen P^orm , was mit einem etwas anderen Erhaltungszustande zusammenhängen mag. Die Fühler sind annähernd gleich lang; d(>r unpaare, ganz hinten in einem konkaven Ausschnitt des Kopfes entspringend, ist doppelt so lang wie der Kopf, wenig oder auch beträchtlich länger als die paarig<'n Fühler. Die paarigen Fühler sind gut '/g so lang wie die Palpen; die Länge der letzteren wechselt jedenfalls je nach ihrer Kontraktion. Die Palpen haben 6 Längsreihen kurzer Fadenpa})illen, wenn nämlich auch eine ventro-mediane Längsreihe vorhanden ist, wie ich glaube i and<'rnfalls sind nur 5 Längs- r(ühen vorhanden); die Palpen erscheinen dadurch im Qu(>rschnitt schwach (! eckig. Die Buccalcirren sind so gut wie gleich lang und halb so lang wie die Palpen. Der Dorsalcirrus des 3. Puders ist viel länger, mindestens 3 mal so lang wie die Dorsalcirrcn der mittleren Puder. D<'r vollständig aus- gestülpte Rüssel ist etwa doppelt so lang wie die Palpen. Seine Kiefer sind sehr stark, mit einem flügelartig erhöhten gezähnten Basalsockel versehen. Polycliaeta. J07 im ganzen donon Aor Enarclw und ch'r l'aitf/ialis gracilis Kr.o. < ] S5Gj ähulie-h. Die Mündung des Rüssels Avird von 15 oberen und 15 unteren weichen Papillen umgeben; die dorso - mediane Papille ist stärker und länger als die Nachbarpapillen , sonst diesen an Form gleich. Die ventro -mediane Papille ist etwa doppelt so breit wie die benachbarten Papillen und nicht kegelförmig wie diese gestaltet, sondern abgeplattet und zungenförmig und am Endrandc durch 3 Einschnitte in 4 abgerundete eiförmige Läppchen zerschnitten, ^'on diesen Läppchen sind die beiden mittleren gleichgroßen zusammen etwa so breit wie jeder der seitlichen wieder unter sich gleich großen Läppchen. Bei einem Wurm sehe ich an der ventro-medianen Papille nur ein mittleres kleineres Randläppchen wie in der Abbildung des Rüssels von Ehlers. Was die Borsten betrifft, so sind in den normalen mittleren Rudern (so 27. Ruder) 4 Formen zu unterscheiden. Im Ventralast stehen in größerer Zahl die starken derben Borsten, die Ehlers in Fig. 7 abgebildet hat. und die man nach ihrer Form wohl am ehesten als Hakenborsten bezeichnen kann. Außerdem finden sich im Venti-alast, gleichfalls in größerer Zahl. Grannenborsten 'Fig. 6 bei Ehlers) , wie sie in entsprechender Form ventral bei P. hicolor auftreten. Außerdem sehe ich oberhalb der starken (ventralen) Acicula . also dorsal (so z. B. an einem Ruder vom Ende des vorderen Körperdrittels) wenige zarte Haarborsten mit schwacher lanzettlicher Erweiterung, analog den entsprechenden Borsten vom 2. Ruder bei P. hicolor. An der dünnen Endstrecke dieser feinen Dorsalborsten stehen paarweise angeordnete, etwas weitläufig gestellte feine Fiederzähne. Endlich sehe ich dorsal noch eine einzelne erheblich lange dünne Borste, die auch die ober- halb der ventralen Acicula vorkommenden Hakenborsten noch überragt und die in der Form ihrer Endstrecke an die ventralen Grannenborsten erinnert und als inn zarterer Typ derselben zu betrachten ist. Diese Borste er- scheint im Profil auf einer Kante am Ende fein und lang haarartig dicht gebärtelt mit Haaren , die nicht blattzahnartig gebildet sind wie bei den ventralen Grannenb ersten. In den auf das 27. Rüden- folgimden mittleren Rudern sehe ich nur die eine lange dorsale Grannenborste und wenige kurze der feinen weit- läufig paarig gefiederten Borsten. An den vordersten normalen Rudern, also etwa vom 3. Ruder an, findet sich eine erheblich höhere Zahl der 2 erwähnten dorsalen Borstenformen, die hier einen richtigen Borstenfächer bilden. Ihre Zahl nimmt nach hinten am Körper ab und erreicht etwa mit dem 20. Ruder die minimale Ziffer, wie sie auch am 27. Ruder auftritt. Die feinen dorsalen Fiederborsten haben 4 Paar Aveitläufi» angeordnete 128 H- AUGKNER. dünne Zäline und unter d(^m untersten noch 1 oder 2 unpaare Zähne ; (»twas unterhalb der untersten Zähne befindet sich die scliwach lanzetthche Erwei- terung des Borstensehaftes. Die dors^alen Grannenborsten sind bei der Ansieht in Fläehenlage an beiden Kanten gleichartig mit gegen die Borsten- spitze kürzer wcn-denden Haaren dicht besetzt. Am "2. Kuder, dessen Dorsalast Avie an einigen folgenden Rudern merklieh deutlicher entwickelt ist als an den normalen Mittelrudern , kann ich am Dorsalast nur sehr fein»» lange , lineare , haarförmige Haarborst(Mi erkennen, von denen einzeln»» (wohl in Protillage) auf der einen Kante äußerst fein und kurz gesägt sind. Am Ventralast stehen in geringer Zahl Grannenborstrhaltenen m»»iner P. bicolor von Westafrika. Di(> Gattung Eupanthalis Mc Intosh (Eupanthalis Kinhergi! Mc Intosh, Transact. Zool. Soc. 1876. p. 404, Tab. 72 Fig. 12 — 15) halte ich für identisch mit der spät»'r »-rrichti'ten Euarr/ie von Ehlers. Mc Intosh bildet A'on seiner Art, die an d<'r Adv»'ntur»'-Bauk 02 Fuß ti»'f gefunden Avurde, nur einig»' Borsten ab, und zAvar sehr ähnlich solchen, Avie si»» b»'i d»'r Art von Westafrika vorkommen. Mc Intosh bemerkt, daß die Grann<»nborsten zu oberst im Huder ..more slender" seien als die a'Oui ventrah'U Ivande des Rud»'rs. Avas zu den entsjiredu'nden ])Orsten b»'i m»'in»'n Ti»'r»'n passen Avürde , Avennsdion über di<» gröbere Form der Grann»'nzähn»' an d<'n unteren Grann»'nborst»'n nichts g»'sagt Avird. F»'rn»'r Avird gesagt, daß di»> für P. Oerstedi Kbg. so charakt<>ristischen bi-ush-like bristles (gemeint sind Polychaeta. 1-29 die dort im Ruder oben stehenden Pinselborsten, die mit einer terminalen oder suhterminalen Haarquaste versehen sind) bei Eup. Kinhergi ganz fehlen, was ebenfalls zu Eup. tuhlfe.v stimmen würde. Der Kopf Avird von Eup. Kinhergi nicht abgebildet; er stimmt aber nach der Beschreibung in der Beschaffenheit der Augen mit Eup. tuhife.v überein. Daß der unpaare Fühler fehlte, ist meiner Ansicht noch kein Hindernis für die Vereinigung von Euarche mit Eapanthalis, da nach Analogie mit anderen Acoetiden anzu- nehmen ist, daß normalerweise auch Eup. Kinhergi 3 Fühler besessen hat. Ob Eitp. Kinhergi die gleiche Art ist wie die westafrikanische, läßt sich nicht ohne weiteres entscheiden. Branchiale Papilh^n an den Rudern wie btn P. hicolor sind bei Ek/). tuhifej- nicht vorhanden. Wenn Mc Intosh von seiner Art sagt, daß wie gewöhnlich zischen dem Dorsalcirrus und der Parapodspitzc ein weicher Fortsatz vorrage, so hat er damit violleicht den rudimentären dorsalen Parapodast gemeint, kaum aber einen branchialen Fortsatz. Was die Elytren angeht, so sind dieselben am Rande vollkommen glatt, ohne Papillen. Braune rundliche Körner, auch von Mc Intosh von Eup. Kinhergi erwähnt, vermutlich Pigmentbildungen, linden sich einzeln oder in kleinen Gruppen auf der vorderen unbedeckten Elytronhälfte, so an den Eljtren des vorderen Körperdrittels. Ob auch winzige Oberflächenpapillen vorhanden sind, Avie Mc Intosh von seiner Art angibt, ist kaum sicher zu sagen: ich glaube es nicht, wenigstens lassen sich sehr winzige hi(^r und da auftretende rundliche helle Köi-nchen oder Plättchen nicht als Oberflächenpapillen erkennen. Die Gattung Eupanthalis Avird durch die Bildung des Kopfes und die Form der Borsten gut \'on Polyodontes geschieden. Farn. Polynoidae. Lepiflonotus setnltectus Stimps. Fundangaben: Deuts ch-Südwestafrika , SAvakopmund, Ebbe- sti-and und an Bojen, W. Michaelsen und G. Manger, und Lüde ritz- bucht, Ebbestrand und FlacliAvasser, — 10 m; W. Michaelsen, 1911. Weitere Verbreitung: Süd-. Südost und S ü d w e stafri ka. — V Amb oina. Im lusitanischen Gebiet Europas vmd Afrikas vertreten durch die geo- graphische Form L. elava Mont. Erörterung. Ich habe diesen Lepidonotui^ in zahlreichen Exemplaren von A-erschiedener Größe gesehen; große Exemplare sind bis 47 mm laug. In der Färbung lassen sich, wie bekannt, zAvei verschiedene Variationen unter- scheiden, eine solche mit graulicher bis scliAvärzlicher Zeichnung und eine 130 - H. AUGKNKU. andere mit rötlicliiT Zeii-linimi;'. Die Hauptmasse der Individuen "('hört der graulichen Form an; von der rötliehen Varietät sah ich ein kleines Tier von Lüderitzbucht. Individuelle und intra- individuelle Yermischuno- beider Färbungen kommen vor. Die Grundfärbung ist gelblich oder gelblich- fleischfarben, mehr oder minder grauschwärzlich gefleckt (Ruder), mit oder ohne medio - ventrale Doppelreihe, mit oder ohne ventrale Fleckenreihe von je '2 segmentalen Flecken medial hart vor der Ruderbasis. Cirrenruder dorsal mit dunkler Querbinde in recht verschiedener Ausdehnung. Die helle Rüekenfärbung kann au dem Cirrensegmenten auf kleine Mittelfleckc reduziert, die Bauchseite als Ganzes graulich oder schwärzlich mehr oder weniger verdunkelt sein. Die Borsten sind goldgelb. Dorsal- cirren mit einem, dagegen Fühler, Buccal- und Analcirren mit zwei dunklen Ringen. Die hintersten Cirrensegmente sind dorsal mehr oder weniger ein- heitlich dunkel gefärbt. Nephridialpapillen schwärzlich mit heller Spitze, vom 8. Segment an gut erkennbar. Bei dem erwähnten kleinen rötlichen Exemplar sind die Elytren braunrot, hell gewölkt, mit hellem Mittelfleck, das erste und letzte Eljtronpaar mit grauer oder bräimlicher Pigmentierung. Bei dem graulichen Typ haben die Elytren eine helle bis gravie Gnmdfärbung und sind dunkel gewölkt, mit oder ohne hellen Mittelflock. Die heUe Elytren- gnmdfärbung kann ganz verdrängt sein, sonst ist sie auf der hinteren Elytren- hälfte mehr oder minder ausgedehnt. Übergänge zwischen dem rötlichen und graufMi Typ , mit rot und grau gefärbten Elytren (beide Färbungen an ein und demselben Elytron). Der Rücken wird je nach dem Spannungs- zustande von den Elytren mehi- oder Aveniger bedeckt, zuweilen ist er ganz bedeckt. Diese Art wird in der Literatur wiederholt angeführt, in neuester Zeit noch von Ehlers (Deutsche Südpolar-Exped. 1913), der auch farbig(^ Ab- bildungen geliefert hat. Ehlers führt verschiedene Unterschiede von L. rlat'a MoNT. an, so bezüglich der Palpen, des Buccalparapods, der Augen- stellung, der Elytrenpapillen; in Wirklichkeit sind diese Unterschiede aber nicht vorhanden. Bei L. .seinifertus sollen im Gegensatz zu L. chira au den Palpen nur 3 Papillenlängsreihen vorhanden sein, tatsächlich sind 5 (V viel- leicht sogar 6j vorhanden, 3 dorsale und 2 ventrale. Bei L. semitectus soll ferner das Buccalpara])od keine Borsten haben; tatsächlich ist hier eine Acicula vorhand(m mit einem feinen, aus 2 oder 3 Borsten bestehenden Borstenbündel, das etwa auf halber Länge des Parapods etwas unterhalb an dessen vorderem Rande entspringt; die Borsten entsprechen in ihrer Form wie bei manchen anderen Polynoiden d(>n Dorsalborsten der Mittel- ruder. \\ (>iH) Ehlers wirklich an einem von ihm untersuchten Exemplar Polychaeta. 131 keine Buecalborsten gefunden hat, so kann die Möglichkeit vorliegen, daß die fraglichen Borsten in diesem Falle verloren gegangen waren; die Unter- suchung mehrerer Individuen ergibt aber bald die Richtigkeit meines Be- fundes. Was die Augenstellung anbetrifft, so stehen die größeren vorderen Augen auf der vorderen Kopfhälfte oder in der Mitte des Kopfes mehr am Seitenrande, die hinteren mehr auf die Kopffläche hin aufgerückt; die individuelle Erhaltung kann die Augenstellung etwas beeinflussen. Betrefl^"s der Form der Elyü'onflächenpapillen besteht wirkHch ein geringer Unterschied zwischen L. semitectus und clava, doch in anderem Sinne als Ehlers sich hierüber ausspricht. Bei L. semitectus variieren die großen Elytronpapillen in ihrer Form; sie können kürzer oder länger, stumpfer oder spitziger, sclilank kegelförmig oder mehr keulig oder zylindrisch sein. Auf der Außenfläche sind diese Papillen mit kleinen Protuberanzen besetzt, die mitvmter wenig sichtbar (durch Abnutzung zerstört ?j sind; sonst sind diese Protuberanzen zugespitzt und mehr stachelförmig oder auch •stumpf ei- oder schuppenförmig. Je nachdem die Protuberanzen in Flächen- oder Kantenansicht gesehen werden auf der Fläche bzw. Kante der Papillen stehend), erscheint ihre Form verschieden. Wenn Ehlers also sagt, daß bei L. semitectus die Papülenprotuberanzen getrennt stehende Stachelchen, bei L. dam nach Mc Intosch dicht stehende Schuppen seien, so hegt hierin, allgemein gesprochen, kein Unterschied. Ich sehe darin eine geringe Differenz, daß die Elytronpapülen bei L. semitectus länger und etwas zahlreicher sind als bei /.. clava, wodurch die Elytronfläche ein etwas rauheres Aussehen hat. Saint-Joseph (1898) deutet bei seinem nord- französischen, als L. pleiolepis Marexz. bezeichneten kleinen Le.pidonotus die zugespitzten Protuberanzen der Elytronpapillen ilirer Form nach aber anders als ich. Ich erkläre mir die zugespitzte Form durch das Vorhandensein eines verdünnten Endspitzchens an den Protuberanzen, das mitunter auch in der Kantenansicht der Protuberanzen sichtbar ist; die nicht zugespitzte Form der Protuberanzen ließe sich demnach mindestens auch mit als Abnutzungserscheinung erklären. Lange Fransen am Elytronrande, wie bei Saint- Joseph's Art, habe ich auch bei kleineren Individuen des L. se- mitectus nicht gefunden. Ob der L. pleiolepis Saint- Joseph's zu L. clava gehört oder nicht, kann ich nach der Beschreibung nicht entscheiden. L. semitectus gehört in Südwestafrika zu den häufigsten AnneKden- Arten: unter den dortigen Polynoiden ist er die häufigste und vorherrschende Form und die bislang einzige von dort bekannte Art der Gattung. Trotz der ungenügenden Beschreibung Stimpson's behalte ich deshalb den Stimpson- schen Namen bei; in diesem Falle ist die Wahrscheinlichkeit sehr gToß, 10 Michaelsen, Westafrika, Bd. U 132 H. AUGENER. daß Stimpson die gleiche Art vorgelegen habe , die von anderen Autoren wie Marenzeller , Ehlers und mir als L. seniitectus angesprochen wird. WiLLEY (1904) betrachtet L. semitectus als Unterform des L. clava und benennt ihn dementsprechend trinär als L. clava semitectus. Ich stimme WiLLEY in seiner Auffassung bei, schließe mich jedoch der trinären Be- nennung nicht au. Willey bezeichnet die Elytren seiner Kap -Tiere als dunkelbraun oder schwarz bis scharlachrot gefleckt oder gewölkt. Mala- QuiN und Dehorne haben (1907) von Amboina den synonymen L. Waldhergi KiNB. angeführt, und zwar ohne nähere Angaben. Es mag sich dabei um. eine verwandte Art handeln. Nach Willey sind an den Palpen 6 Pa- pillenreihen vorhanden. Ich sehe mu- 5; ventralmedian ist keine vorhanden, und die dorsalmediane erschien mir als einfach. Lejndonottis clava Moiit. Fundangabe: Senegal, Goree: A. Hupfer. Weitere Verbreitung: Lusitanisch, nördlich bis an die boreale R(>gion heranreichend. Von Süd -England und Nordfrankreich an südwärts über die lusitanische Region verbreitet. Mittelmeer, Ma- deira, anarische Ins. Malaquin führt (1894) den L. Wahlhergi Kbg. 1= semitectus Stimps.), von Dakar (Senegal) an; ich vermute, daß es sich hierbei wohl um L. clava gehandelt habe. Erörterung. Als Synonym gehört vielleicht der L. pleiolepis Marenz. von Saint-Joseph (Ann. Sei. Natur. 1888. V. p. 152) zu L. clava , ein kleines Tier mit 12 Elytronpaaren. Der Hint(>rrand der Elytren ist mit langen Fransen besetzt, was die Vereinigung mit L. clava wied(n' zweifelhaft macht, falls die Fransenbildung nicht durch die Jugend des Wurmes zu erklären ist. Der echte japanisch(! S. pleiolepis Marenz. ist nahe verwandt mit L. semi- tectus und clava, wegen seiner abwischenden Elytronzahl jedoch mit diesen nicht in engere Verbindung zu bringen. Ich glaube auch nicht, daß Saint- Joseph's französischer L. pleiolepis von einem sehr wcSt entfernten Fundort und mit der Normalzahl von 12 Elytronpaaren mit der japanischen Art zu- sammengehören kann. L. clava ist die den sehr ähnliehen L. semitectus Stimps. Südafrikas im nördlichen Atlantik bzw. im lusitanisch -tropischen (jebiet vertret<'nde Art oder geographisch(^ Form. In 2 Gläsern sah ich di(\se Polynoide in 2 und 3 Exemplaren. Das größte ist vollständig, mit 27 Segmenten 15 mm lang; die Färbung ist grau- gelblich, dorsal mit kleinem dunklem Mittelfleck auf allen Segmenten. Die Elytren sind auf hellem Grunde schwärzlich gewölkt und gefleckt. Das letzte Segment mit Anusumgebung ist stärker dunkel gefärbt. D(^r kleinere Polychaeta. 133 mit diesem Tier zusammenliegende Wurm ist mehr gelblich , und die Elytrenztnchnung dunkelbraun. Di(» 3 übrigen Exemplare gehören einem rötüchen Färbungstyp an, mit nicht oder etwas verdunkelter Bauchseite. Die Elytren sind ziemlich einheitlich hell- bis dunkel-rotbraun. Ich linde diese Würmer gut übereinstimmend mit dem L. chiva. Die Palpen haben 5 Papillenlängsreihen ; sonst sind alle Fühler und Girren glatt. Dil» vorderem Augen sind etwa 2 mal so gi-oß wie die hinteren und stehen ungefähr seitlich in der Mitti' des Kopfes. Das Buccalparapod hat ein kh^ines Borstenbündel. Die Elytren bedecken bei diesen Tieren den Rück(m so gut wie ganz, was in anbetracht der jeweiligen Kontrak- tionsverhältnisse nicht WM^iter von Bedeutung ist. Die Elytronoberfläche ist (so am 4. Elytron) mit d(m großr'n, mit kleinen Protuberanzen bedeckten Papillen versehen. Diese Papillen sind kürzer und erscheinen deshalb dicklicher als bei L. semitectus, und ragen weniger W(nt empor. Es liegt hierin ein geringer Unterschied von dem sonst sehr ähnlichen L. semitectus Die großen Elytrenpapillen sind bei den verschiedenen Exemplaren an den vordem Elytren stärker entwickelt als weiter hinten. Lei>idonotas Hupf er i n. sp. Tafel 11 Fig. 7 — 11, Texttig. V. Fundangaben: Britisch - Goldküste , Prampram; A. Hupfer. II ha das Kolas bei II ha de Saö Thome; R. CIreeff. Angola, Ambriz ette, l'2m, Muss era, steiniger Grund, und Kin- sembo; A. Hupfer. Beschreibung. Der vorliegende in Westafrika weit verbreitete Lepidonotus liegt mir in größerem und kleineren Exemplaren vor. Eins der größten Tiere stammt von Kinsembo; es ist vollständig, mit 27 Segmenten 13mm lang und hat eine Maximalbreite mit Rudern (Körpermitte) von 3 mm. Die Färbung ist schokoladebraun, ventral mit bläulichem Glanz; die ersten 2 »Segmente sind mediodorsal schwärzlich gefärbt. Die Elytren sind auf der Fläche heller oder dunkler braun, gegen den Seitenrand und Hinterrand mit zerstreuten kleinen schwärzlichen Fleckchen gezeichnet. Die Borsten sind braungelb, .bei kleineren Tieren heller als bei größeren, gelblich. Ein 13 mm langes Weibchen, mit großen Eiern erfüUt, von Ilha das Rolas, ist graulich bis bräunlich fleischfarben und hat an den ersten 5 bis 7 Segmenten dorsal eine mehr oder minder deutliche Querbinde. Andere Tiere sind hell rostbraun; stets ist die dunkle dorsale Zeichnung der vorderen Segmente mehr oder weniger stark vorhanden. Zuweilen ist der bräunlichweiße 10* 13i H. AUGENER. Kopf oben wie die Talpcu teilweise schwärzlich. Die .schwärzlichou Elytron- fleckchen finden sich auf dem größten Teil der unbedeckten Elytronfläche. Beim ersten Anblick erinnert diese Art an L. clava, weicht aber bei genauerer Betrachtung durch die gefransten und den Rücken vollkommen bedeckenden Elytren von diesem ab. Die Körperforiu ist linear, am Vorder- und Hinterende etwas verschmälert; die mittleren Segmente sind ohne Ruder ca. 4 mal so breit wie lang. Der Kopf ist gedrungen oval oder gerundet sechseckig, mit medianer Längsfurche versehen. Die 4- Augen bilden ein vorn breiteres Trapez ; die vorderen sind etwas größer als die hinteren und liegen in der Mitte des Seitenrandes. Die Fühler, Girren und Palpen sind glatt, ohne Papillen. Die Fühlerstellung ist lepido- notoid; der unpaare Fühler ist ca. 1' a^^^l so lang wie die paarigen, alle Fühler mit mäßiger subterminaler Verdickung und hier mit schwarzem Pigmentring versehen , im übrigen bräunlieh , in der Außenhälfte mehr weißlich. Die Palpen sind braun , mitunter zum Teil schwärzlich , schlank kegelförmig und ragen etwa so Aveit vor wie die paarigen Fühler; letztere sind gut so lang wie der Kopf. Von den Buccalcirren ist der obere ungefähr so lang wie der unpaare Fühler , der untere ^/^ so lang ; das Buccalparapod enthält eine Acicula nebst einem feinen Borstenbündel. Der Ventralcirrus des 2. Parapods hat die doppelte Länge des Ruders. Das quer -rechteckige ventrale Mundpolster wird von den 3 ersten Seg- menten gebildet. Die Kiefer sind hellbraun. Die mittleren Ruder sind halb so laug wie der Körper breit, zweiästig: der ventrale Ruderast ist viel stärker entwickelt als der dorsale und hat am Ende hinten und vorn eine schwache , ganz niedrige senk- rechte Lippenfalte. Der dorsale Ast entspringt mehr nach vorn und seitlich am Parapod vor dem Dorsalcirrus bzw. dem Elytrophor. Beide Ruderäste enden mit kurzer kegelförmiger Spitze, enthalten eine starke Acicula und ein starkes Borstenbündel. Die Dorsalborsten sind merk- lich schwächer als die ventralen. Die Cirrenruder haben einen deutlichen Elytronhöcker: die Doi-salcirren sind wie Fühler und BuccalciiTcn subterminal schwach ver- dickt und hier mit schwachem, dunklerem Pigmentring versehen oder auch nicht verdickt oder ohne Pigment- ring; sie ragen seitwärts wenig weiter vor als die Ven- riiger Spitze, im Profil; tralborsten. Die mittleren Ventralcirren sind kurz, halb so lang" wie der ventrale Ruderast. Fig. V. Lepidonotus Hupferi n. sp. Ventralborste mit gut erhaltenei" zweizäh- 2 ] 3 1 Polychaeta. 135 Die Dorsalborston sind haarförmig , von einerlei Form, zweizeilig mit kleinen Blattzähnchen besetzt: ihn* Endspitze ist kurz, glatt und haar- förmig. Die Endspitze kann etwas länger oder kürzer sein; an einigen oberen kurzen Borsten ist lediglieh die Endspitze kürzer, ohne aber stumpfer, kürzer und dicker zu sein als bei manchen anderen Lepidonotus-Arton. In mehreren Präparaten habf ich kein gutes Bild einer Dorsalborsto erhalten, da die Dorsalborsten vielfach einen fremdstofflichen Überzug haben. Die kräftigen Venti-alborsten sind am Ende zweizähnig, mit kurzem, dünnem secundärcn Zahn, der namentlich an den unteren Borsten wegore- schliffen oder undeutlich ist oder an den untersten Borsten vielleicht ganz fehlt. Bei guter Erhaltung ist die Endspitze der Borsten schwach gebogen. Die erweiterte Endstrecke fragt 6 bis 8 Querreihen von Blattzähnen, von denen der letzte distal besonders groß und stachelartig ist. Die Elytren (Taf. II Fig.7 —11) haben die Lepidonotus-Stelhmg 2, 4, 5, 7, 9/.... 19, 21, 23/. Sie sind in 12 Paar(^n vorhanden, dekussat und imbrikat und decken den Rücken ganz. Sie sehen bei Lupenvergrößerung auf der Fläche glatt aus und sind im Umriß im allgemeinen schwach ni<-'renförmig, die vordersten mehr kreisförmig: sie reichen seitlich mindestens so weit wie die Dorsal- borsten. Die mittleren Elytren sind am Seitenrande durch lange fadenförmige Papillen gefranst , die vordersten Elytren am gTößten Teil ihrer Peripherie. Die Frans(^n sind oft von einem braunen Fremdkörperüberzug bedeckt und dadurch künsdich verdickt. Auf der Fläclie sind die Elytren (Taf. II Fig. 7 u. 9 j mit zahlreichen zerstreuten, mikroskopischen Papillen bedeckt, die z. T. kleiner, z. T. größer, doch alle als klein zu bezeichnen sind. Die Papillen treten am gefransten Elytrenrande und gegen diesen hin stärk«u- hervor; sie sind im Profil kegelförmig oder zylindrisch, am Ende abgestutzt oder ausgerandet, anscheinend zwei- bis dreispitzig i^Taf. II Fig. 8 u. 10) ; in der Ansicht von oben (Taf. II Fig. 11) sieht ein solches Papillenende vier- bis fünfspitzig st<'rnförmig aus. Z^vischen diesen größeren Papillen sind zerstreut viel kleinere niedrige, glatte, kr(Msförmige Papillen. Gegen chm Innenrand des Elytrons hin werden die Papilhm immer flacher und erscheinen in der Ansicht von oben als mehr oder minder kreisförmige Gebilde mit zentraler Durchbohrung auf einer etwas erhöhten zentralen Partie. In die dunklen Pigmentflecken, in welchen das Pigment zierlich maschenartig abgelag(n-t ist, sind öfter mehnn-e größere Papillen einge- schlossen. Auf den vordersten Elytren, besonders dem 1. Paar, sind die Flächenpapillen stärkr als die beiden anderen, weißlich-graugelb, mit zart weißen Elytren und ausgeprägter schwärzlicher Elytrenzeichnung. Das Tier ist ein Männchen mit Sperma. Die Identität meiner Tiere mit der Parmenis capensis Willey vom Kap ist sicher: doch kann it-h niclit mit der "Ifiehen Siclicrhcit dafür eintreten. Polychaeta. 139 daß P. capensis mit der Antinoi} aequiseta von Port Natal identisch ist. KiNBERG hat leider kein einzelnes Elytron und keine Elytrenpapillen ab- gebildet; aber die sonstige Beschaffenheit , wie der Fundort seiner Art, sprechen dafür, daß meine Tiere tatsächlich mit der KiNBERo'schen Art zu- sammengehören. Eine sehr nahestehende Art ist die Antmoe pulchella Kbg. (loc. cit. p. 20) von der La Plata-Mündung; die Elytren sind ihrer Zeichnung und Skulptur nach ähnhch. Ich möchte fast glauben, daß sie mit Ant. aequiseta zusammenfällt: eine Bestätigung meiner Ansicht wäre durch Nachuntersuchung der Originale der beiden Arten zu erbringen. WiLLEY stellte die vorliegende Art in die MALMOREN'sche Gattung Parmenis und hält sie also wolil für eine nahe Verwandte von P. Ljuncf- ?7?a;^?^^'MALMGREN. Bei P. Ljiingmanni kommen entgegen Willey's Ansicht auch Fadenpapillen am Elytronrande vor (siehe auch Bidenkap 1894), und der sekun- däre Zahn an den Ventralborsteu ist hier merklich länger als bei der Art vom Kap. Ich hnde daher, daß man die Kap-Form ebensogut zu der Gattung PJvarne Malmgren stellen kann . wenn man überhaupt eine der Malmgren- schen Gattungen wählen Avill. Ich halte dies für imnötig und stelle Par- menis capensis in die Gattung Hannothoi" im engeren Sinne; nach iluvr Augenstellung und den Elytren paßt sie in die Nähe von H. Ljumj- manni und impar. , nach den Ventralborsten eher zu H. impar. Eine echte Harmotlioi' im engeren Sinne ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch die erwähnte Ant. qndcheUa. Welcher der zahlreichen nordatlantischen Harmotlioi}- Avien und speziell der britischen Arten H. aequiseta am nächsten steht, ist nicht ohne weiteres zu entscheiden. Harniothoe afvicana ii. sp. Tafel II, Fig. 1.5— U); Textfig. VI. Fundangaben: Senegal, Goree, 22 u. 24 m, 1889; A. Hupfer. Angola, A m b r i z e 1 1 e ; A. Hupfer. Beschreibung. Es liegt mir in geringer Anzahl eine kleine, nicht gut erhal- tene Harmothoe von Westafrika vor , die im allgemeinen viel Ähnlichkeit mit der von Ehlers als Polynoc polytricJia Schm. (1887) bezeichneten Avest- indischen Art hat. Eines der größten Exemplare, das von Ambrizette, ist vollständig und mit 36 oder 37 Segmenten 10 mm lang. Die Färbung ist braungelb oder mehr Aveißlich- ockergelb; der Rücken ist median in der hinteren Körperhälfte deutlicher oder undeutlicher mit segmentalen queren dunklen Binden versehen. Palpen und Fühler, namentlich das Basalglied des unpaarcn Fühlers, sind etAvas schwärzlich, ebenso der mediane Längs- wulst auf der vorderen ventralen Begrenzung des Mundes. Die Form 140 ^- ArCiENER. der einzelnen Organe , der Elytron , Borsten usw. ist am besten aus den beigegebenen Figuren ersichtlich. In den allgemeinen Charakteren hat diese Art die größte Ähnlichkeit mit IL areolafa. Der harmothoid gebaute Kopflappen (Taf. II, Fig. 16) ist wie bei dieser beschaften. Die Fühler und Cirren zeichnen sich wie bei //. areolata durch einen Besatz mit ziemlich langen Fadenpapillen aus; auch die Ventralcirren der normalen Ruder sind mit zerstreuten Papillen besetzt. Der Kopf hat vorn ausgeprägte Fron- talspitzen; die Augenstellung ist die gleiche wie bei //. areolata, i7nhricata und spinifera, d. h. die vorderen Augen stehen dicht unter den vorderen Kopfspitzen, sind von oben her nur etAvas durchscheinend sichtbar und voll erkennbar nur, wenn man den Kopf von der Seite und von unten her betrachtet. Die geschilderte Stellung der vorderen Augen ist die Regel; bei einem Exemplar lagen sie ein klein wenig weiter nach hinten als ge- wöhnlich. Die Körperform im allgemeinen bietet nichts Besonderes; sie ist kurz, deutlieh abgeplattet. Die mittleren Segmente sind etwas kürzer als die Körperbreite , also ziemlich lang. Ein Nuchallappen, wie er bei H. (jorecnsis vorkommt, fehlt vollkommen. Das Buccalparapod enthält eine Acicula und ganz wenige den normalen Dorsalborsten entsprechende Borsten. Beide Äste der normalen Ruder haben eine kegelförmige Spitze, die am Ventral- ast eine deutliche, zylindrisch - fadenförmige , die Aciculaspitze überragende obere Terminalpapille trägt. Die leicht abfallenden Elytren (Taf. II, Fig. 17) bedecken in 15 Paaren den Rücken vollständig; sie sind dekussat und imbrikat; am Hinterende bleiben wenige, ca. 3 Segmente unbedeckt. Die Elytrenstellung ist harmothoid: 2, 4, 5, 7,9/... 21, 23 / 26, 29, 32/. Am Außenrande sind die Elytren mit laugen fadenförmigen Fransen besetzt. Mit ihrer Oberflächenskulptur erinnern sie s(^hr an Pohjnoi' polytriclm Schm. (Ehl.), in gewisser W eise auch an Ilarmothoi' areolata Gr.: nur ist eine Areolierung, wie bei der letzteren, nicht deutlich ausgeprägt. Auf der Elytronfläche ist wolkiges braunes Pigment vorhanden, welches ein undeut- liches, nicht scharf ausgezeichnetes Maschenwerk bildet. Zahlreiche Papillen stehen auf der Elytronfläche. Dem gefransten Elytrenrande zunächst flnden sich in geringer Zahl sehr große, lang keulenförmige oder fast zylindrische, an der Spitze stumpflich gerundete Papillen (Taf. II, Fig. 15 u. 19), die schon bei Lu])enbetrachtung erkennbar sind; mehr einwärts vom Elytren- rande entfernt, stehen viele große (doch nicht so groß wie die zuerst ge- nannten Papillen) kegelförmige Dornen (Taf. II, Fig. 18). Diese Dornen sind zum Teil am Ende etwas verjüngt knopfartig und quer abgestutzt, zum Teil am Ende in wenige abgestumpfte oder kegelförmige Fortsätze Polycliaeta. 141 gespalten; sie sehen dann, wenn man sie von oben her betrachtet, schwach sternartig aus. Die mehrspitzigen Dornen haben meist etwa auf halber Höhe 2 sekundäre, kegelförmig spitze Nebenspitzen; die Endspitze selbst kann durch Ausrandung wieder ZAveispitzig aussehen; individuelle Variationen kommen bei diesen Papillen vor. Mitunter sind die Elytrendornen teil- weise an ihrer Basis abgebrochen; sie hinterlassen dann ihre rundlichen Basalplatten nebst deren zentraler Durchbohrung. Zwischen den großen Elytrondornen linden sich zerstreut ganz kleine kurze, am Ende keilförmig zugeschärfte Papillen , die je nach der Ansicht von verschiedenen Seiten kegelförmig oder mein- rechteckig aussehen. Gegen den medialen und hinteren Elytronraud werden die großen Papillen allmählich kleiner und haben schließlich die Form, wie ich sie oben von den kleinen zer- streuten Papillchen der Elytronfläche beschrieben habe. Bei den Exemplaren von Ambrizette sind die Elytronpapillen etwas scliAvächer entwickelt als bei denen von Goree. Die Borsten (Textfig. VI) sind zahlreich, die Dorsalborsten im wc^sent- lichen von gleicher Form, ein Teil derselben viel kürzer als die übrigen und etwas breiter als die langen Dorsalborsten. Die mittleren Ven- tralborsten (Mitte des Borstenfächersj haben an der langen, schwach erweiterten Endstrecke ca. Harmothot africana n. sp. . . a = lange Borste vom dorsalen ^ '^ Querreihen von Blattzähnen oder noch emige Euderast, im Profil ; ■^^; kleine Reihen mehr. Die Endspitze ist deutlich & = Endspitze einer der kurzen, z^eizähnig, der sekundäre Zahn noch nicht halb so stärker gebogenen Dorsalborsten, . i tt i -r-i- • -t- i „^,013 . ... . lang wie der Hauptzahn. Einioe untere V entral- im Profil; . c = zweizahnige '^ i ?? Borste vom ventralen Enderast, im borsten lassen keinen sekundären Zahn am Ende Profil; ^^. J= Endstrecke einer erkennen; ob er hier gar nicht entwickelt war, der kurzen unteren einspitzigen • , • i ^ i ■ . i -j „ ., SSO i'^^t nicht ohne weiteres zu entscheiden. ventralborsten, im Profil; ^-^ — . ^ Am Hinterende stehen 2 lauge mit Papillen besetzte, den Dorsalcirren ähnliche Analcirren von der Länge der 10 bis 12 letzten Segmente. Eines der Tiere enthielt große Eier in der Leibeshöhle. Die vorliegende Polynoide ist eine typische Harmothol' im engeren Sinne, eine kurze Form mit beschränkter Segmentzahl. Verwandte Arten sind H. areolata Gr., poli/tricha Schm., aculeata Andr.; namentlich die beiden letzteren stehen recht nahe. Ehlers hat (1887) aus Westindien nach einem ] 42 H* AVGENER. nicht ganz vollständigen Exemplar eine Polvnoide beschrieben, die er als P. pohjtriclia Schm. auffaßte. Ob das ScuMARDA'sche Originalexemplar ver- glichen Avurde, wird nicht bemerkt; ich vermute , daß dies nicht geschah. Von den Elytren waren, nach der Angabe der Elytronstellung zu urteilen, offenbar noch 13 Paar erhalten: andererseits wird die Zahl der Elytren auf 38 (? 19 Paar) angegeben, was weder zu der Elytronstellung noch zu meinen Tieren passen würde. Auf dem Kopf soll nur ein hinteres Augen- paar vorhanden sein; vielleicht aber hat Ehlers die vorderen Augen über- sehen. Nach der Kopfbildung ist die Art von Ehlers eine HarmotJwl'. Die Elytrenpapillen erinnern an meine Tiere; das von Ehlers abgebildete P^lytron stammte, nach seiner Form zu urteilen, wohl vom Vorderkörper. Treadwell hat (1900) nach stark verstümmelten Exemplaren von Porto Rico abermals die H. polytricha angeführt. Treadwell fand bei dieser Form 2 Paar Augen und bemerkt, daß die vorderen Augen — er nennt sie laterale Augen — viel größer als die anderen und lateral gelegen sind: „on the side of the head where they might easily be overlooked." Ob dies auf die Lage der vorderen Augen, wie sie sich bei meinen Tieren findet, hindeutet, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Ich habe es daher vorgezogen, vorläufig meinen Tieren einen neuen Namen zu geben. Die Vergleichung gut erhaltenen Materials der //. polytricha mag erweisen, ob mir die gleiche Form aus Westafrika vorgelegen hat. Die //. aculeata Andr. (1891) vom südlichen Nordostamerika steht meiner Art wohl nahe; die vorderen Augen werden aber weiter nach hinten liegend abgebildet als bei meinen Tieren; da ich kein Exemplar der Art von Andrews zum Vergleich zur Verfügung habe, habe ich von einer Berücksichtigung seiner Art Abstand genommen. //. areolata Gr. konnte ich selbst vergleichen; bei gToßer Übereinstimmung, so in der Augenstellung, wird sie durch die Oberflächengestaltung der Elytren von meiner Art geschieden. Bei dem Exemplar von Ehlers sind an den Palpen winzige Papillchen abgebildet; solche mögen auch bei meinen Tieren vorhanden sein: ich konnte sie nicht sicher erkennen. Har^notJtoi' {/oreensis ii. sp. Tafel II, Fig. 4— (5, Taf III, Fig. 42, Textfig. VII. Fundangaben: Senegal, Goree 22 u. 24m; A. Hupfer, 1889. A n g o 1 a , A m b r i z 1 1 e, 12 m, und K i n s e m b o ; A. Hupfer. Beschreibung. Diese im tropischen Westafrika von Senegal bis Angola verbreitete .Vrt lag mir hauptsächlich in kh'inen und zum Teil defekten Exemplaren vor. Das größte Exemplar stammte von Goree (V. 571), war Polychaeta. 143 10,5 mm lang und hatte eine größte Breite (mit Rudern) von ca. 4 mm (vordere Körperhälfte). Die Färbung ist hell rostgelbbraun, ventral etwas bläuUch irisierend. Der Wurm hat fast alle Elytren und viele Cirren verloren, ist im übrigen am Hinterende ziemlich vollständig und besitzt 35 oder 36 Borstensegmente : die Analcirren waren verloren gegangen, doch scheint das Tier hinten vollständig zu sein. Der Habitus erinnert etwas an H. impar Johnst. ; die Körperiorm ist kurz, dabei deutlich abge- plattet, in der vorderen Hälfte parallelseitig, von da nach hinten allmälilich verjüngt , am Vorderende rundlich abgestumpft. Die Färbung kann grau- gelbhch sein, während die Segmente dorsal teilweise einen kurzen medianen schwärzlichen Querstrich vor dem Hinterrande und schwärzHche Dorsal- cirren- Basalglieder besitzen. Die Bauchseite kann neben der Bauch- marklinie schwach bräunHch vordunkelt und der Mundeingang oben mit einer bräunlich oder schwärzlich verdunkelten Längsfalte versehen sein, ähnUch wie bei H. aequiseta. Sehr kleine Indi^'iduen haben weniger Segmente als das erwähnte Goree-Tier, so ein Würmchen von ca. 3,25 mm Länge und wohl vollständiger Erhaltung von Groree ca. 28 Segmente: andere Exemplare von 2 bis 3mm Länge ebendaher haben 18 oder 22 oder 25 Segmente. Der Kopllappen (Taf. II, Fig. 5) ist typisch harmothoid, mit vorderen scharfen Frontalspitzen: diese sind hell; der Kopf ist oben hell gelbrötlich, etwa so breit wie lang, seitlich schwach konvex, mit deutlicher Medianlängs- furche. Die Augen sind ähnlich gestellt wie bei ff. impar, schwarz und rund; die vorderen größeren stehen seithch in der Mitte oder wenig vor der Mitte des Seitenrandes; die hinteren kleineren sind mehr medialwärts auf die Fläche des Kopfes hinaufgerückt: die Augenstellung hat also die Form eines nach hinten schmäleren Trapezes. Zwischen die hinteren Augen greift ein zwar ziemlich deuthcher, aber kurzer (ca. '/^ der Kopf- länge) dreieckiger Occipitallappen vom Buccalsegment her auf den Kopf hinauf: der Lappen kann etwas stumpfer oder spitzer sein. Die Fülller sind dünn, fadenförmig, weißlich, der vmpaare gut doppelt so lang wie der Kopf, die paarigen unterständigen höchstens -/a so lang wie der unpaare. Die Fühler wie die Buccal- und Dorsalcirren sind mit zarten, dünnen, zylindrischen, nur bei stärkerer Vergrößerung deutlicher erkennbaren Papillchen zerstreut besetzt: die Fühl erb asalstumpfe sind gelb- braun. Die Palpen sind gelbbraun, schlank kegelförmig, gestreckt, etwa 2 bis 3 mal so lang wie der Kopf, durch kleine Papillchen an der Oberfläche etwas rauh aussehend. Von den Buccalcirren ist nur der rechte untere gut und ganz erhalten (auf der buken Seite sind die Buccalcirren kurz und 2^^^ H. AlGENER. Avohl regenerierend) ; er gleicht sehr dem unpaaren FlUdor und ist wohl etwas (doch nicht viel) kürzer als dieser. Das liuccalsegment ist dorsal etAva halb so lang wie das folgende Segment; seine Parapode enthalten eine Acicula und ein aus wenigen Borsten bestehendes Borstenbündel (dieses war bei dem großen Goree-Tier abgebrocli(^n) von mindestens Parapodlänge ; die Buccalborsten entsprechen in ihrer Form jedenfalls den Dorsalborsten der normalen Ruder. Der Ventralcirrus des 2. Ruders ist wie gewöhnlich besonders lang und reicht so weit seitwärts wie die Ventralborsten. An den normalen Mittelrudern Taf. III. Fig. 42) sind die Ventraleirren kurz; sie nehmen etwa das mittlere Drittel der Länge des ventralen Ruderastes ein, so die Basis der Ventral- borsten nicht oder kaum erreichend. Die mittleren Segmente sind ohne Ruder etwa 3 mal, mit Rudern etwa 5 mal so breit wie lang. Die Cirren- segmente haben dorsal deutliche dicke, kurz -zylindrische Elytronhöcker. Die mittleren Dorsalcirren sind ziemlich zart; sie reichen so weit seitlich Avie die Ventralborsten , mitunter auch Aveniger weit. Die Gesamtform der mittleren Ruder, die ohne Borsten der halben, mit den Borsten der ganzen Körperbreite an Länge gleich kommen, entspricht im Profil etAva der H. hnhricata. Beide Ruderäste sind typisch harmothoid, mit Acicula und scharfer kegelförmiger Endspitze; der Dorsalast ist etwa halb so lang AA'ie der A'entrale. An der Spitze des Ventralastes steht eine kurze supra- terminale, schlank kegelfadenförmige Endpapille. Die Elytrenstellung Avurde an dem eingangs erAvähnten größeren Goree-Wurm untersucht, dem auch die meisten vorhergehenden Angaben entnommen sind (die Elytren selbst mußten an anderen Exemplaren studiert Averden). Die Elytrenstellung lautet: 2, 4, 5, 7, 9.... 21, 23 / 26, 29, 32, 35; sie ist demnach genau harmothoid bis zum 32. Segment. Während alle Elytren sonst abgefallen Avaren , sind solche am 35. Segment vorhanden, Avenigstens halte ich die an diesem Segment stehenden dorsalen Organe für Elytren. Danach Avären 16 Elytrenpaare , eines mehr als geAvöhnlich, A'orhanden. Ob es sich hierbei um eine indiAäduelle Anomalie oder um einen normalen Zustand handelt, Aveiß ich nicht, da es mir an entsprechend großen Vergleichstieren mit genügend hoher, entsprechender Segmentzahl mangelte. Die Elytren (Taf. II, Fig. 6) sind leicht abfallend, daher in den meisten Fällen verloren gegangen, zart und Aveißlich, die mittleren breit und kurz nierenförmig , die vordersten mehr eckig gerundet , auf der Fläche durch PigmententAvicklung bräunlich goAvölkt; ihre Anheftungsstelle ist oben braun eingefaßt. Der Hinterrand ist deutlich mit ziemlich langen Fadenpapillen gefranst, auf der (Jberfläche stehen zahlreiche zerstreute Polvchaeta. 145 kegelförmige harte Papillen, die gegen den Elytronvorderrand allmählich kleiner werden und nahe vor dem Rande selb.st verlöschen. Im ganzen haben die Elytren große Ähnlichkeit mit denen der H. aequiseta, sind aber am Hinterrande stärker gefranst, und ihre Oberflächenpapillen (Taf. II, Fig 4) sind etwas größer und deuthcher als bei H. aequiseta, kleine et^vas zusam- mengedrückte , am Ende melir oder weniger abgestutzte Kegel , die von oben gesehen kreisförmig begrenzt erscheinen; von der Seite sehen sie abgestutzt kegelförmig oder mehr zugespitzt aus, je nachdem sie mehr im Protil, oder in Kantenstellung liegen. Große Papillen am hinteren Elytren- rande wie bei H. imbricata u. a. fehlen: die Oberflächenpapillen sind von einerlei Form. Die Borsten sind in beiden Ruderästen zahlreich, die dorsalen an Zalil merklich geringer als die ventralen. Die Ventralborsten sind lang und ragen weit vor, so dem Wurm ein ziemlich langborstiges Aussehen verleihend, die Dorsalborsten sind etwas kräftiger als die ventralen und ragen seitlich höchstens bis zur Mitte der letzteren vor und sind weit kürzer als jene. Die Form der Dorsalborsten hat keine Besonderheit ; sie sind mit Querreihen von Blattzähnchen , von denen ungefähr die 3 obersten besonders deutlich hervortreten, besetzt; an den Flanken der Borsten zeigen sich schiefe mit den Blättchen korrespondierende Querstreilen. Die End- spitze ist glatt, ziemhch kurz, im Profil lanzett- lich zugespitzt. Die Dorsalborsten sind schwach gebogen: die Blattzähnchen stehen wie ge- wöhnlich an der konkaven Kante. Ein Teil der Borsten ist nur etwa '/g so lang wie die übrigen, etwas stärker gebogen, mit schlan- kerer Endspitze, im übrigen nicht abweichend. Die Ventralborsten erinnern in ihrer Form an die von H. impar; sie sind am Ende deut- jicli zweizähnig: der Endzahn ist gebogen, der sekundäre Zahn spitz dreieckig, an den mittleren Borsten ca. '/g so lang wie der End- zalin. Die erweiterte Endstrecke der Borsten Vig. \ll. Harmothoe aoreinsis n. sp. hat an der konkaven Kante 10 bis 12 aker- a = Dorsalborste aus der Mitte des nierend gepaarte Blattzähne (im Profil er- Bündels im Profil; ^. b = obere ^^1^^^^^^ ^^^f ^-ggg ^^igg et^va 20). An den zweizähni^e Ventralborste im Profil ; i -•, i unteren Borsten wird der sekundäre Zahn 2 13 1 Ende einer unteren ein- spitzigen Ventralborste im Profil; ^-^. schwächer, und an den 3 untersten, dabei 146 H. AUÜENER. zarteren imd kürzeren Bor.^ten sehe ich überhaupt keinen zweiten Zahn; diese letzteren Borsten sind demnach einspitzig. H. goreensü ist nahe verwandt mit der H. grisea Gr. des Rotes Meeres (1869), die einen entsprechend geformten Nuchallappen besitzt, nach der Beschreibung vermutlich aber anders gestaltete Elytren hat. Malmgrenia micviypoides ii. sp. Tafel n. Fig. 2L Tafel III, Fig. 43 r Texthg. VIII. Fundangabe: ^S panisch- Guinea, Bata; A. Hupfer. Beschreibung. Das einzige Exemplar ist vollständig, zart, w^eißgelbHch, mit gelblichem Pharvnx. Am Bauch verläuft in der Medianfläche ein Doppelstreif aus schwachen segmentalen schwärzlichen Fleckchen; die Enden der Ruder und die ventrale Ruderbasis sind schwärzlich. Die Länge beträgt ca. 12 mm bei einer Zahl von 36 Segmenten; die Elytren sind zum Teil abgefallen. Am Analsegment stehen 2 zarte Analcirren von der Länge der 4 oder 5 letzten Segmente. Die Elytren (Taf. II, Fig. 23j sind zart , weiß , mit graulich -schwärzlichem Bande am medialen Rande und ebenso gefärbtem zentralem Mittelileck. Die Körperform ist linear, vorn etwas verjüngt, am Vorderende ab- gestumpft, nach hinten etwas stärker verschmälert. Mittlere Segmente ca. 3 mal so breit wie lang. Die Ruder sind gestreckt und schlank, ca. V3 so lang wie der Körper breit. An den normalen mittleren Rudern (Taf. III Fig. 43) erreicht der Ventralcirrus nicht die Spitze des Ventralastes; die Dorsalcirren sind doppelt so lang wie das Ruder. Der dorsale Ruderast ist kurz; seine Borsten erreichen nicht oder kaum das Ende des ventralen Ruderastes , etwa % von dessen Länge. Unter dem Mikroskop erkennt man an den Dorsalcirren zerstreute zarte, schwach kinilenförmige Papillen. Die Fühler sind harmothoid gestellt (die paarigen sind unterständig), ganz ähnlich wie bei der auch im allgemeinen wohl nahestehenden M. nii- crops Kbg. ; der unpaare Fühler ist IVoUial so lang wie der Kopf; frontale Kopfspitzen sind wie bei den anderen Arten nicht entwickelt; der Kopf ist an den entsprechenden Stellen abgerundet. Von den paarigen Fühlern ist nur der rechte erhalten und etwa halb so lang wie der unpaare Fühler. Vermutlich haben die Fühler einen ähnlichen feinen Papillenbesatz wie die Dorsalcirren, obgleich ich einen solchen nicht recht erkennen kann. Die Palpen sind mindestens so lang wie der unpaare Fühler. Die Stel- lung der Augen gleicht der bei M. ndct'ops. ; die vorderen sind eiförmig und 2 mal so groß wif die rundlichen hinteren; sie liegen etwas vor der Mitte des Kopfes. Der mit medianer Längsfurche versehene Kopf ist vorn Polvehaeta. 147 vor den vordertni Augen etwas bräunlich gefärbt. Das ventrale Mundpolster wird von den drei ersten Segmenten gebildet. Von den Buccaleirren, die dem unpaaren Fühler ähnlich sind, ist der obere etwa ebenso lang wie der un- paare Fühler, der untere ca. V4 so lang wie der obere. Das Buccalparapod enthält eine Acicula, doch keine Borsten, mindestens bei diesem Tier nicht. Das Fehlen eines buccalen Borstenbündels würde in Übereinstimmung stehen mit M. castanea McInt. , der von McIxtosh ausführlich beschriebenen Art mit 36 — 41 Segmenten (^MonogTaph. 1900i. Die Elytren (Taf. II, Fig. 21 1 sind zart und glatt, am Rande wie gewöhnlich ungefranst, im Umriß schwach nierenförmig bis eiförmig, die vordersten mehr rundhch. Die Elvtren bedecken den Rücken wolil-eanz in der Breite; am hinteren Körperende bleibt kaum das letzte Segment unbedeckt. Nur am seitlichen Vorderrande findet sich ein an seinem einen Ende breiterer Längsgürtel, bzw. eine lang ausgezogene dreieckige Gruppe sehr kleiner, ein- facher kreisförmiger Oberflächenpapillen , wie z. B. bei M. castanea; sonstige Papillen sind nicht vorhanden. Die dunkle Pigiuentierung der Elytren kann sich bis au den Rand derselben erstrecken. Die Elytren sind in 15 Paaren vor- handen nach der HarmotJiot-^XeWxxYi^: 2, 4. 5, 7, 9/21, 23 / 26, 29, 32. Beide Ruderäste (mittlere Parapode) (Taf. III Fig. 43) enthalten eine starke gelbliche Acicula. Beide Ruderäste sind am Ende deutlich kegel- förmig zugespitzt, der dorsale schlanker als der ventrale; am Ventralast steht eine terminale, fingerförmige obere Lingula bzw. ein Terminal- cirrus und eine vordere schwache eiförmig ab- gerundete subterminale Lippenfaire. Segmentalo Papillen an der Ruderbasis und ihre Stellung habe ich nicht sicher ausmachen können. Die Dorsalborsten sind sämtlich an der kon- vexen Kante stark blattartig gesägt. Zu oberst im Dorsalbündel stehen wenige Borsten mit kiu-zer, etwas kräftiger glatter Endspitze , Kix- berg's entsprechender Figur von J/. microps ähnlich sehend : die Mehrzahl der Borsten hat eine längere, zarte, haarartig zugespitzte glatte 11 .Michaelsen, We^tafrika. Bd. U. et o c Fig. VIII. Malmgrenia micro- poides n. sp. a = gewölmUche Dorsalborste mit längerer Endspitze, im Profil ; " ■ &= eine der oberen Dor- salborsten eines mittleren Seg- ments, mit kurzer stumpfer End- spitze, im Profil; ^^^. c = zweizälinige Ventralborste ans der Mitte des Bündels eines mittleren Segments, im Profil ; 4 1 148 H* AlGEXER. Endspitze. Die Vontralb ersten sind in ihrer Gesamtlorm der Abbildung Kin- berg's von M. microps ähnlieh, aber am Ende zweizähnig: der sekundäre Zahn ist gut halb so lang Avie der Endzahn, dünner als dieser und grade, der Endzahn stärker zugespitzt dreieckig und am Außenrande konvex ge- bogen. An den untersten Borsten ist der sekundäre Zahn schwächer und fehlt zuweilen ganz, ob normaler Weise oder infolge Abnutzung, mag dahin- gestellt sein. Die oberen Ventralborsten haben an der erweiterten End- strecke ca. 20 Querreihen meist starker Blattzälme, die mittleren luid unteren Borsten nur ca. 12 solcher Querreihen; an ihnen ist die erweiterte End- strecke auch kürzer und etwas gedrungener als an den oberen Borsten. Die vorliegende Art mit den allgemeinen Charakteren der Gattung Mahngrenia, steht anscheinend der M. microps Kbg. von Rio de Janeiro nahe: möglicherweise kann sie mit ilir auch zusammenfallen. Kinberg (Freg. Eugen. Resa. 185R. p. 20. Tab. VI Fig. 30) stellte seine Art in die Gattung Antinoe; ich zweifle aber nicht, daß sie eine Malmgrenia ist. Ohne Einsicht des Originalexemplars ist. eine Entscheidung nicht möglich, ob mein Tier die gleiche Art ist Avie die Kinberg's. M, microps hatte 32 Segmente, 14 Elytrenpaare und mit feinen Papillen besetzte Fühler, war aber vielleicht hinten nicht vollständig. Die Veutralborsten wurden einspitzig abgebildet. Bei meinem Tier seilen alle Körperanhänge , wie die Fühler und Girren, zarter aus als bei dem KiNBERG'schen Tier; es kann dies indessen daran liegen, daß mein Exemplar etwas erweicht und schlaft* ist. Von den nordhemisphärischen Arten mögen hier M. castanea McInt., M. alba Mlmgr. und M. picta Saint-Jos. erwähnt sein. Die beiden ersten haben glatte oder spärlich papillöse Girren und Fühler; M. picta hat stärker papillöse Fühler. Von M. alba Mlmgr. Avurden die Ventralborsten einspitzig abgebildet; ihre Form Aväre A\'ie bei J/. microps noch genauer zu untersuchen. Die Borsten meines Tieres sind etwas anders als bei der boreal- lusitanischen Jf. castanea, besonders die dorsalen. Hololepülella Greefp n. sp. Tafel II Fig. 22—24. Tafel III Fig. 52, Texttig. IX. Fundangabe: lllia das Ruias bei II ha de Sao Thome; K. Greeff. Beschreibung. Die A'orliegende Art lag mir in einem ganzen Exemplar und mehreren Bruchstücken, darunter 3 Vorderenden, vor. Die segmentreichen langen Tiere ähneln , da fast ahe Elytren verloren gegangen sind , beim ersten Anblick mehr einer dünnen Eunice oder Lycastis als einer Polynoide. Der ganze Wurm, der liinten A^oUständig zu sein scheint, besteht bei einer Länge A'on 78 mm aus ca. 138 Segmenten; die Maximalbreite beträgt mit Polyehaeta. 149 Rudern ea. 3 mm (vorderes Körperdrittel . Die Färbung i.ergL An den Parapodien ist die Kieme wie bei meinem Tier und bei N. Homhergi extrors. mit der konkaven Kante seitwärts gerichtet. Die ventrale Hinterlippe hat etwa die Länge des Ruderastos und ist ähnlich wie bei meinem Tier kürzer und am Ende spitzer als bei N. Homhergi, auch an N. magellanica Aug. erinnernd, doch nicht so sichelförmig wie sie Ehlers abgebildet hat, vielmehr mit schwach konvexem Unterrande versehen. Von der ventralen Vorderlippe ist der obere Lappen deutlich, der von Ehlers angegebene untere Lappen nicht deutlich erkennbar. Die dorsale Hinter- lippe ist ähnlich wie bei \. Homhergi, die Spitze des Euderastes überragend; von der vorderen Dorsallippe ist nur ein distaler Lappen einigermaßen deutlich erkennbar. Die von Ehlers gegebene Abbildung eines Ruders gibt keine richtige Vorstellung von diesem. In der fraglichen Figur soll das Ruder von vorn gesehen sein, zeigt aber die große ventrale Hinter- lippe nicht richtig in ihrer Form und an der Vorderseite des Ruderastes, die dorsale Vorderlippe dagegen zu lang und an der Hinterseite des Ruder- astes. Am Ventralast ist der Ventralcirrus unter die unteren Borsten auf die ventrale Hinterlippe hinaufgeschoben und erweckt so den Anschein eines unteren Vorderlippenlappens. Die Form der Ruder ist aus meiner Abbildung (Taf. HI Fig. (ilT) zu ersehen. Die Borsten sind auch bei dem Original ziemlich lang, ca. 2 mal so lang wie die Ruderäste. Xeplifhfjs Ifji'orJiaeta Fauv. (Tafel II Fig. 12, Tafel III Fig. 59.) Nephthys lyrochaeta Fauvfi-. Annelides Polychi'-tes de la Casamance, IDOl, p. 72, Fundangaben: Liberia, Sinoe [imd Little Kotau(V)] Elfenbeinküste, ^^ a}»})u und Drewin. Ooldküste, Saltpoud, !j m, und Accra. 8 ü d - X i g e r i a , Lagos. Kamerun, V i c t o r i a . Fernando 1* o o . Franz ö s. - K o n g o , F e r n a n d \' a z , S e 1 1 c C a m a , N y a n g a - Fluß, Loango, Pointe Noire. PolycliaetH. 161 Cabinda, Cabincla. Angola, Mucula. Sämtlich von A. Hupfer gesammelt. Weitere Verbreitung: Senegal. Erörterung. Ich habe diese weitverbreitete Art in einzelnen oder mehreren Exemplaren von den verschiedenen Fundorten gesehen. Die Färbimg der meist unvollständigen Würmer ist gelbbraun bis heller, gelbgrau, mit violettbrauner, dunklerer Bauchfurche. Die Borsten sind sehr dunkel schwärzlich oder heller, schwach bräunlich oder schwärzlich. Ein kleineres Exemplar von Accra ist vollständig und mit ca. 94 Segmenten ca. 17 mm lang; am Aual- segment steht ein unpaarer Analcirrus etwa von der Länge der 4 letzten Segmente. Eines der größten Exemplare ist das von Drewin, doch ist es hinten nicht vollständig, wenn auch kein großes Stück fehlt: die Länge beträgt bei einer Zahl von 82 Segmenten 42 mm. Im Habitus erinnern die Würmer an A ". macrura Schm. , auch an A'. Mahngrenl Theel. Die folgenden Angaben sind hauptsächlich nach dem wegen seiner Größe be- sonders geeigneten Wurm von Drewin gemacht. Der Kopf (Taf. II Fig. 12) ist mehr oder minder ausgesprochen sechseckig, etwa so breit wie lang, mitunter noch breiter, etwas verschieden, je nach dem Kontraktionszvxstande. Der Fühler und Palpus jeder Seite stehen meist dicht beisammen; zuweilen sind sie etwas auseinander gerückt. Im allgemeinen habe ich keine Kopf- augen gesehen; sie sind wohl wegen der dunklen Körperfärbung nicht sichtbar; nur bei 2 Vorderenden von Lagos sehe ich Augenflecke, An diesen etwas erweichten, hell weißlichgelben Tieren stehen 2 feine schwarze Augenpunkte auf dem Gehirn; sie liegen nebeneinander ungefähr auf der Grenze zwischen dem 1. und 2. Segment, dem Seitenrand des Kopfes mehr genähert als der Längsmodiane desselben. Die Mündung des bei manchen Exemplaren ausgestülpten Rüssels ist von 2 mal 10 weichen Gabelpapillen umgeben. Die Anordnung der Oberflächenpapillen des Rüssels ist erst bei Yergleichung mehrerer Exem- plare einigermaßen sicher auszumachen. Es sind ca. 14 Papillenlängsreihen vorhanden und eine dorso-mediane vordere Einzelpapille. In den Längsreihen, von denen die dorso-mediane Reihe genau hinter der Einzelpapille verläuft, .stehen dorsal ca. 6 Papillen (großer Wurm von Drewin), die von vorn nach hinten an Länge abnehmen. Die Papillen sind mit Ausnahme der vordersten, Avelche halb so lang wie die Einzelpapille ist, sehr kurz. Die längsten ReihenpapiUen kommen dorsal-seitlich vor: auch die zweite Papille in der Reihe ist hier öfter noch merklich länger als die folgenden. ]\Iituuter stehen noch einige Papillen Iß2 H. Algknek. mehr iu der Ivcilie, so daß ventral im ganzen ca. 8 in einer Reihe vor- kommen. Auch bei anderen Exemplaren sehe ich gegen 8 Papillen in den Reihen, die zuweilen s(>hr klein und kurz sind und an Zahl geringer zu sein scheinen. Vorn am Rüssel sind oft einzelne Reihonpapillen aus der Reihe herausgerückt, wodurch, falls mau nicht mehrere Exemplare daraufhin vergleicht, leicht eine größere Zahl der Reihen als 14 vor- getäuscht werden kann. Eine vordere ventrale Eiuzelpapille ist nicht vor- handen. Eine sogenannte (fälschliche) Gabelpapille findet sieh vorn bei dem Wurm von Drewin und demjenigen von Cabinda. Bei dem Drowiu-Wurm ist die vordere dorsale Einzelpapille ziemlich lang, die mit ihrer Wurzel sie berührende hintere Papille der „Gabel- papille" etwa -/s so laug wie die erstere. Bei dem anderen Wurm ist die hintere Papille der „Gabelpapille etwa halb so lang wie die Einzelpapille, aber 3 bis 4 mal so lang wie die nächstfolgenden Reihenpapillen. Bei einem Vorderende von Fernando Poo (es ist das stärkste von allen Exem- plaren) ist die beträchtlich lange und starke vordere Einzelpapille wohl 5 bis 6 mal so lang wie die nächstliegenden Reihenpapillen; in den 2 dorso- medianen Längsreihen ist die vorderste Papille kurz und der Einzelpapille nicht ähnlich. Der Rüssel enthält 2 starke, bräunliche Kiefer, die an ihrer Hinterfläche zweiseitig abgeplattet sind. Von den Rudern sind die beiden ersten einästig und bestehen nur aus dem Dorsalast; das 2. Ruder steht schräg hinter und etwas einwärts von dem ersten. Das 3. Ruder ist das erste zweiästige. Am 1 . Ruder steht ein langer Dorsalcirrus, der gut so lang wie die B(.»rsten ist, am 2. Ruder ist der Dorsalcirrus verkümmert, ganz kurz und fein, am 3. Ruder ist der Dorsalcirrus kurz, etwa so lang wie der dorsale Ruderast, am 4. Ruder steht wieder ein sehr langer Dorsalcirrus von der doppelten Länge der Dorsalborsten, am 5. Ruder ist der Dorsalch-rus wieder kürzer, etwa so lang wie der dorsale Ruderast, blattartig kegelförmig zu- gespitzt. Die langen Dorsalcirren vom Ruder 1 und 4 sind fadenförmig. Vom 6. Ruder an wird der Dorsalcirrus allmählich wieder länger, in der Gegend des 30. bis 35. Ruders ist er ansehnlich lang und reicht mindestens 2/;) so weit Avie die Dorsalborsten seitwärts, der Form nach an der Basis sehmal Ijlattartig konipreß , sonst fadenförmig; weiter nach hinten werden die Dorsalcii-ren allmählich kürzer und nehmen die Form eines dünnen Fadens von der Länge der gleichfalls immer kürzer Averdenden Kieme an (so an den hintersten Rudern). Die erste Kieme steht am ,"i. Ruder (drittes zweiästiges) und ist hier schon deutlich entwickelt und einwärts eingerollt; an den mittleren Seg- menten (Taf. III Fig. 59) erreicht die Kieme ilu-e stärkste Entwicklung Pülychaeta. 163 und füllt etwa bis zur Körpcruiitte den Raum zwischen beiden Kuderästen annähernd aus. Im hinteren Körper drittel wird die Kieme kürzer und nimmt immer mehr eine grade gestreckte Form an. Die Kiemen .sind wie der Parapodrand zwischen -beiden Ruderästen gowimpert und haben keinen seitlichen Höcker unterhalb des Dorsalcirrus. In der Regel sind die voll- entwickelten Kiemen einwärts eingerollt, selten mehr seitwärts ausgestreckt oder gar mehr nach außen umgebogen. Die Form der voll entwickelten Ruderäste (etwa 35. Ruder : Taf. III Fig. 59) ist folgendermaßen: Die Ruderäste sind am Ende deutlich kegel- förmig, ähnlich wie bei A\ Mahngreni Theel, vielleicht ein wenig stumpfer als bei dieser. Deutlicher sieht man dies nur an den vorderen Rudern; an den mittleren Rudern hüUen die Borsten die Ruderenden zu sehr ein. Am Dorsalast steht eine große an N. llomhergl erinnernde Hinterlippe; sie ist länger als hoch, länglich eiförmig, distal abgerundet und überragt die Ruder- spitze etwa bis zum konvexen Außenrande der Kieme. Eine vordere Dor- sallippe ist ebenfalls deutlich entwickelt und der Hinterlippe ähnlich, doch viel niedriger, am Oberrande wie jene ganzrandig, etwa die distale Hälfte des Ruderastes einnehmend. Am Ventralast ist eine Hinter- und Vorder- lippe vorhanden. Die Hinterlippe ist ein eiförmiges, distalwärts verschmälertes, am Ende stumpfgeruudetes Blatt von höchstens Ruderastlänge und halb so lang wie die Borsten. Eine vordere Ventrallippe ist nur in ihrem oberen Teil entwickelt als ein ziemlich langer, mehr oder minder schwach halb- mondförmiger, aufgebogener, stark zugespitzter Lappen, der etwas kürzer als die hintere Lippe ist. Außerdem steht gerade oben median vor der Austrittsstelle der ventralen Borsten auf dem Ruderast ein lanzettliches oder .schmal dreieckig zugespitztes zartes Blättchen von etwa Va ^^^ Länge der ventralen Vorderlippe; dieses mag als weiterer Abschnitt einer Vorderlippe zu betrachten sein oder etwa als ventrale Kieme, obgleich es mit der Kieme des Dorsalastes keine Ähnlichkeit hat. Hinter der Körpermitte verschwindet das ventrale ,,pseudobranchiale'' Blättchen, die ventralen Lippen Averden allmählich kürzer und stumpfer, und die hintere Dorsallippe ragt eher weiter vor und rückt ans Ende des Dorsalastes; sie ist hier etwa doppelt so lang wie hoch, wird also kürzer als weiter vorn (vor der Körpermitte ist sie wenigstens 3 bis 4 mal so lang wie hoch). Der Ventralcirrus ist kurz, fadenförmig und reicht kaum bis zur Ruderspitze. Die Borsten sind sehr zahlreich und beträchtlich lang; ihre dunkle Färbvmg zeigt sich besonders in der hinteren Körperhälfte. Im vorderen Borstenfächer sehe ich nur einfache, auf einer Kante feilenartig quergerippte kürzere, starke Haarborsten, die je nach ihrer Lagerung ein etwas verschiedenes Aussehen haben und 19 Michaelseu, Westafrika, Bd. II. Iß4 H. AlCKXKH. dunkler sind als die Borsten dos hintorcn Fät-licrs. Im liintor(>n Fächer stehen beträchtlich lange zartere Borsten, Avie die vorderen gebogen und von ganz glatter, einfacher, haardünn auslaufender Form. Außerdem finden sich im hinteren Borstentacher zahlreiche kürzere zweizinkige Borsten, wie sie von Faivel für JV. hjrorlKu'td und von EIhlers für N. incrmis abgebildet wurden. Infolge der großen Zahl, dicht« 'n Lagerung und dunkleu Färbung der Borsten vermochte ich diese Leierborsten am abgeschnittenen Ruder nicht gut zu erk<'nnen; deutlich zeigten sich diese Borsten erst, als ich die beiden Borstenfächer voneinander abpräpariert hatte und j"(^den für sich unter dem Mikrosko)) untersuchte. Unter den Nephthyden Westafrikas ist nach meinem Material N. hjro- chaeia die vorherrschende und häufigste Art. Sehr nahe verwandt ist die N. inermis Ehl. Westindiens; ich venmute sogar, daß beide Arten zusammen- fallen. Ich konnte leider kein Exem})lar der EuLERs'schen Art untersuchen, da im Göttinger Museum kein solches vorhanden ist. Daß bei N. inermis normalerweise Rüsselreihenj^apillen fehlen sollten, halte ich noch nicht für sicher, besonders da auch bei meinen Tieren die Papillen oft schwer zu erkiMinen sind. Kacli Ehlers fehlen dieser Art auch die (jabelpapillen der Rüsselmündung und die Kiefer; es liegt daher nahe, zu vermuten, daß der Rüssel des einzigen Exemplars beschädigt war. A^. fujiUx Lnghns. von Madeira (1879j hat Avie N. lyrochaeta 14 Papillenreihen am Rüssel, weicht aber durch die Wel höhere Zahl der Papillen in den Reihen ( ca. "24) ab. Von den KiNBERo'schen Nep Jithijs- Art ou Südostamerikas mag die eine oder andere mit A'. h/ruchaeta näher verwandt sein, so N. praetiosa. Die 1910 erschienenen Figuren dieser Art lassen erkennen , daß die Ruder ganz ähnlich gebaut sind; die Kiemen sind einwärts eingerollt, die Borsten ziemlich lang. Die (Gesamtzahl der Papillenlängsreihen am Rüssel ist aus Kinberg's Abbildung nicht festzustellen: von oben Jier sind i) Reihen sicht- bar, was ganz gut zu meinen Tieren paßt, bei denen ich ('2. große Tiere) 8 Reihen von oben her sehe, jederseits von der Mediane 4. Von A'. ly)'o- cliaela wird bei Fauvel von den beiden vorderen (bzw. dem einen mittleren) ventralen Lippenlappen niclits erwähnt, und die vorderen kurzen Borsten Averden als glatt l^ezeichnet. Fauvel hatte nur ein einzelnes Exemplar vor sich. Anhang. I^hlkrs hat außer N. inermis und .\'. titjua))iO'«i als N. jtJnjllo- rirrd noch eine dritte \('ji/i//ii/s (1887) aus Westindien beschrieben. Ich habe IDOÜ dii'se Art aus Westindien wieder gesehen; von A\'estafrika ist sie mir niclit vorgekommen. Ich bin nach nochmaliger Vergleichuug eines von mir so beiuinnien Wurmes aus d«!m (Jöttinger Museum auch jetzt noch Polychaeta. 165 der Überzeugung, dai-3 dieser Wurm eine ^V. phyllocirra ist. Ehlers stellte diese Nephthi/s in den Kreis der X. rilhita und bezeichnete sie gegenüber N. inermis und A. equamosa als eine nordische Form. Nach meiner jetzigen Erfahrung ist N. pJnjUonrra nicht mit X. ciliata näher verwandt; vielmehr steht sie einer anderen nordischen Art, der N. inclsa Malmgrx., sehr nahe. Habitus und Ruderform . die dputlich kegelförmigen Ruderastenden und Ruderlip])en, die Anordnung der Rüsselreihenpapillen (eine vordere dorsale Einzelpapille ist ebenfalls vorhanden) sind sehr ähnlich. N. ciliata kann hier Avegen der abAveich enden Form der Ruderäste und der Rüsselpapillen- anordnuug nicht in Frage kommen. Ein Unterschied von A. Incisa liegt darin, dai3 die Dorsalcirreu bi'i X. pliyHo^-irra blattförmig zusammengedrückt sind. Ich stimme demnach Ehlers in der nordischen QuaUfizierung seiner Art insofern bei, als sie als geographische Form der A", inci-sa im tieferen Wasser Westindiens betrachtet Averden kann. Ich möchte über A^ phyllo- cirra noch folgendes bemerken. Die Dorsalcirreu sind deutlicher blattförmig zusammengedrückt als in der Figur von Ehlers, im Umriß fast schlank herz- förmig. An den Rudern, die, Avie gesagt, denen der A'. incisa sehr ähnlich sind, ist die dorsale Hinterlippe niedriger als bei der sonst ähnlichen A^ srpia- mona : ebenso ist die ventrale Hinterlippe kürzer als bei dieser und überragt distalwärts nicht die Ruderspitze. Vordere Lippen sind dorsal wie venti-al in einem distalen bzw. oberen Lappen deutlich entwickelt. Die Kiemen sind dick, sclnvach extrors, oft gi-ade ausAvärts gestreckt * oder auch mehr nach innen gebogen: das normale Verhalten ist Avohl sicher extrors, wie dies auch Ehlers abbildete. Ehlers gibt für den Rüssel fam aufgeschnittenen Rüssel untersucht) •_'2 Papillenlängsreihen an, erAvähnt aber A'ordere Einzelpapillen nicht. Solche sind A'orhanden, eine sehr lange dorsale und eine erheblich kürzere A^entrale Die geringe Größe der ReihenpapiUen und die Länge der dorsalen Einzel- papille erinnern stark an A\ incisa. Die A^entrale Einzelpapille könnte allenfalls auch die erste Papille in einer der beiden A'entro-mediauen Längs- reihen sein, nach Analogie mit den benachbarten Reihen, in denen auch die erste Papille erheblich größer als die folgenden ist. Die mächtige dorsale Einzelpapille füllt mit ihrer Basis vorn den Raum zwischen den beiden dorso-medianen Längsreihen aus und ist wohl 8 bis 10 mal so lang AA'ie die längsten benachbarten ReihenpapiUen; sie überragt am ausgestülpten Rüssel A'orn die mittleren RüsselmündungspapiUen. In den Längsreihen stehen 5 oder 6 Papillen, von denen eigentlich nur die \'orderste größer und deutlicher ist, die übrigen dagegen nur sehr klein sind. Die Borsten sind hell-bräunlich, dunkler als bei N. squamosa; die I^änge der Borsten ist 12* \QQ H. AlGENKK. mäßig und beträgt etwa -/3 der Ruderlänge. Von X. sqnamosa, mit der N. j)hylloci)'ra iu eine engere Gruppe gehört, halte ich letztere für ver- schieden, soweit das wenige von mir gesehene Material erkennen läßt. Xephthys a mhHxettana ii. sp. Tafel II Fig. 13, Tafel III Fig, 60 u. 61. Fundangabe: Angola, Ambrizette; A. Hupfer. Beschreibung. Das einzige Exemplar (Taf. II Fig. 13 1 ist ein kleines, vollständiges Tier von ganz heller, gelblichwoißer Färbung. Die Länge beträgt 6,5 mm, die Zahl der Borstensegmente 42, die Maximalbreite in der vorderen Körperhälfte etwa 0,7.') mm. Das erhaltene, mit einem kurzen unpaaren Analcirrus von der Länge des letzten Borstensegmentes versehene Analsegment hing nur noch an einem Faden mit dem Körper zusammen. Der Pharynx war in etwas mehr als Kopflänge ausgestülpt und trägt an seiner Mündung Papillen. Uberflächenpapillen habe ich am Rüssel nicht recht erkennen können, was in aubetracht der geringen Größe des Wurmes nicht weiter von Bedeutung ist. Die Körperform ist gestreckt , am breitesten in der vorderen Körper- hälfte; hier sind die Segmente ca. 4 mal so breit wie lang; in der hinteren Körperhälfte ist die Segmentbreite gleich 2 Segmentlängen. Wie bei anderen Arten treten die Parapodo im Gesamtbilde des Ti(»res in der hinteren Körperhälfte seitlich stärker hervor als weiter vorn; die hinteren Parapode sind mindestens halb so lang, wie der Körper breit ist. Der Kopf (Taf. II Fig. 13 1 trägt jederseits an den Vorderecken 2 kurze dünne Fühler; er ist etAva so breit wie lang und annähernd fünfeckig. Dicht hinter dem Hinterrande des Kopfes stehen mitten auf dem Rücken des Wurmes zwei längliche braune, durch einen deutlichen Zwischenraum getrennte Fleckchen; es mögen Augenflecke sein. Die Parapode sind primitiver ausgestattet als bei den größeren ^sephthyden und in der geringen Entwicklung ihrer Lippen und Kiemen d(;r antarktischen N. ahrayickiata ähnlich. Das 1. Parapod hat außer einem Ventralcirrus , welcher länger ist als an den Normalruderu, einen dünnen fadenförmigen Dorsalcirrus , der das Parapod an Länge übertrifft. Am VordcH-körper liegen die beiden Ruderäste der Normalpa- rapode dichter aufeinander als weiter hinten; an den mittleren und hinteren Segmenten sind die beiden Ruderäste weit, mindestens um die Höhe des Dorsalastes, voneinander getrennt. An den vollentwickelten Parapodien ist weder ein Dorsalcirrus noch eine Kiemi' zu erkennen; am Ventralast ist ein kurzer stumpfer Ventralcirrus vorhanden. Ruderlippen sind sehr Polytliaeta. 167 jjiiamosa müßte ange- nommen Averdcn, daß bei Aveiterer Größenzunahme noch eine EntAvicklung der Kiemen imd Dorsalcirren stattfindet. Ehlers, der A. abranchiata für eine unausgewachsene Form ansieht , hält eine spätere Ausbildung aou Kiemen bei seiner Art nicht für wahrscheinlich. Ob die Geschlechtsreife IQ!^ H. Aiukm:!!. eines kloiuon Tieres als Argument gegen eine bei weiterem (.Trüßonwaelistnm des Tieres reichere Ruderentwicklung zu Ijewertcu ist, lasse ich dahin- gestellt sein, hake es aber für möglieh und betrachte das Tier als eine besondere Art. Farn. Phyllodocidae JPlnjllodove rtihif/lnoso Saiiit-Jos. Tafel II Fig. 27. Phyllodoce ruhiginosa Saint-Joseph. Ann. Sei. natnr. (7) V, 1881), p. 282. — — Mc Iktosh. MonooT. britisch Annelids. II'. I',j08. p. 92. Fundangaben: D euts ch-Süd we stafrika, Swakopmund, Ebbe- strand und an Bojen, und Lud e ritzb u c h t , Flachwasser, — 10 m; A\; Michaelsen, 1!)11. Weitere Verbreitung: Lusitanisch, Südengland, Kordfrankreich. Erörterung. \'on dieser in 8üdwestafrika oilenbar verbreiteten Art war lÄlderitzbucht und der Swakepnuuider Ebbestrand durch ein kleines bzw. einige kleine Exemplare vertreten; die Hauptmasse», 3(> bis 40 Individuen, wurden an Bojen gesammelt. Eines der größten vollständigen Bojen-Exem- plare ist mit etwa 170 Segmenten ca. ()4 mm lang. Die Färbung der Würmer ist auffallend und charakteristisch. Der Kopf nebst den Buccalcirren ist rostrot, der Bauch heller oder dunkler rostrot oder in verschiedener Abtönung, heller oder dunkler, mit grünlicher Beimengung. Der Ivückeii ist heller oder dunkler gelbgrünlich mit mehr oder weniger rostroter Beimischung, dorso-niedian mit den beideu dunkel- blauen oder grünschwärzlichen , von Saint-Joseph beschriebenen parallelen Läng.slinien. Diese Linien sind an einer Anzabl vorderer Segmente ver- loschen. Außerdem kann noch jederseits auf den dorsalen Parapodbasen eine entsprechend gefärbte Längslinie vorhanden sein; es entstehen so zwei nicht immer vorhandene, interpai-apodial seitlich vorgezogene Zickzack- längslinien. Die Dorsalcirren sind hell rostrot bis kastanienbraun; sie lassen den Kücken unbedeckt; nach hinten gelegt, reichen sie etwas über das nächstfolgende L'uder hinweg. Im Umri(.] sind die Dorsalcin-en lu^rz- fcirmig und behalten am ganzen Körper annähernd die gleiche Form bei. Am Hinterkörptu- gehen sie mehr in vmo gestreckte eilauzettliche Form über: am \'orderkörper sind sie ebenfalls scldanker als am Mittelkörper, doch weniger als am Ilintej-ende. Indivichiell kommt wohl ein geringes Variieren in der Form der naittleren Dorsalcirren vor, indem die Herzform ein wenig spitzer oder stumpfer ausläuft. Di(» Buccalcirren verteilen sich auf die o Buccalseamente nach der Polyclia.'ta. 1 69 Formol 1 , \, 1 : das 3. Buccalsogiueut trägt uutor dem Buccak-irrus ein kleines normales Paraped mit Borsten und blattförmigem Ventraleirrus. Das 1\ Segment hat ein Borstenbündel. Die Buecak-irren sind kurz; der obere des 2. Segments ist der längste und reicht etwa über die ersten 6 Segmente nach hinten. Die Buccalcirren sind sämtheh fadenförmig, bald am Ende stumpfer und mehr gleichmäßig dick , bald schlanker und in der Endhälfte deutlich verjüngt. Das 1. Buccalsegment ist dorsal reduziert, das 2. Segment dorsal gut entwickelt. Die Rudercirren fallen ziemlich leicht ab. Sehr (empfindlich aber müs.sen die Analcirren sein. Unter den vielen Exemplaren sah ich nur zweimal einen noch anhangenden Analcirrus. Dieser war von gleicher Farbe wie die Dorsalcirren. Die Analcirren (Taf. II Fig. 27) sind ungefähr wurst- förmig: sie sind fleischig, (^twa 2 oder 3 mal so lang wie breit, am Ende stumpf und breit abgerundet, dorso-ventral nur ein wenig abgeplattet. Ich konnte meine Tiere nicht mit europäischen Individuen der FL ntbiginosa vergleichen, finde aber die Südwestafrikaner so weit mit dieser Art übereinstimmend, daß ich sie ihr zuordne. Mc Intosh hat eine farbige Abbildung der Art geliefert, wohl nach einem frischen Exemplar; in dieser sind die Dorsalcirren erheblich heller als bei meinen Tieren. Es ist ja nun möglich , daß die europäische Form überhaupt hellere Dorsalcirren hat: denkbar wäre auch, daß bei meinen Tieren die Färbung im Alkohol wie bei anderen Phyllodociden gedunkelt ist. Im Text bezeichnet Mc Ixtosh die Dorsalcirren als schön rot, was nicht mit der Figur harmoniert. Über den Rüssel habe ich keine Untersuchung anstellen können, da derselbe nirgends ausgestülpt war. Mc Intosh bezeichnet ihn als „papillose anteriorly", ohne nähere Angabe, ob die Papillen zer- streut oder in Reihen angeordnet sind. Nach Saixt-Joseph ist der vordere Teil des Rüssels mit Papillen besetzt. Falls hiermit der proximale Teil des Rüssels gemeint ist, würde diese Art in die nähere ^'erwandtschaft der Phijll. laminosa S.w. gehören, wohin sie auch nach dem dorsal gut entwickelten 2. Segment passen würde. Phffllodoce (Ancütides) oculata Elil. Tafel III Fig. ÖT u. .')S. Fundangaben : S e u e g a 1 , CI o r e e , 25 m ; A. Hl pfer. Goldküste, Accra; A. Hupfer. Ilha de Sa 5 Thome, 13 m: A. Hupfer. Ilha das Rolas bei Ilha de Saö Thome; R. Greeff. Isla Annob('»n, Ebbestrand: Arn. Schultze, T.Oktober 1911. Angola , Mucula und Kinsembo: A. Hupfer. 170 H. Augeneu. Weitere Verbreitung : Wcstiiidion und Bahamas. Weit verbreitete Art: im Flarhwasser bis etwa 400m. Erörterung. Diese in Westafrika weit verbreitete Art lag mir in größeren und kleinen Exemplaren vor. Fünf Exemplare, die besten und frischesten von allen, stammten von Annobon. Die Grundfärbung der Anno- bön-Tiere ist grünlich-gelb bis rötlichgraugelb : die Dorsalcirren sind in ver- schiedenem Grade mehr grünlichgelb. Der Rücken ist olivenschwärzlich, in verschiedener Weise quer gebändert, mitunter mit einem zusammen- hängenden Medianlängsstreifen: die Querbinden sind stärker oder schwächer. Die Augen sind rotbraun. Das stärkste, hinten nicht vollständige Tier ist ca. 110 mm lang mit annähernd 3"20 Segmenten und am Vordei'körper mit l\udern ca. 3 mm breit. Die dunkle Kückenfärbung findet sich bei denjenigen Tieren, bei welchen sie stark ausgeprägt ist, mit abnehmender Intensität bis zum letzten erhaltenen Segment (kein Tier ist hinten voll- ständig). Die übrigen Individuen erreichen nicht die Größe der Annobon- Tiere und sind zum Teil verblaßt; andere sind einfarbig grünlich-graugelb, fleischrötlich bis rostgelb oder (so ein Exemplar vonKinsembo) hellbräunlich mit dunkelbraunen segmentalen Querbinden. Diese Querbinden nehmen bei dem genannten Tier weiter nach hinten mehr und mehr an Größe ab, liegen am Vorderrande der Segmente und sind dorsal-uK^dian am längsten, seitwärts kürzer; die Rückenpartie ist dicht medial vor den Ruderbasen in ganzer Segmentlänge mehr schwärzlieh (piergestreift. In voller Segmentbreite sind die Querbinden nur etwa am vorderen Körper- drittel ausgeprägt. Von den Segmenten sind die mittleren ca. o mal, die vorderen 4 mal, die hinteren I Vo uial so breit wie lang. Der Kopf ist hinten deutlich konkav; in der Ausrandung steht eine kegelförmige Nackenpapille. Die Rückenfläch»' bleibt immer in großer Ausdehnung von den Dorsalcirren unbedeckt: die letzteren sind mehr oder minder schräg nach oben und hinten oder auch steil aufwärts gerichtet. Die Dorsalcirren sind individuell etwas in der Form verschieden (vgl. die beiden Abbildungen Fig. 57 und 5(S auf Tat". III) und ändern sich am Körper von vorn nach hinten gleich- falls etwas. Die vorderen Dorsalcirren sind schlanker als die mittleren; am Hinterende wird die Form dann wiedci- schlankm-. Die Dorsalcirren sind meist hell gefärbt, d. h. höchstens so wie die Grundfarbe des Körpers. Betrefls der Art, wie der \w'ntralcirrus an den Parapodien befestigt ist, muß ich Tri:adwhj>l beistimmen (Rolychaet. Annelids of Porto Rico, IDOO. }). 11)1) im Gegensatz zu Ehlkrs. Der Ventralciri-us ist nur an d(>r P)asis mit dem Parapod verbunden. Die Form des Parapods stimmt ebenfalls Polycliaeta. 171 ZU Treadwell's Bomorkuno-. Ich tindo das Analsogmont entsprechend der Angabe von Ehlers, so bei einem Wurm von Saö Thome. Die Anal- cirren sind fadenförmig. Ehlers bezeichnet die Papillen der Rüsselbasis als hell: ich hnde sie manchmal auch so: in anderen Fällen wieder sind sie braun s('förbt odm- mehr oder weniger stark dunkelbraun gerandet. Die Zahl der Papillen ist in den Papillenreihen nicht ganz gleich: ich glaube bestimmt, im Maximum 10 in einer Reihe gefunden zu haben. Bei den beiden stärksten Anno- bon-Tieren ist am ausgestülpten Rüssel der terminale sechskantige Abschnitt des Rüssels höchstens dreimal so lang wie der papillenbesetzte Basalabschnitt ; vermuthch war der Rüssel nicht ganz ausgestülpt , da die Länge seines terminalen Abschnittes von Berc4.ström 1914) viel länger angegeben wird. Der längste Buccalcirrus , der obere des 2. Cirrensegments , reicht über die 10, manchmal auch über die 12 oder 13 ersten Segmente nach hinten. Die Yerteihmg der Buccalcirren halte ich für so : 1 . Buccalcirren- segment mit 1 Buccalcirrus, 2. mit einem oberen und einem unteren Buccalcirrus, 3. mit einem oberen Buccalcirrus und einem unteren blatt- förmigen Ventralcirrus. Diese Art der Vorteilung ist nicht immer gut zu erkennen , bei Tieren mit eingezogenem Rüssel eher als bei solchen mit ausgestülptem Rüssel. Die vorliegende Art, eine langgestreckte schmale Form mit Dorsaleirren, deren Gestalt am ganzen Körper annähei-nd gleich bleibt, ist an dem kurzen, großäugigen Kopf und ihrer Zeichnung kenntlich. Ehlers hat die durch große Augen und quer gebänderten Rück;toht aus 4 Excmplaron , von doneu 3 von Goree stammen. Alle Tiere sind klein, mit Ausnahme des einen Goree-Exemplars , das als mittelklein bezeichnet Averden kann. Dieses letztere Tier ist ca. 17 mm lang, in der Glitte des hinten unvollständigen Körpers ohne Ruder 1 mm breit: erhalten sind ca. 70 Segmente. Die Färbung ist weißgelblich, wohl verblichen: nur am Vorderende sind noch einige bräunliche, dunklere, schmale dorsale segmentale Querbinden an einigen Segmenten an den Seg- mentfurchen zu erkenuen. An den mittleren und hinteren Segmenten findet sich am Hinterrande eine Aveißliche Querbinde von ungefähr der Länge der halben Segmente. Der bei dem größten Tier unten flache, median breit und tief längs- gefurchtc» , dorsal mäßig gewölbte Körper ist fast parallelrandig, schlank, von vorn nach hinten ganz allmählich an Breite zunehmend. Die Dimen- sionen der S(\i;mente sind nicht genau anzugeben, da der Körper an verschiedenen Kfirperstrecken ungleichmäßig kontrahiert ist: die vorderen Segmente sind ca. 3 mal , die mittleren und hinteren ca. 2 mal so breit wie lang. Der Kopf (Taf. II Fig. 25) ist ziemlich lang, gestreckt herzförmig, ca. 2 mal so lang wie hinten breit, etwa so lang wie die 6 ersten Segmente, hinten ausgeraudet: in der Ausrandung steht vermutlich eine Nuchalpapille. Die beiden großen dunklen, runden, linsfiihaltigen Augen stehen nahe dem Seitenrande und dicht vor dem Hinterrande des Kojjfes ; sie sind durch 2/3 der hinteren Kojifbreite von einander getrennt. Die 4 Kopffühler sind so gut wie gleich lang und etwa '/:, so lang, Avie der Kopf hinten breit ist. Die 4 Paar Buccalcirren verteilen sich auf die 3 ersten Segmente nach der Formel 1 j- 1. Sie sind dünn, fadenförmig: nur der ventrale des 2. Buccalsegments ist etwas stärker und schwach zusammengedrückt: der obere Buccalcirrus des 2. Segments und derjenige des 3. Segments sind ungefähr gleich lang; sie reichen üb(n- die ersten 11 bis 12 Segmente nach hinten; die übrigen Buccalcirren sind kurz , kaum halb so lang. Unter dem Buccal- cirrus des 3. S(\omonts stehr ein kleines Parapod mit blattf(irmigem Ventral- cirrus. Die mittlerenl'arapode Taf. III Fig. 50) haben blattfiirmige Cirren und sind etwa - 3 so lang, wie der Körper breit ist. Die Ventralcirren haben die Form eines gestreckten lanzettlichen, am Ende zugespitzten Blattes, das die Ruder spitze nicht oder wenig überragt. Au den vorderen Parapodien (Taf. III Fig. 51) überragt der A'entralcirrus merklii-h das Ruderende. Die Dorsalcirren lassen den größeren Teil des Rückens frei: die mittleren reichen, nach hinten gelegt, üljer das folgende Segnient hinweg. In ihrer Form sind die Polvchaeta. 173 Dorsalcirren breit blattförmig, im Umriß an den verschiedenen Körper- strecken verschieden. Die vorderen sind asymmetrisch mäßig breit herz- förmig und am Ende zugespitzt (Taf. III Fig. 51): .sie gehen am Mittelkörper allmählich in eine stärker asymmetrische, gedrungenere und stumpfere Herzform über (Taf. III Fig. 50j. Noch weiter hinten am Körper, so weit dieser erhalten i.^t , nehmen die Dorsalcirren eine längliche, an der Spitze schief abgestutzte Herzform an iTaf. III Fig. 49.) Die Form der Dorsalcirren ergibt sich am besten aus den Abbildungen der so gut wie möglich darge- stellten Ivuder von den verschiedenen Körper- gegenden. Die Analcii-ren waren nicht erhalten, auch bei den anderen Individuen nicht. Ein zweites, kleines Exemplar von Goree, weißgelblich und hinten verstümmelt, hat einen gedrungenerer Kopf als der zuerst beschriebene Wurm. Der Kopf ist etwas länger als hinten breit. Von den 4 Fühlern sind die beiden unteren etwa 23 so lang Avie die oberen: diese sind zarter und schlanker als bei dem ersten Tier, gut halb so lang, wie der Kopf hinten breit ist. Der längste Buccalcirrus reicht über die (> bis 7 ersten Segmenten nach hinten. Ein drittes, gleichfalls kleines und hinten unvollständiges, blaß gelbbräunliches Tier hat den Rüssel ausgestülpt. Dieser hat an seiner Mündung 18 große, kurze Papillen, an der Basis jederseits (3 Längsreihen kurzer Blattpapillen , deren Zahl nicht genauer zu erkennen ist. An der distalen Hälfte ist der Umfang des Rüssels durch 6 stumpfe Längswülste sechskantig. Der Kopf ist jedenfalls infolge der Rüsselaus.stülpung kürzer als bei den anderen Exemplaren, herz- förmig, und liat etwa die Form wie in Malmc^rex's Figur von Ph. marulata (1867. Tab. IV Fig. l()i. Eine geringfügige indi- viduelle Variation zeigt sich darin, daß die Dorsalcirren ein wenig schlanker sind als bei dem zuerst beschriebenen Tier. Die komplexen Borsten linden sich zu ca. 15 bis 20 im Paraped, so am 40. und am 70. Ruder. Die Endgräte ist beträchtlich lang, Avenigstens \ Fig. XI. PhiUodoce africana u. sp. Komplexe Borste eines niittlereu Ruders 1 Schaft in Kantenlage, Gräte in Protillage); -^-^- 174: H. AlGENER. ! von Eulalia nur dureh die komprimierto Form des unteren Buocalcirrus abweicht , sich in der dorsalen Gestaltung des 1. Segments zu Pterocirrus Gr. verhält wii' Kuhdia zu Eumida und auch als Untergattung von Eulalia aufzufassen ist. Plero- cirrus Gr. raul-^ nach Bergström durch Sige Mlmgr. ersetzt werden. Ein Pterocin-us im Sinne des Pter. macroceros Gr., der nach Bergström die Sige fusigera als Synonym aufzunehmen hat, ist Pter. ceglontcus Mich., der in der dorsalen Reduzierung des 1. Segments vollkommen mit Pter. macro- ceros übereinstimmt und diesem überhaupt sehr ähnlich ist. Fraglich bleibt nur, ob man Pter. ceglonicus als Art oder als Varietät von Pter. macroceros sondern soll. In die Gattung Steggoa gchcirt dageg(m wahrscheinlich der Pter. hrevicornis Ehl. \(»n Neuseeland (1904;, da er nach der Abbildung des Vorderendes ein dorsal gut entwickeltes 1 . Segment hat und schon aus diesem Grunde von Pter. cegloidcus verschieden ist. Was die Gattung Steggoa angeht, so sollen bei ihr nach Bergström abweichend von EuL ciridis auf der ganzen Rüssellläche Papillen vorhanden sein, während solche bei Eulalia bzw. Eul. viridis nur am distalen Rüssel- abschnitt vorhanden sein sollen. Ich kann nach Vergleichung arktischer Exemplare von Eul. ciridis Bergström in diesc^m Punkt nicht beistimmen. Bei Eul. viridis ist , wenn der Rüssel in normaler AVeise ausgestülpt und nicht beschädigt ist, ebenfalls am ganzen Rüssel Papillenbesatz vorhanden. Jjei einigen Individuen der Eulalia war beim ersten Anblick scheinbar ein Papillenbesatz an einer mehr oder minder großen proximalen Strecke des ausgestülpten Rüssels nicht vorhanden. Es stellte sich indessen jedesmal heraus, daß in diesen Fällen eine V^erletzung des Rüssels vorlag, welche dadurch entstanden war, daß die äußere, die Papillen tragende Gewebs- schicht des Rüssels in der Gegend der Mundöffnung ringsum abgerissen und auf der darunterliegenden Miiskelschicht Aveit gegen die Mündung des Itüssels geglitten und zusammengeschoben war. Die Analcii'ren von Eul. viridis werden von Bergström als spitz-oval, blattförmig bezeichnet. Abge- sehen davon , daß V^ariationen in der Form dieser Girren vorkommen, wüi-de ich diese Bezeichnung nicht auf die Analcirren der von mir gesehenen Eulalien anwenden, sondern sie etwa spindelffirmig oder spindel-fadenförmig benennen. Bei /''/. 7uicrocephala waren die Analcirren meist nicht (»rhalten; b(ü (uneni Tenerifra-Exemjjlar veriialten sich die Analcirren ähnlich Avie bei Eulalia; sie sind noch etwas mehr fadenförmig, schlanker, nicht komprimiert. Das eine der Goree-Indlviduen ist dem Teneriffa-Tier in diesem Punkte Polycliaeta. 177 gleich: bei dem zweiten Exemplar von Goree sind die Analcirren noch ausgesprochener fadenförmig , dünner , etwa so lang wie die 7 letzten Segmente. Ein unbedeutender Unterschied liegt demnach in der Eorm der Analcirren bei den beiden sonst so ähnlichen Formen. Was den Habitus anbelangt, so hnde ich St. microcephala viel gestreckter aussehend als die Eulalia. Annähernd gleich starke Exemplare von Eni. viridis sind höchstens etwa halb so lang wie Stegtjoa. Ein T^Tu/a/ia-Individuum von der Stärke des größten Teneriffa-Tieres der Steggoa hat seiner viel geringeren Länge entsprechend bei voller Erhaltung auch viel weniger Segmeute, noch nicht die Hälfte derjenigen der Steggoa. Was den Wert der Form des blattförmigen unteren BuccalciiTus zur Unterscheidung von den echten Eulalien, wie Eul. viridis, anbetrifft, so ist dieser Cliarakter nicht immer so klar erkennbar, wie man Avünschen möchte. Ich habe festgestellt, daß auch bei Eul. viridis der fragliche Buccalcirrus mehr oder minder lamellenartig komprimiert sein kann, wodurch die Trennung" zwischen Eulalia und Steggoa weniger scharf erscheint. Marion und BoBRETZKY machen eine erwähnenswerte Bemerkung. Sie fülu-en (1875) die bei Marseille häufige Eul. virens auf (1 875 1, die später, so auch von Bebgström, mit E^d. viridis identifiziert worden ist, und bemerken über diese Art u. a. folgendes. Im Laufe oft wiederholter Beobachtungen konnten Avir einige ziemlich merkAvürdigt' Variationen feststellen. (^ft erschien der ventrale Buccalcirrus des 2. Segments deprimiert und Avie leicht gesäumt. Einer der Würmer hatte sogar einen Anhang, fast ebenso lamellenförmig Avie derjenige A'on Eul. (Pterocirrus) microcephala Clap. Im übrigen AA'ar dieses Tier identisch mit anderen Eul. virens. Eulalia viridis var. capensis Schm. Tafel III Fig. 48. Fundangaben : D e u t s c h - S ü d av e s t a f r i k a , S av a k o p m u n d . an Bojen, und Lüderitzbucht , Flaclnvasser, — 10 m: W. Michaelsen, 1911. Weitere Verbreitung: Süd- und SüdAvestafrika; Südwest- aus tr allen. Erörterung. Von beiden Fundorten liegt je ein Exemplar Aor. Das A'On Lüderitzbucht ist ein kleines ockergelbliches junges Würmchen. Ein zweites größeres IndiAÜduum fand sich zwischen Ph. ruhiginosa. Der a'oII- ständige Wurm Avar mit etAva 66 Segmenten ca. 16 mm lang, dorsal hell- bräunlich-gelbgrünlich gefärbt, am Bauche dunkler, mehr braun, mit dunklen . oliA^enbräunlichen Dorsalcirren. Das Tier ist der Eul. viridis 1 7(S H. ArCJKNEK. ähnlich (das 1 . Segment dorsal wie bei jenem entwickelt), hat aber etwas breitere Dorsalcirren, wie auch Mc Intosh im Challenger Report von südafrikanischen Stücken angegeben hat. Besonders ist dies an den Dorsalcirren der vorderen Segmente zu bemerken. Die breitere Form der Dorsalcirren ergibt sich aus der Abbildung vom 30. Euder (Taf. III Fig. 48) , wo der Dorsalcirrus noch etwas breiter ist als er von Mc Intosh abgebildet wird (Challenger. Rep. 1885. XII, Tab. XXXII Fig. 10). Die Analcirren waren nicht erhalten. Der längste Buccalcirrus reicht bis an das 9. Segment, der unpaare Fühler bis an das 4. Segment (wahrscheinlich ist ein Stück abgebrochen). Die Veutralcirren sind in entsprechender Körperregion mehr verjüngt und spitzer als in Mc Intosh \s Figur, nicht stumpf abgerundet wie dort. An den vorderen Segmenten gleichen sie dieser Abbildung mehr. An der hinteren Körperstrecke kommen die Dorsalcirren, die hier spitzer und etwas schlanker als am Mittelkörper sind, etwa der Abbildung von Mc Intosh gleich. Die Dorsalcirren der vordersten Segmente sind kürzer, im ganzen gedrungener, mehr herzffirraig als an den Mittelsegmenten. Von den Buccalcirren sind der vordere , der obere des mittleren Paares und der hintere rein fadenförmig; der untere des mittleren Paares ist wie bei Eul. viridis seitlich etwas komprimiert, also schmal blattartig. Ich nehme an , daß icli die Eul. viridis var. capensis vor mir habe und belasse sie einstweilen als Varietät der FaiI. viridis im Sinne von Mc Intosh. Zu genauerem Vergleich ist das vorhandenen Material ganz ungenügend. Sollte sich herausstellen, daß diese Form konstant durch breitere Dorsalcirren von EuL viridis abweicht, so dürfte sie am besten als besondere Art aufgefaßt werden. 3ft/sti'des ( Mesom ifstides) amfolaensls n. sp. Tafel II 32—34. Fundangabe: Angola, Kinsembo: A. Hupfer. Beschreibung. Die Gattung Mystides ist mir vom tropischen Westafrika nur in Gestalt eines einzigen sehr kleinen Exemplars vorgekommen. Das nicht gerade ausgestreckte Tier ist wohl noch nicht ausgewachsen: es ist gelblich- weiß, vollständig, 1 mm lang und hat außer dem Analsegment und 2 Buccal- segmcuten 1 3 normale Borsteusegmente. Dies Tier gehört nach der Verteilung der 15uccalcirren in die Untergattung Mesomystides; auf das 1. Buccalsegment kommt ein Paar Buccalcirren, auf das 2. entfallen 2 Paar Buccalcirren nebst Borstenbündel. Die allgemeinen Charaktere entsprechen danach den in die- selbe Untergruppe gehörenden M. coeca Lnghns. und M. limbata Saint-Jos. Polychaeta. 179 Der Kopf (Taf. II Fig. 32 u. 33j ist stumpf herzförmig, die vorderste fühlertragende Partie desselben heller als der übrige Kopf und etwas schnauzenartig abgesetzt. In der Mitte des Kopfes befindet sich dorsal ein etwas glänzender braungelber, dreieckiger Querfleck. Etwas vor der hin- teren Kopfgrenze liegt jederseits ein großes rundes, braunes, linsenhaltiges Auge. Von den 4 Füldern sind die oberen etwas länger als die unteren und etwas kürzer als der Kopf. Die Buccalcirren sind gestreckt, derjenige des 1. Buccalsegments und der untere des 2. Segments spindelfadenförmig, ungefälu- so lang wie der Körper breit ist. Der obere Buccalcirrus des 2. Segments ist beträchtlich länger, fast 2 '4 mal so lang wie der untere; er reicht an der rechten Körperseite, die vorn konkav eingebogen ist, etwa bis ans 7., Unks bis ans 6. Normalparapod. Die Buccalcirren sind allmälüich gegen ihre Spitze verjüngt: der obere des 2. Segments ist annähernd fadenförmig. An dem unteren Buccalcirrus des 2, Segments kann ich einen erweiterten Saum nicht erkennen. Die Segmente sind in der vorderen Körperhälfte etwa 2 mal, weiter hinten l^/.^uial so breit wie lang. Vom 3. Segment an treten normale Parapodien mit Borstenbündel und kurzen fleischigen Girren auf. Die Girren •sind eiförmig, die ventralen schlanker als die dorsalen und die weiter hinten am Körper stehenden schlanker als die vorderen und mittleren. Am Anal- segment stehen 2 große eüanzettliche Analeirren , an denen eine kurze Endstrecke gegen den übrigen Teil der Girren stark verjüngt ist. Das Analsegment, etwa l'/omal so breit wie lang, ist zwischen den Analeirren median nicht vorgezogen. Die Borsten, komplexe Grätenborsten, sind bis zu ca. 8 an den mittleren Rudern vorhanden. Die EndgTäte erscheint im Profil einseitig gewimpert, das Schaftende verbreitert und im Profil schräg abge- stutzt. Die Borsten ragen etwa doppelt so weit vor wie das Paraped. Diese angolaensische Mystides-Ait läßt sich in Beziehung bringen zu M. coeca Lnghns. von Madeira und zu der französischen M. limhata Saint- Jos. , am ehesten zu letzterer. Bei M. coeca fehlen die großen Augen, während M. limhata solche besitzt und einen ziemlich langen oberen Buccalcirrus am 2. Segment hat. Die Buccalcirren sind bei M. lim- hata mit Ausnahme des unteren am 2. Segment dünn fadenförmig; der letztere ist durch einen Saum erweitert. Einen solchen Saum habe ich, wie schon bemerkt, nicht erkennen können. Der Kopf der M. limhata ist viel länger als breit und viel gestreckter als bei meinem Tier. M. limhata wurde in frischem Zustande untersucht; es ist daher möglich, daß wenigstens ein Teil der Abweichungen von meinem Tier auf den konservierten Zustand des letzteren zurückfülirbar ist. Ohne weiteres kann ich hierüber nicht 13 Michaelsen, Weetafrika, Bd. II. ]gO H. AlGEXER. urteilen. Bei M. coeca ist der obere DorsalciiTUS des 2. Segments nicht so stark verlängert, auch seine Form erheblich anders, gedrungener als bei M. limhata (auch M. coeca wurde frisch vmtersucht). Ich stelle aus diesen Gründen für mein westafrikanisches Tier eine neue Art auf. Farn. Nereidae. y er eis Victor iana ii. sp. Tafel II Fig. 29 u. 30, Tafel III Fig. 72 u. 73, Texttig. XIII. Fundangabe: Kamerun, Victoria, an Pfählen; C. Majstger, 17. Ja- nuar 1914. Beschreibung. Diese Art ist vertreten durch eine Anzahl meist kleiner, atoker Tiere, au denen zum Teil Stücke sehr zarthäutiger, mit dunklen Sandkörnern beklebter Röhren anhaften. Die Art ist eine Nereis im engeren Sinne , mit konischen Paragnathen in allen Gruppen und ohne Fähnchen- bildung an den hinteren Rudern. Das größte vorhandene Exemplar ist vollständig, mit etwa 76 Borstensegmenten ca. 30 mm lang und bei ein- gezogenem Rüssel am Buccalsegment 1 ,5 mm breit. Am Analsegment stehen 2 dünn(> fadenförmige Analcirren etwa von der Länge der 9 letzten Seg- mente. Die Grundfarbe der Tiere, einer Art von kürzerer Gestalt, ist heller oder dunkler graugelblich, mehr Aveißlich oder auch mehr grünlichgelb, das vordere Körperdrittel dunkel rötlichbraun oder mehr olivenbraun, indi- viduell in verschiedener Abtönung. Ein breites dorsales Längsband, mehr oder minder deutlich , hebt sich durch etwas dunklere Färbung von den Seiten der Segmente ab und kann auch durch schmale hellere Berandung an den Seiten noch besonders abgegTenzt sein. Die Ruder sind hell, in der hinteren Körperhälfte (nicht bei allen Tieren) an den Lingulae und der oberen Ruderbasis undeutlich bräunlich gefärbt. Die Körperhaut irisiert mehr oder Aveniger, vorn blau, hinten gelblichgrün. Zuweilen hat der dunkel gefärbte Rückenteil des Körpers an den vordersten Segmenten noch eine schmale dunklere Längsmedianlinie. Das dunkle dorsale Längsband ist seitlich zickzackartig begrenzt, auf den Segmentgrenzen seitlich etAvas vorgezogen , auf den Segmenten selbst konkav ausgebuchtet. Vor den hinteren Segmentgrenzen ist oft noch eine undeutliche schmale segmentale Querbindo sichtbar, namentlich auf den Seitenteilen des Rückon- längsbandes. Der Kopf ist oben noch dunkler als der Rücken, oft fast schwärzlich, manchmal mit schmaler längsstrichförmiger heller Mittelpartie und oft mit einigen hellen Punkten. Die Palpen sind oben größtenteils dunkel wie der Kopf; die Stirnfühler wie die Buccalcirren sind hell, beide Polycliaeta. 181 mehr oder Avoniger bräunlich überlaufen. Das Buccalsegment ist oben ähnlich dem Kopf oder Rücken der Würmer, mitunter mit einer Querreihe hellerer Punkte. Der Körper ist im vorderen Längendrittel am breitesten (die Segmente sind hier 3 bis 4 mal so breit Avie lang) , bleibt dann an der mittleren Körperstrecke etwa gleichbreit (die Segmente sind hier ca. 3 mal so breit wie lang), im hinteren Drittel allmählich an Breite abnehmend. Der Kopf (Taf. II Fig. 30) ist ca. 2 mal so lang Avie hinten breit, der Stirnteil schmal, halb so lang Avie der Kopf, ca. halb so breit Avie der Kopf hinten; der Kopf ist also ähnlich Avie bei X. callaoana Gr. Die 4 linsenhaltigen Augen nehmen die Stellung eines Quadrats oder Rechtecks an den Seitenecken des Hinterkopfes ein. Von den ziemlich großen Augen sind die vorderen größer als die hinteren. Die Stirnfühler sind halb so lang Avie der Kopf, am Grunde zusammenstoßend. Die Palpen, mit kurzem kleinem Endglied, ragen etAA'a halb so weit vor wie die Fühler. Die Buccalcirren sind mäßig lang; der längste (obere hintere) reicht bis ans 8. Rudersegment, kann aber auch kürzer sein imd bis ans 5. oder 6. Rudersegment reichen. Die Körperform ist abgeplattet, ventral flach, mit starker Medianlängsfurche, dorsal etAvas geAvölbt, nur etAva im Bereich der vorderen 12 Segmente stärker gCAvölbt. Das Buccalsegment ist 1 '/a bis 2 mal so lang Avie das folgende Segment und bei ausgestülptem Rüssel 2 bis 3 mal so breit wie lang, bei eingezogenem Rüssel Avie bei anderen Arten kürzer, etwa so lang Avie das folgende Segment. Die Parapode sind weißlich, die der vorderen Körperhälfte '/s bis V2 i?o lang wie der Körper breit ist, in der hinteren Körperhälfte etwas länger, gut halb so lang wie der Körper breit ist. Es sind 3 kegelförmige Lin- ^^^^^^^ Sichelborste, im gulae vorhanden, die an den vorderen Rudern (Taf. III Profil, 5= dorsale homo- Fig. 73) stumpfer und dicMicher, in der hinteren gomphe Sichelborste; Körperhälfte (Taf. III Fig. 72) merklich spitzer und T schlanker als vorn sind. Ruderlippen sind nicht entwickelt. Der Ventral- cirrus erreicht nicht ganz die Spitze der A'entralen Lingula. Der Dorsal- cirrus ist länger als die obere Dorsallingula, ungefähr doppelt so lang, in der hinteren Körperhälfte noch länger, 2 bis 2'/2™^l so lang, jedenfalls überall diese Lingula merklich überragend. 13* a b Fig. XIII. Nereis victorianan. sp. a = Ventrale hetero- 182 H. AUGEXER. Die Ruder-Aciculae sind schwarz, die Borsten gelblieh. Die Borsten- verteilung an den Rudern ist z. B. am 10. Ruder (Taf. III Fig. 73) folgender- maßen : Dorsal homogomphe Grätenborsten, ventral supra-acicularhomogomphe Gräten-, sub-aeicular wenige heterogomphe Gräten-, sonst zu oberst in größerer Zahl stärkere heterogomphe Sichelborsten. Die Sicheln sind hier schlank, mit ziemlich langer Wimperung an der so gut wie geradlinigen Schneide; die gebogene Endspitze ist eingescheidet nnd wimperlos. Die Gräten- anhänge von gewöhnlicher Form, '/g bis V2 «o lang wie der Schaft. Am 3Iittelkörper, so am 31. Ruder (Taf. III Fig. 72) verhalten sieh die Borsten wie am Vorderkörper; aber am Dorsalast kommt zu den Gräten unten eine kräftige homogomphe Sichelborste hinzu. Die Sichel dieser Borste ist dunkler gefärbt als die ventralen Sicheln, gelbbräunlich; und etwas derber, an der Basis etwas weniger verbreitert als bei diesen; die eingescheidete ungewimperte Endstrecke der Sichel ist im Verhältnis zur Gesamtlänge etwas länger als an den ventralen Sicheln. Wo die dorsalen Sichelborsten zuerst auftreten, ließ sich nicht feststellen ; vermutlich beginnen sie früher als am 31. Ruder; etwa am 24. oder 25. Ruder glaube ich sie schon zu erkennen. Kleine Exemplare haben naturgemäß weniger Segmente als größere, so ein vollständiger Wurm von ca. 3 mm Länge ca. 29 Segmente. Die Färbung ist ähnlich wie bei den größeren Würmern, die Aeiculae heben sich durch ihre schwarze Färbung in den hellen Rudern ab. Ich habe die Paragnathen (Taf. II F. 29 u. 30) au einer Anzahl von Exemplaren untersucht, so an 6 Würmern, bei denen der Rüssel ganz oder zum Teil ausgestülpt war. Die Kiefer sind braun oder braungelb, schwach gebogen, mit 5 bis 9 Zähnen an der Schneide a) der größte der Würmer mit ganz ausgestülptem Rüssel. Maxiilaria: I) 5 Paragn., kleine längliche Gruppe ; II) Schräger, 2 — 3 reihiger Streif(in , ca. 35 Paragn.; III) Quere abgerundet eiförmige oder quer-bandförmige große Gruppe , ca. 47 Paragn.; IVj Ahnlich wie IL, ca. 35 Paragn., aber mit der Konkavität nach oben schauend, 3- bis 4-, stellen- weise 5-reihig, d. h. vor dem unteren Ende, und hier am breitesten. Oralia: V) 2 starke Paragn. nebeneinander; VI) 4 Paragn. in Kreuz- stellung; VII -|- VIII) QuererGürtel, zahlreiche Paragn., ca. 52, 2 unregelmäßige wellige Querreihen bildend oder auch undeutliche Längsreihen von 2 oder 3 Paragn. In der vorderen Querreihe sind einige; Paragnathen kleiner als die Mehrzahl, auch weiter hinten einige, die meisten sind groß. Kleine Exemplare haben etwas weniger Paragnathen als große. \'ariationen kommen vor, so bei einem kleinen Wurm: Polyt'liaeta. 183 b) I) SParagn.; Vll-fVIII) ca. 45, Gruppe III ist mehr quer-bandförraig, vorn konkav mit ca. 37 Paragn. Gruppe V) 2 Paragn. ; VI) 4 Paragn. c) Kleines Tier: I) 7 Paragn.; V) 2, VI) 4. usw. d) Kleines Tier: I) 3; V) 2: VI) 4. e) Kleines Tier: I) 6; V) 3 ; VI) 4. In V) die 3 Paragn. in Dreieck- stellung, ein etwas schwächerer in der Mitte hinter den beiden anderen wie sie bei anderen Individuen vorkommen: VII-]-VIII) Ca. 48. f) Mäi3ig großes Tier: I) 10: V) 2: VI) 4. g) Größtes vorhandenes Tier. (Rüssel aufgeschnitten) : 1)2; V)2; VI) 4. Danach sind Gruppe V) und VI) recht konstant in ihren Paragnathen- zahlen, in VI) sah ich stets 4 Paragn. Die Paragnathen sind sämtlich konisch, schwarzbraun , die des oralen Ringes stärker als die des Maxillarringes, besonders stark die der Gruppe V) und ein Teil von VII-j-VIII). Eine in der Paragnathenbewaffnung ähnliche , auch sonst wohl nalie stehende Art ist J\\ macrocephaJa Arm. Hans, von Brasilien (1881), die jedoch nicht so genau gekennzeichnet ist, um meine afrikanische, von einem Aveit entfernten Fundoi't stammende Art mit ihr vereinigen zu können. Über die Färbung sagt Hansen nichts. Die Form des Kopfes scheint ähnlich zu sein wie bei J\. victoriana. Beim ersten Anbhck scheinen die Paragnathen in der Abbildung nicht mit dem Text übereinzustimmen^ da Hansen die Gruppen des Rüssels abweichend von der sonst üblichen, Reihenfolge nummeriert hat. Statt die maxillaren Gruppen mit I — IV zu bezeichnen, wendet er diese Ziffern für die 4 dorsalen Gruppen des ganzen Rüssels an. Bei Berichtigung nach der gebräuchlichen Nummerierung ergibt sich die Übereinstimmung des Textes mit der Abbildung. Gruppe VI besteht dann aus einer rundlichen Gruppe von 7 Paragn., die die Vierer- gruppe meiner afrikanischen Art ersetzt. Nichts wird darüber gesagt, ob in Gruppe VI Variationen vorkommen , was ich bei meinen untersuchten Tieren in keinem Falle fand. Eine der N. victoriana sehr nahe kommende Art ist die von mir als N. rigida Gr. beschriebene westindische Form (1906). Die Paragnathenbe- waflfaung ist recht ähnlich, die Körperfärbung heller als bei N. victoriana; über das Vorkommen dorsaler >Sichelborsten habe ich keine Aufzeichnung- gemacht und an dieses Moment wohl nicht gedacht. In Gruppe I. kommen bis 2 Paragn., in VI. 4 bis 6 vor. Ich konnte das GRUBE'.sche Original- exemplar der A". rigiJa nicht untersuchen; es ist daher möglich, daß die GRUBE^sche von der Pacitik- Küste Zentralamerikas stammende Art doch von der westindischen Form verschieden ist. Auf die Beziehungen der N. macrocephala und der ^V. rigida rnilti zu A". victoriana will ich 184 H. AlGENEU. jedoch an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Die 3 Arten mögen als Unter- formen einer Art angehören, falls man sie nicht nach eingehender Prüfung in eine Art zusammenziehen muß. Nereis callaoana Or. Nereis angusta Kinberg. Freg. Engenies Resa 1856. Tab. Fig-.2. undAnnulata nova 18G5. — callaoana, Ehlers. Polychaet. d. magellan. \i. cliilen. Strandes. 1001. p. 108. — lucipeta Ehlers. Die Bodensäss. Annelid. d. Valdivia-Exped. 1908. p. 69. — splendida Gr., Ehlers. Die Polvchaetensamml. d. Deutsch. Südpolar-Exped. 1913. p. 49G. Fundangaben: Togo, Lome, an Brückenpfeilern; Böhler, 1914. Deutsch - Südwestafrika. Swakopmund, an Bojen und am Ebbestrande , und L ü d e r i t z b u c h t , Flachwasser, - 1 m ; W. Micha- elsen, 1911. Weitere Verbreitung: Im südlich subtropischen und tropi- schen Gebiet weit verbreitet. Chile, Peru; Kapland, Westafrika vom Kap bis ins tropische Gebiet. Erörterung. Diese in Südwestafrika häufige Art, die sich auch in Tropisch- A^ estafrika vorfindet, lag mir in zahlreichen Exemplaren von Südwestafrika vor. Bei den meisten Individuen war der Rüssel ausgestülpt. Die Würmer waren atok und zum Teil sub-epitok. Die größten Individuen messen voll- .ständig 50 bis 60 mm an Länge; ein Wurm von 60 mm Länge hatte 87 Segmente. Die Färbung ist graugelb, bald mehr rötlich, bald mehr gelb; der Vorderkörper ist dorsal mehr oder minder gelbbraun oder braun gefärbt: zuweilen ist diese Färbung stark, mitunter nur schwach angedeutet. Oft tritt die dunkle Rückciifärbung in Form von trapezförmigen Quer- binden in der Rückenmittc auf, die fast die ganze Segmentlänge ein- nehmen, während die Segmentfurchen heller sind. Kopf und Palpen sind oben heller oder dunkler braun gefärbt, die Kopfmitte bleibt hell. Meist sind die Drüsen der Ruderlingulae hell gefärbt: bei einigen kleineren Tieren sind die Lingulae, namenthch am Hinterkörper, durch dunkle Färbung gefleckt. Mehr oder minder dunkelgefleckte Lingulae haben auch die Individuen von Lome, die meist klein sind. Einige Tiere haben vergrößerte Augen. An einigen Swakopmunder Exemplaren finden sich Stücke? zarthäutiger Röhren, di(^ hauptsächlich mit grobem Sand beklebt sind, einmal auch größere Steinchen als Besatz haben. Mehrfach sind Individuen, so mehrere der größten, in subepitokcm Zustande gefunden worden; die Augen sind vergrößert, die Ruder in Umformung begrifl'en: in voller Epitokie sah ich kein Tier. Bei einem A\ eibchen mit Eiern im Leibe beginnt die Umwandlung der Ruder mit Polycliaeta. 285 dem 25. oder 26. Rudersegment. Messerborsten waren noch nicht ent- wickelt; die subepitoken Tiere sind breiter als die atoken. Die Paragnathenbewaffnung habe ich an einer Reihe von Exemplaren verglichen. Die Paragnathen sind namentlich bei größeren, doch auch bei kleineren Würmern, durch ihre Größe und Schwärze auffallend. Als Bei- spiel für die Paragnathenanorduung sei eines der gTößten Exemplare angeführt. Maxillai-ia : I; 2 Paragn. hintereinander; II » Schräge, lateral verschmä- lerte Binde, ca. 28ParagTi. in ca. 3 Querreihen; III) Quere eiförmige Gruppe, in der Mitte mit ca. .5 Querreihen, ca. 47 Paragn.; IV) Ähnlich Avie IL, gegen die Kieferwurzel verschmälert, ca. 34 Paragn., an der breitesten Stelle 5 in einer Querreihe. Oraha : V) Paragn. ; VI) 3 bis 5 ; VII-]- VIII) Querer Gürtel in 2 unregelmäßigen Querreihen, ca. 58 Paragn. (davon die Mehrzahl besonders groß). Mitunter ist der Gegensatz zwischen kleinen und großen Paragnathen stärker ausgeprägt. Am größten sind die Paragnathen von VI, Vll-f-VIII (diese besonders) undl. Unregelmäßigkeiten der Zahl und Stellung der Paragnathen kommen in den verschiedenen Gruppen zuweilen vor. lu der Gruppe V habe ich niemals einen Paragnathen gesehen, in Gruppe VI stehen normalerweise 4 Paragn. in Kreuzstellung, sonst auch wohl 3 oder 5, je 3, je 4, einmal rechts 2, links 8 (davon 5 ganz kleini. In Gruppe I stehen 1 Paragn. oder 2 hintereinander (häufiger FaUj oder 3, mitunter 4 oder 5 ; zuweilen stehen die Paragnathen nicht regelmäßig hintereinander, so in einem Falle je 2 hintereinander; einmal sah ich 4 Paragn. ungefähr in Dreieckstellung, einmal 5, davon 4 hintereinander, 1 vorn links daneben, einmal 3 in einer Längsreihe und 1 vorn links daneben, einmal 6 Paragn. in einer längsgerichteten Gruppe, 3 hintereinander, rechts vorn 1 daneben, links vorn 2 daneben, der- eine unregelmäßige links sehr klein. Die Kiefer sind heller als die Paragnathen, gelbbraun oder gelblich (bei kleinen Tieren heller), mit ca. 6, bei guter Erhaltung eiförmigen, zugespitzten Randzähnen. An Borsten finden sich in den Rudern (so an denen des Mittelkörpers) dorsal homogomphe Grätenborsten, ventral supraacicular homogomphe (träten-, subacicular zu oberst sehr Avenige(l oder 2) heterogomphe Gräten-, außerdem heterogomphe Sichelborsten. Die Endspitze der Sicheln ist mit einer Scheide versehen, der größte Teil ihrer Schneide ist gewimpert. Die soAvohl an ihren nach dem gewöhnlichen Typ gebauten Rudern, wie an der Paragnathenanorduung und dem sclmialen gestreckten Stirnteil des Kopfes kenntliche Art benenne ich mit dem vorstehenden Xamen, der von Ehlers (1908) wieder aufgenommen wurde. Ein Jahr früher als 136 H. AUGEXER. Grübe hat Kinberg die Figuren der synonymen i\^. rohusta und N. angusta herausgegeben. Ehlers hat die Synonymie der Art zusammengestellt. Ich füge dieser zunächst noch die X. angusta Kbg. hinzu, auf deren Zusammen- gehörigkeit mit N. callaoana ich schon im ersten Teil meiner Arbeit über die südwestaustralischen Polychäten (I. 1912) unter N. angusticoUis hinge- wiesen habe. Ferner gehört hierher die N. lucipeta Ehl. von Westafrika, die nach männlichen epitoken Tieren aufgestellt wurde, und die ich selbst vergleichen konnte. Weiter gehört hierher die (1913) von Ehlers als ^V. splendida Gr. angegebene Art vom Kap, von der ich bestimmt annehme, daß sie mit N. lucipeta und N. calaoana zusammengehört. Da ich nicht ohne weiteres den Namen „splendida." für die afrikanische Nereis anwenden mochte, erbat ich mir das Originalexemplar von Grube's N. splendida aus dem Mittelmeer zum Vergleiche. Ich kann darüber folgendes angeben : In dem mit diesem Namen bezeichneten Glase der Berliner Sammlung befanden sich 3 iVgrejs-Exemplare, sämtlich mit eingezogenem Rüssel. Zwei kleinere Exemplare gehören offenbar garnicht der N. splendida an , da sie keine Paragnathen am oralen Rüsselabschnitt haben und danach in die Ceratonereis-(aY\x\)'pe zu stellen sind. Das eigentliche Original der N. spendida, das größte der 3 Tiere, ist ein vollständiger Wurm und mit ca. 75 Segmenten ca. 41 mm lang. Der Körper ist stark gedehnt und daher wohl so erheblich schlank. Ein ungefähr gleichlanges Tier der N. callaoana von Südwestafrika ist mit ca. 80 Segmenten etwa 50 mm lang, aber viel breiter. Ein anderes Tier der N. callaoana mit ausgestülptem Rüssel und mit ca. 80 Segmenten ist nur etwa 2/3 so lang wie die N. splendida. Man hat hiernach die Länge des Originales der N. splendiada bei normalerer Körper- dehnung als erheblich geringer anzunehmen als sie jetzt ist. Da die Paragnathen am aufgeschnittenen Rüssel eingesehen werden mußten, waren sie nicht so genau zu untersuchen, wie es wünschenswert war; ihre Anordungist jedenfalls der bei X. callaoana ziemlich ähnlich. Die Paragnathen sehen nicht so schwarz aus wie bei X. callaoana; sie sind dunkelbraun, die der Gruppe VII -j- VIII sind kleiner und zarter als bei X. callaoana, wenigstens bei einem Teil von deren Individuen. Die Lingulae der Ruder der hinteren Körperhälfte sind sehr dunkel (schwärzlich) und durch Drüsen stark gefärbt, auch die ventrale Lingula. Die Kopfbildung, besonders d\o Form der Stirn- partie, ist der bei X. callaoana offenbar ähnhch. In anbetracht des unge- nügenden und veralteten Vergleichsmaterials der X. splendida sehe ich jetzt davon ab, die afrikanische Form mit ihr zu vereinigen. Es läßt sich soviel sagen, daß die nördliche und die südliche Art einander nahe stehen, etwa in dem gleichen Verhältnis wie die ucirdlielie X. succinea und die südliche X. glandulosa. Polychaeta. 1 87 Nereis poltjodonta Schm. Nereis polyodonta Schmarda, Neue Wirbell. Tiere. I. 2. 1861, p. 103. 3Iastigon€reis operta Stimps., Willey. Litoral Polychaeta Cape of Good Hope. Transact. Linn. Soc. 1904. IX, p. 261, Tab. 13 Fig. 11 und 12, Tab. 14 Fig. 7 und 8a, b. Fundangaben: D eutsch - Süd westafrika , Swakopmund, an Bojen, und Lü deritzb ueht , Flachwasser, — 10 m; W. Michaelsen. Weitere Verbreitung: Kapland. Erörterung. ZAvi.sclien anderen Nereiden fanden sich 2 Exemplare dieser Nereis, die mit der N. operta Willey's vom Kap identisch sind. Beide Tiere sind atok oder subepitok. Die Beschreibung Willey's ist zu ergänzen, so betreffs der Verteilung der Paragnathen, über die Willey, obschon er den ausgestülpten Rüssel von oben her abgebildet hat , keine Bemerkungen im Text macht. Das stärkere meiner Tiere, von Swakopmund stammend, ist hinten unvoll- ständig, mit 73 Segmenten 62 mm lang; das kleinere Exemplar, von Lüderitz- bucht, ist vollständig und mit 105 Rudersegmenten 40 mm lang. Die Färbung ist graugelblich, bei dem gTößeren Wurm mehr ins Fleischfarbene ziehend; der Rücken ist am Vorderkörper etwas bräunlich verdunkelt, bei dem größeren Wurm schwach gebändert, entfernt an N. zonata erinnernd, indem etwa das vordere Drittel der Segmente die helle Grundfarbe bei- behält. Am Hinterende stehen 2 lange dünne Analcirren von der Länge der 8 letzten Segmente. Der Kopf, oben mehr oder minder rötlichbraun gefärbt, mit heller Mitte, ist so lang wie etwa die 3 ersten Segmente ; der Stirnteil ist deutlich abgesetzt, kaum halb so breit wie der Kopf. Der längste Buccalcirrus reicht über die 4 oder 5 ersten, der zweitlängste über die 2 oder 3 ersten Segmente nach hinten. Wie bei anderen Nereiden sind die Buccalcirren ungegUedert. Die Ruder sind kurz , in der hinteren Körperhälfte mit braunen Drüsenflecken geziert; sie bilden keine eigentlichen Fähnchen, haben 3 Lingulae und eine kurze dorsale und ventrale Lippe. Die Dorsalcirren sindkurz, in der vorderen Körperhälfte etwa so lang wie die obere dorsale Lingula; sie werden dann allmählich nach hinten zu noch kürzer; im mittleren Körperdrittel sind sie nur noch halb so lang wie vorn und werden später noch kürzer. Hand in Hand mit der Verkürzung des Dorsalcirrus geht eine allmählich immer stärker hervortretende Verlängerung der oberen dorsalen Lingula. Anfangs (am Vorderkörper) ist diese kaum oder wenig länger als die untere dorsale Lingula; sie wird etwa von der Körpermitte an immer länger und am Hinterkörper etwa so lang wie das Ruder , ca. 188 H. Al GENER. 2 mal so lang wie die untere Dorsallinaula, auf diese "Weise weit seitwärts vorragend. Die untere dorsale und die ventrale Lingula verlängern sich hinten gleichfalls, doch weit weniger als die obere dorsale. Diese Angaben über die Ruder gelten für das größere Exemplar. Bei diesem ist auch die lluderbasis vor der Wurzel des Dorsaicirrus an den hinteren Rudern in Gestalt einer dicklichen eiförmigen Lamelle konvex emporgewölbt, was vielleicht neben der starken Verlängerung besonders der oberen Dorsal- lingula als Anzeichen einer sich anbahnenden Epitokie zu deuten ist , von der im übrigen noch nichts bemerkt wird. Bei dem kleineren Wurm ist die lamellöse Erweiterung vor der Dorsalcirrusbasis nicht vorhanden, und der Dorsaicirrus bleibt auch an den hinteren Rudern etwa noch '/^ bis V3 so lang wie die obere Dorsallingula. Willey sagt leider nichts Genaueres über epitokale Veränderungen an den Rudern und erwähnt nur nebenbei, daß besondere Borsten und Lappen sich bei den von ihm gesehenen epitoken Exemplaren vorliudeu. L>as Läugenverhältnis zwischen der oberen und der unteren dorsalen Lingula ist auch bei dem kleineren Wurm an den hinteren Rudern dasselbe wie bei dem größeren Tier. Die Paragnathen des ausgestülpten Rüssels sind im allgemeinen überall klein ; konische Paragnathen finden sich in allen Gruppen und verhalten sich folgendermaßen. a) Größeres Tier, Maxiilaria: 1) 5 hintereinander, die 2 vordersten sehr klein ; II) schräge, dreieckige, ca. 4reihige Binde, gegen die Kieferwurzel ziehend und dort einreihig werdend, ca. 2ö Paragn.; III) Quere 3- bis 4-reihige Binde, ca. 35 Paragn., zum Teil sehr klein; IV) Ähnhch wie II und ebenso ein- reihig auslaufend, ca. 25 Paragn. Oralia. V) 6 Paragn., eine etwas längseiförmige Gruppe bildend; VI) Quere Do])pelreihe, 9oder lOParagn.: VII+VIII) Zusammenhängende Querbinde sehr zahlreicher Paragn., 20 oder mehr, oben und seitlich werden 2 Querreihen, ventral wohl 5 bis 6 nicht regelmäßige Querreihen gebildet; Paragn. ver- schieden groß, die Mehrzahl ist kleiner als die übrigen , VII-|-VIII stößt oben beinahe an VI. b) Kleineres Tier: I) 2 Paragn. hintereinander; II) Ähnlich wie bei a, IG bis 18 Paragn.; III) Ca. 24 Paragn.: IV) Wie II, 17 bis 20 Paragn. V) 4 Paragn.; VI) 9 Paragn. ; VII-fVIIL Wie bei a, wie dort liegen ca. 12 Paragn. rein nie dio -ventral, die etwas vor den übrigen kieferwärts stehen. Die Kiefer sind schwarzbraun, an der Basis heller, mehr gelb, stark gebogen mit schlanker Spitze. An der Schneide stehen ca. 5 am Ende kantig abgestutzte Zähne. Durch Vergleichung mit dem Originalexemplar der jV. polyodonta Polycheeta. 189 ScHMAEDA vom Kap konnte ich dio Identität desselben mit AVilley's und meinen Exemplaren feststellen. Ich habe über das Originaltier folgendes zu bemerken. Der Wurm ist eine Xereis mit konischen Paragnathen und mit Rudern vom gewöhnlichen Typ ohne Fähnchenbilduug am Dorsalast. Die Färbung ist dunkler als bei meinen Tieren, die dunkle Drüsenfleekung an den hinteren Rudern an der ^^'urzel des Dorsalcirrus wie bei meinen Tieren vorhanden. Der Rüssel war eingezogen und ventral aufgeschnitten, die Parag-nathen daher, namentlich die des Maxillarringes, etwas schwierig zuerkennen. Die Paragnathen verhalten sieh wie folgt : Maxillaria. I) 1 Pa- ragn.: II) Scliräge m(4irreihige Gruppe; III) und IV) waren nicht genau auszumachen. In Ii konnte ich nur einen Paragnathen finden. Oralia. Vi 4 Paragu. : VI) 2 Querreihen, in der vorderen 2, in der hinteren 4 Paragn. ; VII-j-VIII) Breite Querbinde, zahlreiche Paragn. Die Grruppe VI ist ganz charakterisch wie in Willey's Figur Tab. XIII Fig. 11: in Gruppe I variiert die Zahl der Paragnathen in anbetracht ihrer Niedrigkeit erheblich. Die Kiefer haben 8 Zähne an der Schneide. Der Habitus des ScHMAEDA'schen Tieres ist schlank und gestreckt wie bei meinem Lüderitzbuchter Exemplar; die Ruder stimmen bei beiden in der Form überein. Das Original ist jetzt ca. 67 mm lang, im vorderen Kürperdrittel etwa 3 mm breit und hat 108 Rudersegmente. Die Segmente der Körpermitte sind ca. 3 mal so breit wie lang. Die Augen sind deutlich getrennt, atokal. Die Analcirren so lang wie die 6 letzten Segmente. Die Kürze des Dorsalcirrus , besonders in der hinteren Körperhälfte , ist wie bei meinen Tieren: an den hintersten Segmenten wird der Dorsalcirrus wieder länger und erreicht die Spitze der oberen Dorsallingula, wie auch bei meinem Lüderitzbuchter Tier. An den vorderen Rudern ist der Dorsal- cirrus so lang wie die obere Dorsallingula oder kaum länger. Kopf und Buccalcirren sind wie bei meinen Tieren gebildet. Die Ruderlippen sind wie bei meinen Tieren vorhanden, die ventrale Lippe ist nicht recht mehr erkennbar. Das Exemplar von Swakopmund hat einen gedrungeneren, breiteren Habitus als das ScHMARDA'sche Tit^r und der Lüderitzbuchter Wurm. Die obere dorsale Lingula der hinteren Ruder ist bei diesem Swakopniunder Tier besonders lang und ragt weit über die untere dorsale Lingula vor. Dieser Umstand, im Verein mit der lamellären Erweiterung der Dorsalcirrusbasis und der breiteren Körperform, veranlassen mich, das Swakopniunder Tier für subepitok zu halten. Bei dem Exemplar Schmarda".s ;sT die Erweiterung der Dorsalcirrusbasis nicht vorhanden: diesem wäre danach wie das Lüderitzbuchter Tier wohl als atok zu bezeichnen. Die Augen zeigen bei dem Swakopmunder Wurm keine merkliche epitoka.le 1 90 H. Augeneu. Veränderung; die jeder Kopfhälfte sind deutlich von einander getrennt. Was die Verlängerung der oberen Dorsallingula an den hinteren Rudern angeht, so beobachtete z. B. Keinen (1911) bei ^^'. diversicolor an dieser eine Ver- größerung. Der Dorsalcirrus Avar in diesem Falle weit an das Ende herangerückt ; Augen und Borsten waren nicht verändert. Heinen sah in dem skizzierten Verhalten den Beginn einer Epitokie, Möglicherweise ist bei N. polyodonta die Verlängerung der fraglichen Lingula in dem gleichen Sinne zu deuten. Was die Benennung der vorliegenden Xereis anbetrifft, so gebe ich ihr den Namen der ScHMARDA'schen Art und ziehe Willey's N. operta als Synonym hinzu. Die N. operta von Stimpson (1855) ist nach der Beschreibung nicht Avieder zu erkennen , und ich halte es für zwecklos, darüber zu grübeln , mit Avelcher anderen südafrikanischen Nereis sie identisch sein könnte. Nach Stimpson ist N. operta groß, oben dunkel eintönig sepiabraun , hinten und unten heller. Sonst wäre vielleicht von Interesse, daß die Kiefer breit, schwach gebogen und an den Schneiden nahezu glatt sind, und daß an den hinteren Rudern die obere Lingula kompreß und etwas erweitert ist und den Dorsalcirrus an ihrem oberen Rande trägt. Hieraus läßt sich nicht entnehmen, daß die von Willey untersuchte Art dieselbe wie die von Stimpson beschriebene ist. Die letztere könnte nach ihrer Färbung und der Beschaffenheit der Kiefer auch eine N. variegafa sein. Willey erwähnt nicht, ob er das (Jriginalexemplar Stimpson's untersucht hat. Marenzelleb hält (1878, p. 4) Mastig. latipalpa Schm. wie Willey für identisch mit N. operta Stimps. Ehlers hat (Die Poly- chaetensamml. d. Deutsch. Südpolar-Exped. 1901/03, 1913. p. 496.) die N. operta Stimps. als Synonym unter A'. Dumerill AuD.etEcw. aufgenommen. Abgesehen davon, daß mir diese Auffassung bei der ganz unzureichenden Beschreibung Stimpson's unbegründet vorkommt , könnte A^. operta nicht eine N. Dumerili sein, wenn sie mit der von Willey als A^. operta be- zeichneten Art identisch Aväre. A. polyodonta ist charakterisiert durch die ziemlich kurzen Buccal- cirren und Dorsalcirren und die reiche Rüsselbewaffnung, besonders in Gruppe Vll-f-VIII. Eine ähnliche reiche Bewaffnung haben z. B. A^. caudata b.Ch., A'. cricognatha Ehl. und, N. cruclfera Gr.; die letztere indo-malayische Art hat aber längere Dorsalcirren. Nereis Graviet'i Fauv, Nereis Gravieri Fauvel. Bullet. .Soc. Linn. de Norinaiidie. 1901. (h) V. p. G6. Texttio-. Fundangabe: Kamerun, Sanje; M. Wenke, 1914. Weitere Verbreitung: Senegal. Polychaeta. 191 Erörterung: Drei kleine atoke Exemplare einer Nereis stelle ich zu dieser Art. Das größte Exemplar ist hinten verstümmelt. Ein schwächeres Individuum ist vollständig, mit 54 Borstensegmenten ca. 6,5 mm lang, doch scheint das Vorderende mit 2 oder 3 Segmenten noch nicht wieder vollkommen regeneriert zu sein. Die Färbung ist graubräunlich oder mehr matt graugelblich: ungefähr im vordersten Fünftel ist die Dorsalseite reiner und lebhafter braun als der übrige Körper. Die Aciculae sind schwarz. Der längste Buccalcirrus reicht bei dem erwähnten vollständigen Wurm etwa bis ans 5., bei dem größeren Exemplar bis ans 10. Borstensegment. Eine besondere Zeichnung ist auch an den hinteren Rudern nicht erkennbar. Die Paragnathen sind schwarz und konisch. Bei dem stärksten Wurm war nur der Oralring des Rüssels teilweise vorgestülpt; die Paragnathen mußten daher in der Hauptsache am aufgeschnittenen Rüssel untersucht werden , und ihre Zahl und Anordnung war nur teilweise zu erkennen. Ich glaube die Paragnathenbewaffnung folgendermaßen gesehen zu haben. Oralia: V) Paragn. ; VI) Kleine Grruppe aus wenigen Paragnathen, etwa rechts 3 kleinere, links ein größerer. Gruppe VII -[- VIII bilden eine zu- sammenhängenden Quergürtel, in dem 2 oder 3 Paragn. hintereinander stehen. Der Maxillarring scheint in allen Gruppen Paragnathen zu haben, mit Ausnahme etwa von L, wo ich keinen Paragnathen erkennen kann. Die Parapodien bleiben sich im Prinzip vorn und weiter hinten am Körper gleich: Fähnchenbildung ist nicht vorhanden. Der DorsalciiTus ist kurz und überragt an den vorderen Rudern die obere DorsaUingula ein wenig oder auch nicht; an den hinteren Rudern ist er noch küi'zer als vorn. Die Borsten entsprechen in ihrer Verteilung den Angaben Fauvel's über N. Gravieri. Die dorsale Sichelborste finde ich am 2(). Paraped noch nicht, doch ungefähr in der Gegend des 30. Parapods ist sie vorhanden. An 2 Rudern dieser Körperstelle steht im Dorsalast eine Grätenborste und eine homogomphe Sichelborste, wie sie Fauvel angegeben und abge- bildet hat. Die Sichel der Sichelborste entspricht der Abbildung Fauevl's, höchstens ist sie am äußersten Ende, am Scheitel, ein klein wenig schärfer zugespitzt eckig. Die vorliegenden kleinen Nereiden haben im ganzen soviel Über- einstimmendes mit der pAUVEL'schen Art , daß ich sie dieser zuordne ; so stimmen sie mit ihr überein in der Kürze der Dorsalcirren, der Kopfform, der Borstenverteilung, hier namentlich in dem Auftreten der dorsalen Sichelborste, und in der gewöhnlichen fähnchenlosen Parapodform. Abweichend ist bei Fauvel die Angabe, daß in Gruppe I des Rüssels Paragnathen auftreten. Fauvel's Tiere waren aber auch viel größer als meine, so daß 192 H. Al-GENEK. sich daraus ein Ijuterschied in der Zahl und Entwickkmg der Paragnathen ergeben mag. In Gruppe VI stehen z.B. beiFAUvEL*8 Form mehr Paragnathen, als ich bei meiner linden kann. Ich betrachte danach meine spärlichen Exemplare als jüngere Tiere der JV. Graviert. JVereis glandulosa Elil. Xereis glandulosa Ehlers, Die Bodensäss. Annelid. d. Valdivia-Exped. 1908, p. 74, Tab. 8 Fig. 1— G. — Ehlers. Die Polychaetensamml. d. Deutsch. Südpolar-Exped. 1913. p. 497, Tab. 28 Fig. 12-16. Fundangaben: Sü d-i^igeria, Bugama; A. Hupfee. 1 ' o r t u g i e s i s c h - N i e d e r - G u i n e a ; »Schreckenbach. Weitere Verbreitung: Süd- bis Tro pisch- Westafrika, Atlan- tischer Ozean av estlich von St. Helena und Ascension. Erörterung: Von den 2 vorhandenen Exemplaren, die beide atok sind und den liüssel ausgestreckt haben, ist das größere (von Bugama), dem an der Vollständigkeit hinten nur Avenig fehlt, mit 85 Segmenten 35mm lang; der kleinere fast vollständige zweite Wurm ist mit 76 Seg- menten 20 mm lang. Der kleinere Wurm ist weißlich -fleischfarben, am Vorderkörper ventral mehr rötlich, dorsal" mit hellrötlich-brauner Färbung auf der Rückenmitte. Der Kopf ist oben größtenteils hellbraunrötlich; die Lingulardrüsen der Parapode sind heU, die Parapode daher ungefleckt. Bei dem Bugama- Wurm ist die Färbung etwas dunkler als bei dem klei- neren Tier, nämlich graugelb-fleischfarben. Die dunkleren Dorsalbinden sind wie bei jenem etwas quer trapezförmig an den vordersten Segmenten mit schmalem heUem Grundfärbungssaum am Segmentvorderrand. Die Borsten sind schwarzbraun, bei dem kleineren Tier sind sie hell, nur die ventralen Avenig dunkler. Die Parapode sind höchst ähnlich denen der nahestehenden N. succlnea Frey u. Leuck. von der Nordhalbkugel. Auch die Paragnathenverteilung ist sehr ähnlicli ; sie verhält sich folgendermaßen. a) Größerer Wurm von Bugama: MaxiUaria. 1} 2 Paragn. hinter- einander; IIj Schräge Doppelreihe, 12 bzw. 14 Paragn.; III) Quere Doppel- reihe, 1 1 Paragn., die der hinteren Reihe geringer an Zahl und größer als die der vorderen Reihe; IV) Halbmondförmige, sehwach zweireihige, nach innen konvexe Gruppe, 10 bis 12 Paragn., in der äußeren nur Avenige kleine, Oralia. V) 1 Paragn., klein.; VI) Rundlicher Haufen, 9 oder 10 Paragn.; VII -[-VIII) Querer Gürtel in 2 bis 3 Querreihen, seitlich nur in 2 Querreihen, ca. 68 Paragn., davon in der vorderen Reihe 17; die Paragn. Polychaeta. 193 der vorderen Reihe groß und geringer an Zahl, die übrigen teils gi'ößere teils kleinere. Die Kiefer sind dunkelgelb, schlank und spitzig, mit 8 oder 9 ziemlich scharfen Zähnen an der Schneide. b) Kleinerer Wurm : Maxillaria. I) 2 Paragn. hintereinander: II) Wie bei a, 13 bis 16 Paragn.: IIIj Wie bei a, 14 Paragn., etwas unregelmäßig zweireihig; IV) Wie bei a, 10 Paragn. Oraha. V) 1 Paragn., recht klein: VI) Wie bei a, 9 oder 10 Paragn.; VIl4-Vin) Wie bei a, ca. Gl Paragn., in der vorderen Reihe 19. In der ersten Beschreibung der Art wird von Ehlers an den Para- gnathen eine Abweichung angegeben, die, wenn sie konstant wäre, einen bemerklichen Unterschied von A'. succinea ergeben würde, nämlich eine starke Reduktion in Gruppe III des Maxillarringes (wohl nur bei einem Exem- plar?). Solche abnorme Reduktionen kommen an den Paragnathen anderer Nereiden auch einmal vor, wie auch schwaelenartige Verschmelzung von Paragnathen; solche Abweichungen findet man bei Vergleichung zahlreicherer Exemplare. Nach dem Material der Deutschen Südpolar-Expedition hat Ehlers die Besclu-eibimg der Art auch bezüglich der Paragnathenverteilung ergänzt. Danach stimmt A^. glandulosa in der Paragnathengruppierung nahe mit N. succinea überein. In Gruppe I fanden sich wie bei meinen Tieren 2 Paragnathen, in Gruppe V) „die charakteristische DreiecksteUung", deren Paragnathen in einzelnen Fällen aus der regelmäßigen Dreieckstellung ver- schoben waren. In Gruppe V) zeigen sich also in der Zahl der Paragnathen Variationen. Die epitoke Form der Art wurde gleichfalls von Ehlers beschrieben. Eine nahe verwandte Art an der Westküste Südamerikas ist die A'. acutifolia Ehl. (1901), die ich für eine besondere Form halte. Sie hat etwas stärker entwickelte Paragnathen, so in Gruppe V) 5 oder 6 Paragnathen. Dagegen kann ich mich Ehlers darin nicht ohne weiteres anschließen, wenn er N. acutifola und N. glandulosa zu A^. Marioni AuD.etEüw., die ich bis auf weiteres als eine Perinereis mit queren Paragnathen in Gruppe VI ansehe, in Beziehung bringt. McIntosh führt in seiner Monograpliie (1910, II. p. 295) N. succinea nicht direkt an, sondern behandelt sie zusammen mit N. macropus Clap. als Synonym unter A'. Marioni. Bei der Beschreibung des Rüssels verweist Mc Ixtosh auf Tab. 60 Fig. 9, die sich in Bd. I 1908 befindet. Ich finde, daß die Zeichnung nicht den Angaben Mc Intgsh's entspricht und kann mir nicht recht klar darüber Averden , ob McIntosh's A^. Marioni eine Perinereis ist. A^. macropus Clap. halte ich nach der Beschreibung für eine Pt'riHg;-e?2.s ,• ist diese Anschauung richtig, so kann 194 H. AUGENER. sie nicht mit A. succ'tnea zusammengehören, die in Kinberg's Neanthes- Gruppe gehört. In Ermangelung von Material der verschiedenen hier besprochenen Arten kann ich namentlich über N. Mario7ii kein eigenes Urteil abgeben. In neuestor Zeit hat Horst die X.succinea aus holländischen Gewässern wieder ....:; ..-ucht (Notes Leyden Mus. XXX. 1909) und ver- einigt mit ihr di(^ Xfaii/Iws Perrieri Saint Jos. von der französischen Nord- west-Küste. Horst fand in Gruppe I der Paragnathen 3 bis 6 Paragnathen. (Eine aus neuerer Zeit (1911) stammende Abhandlung über Perinereis Ma- rioni, Nereis macropus und N. succinea von Fauvel konnte ich mir nicht verschaffen), üie Paragnathen scheinen bei N. (Neanthes) glandulosa noch (>twas schwächer entwickelt zu sein als bei N. succinea. Diese beiden Arten wären demnach als Formen einer weit verbreiteten Nereis anzusehen, von denen X. succinea die nördliclie (Nordsee , Lusitanisches Gebiet), N. glanchilosa die südliche (südlich-subtropische bis nördlich-tropische Region des Atlantischen Ozeans) ist. Nereis (Alltta) Agnesiae u, sp. Tafel III Fig. 69 — 71, Taf. IV Fig. 76 u. 77, TextÜg. XIV. Fundangabe: Deutsch-Südwestafrika, Swakopmund, an Bojen; W. Michaelsen, 2. Juli 1911. Beschreibung : Das einzige Exemplar fand sich unter zahlreichen anderen Nereiden vor und gehört zur Gruppe der N. vit'ens M. Sars mit sehr großen hinteren DorsaLfähnchen und Paragnathen in allen Gruppen. Große Ähnlichkeit hat N. Agnesiae mit der N. (Alitta) o.ci/poda Marenz. von Südjapan (1879;, hat aber längere und anders gestaltete Fähnchen. Die Färbung ist graulichgelb, etwas ins Grünliche ziehend, am Bauch mehr fleischfarben, namentlich am Vorderköi'per. Dorsal sind etwa die 20 ersten Segmente trüb fleischfarben, indem schwache Querbinden nebst hellen Seg- menteinschnitten und hellen Segmentvorderrändern gebildet werden. Wahr- scheinlich war das Tier im Leben stärker grünlich. Der Körper des Wurmes ist robust, vorn dorsal gewölbt, im übrigen deutlich abgeplattet. Die Länge beträgt ca. 80 mm bei einer Zahl von 87 Segmenten; das Hinterende ist etwas verstümmelt, doch dürfte nicht viel verloren gegangen sein. Die Breite am Buccalsogment beträgt 5 mm. Der Kopf (Taf IV Fig. 77) ist breit, so lang wie die 1 '/a ersten Segmente; der oben rötlich gefärbte Stirnteil ist deuthch, fast 2 mal so lang wie der Hinterkopf und fast halb so breit; der ganze Kopf ist hinten so breit wie lang. Die Augen sind klein, linsenhaltig, die jeder Kopfseite weit getrennt; die Stellung der Augen ist die eines vorn breiteren Trapezes. Polycliaeta. 195 Die Fühler sind kurz, kaum '/j so lang wie der Kopf; die Palpen, von breiter Form, mit kleinem, kurzem Endglied, ragen ungefähr so weit vor wie die Fühler. Die Buccalcirren sind kurz (bei eingezogenem Rüssel vermutlich länger); der längste reicht über die 2'/2, der zweitlängste über die 1 '/2 ersten Segmente nach hinten. Das Buccalsegment ist kaum länger als die folgenden Segmente; die ersten Rudersegmente sind gleich lang, 4 mal so breit wie lang. Die mittleren Körpersegmente sind 2 bis 3 mal, mit Rudern 4 bis 5 mal so breit wie lang. Die größte Körperbreite liegt wohl nahe am Yorderende (wegen der etwas unregelmäßigen Kontraktion ist dies nicht genauer festzustellen) ; nach hinten erfolgt eine sehr allmähliche Breitenabnahme. Die Ruder des Mittelkörpers sind mindestens so lang, wie der Körper breit ist, daher weit vorragend und die abgeplattete Form des Mittelkörpers mit hervorrufend. Das 1. und 2. Ruder ist einästig; dann folgen die zweiästigen Ruder; die vorderen Ruder sind etwas kürzer als der Körper breit ist. Die Um- formung zum Fähnchenruder beginnt mit dem 13. Ruder, aber schon vom 7. Ruder an macht sich eine Vergrößerung und Zuspitzung der oberen Dorsallingula geltend. Das 6. Ruder (vorderes normales Ruder) (Taf. III Fig. 71) zeigt folgende Beschaffenheit. Der Dorsaleirrus ist kurz, kaum länger als die obere Dorsallingula, also überhaupt kurz ; die beiden Dorsal- lingulae sind ungefälir gleich lang, am Ende stumpflich ; die ventrale Lingula ist etwas kürzer und spitzer. Der Ventralcirrus ist kurz; er reicht etwa bis zur AustrittssteUe der Ventralborsten. Im Dorsalast steht vorn eine lange vordere und im Ventralast eine ebenso lange vordere, schlank kegelförmige Ruderlippe von der Länge der unteren Dorsallingula; außerdem ist eine kürzere stumpfere hintere Ventrallippe vorhanden. Die obere Dorsallingula wird vom 7. Ruder an zusehends gestreckter und spitzer und vom Beginn der Ruder- umformungsstelle an immer mehr seitlich kompreß blattartig. Am 13. Ruder beginnt die Fähnchenbildung am Dorsalast mit dem Auftreten eines kegelför- migen Lappens dicht medial vor der Dorsalcirrusbasis; dieser Lappen wird schnell immer mehr kompreß, dünn und halbmondförmig und ist schon am 16. Ruder so lang wie der Dorsaleirrus, den er bald an Länge übertriffi. Die Basis der oberen Dorsallingula wird immer höher, und ihre blattförmig zuge- spitzte Endspitze von unten durch den mächtigen Halbmondlappen des Fähn- chens, von oben durch den zwischen beide eingepflanzten Dorsaleirrus flankiert. Mit dem 25. bis 30. Ruder (Taf. III Fig. 70) hat das Fähnchen seine volle Entwicklung ziemlieh erreicht und wird an den folgenden Rudern nur noch länger. EtAva am 50. Ruder ist das Fähnchen ca. 2 mal so lang wie das Ruder und ca. V4 so hoch, also viel länger als das Fähnchen in der ent- J4 Michaelsen, Westafrika, BJ. II. 196 H. AUGEXER. sprechenden Körpergegend bei N. o.rijpoda Weiter nach hinton Avird das Fähnchen wie die Ruder noch schlanker, und der noch kürzer werdende Dorsalcirrus rückt ans Ende des Fälmchens, das oben und unten in Form eines Zipfels neben der Ch-rusbasis etwas vorspringt. Die übrigen Lingulae und die Ruderlippen verändern sich nur insofern, als sie nach hinten sclilanker und spitzer 'Verden; sie nehmen im hinteren Körperdrittel aber eine dickv^^e und stumpfere Form an. Die Aciculae der Ruder sind schwarz, die Borsten hellbräunlich und im Verhältnis zu dem robusten Tier zart. Es sind nur Grätenborsten vorhanden, dorsal homo- gomphe Borsten, deren Gräten etwa Vi so lang wie der Schaft sind. Im Ventralast stehen supra-acicular homo- gomphe, subacicular heterogomphe Grätenborsten. Die ventralen heterogomphen Gräten sind wohl etwas kürzer als die der homogomphen Borsten (so an den mittleren Rudern). Die Gräten sind auf der einen Kante kurz und fein gewimpert: Sichelborsten fehlen. Die Bewafiuung des Rüssels besteht aus in allen Gruppen auftretenden schwarzen, konischen Paragnathen ; die des maxillaren Ringes sind sämtlich groß und noch Nereis Agnesiae n. sp. stärker als die des oralen Rüsselabschnittes: der maxillare Subaciculare hetero- ^133^^^^^^ ^^s Rüssels ist nicht ganz ausgestülpt. Beide Rüsselabschnitte sind graubräunlich, dunkler als die Grundfarbe des Wurmes. Paragnatha Maxiilaria: I) "2 sehr große hinterein- ander; II) Schräge Doppelreihe, 1"2— 15 (ich kann nicht alle genau er- kennen); III) Eiförmige oder dreieckige Gruppe, IG Paragn.; IV) Halb- mondförmige Gruppe, ca. 24 bzw. 18 Paragn. Oralia: V) 5 kräftige Paragn. in 2 Querreihen, die Dreierreihe ist die vordere; VI) Rundliche, dichtge- drängte Gruppe, 10 Paragn., kräftig; VII+VIII) Querer Gürtel mit zahl- reichen (ca. 106) Paragn., ventral unregelmäßig dreireihig, seitlich zweireihig, die Paragn. der vorderen Reihe an Zahl geringer und größer und weitläufiger gestellt als die übrigen, die der hinteren Reihen kleiner als die vorderen, zum Teil sehr klein. Die starken Kiefer sind dunkelgelb. Das vorliegende Tier ist ein Weibchen mit zahlreichen Eiern und seiner Tracht nach wohl als subepitok zu bezeichnen. Die Eier dringen wenigstens bis zu ^'4 seiner Länge in den Hohlraum des Fähnchens ein. Messerborsten sind noch nicht entwickelt, aber Lappen an den Ruderästen Fig. XIV. gomphe Grätenborste etwa vom 50. Ruder, im Profil; ^^. Polychaeta. 197 in Ausbildung begriffen , so der nierenfürmige Lappen an der Basis des' Bauchcirrus und der große hintere, die hintere Ventrallippe umfassende Lappen am ventralen Ruderast. Die Lappenbildung zeigt sich zuerst am 19. oder 20. Ruder: hier dürfte dann die vordere Zone der nicht epitoken Ruder aufhören. In der durch stattliche Formen ausgezeichneten Gruppe der ^V. virens- steht N. Agnesiae, Avie eingangs erwähnt, der A'. oxypoda Marenz. nahe.- Abweichend von der letzteren ist die bedeutendere Länge und etwas andere Form der Fähnchen und etwas andere Paragnathenverteihmg, wenn schon diese im Prinzip die gleiche ist wie bei der japanischen Form. Bei N, oxypoda ist ein Teil der Paragnathen blaß; die Paragnathen in Gruppe I und V sind geringer an Zahl, die maxillaren Paragnathen sind auch hier stärker als die oralen. Auch die Färbung ist bei beiden Arten etwas verschieden; bei N. Agnesiae sind die Fähnchen wie der Körper gefärbt. Eine auffallende Färbung der Lingulardrüsen wird von A". oxypoda nicht erwähnt, wie sie auch bei meiner Art nicht vorhanden ist. Marenzeller's Tiere waren größer als das meinige, eines sogar mehr als 3 mal so lang. Xereis (Ceratonereis) (Tualaensis ii. sp. Tafel II Fig. 3G, Tafel III Fig. 62 u. 63, Textfig. XV. Fundangabe: Kamerun, Duala: v. Eitzen, 1913. Beschreibung: Das einzige Exemplar ist ein atokes, verbogenes Tier mit nach gewöhnlichem Ty^j gebauten Rudern mit 3 Lingulae und einer vorderen dorsalen und einer hinteren ventralen Lippe. Der vollständige Wurm ist 17 mm lang mit 60 Segmenten und hat eine Maximalbreite (vorderes Körperdrittel) von 1,5 mm. Die Körperform ist robuster als bei ^V, rolasiensis, im vorderen Drittel ziemlich gleich breit, an den 4 ersten Segmenten nach vorn zu etwas verschmälert, in dcui hinteren ^/^ allmählich nach hinten zu verjüngt. Die Grundfärbung ist hell graugelblich mit dunkelbrauner Zeichnung. Die Zeichnung ist deutlich und die Färbung an den Rudern intensiv, am eigentlichen Körper flau und locker, am auffallendsten an den hinteren ^3 des Körpers. Die Palpen sind oben bräunlich gewölkt; der Kopf ist hell, die Stii-n in der Mitte hell, an den seitlichen Rändern mit braunem Längsstreif. Die Segmente haben dorsal am Vorderrande lockere Quer- binden, die etwa das hintere Drittel des Segments frei lassen und auf den Seitenteilen der Segmente erweitert sind. Aus dieser seitlichen Binden- erweiterung hebt sich, in der hinteren Körperhälfte sehr scharf begrenzt, mit nach hinten zunehmender Deutlichkeit, ein eiförmiger brauner Fleck 14* 198 H- AUGENEK. dorsal auf der Ruderbasis heraus (Taf. II Fig. 36 1. An den Rudern ist die obere Dorsallingula intensiv braun gefleckt; die mittlere Lingula ist bräunlich, die veuti-ale Lingula und der Ventralcü-rus an der Basis bräunlich, die Ruderbasis ventral bräunlich gefleckt. Die Dorsalcirren sind farblos. Die Bauchfläche hat lockere , seitlich verbreiterte segmentale Querbinden am Yorderrand der Segmente. Die braune Zeichnung der Ruder gibt der hinteren Körperhälfte des Wurmes ein charakteristisches Aussehen. Die Ruder-Aciculae sind sclnvarz. Die mittlerem Segmente sind etwa 3 mal, die hinteren ca. 4 mal so breit wie lang; das Buccalsegment ist fast so lang wie die beiden folgenden Segmente zusammen und etwa 3 mal so breit wie lang, nahezu ebenso lang wie der Kopf. Am Analende stehen 2 farblose dünne Analcirren, etwa von der Länge der 5 letzten Segmeute. Die Pal})en sind von gewöhnlicher Form ; ihr Endglied ist klein. Der Kopf ist ca. l'/omal so lang wie hinten breit; die Stirnpartie ist nicht besonders schmal, am Grunde etwa um '/g schmäler als die Basis des Kopfes und etwa halb so lang wie der Kopf. Die Stirn ist vorn nicht eingeschnitten; die Stirnfühler sind etwa -/g bis ebenso lang Avie die Stirn- partie. Die 2 Paar Kopfaugen sind von normaler Größe , die vorderen größer als die hinteren, die Augen jeder Seite von einander getrennt. Die längsten Buccalcirren reichen bis aus 5. Segment nach hinten (das Vorderende des Wurmes ist etwas verdrüektj. Von den Rudern ist nichts Besonderes zu sagen. Die 3 Lingulae sind schlank kegelförmig; die obere dorsale ist die stärkste uud übertrifft an Länge etwas die mittlere (untere dorsale) ; die mittlere uud die ventrale Lingida ragen etwa gleich weit vor. A^'eiter nach hinten zu werden die Lingulae schlanker luid spitzer. Die Form und Zusammensetzung der Ruder bleibt am ganzen Körper im Prinzip die gleiche ; Fähuchenbildung kommt nicht vor. Die beiden Ruderlippen sind nur in der vorderen Körperhälfte deutlich zu erkennen uud verlieren sich weiter nach hinten zu mehr uud mehr: sie sind schmal und schlank; die dorsale ist etwa halb so hoch wi(> die dorsalen Lingulae und etwas kürzer als die ventrale Lingula. Die ventrale Lippe , eher noch zarter als die dorsale , kommt etwa der unteren dorsalen Lingula an Länge gleich. Die Dorsalcirren sind mäßig lang uud übertreffen die obere Dorsallingula etwas an Länge; an den hinteren Rudern sind die Dorsalcirren kaum länger als vorn, und ein merklicher Unterschied ist hier sicher nicht vorhanden. Der Veutralcirrus ist überall kurz und etwa halb so lang wie die ventrale Lingula (Taf. III Fig. 62 u. 63). Polychaeta. 199' Fig. XV. jSereis dualaensis Die Borsten sind im Gegensatz zu den sich schwarz von der Um- gebung abhebenden Aciculae helL Es linden sich folgende Borstenformen vor. Im Dorsalast (so in einem Euder aus dem hinteren Drittel des Körpers) stehen ca. G homogomphe Grätenborsten, im \ entralast supra-acicular homogomphe Gräten- und ganz wenige (2) viel stärkere heterogomphe Sichelborsten, sub- acicular homogomphe Gräten- und etwa halb so viele (4) heterogomphe Sichelborsten. An den vorderen Rudern sind die Sichelborsten zahlreicher als hinten; so stehen am 1'2. Ruder im Ventralast supra-acicular 3, sub-acicular ca. 8; sie sind also hier mindestens doppelt so zahlreich Avie die sub-acicularen Grätenborsten. Im dorsalen Ruder- ast kommen keine Sichelborsten vor. Die Sicheln der Sichelborsten sind schlank, an der Schneide geAvimpert; ihre wimperlose Endspitze ist etAvas gebogen und in eine Öse oder Scheide verbreitert. Die Paragnathen konnten nur am eingezogenen, "-sp- Ventrale hetero- r ^ - Tl.. 1 1 1 r.- 1 ^ gomphe Sichelborste autgescnmttenen Rüssel untersucht werden. Sie kommen ^ , ^ " von der vorderen nur am maxillaren Abschnitt vor, Avonaeli diese Art in Körperhälfte, im die Untergattung Ceixitonereis zu stellen ist. Die Kiefer Profil; l±!l- sind hellbraun und haben ca. G nicht sonderlich spitze, eilanzettliche Zähne an der Schneide. Die scliAvach entAAickelten Paragnathen von bräunlicher Färbung haben folgende Verteilung. MaxiUaria. 1) 0: II) Schräge Reihe von ca. 5 Paragn.; III) Kleine rundliche Gruppe von 4 Paragn.; IV) Rundliche Gruppe, 8 bis 10 Paragn. Oralia — 0. Von iV. rolasiensis n. sp. (siehe unten I) ist die vorliegende Art durch den kräftigeren Habitus , die abAveichende Zeichnung , den Besitz von Ruderlippen und das Fehlen der Sichelborsten im dorsalen Ruderast gut unterschieden. Eine mit farbigen Drüsenflecken an den hinteren Segmenten versehene Ceratonereis ist die A'. hrasUiensis McInt. (Challenger Rep. 1885. XII. p. 230) von Brasilien. McIxtosh beschreibt die Färbung nicht genauer; es läßt sich daher nicht beurteilen, AAÜe diese Art sich zu der meinigen verhält. Sehr ähnlich, so auch im Bau der Ruder, ist die Avestindische A'. versipedata Ehl. (1887), eine Ceratonereis mit 1 bis 3 in einer Längs- reihe stehenden Paragnathen in Gruppe III des Rüssels. In der Original- beschreibung Avird die Färbung des Wurmes als gelbhch, die der Kiefer als schwarz bezeichnet; von einer auffallenden dunklen Zeichnung der Ruder Avird nichts erAvähnt. Die Sicheln der Ventralborsten sind bei 200 H* AUGENER. meinem Tier eher etwas schlanker und au der Basis etwas weniger breit als bei N. versipedata. Vielleicht handelt es sich bei N. dualaiinsis und N.versijjedata um geogi'aphische Unterformen. Reichlicheres Materialmüßte veroliehen werden, um die Stellung beider Arten zu einander genau festzulegen. Eine von Saint- Joseph (19()G) aus dem Mittelmeer aufgestellte Ceratonereis, dieiV. jyunctata, wurde von dem Autor von der lange bekannten A". Costai Gr. unterschieden und hat eine an N. dualaensis erinnernde dorsale Bindenzeichnung; die Färbung der Binden wu*d als rotbraun bezeichnet und würde hierin von der der A . dualaensis abweichen. N. punctata ist noch zu wenig bekannt, als daß man beurteilen könnte, ob sie etwa nur eine Form von N. Costai sei. bereis {Ceratonereis l) rolasletisis ii. sp« Tafel III Fig. 64 u. 65, Tafel IV Fig. 78, Textfig. XVI. Fundangabe: 11ha das Ro las bei II ha deSaöThome; R. Greeff. Beschreibung. Diese Nereide ist eine Art von recht schlankem, dünnem Körperbau und charakteristischer Färbung bzw. Zeichnung. Die 4 vorhan- denen Exemplare sind klein , vielleicht unreife Tiere, sämthch vollständig und von ziemlich gleicher Größe. Das stärkste Exemplar ist 20 mm lang, mit 62 Borstensegmenten, ein anderes etwa V4 so langes hat ca. 58 Seg- mente. Die Ruder sind nach gewöhnlichem Typ gebaut, ohne Fähnchen- bildung an der hinteren Körperstrecke. Die Grundfärbung ist liell, weißlich, im vorderen Körperdrittel etwas mehr gelblich, bei einem Wui-m sogar deutlich ockergelblich. Die Ruder .sind hell, in der hinteren Körperhälfte die oberen Lingulae bräunlich gefleckt, bei einem Wurm auch am Vorderkörper, und zwar durch dunkelbraune Pigmentierung. In der vorderen Körperhälfte hat der Rücken der Segmente eine hübsche hell rotbraune Zeichnung, die sich nach hinten allmählich verliert und im hinteren Körperdrittel fehlt. Jedes Segment hat dorsal eine Querbinde zwischen deu Parapodieu, die melu" oder minder ausgeprägt oder nur in ihren seitlichen Partien vorhanden sein kann. Bei 2 Exem- plaren kommt noch eine zweite Querbinde auf der Mitte oder an der hinteren Hälfte jedes Segments hinzu , die mit der vorderen Binde durch mediane und laterale Längsflecke mehr oder minder verbunden sein kann. Während der Kopf oben hell ist, ist das Buccalsegment lebhaft hell rotbraun gefärbt, mitunter in ganzer Breite, nur durch helle Stellen unterbrochen (so bei den beiden Tieren mit doppelten Rückenbinden), oder nur teilweise. Bei einem Wurm hat das 2. Ruderseg-ment eine besonders intensive und breite Quer- binde, während das 1. Rudersegment nur schwach pigmentiert ist; bei einem anderen nur schwach »(^zeichneten Wurm ist das Buccalsesfmeut und das Polychaeta. 201 1. Rudersegment mir spärlich gezeichnet, das 2. Rudersegment gar nicht, das 3. wieder ungefähr wie das 1. Segment. Bei den beiden Würmern mit Verdoppeken Dorsalbinden ist das 1. Rudersegment im Gegensatz zu dem stark pigmentierten Buccalsegment nur wenig pigmentiert, das 2. Ruder- seginent wie die folgenden deutlich zweibindig. So ist in wechselnder Weise der Rücken der Würmer am Vorderkörper mehr oder minder bunt gezeichnet und gefärbt. Bei der schlanken und dünnen Kürperform ist die Breite nicht be- deutend; bei dem stärksten Exemplar von 20 mm Länge ist der Körper im Maximum mit Rudern ca. 1 mm breit. Die mittleren Segmente sind etwa 11/2 bis 2 mal so breit wie lang (gestreckter Zustand) oder 3 bis 4 mal so breit wie lang (mehr kontrahierter Zustand). Der Kopf (Taf. IV Fig. 78) ist l'/o bis 2 mal so breit wie lang, mit 2 Paaren großer schwarzer Augen in hinten nur wenig verschmälerter Trapez- stellung. Die Augen sind Hnsenhaltig, die vorderen größer als die hinteren. Stirnfüliler dünn, etwa - '3 so lang wie der Kopf oder unbedeutend kürzer. Die Palpen sind etwas kürzer als die Fühler, kegelförmig", mit kleinem, schmalem Endglied. Von den 4 zarten Buccalcirren ist jederseits der obere hintere besonders lang und reicht nach hinten bis ans 7. oder 8. Rudersegment; er ist bis Syoinal so lang wie der zweitlängste Buccalcirrus. Kopf einschließ- lich des Stirnteils etwa so lang wie das Buccalsegment, die Stirnpartie allein höchstens so lang wie der übrige Kopf, schmal, ca. '/g so breit. Das Buccalsegment ist manchmal etwa um V3 länger als das folgende Segment und 2 mal so breit wie lang. Es kann bei gestrecktem Körper auch fast länger als breit sein und dann eine schwach sanduhrförmige, seitlich konkav ausgebuchtete Form haben. In der vorderen Körperhälfte ist der Körper ziemlich gleich breit; er verjüngt sich dann nach hinten allmälilich; die Segmente im hinteren Drittel werden dann so breit wie lang oder sogar etwas länger als breit. Die Ruder (Taf. III Fig. 64 u. 65) sind mit Ausnahme des 1. und 2., die wie gewöhnhch einästig sind, zweiästig; die mittleren sind kaum halb so lang, wie der Körper breit ist, die hinteren etwas länger. Fähnchenbildung ist nirgends an den Rudern vorhanden; die normalen 3 Linsiüae sind von spitz-kegelförmiger Gestalt. Der Dorsalcirrus ist an den vorderen Rudern ziemUch lang, ragt ca. 3 mal so weit vor wie die dorsale Lingula und behält diese Länge auch weiter nach hinten bei; er überragt demnach überall das Ruder seitlich weit. Der Ventralcirrus ist etwa so lang wie die ventrale Lingula oder etwas kürzer. Die Lingulae werden nach hinten am Körper schlanker; sie erleiden im übrigen keine Veränderung. In der 202 H. AlGENER. Gegend des 15. bis 20. Ruders ist die mittlere und die ventrale Lingula etwa gleich stark und gleich lang, während die obere Dorsallingula schwächer und etwas kürzer als die mittlere ist. Di(^ ventrale Lingula überragt am Vorderkörper den ventralen Ruderast deutlich; am Hinterkörper ist sie nur ebenso lang wie dieser, und die obere Dorsallingula erscheint hier eher etwas länger als am Vorderkörper. Die Aciculae der Parapode sind schwarz und scheinen durch die Haut hindurch. Die Borstenverteilung ist, z. B. an den Rudern des vor- deren Körper dritteis, folgendermaßen: Im Dorsalast stehen wenige homo- gomphe Grätenborsten, im Ventralast supra-acicular homogomphe Gräten-, sub-acicular zu oberst wenige schwach heterogomphe Gräten- und unten heterogomphe Sichelborsten. In der hinteren Körper- P hälfte kommt zu den Grätenborsten im Dorsalast eine homogomphe Sichelborste hinzu. Es gelang mir nicht, eine solche dorsale Sichelborste unverletzt zu Gesicht zu bekommen, da die fragliche Borste in verschiedenen Präparaten stets verstümmelt war. Die ventralen Borsten- sicheln, die meistens abgebrochen waren, sind schlank, etwa an den zwei unteren Dritteln der konkaven Kante gewimpert; die konkave Kante selbst ist mehr gradlinig als bei N. vlttata Lnghns. , nur an der ungewimperten Endstrecke etwas konkav. Die Paragnathen mußten am aufgeschnittenen Rüssel untersucht werden, da dies(>r bei allen Exemplaren ein- gezogen war. Infolge hiervon und bei der Schmächtig- keit der Würmer Avar die Anordnung der Paragnathen nicht genau auszumachen. Ich glaube soviel erkannt zu haben, daß der orale Rüsselabschnitt keine Paragnathen besitzt: es würde sich demnach bei dieser Art um eine Ceratonereis handeln. Am maxillaren Ring habe ich mit Sicherheit Para- gnathen in Gruppe II und III gesehen, und zwar in II eine schmale längs- gerichtete längliche Gruppe, in III eine dreieckige, quere kleine Gruppe; ob in Gruppe IV Paragnathen vorhanden sind, ist ganz unsicher. Dem- zufolge ist eine sichere Feststellung der Untergattung, der diese Art angehört, nicht möglich. Die Paragnathen sind hellbraun oder blond, die Kiefer gestreckt, dunkelgelb, mäßig gebogen, an der Spitze mehr bräunlich ver- dunkelt; sie haben 5 oder 6 (?) spitze Zähne an der Schneide. Die Para- gnathen sind, falls ich dies richtig erkannt habe, konisch. Am Anals(»graent stehen 2 ziemlich lanroße bis ganz kleine Tiere) und überall von dorsalen Sichelbersten nur die komplexe Form o(>funden. die Marenzeller neben der (»ntsprechendeu Borste seiner japanischen Art von der europäischen N. Dm/terili abgebildet hat (Südjapan. Anuelid. 1879, p. 123, Tab. II Fig. 4). Wie bei den größten Tieren , so linde ich die fragliche MARENZELLER'sche aucvlosierte dorsale Sichelborste auch bei einem kleinen Tier von ■22 Segmenten nicht; die dorsalen Sichelborsten sind hier deutlich komplex ; ich sehe in einer Anzahl von Rudern nur je eine solche Sichel- borste, die bei größeren Exemplaren in größerer Zahl vorkommt. Ich nehme hiernach an, daß die südafrikanische A, Dumer'di dorsale Haken- borsten hat, die in der Form mit denen der europäischen A. JhimerUi übereinstimmc^n, d. h. b(n denen die Sichel nicht mit dem Schaft ancylosiert ist. Was die von Marenzeller von Japan beschriebene A . Dinaerili angeht, so bin ich der Ansicht, daß diese wegen ihrer einfachen oder halbkom- plexen dorsalen Sichelborsten mindestens als geographische Unterform von X. Damerill zu trennen i>t. Es stehen In dieser Hinsicht verschiedene Namen zur Verfügung. So vermute ich, daß X. Umnenll Marexz. identisch ist mit A^ kohiensisM-cl^i. (1885), ebenfalls von Japan; beide Arten mögen wieder zusammengehören mit der N. Ayassizi Ehl. von Kalifornien: viel- leicht sind noch weitere Synonyme aufzufinden. Ltfcastis quafh'aticeps Oiiy. Tafel II Fig. 35, Tafel III Fig. 68, TextHg. X^'II. Lycasth ijuiulraticeps Gav , Eiii.ious. Polycliuet. d. iiiasj-elhui. ii. cliilen. 8tiiiiules. l'JOl, p. iL'l. Fundangabe: Deutsch-Südwestafrika. Lü deri tzb uc h t, Ebbe- strand, unter Steinen: W . Mhhaelsex : Juli 11)11. Weitere Verbreitung. S u 1) t r o pi seh und notial bis gegen die Ant- arktis hin. Magalh ae n s i s (• h e s (icbiet iFeuerland. Punta Arena s usw.): C h il e (C h il o ("■;; St. Paul; s u b an t ark t is c h e Inseln bei N eu s e e 1 and. Polychaeta. 2l5 Die viel größere L. hrevicornls Avt>. etEow. dos europäisch-lusitanischen Bezirks, mit der L. cjuadraticeps in Parallele gestellt werden möchte, kann wegen ihrer viel längeren Dorsaloirren nicht mit dieser verwandt erachtet Av erden. Das in der Lucastis-(yY\\^'^e häutige Vorkommen von Arten , die in" Medien von verschiedener physikalisch -chemischer Beschaffenheit leben können. Avurde dm-ch Michaelsen, der L. quadraticeps im Magalhaensischen Gebiet sowohl im Meerwasser wie im Süßwasser gefunden hat, für diese Art festgestellt. Erörterung. Diese kleine Nereide lag mir vom Lüderitzbuchtor Ebbe- strand in zahlreichen Exemplaren von annähernd gleicher Größe vor. Ehlers hat diese Gay sehe Annelide von Chile und dem Magalhaensischen Gebiet angegeben, doch keine Figuren von den Würmern geliefert und sie nicht genauer beschrieben. Eine genaue Bestimmung meiner Tiere wurde mir durch Vergieichung derselben mit südamerikanischen Stücken des Hamburger Museums ermöglicht. Die Untersuchung ergab die völlige L^bereinstimmung. Ich habe über meine Würmer noch folgendes zu bemerken. Die Färbung ist gelblich oder graulich -weiß, ohne Zeichnung: dunkel sind die schwarzen Augen und die braunscliAvarzen Aciculae der Ruder; die Borsten sind bräunlich. Die Länge eines der größten und vollständigen Lüderitzbuchter Exemplare beträgt 22 mm mit 64 Kudersegmenten , die größte dorsale Breite, ohne Ruder gemessen, ca. 1 mm. Kleinin-e Exem- plare haben weniger Segmente, so ein Wurm von 9 mm Länge 33 Seg- mente. Ein Tier, noch größer als das erstgenannte, sah ich von Uschuaia (Süd -Feuerland); es war ca. 25 mm lang mit 'oQ Segmenten, also kaum segmenti-eicher als der Wurm von 22 mm Länge, dabei aber dicker und wohl nicht so gestreckt wue jener; dieses Uschuaia-Tier würde bei stärkerer Streckung noch länger gewesen sein. Der Körper ist dünn, wurmartig, ziemlich paralhdseitig, am Vorder- ende nur wenig verschmälert, etwa im hinteren Viertel nach hinten stärker verjüngt. Die mittleren Segmente sind ca. 2 bis 3 mal so breit wie lang, je nach Kontraktion. Von den Körperanhängen treten beim ersten Anblick, abgesehen von den Rudern und Palpen, nur die BuccalciiTen deutlicher hervor, Rudercirren und Fühler lassen sich bei ihrer Kürze erst bei genauerem Nachsuchen erkennen und spielen im Gesamtbilde der Würmer keine besondere Rolle. Der Kopf (Tafel II Fig. 35; ist etwa so lang -wie hinten breit, drei- eckig, vorn etwas abgestumpft, so lang wie das Buccalsegment oder etwas länger; das Buccalsegment ist etwas kürzer als die folgenden Segmente. Die '216 H. Algeneh. Palpen, mit kurzem, gedrungem, eiförmigem Endglied, sind etwa 2 mal so lang Avie der Kopf. Die Kopffühler sind sehr klein, gestreckt - eiförmig, viel kürzer als der Kopf und reichen kaum bis an die Basis des Palpen- endcliedes; man erkennt sie eigentlich erst, wenn man die Palpen nach seitwärts und unten wegbiegt. Die 4 Buccalcirren jederseits sind gleichfalls kurz, höchstens halb so lang, wie das Buccalsegment breit ist, annähernd gleich lang, fadenförmig, in der Außenhälfte verjüngt und zugespitzt. Nach vorn gelegt, reichen die Buccalcirren kaum bis zur Spitze der Palpen: die unteren Buccalcirren sind vielleicht ein wenig kürzer als die oberen. Die 4 Augen sind schwarz, nierenförmig, jedenfalls linsenhaltig; ihre Stellung markiert ein sehr niedriges , hinten schmäleres Trapez auf der hinteren Kopfhälfte; die hinteren Augen sind oft teilweise durch den Vorder- rand des Buccalsegments verdeckt. Die vorderen Augen schauen mit ihrer Konkavität schräg nach vorn und außen, die hinteren mit ihrer Kon- kavität nach innen. Die Augen jeder Kopfhälfte sind durch einen schmalen Zwischenraum getrennt. Die hinteren sind oft doppelt so groß wie die vorderen, in manchen Fällen aber auch kleiner als letztere. Das Analsegment ist so lang wie die beiden vorhergehenden Segmente oder etwas kürzen-, trapezförmig bis fast quadratisch, an den Seiten mehr oder minder gerundet; am Ende stehen 2 kegelförmige Analcirren von ungefähr halber Segmentlänge. Die einästigen Ruder (Tafel III Fig. 68) sind kurz, etwa 'A^ so lang, wie der Körper breit ist, nur die allerletzten mehr rudimentär. Die Ruder sind ausgezeichnet durch die Kürze ihrer Girren. Nirgcnids am Körper überragen die Girren das Ruderende; die Dorsalcirren erreiclKHi dieses allenfalls; nur der zartere, mehr fadenförmige Ventralcii-rus entspringt an der Ruderbasis; er ist höchstens '/^ bis '/g so lang wie das Ruder: der etwas mehr kegelförmige Dorsalcirrus ist in der Mitte der Ruderlänge inseriert. Der verkümmerte dorsale Ruderast enthält eine wie die des Ventralastes braunschwarz gefärbte Acicula und wenige (1 bis 3) hetero- gomphe komplexe Orätenborsten, deren zarte Endgräte auf der einen Kante feiu und kaum erkennbar gesägt und ca. 2 mal so lang wie der freie Schaftabschnitt der Borste ist. Im Vontralast stehen ca. 6 heterogomphe Sichelborsten (die meisten davon sub-acicular) mit Endsicheln, deren konkave Kante 10 bis 12 zum Teil starke Kammzälme trägt. Supra- acicular findet sich außerdem eine heterogompho Grätenborste mit kräftiger, auf der einen Kante deutlich sägig gewimperter Endgi-äte. Fig. XVII. Lycastis quadra- ticeps Gav. Ventrale Sicliel- borste, im Profil: 1 ■ Polycliaeta. 217 Der Pliarvux war überall eingezogen. Die Kiefer sind hellbraun und zeigen unter dem Mikroskop an der Schneide etwa 6 bis 8 Zähne; zum Teil schienen in meinem Präparat die Zähne abgewetzt zu sein. Etwaigen Papillenbesatz an der Wand des Pharynx habe ich nicht erkennen können. Diese namentlich durch ihre kurzen Rudercirren und Füliler charak- terisierte Art ist auf der Südhalbkugel weit verbreitet. Möglicherweise kommt sie auch an der (Jstküste des südlichen Südamerikas vor und mag außerdem mit einer der von dort ungenügend beschriebenen Lijcastis- Arten zusammenfallen. Es wäre hier die L. litoralis Fr. Müll, von BrasiHen mit kurzen Dorsal- ciiTcu zu nennen. Ein Vordi'ingen unserer Art an der Ostküste Süd- amerikas nach Norden in das wärmere Gebiet ist ebenso gut denkbar. ^\\Q dies in Westafrika und au der Westküste Südamerikas der Fall ist. Lycastis senegalensis Saiiit-Jos. Lycastis senegalensis Saixt-Joseph. Ann. Sei. natur. 1900. XII, p. 217. Fundangaben: Senegal, Goree; A. Hupfer. Käme r u u : A . Hupfer. S p a n i s c h - G u i n e a , Insel E 1 o b y : A. Hupfer. Belgisch -Kongo, Kongo- Mündung: H. Braun.s. Weitere Verbreitung: Senegal, im Brackwasser des Sangrugu bei Marsassun, 100 km vom Meer entfernt. Diese in Westafrika weit verbreitete Art kommt danach gleichfalls in Wasser von verschiedener Zusammensetzung vor. Von der südwestafrikanischen L. quadraticeps ist die tropische Art scharf geschieden durch die lang;en Girren. Ihr Verhalten gegenüber den Arten der .südamerikanischen Ostküste und der L. hrevicornis Europas habe ich in Ermangelung irgendwelchen Materials nicht prüfen können. Erörterung : Diese Art liegt mir von den einzelnen Fundorten in mehreren Exemplaren vor und ist ohne Frage die von Saixt-Joseph be- schriebene Form von Senegal. Die zum Teil erweichten und verbogenen Würmer sind fleischfarben oder fleisclifarben-gelblich , bläulich, oder hell- graugelbHch. Die beiden Exemplare vom Kongo sind am besten erhalten: eines derselben ist vollständig, 29 mm lang: beide haben die von Saikt- JosEPH erwähnte Kopffärbung bei im allgemeinen hell graugelblicher Körper- färbung: die vordersten Segmente sind bei dem vollständigen Wurm schwach, bei dem anderen deutlich rostgelb gefärbt. Der Kopf ist oben rostbraim gefärbt: die vordere Hälfte oder die Mitte des Kopfes ist hell. Auch an den Palpen kommt braune Färbung vor. Die Borsten und Aciculae sind 218 H. AUGENKK. schwärzlich ; im Dorsalastabschnitt der Kuder stehen 1 bis 4 Grätenborsten. \'on Kamerun liegt mir u. a. ein «rößtes vollständiges Exemplar von 36 mm Länge mit 92 Segmenten vor. Die Art wird charakterisiert durch ihre laugen Dorsalcirren , die am Mittelkörpor etwa halb so lang, am Hinterkörper ebenso lang, sind wie der Körper breit ist. Bei einem vollständigen, hinten wohl normal erhaltenen Wurm von Goree sind die Analcirren länger als die nächststehenden Dorsalcirren und etAva "2 mal so lang, wie die Breite der 2 bis 3 letzten Rudersegmente. Die Dorsalcirren können noch sehlank(»r sein als in Saint-Joseph's Abbil- dung. Ein Kameruner Tier hat hinten 2 Analcirren; dieselben sind höchstens so lang wie der Körp(»r breit ist, und stechen sehr gegen die benach- barten langen Dorsalcirren ab; diese letzteren sind an den hintersten Segmenten erheblich länger, als der Körper breit ist; vielleicht sind diese Längenverhältnisse durch Regenerationserscheinungen zu erklären. Am Kopf stoßen die Augen jeder Seite oft ganz oder nahezu zusammen. Die Augen stehen insgesamt in einer Querreihe; die äußeren sind deutlich größer als die inneren. An einem Kameruner Wurm mit größtenteils ausgestülptem Pharynx kann ich keine hornigen Paragnathen finden ; am oralen Abschnitt sind dorsal wie ventral scliAvieleuai'tig vorragende Polster erkennbar, die an Tyloi'liynclius Gr. erinnern. Die Kiefer sind braun. Der längste Buccalcirrus reicht über die ersten 3 oder 4 Segmente nach hinten. Das Buccalsegment ist etwa so lang wie das nächstfolgende oder die folgenden Segmente. Die Verteilung der Borsten sehe ich ähnlich wie Saint-Joseph, nur finde icli die Grätenborsten des Dorsalastrudiments heterogomph statt ho- mogomph; ihre stärkere Schaftendzinke ist länger als die andere Zinke; allerdings ist der Unterschied geringer als an den Sichelborsten. Die ventralen Sichelboi-sten scheinen sämtlich auch oberhalb der Acicula heterogomph zu sein; ganz wenige sehen hier mehr horaogomi^h aus; ich glaube aber, daß dies damit zusammenhängt, von welcher Seite man auf den Schaft sieht. In Profillage erscheint das Schaftende heterogomph, bei Kanten- ansicht eher homogomph , bei entsprechender Mikroscop-Einstellung aber auch in letzterem Falle heterogomph. Ich erkläre mir diese Sache so : Die stärkere Schaftzinke endigt wahrscheinlich in einen kürzeren und einen längeren Fortsatz, welch letzterer in der Profillage besser zu sehen ist und das Bild der Het(>rogomphi(i ergibt. Polycliaeta. -J 1 9 Farn. Hesionidae. Leoct'ates (jreefpanus n. sp. Tafel II Fig. 31, Tafel III Fig. 74, Texttig. XVIII. Leocrates Kij>«ei!g 1865 Lamprophai's Grube 1861 Tyrrhena Clapauedk 1868 Dallioiisia Mc Intosh 1885 Tyrrhena Roule 1886 u. 1906. Fundangabe: Ilha das Itolas bei Ilha de Saö Thome; R. Greeff. Beschreibung: Ich habe nur ein einziges im allgemeinen gut erhaltenes, vollständiges Exemplar dieser Art untersuchen können. Der Wurm hat eine Länge von 12 mm und eine Maximalbreite von ca. 15 mm. Die Färbung des sehr lange in Alkohol aufbewahrten Tieres ist im allgemeinen weißlich und etwas durchscheinend. Etwa bis zum 4. oder 5. Borstensegnient ist die Dorsalseite zart rostgelbhch getönt; diese Färbung gehört der Haut an und Avird durch den rötlich durchscheinenden Pharynx noch etwas ver- stärkt, währ(Mid die genannten Segmente auf ihren Seitenteilen dorsal wenige braune Querstreifen tragen; an den hinteren dieser Segmente findet sich nur ein solcher Quersti-eifen dicht vor der hinteren Segmentgrenze. Der Wurm hat die allgemeinen Charaktere und die Körperform der Gattung Leocrates, 16 borstentragende Segmente, ein Analsegment, ein Präanalsegment mit 2 Paar ( *irren und eine vordere buccale Region mit 8 Paar Buccalcirren. Im allgemeinen sind die Girren der Segmente erhalten; abgefallen sind die Analcirren, und die Girren des Präanalsegments .sind stark verstümmelt. Die Borsten sind blaß-gelblich, die Aciculae der Parapode schwarz. Im übrigen ist über das Tier folgendes zu bemerken. Der Kopf (Taf. II Fig. 31) ist etwa so lang wie breit, zweihälftig, hinten median spitzwinklig eingebuchtet; die 2 Paar dunklen Augen liegen mitten auf dem Kopf; die jeder Kopfhälfte sind von einander getrennt, die vorderen ausgesprochen halbmondförmig und viel größer als die hinteren. Von den 5 Anhängen des Kopfes erreicht der unpaare Fühler den Vorder- rand des Kopfes ; der Ursprung dieses Fühlers ist ziemlich schwer erkennbar und liegt etwas vor der postero -medianen Kopfeinbuchtung auf einer Linie, die quer über den Kopf zwischen den jederseitigen Augenpaaren hindurch gezogen zu denken ist. Die paarigen Fühler sind etwas länger als der Kopf und auch als die Palpen, Während die Fühler nur ganz unbe- deutende kurze Basalhöcker haben, ist das Basalghed der Palpen merklich länger als das Palpenendglied; die Palpen, geAVöhnlich als zweigliedrig bezeichnet, sind also, streng genommen, ebenfalls eingliedrig, wenn man den vergrößerten Basalhöcker nicht als Glied auffaßt. Auf den Kopf folgt 220 ^- Akiener. dio Zone der Buccaleirreu , von denen die oberen sehr lang, die unteren ebenfalls ziemlieh lang, doch erheblich kürzer als die oberen sind. Der längste Buccalcirrus , der dritte obere, ist 3 bis 4 mal so lang wie der Körper br(nt. Die Basalglieder der Buccalcirren sind lang, die oberen länger als die unteren; sie umschließen dunkelfarbige Aeiculae. Der Pha- rynx ist bei dem vorliegenden Wurm eingezogen, über seine Bewafihung daher nichts zu ermitteln: der Muskelmagen reicht bis ins 6. Segment und ist von außen an seiner rötlich-durchscheinenden Färbung kenntlich. Beti-achtet man den Kopf von unten her, so erkennt man den Froutal- tuberkel als kurzen kegelförmigen Fortsatz , der wie bei L. Claparedei gestaltet ist. Die Mundöffnung Avird hinten von einem dreieckigen, mit der Basis nach vorn gerichteten Mundpolster begrenzt, das am 3. Segment in die breite Bauchmarkfurche übergeht. Die Körperform und der Habitus des Wurmes entspricht ganz dem seg- mentarmen Typus der Leocrates- und Hesione-Arton und bedarf keiner weiteren Beschreibung. Die Parapodien (Taf. III Fig. 74) sind schlank kegelförmig, seitlich etwas kompreß, und halb so lang, wie der Körper breit ist. Die Ventralcirren überragen etwas die Parapodspitze, erreichen jedoch durchaus nicht das Ende des ventralen Borstenbündels. Die 3 ersten Parapode sind einästig; der hier fehlende Dorsalast wird durch eine Acicula im Basalglied des Dorsalcirrus angedeutet. Vom 4. Segment an haben alle Parapodien bis zum IG. einen kleinen, kurzen, kegelförmigen borstentra- genden Dorsalast, welcher 2 dunkle Aeiculae enthält, von denen die eine stärker und länger ist als die andere. Die Dorsalcii-ren sind laug, zum Teil sehr lang, die längeren zum mindesten 2 mal so lang, wie der Körper breit ist; ihr langes Basalglied ist viel länger und stärker als der dorsale Parapodast und verdeckt diesen von oben her vollkommen. Die unge- gliederten Dorsalcirren baben eine mehr oder minder deutliche enge Quer- ringelung und zeigen in der hinteren Körperhälfte ein, wenn auch nicht ganz regelmäßiges , deutliches Alternieren an Länge. So hat z. B. das 12. Paraped einen Dorsalcirrus , der die Ventralborsten nur wenig überragt, während der Dorsalcirrus des 13. Segments wenigstens 2 mal so lang wie der des 12., und der des 11. Segments noch länger als der des 13. Seg- ments ist. Die Längen der Dorsalcirren an den einzelnen Segmeuten ver- halten sich bei meinem Tier, um ein ungefähres Bild zu geben, folgender- maßen zu einander: Dorsalcirrus 14 ist kurz, 15 lang, 16 wieder kurz; 1 ist abgebrochen, 2 mäßig lang, etwa 2 mal so lang wie Paraped plus Borsten, 3 schon recht laug, wohl 3 mal so lang wie Parapod plus Borsten, 4 sehr lang, länger als 3, 5 wieder kürzer, ungefähr wie 2, 6 sehr lang. Polvcbaeta. 221 7 u. y kurz, uugofähr wie 12, 10 mäßig lang, etwa Avie 2, 11 wieder beträchtlich länger, einer der läng.sten Dorsalcirren von allen, 8 sehr lang, mindestens 3 mal so lang wie Paraped plus Borsten. Es ergibt sich aus diesem Vergleich der Dorsalcirrenlängen der einzelnen Segmente, daß die Cirrenlänge von vorn nach hinten zunächst zunimmt, so an den 4 ersten Segmenten, um danu bis zum letzten Segment zu alter- nieren; am auffallendsten ist der Längen- untei-schied in der Mitte des Körpers, so in der Region des 8. Segments. Dem Prä- analsegment fehlt wie gewöhnlich das Para- ped; über die Länge seiner Girren läßt sich wegen deren Verstümmelung nichts Genaueres sagen. Das Analsegment zeigt keine Besonderheit, es ist kegelförmig, nach hinten verjüngt. Der Dorsalast enthält an den zwei- ästigen Parapodien 2 dunkle Aciculae nebst einem dünnen Bündel einfacher Borsten. Die Acicula«' sind zart schwarzbraun, heller als die des Ventralastes. Die Zahl der Dor- salborsten ist gering, im 8. Paraped sind ca. 8 vorhanden ; sie sind zart, dicht und fein quer gesti-eift ; die Querstreifung ist in der unteren Hälfte der Borsten deutlicher als in der EndhäUte. Im Profil erscheint die eine Borstenkante fein gesägt; diese Säge- zähnelung zeigt sich in der Endhälfte der Borste und verschwindet basalwärts unge- fähr in der Mitte der Borstenläuge (Text- fig. XVIII a). Die Zahl der komplexen Ventralborsten (Texttig. XVIII b u. d) be- trägt im 8. Paraped ca. 20; sie nehmen von oben nach unten an Länge ab ; im gleichen Sinne ist eine Längenabnahme der Borstensichelu, derart, daß die untersten Sicheln etwa halb so lang sind wie die obersten. Die Sicheln haben im Profil eine mehr oder minder taschenmesserklingenartige Form, besonders die längeren, und sind bei guter Erhaltung am Ende stark zweizähnig. Der seeundäre Siehelzahn ist kaum kürzer, an seiner Basis Fig. XVIII. Leocrates greeffianus n. sp. a =^ Dorsalborste vom 8. Ruder, im Profil; 'lÄJl ^ j = Ventralborste vom oberen Ende des 8. Borstenfächers, mit langer, nicht ganz im Profil ge- sehener Endsichel: 'l^-A ' 1 c = Lange Endsichel einer oberen Ven- tralborste, im Profil (Das Ende der Sichel ist durch Abnutzung einspitzig geworden); ' ' . (/ = Ventralborste vom untersten Teil des 8. Borsteufächers, im Profil ; ^ ^ •^ . 222 H. Augeneu. etwas broitcr als der Endzahn. Unterlialb dos sc'kundäron Zahnes erstreckt sich noch ein dritter Fortsatz in Gestalt eines im Profil schmalen Dornes distalwärts his zur Spitze des sekundären Zahnes; es handelt sich hierbei siclierlich um eine Scheidenbildung an der Siclielspitz(^ , was deutlich wird , Avenn man die Sichel in Kantenstellung von unten her betrachtet. Im Falle der Abnutzung des Sichelendes sind di(^ Zähne soweit abgeschlift'(m, daß von einer Zweizähnigkeit der Sicheln nicht mehr die Rede sein kann (Texttig. XVIII c). Der ventrale Ruderast zeigt im übrigen keine Beson- derheiten ; er wird im Inneren gestützt durch 2 schwarze Aciculae , von denen die stärkere und längere bis in die Parapodspitze reicht. Die Dorsalborsten kommen an Länge etwa den Ventralborsten gleich. Wenn schon die Erkennung der Gattungszugehörigkeit meines Tieres leicht war, so machte doch die nähere Artbegrenzung einige Schwierig- keiten, da die Leocrates-Arion eine große Einförmigkeit zeigen und nur wenig greifbare Merkmale zur Unterscheidung darbieten. Beim Vergleiche meiner Art mit anderen Formen interessieren in erster Reihe die aus dem Gebiet des Atlantik beschriebenen Arten. McIntosh hat (1885) nach einem nicht ganz gut erhaltenen Exemplar eine neue Gattung und Art, Dalhousia atlantica, aus dem Tiefenwasser der Canarischen Inseln angegeben. Der unpaare Fühler war nicht erhalten, die Ruder waren zweiästig, so daß es sich hierbei sehr wahrscheinlich um einen Leocrates handelt. Eine sichere Bestimmung läßt sich nach McIktosh's Beschreibung nicht machen; die Gattung JJalliousia betrachte ich als identisch mit Leocraten. Unter dem Namen Fallacia atlmitica Mc Int. führt Roule (1896) eine Tiefenform aus dem Gascogne-Golf an (Ann. de 1' Universite de Lyon. XXVI. 1896. p. 454), die er für identisch mit McIntosh's Dalhousia atlantica hält. Roule be- m(^rkt, daß sein Tier nicht von den echten Fallacia, d. h. von Hesione, abweiche. War Roule's Art in der Tat eine Hesione, so kann sie wegen ihrer einästigen Parapodien nicht dasselbe sein wie die Dalhousia von ^IcIntosh, schon der (iattung nach nicht. Die übrigen Bemerkvmgen von Roule, die seine Meinung rechtfertigen sollen, halte ich für sehr anfechtbar und für ungeeignet , des Autors Verfahren zu stützen. Unmittelbar hinter seiner Fallacia atlantica beschreibt Roule eine neue Art der Gattung Tip-rhena, 1\ atlantica, die in allen Gattungscharakteren und in der Segment- zahl mit meinem Tier übereinstimmt, also ein Leocrates ist. Roule nennt seine Art eine T. Clapai^edei nahe verwandte , und diese im Tiefenwasser vertretende Form. In seiner Abbildung vom 12. Parapod ist der Dorsal- cirrus erheblich kürzer als die langen Dorsalcirren meines Tieres. Diese Tyrrhena von Roule, von McIntosh später (1905) als Leocrates ailanticus Polychaeta. -223 RouLE angogebou, ist wohl kaum etwas anderes als T. Clapavedei. Die Gattuno- Dalhoiisldla McInt. (1901 u. 1905) ist zur sicheren Beurteilung noch nicht genügend bekannt; nach ihrer Kopfform und den (dnästigen Parapoden dürfte sie schwerlich mit heocratea zusammeugfhören. Die gut bekannte Mittelmeer-Art X. (Tiirrlicna) Clapavedei A. Costa habe ich in einem Neapeler Tier selbst vergleichen können. Der ca. 32 mm lange Wurm hat die allgemeinen Charaktere, Segmentzahl usw., ganz wie bei meiner Art, auch alternierende Dorsalcirren (Rolle erwähnt solche nicht von T. aflantira) ; eine braune Färbung am A'orderkörper ist nicht vorhanden. Der hintere mediane Kopfeinschnitt ist wie bei meinem Tier beschaffen. Was die Cirren anbelangt, so ist der längste Buccalcirrus ca. 1 '/a cn^l ■"'ö \sLng wie der Körper breit, also erheblich kürzer als bei L. greefßanus. Von den Dorsalcirren sind die langen mindestens 2 mal so lang wie die kurzen. Ihrer Länge nach verhalten sich die Dorsalcirren übrigens folgendermaßen : Dorsalcirrus 1 kurz . 2 länger als 1 , 3 länger als 2. 4 abgefallen, 5 mäßig lang, etwa wie 3. G und 7 sehr lang, 8 abge- fallen, 9 und 10 mäßig lang,